<Desc/Clms Page number 1>
Hydraulische Kupplung.
Beim Antrieb von Fahrzeugen durch Kraftmaschinen sowie bei anderen Betrieben, wo ein grosser Anlaufwiderstand zu überwinden ist, besteht das Bedürfnis, die Kraftmaschine mit der anzutreibenden Welle in der Art zu kuppeln, dass das zu übertragende Moment von o bis zu einem Grösstwert allmählich
EMI1.1
überwinden hat und die Belastung erst allmählich bis zur vollen Kraftmaschinenleistung steigt. Man hilft sieh in solchen Fällen dadurch, dass man Reibkupplungen anfangs schleifen lässt und erst allmählich vollständig einrückt, ein Vorgang, der einerseits eine gewisse Geschicklichkeit des bedienenden Maschinisten voraussetzt und anderseits einen raschen Verschleiss der Kupplung zur Folge hat. Für sehr grosse Leistungen ist ein solches Einkuppeln überhaupt nicht mehr anwendbar.
Vorliegende Erfindung betrifft nun eine hydraulische Kupplung, bei der die Bedienung ganz ausgeschaltet wird, indem die Einrüekung selbsttätig mit zunehmender Geschwindigkeit des rotierenden Teiles der Kupplung erfolgt und ebenso die Ausrückung von selbst durch Abstellen der Antriebsmaschine geschieht. Überdies wird die Kraftmaschine durch die vorliegende Kupplung gegen plötzliche starke Belastungsstösse geschützt. Der Erfindung gemäss wird dies dadurch erreicht, dass die mit der getriebenen Welle gekuppelten Pumpenzylinder mit unter Fliehkraftwirkung stehenden Auslassorganen ausgestattet sind, die bei zunehmender Umlaufgeschwindigkeit der mit der treibenden Welle gekuppelten Pumpen-
EMI1.2
der Pumpenzylinder bzw. der getriebenen Welle bewirken.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht, u. zw. zeigt Fig. 1 die Kupplung im teilweisen Schnitt nach Linie lI-lI der Fig. 2 und Fig. 2 veran- schaulicht einen Schnitt nach Linie II der Fig. 1. In Fig. 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der
Kupplung im Schnitte wie Fig. 2 dargestellt. Bei den Ausführungsbeispielen sind a und b die miteinander zu kuppelnden Wellen ; hiebei ist angenommen, dass a die treibende und b die getriebene Welle darstellt.
Die Welle a kann entweder die Verlängerung der Kraftmaschinenwelle selbst sein, oder sie ist mit dieser starr oder elastisch verbunden. Das Kupplungsgehäuse c ist mittelst einer Flanschenkupplung d oder auf eine andere Art mit der getriebenen Welle b verbunden. Das auf der Welle a drehbar gelagerte Gehäuse c trägt einen oder mehrere radiale Pumpenzylinder e. In den gezeichneten Ausführungsbeispielen weist die Kupplung drei Zylinder in sternförmiger Anordnung auf. t sind die Kolben der Pumpen ; mit g sind die Kolbenstangen bezeichnet, die an der Kröpfung der Welle a angreifen. Jeder Pumpenzylinder besitzt ein bzw. mehrere Saugventile h, ein Sicherheitsventil i und ein Auslassorgan k, das entweder als Ventil oder wie in der Zeichnung dargestellt als Schieber ausgebildet sein kann.
Das ganze System ist von einem dichten Gehäuse m umschlossen und in den Lagern 1 drehbar.
Das Innere des Gehäuses c und der Zwischenraum o sind mit Flüssigkeit vollständig gefüllt.
Im Stillstand werden die Auslassschieber k durch die Wirkung der Federn n offen gehalten. Wird nun durch die Kraftmaschine die Welle a in Drehung versetzt, so erhalten die Kolben zunächst nur eine hin-und hergehende Bewegung. Sie saugen die Flüssigkeit aus dem Zwischenraum o an und drücken sie wieder dahin zurück. Es wird so lange keine drehende Bewegung der Kupplung eintreten, als es der Aus- flusswiderstand der Auslassschieber zulässt. Erst bei weiter zunehmender Geschwindigkeit erfolgt zunächst eine langsame Mitnahme der Kupplung und diese wird in dem Masse beschleunigt, als der Ausflusswiderstand in den Schiebern wächst. Bei grösserer Umdrehungsgeschwindigkeit wirkt die Fliehkraft der Schieber den Federn entgegen.
Die Schieber bewegen sich nach aussen und drosseln zunächst die Austrittsschlitze,
<Desc/Clms Page number 2>
wodurch abermals eine energischere Mitnahme der Kupplung erfolgt. Bei vollständigem Schluss der Schieber hört die relative Kolbenbewegung ganz auf. Die Kupplung wirkt nunmehr als ein starres System und überträgt die ganze Kraftmasehinenleistung mit derMilderung, das bei Überschreiten eines gewissen Flüssigkeitsdruckes im Zylinder die Sicherheitsventile aufgedrückt werden, wodurch wieder ein teilweises Schleifen der Kupplung und eine Entlastung der Antriebskraftmasehine eintritt.
Beim Übergang von der vollen Tourenzahl auf eine geringere Tourenzahl oder auf Stillstand bleiben die Schieber noch so lange geschlossen, bis ihre Fliehkraft den Zugfedern nicht mehr das Gleichgewicht hält. Es tritt zunächst eine teilweise, und bei weiterem Sinken der Tourenzahl eine vollständige Öffnung der Auslassschlitze ein. Die Zylinder wirken wieder als Pumpen, die Kupplung rotiert langsamer und kommt schliesslich ganz zum Stillstand.
EMI2.1
kuppeln, da beim Ausrücken das bewegte System die Schieber durch ihre Zentrifugalkraft noch geschlossen hält, während beim Einrücken, so lange das Kupplungssystem noch keine oder nur eine langsame Drehbewegung besitzt, die Schieber noch keinem zentrifugale Einfluss unterworfen sind und daher die Federkraft noch nicht überwinden können.
Hiedurch wird es ermöglicht, von der vollen Drehzahl bis unter die Einrückungsdrehzahl zurückzugehen, ohne dass ein vollständiges Auskuppeln erfolgt.
Dieser Vorteil tritt in erhöhtem Masse auf, wenn, wie in Fig. 3 dargestellt, die Auslassschieber mit einem Zentrifugalregler p in Verbindung gebracht werden. BeiAnwendung eines Reglers der auf der treibenden Welle montiert sein muss, wird der Unterschied zwischen der Ein-und Ausrüekungsdrehzahl noch grösser, weil im ersten Falle nur die Fliehkraft der Reglergewichte, im zweiten aber auch diejenige der Auslassschieber wirkt. Durch die Wahl der Reglerverhältnisse kann ein bestimmtes gewünschtes Verhältnis der Einrück-und Ausrückdrehzahl erreicht werden.
Die Saugventile können, um sie vom Einfluss der Zentrifugalkraft zu befreien, wie in Fig. 1 angedeutet, mit Ausgleichsgewichten versehen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Hydraulische Kupplung, bestehend aus einer oder mehreren zwischen der treibenden Welle und der getriebenen Welle angeordneten Pumpen mit gesteuerten Auslassorganen, dadurch gekennzeichnet, dass ihr bzw. ihre mit der getriebenen Welle (b) gekuppelten Pumpenzylinder (e) mit unter Fliehkraftwirkung stehenden Auslassorganen ausgestattet sind, die bei zunehmender Umlaufgeschwindigkeit der mit der treibenden Welle (a) gekuppelten Pumpenkurbelwelle durch Drosselung und Abschluss der Auslassöffnungen selbsttätig und allmählich die Mitnahme der Pumpenzylinder bzw. der getriebenen Welle bewirken.