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Verfahren zur Wiedergewinnung von losen Fasern bzw. Fasermasse aus Gummi- geweben.
Es ist bekannt, zwecks Wiedergewinnung von Gummi aus Abfällen, die bei der Herstellung von Radreifen, Schläuchen, Treibriemen od. dgl. entstehen, unter Anwendung eines Holländers mit Wasser eine Trennung zwischen dem plastischen Gummi und den Gewebefasern hervorzurufen.
Hat man es demnach mit vulkanisierten Gummigegenständen zu tun, so ist eine chemische Vorbehandlung notwendig, um den Gummi plastisch zu machen. Die hiebei benutzte mechanische Behandlung der Abfälle, die in allen Fällen eine verhältnismässig grosse Menge plastischen, nicht vulkanisierten oder entvulkanisierten Gummis enthalten müssen, wird wiederholt, d. h. das Material zu wiederholten Malen durch die Maschine geführt, um eine vollständige Trennung der Fasern vom Gummi herbeizuführen.
Es wurde ferner bereits vorgeschlagen, ein schon vorhandenes Gemisch aus sehr fein zerkleinertem Gummimaterial und feinen Fasern so zu behandeln, dass eine vollkommene Trennung der beiden Bestandteile stattfindet.
Vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Wiedergewinnung von losen Fasern bzw.
Fasermasse aus Gummigeweben, die von vulkanisierten Gegenständen, beispielsweise Leinwandeinlagen od. dgl. aus alten Reifen od. dgl. herrühren. Dieses Verfahren wird im wesentlichen so durchgeführt, dass das z. B. von den Zuführungswalzen festgehaltene Gewebe unter Wasser oder unter Anwendung ausgiebiger Wasserspülung auseinandergekämmt, gezupft oder gerissen wird, wonach die Fasern von dem Wasser getrennt werden. Vorzugsweise wird hiezu ein sich drehender, mit Zähnen oder Stiften versehener Zylinder benutzt und wird Wasser durch, in der Zylinderwandung vorgesehene Löcher zugeführt, so dass das Wasser die hiebei nicht völlig von Gummi befreite Faser von den Reisszähnen od. dgl. wegspült.
Im Gummigewebe enthalten die Fasern, trotzdem sie nach Möglichkeit von dem noch anhaftenden vulkanisierten Gummi befreit sind, noch eine geringe Gummimenge, die bis jetzt die Rückgewinnung von losen Fasern verhindert hat. Durch die Wasserspülung aber erreicht man, dass die einmal losgerissenen Fasern trotz Vorhandenseins dieser Gummimenge sich nicht wieder aneinanderhaften können.
Führt man das Wasser in genügender Menge zu, so erhält man die Fasern voneinander getrennt und im Wasser schwebend. Zur Erzielung von langen Fasern erwärmt man das Gummigewebe zunächst, z. B. mit heissem oder kochendem Wasser, damit der Klebstoff weniger Widerstand gegen das Zerreissen der Fasern bietet.
Das Gummigewebe wird z. B. mittels Walzen in den Schlagwolf eingeführt, u. zw. über eine Schlagleiste, die in sehr geringer Entfernung der sich drehenden Zähne od. dgl. angeordnet ist, so dass sämtliche Fäden des Gewebes auseinandergeschlagen werden.
Nachdem die losen Fasern sich im Wasser gesetzt haben, bilden sie einen sehr losen Filz, welchen man nach Trocknung wieder auseinanderschlagen kann, wonach die so erzielten Fasern in für diese Zwecke bekannten Vorrichtungen gereinigt und sortiert werden können. Auch können die Fasern z. B. durch
Verdunstung des Wassers im strömenden oder schwebenden Zustande getrocknet werden, so dass von vornherein eine lose Masse nichtverfilzter Fasern entsteht. Vor allen Dingen kommt es natürlich auf die noch spinnfähigen Fasern an. Es ist bekannt, dass die Leinwandeinlagen von Automobilreifen, besonders in den Wülsten dieser Reifen, starke und lange Baumwollfasern enthalten, welche einen gut spinnbaren Stoff ergeben.
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Trocknet man nicht die losen Fasern, sondern lässt man die Fasern sich in einer Schicht leicht regelbarer Stärke absetzen, so entsteht nach Trocknung ein Filz, der u. m. auch durch die Klebkraft der Fasern eine beträchtliche Stärke hat. Wenn man beim Trocknen ausserdem Druck anwendet, so wird der Filz stärker und dichter, so dass er sich zur Herstellung von Innen-und Zwieksohlen in Schuhwerk eignet. Durch Anwendung höherer Drücke beim Trocknen entsteht ein Filz hoher Festigkeit und Biegsamkeit, welcher für die Herstellung von Einlagen von Gummiwaren Verwendung finden kann.
Da das Material infolge des hohen Druckes sehr dicht geworden ist, enthält es so wenig Luft, dass auch bei Heissvulkanisierung keine Blasen entstehen. Besonders geeignet ist dieser Filz zur Herstellung von Einlagen für Gummisohlen, da er Stössen einen grösseren Widerstand leistet als sonstiges bis jetzt für diesen Zweck bekanntes Material. Auch für die Herstellung von Kunstleder kommt der stark gepresste Filz in Frage.
Der noch lose Filz kann vor der Verdichtung mit einem Kleb-oder Bindemittel, z. B. mit Latex oder einer Lösung von Rohgummi behandelt werden, wodurch das Erzeugnis eine grössere Festigkeit erhält.
Den Faserstoff kann man in schnelldrehenden Formen niederschlagen und in bekannter Weise mit einem Luft-oder Gasstrom behandeln, um so Gegenstände verschiedenster Art herzustellen. Diese lassen sich auf die oben angegebene Weise behandeln.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Wiedergewinnung von losen Fasern bzw. Fasermasse aus Gummigeweben, dadurch gekennzeichnet, dass das festgehaltene Gummigewebe unter Wasser bzw. unter Anwendung von Wasserspülung auseinandergekämmt, gezupft oder gerissen wird und darauf die Fasern von dem Wasser getrennt werden.