Beschreibung
Optoelektronisches Bauelement und Verfahren zu seiner Her¬ stellung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein optoelektronisches Bauelement gemäß Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements gemäß Patentanspruch 12.
Diese Patentanmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung 102012217640.3, deren Offenbarungsgehalt hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird. Bei Leuchtdioden, die auf Halbleitern aus dem Gruppe-III-
Nitrid-Materialsystem, beispielsweise auf InGaN-GaN, basieren, und eine aktiven Zone aufweisen, die aus mehreren Quantenfilmen (Multi-Quantum-Well ; MQW) besteht, zeigt sich im Stand der Technik das Problem, dass nicht alle Quantentfilme optimal und homogen mitbetrieben werden. Dies hat Effizienzverluste solcher Leuchtdioden zur Folge.
Eine Ladungsträgerverteilung über die Mehrzahl der Quantenfilme ergibt sich durch eine Ladungsträgerinjektion in die Quantenfilme entlang der Wachstumsrichtung der Halbleiterschichtstruktur. Wünschenswert ist eine möglichst homogene Ladungsträgerinjektion und -Verteilung. Diese wird jedoch insbesondere durch die zwischen den Quantenfilmen angeordneten Barrieren, die durch die injizierten Ladungsträger über- wunden werden müssen, verhindert. Insbesondere ein Nicht- gleichgewicht zwischen den schlechter beweglichen positiven Ladungsträgern (Löchern) , die von einer p-dotierten Seite der Halbleiterschichtenstruktur injiziert werden, und besser beweglichen negativen Ladungsträgern (Elektronen) , die von ei- ner n-dotierten Seite der Halbleiterschichtenstruktur injiziert werden, führt zu einer inhomogenen Befüllung der Quantenfilme, insbesondere zu einer inhomogenen Befüllung der n-
seitigen Quantenfilme, was die Effizienz der Leuchtdiode min¬ dert. Näher an der n-dotierten Seite der Halbleiterschichtenstruktur gelegene Quantenfilme erhalten weniger positive La¬ dungsträger als näher an der p-dotierten Seite der Halb- leiterschichtenstruktur gelegene Quantenfilme.
Die Effizienzabnahme nimmt dabei mit der Anzahl der Quanten¬ filme zu. Ferner ist der Effekt umso ausgeprägter, je länger die Emissionswellenlänge der Leuchtdiode ist.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes optoelektronisches Bauelement bereitzustellen. Diese Aufgabe wird duruch ein optoelektronisches Bauelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Eine weitere Aufga- be der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements anzugeben. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Ein optoelektronisches Bauelement weist eine Schichtstruktur mit einer leuchtaktiven Schicht auf. Dabei weist die leucht¬ aktive Schicht in einem ersten lateralen Bereich eine höhere Dichte an V-Defekten auf, als in einem zweiten lateralen Be- reich. Vorteilhafterweise können Ladungsträger die leuchtaktive Schicht im ersten lateralen Bereich dann einfacher durchdringen als im zweiten lateralen Bereich. Dabei bewegen sich die Ladungsträger durch die V-Defekte. Auf diese Weise können Ladungsträger innerhalb der leuchtaktiven Schicht aus dem ersten lateralen Bereich in den zweiten lateralen Bereich injiziert werden.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements weist die leuchtaktive Schicht mehrere in Wachstumsrichtung der Schichtstruktur aufeinander folgende Quantenfilme auf. Vorteilhafterweise erleichtert die erhöhte Durchlässigkeit der leuchtaktiven Schicht durch die im ersten lateralen Bereich angeordneten V-Defekte dann eine Injektion von Ladungs-
trägern in die Quantenfilme der leuchtaktiven Schicht. Hierdurch ergibt sich eine Befüllung der Quantenfilme der leucht¬ aktiven Schicht mit erhöhter Homogenität, was vorteilhafterweise zu einer verbesserten Effizienz des optoelektronischen Bauelements führen kann.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements ist zwischen zwei Quantenfilmen eine Barriere ausgebildet. Dabei ist die Barriere im Bereich eines V-Defekts in Wachs- tumsrichtung dünner als im zweiten lateralen Bereich. Vorteilhafterweise ist die Barriere im ersten lateralen Bereich dann durchlässiger für Ladungsträger als im zweiten lateralen Bereich. Dies hat zur Folge, dass Ladungsträger bevorzugt im ersten lateralen Bereich durch V-Defekte in die Quantenfilme der leuchtaktiven Schicht injiziert werden.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements weist ein erster Quantenfilm im Bereich eines V-Defekts eine niedrigere Indiumkonzentration auf als im zweiten lateralen Bereich. Vorteilhafterweise hat dies zur Folge, dass der Quantenfilm im ersten lateralen Bereich für Ladungsträger leichter zugänglich ist als im zweiten lateralen Bereich. Dadurch wird der Quantenfilm vorteilhafterweise bevorzugt im ersten lateralen Bereich mit Ladungsträgern befüllt.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements durchdringen zumindest einige V-Defekte die leuchtaktive Schicht in Wachstumsrichtung der Schichtstruktur vollständig. Vorteilhafterweise ist die leuchtaktive Schicht dadurch über ihre gesamte Dicke in Wachstumsrichtung für durch die V-
Defekte injizierte Ladungsträger zugänglich. Dadurch wird eine homogene Befüllung der leuchtaktiven Schicht mit Ladungs¬ trägern unterstützt. In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements weist die Schichtstruktur eine p-dotierte Schicht auf. Dabei weiten sich die V-Defekte in Richtung der p-dotierten Schicht auf. Vorteilhafterweise können positive Ladungsträger (Lö-
eher) dadurch besonders einfach im ersten lateralen Bereich durch V-Defekte aus der p-dotierten Schicht in die leuchtaktive Schicht injiziert werden. In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements erstreckt sich die p-dotierte Schicht im Bereich eines V- Defekts in den V-Defekt hinein. Vorteilhafterweise unter¬ stützt dies eine Injektion positiver Ladungsträger aus der p- dotierten Schicht durch die V-Defekte in die leuchtaktive Schicht zusätzlich.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements ist zwischen der leuchtaktiven Schicht und der p-dotierten Schicht eine Trennschicht angeordnet. Dabei ist die Trenn- schicht im Bereich eines V-Defekts in Wachstumsrichtung dünner als im zweiten lateralen Bereich. Vorteilhafterweise ist die Trennschicht im ersten lateralen Bereich dann durchlässiger für positive Ladungsträger als im zweiten lateralen Bereich. Dies unterstützt vorteilhafterweise eine Injektion po- sitiver Ladungsträger aus der p-dotierten Schicht der
Schichtstruktur in die leuchtaktive Schicht der Schichtstruktur durch die V-Defekte des ersten lateralen Bereichs.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements ist auf der Schichtstruktur eine elektrisch leitende Kontakt¬ schicht angeordnet. Dabei weist die elektrisch leitende Kon¬ taktschicht im zweiten lateralen Bereich eine Öffnung auf. Vorteilhafterweise ist im zweiten lateralen Bereich eine Stromeinprägung nicht erforderlich, da eine Ladungsträgerin- jektion in die leuchtaktive Schicht im zweiten lateralen Be¬ reich ohnehin ineffizienter ist als im ersten lateralen Bereich. Dadurch kann der zweite laterale Bereich vorteilhafterweise unbedeckt durch die elektrisch leitende Kontakt¬ schicht verbleiben. Hierdurch kann eine Lichtemission mit re- duzierter Lichtabsorption durch den zweiten lateralen Bereich erfolgen, wodurch das optoelektronische Bauelement eine er¬ höhte Effizienz aufweisen kann.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements ist auf der Schichtstruktur eine Kontakt- und Spiegelschicht angeordnet. Dabei weist die Kontakt- und Spiegelschicht im ersten lateralen Bereich ein anderes Material auf als im zweiten lateralen Bereich. Vorteilhafterweise kann die Kontakt- und Spiegelschicht im ersten lateralen Bereich dadurch ein Material mit besonders geringem Kontaktwiderstand aufwei¬ sen und im zweiten lateralen Bereich ein Material mit besonders hohem optischem Reflexionsvermögen aufweisen. Dabei wird ausgenutzt, dass im zweiten lateralen Bereich eine Stromeinprägung nicht erforderlich ist, da ein Stromfluss im zweiten lateralen Bereich durch die fehlende Injektion von Ladungsträgern durch V-Defekte ohnehin ineffizienter ist als im ersten lateralen Bereich. Das im zweiten lateralen Bereich ange- ordnete Material mit hohem optischen Reflexionsvermögen bewirkt eine besonders effektive Reflexion von in der leuchtak¬ tiven Schicht erzeugtem Licht und ermöglicht dadurch eine be¬ sonders effiziente Auskopplung dieses Lichts auf einer der Kontakt- und Spiegelschicht gegenüberliegenden Oberfläche der Schichtstruktur des optoelektronischen Bauelements.
In einer Ausführungsform des optoelektronischen Bauelements bildet der erste laterale Bereich ein laterales Gitter. Vor¬ teilhafterweise ist dadurch sichergestellt, dass jeder Punkt des zweiten lateralen Bereichs nicht weiter als einen festge¬ legten Wert in lateraler Richtung von einem V-Defekt im ersten lateralen Bereich entfernt ist. Hierdurch wird vorteilhafterweise eine besonders wirksame Injektion von Ladungsträ¬ gern aus dem ersten lateralen Bereich in den zweiten latera- len Bereich innerhalb der leuchtaktiven Schicht gewährleis¬ tet .
Ein Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements umfasst Schritte zum Bereitstellen eines Substrats und zum Aufwachsen einer Schichtstruktur auf das Substrat. Dabei umfasst die Schichtstruktur eine leuchtaktive Schicht. Außer¬ dem werden dabei V-Defekte in die leuchtaktive Schicht einge¬ bettet. Dabei werden in einem ersten lateralen Bereich der
leuchtaktiven Schicht mehr V-Defekte pro lateraler Fläche eingebettet als in einem zweiten lateralen Bereich der leuchtaktiven Schicht. Vorteilhafterweise können bei der Schichtstruktur des nach diesem Verfahren hergestellten opto- elektronischen Bauelements Ladungsträger durch die V-Defekte des ersten lateralen Bereichs in den zweiten lateralen Bereich der leuchtaktiven Schicht injiziert werden, was eine homogene Befüllung der leuchtaktiven Schicht mit Ladungsträ¬ gern unterstützt. Dies kann vorteilhafterweise zu einer er- höhten Effizienz des optoelektronischen Bauelements beitragen .
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird vor dem Aufwachsen der leuchtaktiven Schicht eine Maskenschicht angelegt, die im ersten lateralen Bereich eine Öffnung aufweist. Vorteilhafterweise können Fadendefekte sich dadurch durch die Öffnung der Maskenschicht im ersten lateralen Bereich in Richtung der leuchtaktiven Schicht fortsetzen, was dort eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Bildung von V-Defekten nach sich zieht. Dadurch ermöglicht es die Maskenschicht, den ersten lateralen Bereich und den zweiten lateralen Bereich zu definieren .
In einer Ausführungsform des Verfahrens werden an einer Ober- fläche des Substrats Erhebungen angelegt. Vorteilhafterweise kann das Anlegen der Erhebungen an der Oberfläche des Substrats die Wahrscheinlichkeit einer Bildung von V-Defekten in der leuchtaktiven Schicht oberhalb der Erhebung des Substrats beeinflussen. Dadurch wird auch bei diesem Verfahren eine De- finition des ersten lateralen Bereichs und des zweiten lateralen Bereichs ermöglicht.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird an der Oberfläche des Substrats im ersten lateralen Bereich eine Erhebung angelegt. Vorteilhafterweise bewirkt die Erhebung an der
Oberfläche des Substrats eine Erhöhung einer Wahrscheinlichkeit für eine Bildung von V-Defekten in der leuchtaktiven Schicht oberhalb der Erhebung, was eine höhere Dichte von V-
Defekten im ersten lateralen Bereich oberhalb der Erhebung zur Folge hat.
Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen in jeweils stark schematisierter Darstellung
Figur 1 einen Schnitt durch eine Schichtstruktur eines optoelektronischen Bauelements; Figur 2 eine perspektivische Darstellung eines V-Defekts;
Figur 3 einen weiteren Schnitt durch die Schichtstruktur mit einem V-Defekt; Figur 4 eine Aufsicht auf eine vorstrukturierte Oberfläche einer weiteren Schichtstruktur;
Figur 5 eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht der Schichtstruktur;
Figur 6 eine Aufsicht auf eine vorstrukturierte Oberfläche einer weiteren Schichtstruktur;
Figur 7 eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht dieser Schichtstruktur;
Figur 8 eine Aufsicht auf eine vorstrukturierte Oberfläche einer weiteren Schichtstruktur; Figur 9 eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht dieser Schichstruktur ;
Figur 10 einen Schnitt durch eine weitere Schichtstruktur mit einer Maskenschicht;
Figur 11 eine Aufsicht auf die Maskenschicht dieser
Schichtstruktur;
Figur 12 einen weiteren Schnitt durch diese Schichtstruktur;
Figur 13 eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht dieser Schichtstruktur;
Figur 14 einen Schnitt durch ein Substrat einer weiteren Schichtstruktur; Figur 15 eine Aufsicht auf dieses Substrat;
Figur 16 einen weiteren Schnitt durch diese Schichtstruktur;
Figur 17 eine Aufsicht auf diese Schichtstruktur;
Figur 18 einen Schnitt durch ein Substrat einer weiteren Schichtstruktur;
Figur 19 eine Aufsicht auf dieses Substrat;
Figur 20 einen Schnitt durch eine weitere Schichtstruktur;
Figur 21 eine Aufsicht auf diese Schichtstruktur; Figur 22 einen Schnitt durch eine weitere Schichtstruktur; und
Figur 23 eine perspektivische Darstellung eines optoelektro¬ nischen Bauelements.
Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch einen Teil einer Schichtstruktur 100. Die Schichtstruktur 100 ist eine epitaktisch gewachsene Halbleiter-
Schichtstruktur. Insbesondere kann die Schichstruktur 100 aus einem Gruppe-III-Nitrid-Materialsystem aufgebaut sein. Die Schichtstruktur 100 kann in einem optoelektronischen Bauelement, insbesondere in einer Leuchtdiode, Verwendung finden.
In eine epitaktische Wachstumsrichtung 101 folgen bei der Schichtstruktur 100 aufeinander ein n-dotierter Kristall 110, eine leuchtaktive Schicht 200 und ein p-dotierter Kristall 120. Die Schichtstruktur 100 kann auf einem in Figur 1 nicht dargestellten Substrat angeordnet sein. Zwischen dem Substrat und dem in Figur 1 gezeigten Teil der Schichtstruktur 100 können noch weitere Schichten angeordnet sein. Auch zwischen den genannten Schichten 110, 200, 120 der Schichtstruktur 100 können noch weitere Schichten vorgesehen sein.
Die leuchtaktive Schicht 200 weist eine Mehrzahl an Quanten¬ filmen auf, die in Wachstumsrichtung 101 aufeinander folgen und jeweils durch Barrieren voneinander beabstandet sind. Im in Figur 1 gezeigten Beispiel sind ein erster Quantenfilm 210, ein zweiter Quantenfilm 220 und ein dritter Quantenfilm 230 vorhanden. Der erste Quantenfilm 210 und der zweite Quantenfilm 220 sind durch eine erste Barriere 215 voneinander getrennt. Der zweite Quantenfilm 220 und der dritte Quanten¬ film 230 sind durch eine zweite Barriere 225 voneinander ge- trennt. Die leuchtaktive Schicht 200 könnte auch eine andere Zahl an Quantenfilmen umfassen. Beispielsweise könnte die leuchtaktive Schicht 200 zwischen vier und zehn in Wachstums¬ richtung 101 aufeinander folgende Quantenfilme aufweisen. Die leuchtaktive Schicht 200 könnte auch dreißig oder mehr in Wachstumsrichtung 101 aufeinander folgende Quantenfilme auf¬ weisen .
Der n-dotierte Kristall 110 kann beispielsweise GaN aufweisen und mit Si dotiert sein. Die Quantenfilme 210, 220, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 können beispielsweise InGaN aufwei¬ sen. Die Barrieren 215, 225 zwischen den Quantenfilmen 210, 220, 230 können beispielsweise GaN aufweisen. Der p-dotierte
Kristall 120 kann beispielsweise GaN aufweisen und mit Mg do¬ tiert sein.
Die Schichtstruktur 100 weist im Bereich der leuchtaktiven Schicht 200 zwei V-Defekte 300 auf. Die V-Defekte 300 können auch als V-Pits bezeichnet werden. Figur 2 zeigt eine schema¬ tische perspektivische Darstellung eines V-Defekts 300. Jeder V-Defekt 300 weist die Form einer inversen Pyramide mit typi¬ scherweise 6 oder 12 Facetten (Flanken) 310 auf. Die Zahl der Facetten 310 ist von der Kristallstruktur des umgebenen Kristalls abhängig. Dabei weitet sich der pyramidenförmige V- Defekt 300 ausgehend von einer in Richtung des n-dotierten Kristalls 110 orientierten Spitze 330 in Richtung des p- dotierten Kristalls 120 auf und bildet eine dem p-dotierten Kristall 120 zugewandte Öffnung 320.
Im Bereich der V-Defekte 300 sind die Schichten der
Schichtstruktur 100 nicht senkrecht zur gewöhnlichen Wachstumsrichtung 101 orientiert, sondern parallel zu insbesondere kristallographisch vorgegebenen Ebenen unter einem Winkel zwischen etwa 30 Grad und etwa 80 Grad gegenüber der gewöhnlichen Wachstumsrichtung 101.
Der in Figur 1 dargestellte Ausschnitt der Schichtstruktur 100 weist zwei V-Defekte 300 auf. Ein erster V-Defekt 301 er¬ streckt sich in Wachstumsrichtung 101 durch die gesamte leuchtaktive Schicht 200, umfasst also alle Quantenfilme 210, 220, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 der Schichtstruktur 100. Ein zweiter V-Defekt 302 erstreckt sich in Wachstums- richtung 101 lediglich durch einen Teil der leuchtaktiven
Schicht 200, umfasst im dargestellten Beispiel also nur den ersten Quantenfilm 210 und den zweiten Quantenfilm 220. Die Spitze 330 des zweiten V-Defekts 302 liegt in Wachstumsrich¬ tung 101 oberhalb der Spitze 330 des ersten V-Defekts 301. Die Entstehung des zweiten V-Defekts 302 hat beim Wachstum der Schichtstruktur 100 erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt als die Entstehung des ersten V-Defekts 301. Die Ent¬ stehung des ersten V-Defekts 301 hat bereits vor dem Wachstum
der leuchtaktiven Schicht 200 eingesetzt. Die Entstehung des zweiten V-Defekts 302 hat erst während des Wachstums der leuchtaktiven Schicht 200 eingesetzt. In einer Ausführungsform durchdringt eine möglichst hohe Zahl an V-Defekten 300 die leuchtaktive Schicht 200 in Wachstums¬ richtung 101 der Schichtstruktur 100 vollständig, wie dies beim ersten V-Defekt 301 der Fall ist. In einer anderen Ausführungsform wird eine große Inhomogenität der Größen der V- Defekte 300 angestrebt.
Durch geeignete Wachstumsbedingungen während des epitakti¬ schen Wachstums der Schichtstruktur 100 kann eine Entstehung von V-Defekten 300 initiiert werden. Die Wachstumsbedingungen in einer MOVPE-Anlage können dabei Temperaturen zwischen
600 °C und 900 °C umfassen. Dabei kann Trimethylgallium oder Triethylgallium als Gruppe-III-Precursor verwendet werden.
Figur 3 zeigt eine weitere schematische Schnittdarstellung eines Teils der Schichtstruktur 100 mit dem ersten V-Defekt 300, 301. Figur 3 zeigt im Unterschied zur Figur 1 eine zu¬ sätzliche Trennschicht 130 der Schichtstruktur 100, die zwi¬ schen der leuchtaktiven Schicht 200 und dem p-dotierten Kristall 120 angeordnet ist. Die Trennschicht 130 kann aus undo- tiertem GaN bestehen. Die Trennschicht 130 kann dazu dienen, eine Diffusion von Dotieratomen aus dem p-dotierten Kristall 120 in die leuchtaktive Schicht 200 zu verhindern.
Die Quantenfilme 210, 220, 230 und insbesondere die Barrieren 215, 225 der leuchtaktiven Schicht 200 weisen im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 eine geringere Dicke auf als außerhalb des V-Defekts 300. Beispielsweise weist der erste Quantenfilm 210 außerhalb des V-Defekts 300 eine erste Dicke 211 und im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 eine zweite Dicke 212 auf. Dabei ist die erste Dicke 211 größer als die zweite Dicke 212. Die erste Barriere 215 weist außer¬ halb des V-Defekts 300 eine erste Dicke 216 und im Bereich
der Facetten 310 des V-Defekts 300 eine zweite Dicke 217 auf. Die erste Dicke 216 ist größer als die zweite Dicke 217.
Die geringere Dicke 212, 217 der Schichten 210, 215, 220, 225, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 erleichtert eine Injektion positi¬ ver Ladungsträger aus dem p-dotierten Kristall 120 in die leuchtaktive Schicht 200 durch die Facetten 310 des V-Defekts 300 gegenüber einer Injektion positiver Ladungsträger aus dem p-dotierten Kristall 120 in die leuchtaktive Schicht 200 au¬ ßerhalb des V-Defekts 300. Somit ist ein Transport positiver Ladungsträger entlang einer ersten Transportrichtung 240 antiparallel zur Wachstumsrichtung 101 in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300 weniger wahrscheinlich als ein Transport entlang einer zweiten Transportrichtung 250 durch die Facetten 310 des V-Defekts 300.
Für die erhöhte Durchlässigkeit ist insbesondere erheblich, dass die Barrieren 215, 225 im Bereich der Facetten 310 eine geringere Dicke 217 aufweisen als in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300. Die Dicke der Quantenfilme 210, 220, 230 kann weniger erheblich sein und muss sich im Bereich der Facetten 310 nicht notwendigerweise von der Dicke 211 in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300 unter- scheiden.
Die Quantenfilme 210, 220, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 können im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 einen geringeren Indiumgehalt aufweisen als in einem lateralen Be- reich außerhalb des V-Defekts 300. Hierdurch ist der Bandkan¬ tenverlauf in Wachstumsrichtung 101 im Bereich des V-Defekts 300 gegenüber einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300 verändert. Auch dies erleichtert einen Transport von La¬ dungsträgern entlang der zweiten Transportrichtung 250 gegen- über einem Transport entlang der ersten Transportrichtung 240.
Die reduzierte Dicke der Schichten 210, 215, 220, 225, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 im Bereich des V-Defekts 300 und der reduzierte Indiumgehalt der Quantenfilme 210, 220, 230 im Bereich des V-Defekts 300 können durch geeignete
Wachstumsbedingungen wie Druck, Temperatur, V/III-Verhältnis, H2/N2-Verhältnis und Wachstumsrate kontrolliert werden. Ins¬ besondere können die Wachstumstemperatur während des Wachs¬ tums der leuchtaktiven Schicht 200 unterhalb von 950 Grad Celsius und der Wachstumsdruck oberhalb von 10 mbar liegen, wenn das Wachstum in einer Gruppe-III-Nitrid-MOVPE erfolgt.
Figur 3 zeigt, dass auch die Trennschicht 130 im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 eine zweite Dicke 132 auf¬ weist, die gegenüber einer ersten Dicke 131 der Trennschicht 130 in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300 reduziert ist. Dies ist nicht zwingend erforderlich, erleich¬ tert jedoch ebenfalls eine Injektion positiver Ladungsträger (Löcher) aus dem p-dotierten Kristall 120 in die leuchtaktive Schicht 200 entlang der zweiten Transportrichtung 200 durch die Facetten 310 des V-Defekts 300 gegenüber einer Injektion entlang der ersten Transportrichtung 240 in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300. Bevorzugt beträgt die erste Dicke 131 der Trennschicht 130 in einem lateralen Be¬ reich außerhalb des V-Defekts 300 mindestens 4 nm. Die zweite Dicke 132 der Trennschicht 130 in den Facetten 310 des V- Defekts 300 beträgt bevorzugt weniger als 8 nm.
Die Öffnung 320 des V-Defekts 300 ist dem p-dotierten Kris¬ tall 120 der Schichtstruktur 100 zugewandt. Die Öffnung 320 des V-Defekts 300 weist eine Füllung 340 auf, die aus dem Ma¬ terial des p-dotierten Kristalls 120 gebildet ist. Somit er¬ streckt sich der p-dotierte Kristall 120 im Bereich des V- Defekts 300 in den V-Defekt 300 hinein. Die Füllung 340 bzw. die Erstreckung des p-dotierten Kristalls 120 in den V-Defekt 300 hinein weist dabei eine Tiefe 341 auf. Diese Tiefe 341 entspricht bevorzugt mindestens der Summe der Dicken zweier Quantenfilme 220, 230 und einer Bar-
riere 225 in einem lateralen Bereich der Schichtstruktur 100 außerhalb des V-Defekts 300. Falls die leuchtaktive Schicht 200 fünf Quantenfilme 210, 220, 230 aufweist, so beträgt die Tiefe 341 bevorzugt zwischen 10 nm und 400 nm, insbesondere zwischen 20 nm und 100 nm. Eine hohe Tiefe 341 kann dadurch erreicht werden, dass das Entstehen des V-Defekts 300 bereits vor dem Wachstum der leuchtaktiven Schicht 200 oder zu einem frühen Zeitpunkt während des Wachstums der leuchtaktiven Schicht 200 initiiert wird. Die Entstehung des in Figur 3 dargestellten ersten V-Defekts 300, 301 hat bereits vor dem epitaktischen Wachstum der leuchtaktiven Schicht 200 eingesetzt, wodurch die Spitze 330 des V-Defekts 300, 301 in
Wachstumsrichtung 301 unterhalb der leuchtaktiven Schicht 200 angeordnet ist und der V-Defekt 300, 301 eine ausreichende Tiefe 341 aufweist.
Die Füllung 340 der Öffnung 320 des V-Defekts 300 mit dem Ma¬ terial des p-dotierten Kristalls 120 bewirkt gemeinsam mit der geringeren Dicke 212, 217 der Schichten 210, 215, 220, 225, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 im Bereich der Facetten 310 des V-Defekts 300 ebenfalls eine Injektion von posi¬ tiven Ladungsträgern entlang der zweiten Transportrichtung 250 durch die Facetten 310 des V-Defekts 300, die gegenüber einer Injektion entlang der ersten Transportrichtung 240 in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300 erleichtert ist.
Wie vorstehend dargelegt wurde, ist im Bereich des V-Defekts 300 eine Injektion von Ladungsträgern, insbesondere eine In- jektion von positiven Ladungsträgern aus dem p-dotierten
Kristall 120, gegenüber einer Injektion in einem lateralen Bereich der Schichtstruktur 100 und der leuchtaktiven Schicht 200 außerhalb des V-Defekts 300 erleichtert. Dies kann damit einhergehen, dass die leuchtaktive Schicht 200 im Bereich des V-Defekts 300 einen geringeren Serienwiderstand aufweist als in einem lateralen Bereich außerhalb des V-Defekts 300. Hierdurch ist im Bereich des V-Defekts 300 eine verbesserte Be-
füllung der Quantenfilme 210, 220, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 mit Ladungsträgern möglich.
Die im Bereich des V-Defekts 300 in die Quantenfilme 210, 220, 230 injizierten Ladungsträger können durch Diffusion in laterale Bereiche außerhalb des V-Defekts 300 gelangen, wenn diese lateralen Bereiche von dem V-Defekt 300 einen Abstand aufweisen, der typischerweise in der Größenordnung der Ladungsträgerdiffusionslänge, insbesondere der Löcherdiffusi- onslänge, liegt. Der Abstand kann dabei beispielsweise zwi¬ schen 0,2 ym und 10 ym liegen.
Im Bereich des V-Defekts 300 in die Quantenfilme 210, 220, 230 der leuchtaktiven Schicht 200 injizierte Ladungsträger können dadurch in lateralen Bereichen der leuchtaktiven
Schicht 200 außerhalb des V-Defekts rekombinieren. Insbeson¬ dere kann in lateralen Bereichen der leuchtaktiven Schicht 200 außerhalb des V-Defekts 300 eine strahlende Rekombination der in die Quantenfilme 210, 220, 230 injizierten Ladungsträ- ger erfolgen.
Die Schichtstruktur 100 weist eine Mehrzahl an V-Defekten 300 auf. Bevorzugt sind die V-Defekte 300 in lateraler Richtung der Schichtstruktur 100 derart verteilt, dass jeder laterale Abschnitt der leuchtaktiven Schicht 200 in lateraler Richtung höchsten einen maximalen Abstand von einem V-Defekt 300 aufweist, der etwa der Ladungsträgerdiffusionslänge, insbesonde¬ re etwa der Löcherdiffusionslänge, entspricht. Dadurch wird gewährleistet, dass jeder laterale Abschnitt der leuchtakti- ven Schicht 200 der Schichtstruktur 100 mit durch V-Defekte 300 injizierten Ladungsträgern versorgt werden kann.
Die laterale Anordnung der V-Defekte 300 in der leuchtaktiven Schicht 200 der Schichtstruktur 100 kann bei der Herstellung der Schichtstruktur 100 festgelegt oder zumindest beeinflusst werden. Es ist bekannt, dass sich V-Defekte insbesondere in Kristallbereichen bilden, die Kristalldefekte, insbesondere Fadendefekte, aufweisen. V-Defekte können sich dabei unmit-
telbar an den Fadendefekten bilden. Eine laterale Dichte solcher Defekte lässt sich während der Herstellung der
Schichtstruktur 100 durch eine Vorstrukturierung eines Substrats oder einer Schicht der Schichtstruktur 100 beeinflus- sen. Somit kann auch eine laterale Dichte von V-Defekten 300 in unterschiedlichen lateralen Abschnitten der leuchtaktiven Schicht 200 der Schichtstruktur 100 vorgegeben werden.
Figur 4 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine Schichtstruktur 400. Die Schichtstruktur 400 weist eine vorstrukturierte Oberfläche 401 auf. Die vorstrukturierte Oberfläche 401 kann eine Oberfläche eines Substrats sein, auf die die übrige Schichtstruktur 400 aufgewachsen wird. Die vorstrukturierte Oberfläche 401 kann aber auch eine Oberflä- che einer bereits auf ein Substrat aufgewachsenen Schicht der Schichtstruktur 400 sein.
Die vorstrukturierte Oberfläche 401 ist derart strukturiert, dass sie annährend regelmäßig angeordnete Strukturen auf- weist, die gemeinsam einen ersten lateralen Bereich 403 bilden. Die übrigen Abschnitte der vorstrukturierten Oberfläche 401 bilden einen zweiten lateralen Bereich 404. Im dargestellten Beispiel sind die Strukturen des ersten lateralen Bereichs 403 kreisscheibenförmig ausgebildet und ungefähr an den Knotenpunkten eines Rechteckgitters angeordnet. Die ein¬ zelnen Strukturen könnten jedoch auch anders geformt und anders angeordnet sein. Beispielsweise könnten die Strukturen des ersten lateralen Bereichs 403 an den Knotenpunkten eines hexagonalen Gitters angeordnet sein.
Figur 5 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht 402 der Schichtstruktur 400, die oberhalb der vorstrukturierten Oberfläche 401 aufgewachsen worden ist. Oberhalb jeder Struktur oder fast jeder Struktur des ersten lateralen Bereichs 403 hat sich ein V-Defekt 300 in der leuchtaktiven Schicht 402 gebildet. Somit weist der erste laterale Bereich 403 eine höhere Dichte an V-Defekten 300 auf als der zweite laterale Bereich 404.
Jeder laterale Abschnitt des zweiten lateralen Bereichs 404 ist maximal einen Abstand 405 von einem nächstgelegenen V- Defekt 300 entfernt. Der Abstand 405 liegt in der Größenord- nung der Ladungsträgerdiffusionslänge, insbesondere der Lö¬ cherdiffusionslänge. Der Abstand 405 kann beispielsweise zwi¬ schen 0,2 ym und 10 ym liegen.
Figur 6 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine vorstrukturierte Oberfläche 411 einer Schichtstruktur 410. Die vorstrukturierte Oberfläche 411 kann wiederum eine Oberfläche eines Substrats sein, auf die die übrige
Schichtstruktur 410 aufgewachsen wird. Die vorstrukturierte Oberfläche 411 kann auch die Oberfläche einer epitaktisch aufgewachsenen Schicht der Schichtstruktur 410 sein.
Die vorstrukturierte Oberfläche 411 weist wiederum regelmäßig angeordnete Strukturen auf, die gemeinsam einen ersten lateralen Bereich 413 bilden. Die Strukturen des ersten lateralen Bereichs 413 sind im dargestellten Beispiel wiederum nahe der Knoten eines Rechteckgitters angeordnet, könnten jedoch auch anders angeordnet sein. Die übrigen Abschnitte der vorstruk¬ turierten Oberfläche 411 bilden einen zweiten lateralen Bereich 414.
Figur 7 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht 412 der Schichtstruktur 410. Die leuchtaktive Schicht 412 wurde oberhalb der vorstrukturierten Oberfläche 411 durch epitaktisches Wachstum erzeugt. Dabei haben sich oberhalb der Strukturen der vorstrukturierten
Oberfläche 411, die den ersten lateralen Bereich 413 bilden, jeweils Gruppen 416 von V-Defekten 300 gebildet. Oberhalb je¬ der Struktur des ersten lateralen Bereichs 413 sind ein oder mehrere V-Defekte 300 angeordnet. Somit weist der erste late- rale Bereich 413 der leuchtaktiven Schicht 412 eine höhere
Dichte an V-Defekten 300 auf als der zweite laterale Bereich 414.
Jeder laterale Abschnitt des zweiten lateralen Bereichs 414 ist dabei maximal einen Abstand 415 von einem nächstgelegenen V-Defekt 300 entfernt, der in der Größenordnung der Ladungs¬ trägerdiffusionslänge, insbesondere der Löcherdiffusionslän- ge, liegt. Wiederum kann der Abstand 415 beispielsweise zwi¬ schen 0,2 ym und 10 ym betragen.
Figur 8 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine vorstrukturierte Oberfläche 421 einer Schichtstruktur 420. Die vorstrukturierte Oberfläche 421 kann eine Oberfläche eines Substrats sein, auf die die übrige Schichtstruktur 420 aufgewachsen wird. Die vorstrukturierte Oberfläche 421 kann aber auch eine Oberfläche einer epitaktisch gewachsenen
Schicht der Schichtstruktur 420 sein.
Die vorstrukturierte Oberfläche 421 weist Strukturen auf, die gemeinsam einen ersten lateralen Bereich 423 bilden. Die Strukturen sind dabei entlang der Kanten eine Rechtecks ange¬ ordnet und jeweils etwa kreisscheibenförmig ausgebildet. Die übrigen Abschnitte der vorstrukturierten Oberfläche 421 bilden einen zweiten lateralen Bereich 424.
Figur 9 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine leuchtaktive Schicht 422 der Schichtstruktur 420. Die leuchtaktive Schicht 422 wurde epitaktisch oberhalb der vor¬ strukturierten Oberfläche 421 der Schichtstruktur 420 erzeugt. Im ersten lateralen Bereich 423 haben sich dabei V- Defekte 300 gebildet. Hierdurch weist der erste laterale Be¬ reich 423 der leuchtaktiven Schicht 422 eine höhere Dichte an V-Defekten 300 auf als der zweite laterale Bereich 424.
Jeder laterale Abschnitt des zweiten lateralen Bereichs 424 ist höchstens um einen Abstand 425 von einem nächstgelegenen V-Defekt 300 des ersten lateralen Bereichs 423 entfernt. Der Abstand 425 liegt in der Größenordnung der Ladungsträgerdif¬ fusionslänge, insbesondere der Löcherdiffusionslänge, und kann beispielsweise zwischen 0,2 ym und 10 ym betragen.
Figur 10 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch eine unfertige Schichtstruktur 500. Die Schichtstruktur 500 umfasst ein Substrat 510. Das Substrat 510 kann bei¬ spielsweise Saphir, SiC oder Si aufweisen.
Auf dem Substrat 510 ist eine Halbleiterschicht 520 angeord¬ net, die epitaktisch aufgewachsen worden ist. Die Halbleiterschicht 520 kann beispielsweise GaN aufweisen. Die Halb¬ leiterschicht 520 weist eine Mehrzahl an Defekten 560 auf, die sich in vertikaler Richtung bzw. Wachstumsrichtung durch die Halbleiterschicht 520 erstrecken. Bei den Defekten 560 kann es sich insbesondere um Fadenversetzungen handeln.
Auf der Halbleiterschicht 520 der Schichtstruktur 500 ist ei- ne strukturierte Maskenschicht 530 angeordnet. Figur 11 zeigt eine schematische Aufsicht auf die Maskenschicht 530. Die Maskenschicht 530 kann beispielsweise Si02 oder SiN aufwei¬ sen . Die strukturierte Maskenschicht 530 weist Öffnungen auf, die gemeinsam einen geöffneten Bereich 531 der Maskenschicht 530 bilden. Von der Maskenschicht 530 abgedeckte Bereiche der Halbleiterschicht 520 bilden gemeinsam einen abgedeckten Bereich 532. Der geöffnete Bereich 531 bildet einen ersten la- teralen Bereich. Der abgedeckte Bereich 532 bildet einen zweiten lateralen Bereich 534.
Der erste laterale Bereich 533 kann beispielsweise die Form des ersten lateralen Bereichs 403 der Schichtstruktur 400, die Form des ersten lateralen Bereichs 413 der Schichtstruktur 410 oder die Form des ersten lateralen Bereichs 423 der Schichtstruktur 420 aufweisen. Der erste laterale Bereich 533 und der zweite laterale Bereich 534 können jedoch auch als sich abwechselnde Streifen ausgebildet sein, wie dies schema- tisch in der Aufsicht der Figur 11 dargestellt ist. Die den zweiten lateralen Bereich 534 bildenden Abschnitte des abgedeckten Bereichs 532 der Maskenschicht 530 weisen bevorzugt eine Breite zwischen etwa 3ym und etwa 8ym auf. Die Abstände
zwischen zwei Abschnitten des abgedeckten Bereichs 532, also die Breite der Abschnitte des geöffneten Bereichs 531, weisen bevorzugt Größen zwischen 1 ym und 10 ym auf. Figur 12 zeigt in schematischer Darstellung einen weiteren Schnitt durch die Schichtstruktur 500, nachdem eine weitere Halbleiterschicht 540 und eine leuchtaktive Schicht 550 auf¬ gewachsen wurden. Figur 13 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf die leuchtaktive Schicht 550.
Die weitere Halbleiterschicht 540 kann GaN aufweisen und n- dotiert sein. Die weitere Halbleiterschicht 540 der
Schichtstruktur 500 entspricht dann dem n-dotierten Kristall 110 der Schichtstruktur 100. Die leuchtaktive Schicht 550 entspricht der leuchtaktiven Schicht 200 der Schichtstruktur 100 und kann wie diese aufgebaut sein.
Während des Wachstums der weiteren Halbleiterschicht 540 ha¬ ben sich die im ersten lateralen Bereich 533, also unterhalb der geöffneten Maskenbereiche 531, angeordneten Defekte 560 als fortgesetzte Defekte 563 aus der Halbleiterschicht 520 durch die weitere Halbleiterschicht 540 in Wachstumsrichtung der Schichtstruktur 500 fortgesetzt. Einige der im ersten lateralen Bereich 533 der Halbleiterschicht 520 angeordneten Defekte 560 haben sich während des Wachstums der weiteren
Halbleiterschicht 540 auch als ausgelöschte Defekte 562 ge¬ genseitig ausgelöscht. Im zweiten lateralen Bereich 534 der Halbleiterschicht 520 unterhalb der abgedeckten Maskenberei¬ che 532 angeordnete Defekte 560 haben sich als blockierte De- fekte 561 nicht in Wachstumsrichtung der Schichtstruktur 500 durch die weitere Halbleiterschicht 540 fortgesetzt.
Somit haben sich im Wesentlichen nur im ersten lateralen Bereich 533 Defekte 560, 563 durch die weitere Halbleiter¬ schicht 540 fortgesetzt. Beim Wachstum der leuchtaktiven Schicht 550 haben die Defekte 560, 563 eine höhere Wahr¬ scheinlichkeit für die Entstehung von V-Defekten 300 bewirkt Somit haben sich im ersten lateralen Bereich 533 der leucht-
aktiven Schicht 550 mehr V-Defekte 300 pro lateraler Fläche gebildet als im zweiten lateralen Bereich 534 der leuchtaktiven Schicht 550. Im ersten lateralen Bereich 533 weist die leuchtaktive Schicht 550 somit eine höhere Dichte an V- Defekten 300 auf als im zweiten lateralen Bereich 534.
Figur 14 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch ein Substrat 610. Figur 15 zeigt im schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine Oberfläche des Substrats 610. Das Substrat 610 weist Saphir auf.
Die Oberfläche des Substrats 610 ist derart strukturiert, dass Erhebungen 611 ausgebildet sind, die durch Vertiefungen 612 voneinander getrennt sind. Die Erhebungen 611 können auch als Dome bezeichnet werden. Im dargestellten Beispiel sind die Erhebungen 611 als runde Kegelstümpfe ausgebildet.
Die Erhebungen 611 und Vertiefungen 612 des Substrats 610 können dazu dienen, eine Lichtauskopplung aus einer auf dem Substrat 610 aufgewachsenen Schichtstruktur und einem daraus gebildeten optoelektronischen Bauelement zu verbessern. Die Erhebungen 611 und Vertiefungen 612 können jedoch auch eine laterale Modulation einer Verteilung von V-Defekten in einer oberhalb des Substrats 610 angeordneten leuchtaktiven Schicht bewirken. Die Erhebungen 611 können beispielsweise einen Durchmesser zwischen 2 ym und 4 ym aufweisen. Ein Abstand zwischen zwei benachbarten Erhebungen 611 kann beispielsweise zwischen 0,5 ym und 6 ym liegen. Figur 16 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch eine Schichtstruktur 600, die durch epitaktisches
Wachstum auf der Oberfläche des Substrats 610 entstanden ist. Dabei wurden in Wachstumsrichtung aufeinander folgend eine Halbleiterschicht 620, eine leuchtaktive Schicht 630 und eine weitere Halbleiterschicht 640 aufgewachsen. Figur 17 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf die leuchtaktive Schicht 630.
Die Halbleiterschicht 620 kann GaN aufweisen und n-dotiert sein. Die Halbleiterschicht 520 entspricht dann dem n- dotierten Kristall 110 der Schichtstruktur 100. Die leuchtaktive Schicht 630 kann der leuchtaktiven Schicht 200 der
Schichtstruktur 100 entsprechen und wie diese aufgebaut sein. Die weitere Halbleiterschicht 640 kann GaN aufweisen und p- dotiert sein. Die weitere Halbleiterschicht 640 kann dem p- dotierten Kristall 120 der Schichtstrutur 100 entsprechen. Das Wachstum der Halbleiterschicht 620 ist ausgehend von den Erhebungen 611 erfolgt und hat sich von dort sowohl in verti¬ kaler Richtung (der Hauptwachstumsrichtung) als auch in lateraler Richtung in die Vertiefungen 612 hinein fortgesetzt. Dabei ist im lateralen Bereich oberhalb der Erhebungen 611 eine höhere Zahl an Defekten 660 entstanden als in anderen lateralen Bereichen der Halbleiterschicht 620. Auch in den Mitten der Vertiefungen 612 zwischen zwei Erhebungen 611, wo zwei sich in laterale Richtung fortsetzende Teile der Halb¬ leiterschicht 620 aneinander gestoßen sind, haben sich mehr Defekte 660 gebildet. Die Defekte 660 können wiederum insbe¬ sondere Fadenversetzungen sein, die sich in vertikaler Richtung, also der Hauptwachstumsrichtung, durch die Halbleiterschicht 620 fortsetzen. In der leuchtaktiven Schicht 630 haben die Defekte 660 eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Entstehung von V-Defekten 300 bewirkt. Somit haben sich oberhalb der Erhebungen 611 des Substrats 610 und oberhalb der Mitten der Vertiefungen 612 zwischen zwei Erhebungen 611 des Substrats 610 mehr V-Defekte 300 pro lateraler Fläche gebildet als in anderen lateralen
Bereichen der leuchtaktiven Schicht 630. Diese Bereiche bil¬ den einen ersten lateralen Bereich 630 der leuchtaktiven Schicht 630, in dem V-Defekte 300 mit höherer Dichte auftre¬ ten. Die übrigen lateralen Bereiche der leuchtaktiven Schicht 630 bilden einen zweiten lateralen Bereich 614, in dem V- Defekte 300 mit geringerer Dichte auftreten.
Die laterale Geometrie des ersten lateralen Bereichs 613 und des zweiten lateralen Bereichs 614 kann alternativ zum in Figuren 14 bis 17 dargestellten Dreieckgitter auch denen der lateralen Bereiche 403, 404 der Schichtstruktur 400, der la- teralen Bereiche 413, 414 der Schichtstruktur 410 oder der lateralen Bereiche 423, 424 der Schichtstruktur 420 entsprechen .
Figur 18 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch ein Substrat 710. Figur 19 zeigt in schematischer Darstellung eine Aufsicht auf eine Oberfläche des Substrats 710. Das Substrat 710 weist wiederum Saphir auf.
Die Oberfläche des Substrats 710 ist strukturiert und weist hohe Erhebungen 711 auf, die durch Vertiefungen 712 voneinander beabstandet sind. Zusätzlich weist die Oberfläche des Substrats 710 niedrige Erhebungen 715 auf, die in Richtung senkrecht zur Oberfläche des Substrats 710 weniger hoch aus¬ gebildet sind als die hohen Erhebungen 711. Die niedrigen Er- hebungen 715 können auch in lateraler Richtung einen geringeren Durchmesser als die hohen Erhebungen 711 aufweisen. Es ist auch möglich, dass die niedrigen Erhebungen 715 eine andere Form als die hohen Erhebungen 711 aufweisen oder mit einer abweichenden Zahl pro lateraler Fläche vorgesehen sind.
Die hohen Erhebungen 711 und die niedrigen Erhebungen 715 an der Oberfläche des Substrats 710 dienen gemeinsam dazu, eine Auskopplung von Licht aus einer durch epitaktisches Wachstum auf dem Substrat 710 erzeugten Schichtstruktur 700 zu verbes- sern. Die hohen Erhebungen 711 bewirken zusätzlich ein Auftreten von V-Defekten mit höherer Dichte in lateralen Bereichen einer leuchtaktiven Schicht der Schichtstruktur 700 oberhalb der hohen Erhebungen 711 und in Stoßbereichen mittig zwischen benachbarten hohen Erhebungen 711. Die niedrigen Er- hebungen 715 beeinflussen das Auftreten von V-Defekten dagegen nicht wesentlich. Somit bilden auch bei der Schichtstruktur 700 die Bereiche, in denen die hohen Erhebungen 711 angeordnet sind und die Bereiche mittig zwischen benachbarten ho-
hen Erhebungen 711 gemeinsam einen ersten lateralen Bereich 713, während die übrigen lateralen Abschnitte einen zweiten lateralen Bereich 714 bilden. In einer leuchtaktiven Schicht der Schichtstruktur 700 ist im ersten lateralen Bereich 713 eine Dichte von V-Defekten höher als im zweiten lateralen Bereich 714.
Figur 20 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch eine weitere Schichtstruktur 800. Die Schichtstruktur 800 weist Übereinstimmungen mit der Schichtstruktur 500 der Figur 12 auf. Entsprechende Komponenten sind daher mit denselben Bezugszeichen versehen wie dort.
Insbesondere weist die Schichtstruktur 800 eine leuchtaktive Schicht 550 auf, bei der in einem ersten lateralen Bereich
533 eine höhere Dichte an V-Defekten 300 vorhanden ist als in einem zweiten lateralen Bereich 534. Dies wurde im darget- sellten Beispiel nach der anhand der Figuren 10 bis 13 erläu¬ terten Methode erreicht. Es wäre jedoch auch möglich, dass die Dichte der V-Defekte 300 in der leuchtaktiven Schicht 550 nach einer der anhand der Figuren 14 bis 19 erläuterten Methode lateral moduliert wurde.
Bei der Schichtstruktur 800 wurde auf der leuchtaktiven
Schicht 550 eine weitere Halbleiterschicht 870 aufgewachsen. Die weitere Halbleiterschicht 870 kann GaN aufweisen und p- dotiert sein. Die weitere Halbleiterschicht 870 kann dem p- dotierten Kristall 120 der Schichtstruktur 100 entsprechen. Auf die weitere Halbleiterschicht 870 wurde eine Kontakt¬ schicht 880 aufgebracht. Die Kontaktschicht 880 weist ein elektrisch leitendes Material auf, beispielsweise ein Metall. Die Kontaktschicht 880 dient dazu, eine elektrisch leitende Verbindung zur weiteren Halbleiterschicht 870 herzustellen, um einen Stromfluss durch die Halbleiterschicht 870, die leuchtaktive Schicht 550 und die Halbleiterschicht 540 zu er¬ möglichen. Figur 21 zeigt eine Aufsicht auf die Kontakt¬ schicht 880.
Die Kontaktschicht 880 ist in lateraler Richtung nicht durch¬ gängig ausgebildet, sondern weist geschlossene Bereiche 881 und geöffnete Bereiche 882 auf. Die geschlossenen Bereiche 881 sind dabei in vertikaler Richtung (der Wachstumsrichtung der Schichtstruktur 800) oberhalb der ersten lateralen Bereiche 533 der leuchtaktiven Schicht 550 angeordnet. Die geöff¬ neten Bereiche 882 sind in vertikaler Richtung oberhalb der zweiten lateralen Bereiche 534 der leuchtaktiven Schicht 550 angeordnet. Hierbei wird ausgenutzt, dass eine Injektion von Ladungsträgern in die leuchtaktive Schicht 550 in vertikaler Richtung bevorzugt über die V-Defekte 300 im ersten lateralen Bereich 533 stattfindet. Daher ist eine Stromeinprägung in die weitere Halbleiterschicht 870 oberhalb des zweiten late- ralen Bereichs 534 nicht erforderlich.
In der leuchtaktiven Schicht 550 durch Rekombination von in die leuchtaktive Schicht 550 injizierten Ladungsträgern erzeugte elektromagnetische Strahlung kann die Schichtstruktur 800 durch die weitere Halbleiterschicht 870 verlassen. In den geöffneten Bereichen 882 der Kontaktschicht 880 findet dabei keine Absorption der elektromagnetischen Strahlung statt, wodurch insgesamt mehr elektromagnetische Strahlung die
Schichtstruktur 800 verlassen kann. Hierdurch steigt die Ef- fizienz eines aus der Schichtstruktur 800 hergestellten optoelektronischen Bauelements.
Figur 22 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch eine weitere Schichtstruktur 900. Die Schichtstruktur 900 weist Übereinstimmungen mit den Schichtstrukturen 800 und 500 der Figuren 20 und 12 auf. Entsprechende Komponenten sind daher mit denselben Bezugszeichen versehen.
Im Unterschied zur Schichtstruktur 800 ist bei der
Schichtstruktur 900 auf der Oberseite der weiteren Halbleiterschicht 870 anstelle der Kontaktschicht 880 eine Kon¬ takt- und Spiegelschicht 980 angeordnet. Die Kontakt- und Spiegelschicht 980 weist Kontaktbereiche 981 und Spiegelbe-
reiche 982 auf. Die Kontaktbereiche 981 sind in vertikaler Richtung (der Hauptwachstumsrichtung der Schichtstruktur 900) oberhalb der ersten lateralen Bereiche 533 der leuchtaktiven Schicht 550 angeordnet. Die Spiegelbereiche 982 sind in ver- tikaler Richtung oberhalb der zweiten lateralen Bereiche 534 der leuchtaktiven Schicht 550 angeordnet. Die Kontaktbereiche 981 und die Spiegelbereiche 982 können unterschiedliche Mate¬ rialien aufweisen. Die Kontaktbereiche 981 weisen ein elektrisch leitendes Mate¬ rial auf, das sich besonders gut für eine elektrische Kontak- tierung der weiteren Halbleiterschicht 870 eignet. Beispiels¬ weise können die Kontaktbereiche 981 ein Material mit einem besonders geringen Kontaktwiderstand aufweisen.
Die Spiegelbereiche 982 weisen ein Material auf, dass elekt¬ romagnetische Strahlung der Wellenlänge, die die leuchtaktive Schicht 550 der Schichtstruktur 900 imitiert, besonders wirk¬ sam reflektiert. Beispielsweise können die Spiegelbereiche 982 Ag aufweisen. Der Kontaktwiderstand des Materials der Spiegelbereiche 982 ist dabei weniger erheblich.
Die Kontaktbereiche 981 der Kontakt- und Spiegelschicht 980 dienen dazu, eine elektrisch leitende Verbindung zur weiteren Halbleiterschicht 870 der Schichtstruktur 800 herzustellen, um einen vertikalen Stromfluss durch die Schichtstruktur 900 anzuregen. Da eine Injektion von Ladungsträgern in die leuchtaktive Schicht 550 wiederum bevorzugt durch die V- Defekte 300 im ersten lateralen Bereich 533 der leuchtaktiven Schicht 550 stattfindet, ist es ausreichend, dass die Kon¬ taktbereiche 981 in vertikaler Richtung oberhalb des ersten lateralen Bereichs 533 der leuchtaktiven Schicht 550 angeord¬ net sind. Durch den Stromfluss durch die leuchtaktive Schicht 550 er¬ zeugte elektromagnetische Strahlung kann die Schichtstruktur 900 ausgehend von der leuchtaktiven Schicht 550 in Richtung der weiteren Halbleiterschicht 540 verlassen. Hierzu können
in Wachstumsrichtung tiefer liegende Schichten der Schichtstruktur 900 beispielsweise während der Herstellung eines optoelektronischen Bauelements aus der Schichtstruktur 900 abgetrennt werden. In der leuchtaktiven Schicht 550 in Richtung der weiteren Halbleiterschicht 870 emittierte Strah¬ lung kann in den Spiegelbereichen 982 der Kontakt- und Spiegelschicht 980 reflektiert und in Richtung der weiteren Halb¬ leiterschicht 540 zurückgeworfen werden. Hierdurch erhört sich die Menge der elektromagnetischen Strahlung, die die Schichtstruktur 900 insgesamt verlassen kann. Dadurch erhöht sich die Effizienz eines aus der Schichtstruktur 900 hergestellten optoelektronischen Bauelements.
Figur 23 zeigt rein beispielhaft eine schematische perspekti- vische Darstellung eines optoelektronischen Bauelements 1000. Das optoelektronische Bauelement 1000 kann beispielsweise ei¬ ne Leuchtdiode sein. Das optoelektronische Bauelement 1000 weist ein Gehäuse 1010 auf. Auf dem Gehäuse 1010 ist ein LED- Chip 1020 angeordnet, der aus einer Schichtstruktur 1025 ge- fertigt ist. Die Schichtstruktur 1025 kann dabei wie die Schichtstruktur 100, die Schichtstruktur 400, die
Schichtstruktur 410, die Schichtstruktur 420, die
Schichtstruktur 500, die Schichtstruktur 600, die
Schichtstruktur 700, die Schichtstruktur 800 oder die
Schichtstruktur 900 ausgebildet sein.
Die Erfindung wurde anhand des bevorzugten Ausführungsbei¬ spiels näher illustriert und beschrieben. Dennoch ist die Erfindung nicht auf die offenbarten Beispiele eingeschränkt. Vielmehr können hieraus andere Variationen vom Fachmann abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .
Bezugs zeichenliste
100 Schichtstruktur
101 Wachstumsrichtung
110 n-dotierter Kristall
120 p-dotierter Kristall
130 Trennschicht
131 erste Dicke
132 zweite Dicke
200 leuchtaktive Schicht
210 erster Quantenfilm
211 erste Dicke
212 zweite Dicke
215 erste Barriere
216 erste Dicke
217 zweite Dicke
220 zweiter Quantenfilm
225 zweite Barriere
230 dritter Quantenfilm
240 erste Transportrichtung
250 zweite Transportrichtung
300 V-Defekt
301 erster V-Defekt
302 zweiter V-Defekt
310 Facette
320 Öffnung
330 Spitze
340 Füllung
341 Tiefe
400 Schichtstruktur
401 vorstrukturierte Oberfläche
402 leuchtaktive Schicht
403 erster lateraler Bereich
404 zweiter lateraler Bereich
405 Abstand
410 Schichtstruktur
411 vorstrukturierte Oberfläche
412 leuchtaktive Schicht
413 erster lateraler Bereich
414 zweiter lateraler Bereich
415 Abstand
416 Gruppe 420 Schichtstruktur
421 vorstrukturierte Oberfläche
422 leuchtaktive Schicht
423 erster lateraler Bereich
424 zweiter lateraler Bereich 425 Abstand
500 Schichtstruktur
510 Substrat
520 Halbleiterschicht
530 Maskenschicht
531 geöffneter Bereich
532 abgedeckter Bereich
533 erster lateraler Bereich
534 zweiter lateraler Bereich 540 weitere Halbleiterschicht
550 leuchtaktive Schicht
560 Defekt
561 blockierter Defekt
562 ausgelöschter Defekt
563 fortgesetzter Defekt
600 Schichtstruktur
610 Substrat
611 Erhebung
612 Vertiefung
613 erster lateraler Bereich
614 zweiter lateraler Bereich 620 Halbleiterschicht
630 leuchtaktive Schicht
640 weitere Halbleiterschicht
660 Defekt 00 Schichtstruktur
10 Substrat
711 hohe Erhebung
712 Vertiefung
713 erster lateraler Bereich
714 zweiter lateraler Bereich
715 niedrige Erhebung
800 Schichtstruktur
870 weitere Halbleiterschicht
880 Kontaktschicht
881 geschlossener Bereich
882 geöffneter Bereich
900 Schichtstruktur
980 Kontakt- und Spiegelschicht
981 Kontaktbereich
982 Spiegelbereich
1000 Optoelektronisches Bauelement
1010 Gehäuse
1020 LED-Chip
1025 Schichtstruktur