AT106204B - Verfahren zur Vorbereitung von Pelz oder Pelzhaaren für die Filzherstellung. - Google Patents
Verfahren zur Vorbereitung von Pelz oder Pelzhaaren für die Filzherstellung.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Vorbereitung von Pelz oder Pelzhaaren fUr die Filzherstellung. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbereitung von Pelz oder Pelzhaaren zur Herstellung von Filz, insbesondere für Hüte und besteht darin, das bisher zum, Carrotieren" der Pelzhaare verwendete Quecksilbernitrat, das wegen seiner giftigen Wirkungen während des Carrotierens und bei der Nachbehandlung des Filzes den Arbeitern sehr gesundheitsschädlich ist, durch ungefährliche Lösungen zu ersetzen und gleichzeitig vermöge dieser Lösungen einen Filz bester Beschaffenheit zu erzeugen. (Unter Carrotieren versteht man die Entfernung von wachs-oder gummiartigen Substanzen und anderen Fremdkörpern von den die Pelzhaare umhüllenden Schuppen zur gründlichen Verfilzung der Pelzhaare.) Es wurden bereits Versuche gemacht für das Carrotieren der Pelzhaare, einzelne nicht giftige Lösungen zu verwenden. So wurde ein Verfahren zum Beizen der zur Filzherstellung bestimmten Haare versucht, nach welchem die Haare einer Lösung von Ätzkali ausgesetzt werden. Auch ist ein Verfahren bekannt, nach dem Haare für die Filzherstellung derart vorbereitet werden, dass man sie mit Wasserstoffsuperoxyd behandelt. Diese beiden Verfahren ergeben aber einen Filz von ungleicher Dicke, dessen Haare ungleich stark zusammenhalten. Durch das Schwinden kommen diese Ungleichheiten noch stärker zur Geltung und die aus dem Filze hergestellten Hüte können nicht gestreckt und geformt werden. Durch das Verfahren nach der Erfindung wird das durch seine giftige Wirkung gefährliche Quecksilbernitrat durch in Einzelanwendung bekannte ungefährliche Carrotierungsmittel ersetzt, die gemeinsam und in einem derartigen Mischungsverhältnis zur Anwendung gelangen, dass sich ein Filz bester Beschaffenheit mit gleicher Haltbarkeit und Dicke aller Teile ergibt. Nach der Erfindung wird zum Carrotieren der Pelzhaare eine Lösung verwendet, die einen reinigenden und einen oxydierenden Bestandteil in einem bestimmten Mischungsverhältnis enthält. Der reinigende Bestandteil ist vorteilhaft Natriumhydroxyd, doch können auch Hydrooxyde anderer Elemente der Alkalimetalle verwendet werden. Als oxydierender Bestandteil wird vorzugsweise Wasserstoffsuperoxyd benützt. Die Mischung der beiden Bestandteile wird zweckmässig aus einem Peroxyd des Elementes hergestellt, welches das Hydroxyd als reinigendes Mittel bildet, u. zw. durch Mischen des Peroxydes mit Wasser. Die Carrotierungslösung kann entweder aufgetragen werden, während sich die Pelzhaare noch auf der Haut befinden oder nachdem sie von der Haut entfernt sind. Wenn die Lösung durch Einbürsten in das Fell aufgebracht wird, kann die Stärke der Lösung zwischen den ungefähren Grenzen von 10 Bé und 100 Bé schwanken. Es wurde jedoch gefunden, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn die Stärke der Lösung zwischen 2 und 7 Bé gehalten wird. Selbstverständlich kann jedoch die Stärke der Lösung zwecks Erzielung der besten Ergebnisse sich je nach der Art und den Eigenschaften des zu behandelnden Felles ändern. So wurde z. B. gefunden, dass für gewisse Fellarten eine Lösung von ungefähr 60 Bé Stärke die besten Resultate ergibt. Zur Herstellung einer Lösung von ungefähr 60 Bé werden etwa 450 < /Natriumperoxyd in 11'35/Wasser gelöst. Wenn die <Desc/Clms Page number 2> EMI2.1 ist, werden die gewünschten Wirkungen nicht erzielt. Wenn lose Pelzhaare, d. h. solche, die von der Haut abgetrennt sind, behandelt werden sollen, kann die Konzentration der Lösung zwischen ungefähr 450 g Natriumperoxyd in 1135 1 Wasser und 2720 g zu 1135 l schwanken. Auch hier kann selbstverständlich die Konzentration der Lösung zwecks Erzielung bester Ergebnisse je nach der Natur des zu behandelnden Materials sich ändern. Die bevorzugten Mengenverhältnisse sind jedoch 910 Natriumperoxid gelöst in 1135 l Wasser, da diese Lösung am wirkungsvollsten ist, wenn es sich um die Behandlung von Pelz, der von der Haut getrennt ist, handelt. Ein wahrscheinlicher Grund für die relative Schwäche der zum Carrotieren von abgelösten Pelzhaaren verwendeten Lösung liegt in der Tatsache, dass die Lösung Gelegenheit findet, in die Fasern von den abgeschnittenen Enden aus einzudringen, während sie hiezu bei Behandlung ganzer Felle keine Gelegenheit hat. Bei Ausführung dieses Carrotierungsverfahrens für Pelz werden alle wachs-oder gummiartigen Stoffe entfernt oder doch so in Wasser löslich und absorbierbar gemacht, dass ein vollständiges Auswaschen, z. B. in dem darauffolgenden Verfilzungsvorgang, eintritt. Das behandelte Pelzwerk ist nicht giftig und nicht säurehaltig und hat entweder eine alkalische oder neutrale Reaktion. Weiter wird beim Färben zuerst die Farbe gleichmässig und intensiv aufgetragen und darauf eine Säure verwendet, um die Farbe eindringen zu lassen. Um jedoch die gewünschte gleichmässige Färbung zu erzielen ist es sehr wünschenswert, dass der Pelz oder der Filz frei von Säure ist, um ein vorzeitiges Setzen oder Eindringen der Farbe zu verhindern und eine gleichmässige Färbung zu erzielen. Das gemäss der Erfindung carrotierte Pelzwerk ist besonders geeignet für eine wirkungsvolle und gleichmässige Färbung, nicht nur wegen der Abwesenheit von Säure, sondern auch wegen der neutralisierenden Wirkung, welche das imprägnierte Alkali auf irgendwelche Säure in den Farben ausübt. Auch können bei ihm hellere Farben erzielt werden, da der Carrotrerungsstoft'anfänglich eine bleichende oder erhellende Wirkung auf den Pelz ausübt. Bei der Herstellung von Filzhütten ist es natürlich allgemein üblich, mit dem filzenden Pelz oder Fliess, wie er genannt wird, eine gewisse Menge von Pelz zu mischen, welcher nicht oder nur wenig verfilzt, um auf diese Weise den Preis herabzusetzen und unter Umständen den damit herzustellenden Hut zu verbessern. Die Menge dieses billigeren Pelzes oder Füllhaars ist in seiner verwendbaren Menge natürlich begrenzt. Wenn der Fliess, wie auch das billigere Füllhaar mit dem Carottierungsstoff der Erfindung behandelt werden, zeigt sich, dass wegen der dadurch erreichten erhöhten Verfilzungswirkung eine viel grössere Menge von Füllhaar verwendet werden kann, als es bei Verwendung des bekannten säurehaltigen Carrotierungs- mittels möglich ist. Das Carrotierungsmittel ist nicht nur frei von giftigen Wirkungen während des von Hand aus erfolgenden Carrotierens, auch frei von der Eigenschaft, bei der Nachbehandlung des Filzes giftige, säurehaltige, oder sonstwie schädliche Dämpfe zu entwickeln, wie sie typisch für die bisher allgemein verwendete Quecksilbernitratlösung sind, und es ist ferner erkennbar, dass das durch die Erfindung vorgesehene Verfahren leichter und billiger mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen ausgeübt werden kann. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zu Vorbereitung von Pelz-oder Pelzhaaren für die Filzherstellung, dadurch gekennzeichnet, dass diese Rohstoffe mit einer Mischung eines Oxydationsmittels, vorteilhaft Wasserstoffsuperoxyd und eines Reinigungsmittels, vorteilhaft Ätzalkalilösung behandelt werden.
Claims (1)
- 2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass statt der genannten Mischung eine Lösung von Natriumsuperoxyd zur Anwendung gelangt.3. Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Natriumsuperoxydlösung von der Stärke von 2'5 Be bis 70 Bé verwendet wird.
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| AT106204D AT106204B (de) | 1923-06-30 | 1924-06-11 | Verfahren zur Vorbereitung von Pelz oder Pelzhaaren für die Filzherstellung. |
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