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Vorrichtung zum Pressen bzw. Trocknen von Wickeln bei der Herstellung von
Zigarren und Zigarillos.
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rollen mittels Maschine, so muss der Wickel ungefähr einen Tag unter Pressung in genannten Holzformen liegen. Der Grund hiefÜr liegt darin, dass der Wickel vollkommen durchgetrocknet sein muss, um mit bisher bekannten mechanischen Anordnungen selbsttätig aus der Holzform gefördert werden zu können.
Dieses starke Trocknen des Wickels hat jedoch einen schädlichen Einfluss auf die Qualität der Ware.
Die Erfindung bezweckt nun ein Verfahren und eine Vorrichtung zum schnellen Pressen und Trocknen des Wickels, derart, dass ein Überrollen in der Maschine unmittelbar nach der Wickelherstellung stattfinden kann, wobei die Vorrichtungen so ausgebildet sind, dass der gepresste Wickel zwecks Entfernung aus der Form nur ein sehr leichtes Trocknen benötigt.
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, dass der Wickel zuerst in eine Form gelegt wird, welche nur dessen eine Seite umgibt, und darnach selbsttätig zu einer anderen Form geführt wird, welche dessen andere Seite umschliesst. Durch die hiedurch erfolgte abwechselnde Freilegung der Seiten des Wickels, die somit direkt der umgebenden Luft ausgesetzt werden, wird die Trocknung erleichtert und beschleunigt. Die Überführung des Wickels von einer Form zur andern mit abwechselnd freigelegter
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Trocknungsgrade. Der in die Form gelegte Wickel kann ferner, ehe er zur andern Form geleitet wird, einer oder mehrerer. Pressungen von der freien Seite unterzogen werden.
Nach der Erfindung werden auch die Formen und Pressorgan für die Wickel gereinigt, so dass der Wickel, wenn er in einen Formenraum hineintritt bzw. von einem Presskolben beeinflusst wird, immer mit Flächen in Berührung kommt, von welchen die dem vorher gepressten Wickel herrührende Feuchtigkeit entfernt worden ist.
Diese Reinigungsorgane werden durch den Gang der Maschine selbsttätig getrieben.
Auf den beigefügten Zeichnungen ist beispielsweise eine Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung veranschaulicht.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht und Fig. 2 eine Draufsicht, Fig. 3 und 4 sind Querschnitte durch zwei zusammenarbeitende Formenzylinder, Fig. 5 und 6 zeigen Einzelheiten einer Pressvorrichtung, Fig. 7 bis 10 zeigen Einzelheiten der Treibvorrichtungen für die Reinigungsorgane.
In der gezeigten Ausführungsform bezeichnet 1 das Gestell der Maschine, auf welchem zwei Lagerblöcke 2 und 3 befestigt sind, welche mit Lagern für Wellen 4 und 5 versehen sind. Diese Wellen 4 und 5 sind durch eine in dem Lagerblock 2 gelagerte Zwischenwelle 80 und konische Zahngetriebe gekuppelt, so dass sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit drehen. Auf den erwähnten Wellen 4 und 5 sind zwei Zylinder 6und7 drehbar gelagert, die auf ihrem Umfang mit ingleiehem Abstand voneinander angebrachten Nuten oder Aussparungen 8 versehen sind. Die beiden Zylinder sind mit der gleichen Anzahl Aussparungen versehen und jede Aussparung entspricht hinsichtlich ihrer Form und Grösse dem herzustellenden Wickel.
Im Boden der Aussparung 8 sind durchgehende Löcher 9 angeordnet, durch die die unten beschriebene Vorrichtung greift, um den Wickel aus der Aussparung 8 zu entfernen.
Der Lagerblock 2 bildet auch zwei Führungen 10 und 11 für hin-und herbewegliche Schieber l' ?, die an den Enden als Presskolben 13 ausgebildet sind und mit den Aussparungen 8 in den betreffenden Zylindern 6 und 7 zusammenwirken. Die Schiebeführung 10 für den mit dem Zylinder 6 zusammenwirkenden Schieber 12 ist hiebei in der Verlängerung einer zwischen den Achsen der Wellen 4 und 5 gedachten geraden Linie angebracht, während die Führung 11 des mit dem anderen Zylinder 7 zusammenwirkenden Schiebers 12 rechtwinklig zu der erwähnten Linie liegt.
Die Presskolben 13 sind an ihren freien Enden mit einer Nut oder Aussparung 14, die den Aussparungen 8 der Zylinder 6 und 7 entspricht, versehen, so dass, wenn der Presskolben in eine Aussparung 8 eingetreten ist, ein (von den beiden Enden und den durchgehenden Löchern 9 abgesehen) vollkommen geschlossener Raum gebildet wird, der betreffs seiner Form und Grösse mit dem herzustellenden Wickel genau übereinstimmt. Die Bewegung der mit den Presskolben 13 versehenen Schieber 12 wird durch im Lagerblock 2 drehbar angebrachte Hebel 15, (Fig. 2,4 und 6) herbeigeführt.
Diese Hebel 15 erhalten eine hin-und hergehende Schwenkbewegung durch eine Zugstange 16, einen damit verbundenen Bügel 17 und eine auf einem Zapfen 18 des Bügels angebrachte Rolle 19, welch letztere in einer Nut einer auf der Welle 4 bzw. 5 befestigten Kurvenscheibe 20 läuft.
Mit dem Bügel 17 fest verbundene Arme 21 erstrecken sich in axialer Richtung in die Zylinder 6 und 7 hinein und sind mit Ausstossstiften 40 versehen, die in die Löcher 9 im Boden der Aussparungen 8 in den
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ist. Auf der Welle 4 ist ein Hebel 22, 23, 42 drehbar angeordnet, auf dessen Arm 22 ein Zapfen 24 befestigt ist. Auf diesem ist ein Sperrhaken 25, der in die Aussparungen 8 eingreift, drehbar gelagert. Auf dem Zapfen 24 ist auch eine Zugstange 26 gelagert, die mit einem Bügel 27 verbunden ist, der durch eine Rolle (nicht dargestellt) mit einer Führungsnut einer auf der Welle 5 befestigten Kurvenscheibe 28 zusammenwirkt, so dass der Zylinder 6 bei der Drehung der Welle 5 absatzweise entsprechend der Aussparungteilung gedreht wird. Auf dem Arm 42 ist ein Hebel 43, 44, 45 drehbar gelagert.
Der Hebelarm 4. 3 besitzt eine Rolle (nicht dargestellt), die in einer Nut der auf der Welle 4 befestigten Kurvenscheibe 46 läuft.
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Armes 22 befestigt ist. Auf dem Zapfen 24 sind auch zwei Arme 49 befestigt, in denen eine Bürste 50 drehbar gelagert ist. Die Länge der Arme49 und des Sperrhakens 25 ist derart bemessen, dass sie jein eine der Aussparungen 8 eingreifen. Auf der Welle 5 ist ein Doppelhebel 29,30 drehbar gelagert. Auf dem Arm 29 dieses Hebels ist ein Zapfen 31 gelagert. Der Zapfen 31 besitzt Arme 49 (mit Bürste 50) und Sperrhaken 25 in derselben Weise wie der Zapfen 24.
Auf dem Zapfen 31 befindet sich ein Arm 90, der durch eine Zugstange 91 mit dem Arm 44 drehbar verbunden ist, so dass hiedurch die Bürste 50 und der Sperrhaken 25 des Zapfens. 31 die gleiche schwenkende Bewegung wie die entsprechenden Teile des Zapfens 24 erhalten. Der Arm 2. 3 (Fig. l und 3) ist durch die Zugstange. 3. 3 mit dem auf der Welle 5 sitzenden Arm'30, der von gleicher Länge wie der Arm 23 ist, verbunden, so dass bei der oben erwähnten unterbrochenen Drehung des Zylinders 6 in der Richtung des Pfeiles 34, der Zylinder 7 in eine genau gleiche unterbrochene Drehbewegung in der Richtung des Pfeiles 35 versetzt wird.
Die Nuten der Kurvenscheibe 20 und 28 sind derart ausgebildet, dass die Drehung der Zylinder 6 und 7 erfolgt, wenn die Presskolben 1, 3 sich in ihrer hinteren Lage, in der sie die Zylinder nicht berühren, befinden.
Die Nut in der Kurvenscheibe 46 ist ferner derart ausgebildet, dass der Sperrhaken 25 und die Bürste 50 ausser Eingriff mit den betreffenden Aussparungen 8 kommen, nachdem der Kolben 13 in die Aussparung 8 eingetreten ist, und in dieser Lage verbleiben, bis die Arme 22 und 29 zurückgeschwenkt werden und hiebei der Sperrhaken und die Bürste durch die Kurvenscheibe 46 in Eingriffslage zurück- bewegt werden.
Dadurch, dass die Zylinder 6 und 7 gleich gross und die Teilungen für die Nuten 8 dieselben sind und die Zylinder sich mit derselben Geschwindigkeit drehen, kommt selbstverständlich bei jeder Umdrehung der Zylinder eine Nut 8 des einen Zylinders stets gerade vor eine Nut 8 des andern
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weiteren so angeordnet, dass, wenn die unterbrochene Drehungsbewegung der Zylinder vollführt worden ist, die Presskolben mit den Nuten 8 der Zylinder in Eingriff sind und die Zylinder sperren, so dass die-
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2 und. 3 sind Messer 36 und 37 angebracht, welche gegen Endflächen des Zylinders 6 anliegen und bei Umdrehung des Zylinders diejenigen Teile des Wickels abschneiden, die über die Enden des Zylinders hinausragen.
Die Wirkungsweise der Maschine ist die folgende :
Die Wickel werden mit der Hand in die Nuten oder Fächer 8 im Zylinder 6 bei 38 eingelegt.
Die Wickel werden bei der unterbrochenen Umdrehung des Zylinders 6 an den Messern 36 und 37 vorbeigeführt und werden dabei in die richtige Länge abgeschnitten. Durch den Presskolben 13 erhält der Wickel seine erste Pressung. Wenn der Presskolben seine hintere Lage nach dem Pressen eingenommen hat, liegt der Wickel zwecks Trocknens zur Hälfte frei. Diese Trockenperiode dauert so lange an, bis der Zylinder 6 unter absatzweise unterbrochener Umdrehung den Wickel mitten vor die Ausstossstifte 40 geführt hat, die während des Pressens des Kolbens den Wickel in den andern Zylinder 7 überführen.
Hier wird die entgegengesetzte Seite des Wickels zum zweiten Male gepresst und getrocknet, bis der Wickel mit diesem Zylinder während dessen unterbrochener Umdrehung zu den Ausstossstiften gelangt ist, die den Wickel aus der Nut heben, so dass der Wickel von dort aus durch eine zweckmässige Anordnung zwecks weiterer Verarbeitung weitergeführt werden kann. Durch diese Anordnung, abwechselnd erst die eine Seite zu pressen und dann diese Seite zwecks Trocknens freizulegen und dann die andere Seite zu pressen bzw. freizulegen, ist der Vorteil erreicht, dass die für das Trocknen des Wickels erforderliche Zeit nur einen geringen Teil derjenigen Zeit ausmacht, die bisher zum Trocknen des Wickels erforderlich war, wenn der-
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gleitbar gelagert.
Der Schlitten besitzt Arme 62 und 63, die an den Enden mit Bürsten 64 versehen sind, die gegenüber den Kolben 13 liegen, wenn die letzteren sich in ihren hinteren Lagen befinden (Fig. 1 und 2).
Der Schlitten 61 ist durch eine Zugstange 65 mit einem Hebel 66 verbunden, der in dem Teil 67 des Lagerblockes 2 gelagert ist.
Durch eine am Hebel 66 angebrachte Rolle, die in einer Nut der auf der Welle 80 sitzenden Kurvenscheibe 68 läuft, erhält der Schlitten und damit die an den Armen 62 und 63 befestigten Bürsten 64, eine Hin-und Herbewegung, u. zw. derart, dass die Bürsten über die Arbeitsflächen (Innenseiten) der Kolben
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sich bewegen und diese dadurch reinigen. Dies geschieht, wenn die Kolben sich in ihrer hinteren Lage befinden.
Auf der Zwischenwelle 80 ist eine Riemenscheibe 81 befestigt, die mittels eines Riemens ihre Drehungsbewegung auf eine Riemenscheibe 82 überträgt. Die Riemenscheibe 82 sitzt auf einer im Lagerblock 84 gelagerten Welle 83. Jedes Ende der Welle 83 setzt sich in eine gebogene und biegsame Welle ? fort ; auf diesen Wellen 85 sind die beiden Bürsten 50 befestigt (Fig. 2,8), so dass diese bei der Drehung der Welle 83 in den betreffenden Aussparungen 8 umlaufen und sie reinigen.
Die Tabakfeuchtigkeit, die in der Aussparung 14 der Kolben und in den Aussparungen 8 der Zylinder zurückbleibt, wird also von den beschriebenen Bürsten 64 und 50 vollständig entfernt.
Die Bürsten können selbstverständlich durch andere zweckmässige Reinigungsorgane ersetzt werden.
Es ist einleuchtend, dass, falls gewünscht, der von dem letzteren Zylinder 7 abgelieferte Wickel in einen dritten Formzylinder usw. geführt werden kann, wo der Wickel einer weiteren Pressung und Trocknung ausgesetzt wird, ehe er endgültig zwecks weiterer Bearbeitung abgeliefert wird. Weiter kann, falls dies für zweckmässig befunden wird, jeder Zylinder mit zwei oder mehreren mit demselben zusammen- wirkenden Presskolben versehen werden, so dass jeder Wickel von der freien Seite aus mehrere Male gepresst wird, ehe er dem nachfolgenden Zylinder zugeführt wird, wo derselbe auf das Neue mehrmals von der entgegengesetzten Seite aus gepresst wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Pressen bzw. Trocknen von Wickeln bei der Herstellung von Zigarren und Zigarillos, gekennzeichnet durch mindestens zwei Formen, welche je nur ungefähr die Hälfte des Wickels zu umschliessen vermögen, wobei der Wickel zuerst in die eine Form gelegt und darnach der andern Form zugeführt wird, u. zw. unter abwechselnder Freilegung der beiden Hälften des Wickels, zum Zwecke ein schnelles Trocknen des Wickels herbeizuführen.
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Formen, mit abwechselndem Freilegen der beiden Hälften des Wickels, ein paar Male wiederholt wird.