<Desc/Clms Page number 1>
Angemeldet am 22. Dezember 1923 ; Priorität der Anmeldung im Deutschen Reiche vom 11. Jänner 1923 beansprucht.
In der Entwicklungsgeschichte der Drahtseilbahn bedeutete es einen der wichtigsten Fortschritte' als es gelang, die Drahtseilbahn für selbsttätiges Durchfahren von Kurven aller Art einzurichten. Bis dahin hatte man bei jeder Richtungsänderung die Wagen vom Zugseil abkuppeln und auf Ausweichschienen von Hand in die neue Richtung bringen müssen, um sie dann wieder an das Zugseil anzuschliessen.
Das erforderte einmal einen erheblichen Aufwand an Bedienungsmannschaften in den Belade-und Entladestationen sowie in den Winkelstationen sowohl für die Abweichung in wagrechter wie lotrechter
Richtung und setzte aus wirtschaftlichen Gründen die Verwendungsmöglichkeit der Einseilbahnen be- deutend herab. Das selbsttätige Umfahren der Kurven ist bisher jedoch nur für Zweiseilbahnen, d. h. für Drahtseilbahnen mit einem festen Tragseil und einem umlaufenden Zugseil, erreicht worden. Das
System der Einseilbahn, bei der Trag-und Zugseil durch ein einziges sogenanntes Förderseil ersetzt sind, ist ebenfalls zu bedeutender Höhe entwickelt worden ; es fehlt ihm jedoch bisher die Möglichkeit, Kurven selbsttätig zu umfahren, so dass hiefür die oben geschilderte, umständliche und unwirtschaftliche Betriebs- weise angewendet werden muss.
Der Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung, um Einseilbahnwagen auch Kurven selbsttätig durchlaufen zu lassen. Dadurch werden folgende Vorteile erreicht :-Die Wagen können in der Endstation ohne Lösen vom Förderseil umgelenkt werden (Fig. 1). Die Winkelstationen werden von den Wagen selbsttätig und ohne Bedienung durchfahren (Fig. 2). In diesen Fällen erfolgt die Ablenkung in wagrechter Richtung, die durch liegende Seilscheiben erzielt wird.
Unmittelbar hinter dem Auslauf aus den Stationen ist oft ein Ansteigen der Strecke erforderlich, um sie über Geländehindernisse hinwegzuführen. In diesen Fällen konnte das Ankuppeln bisher nur in der Weise geschehen, dass die Wagen von Hand auf einer ansteigenden Schiene dem Förderseil zugeführt wurden. Dieser Betriebart ist schon bei verhältnismässig geringen Lasten eine Grenze gesetzt durch die Unmöglichkeit, die dafür notwendigen Kräfte von Hand auszuüben. Gemäss der Erfindung werden die Wagen im Gefälle leicht in die Kuppelstelle eingeschoben und durch das unter einer oder mehreren Seilscheiben durchlaufende Förderseil ohne weiteres in die Steigung übergeführt (Fig. 3).
Häufig erfordert die Überschreitung eines weiten Tales, dessen Tiefe für die Kurve des belasteten Seiles nicht ausreicht, eine sogenannte Niederhaltestation, da ohne sie hohe und daher teure Stützenkonstruktionen, die bis an die Linie des unbelasteten Seiles reichen, nötig würden. In dieser wird das Seil ebenfalls unter einer oder mehreren Rollen entlang geführt (Fig. 4). Die beiden letztgenannten Aufgaben erfordern eine Ablenkung des Seiles in lotrechter Richtung.
Die Einrichtung, durch die diese Vorteile erreicht werden, ist ein Seilkuppelapparat, der das selbsttätige Durchfahren von Kurven jeder Art gestattet. Er ist in der Zeichnung in Fig. 5 im Aufriss und in Fig. 6 in einem Seitenriss dargestellt. Darin bedeuten a das Seil, b das Laufwerk mit angebautem Kuppelapparat und c und c die Klemmhebel des Kuppelapparates, d eine liegende Seilscheibe für die Ablenkung des Seiles in wagrechter Richtung, e eine stehende Seilrolle für die Ablenkung in lotrechter Richtung nach oben und t eine stehende Seilrolle für die Ablenkung des Seiles in lotrechter Richtung nach unten.
Im Gegensatz zu den bisher bekannten Konstruktionen derartiger Kuppelapparate lässt der neue Kuppelapparat den Raum unmittelbar über und neben den das Seil umschliessenden Klemmbacken frei so dass diese sich unmittelbar an Führungsrollen und Seilscheiben anlegen können und hiebei das Sei
<Desc/Clms Page number 2>
nur um ein geringes Mass von den Scheiben abheben. Die übrige Anordnung und die Wirkungsweise des Kuppelapparates, für die die Abbildungen nur ein Beispiel darstellen, sowie das Überfahren lotrecht unter dem Seil liegender Rollen unterscheiden sieh nicht wesentlich von den bisher bekannten Ausführungen.