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Vorrichtung zur Aufnahme und Wiedergabe kinematographischer Farbenfilme.
Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zur Aufnahme und Wiedergabe kinematographischer Farbenfilme, insbesondere solche bei denen das Objektiv mit einem aus farbigen lichtdurchlässigen Flächen bestehenden Diaphragma versehen ist und die Filme eine mit sehr kleinen eingepressten Brechungskörpern oder mit einem netzartigen Träger versehene Oberfläche aufweisen, wie die Vorrichtungen, die in der französischen Patentschrift Nr. 399762 beschrieben sind.
Wenn man die Gelatineschichte eines mit einem netzartigen Träger versehenen Films nach der Entwicklung mittels eines stark vergrössernden Mikroskops untersucht, bemerkt man hinter jedem linsenartigen Elemente helle oder undurchsichtige Flächenteile, die den Zonen des Farbenwählers entsprechen.
Bei sorgfältiger Prüfung kann man wahrnehmen, dass sich die Abgrenzung der erwähnten Flächenzonen, wie matt sie auch sein mögen, nicht sehr genau ergibt. Diese Ungenauigkeit rührt von der Verbreiterung her, die hinter den linsenförmigen Elementen durch zwei"Relativzonen"entsteht, die beiden benachbarten Wahlflächen angehören und die Stärke sowie die naturgetreue Wiedergabe der Farben auf der Projektionsfläche schwächen.
Trotz des erwähnten Nachteiles kann man eine ausgezeichnete Projektion erhalten, wenn man sie mit einem Original durchführt, d. h. mit einem positiven Film, der negativ entwickelt und dann umgekehrt wird.
Anders, wenn man von dem negativen oder positiven Original Abdrücke herstellen will. In diesem Falle werden die Abweichungen nach dem bei jedem optischen System zur Geltung gelangenden Exponentialgesetz grösser und man kann bei mikroskopischer Prüfung hinter dem linsenförmigen Element keine abgegrenzte Zone wie beim Original wahrnehmen. Der Film ist sodann praktisch unbrauchbar, da er verschwommene Farben aufweist. Die ungenaue Lage der Silberkörner erschwert die Farbenauswahl.
Gegenstand der Erfindung bildet nun eine Vorrichtung, welche die erwähnten Nachteile nicht aufweist und die Herstellung von Filmabdrücken, die den Originalen ähnlich sind, ermöglicht.
Mit den theoretischen Voraussetzungen nach der französischen Patentschrift Nr. 399762 ist es möglich, eine Aufnahme auch mit einer Objektivöffnung F = 3 durchzuführen. Obgleich die Undurchsichtigkeit des Films durch die Benützung eines derartigen Objektives ein wenig vermehrt wird (man kann diesem Übelstand übrigens auf einfache Weise abhelfen), so sind die Vorteile, die sich aus der Vergrösserung der Feldtiefe, wie aus der Bildschärfe dieses Objektives ergeben, so wesentlich, dass sie zu dessen Wahl anregen.
Die angegebenen Vorteile sind um so grösser, da sie für die Herstellung der Filmabdrücke ein symmetrisches Objektiv mit einer Öffnung von ungefähr F = 2 zulassen, vorausgesetzt, dass die Wiedergabe der Bilder hiebei in wahrer Grösse erfolgt.
Es ist wesentlich, dass das Objektiv einem symmetrischen System angehört, da eine Pupille mit bestimmten Abmessungen in der Diaphragmaebene des Systems angeordnet wird, der sich die Eintrittsund Austrittsöffnung der Lichtstrahlen anzupassen genötigt sind, um gewisse Bedingungen von grosser Tragweite zu erfüllen.
Wenn man nämlich in dem Aufnahmeobjektiv an derselben Stelle, an der sich die Wahlscheibe befindet, somit in der Ebene des Diaphragma ein schwarzes Band bzw. einen Streifen beliebiger Länge,
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aber von einer Breite von nur 2 mm anordnet, dann kann man bei mikroskopischer Prüfung feststellen, dass die Gelatine hinter einem linsenförmigen Elemente keine Spur dieses schwarzen Streifens aufweist.
Wenn man hingegen die Breite des schwarzen Bandes auf 3 mm vergrössert, bemerkt man bei mikroskopischer Untersuchung, dass sein Bild auf der lichtempfindlichen Schichte zum Ausdruck kommt.
Eine Reihe ähnlicher Versuche bestätigt, dass die Breite von ungefähr 3 mm die Grenze bildet, unter der man Eindrücke schwarzer Streifen hinter dem linsenförmigen Element nicht mehr wahrnimmt.
Daraus folgt, wie das Mikroskop bestätigt, dass man die Verbreitung der Relativzonen"verständig beseitigen kann, wenn man schwarze Streifen von ungefähr 3 mm Breite zur Abgrenzung von beispiels- weise dreifarbigen Zonen der Wählscheibe benützt, wobei die Streifen nach Kreissegmenten oder Kreis- ausschnitten angeordnet sein können.
Die Herstellung getreuer Wiedergaben des Originalfilmes ist dann sehr leicht, insbesondere wenn man als Pupille des symmetrischen Objektivs eine Scheibe verwendet, die denselben Durchmesser wie das Diaphragma bei der Originalaufnahme und ein ähnliches Netzgewebe wie der Filterwähler bei dieser Aufnahme hat.
Dabei braucht die Pupille nicht gerade kreisförmig zu sein, sondern kann auch polygonale Gestalt haben.
Man kann auch befriedigende Projektionen mittels reproduzierter Filme erhalten, wenn man bei der Originalaufnahme schwarze Streifen kleinster Breite verwendet, vorausgesetzt, dass das erwähnte oder ein anderes passendes System mit einer Pupille geeigneten Durchmessers und mit horizontaler oder sternförmig angeordneten schwarzen Streifen genügender Breite benutzt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Aufnahme und Wiedergabe kinematograpbischer Farbenfilme aus positiven oder negativen Originalen mittels eines z. B. dreifarbigen, am Objektiv angeordneten Diaphragma für die Auswahl der natürlichen Farben. und mittels einer auf der lichtempfindlichen Schichte der Filme aufgebrachten netzartigen oder aus mikroskopisch kleinen Brechungskörpem bestehende Lage für die
Wiedergabe der Farben, dadurch gekennzeichnet, dass das Objektivsystem zur deutlichen Abgrenzung der Farbenzonen eine oder mehrere Pupillen hat, die mit parallel oder sternförmig verlaufenden Streifen versehen sind.