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Fertigform.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Blasen von Flaschen oder andern Gegenständen aus Hohlglas ; diese Vorrichtung schaltet Übelstände der gegenwärtig üblichen Blaseweise aus.
Bei den gegenwärtig üblichen Maschinen wird das Blasen der Külbel durch Pressluft bewirkt. Diese Külbel werden bekanntlich in einer Vorform vorbereitet und durch Pressluft in der Fertigform ausgeblasen.
Dieses Blasen bewirkt einen Druck gegen die Wände der Schalen der Fertigform. Dieser Druck hat eine um so grössere Gesamtpressung zur Folge, je grösser das Volumen'des Blasobjektes ist.
Diese Gesamtpressung, welche sehr hohe Werte erreichen kann, trachtet die Schalen der Form zu öffnen ; dies hat zur Folge, dass auf dem Blasobjekt die bekannte Naht entsteht.
Um diesen Übelstand zu vermeiden, müsste man sehr kräftige Abschlussorgane vorsehen, welche indessen zwecks Ausgleichs der Ausdehnungswirkungen elastisch sein sollen. Dies bewirkt eine sehr beträchtliche Abnutzung der Steuerorgane, ohne dass die Tendenz zur Öffnung der Schalen der Fertigform tatsächlich verschwinden würde.
Ein anderer Übelstand dieses Blassystems ist folgender : In der Fertigform füllt die atmosphärische Luft den Raum zwischen Külbel und der Innenwand der Form aus. Diese Luft muss entweichen, während sich das Aufblähen der Glaswände vollzieht.
Bei den Maschinen bekannter Art entweicht der grösste Teil dieser Luft durch die Stossfugen der Schalen, welche praktisch niemals dicht sind. Hiebei entstehen häufig Luftsäeke, welche bis zum Schluss des Blasens erhalten bleiben und den innigen Kontakt zwischen Glas und Metall behindern.
Bei manchen Formen, z. B. bei solchen von polygonaler Form werden diese Luftsäcke manchmal so bedeutend, dass sie eine beträchtliche Deformation des Profils des herzustellenden Objekts oder eine Schädigung des Aussehens desselben zur Folge haben.
Jedenfalls behindert oder beschränkt die Einlagerung von, Luft zwischen dem Glas und Ventil die Abkühlung des Glases. Dadurch wird die notwendige Dauer des Belassens des Blasobjekts in seiner Form erhöht, damit es bei der Herausnahme hinreichend fest ist. Diese bei allen heute bestehenden Maschinen bestehende Notwendigkeit vermindert deren Leistungsfähigkeit.
Anderseits bewirkt das mittels einer Kopfform od. dgl. ausgeführte Blasen die rasche Abkühlung des oberen Teiles des Blasobjekts. Da dieser Teil jedoch der zerbrechlichste ist, erscheint es wünschen- wert, in diesem Gebiet jede abkühlende Berührung zu vermeiden.
Die Erfindung schaltet diese Übelstände aus. Es erübrigt sich auch die zum Blasen erforderliche
Kopfform.
Das Aufblähen des in der Fertigform eingeschlossenen Glaspostens wird durch den Einfluss der atmosphärischen Luft selbst bewirkt. Zu diesem Zwecke ersetzt man den von innen her auf den Glasposten ausgeübten Blasdruck durch einen äusseren Saugzug, welcher zwischen der Glaswandung und der Wand der Fertigform ausgeübt wird.
Fig. 1 der Zeichnung zeigt einen Axialschnitt durch eine Fertigform. Fig. 2 zeigt einen Querschnitt entlang der Ebene X-X der Fig. 1, ohne Külbel.
Der Boden 1 der aus zwei Schalen 2 und 2'bestehenden Fertigform ist mit einer Leitung 3 und strahlenförmig angeordneten Kanälen 4 ausgestattet. Die Kanäle 4 kommunizieren mit einem Ring-
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kanal 5, der in den beiden Schalen ausgebildet ist. An den Stossflächen sind die Schalen mit Rillen 6 ausgestattet, welche in den Ringkanal 5 munden und über die praktisch zwischen den beiden Schalen auftretende Stossfuge mit dem Innenraum 7 der Schalen in Verbindung stehen.
Das Külbel 8 ist in der Fertigform eingeschlossen und ruht mittels seines Ringes auf dem Oberteil dieser Form. Die Leitung 3 wird im geeigneten Zeitpunkt mit einer Saugluftpumpe verbunden, die gesamte, im Innern der Schalen enthaltene Luft wird angesaugt, die Aussenluft strömt durch die obere Eintritts- öffnung 9 des Külbels ein und bläht diesen auf. Die Kanäle 4 können praktisch zu sehr verschiedenen Zwecken herangezogen werden. Die technischen Vorteile der Vorrichtung laut vorliegender Anmeldung sind die folgenden :
1. Die Schalen werden'durch blossen atmosphärischen Druck energisch gegeneinander gepresst und verkleinern die Naht auf ein Minimum.
2. Die Verschlussorgane sind keiner Beanspruchung durch Blasdruck unterworfen.
3. Da die zwischen dem Glas und den Schalenwandungen enthaltene Luft abgesaugt wird ; können keinerlei Luftsäcke entstehen und das Blasobjekt erleidet keinerlei örtliche Deformation, überdies wird aus dem gleichen Grunde ein inniger Kontakt zwischen Glas und Formwanden gewährleistet. Da hiebei auch die Abkühlung des Glases energischer und regelmässiger wird, kann das Blasobjekt seine Form schon nach einem Zeitminimum verlassen. Dies hat eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Maschine zur Folge.
Es ist der Anmelderin bekannt, dass, bereits früher vorgeschlagen wurde, das Blasen des Glaspostens im Wege der Ausübung einer Saugwirkung zwischen Glasposten und Formwänden mittels einer Vielzahl kleiner in der Form selbst vorgesehener Mulden zu bewirken. Bei diesen Anordnungen ist die Form in ein geschlossenes Gehäuse eingekapselt, welches an die Saugleitung einer Luftpumpe angeschlossen wird.
Im Vergleich mit den bekannten Vorrichtungen besitzt die Fertigform den Vorteil, dass Spuren, wie sie bei den-bisher gebräuchlichen Vorrichtungen von den Perforationen auf den Endprodukten verblieben, hier fehlen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fertigform zum Blasen von Flaschen oder andern Hohlglasgegenständen, bei welcher zwischen der in der Form eingeschlossenen Glaskörperwandung und der Formwand eine Saugkraft ausgeübt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die arbeitenden Innenflächen der Fertigform in der bei Vorformen bekannten Art mit Fugen oder Kanälen ausgestattet sind, welche mit der Saugleitung kommunizieren, so dass das Blähen der in der Fertigform befindlichen Glaskörperwandung einzig und allein durch die Saugkraft bewirkt wird, die von den an den Stossnähten der Formschalenhälften vorgesehenen Fugen oder Kanälen ausgehend ins Innere derselben fortschreitet.