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Webvel'fal1l'ell.
Bei dem Webverfahren nach Patent 107444 werden von zwei Webketten, deren eine im Winkel in die andere eingeführt ist, beim Kreuzen der Kettfäden zwei hintereinander liegende Fächer gebildet, in welche gleichzeitig oder kurz nacheinander Schussmaterial eingetragen wird. von dem zunächst das des vorderen Faches und nach Fachwechsel das des hinteren Faches angeschlagen wird. Die Fäden beider Kettfärlengruppell sind durch in den Zähnen je eines Fachbildungskammes vorgesehene Löcher geführt. Die Fachbildungskämme bewegen sich auf und ah. Das Anschlagen des Schussmaterials erfolgt durch hin und her gehende Kämme. Das Eintragen des Schussmaterials in das vordere und das hintere Fach kann auf die verschiedenste Weise erfolgen.
In dem Patent 107444 ist beschrieben, dass das hinter den Fachbildungskämmen erfolgende Eintragen des Schussfadens in das hintere Fach von einer feststehenden Schussspule erfolgt. u. zw. mittels eines im offenen Fach senkrecht zu den Kettfäden hin und her bewegten Fadenführers. Der in das hintere Fach eingetragene Schuss- faden verläuft von dem Warenrande zunächst parallel mit den Kettfäden seitlich derselben nach der Kreuzung der Kettfäden und dann hinter derselben im Winkel zu den Kettfäden nach dem Schussführer. Diese schräge Lage des hinteren Schusses zu den Kettfäden ist für die Wirkung des Anschlagkammes schr nachteilig.
Gemäss der Erfindung sollen deshalb seitlich der Kettfäden Vorbringer angebracht werden, die den hinteren Schuss nach dem Eintragen dicht an dem Fadenführer erfassen und nach vorn ziehen. Es ist aber nur dann möglich, den Schussfaden mit seiner ganzen Länge aus der schrägen Lage in die Lage senkrecht zu den Kettfäden zu bringen, wenn der hintere Schussfaden straff gespannt ist. Mit den im Hauptpatent beschriebenen Mitteln lässt sich die Straffspannung des hinteren Schussfadens aber nicht erreichen. Ist der hintere Schussfaden nicht straff genug gespannt, so wird durch die Wirkung des Vorbringers nur erreicht, dass der hintere Schussfaden im Bogen zwischen den Kettfäden liegt.
In diesem Falle wird es sehr häufig eintreten, dass der Anschlagkamm den im Bogen liegenden hinteren Schuss nicht voll erfasst und Teile des Schusses hinter den Anschlagkamm zu liegen kommen. Dieser hinter dem Anschlagkamm liegende Teil des Schusses verhindert heim nächsten Wechsel die Bildung eines reinen Faches. Für ein einwandfreies Arbeiten ist es erforderlich, dass der ganze Schussfaden stets vor den Anschlagkamm zu liegen kommt und möglichst straff gespannt ist. Dies soll gemäss der Erfindung auf einfache Weise dadurch erreicht werden, dass sich die Faehhildungskämme auseinander bewegen und den hinteren Schussfaden zwischen sich durchtreten lassen, während der Schussführer für den hinteren Schuss seinen Weg noch nicht beendet hat.
Durch die Weiterhewegung des Schussführers wird der Schussfaden, der, wie bisher gesagt, vom Warenrand parallel zu den Kettfäden und hinter dem Kreuzungspunkt von diesem schräg nach dem Fadenführer unter Bildung eines Winkels führt, gestreckt. so dass der Schussfaden ausgespannt vom Warenrand schräg zu den Kettfäden verlaufend zum Schussführer führt.
Um auf jeden Fall auch während der Wirkung des Vorbringers den hinteren Schussfaden gespannt zu halten und unter Spannung vor den Anschlagkamm zu bringen, macht der Schussführer während der Tätigkeit des Vorbringers noch eine weitere seitliche Bewegung, so dass der Schussfaden gleichzeitig durch den Schuss-
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führer und den Vorbringer gespannt wird. Unter Umstä1l < len kann man (len Schussführer während der Bewegungen des Vorbringers auch stillstehen lassen und eine besondere Spannvorrichtung, z. B. eine Feder, während der Tätigkeit des Vorbringers wirken lassen.
Auf der Zeichnung ist das Verfahren in den Fig. 1. bis 3 schematisch veranschaulicht.
Die Fig. 4 und 5 veranschaulichen eine weitere Ausführungsform, während die Fig. 6 bis 8 eine Hilfsvorrichtung zur Ausführung des Verfahrens darstellen.
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Zinken je eines Fachbildungskammes 5, 6 geführt und so geordnet sind, dass sie hinter den Fachbildungskämmen a, ss einen Winkel miteinander bilden. Die beiden Faehbildungskämme 5, 6 werden periodisch aufeinander zu und voneinander weg bewegt.
Sind die beiden Fachbildungskämme 5, 6 auseinander gezogen, so ist der von den KeLtfädengruppen 3. 4 gebildete Winkel bis an den Warenrand offen (Fig. 2).'Werden die beiden Fachhildungskämme 5, 6 aufein- ander zu bewegt, so kreuzen sich die Kettfäden 3, 4, wobei der von den Kettfäden 3. 4 ständig gebildete Winkel seinen Scheitel in dem hinter den Fachbildungskämmen 5, 6 liegenden
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stehenden Schussspule 16 aus. Der Fadenführer kann an sich beliebige Gestalt haben, im vorliegenden Falle besteht er aus einer Öse, die durch ein Seil oder eine Kette in einem geschlitzten Rohre 18 a geführt ist.
Während des Eintragens des Schusses 11 durch den Fadenführer 18 verläuft der Schussfaden von dem Warenrande ausserhalb der Kettfäden annähernd zu ihnen parallel nach dem Kreuzungspunkte hinter den Fachbildungskämmen 5, ss und von diesen schräg zu den Kettfäden zu dem Fadenführer 18. Beiderseits der Kettfadenbahn ist hinter dem Rohr 18 a je ein am Ende hakenförmig ausgebildeter Schwinghebel 19 vorgesehen, von denen jeweils der eine, nachdem der Fadenführer J'8 an ihm sich vorbei bewegt hat, eine Schwingbewegung ausführt, dabei hinter der Öse den Schussfaden 11 erfasst und ihn nach dem Warenrand zu in den Bereich des Anschlagkammes 10 bringt.
Würden die beiden Fachbildungskämme 5, 6 sich erst nach dem Stillstand des Schussführers auseinander bewegen und dabei die Kreuzung aufheben, so würde der Schussfaden 11 ganz lose in dem Fach liegen und von dem Hebel 19 nicht straff nach vorn geführt werden, sondern sich nur in Bogenform legen. Aus diesem Grunde sind die Bewegungen der Fachhildungskämme 5. 6 und des Schussführers 18 so eingestellt, dass sich die Fachbildungskämme auseinander bewegen, während sich der Schussführer 18 noch in Bewegung befindet.
Der Schuss-
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bewegung des Fadenführers 18 wird zunächst der bisher an dem Kreuzungspunkt gebildete Winkel (Fig. 1) aufgehoben und der Schuss 11 gespannt, so dass er von dem Warenrande in gerader Linie, aber schräg zu den Kettfäden nach dem Fadenführer verläuft (Fig. 2). Um auch bei der Vorwärtsbewegung des Vorbringers 19 den Schussfaden 11 dauernd weiter gespannt zu halten, bewegt sich der Schussführer 18, auch nachdem der Hebel 19 den Schussfaden erfasst hat, weiter, bis der Vorbringer 19 seine Endstellung erreicht hat und den Faden in den Bereich des Anschlagkammes gebracht hat (Fig. 3). Der Anschlagkamm 10 trifft dann auf den straffgespannten Faden, so dass ein einwandfreies Anschlagen stattfindet.
Unter Umständen könnte, wenn eine Weiterbewegung des Schllssführers 18 nach dem Erfassen des Schussfadens durch den Vorbringer 19 nicht erwünscht oder möglich ist, eine besondere
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zur Wirkung gebracht werden. Das Auseinanderführen der Fachbildungskämme 5, 6 kann erfolgen, während sich der Fadenführer 18 noch im Fache befindet (Fig. 1 bis 3) oder auch erst, wenn er das Fach bereits durchlaufen hat (Fig. 4,5). Je später das Auseinanderführen der Fachbildungskämme a, ss stattfindet, um so grösser ist der Weg, den der Schussführer
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Kettfäden hindurch nach unten gedrückt wird und die nächstfolgende reine Fachbildung verhindert.
Der Schussfaden 11 übt, wie ohne weiteres verständlich sein wird. solange er auf seinem Wege vom Warenrand zum Fadenführer im Winkel liegt, auf die äusseren Kettfäden an dem Kreuzungspunkt eine nicht unbeträchtliche Spannung aus, die Anlass zum Reissen des Schussfadens 11 oder der äusseren Kettfäden geben könnte. Um das zu vermeiden, sind an den Enden der Fachbildungskämme 5, 6 Schutzbleche 20 angeordnet. Die einander zugekehrten Kanten der auf einer Seite gelegenen Schutzbleche des Fachbildungskammes 5 und
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Fachbildungskämmen nach den Kettbäumen führenden Kettfäden 3,4 verlaufen, wenn diese gekreuzt sind.
Die Kanten dieser Schutzbleche stehen aber etwas weiter zurück nach dem Warenrande zu als die Kettfäden. so dass sich, wenn die Kettfäden 3. 4 gekreuzt sind, der
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der Kreuzungspunkt der Kanten der Schutzbleche mit dem Kreuzungspunkt der Kettfäden immer mehr nach den Fachbildungskämmen 5, 6 zu. Dabei gleitet der Schussfaden J'j ! an den glatten Kanten der Schutzblcebe entlang. bis sich die Schutzbleche vollkommen voneinander entfernt haben. Da der Kreuzungspunkt der Bleche später aufgehoben wird als der Kreuzungs- punkt der Kettfäden, so kann der Schussfaden 11 glatt und unbehindert nach vorn springen.
Er kommt dabei mit den Kettfäden nicht in Berührung. Die Schutzbleche 20 sind an den Fachbildungskämmen a, C verstellbar, so dass der Zeitpunkt des Einspringens des Schussfadens je nach den Verhältnissen, insbesondere mit Rücksicht darauf, zu welchem Zeitpunkte
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stattfindet, geändert werden kann. An Stelle der Schutzbleche könnten natürlich auch ein- fache Drähte oder entsprechend andere Vorrichtungen angeordnet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Webverfahren nach Patent 107144, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn der Schuss in das hintere Fach durch einen Fadenführer von einer feststehenden Schussspule aus eingetragen wird, der eine von zwei, rechts und links der Kettfädengruppen angeordneten Hebeln, nachdem der Fadenführer beim Austritt aus das Fach an ihm vorbeigeeilt ist, den Schussfaden hinter dem Fadenführer erfasst und nach vorn in den Bereich des Anschlagkammes führt.