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Plombierzange.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Plombierzange und bezweckt, den Verschluss verschiedener Gepäckstücke, wie Pakete, Säcke, Kisten, Koffer usw. mittels Plomben wesentlich zu erleichtern. Die zu diesem Zwecke verwendete Plombierzange, mittels welcher die Flanken einer Plombe um zwei Bandtrume eingerollt werden, weist erfindungsgemäss eine im Zangenkörper bewegliche Schliessmulde auf, in welcher ein mit vier Stahldrahtfedern versehener Dorn mit geringer Reibung beweglich ist, wobei die Stahldrahtfedern die den Dorn umgebenden Trume des Bandes bzw. Bindfadens an die Plombeninnenwand andrücken.
Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform der Plombierzange gemäss der Erfindung.
Fig. 1 und Fig. 2 zeigen im Schaubild zwei Plomben in offenem Zustande. Fig. 3 zeigt eine geschlossene Plombe und Fig. 4 den Querschnitt durch eine solehe. In Fig. 5 ist eine Plombierzange gemäss der Erfindung in Seitenansicht, in Fig. 6 eine Einzelheit der Zange in Draufsicht und in Fig. 7 dieselbe im Querschnitt dargestellt. Fig. 8 zeigt diese Einzelheit mit eingesetzter Plombe im Schnitt.
Die aus einem Metallblatt bestehende Plombe besitzt einander gegenüberliegende Flanken (Zacken) 11 12, die voneinander durch zwei bogenförmige Ausnehmungen 21 und 22 getrennt sind und Riefen aufweisen. Die Flanken werden um die Enden 31, 32 eines Bindfadens gerollt.
Die Plombierzange besteht aus einem Steuerhebel 4, der mittels eines Zahnsegmentes eine Zahnstange J in Bewegung setzt, einem Schliessgesenk und einer Rinne oder Mulde 6, die im Körper der Plombierzange verschiebbar ist und so weit aus der Zange herausgezogen werden kann, dass die beiden miteinander zu verbindenden Bindfadentrume leicht eingelegt werden können. Die Mulde 6 ist mit einem zylindrischen Tragarm 7 versehen, der an seinem Ende ein Segment 8 trägt. Dieses gleitet mit geringer Reibung in der entsprechenden Büchse 9 im Zangenkörper, so dass eine gewisse Stabilität der Mulde beim Verschieben gewährleistet ist. Die Grösse der Bewegung wird durch einen Bolzen 10 begrenzt, gegen welchen sich eine an der Unterseite des Tragarmes angeordnete flache Schulter anlegt.
In dem in die Zange eingeschobenem Zustande ruht die Mulde auf einer gegabelten Rast 11 auf.
In der Mulde (dem Gesenke) ist mit leichter Reibung eine Stange oder ein Dorn 12 eingesetzt, der nach auf oder abwärts bewegt werden kann. Dieser Dorn ist mit vier kleinen Federn aus Stahl- draht 131, 133, 133, 134 versehen. Fig. 6 zeigt in Draufsicht, wie die beiden Trume des Bindfadens in der Mulde mittels der Federn und dem Dorne 12 festgehalten werden. Die kleinen Stahldrahtfäden sind am unteren Ende im Dorne befestigt, während sich ihr oberes Ende in vier radialen Längsnuten des Dornes 141, 142 (Fig. 5,7 und 8) frei bewegen kann, u. zw. entsprechend dem Betrag, um welchen der Dorn versenkt wird. Das obere Ende des Dornes ist kegelig ausgebildet und weist eine Bohrung 15 von ungefähr 7 mm Tiefe auf, in welche die vier Radialnuten münden und die Enden der Federn eintreten können.
Im Boden der Mulde sind ebenfalls vier Nuten angeordnet, in welche die Federn dann eintreten können, wenn kein Bindfaden in der Mulde liegt und der Dorn nach abwärts gezogen ist. An gegenüberliegenden Seiten weist die Wand der Mulde 6 Durchbrechungen 161 und 162 auf, durch welche die Tiume des Bindfadens in die Mulde eingelegt werden können.
Fig. 7 zeigt im Querschnitt die Mulde und die Führung des Dornes 12. Dieser trägt an einer Seite eine Abflachung 17, gegen welche ein kleiner Stempel 18 anliegt. Die Führungsstange des Stempels 18 ist in einer Schraubenfeder 19 geführt, welche den Stempel gegen die Abflachung 17 drückt. Die Feder ist in einer hohlen Schraube 20 gelagert, die zur Einstellung des Anpressungsdruckes dient.
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Die Zange wirkt nun in folgender Weise : Sie wird mit der rechten Hand gehalten ; die Mulde 6 wird in die in Fig. 5 dargestellte Lage ausgezogen, dann wird mit dem Daumen der Stempel 12 nach aufwärts gedrückt, so dass er vollständig aus der Mulde heraustritt. Nun werden die beiden Trume 31 und 32 des Bindfadens in die Mulde eingelegt, u. zw. um den Stempel, so dass sie vollständig auf dem Boden der Mulde liegen, worauf der Stempel so weit gesenkt wird, bis er auf gleicher Höhe mit den Rändern der Mulde liegt. Nun wird mit der linken Hand die Plombe eingeführt, wobei ihre Zacken nach abwärts liegen.
Die Zwischenräume zwischen den Zacken der Plombe werden hiebei zur Deckung mit den Ausnehmungen der Mulde gebracht (Fig. 8). Die Mulde wird hierauf in der Plombierzange zurückgestossen und der Hebel 4 gesenkt, wodurch die Plombe mit ihren Zacken die beiden Trume des Bindfadens erfasst.
Je nach'dem Masse des Einrollens der Flanken der Plombe, senkt'sich der Dorn allmählich, wobei die kleinen Federn allmählich in die Radialschlitz des Dornes zurücktreten. Nach beendeter Schliessbewegung wird der Schliesshebel 4 durch eine Schraubenfeder 21'neuerlich angehoben. Die Mulde wird aus der Zange ausgeschoben und durch Abnehmen der Bindfadentrume wird die Plombe aus der Mulde ausgehoben.
Während der Betätigung der Vorrichtung dienen die vier kleinen am Dorne befestigten Federn dazu, die Trume des Bindfadens an die Innenwand der Plombe anzupressen, um zu vermeiden, dass diese Bindfadentrume aufsteigen, während die Flanken der Plombe eingerollt werden und so ausserhalb der durch das Einrollen gebildeten Haken zu liegen kommen.