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Verfahren und Maschine zur Herstellung spitzenloser Elektronenröhren.
Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung spitzenloser Glühlampen durch Ansetzen des Pumpstengels im Inneren des Füsschenrohres bekanntgeworden, die sämtlich von den speziellen Voraussetzungen der Glühlampentechnik ausgehen und deshalb für Elektronenrohren zunächst unverwendbar sind.
Der glastechnisch wichtigste Unterschied zwischen einer Glühlampe und einer Glühkathodenröhre (Elektronenröhre) ist die verschiedene Anzahl von Leitungsdurchführungen und die dadurch be-
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der beiden Zuführungsdrähte (1, 2,.'J) so gross, dass es zwecknässig ist, das in der Quetschstelle befindliche Ende des Pumpstengels (6) vor dem Ausblasen der Öffnung (5) zu einer runden, relativ grossen, dünnwandigen Kammer (4) aufzublasen, wie dies z. B. in den österreichischen Patenten Nr. 92269 und 93754 beschrieben ist. Bei einem Glühkathodenröhrenfüsschen wäre dieses Verfahren ganz falsch, denn ein solches weist mindestens vier, in der Regel aber sechs bis acht Einschmelzungen auf.
Für eine kammerartige Erweiterung des Pumpstengels ist daher kein oder nur ein ganz geringer Raum vorhanden. Bläst man die Kammer trotzdem so weit auf wie bei einer Glühlampe, so treten verschiedene Übelstände auf, je nachdem, ob die einzuschmelzenden Drähte mehr oder weniger fixiert sind. Wenn die Drähte steif sind und nicht zur Seite ausweichen können, so ragen sie in den Hohlraum und schaffen entlang des Kupferdrahtes. 3 einen Sickerweg für die Luft unter Umgehung der Platineinsehmelzung 2.
Siehe Fig. 2. Sind die Drähte aber nicht starr, so werden sie von dem fliessenden Glas mitgenommen und verursachen Kurzschlüsse wie in Fig. 3 dargestellt.
Bei der Herstellung von Glühlampenfüsschen ist es technisch richtig, das Auftreiben der Ausblasekammer bei rotierendem Füsschen vorzunehmen, denn entsprechend dem österreichischen Patent 93754 hat die Ausblasekammer nahezu den Durchmesser des Füsschenrohrès und bildet einen rotationssymmetrischen Glaskörper, der nahezu nach allen Richtungen die gleiche Ausdehnung besitzt und infolgedessen beim Rotieren vor der Flamme an seiner ganzen Oberfläche annähernd die gleiche Temperatur erhält. Wie oben auseinandergesetzt, kann eine derartig grosse Ausblasekammer bei Radioröhrenfüssehen infolge der zahlreichen Einschmelzungen nicht verwendet werden.
. Zur Vermeidung dieser Übelstände muss erfindungsgemäss die Erweiterung des Pumpstengels bei der Einschmelzstelle möglichst klein gehalten werden, ohne dass dadurch Spannungen im Glase hervorgerufen werden. Dies wird durch möglichst punktförmige Erhitzung der Mitte des Füsschens mittels einer Loehflamme"erreicht, d. h. einer Flamme mit scharfer Spitze, ähnlich eingestellt wie die seinerzeit zum "Lochen" der Ballons verwendeten Brenner.
Erhitzt man vor dem Ausblasen entsprechend den bisher bekannten Methoden bei rotierendem Füsschen im Kreuzfeuer, so werden die seitlichen Partien der Quetschstelle unverhältnismässig mehr erhitzt als die Mitte. Treibt man die Erhitzung so weit, als es zur Erzielung einer kleinen Ausblasekammer erforderlich ist, so schmelzen die Randpartien bereits. Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird das "Ausblasen" bei ruhendem Füsschen vorgenommen. Gegen die Mitte der Flachseite der Quetschstelle, nahe dem verschmolzenen Ende des Pumpstengels, wird eine Lochflamme gerichtet. Diese Stelle wird dadurch hinreichend dünnflüssig, dass ein relativ geringer Luftdruck, der dem offenen Ende des Pumpstengels zugeführt wird, zum Ausblasen genügt.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, auch die entgegengesetzte Flaehseite der Quetschstelle zu erwärmen, um jede Unsymmetrie, die Spannungen verursachen könnte, zu beseitigen. Die Erwärmung der entgegengesetzten Seite kann entweder durch eine ganz gleiche Lochflamme erfolgen, so dass es dem Zufall überlassen bleibt, auf welcher Seite der
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Durchbruch erfolgt ; oder es kann die Rückseite der Quetschstelle von einer Brauseilamire bespült werden, die Erhitzung also nur auf der einen Seite punktförmig sein. Das Ergebnis dieses Verfahrens istein Füsschen mit relativ zu seinem Durchmesser geringer Kammergrösse entsprechend der Fig. 4 (4).
Einen Fortschritt gegenüber dem bisher üblichen Verfahren gestattet bereits die in Fig. 5 dargestellte Maschine, bei der in Position 3 und 4 das Füsschen vor je einem Kreuzfeuer rotiert, während die Operation des Ausblasen in der Position 5 bei ruhendem Füsschen unter Einwirkung von einer oder zwei Lochfammen erfolgt. Immerhin erscheint auch diese Lösung noch nicht befriedigend, da im allgemeinen nach Ausklinkung des Zahnradeingriffes beim Übergeben von der Position 4 auf die Position 5 das Füsschen in einer willkürlichen Stellung stehen bleibt und zum Zwecke der Ausblasung erst gegen- über den Lochflammen 10 orientiert werden muss. Es ist daher bedeutend vorteilhafter auf die Rotation der Füsschen überhaupt zu verzichten, wie dies in Fig. 6 dargestellt ist.
Die Kreuzstrahlgebläse 9 in Position 4 dieser Maschine müssen daher auf einen viel grösseren Winkel verteilt werden, um eine allseitig gleichmässige Erwärmung der Quetschstelle zu gewährleisten. Durch den Fortfall der Rotation ergibt sich eine viel einfachere Konstruktion der Maschine, wodurch der Übergang zur Vollautomatik bedeutend erleichtert wird.
In folgendem soll der Arbeitsvorgang mit der Maschine, Fig. 6, kurz beschrieben werden :
In Position 1 wird eingelegt, d. h. die gelöteten Drähte, das Tellerrohr und der Pumpstengel werden in Haltevorrichtungen gesteckt, die sie in der richtigen gegenseitigen Lage fixieren. In Position 3 wird das Füsschen durch einen doppelseitigen Brenner 8 vorgewärmt. Die Vorwärmflamme könnte unter Umständen auch einfach sein. In der Position 4 wird in dem Kreuzfeuer 9, das das Füsschen allseits gleichmässig umspült, fertig erhitzt und durch Heben der Zangenbacken gequetscht. Zweckmässig richtet man die Auslösung der Zangenbacken so ein, dass sie selbsttätig durch Auflaufen auf einem Nocke erfolgt. Die Position 5, die für die Kennzeichnung des beschriebenen Verfahrens wesentlich ist, dient zur Lochung.
Das Füsschen kehrt der Lochflamme 10 die Breitseite der Quetschstelle zu. Dies ist dadurch erreicht, dass die Bewegung der Zangenbacken bei der Quetschung in radialer Richtung (bezogen auf die Rotation der Hauptachse) erfolgt. Gegenüber der Lochflamme 10 ist eine Brauseflamme 11 dargestellt, die zur gleichförmigen Abkühlung der Quetschstelle dient. Man kann jedoch auch der Lochflamme 10 gegenüber eine zweite, z. B. weniger scharf eingestellte Lochflamme verwenden.
Ein besonderer Vorteil, der sich bei der Anwendung der Maschine, Fig. 6, ergibt, liegt in der Spannungslosigkeit der erzeugten Füsschen, die darauf zurückgeht, dass in dem Kreuzfeuer, Position 4, die Randpartien der Quetschstelle wesentlich stärker erhitzt werden, als die Mitte, während in Position 5 das Umgekehrte eintritt, somit allen Teilen ungefähr gleiche Wärmemengen zugeführt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung spitzenloser Elektronenröhren, die mit zahlreichen elektrischen Durchführungsn versehen sein müssen, unter Verwendung von mit Pumpstengeln versehenen Füsschen, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausblasekammer 4 geringe Abmessungen gegenüber dem Gesamtdurchmesser des Füsschenrohres aufweist.
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