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Verfahren zur Erzeugung besonderer Effekte bei der Projektion von Hintergründen u. dgl. für Theater, Schaustellungen, Reklamen usw.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Erzeugung besonderer Effekte bei der Projektion von Hintergründen u. dgl. für Theater, Schaustellungen, Reklamen usw., namentlich für solche Theaterhintergründe, wie sie an Stelle der durch die Neuerungen auf dem Gebiete der Bühnenbeleuchtung unmöglich gewordenen veralterten gemalten Hintergründen verwendet werden.
Abgesehen davon, dass der gemalte Hintergrund mit seinen in starrer Ruhe stehenden Einzelheiten ermüdend wirkt und auch die Handlung nicht unterstützt, verlangt die neuzeitliche Inszenierung immer dringender nach Hintergründen, die ohne Darstellung realer Gegenstände die Handlung mit einer Art Formen-und Farbenweehsel begleiten. Gebilde, die ihre Form und Farbe wechselnd durcheinanderwogen, die aufschiessen und niedersinken, die kaum erfasst in vollkommener Unschärfe verschwinden, um neuen Gebilden Platz zu machen ; wirkliche Glanz-und Brechungslichter in ineineinander übergehenden Musterelementen u. dgl., lassen vorgeschriebene Effekte erzielen, die sich durch die bisherigen Mitteln nicht erreichen lassen.
Auch die Kinematographie ist, abgesehen von den technischen Schwierigkeiten, die erforderliche Grösse der Projektion zu erreichen, besonders deshalb für den vorliegenden Zweck ungeeignet, weil sie die Gefahr in sich birgt, geschmacklos zu wirken, ganz abgesehen davon, dass die Kinoprojektion nur bei verdunkeltem Vorführungs-und Bühnenraume möglich ist.
Das Wesen der Erfindung besteht nun darin, dass an Stelle der bekannten, wesentlich in einer Ebene liegenden Projektionsbilder lichtdurchlässige, räumliche Gebilde verwendet werden, die auch in der Richtung des Lichtstrahlenganges eine wesentliche Ausdehnung besitzen.
In weiterer Ausgestaltung sieht die Erfindung vor, dass die zu projizierende Gebilde mechanisch bewegt, durch physikalische oder chemische Vorgänge in Bewegung gebracht und erhalten werden.
Schliesslich bildet es einen Teil der Erfindung, dass die zu projizierende Gebilde durch physikalische Vorgänge (z. B. Mischung, Lösung) oder durch chemische Vorgänge (z. B. Fällung) erzeugt werden.
Nachstehend sind einige Ausführungsbeispiele beschrieben.
1. Beispiel : Auf eine Glasplatte werden in regelmässiger oder unregelmässiger Gruppierung Edelsteinimitation aus geschliffenen Glas aufgekittet. Bei der Projektion werden nur jene Facettenränder, die ungefähr in der Einstellebene liegen, scharf abgebildet und ergeben ein Muster, das sich beim Verschieben der Glasplatte in der optischen Achse ändert, da immer andere Facette nränder scharf abgebildet werden, während andere in Unschärfe versinken. Ausserdem entstehen am Hintergrund Brechung und Spiegelung in den geschliffenen Glaskörpern, stern-und kometenartige Spitzlichter, die das Muster beleben und beim Verschieben der Glasplatte durch ihren raschen Wechsel eigenartige Effekte ergeben.
Durch Verstellen der einzelnen Linsen im Objektiv, wodurch wieder anders geformte Teile der Glaskörper scharf eingestellt erscheinen, kann die Mannigfaltigkeit weiter erhöht werden.
Als 2. Beispiel kann die Projektion eigenartig geformter Glasklumpen gelten, wie sie bei der Glasfabrikation als Abfallprodukte entstehen. Indem man solche Körper bei der Projektion um eine Achse dreht oder gegeneinander verschiebt, werden Wellen-oder Wolkenerseheinungen, sowohl in der Belichtung als auch in der Bewegung nachgebildet.
3. Beispiel : In einem Rahmen, der statt der Bildplatte in den Projektionsapparat eingesetzt
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oder Walzen sind-durch Zahnräder od. dgl. miteinander bzw. mit einer Antriebsvorrichtullg verbunden, so dass sie gemeinsam oder unabhängig voneinander gedreht werden können. Dadurch, dass beim Drehen verschieden dicke und allenfalls auch in der Färbung verschiedene Stellen projiziert werden, entsteht ein beabsichtigtes Auf-und Absteigen von Erscheinungen, welches das Durcheinanderwogen von Wellen, Wolken, Hebel usw. veranschaulicht.
4. Beispiel : In den Projektionsapparat werden eine oder mehrere Glasküvetten derart eingesetzt, dass sie vor oder hinter dem auf den Hintergrund zu projizierenden Bild zu stehen kommen. Werden in der mit Flüssigkeit gefüllten Küvette verschiedene physikalische oder chemische Vorgänge eingeleitet, so werden Effekte erzielt, von denen nachstehend einige angeführt sind.
A. Vorgänge von eigenartiger Wirkung, Wogen und Weben, Schneegestöber, Regen und Hagelschauer können dadurch erzielt werden, dass in die Flüssigkeitsfüllung durch ein am Boden der Küvette liegendes Rohr mit feinen Bohrungen Luft od. dgl. eingeblasen wird. Die aufsteigenden Blasen werden als fallende Gebilde projiziert und ergeben neuartige Effekte.
In der Küvette können auch beliebig geformte und beliebig gefärbte Körper, z. B. kugelförmige oder sternförmige, enthalten sein, welche ein solches spezifisches Gewicht besitzen, dass sie in der Flüssigkeit schweben oder nur langsam zu Boden sinken. Durch das Einblasen von Luft oder staubförmiger Substanzen, sowie in Bewegungsetzen des Inhaltes durch eine beliebig mechanische Rührvorrichtung können nun diese Körper sowie die Flüssigkeit aufgewirbelt werden, wodurch in der Projektion ebenfalls effektvolle Erscheinungen sowie auch die mannigfaltigsten Farbeneffekte in wirksamer Weise dargestellt werden können.
B. Wird in die klare oder gefärbte Wasserfüllung der Küvette eine schwere Flüssigkeit, z. B.
Glyzerin, welche auch entweder gefärbt oder klar sein kann, eingegossen, so ergibt die beim langsamen Niedersinken des sich allmählich mischcnden Glyzerines auftretende Schlierenbildung bei der Projektion den Effekt aufsteigender wogender Dünste u. dgl.
C. Wird die Küvette mit einer schwachen Sodalösung gefüllt und das Glyzerin mit einer schwachen Bleinitratlösul1g versetzt, so wird durch die entstehende weisse Bleikarbonatfällung der Effekt dichter aufwallender Nebel erzeugt. Durch Erzeugung dunkler Niederschläge kann aufsteigender Rauch (Sprengschlag u. dgl.) nachgeahmt werden.
D. Die verschiedensten Effekte lassen sich dadurch erreichen, dass in die Flüssigkeitsfüllung
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laufen gelassen werden. Insbesondere sich lösende Farbkörper geben besonders phantastische Effekte von aufsteigenden baumartig sich verzweigenden Gebilden, die durch die Mannigfaltigkeit der Formen und Farben geeignet sind, die Aufmeiksamkeit in vollem Masse zu fesseln. Darstellung von Feuer.
Weitere Effekte können durch rotierende, iwcckmässig auf Kugellager laufende Scheiben bewirkt werden, auf welche bemalte oder mit Zeichnungen und plastischen, durchsichtigen Gebilden versehene
Glasplatten aufgebracht werden.
In allen Fällen kann die Wirkung der Projektionen noch dadurch vermannigfaltigt werden, dass mittels Spiegeln oder Prismen kaleidoskopartige Motive erzeugt werden. Alle diese Projektionen können auch mit gewöhnlichen ruhigen und bewegten Projektionen durch Überblenden oder Deckung zusammen zur Anwendung gelangen, wodurch die Mannigfaltigkeit der Wirkungen noch weiter gesteigert wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung besonderer Effekte bei der Projektion von Hintergründen u. dgl. für Theater, Schaustellungen, Reklamen usw., dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle der bekannten, wesentlich in einer Ebene liegenden Projektionsbilder lichtdurchlässige räumliche. Gebilde verwendet werden, die auch in der Richtung des Lichtstrahlenganges eine wesentliche Ausdehnung besitzen.