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Zur Bearbeitung und Ausbesserung von Kesseln, insbesondere von Lokomotivkesseln, verwendet man Arbeits-, insbesondere Bohrspindeln tragende Ständer, die um den Kessel herum auf Betten verschiebber angeordnet sind, so dass die Arbeitsspindeln stets eine feste Führung hiben und an jede zu bearbeitende Kesselstelle von aussen herangebracht werden können.
Mit diesen Einrichtungen ist wohl die Vornahme von Bohr-, Aufreib- und Gewindeschneidarbeiten in unmittelbar aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen möglieh, doch muss das Stechen der Stehbolzenköpfe, das Verstemmen der Nieten und der Nähte mittels weiterer Hilfseinrichtnngm, z. B. Presslufthämmer oder Einrichtungen zum geräuschlosen Stauchen und Verstammen unter Unlagevung des Kessels und Ab- und Antransport der Bearbeitungseinrichtungen vorgenommen werden.
Um unter Vermeidung dieser Nachteile der bekannten Einrichtung die Ausführung sämtlicher Arbeiten, wie Bohren, Aufreiben, Gewindeschneiden, aber auch Nieten, Verstenmen usw. durch Aufsetzen von Werkzeugen auf die Spindeln ein und derselben Einrichtung ohne Umlagerung des Kessels oder Transport der Bearbeitungseinriehtungen in unmittelbarer Aufeinanderfolge zu ermöglichen, werden der Erfindung gemäss innerhalb des Raumes, der vondenzurAussenbearbeitung bestimmten Arbeitsständern umschlossen ist, besondere verschiebbare und drehbare Arbeitsständer angeordnet, so dass der Kessel gleichzeitig von beiden Seiten bearbeitet werden kann und bei Arbeiten, wie Veruieten oder Verstemmen die einander gegenüberliegenden Arbeitsspindeln gegenseitig als Widerlager dienen.
Durch die ausführung aller in Betracht kommenden Arbeiten mittels ein und derselben Einrichtung ergibt sich eine bedeutende Ersparnis an Zeit und Kostenaufwand. Überdies wird die Fertigstellung eines Kessels durch die Möglichkeit, ihn gleichzeitig von aussen und innen, sowie an verschiedenen Stellen zu bearbeiten, erheblich beschleunigt. Die innen angeordneten Ständer ragen in die Feuerbüchse. Sie können um 3600 drehb : u, sowie in der Längs- und Querrichtung verstellbar sein und werden gewöhnlich mit je zwei Drehspindeln ausgerüstet, um leicht an die Stehbolzen in den Ecken herankommen zu können.
Durch das Aufsetzen von Werkzeugen auf die Spindeln wird ein einwandfreies Bohren, Aufreiben, Gewindeschneiden, Einziehen, Abfräsen und geräuschloses Stauchen der Stehbolzen, ein Walzen und Bördeln der Heizrohre, ein geräuschloses Anwalzen und Verstemmen der Nietköpfe und Nähte erzielt.
Zur Aufnahme einer oder mehrerer vershiebbarer Spindeln zum Abbohren der Deckenstehbolzen kann ein die beiden seitlichen Arbeitsständer verbindender Querbalken vorgesehen werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach der Erfindung in Fig. l und 2 im Aufriss und im Grundriss dargestellt.
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weggezogen werden. Auf jedem Ständer b ist ein Schlitten e auf und ab bewegbar, der dieArbeitsspindel 1 trägt. Die Spindeln 1 sind mit ihren Schlitten um lotrechte Achsen schwenkbar, sie können aber auch um wagreehte Achsen geschwenkt werden und sind ferner so gebaut und angetrieben, dass mit ihnen unter Einsetzen der entsprechenden Werkzeuge Löcher gebohrt und aufgeneben, Gewinde geschnitten, Stehbolzen eingezogen, gefräst, gestaucht, Rohre gebördelt und eingewalzt, Nieten und Nähte verstemmt werden können.
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In der Mitte des Arbeitsstandes ist auf einem Bett ein mit zwei Arbeitsspindeln f1 ausgerüsteter, kleinerer Arbeitsständer c angeordnet, der in das Innere des Stehkessels reicht. Die Arbeitsspindeln 11 sind ebenso eingerichtet, wie diejenigen der äusseren Ständer. Sie können gleichfalls um eine lotrechte und eine wagrechte Achse, d. h. also auch in einer lotrechten Ebene, geschwenkt werden und ermöglichen unter Einsatz der entsprechenden Werkzeuge die verschiedenen notwendigen Arbeiten, wie Bohren, Aufreiben, Gewindeschneiden, Fräsen, Stauchen usw. Die Beweglichkeit der Bohrspindeln bzw. ihre Schwenkbarkeit in einer wagrechten Ebene, d. h. also um eine lotrechte Achse, wird durch entsprechende Verschiebung bzw. Verschwenkung der die Spindeln tragenden Schlitten bewirkt.
Die Anordnung von zwei Arbeitsspindeln 11 ermöglicht ein leichtes Herankommen an die Löcher oder Stehbolzen in den Ecken der Feuerbüchsen. Beim Stauchen der Nietköpfe dienen die äusseren Arbeitsspindeln 1 und die innen liegenden 11 wechselweise als Gegenhalter. Ein Querbalken g trägt eine verschiebbare Spindel h, insbesondere für das Abbohren der Deckenanker und dient zugleich zur Versteifung der beiden Ständer b1 und b2.
Durch die Erfindung wird die Herstellungszeit der Kessel bedeutend herabgesetzt und die Genauigkeit, die unbedingt von den Stehbolzen-, Deckenstehbolzen-und Rohrarbeiten verlangt werden muss, wesentlich verbessert. Ausserdem gewährt sie den Vorteil der Unabhängigkeit von Sonderarbeitern.
Alle Kran-und Transportarbeiten entfallen, da die ganze Bearbeitung vollendet werden kann, ohne den Kessel von der Stelle zu rücken oder zu drehen.