<Desc/Clms Page number 1>
Antrieb von Maschinen, insbesondere Fördermaschinen, Walzenstrassen usw., durch zwei mechanisch gekuppelte asynchrone Drehstrommotoren.
Bei Förderanlagen kann der Fall eintreten, dass der Schacht zunächst nur bis zu einer verhältnismässig geringen Teufe zum Fördern benutzt wird, dass später aber aus einer grösseren Teufe gefördert werden soll. Um nun bei der grösseren Teufe die gleiche Fördermenge zu erhalten, ist es am zweckmässigsten die Nutzlast je Zug entsprechend zu vergrössern. Man kann zu diesem Zweck die mit jedem Zuge geförderte Wagenzahl erhöhen oder bei einer Gefässförderanlage grössere Gefässe verwenden. Die Förderanlage ist dann bei ihrer Aufstellung für die geringe Teufenförderung mit nur einem Motor, und beim Übergang zur Förderung aus grösserer Teufe mit zwei Motoren auszurüsten. Auch in anderen Betrieben können ähnliche Fälle auftreten, z. B. in Walzwerken, wo die Leistung einer Walzenstrasse durch Ausbau vergrössert werden soll.
Auch hier wird man zunächst mit einem Motor auskommen, später aber einen zweiten Motor hinzubauen.
Bei einem solchen Zweimotorenantrieb ist ganz besonders darauf zu achten, dass sich das von der Maschine herrührende Drehmoment stets gleichmässig auf beide Motoren verteilt. Bei verhältnismässig kleinen Motoren ist dies durch Verwendung eines gemeinsamen Flüssigkeitsanlassers zu erreichen, sofern beide Motoren vollkommen in ihrer Ausführung übereinstimmen. Schwieriger liegt der Fall jedoch bei grösseren Leistungen, da dann zwei Anlasser zu verwenden sind. Durch die Unterschiede in den Wicklungen oder durch verschiedene Konzentration der Flüssigkeit in den Anlassern oder sonstige Unterschiede in denAntriebsaggregaten tritt eine ungleiche Belastung der beiden Motoren ein, die unerwünscht ist.
Zur Beseitigung dieses Übelstandes wird nach der Erfindung eine in Abhängigkeit von der Belastung der beiden Motoren arbeitende Regeleinrichtung vorgesehen, die die Drehmomente der Motoren in einem konstanten Verhältnis zueinander hält. Bei der Verwendung von Flüssigkeitsanlassern können nach der Erfindung die Flüssigkeitsspiegel in den Anlassern bei einer Abweichung der Einzeldrehmomente von ihren vorgeschriebenen Werten relativ zu den Kontaktmessern und bei den einzelnen Anlassern im entgegengesetzten Sinn gehoben und gesenkt werden. Man kann sich dazu verschiedener Mittel bedienen.
Beispielsweise ordnet man nach der Erfindung eine Pumpe mit umkehrbarer Förderrichtung an, die den Ausgleich der Drehmomente bei Abweichung von ihren vorgeschriebenen Werten dadurch vornimmt, dass die Flüssigkeit aus dem Anlasser des überlasteten in den des unterlasteten Motors gefördert wird. Man kann nach der Erfindung aber auch zwischen den gemeinsamen Steuerantrieb und die einzelnen Anlasser Differentialgetriebe schalten, deren dritte Glieder in Abhängigkeit von Abweichungen vom vorgeschriebenen Verhältnis der Drehmomente der einzelnen Motoren durch einen Hilfsmotor od. dgl. im gegenläufigen Sinne angetrieben werden. Die Regelung muss nicht mit den Anlasswiderständen erfolgen, sondern man kann sie nach der Erfindung auch mit Hilfe besonderer Zusatzwiderstände vornehmen, die in Reihe mit oder parallel zu den eigentlichen Anlassern liegen.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispiele für die Erfindung.
Die Fig. 1 zeigt einen Antrieb, bei dem der Ausgleich der Drehmomente durch eine Pumpe mit umkehrbarer Förderrichtung erfolgt. Nach der Fig. 2 wird der Ausgleich durch Differentialgetriebe vorgenommen.
<Desc/Clms Page number 2>
In der Fig. l sind 1 und 2 die beiden mechanisch gekuppelten Motoren mit ihren Anlassern 3 und 4.
In die Zuleitungen zu den Motoren 1 und 2, die an einem gemeinsamen Netz hängen, sind Strom wandler 10 und 11 eingebaut, deren Sekundärwicklungen gegeneinander geschaltet sind, so dass bei anteilgleiehen Drehmomenten der Motoren kein Strom durch das in die Verbindungsleitung eingeschaltete Relais 5 fliesst. 6 ist der Antriebsmotor für die Pumpe 7, der bei Ansprechen des Relais 5 im einen oder anderen
Sinne durch Schütze 8 oder 9 im einen oder anderen Dreh-und damit Fördersinne eingeschaltet wird.
Die Einrichtung wirkt so : Sind die Drehmomente der Motoren 1 und 2 gleich gross oder stehen sie in dem richtigen, der Motorengrösse entsprechenden Verhältnis zueinander, so fliesst kein Strom im Relaisstromkreis : das Kontaktstück 12 bleibt in der Nullstellung. Tritt dagegen ein Unterschied in der Stromaufnahme der beiden Motoren ein, weil die Einzeldrehmomente von ihren vorgeschriebenen Werten abweichen, so fliesst durch das Relais 5 Strom in einen oder anderen Sinne und legt das Kontaktstück 12 nach rechts oder links. Dadurch spricht das Schütz 8 oder 9 an und schaltet den mit der Pumpe 7 gekuppelten Motor 6 in bekannter Weise in der einen oder anderen Drehrichtung ein.
Die Pumpe 7 fördert nun Flüssigkeit aus dem Behälter des Anlasserwiderstandes des Motors mit dem zu grossen Drehmoment in den des Motors mit dem zu kleinen Drehmoment so lange, bis ein Ausgleich geschaffen ist. Dann geht das Kontaktstück 12 in die Nullage zurück und der Pumpenmotor wird ausgeschaltet.
An Stelle der Pumpe mit umsteuerbarer Dreh- und Förderrichtung kann auch eine solche mit ständig durchlaufendem Antrieb und umsteuerbarer Förderrichtung treten. Man ist keineswegs an das Heben und Senken der Flüssigkeitsspiegel im Behälter gebunden, sondern man kann auch die Behälter selbst gegen die Kontaktmesser heben und senken oder die Messer gegen die feststehenden Behälter mit unveränderlichem Flüssigkeitsspiegel bewegen. Für eine solche Anordnung gibt die Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel.
In der Fig. 2 ist 20 ein Handrad, Hebel od. dgl., womit das Eintauchen der Messer 21 und 22 in die Flüssigkeitsanlasser 3 und 4 zwecks Anlassens vorgenommen werden kann. Zwischen das Handrad 20 und die Messer 21 und 22 sind Differentialgetriebe 23 und 24 eingeschaltet, die in bekannter Weise mit Stirnrädern 25und 26in Verbindung stehen. Der Antrieb dieser Stirnräder erfolgt gegenläufig vom Motor 6 aus der ebenso geschaltet und betrieben wird wie der Motor 6 nach Fig. 1.
In gleicher Weise wie es für die Anlasser selbst beschrieben ist, können an ihrer Stelle auch parallel oder in Reihe dazu geschaltete Zusatzwiderstände zum Ausgleich benutzt und gesteuert werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Antrieb für Maschinen, insbesondere Fördermasehinen, Walzenstrassenusw. durch zweimeehaniseh gekuppelte Asynchrondrehstrommotoren, dadurch gekennzeichnet, dass beide Motoren durch eine Regelvorrichtung miteinander verbunden sind, über die die Motoren sich gleichzeitig gegenseitig derart entgegengesetzt beeinflussen, dass die Drehmomente beider Motoren in einem konstanten Verhältnis zueinander stehen.