AT114091B - Doppelte Kreuzweiche. - Google Patents

Doppelte Kreuzweiche.

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AT114091B
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Rudolf Dr Ing Vogel
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  Doppelte Kreuzweiche. 



   Bei den bisher   gebräuchlichsten   Kreuzungsweichen sind die   Zungenvorriehtungen   innerhalb des Kreuzungsvierecks angeordnet. Bei Vollbahnen beträgt das Neigungsverhältnis der Kreuzungsweichen, welche von geschlossenen Zügen befahren werden, 1 : 8 bis 1 : 10 mit Halbmessern von etwa 180-250 m. 



  Die zunehmende Geschwindigkeit hat das Bedürfnis nach noch grösseren Halbmessern der Kreuzungsweichen hervorgerufen. Bei Erhaltung der bisherigen Bauweise ist das nur durch gleichzeitige weitere Verflachung des Neigungswinkels zu erzielen. Nun hat sich aber herausgestellt, dass schon bei der Neigung 1 : 10 die führungslosen   Lücken   in den Doppelherzstücken so anwachsen, dass ein Abirren der Räder in die falschen Rillen   möglich   wird, also eine Betriebsgefahr entsteht. Das verbietet nicht nur eine weitere Verflachung, sondern verlangt sogar eine   Versteilung   des   Kreuzungswinkeis   auf die Neigung von etwa 1 : 9 und damit eine gleichzeitige Verringerung des Halbmessers bei Erhaltung der bisherigen Bauart. 



  In neuerer Zeit ist der Vorschlag aufgetaucht, eine Vergrösserung des Halbmessers bei gleichzeitiger Versteilung des Kreuzungswinkels dadurch zu erzielen, dass die Zungenvorrichtungen ausserhalb des Kreuzungviereck angeordnet werden. Diese Bauart hat aber bei Weichen mit grossem Halbmesser, welche in der Regel an die Abzweigstellen der   Weichenstrassen   zu liegen kommen, den Nachteil, dass sie bei einer grossen Zahl von Gleisverbindungen, namentlich doppelten Gleisverbindungen, Gleisabstände bedingt, welche nur in den seltensten Fällen zur Verfügung stehen oder nur durch Inkaufnahme anderer grosser Mängel vorgesehen werden können.

   Es kommt hinzu, dass der grosse Halbmesser bis auf ganz seltene Ausnahmen nur in einem Strang benötigt wird, dass also die hohen Kosten einer Kreuzungsweiche mit beiderseits grossen Halbmessern praktisch nicht ausgenutzt werden können. 



   Durch den Erfindungsgedanken werden die geschilderten Mängel auf folgende Weise behoben. 



  Es wird nur ein Strang mit dem grösseren Halbmesser R versehen und dessen Zungenvorrichtungen Z ausserhalb des Kreuzungsvierecks angeordnet. Der andere Strang erhält den dem Neigungsverhältnis bisher entsprechenden Halbmesser   r und Zungenvorrichtungen z, welche innerhalb   des Kreuzungsvierecks angeordnet sind. Die   Zungenvorrichtungen z   können allerdings mit Rücksicht auf den andern Strang nicht so flach ausgezogen werden, als bei den Kreuzungsweichen symmetrischer Bauart mit innerhalb des Kreuzungsvierecks angeordneten Zungenvorrichtungen. Durch geschickte Bogenführung des flach gekrümmten Stranges ist es indes   möglich.   Zungenlängen z zu erhalten, die noch eine sehr hohe Betriebssicherheit bieten.

   Das ist einmal gemäss Fig. 1 durch die Wahl des Halbmessers R, das andere   : \1al   gemäss Fig. 2 durch Korbbögen mit   mehrfachem   Krümmungswechsel für den flach gekrümmten Zweigstrang zu erzielen. Zum besseren Verständnis sei für letzteren Fall ein Beispiel angeführt :
Bei dem Neigungsverhältnis 1 :

   9 der Kreuzungsweiche gibt man dem stark gekrümmten Zweigstrang einen Halbmesser von r = 180-190 m, dem flach gekrümmten Zweigstrang in der Zungenvorrichtung den Halbmesser von Ri = 400-430 m,   schliesst   daran, durch die   Herzstückgruppe hindurch-   führend, einen flacher gekrümmten Bogen mit etwa   R2   = 600-1000 m Halbmesser und hieran (etwa in Bogenmitte) einen Halbmesser Ra = 300-400 m, woran sich dann wieder nach der andern Seite die Halbmesser   R2   und   Rl   anschliessen. Die korbbogenartige Ausbildung des flachgekrümmten Zweigstranges bietet zwar nicht die gleiche Stetigkeit beim Befahren wie der gleichmässig durchgehende Bogen. 



  Er ist letzterem aber doch dadurch überlegen, dass er bei gleicher   Weichenlänge,   welche durch die erforderlichen Gleisverbindungen festgelegt ist, kleinere Anfallwinkel in den Zungenvorrichtungen Z und auch in den Zungenvorrichtungen z gestattet. Diesen erheblichen Vorteilen gegenüber tritt der Nachteil der 

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 geringen Unstetigkeit beim Befahren   zurück.   Für die Stetigkeit des Befahren ist es in erster Linie von Wichtigkeit, die   Bogenführung   an sich zu erhalten, damit die Fahrzeuge stets in der Bogenstellung verbleiben. Das wurde beispielsweise nicht der Fall sein, wenn der flache Teil des Korbbogens (Halbmesser 600-1000) durch eine Gerade ersetzt würde, was aber an sich möglich ist. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Doppelte Kreuzungsweiche, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Zweigstrang für das Befahren mit Zügen hoher Geschwindigkeiten mit grossem Halbmesser versehen und die zugehörigen Zungenvorrichtungen ausserhalb des   Kreuzungsvìerecks   angeordnet sind, wogegen die andere Abzweigung für Rangierfahrten kleineren Halbmesser und innerhalb des Kreuzungsvierecks liegende Zungenvorrichtungen erhält.

Claims (1)

  1. 2. Doppelte Kreuzungsweiche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der flachgekrümmte Zweigstrang zur Erzielung flacherer Anfallwinkel in allen Zungenvorrichtungen aus einem Korbbogen mit mehrfachem Krümmungswechsel gebildet oder aus gekrümmten und geraden Gleisstücken zusammengesetzt ist. EMI2.1
AT114091D 1928-01-28 1928-07-11 Doppelte Kreuzweiche. AT114091B (de)

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