<Desc/Clms Page number 1>
Viskosimeter.
Die Erfindung betrifft ein Viskosimeter, das in bekannter Weise die drehende Bewegung eines in die auf innere Reibung zu untersuchende Flüssigkeit eintauchenden Drehkörpers benutzt, um an der hiefür nötigen Kraft oder der für eine gewisse Anzahl von Drehungen benötigten Zeit bei gegebener Kraft ein Mass für die innere Reibung der betreffenden Flüssigkeit zu gewinnen. Die Genauigkeit, mit der ein solches Gerät arbeitet, und die Möglichkeit, die erhaltenen Werte unmittelbar, d. h. mit möglichst geringen Verbesserungen, für die gesuchten Reibungswerte zu verwenden, hängt von der möglichst geringen Eigenreibung bei der Drehung des Drehkörpers im Leerlauf ab.
Gegenstand der Erfindung ist es nun, dieser an sich idealen Forderung in höchstem Masse Rechnung zu tragen. Zu diesem Zweck ist der als glatter, regelmässiger Rotationskörper ausgebildete Drehkörper fliegend am unteren Ende einer senkrecht vermittels Halslager und Spitzenlager gelagerten Welle angebracht und der zur Drehung des Drehkörpers dienende, unter Gewichtswirkung. stehende Faden so angeordnet, dass der Fadenzug möglichst restlos von dem Spitzenlager aufgenommen wird. Die Eigenreibung des Spitzenlagers ist theoretisch und in hohem Masse auch praktisch gleich Null, das durch den Fadenzug auf die Welle senkrecht zu ihrer Achse ausgeübte Zugmoment trifft also die Welle in dem unschädlichsten Punkt ihrer Lagerung und wird praktisch in vollkommenem Masse von dieser Spitzenlagerung aufgenommen.
So greift z. B. der Fadenzug bei der Anordnung nach Fig. 1 der Zeichnung dicht unter der Spitze b' an, indes das bei H angeordnete, an der Innenfläche gewölbte (ballige) Halslager ein Mindestmass von seitlichem Druck erhält.
EMI1.1
lagerung nach unten in den Mittelpunkt der Fadenrolle F verlegt ist. Die weitere Zentrierung und Führung der sich drehenden Welle wird in diesem Falle durch den an der gleitenden Innenfläche gewölbt (ballig) gestalteten Führungsring R am oberen Ende des über die Spitze tragende Nadel sich erstreckenden, röhrenförmigen Fortsatzes der Welle W bewirkt. Durch diesen röhrenförmigen Fortsatz wird gleichzeitig die Spitze S vor dem Eindringen und Angriff schädlicher, Rost verursachender Gase geschützt.
Zur Vermeidung des Rostes werden überdies sämtliche, für die Eigenreibung verantwortlichen Teile aus hochglanzpoliertem, nicht rostendem Stahl, etwa V2A-Stahl, angefertigt. Ferner wird der sichere Sitz der Spitze in der Kegelpfanne dadurch gewährleistet, dass der Drehkörper D in der Arbeitsstellung durch einen über der auf der Welle W sitzenden Scheibe Sch wirkenden Unterdruck angehoben wird.
Es hat sich gezeigt, dass ein so gelagerter Drehkörper trotz seiner geringen Schwungmasse geraume Zeit in Drehung verbleibt, wenn man ihm einen sehr leichten Anstoss gibt ; d. h. die Eigenreibung der Vorrichtung ist äusserst gering.
Zur Schonung der Spitze beim Reinigen des Drehkörpers D muss die Welle in eine feste Lage gebracht werden, bei welcher sich die Spitze ausser Eingriff in die Kegelpfanne befindet. Zu diesem Zweck ist am unteren Ende des Gehäuses G an der Stelle, wo die Welle aus dem Gehäuse austritt (bei A), ein kegeliger Sitz angeordnet, in welcher ein auf der Welle aufgesetzter Kegel K in der Ruhelage eingreift. So kann also der Drehkörper von anhaftender viskoser Flüssigkeit ohne Gefahr für die Spitzenlagerung schnell und sicher gereinigt werden.
<Desc/Clms Page number 2>
Zwecks Vermeidung von Störungen der Drehbewegung durch Staubteilchen, die durch den angesaugten Luftstrom zwischen die Scheibe Sah und das darüber greifende Gehäuse V gelangen könnten, ist die Scheibe Sch in ihrem Umfang scharfkantig und im Durchmesser so gross gehalten, dass ein mässiger Unterdruck genügt, um den Drehkörper D zu-heben, ohne dass der Schlitz zwischen Scheibe M und dem
Gehäuse V allzu eng bemessen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Viskosimeter, mit welchem die innere Reibung einer Flüssigkeit durch den Widerstand bestimmt wird, den ein in der Flüssigkeit sich bewegender Drehkörper bei seiner Drehung in der zu messenden Flüssigkeit erfährt, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehkörper (D) als glatter, regelmässiger Rotationskörper ausgebildet und fliegend am unteren Ende einer mittels Spitzenlagers (S) und Halslagers gelagerten Welle angebracht ist und der zur Drehung dienende, unter Gewichtswirkung stehende Faden so angeordnet ist, dass der Fadenzug möglichst restlos von dem Spitzenlager aufgenommen wird.