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Steuerventil fÜr Druckluftbremseinrichtlmgen.
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung der Luftbremseinrichtung nach Patent Nr. 111885.
Im besonderen bezieht sie sich auf die Einrichtung des Steuerventils.
Die in der Hauptanmeldung angegebene Erfindung bezweckt, die Bremskraft nach Belieben zu verändern, je nachdem das zu bremsende Fahrzeug leer oder beladen ist. Dabei ist eine besondere Einrichtung zweckmässig in Verbindung mit dem Steuerventil vorgesehen, die das Speisen des Bremszylinders in zwei Stufen bewirkt, u. zw. zuerst schnell zwecks schnellen Verschiebens des Bremsgestänges und An- legens der Bremsbacken an die Fahrzeugräder, sodann weniger schnell, um eine allmählich sich steigernde Bremskraft zu erzielen. Diese beiden Stufen werden dabei durch ein Glied bestimmt, welches sich verschiebt, wenn der Hub des Bremskolbens beendet ist.
Die Vorrichtung nach der Haupterfindung ist mit einem Veiteilungsorgan verbunden, z. B. einem selbsttätig oder von Hand gesteuerten Hahn, der zwei verschiedene Stellungen einnimmt, je nachdem das Fahrzeug leer oder beladen ist. In diesen beiden Stellungen wird eine solche Verbindung hergestellt, dass das Inwirkungtreten einer andern Vorrichtung entweder verhindert oder gestattet wird, derart, dass während des Anziehens und Lösens der Bremsen eine Veränderung der Bremswirkung erfolgen kann, je nachdem das Fahrzeug leer oder beladen ist.
Gegenstand der Zusatzerfindung sind Verbesserungen an der im Hauptpatent beschriebenen Steuerventileinrichtung, die besonders für Steuerventile der Westinghousebauart an Fahrzeugen mit Lastbremseinrichtung in Frage kommen.
Es sind gemäss der Erfindung im wesentlichen Ergänzungskanäle und Veränderungen am Hahnküken im Steuerventil vorgesehen, ohne dass andelweitige Abänderungen dieses Ventils nötig sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch einen Teil eines abgeänderten Steuerventils nach Bauart Westinghouse. Hier ist die Anordnung der Ergänzungskanäle und das Steuerventilküken erkennbar, das sich in der Stellung zum Bremsen eines beladenen Fahrzeuges befindet. Fig. 2 zeigt einen senkrechten Schnitt eines Teils der in Fig. 1 dargestellten Einrichtung, wobei sich das Küken in der Stellung zum Bremsen eines leeren Fahrzeuges befindet.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Kanäle 1 und 2 im Steuer ventilgehäuse mit den Ein-bzw. Auslasskanälen des Steuerventilschiebers korrespondieren. Ein Kanal 3 steht mit dem üblichen Bremszylinder in Verbindung und ein Kanal 4 mit einem zusätzlichen Bremszylinder, wobei dieser Kanal 4 durch eine Bohrung 5 im Hahnkuken sowie den Kanal 6 im Steuerventilgehäuse mit einer Kammer 7 im Mindestdruekventilgehäuse verbunden ist. Der lichte Querschnitt der Kanäle 3 und 4 ist so bemessen, dass beide Bremszylinder gleichzeitig denselben Druck erhalten.
Im Küken befinden sieh die Bohrungen 8 und 9, die so kalibriert sind, dass sie die Speisung des üblichen Bremszylinders allein bzw. die gleichzeitige Speisung beider Bremszylinder in demselben Zeitraum bewirken.
In dem Gehäuse des Mindestdruckventils ist seitlich ein Kanal 19 vorgesehen, der die Hohlräume 7 und 20 verbindet, wenn der Kolben 14 sich in seiner Höchstlage befindet. Das untere Ende des Kanals 19 wird abgeschlossen, sobald sich der Kolben 14 senkt. In seiner tiefsten Stellung ruht der Kolben mit seinem unteren Rande, wie an sich bekannt, luftdicht auf dem Ringsitz 22.
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Die Wirkung der Einrichtung ist folgende : Wenn der Hahn des Steuerventils sich in der Stellung zur Bremsung eines beladenen Fahrzeuges befindet, wie in Fig. 1 gezeigt ist und das Führerbremsventil zwecks Anziehens der Bremsen betätigt wird, so strömt Druckluft aus dem Hilfsbehälter durch den Schieber des Steuerventils in den Kanal 1 und durch den Kanal 10 in den Hohlraum 11.
Während der ersten Stufe, während der das Ventil 12 offen ist, strömt die Druckluft schnell in den üblichen Zylinder auf zwei Wegen, nämlich erstens durch die Kanäle 1, 10, das Ventil 12 und die Kanäle 18 und 3 ; zweitens durch den Kanal 1, die Bohlung 9 und den Kanal 3. Während dieser sehr kurzen Stufe kann Luft nicht zum zusätzlichen Zylinder strömen, weil die Kammer 7 durch den Oberteil des von der Feder 16 hochgedrückten Kolbens 14 mittels des Dichtungsringes 13 abgeschlossen ist.
Sobald der übliche Bremskolben seinen Hub vollendet hat und auch den Hub des zusätzlichen Bremskolbens bewirkt hat und sobald der Kolben 14 niedergeht, wird die Verbindung zwischen den Hohlräumen 17 und 7 hergestellt. Die Luft kann dann zum zusätzlichen Zylinder strömen durch den Kanal 1, die Bohrung 9, den Kanal 18, die Hohlräume 17 und 7, den Kanal 6, die Bohrung 5 und den Kanal 4. Die kalibrierte Bohrung 9 sichert das gleichzeitige Auffüllen der beiden Zylinder in der festgesetzten Zeit, während sich im Falle der Bremsung leerer Fahrzeuge die Zeit für die Speisung des normalen Bremszylinders allein durch die einzige Bohrung 8 bestimmt.
Während des Lösens der Bremsen strömt die Druckluft aus beiden Bremszylindern aus, aus dem üblichen Bremszylinder durch die Kanäle 3 und 2, während der Auslass aus dem zusätzlichen Zylinder in zwei Stufen bewirkt wird. Während der ersten Stufe strömt die Druckluft aus. durch den Kanal 4, die Bohrung 5, den Kanal 6, die Hohlräume 7 und 17 und die Kanäle 18 und 2 ; während der zweiten Stufe, welche beginnt, sobald der Druck im normalen Zylinder sich genügend vermindert hat, um der Feder 16 zu gestatten, den Kolben 14 gegen seinen oberen Sitz 15 anzudrücken, strömt alle Luft, welche noch in dem zusätzlichen Zylinder enthalten ist, ins Freie durch den Kanal 4, die Bohrung 5, den Kanal 6, den Hohlraum 7, den Kanal 19, den Hohlraum 20 und den Kanal 21.
Der übliche Auslasskanal des Steuerventils regelt-das gleichzeitige Lösen der beiden Zylinder.
Da das Auslassen von Druckluft aus beiden Bremszylindern während der ersten Stufe des Auslassens dadurch verzögert wird, dass die Luft beider Zylinder durch einen gemeinsamen Kanal ausströmen muss, so wird gemäss der Erfindung die Dauer der zweiten Auslassstufe mit Hilfe einer Vorrichtung verkürzt, welche gestattet, das Ende des Auslassens aus dem zusätzlichen Zylinder zu beschleunigen, indem man diesem letzteren einen Auslass durch den Kanal 4, die Bohrung 5, den Kanal 6, den Hohlraum 7, den Kanal 19, den Hohlraum 20 und den Kanal 21 schafft. Auf diese Weise erleidet die vollständige Auslassperiode eine nur geringe Veränderung.
Während des Bremsens der unbeladenen Fahrzeuge ist der Steuerventilhahn in der in Fig. 2 gezeigten Stellung und der übliche Bremszylinder wirkt in der gewöhnlichen Weise ; dabei wird die Dauer des Anziehens der Bremsen durch die kalibrierte Bohrung 8 geregelt, während der zusätzliche Bremszylinder durch den Hahn ausgeschaltet ist.
Der Auslass der Druckluft aus dem üblichen Bremszylinder wird in der üblichen Weise bewirkt.
Wenn die Vorrichtung gemäss der vorliegenden Zusatzerfindung angewendet wird, so tritt das zusätzliche, im Hauptpatent beschriebene Bremsglied unmittelbar nach der Verschiebung des Bremsgestänges in Wirkung. Der Verbrauch an Druckluft wird so auf ein Mindestmass beschränkt und es ergibt sieh von Anfang an eine allmähliche, sich steigernde Bremskraft sowohl bei beladenen als auch bei leeren Fahrzeugen.
Die Wirkung des zusätzlichen Bremsgliedes kann nach Belieben verändert oder beschränkt werden, u. zw. innerhalb verhältnismässig grosser Grenzen bis zu dem Fall, dass dieses Glied überhaupt nicht vorhanden ist.
Die Verteilungsvorrichtung (Hahn, Schieber, Kolben od. dgl. ) gestattet selbsttätig oder von Hand, mit oder ohne das zusätzliche Glied (Zylinder, Hebel, Gelenkstücke od. dgl. ) die Betätigung in solcher Weise, dass die Erreichung des Bremskraftmaximums (Minimums) in gleichen Zeitabschnitten bewirkt wird, sei es, dass das Fahrzeug leer oder beladen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Steuerventil für Druckluftbremseinrichtungen nach Patent Nr. 111885, dadurch gekennzeichnet, dass von dem zu einem der Bremszylinder führenden Kanal (6) zwei Auslasswege (7, 17, 18 und 7, 19, 20, 21) abzweigen, die nacheinander zur Wirkung kommen, wobei die Einrichtung des Steuerventils eine solche ist, dass dem üblichen Bremszylinder bei der Bremsung eines leeren oder beladenen Fahrzeuges die Druckluft in zwei Stufen zugeführt wird.
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