Beschreibung
Verfahren zur Vereinzelung von oberflächenmontierbaren Halb¬ leiterbauteilen und zur Bestückung derselben mit Außenkontak- ten
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vereinzelung von o- berflächenmontierbaren Halbleiterbauteilen und zur Bestückung derselben mit Außenkontaktflachen.
Derzeit werden Leadless-Gehäuse, wie beispielsweise TSLP- (thin small leadless package) -Gehäuse mittels eines Trenn¬ schleifprozesses vereinzelt. Dazu wird zunächst ein metalli¬ scher Träger, auf dem eine Vielzahl von Halbleiterbauteilen auf einer gemeinsamen Platte aus einer Kunststoffgehäusemasse angeordnet sind, chemisch abgeätzt, so dass nun freiliegende Verdrahtungsstrukturen, die ursprünglich auf dem metallischen Träger angeordnet waren, frei zugänglich sind. Dadurch können entsprechende metallische Kontaktflächen der Verdrahtungs- strukturen zu Außenkontaktflachen beschichtet oder mit Außen¬ kontakten bestückt werden.
Eine Vielzahl der Halbleiterbauteile wird unter der gemeinsa¬ men sog. "Moldkappe", die im Folgenden Verbundplatte genannt wird, in eine gemeinsame Kunststoffmasse eingebettet. Die
Verbundplatte vereinigt die unterschiedlichsten Komponenten der Halbleiterbauteile, wie Halbleiterchips, Verbindungsele¬ mente, Außenkontaktflächen usw., in einem plattenförmigen Kunststoffkörper, der anschließend nach dem Bestücken mit den Außenkontaktflächen sägetechnisch in einzelne oberflächenmon- tierbare Halbleiterbauteile aufgetrennt wird. Dazu wird die Verbundplatte auf eine Sägefolie geklebt und anschließend werden auf dieser Sägefolie mittels einer Wafersäge die Halb-
leiterbauteile singuliert. Auf der Sägefolie sind die Halb¬ leiterbauteile nach dem Singulieren derart angeordnet, dass sie über die Außenkontaktflachen bzw. die Außenkontakte auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden können, bevor sie von der Sägefolie abgenommen und in entsprechende Transportgurte verpackt werden.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die bekannten Trenn¬ schleifprozesse zur Vereinzelung der Halbleiterbauteile auf- grund der hohen Belastung der Kunststoffgehäuse und dem Ver¬ schleiß der Sägeblätter während dieser Fertigungsvorgänge diese Trennschleiprozesse prozesstechnisch aufwendig sind. Ein Grund die Ausfallquote nach dem Trennschleifen ist darin zu sehen, dass nicht nur der metallische Träger weggeschlif- fen wird, sondern auch die angrenzende Verdrahtungsstruktur in Mitleidenschaft gezogen werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, mit dem die Fertigung oberflächenmontierbarer Halbleiterbauteile erleichtert wird und die Ausschußrate bei der Fertigung ver¬ mindert wird. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Be¬ schriftung der Bauteile in den Bauteilpositionen einer Ver¬ bundplatte zu ermöglichen, bevor die Halbleiterbauteile wei¬ ter verarbeitet werden.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der unabhängigen An¬ sprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Vereinzelung von ober- flächenmontierbaren Halbleiterbauteilen und zur Bestückung derselben mit Außenkontaktflachen angegeben. Das Verfahren weist dazu nachfolgende Verfahrensschritte auf.
Zunächst wird eine Verbundplatte auf einem perforierten me¬ tallischen Träger hergestellt, der in Zeilen und Spalten an¬ geordnete Halbleiterbauteilpositionen aufweist. Der metalli- sehe Träger kann auch mehrere Verbundplatten aufweisen. Für eine derartige Verbundplatte werden Komponenten mehrerer Halbleiterbauteile in eine gemeinsame Kunststoffgehäusemasse eingebettet. Dazu weist die Verbundplatte auf ihrer Untersei¬ te eine Verdrahtungsstruktur mit Metallkontakten zum metalli- sehen Träger hin auf. Die Oberseite der Verbundplatte wird von einer ebenen Fläche der gemeinsamen Kunststoffgehäusemas¬ se aller Halbleiterbauteile einer Verbundplatte gebildet.
In einem nächsten Schritt werden Trenngräben in die Kunst- stoffgehäusemasse der Verbundplatte mittels Laserablation zum Vereinzeln der Halbleiterbauteilpositionen eingebracht. Dazu umgeben die Trenngräben die Halbleiterbauteilpositionen. Die Tiefe der mit Laserablation eingebrachten Trenngräben wird durch den metallischen Träger begrenzt.
Nach dem Einbringen der Trenngräben kann wiederum mittels La¬ serablation eine Bauteilbeschriftung auf den Oberseiten der Kunststoffgehäuse in den jeweiligen Bauteilpositionen aufge¬ bracht werden. Nach dem Beschriften der Kunststoffgehäuse der Halbleiterbauteile wird auf die Oberseiten der Kunststoffge¬ häuse eine gemeinsame Klebstofffolie als Haltestreifen aufge¬ bracht. Nun kann, ohne dass die Halbleiterbauteile einer Ver¬ bundplatte auseinander fallen, der metallische Träger unter Beibehaltung der Halbleiterbauteilpositionen auf der Kleb- stofffolie und unter Freilegen der auf der Unterseite der Verbundplatte angeordneten Metallkontakte, entfernt werden.
Die freiliegenden Metallkontakte werden nun mit oberflächen- montierbaren Kontaktaußenflächen verstärkt. Auch dieses Ver¬ stärken kann durch eine entsprechende Beschichtung gleichzei¬ tig für die Vielzahl der Metallkontakte der einzelnen HaIb- leiterbauteile geschehen, ohne dass ein einzelnes Bestücken von einzelnen Außenkontaktflachen in jeder der Metallflächen¬ positionen erforderlich wird. Nachdem somit Außenkontaktflä- chen geschaffen sind, kann die Funktionsfähigkeit der Halb¬ leiterbauteile noch auf der Klebstofffolie durch Kontaktieren der aufgebrachten frei zugänglichen Außenkontaktflachen ge¬ prüft werden. Anschließend werden die Halbleiterbauteile un¬ ter Abnehmen funktionstüchtiger und beschrifteter Halbleiter¬ bauteile von der Klebstofffolie vereinzelt.
Dieses Verfahren zum Vereinzeln von Halbleiterbauteilen und zum Aufbringen von Außenkontaktflachen für oberflächenmon- tierbare Halbleiterbauteile hat den Vorteil, dass fertigungs¬ technisch unkritische Verfahrensschritte durchgeführt werden können. Anstelle des äußerst kritischen Aussägens von HaIb- leiterbauteilen auf einer Klebstofffolie wird mit .diesem Ver¬ fahren, noch während die Halbleiterbauteile auf dem metalli¬ schen Träger in Form einer Verbundplatte zusammengehaltenen werden, ein schonender Laserabtrag eingebracht. Die Laser¬ trenntechnik ermöglicht es, dass die Trennspuren in Form von Trenngräben in ihrer Breite gegenüber den Sägespuren, die von der Dicke der Sägeblätter abhängig sind, vermindert werden können.
Weiterhin hat dieses Verfahren den Vorteil, dass die Kleb- stofffolie für ein gemeinsames Aufbringen einer Vielzahl von Außenkontaktflächen auf die Unterseiten der Halbleiterbautei¬ le genutzt werden kann. Schließlich kann das Einbringen der Trenngräben mittels Laserablation mit dem Beschriften der e-
benen Oberflächen der Halbleiterbauteile geeignet kombiniert werden. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass das Einbringen der Trenngräben relativ unabhängig von Wölbun¬ gen der Verbundplatte ist. Es ist folglich nicht notwendig, wie bei dem sägetechnischen Trennverfahren, die Verbundplatte auf einer entsprechend formstabilen Sägefolie anzuordnen, die keinerlei oder nur äußerst geringe Verwölbung der Verbund¬ platte beim Anbringen der Sägefugen toleriert.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden im Anschluss an das Testen der Funktionsfähigkeit der Halblei¬ terbauteile und im Anschluss an das Vereinzeln der Halblei¬ terbauteile diese von der Klebstofffolie in einen Transport¬ gurt verpackt. Ein Beschriften der einzelnen Bauteile ent- fällt, denn auch dieses ist bereits für viele Bauteile gleichzeitig auf der Oberseite der Verbundplatte bzw. auf ei¬ nem metallischen Träger geschehen. Sowohl die visuelle Kon¬ trolle als auch die messtechnische Überprüfung der Halblei¬ terbauteile zeigt, dass die Ausschussrate durch das erfin- dungsgemäße Verfahren geringer werden konnte und somit eine größere Anzahl an funktionsfähigen Halbleiterbauteilen pro Charge versandt werden können.
Die Verdrahtungsstruktur mit Metallkontakten auf der Unter- seite der Verbundplatte wird zunächst durch selektive galva¬ nisches Abscheiden von Metallstrukturen auf dem metallischen Träger in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hergestellt. Dazu wird vorzugsweise der Träger aus einer Kup¬ ferlegierung gebildet, wobei in den jeweiligen vorgesehenen Halbleiterbauteilpositionen nicht nur Metallkontaktflächen abgeschieden werden können, sondern Verbindungsleitungen her¬ gestellt werden können, die eine elek-trische Verbindung zwi-
sehen Metallkontaktflächen und Kontaktflächen der Halbleiter¬ chips über Bonddrähte oder Flipchip-Kontakte ermöglichen.
Auf diese Verdrahtungsstruktur wird vorzugsweise in den HaIb- leiterbauteilpositionen vor dem Aufbringen einer Kunststoff¬ gehäusemasse ein Halbleiterchip aufgebracht und dieser wird über Verbindungselemente mit der Verdrahtungsstruktur elekt¬ risch verbunden. Sowohl die Verdrahtungsstruktur auf dem me¬ tallischen Träger als auch der Halbleiterchip sowie seine Verbindungselemente zu der Verdrahtungsstruktur bilden Kompo¬ nenten eines Halbleiterbauteils einer Halbleiterbauteilposi¬ tion.
Dazu kann der Halbleiterchip mittels Klebetechnik auf die Verdrahtungsstruktur aufgebracht werden. Wenn ein elektri¬ scher Kontakt zu der Verdrahtungsstruktur herzustellen ist, kann diese Klebetechriik auch mit einem Leitklebstoff durchge¬ führt werden. Andere bevorzugte Möglichkeiten, den Halblei¬ terchip elektrisch mit der Verdrahtungsstruktur zu verbinden, bilden Löttechniken, wobei sowohl eutektische Löttechniken als auch Diffusionslöttechniken sowie Weichlottechniken, ins¬ besondere mit bleifreien Loten für das Aufbringen der Halb¬ leiterchips auf die Verdrahtungsstruktur zur Verfügung ste¬ hen.
Als Verbindungselemente zwischen entsprechenden Kontaktflä¬ chen des Halbleiterchips und der Verdrahtungsstruktur werden Bonddrähte oder Flipchip-Kontakte eingesetzt. Für das Anbrin¬ gen von Bonddrähten wird der Halbleiterchip mit seiner Rück- seite auf der Verdrahtungsstruktur fixiert und anschließend werden entsprechende Kontaktanschlussflächen der Verdrah¬ tungsstruktur über Bonddrähte mit entsprechenden Kontaktflä¬ chen auf der aktiven Oberseite des Halbleiterchips verbunden.
Bei Halbleiterchips mit Flipchip-Kontakten werden diese auf entsprechende Kontaktanschlussflächen gelötet, die in Größe, Struktur und Anordnung der Größe und Anordnung der Flipchip- Kontakte des Halbleiterchips angepasst sind.
Nachdem die Komponenten, wie die metallischen Kontaktflächen der Verdrahtungsstruktur, die Verdrahtungsstruktur selbst, der Halbleiterchip und die entsprechenden Verbindungen zur Verdrahtungsstruktur hergestellt sind, wird auf eine Vielzahl von Halbleiterbauteilen eine gemeinsame Kunststoffgehäusemas- se aufgebracht, um eine Verbundplatte auf dem metallischen Träger herzustellen. Dabei können mehrere Verbundplatten hin¬ tereinander auf einem derartigen metallischen Träger positio¬ niert werden, wobei nun die Kunststoffgehäusemasse in einem bevorzugten Durchführungsbeispiel des Verfahrens mittels ei¬ nes Dispensionsverfahrens aufgebracht wird. Bei diesem Dispensionsverfahren werden die Komponenten in den Halblei¬ terbauteilpositionen in die Kunststoffgehäusemasse eingebet¬ tet.
Eine weitere Möglichkeit des Einbettens der Komponenten be¬ steht mit Hilfe von Spritzgussverfahren, bei denen unter ho¬ hem Druck die Kunststoffmasse einer Verbundplatte in entspre¬ chende Spitzgussformen eingepresst wird, wobei der hohe Druck dafür sorgt, dass sämtliche Zwischenräume zwischen den Kompo¬ nenten vollständig von Kunststoffmasse aufgefüllt werden.
Nach dem Ausformen des metallischen Trägers mit seinen aufge¬ brachten Verbundplatten aus der Spritzgussform kann nun das Einbringen der Trenngräben in jeder der Verbundplatten bzw. der KunstStoffmassen der Verbundplatten durchgeführt werden. Nach dem Einbringen der Trenngräben, welche die Halbleiter¬ bauteile umgeben, ist die Laserenergie des Lasergerätes für
ein Beschriften der Oberseite der Kunststoffmasse gegenüber der Laserenergie für das Einbringen der Trenngräben herunter¬ zufahren, so dass mit verminderter Laserenergie nun die Be¬ schriftung auf die Vielzahl der entstandenen Halbleiterbau- teile, die noch auf dem metallischen Träger fixiert sind, aufgebracht wird.
Nach der Beschriftung der Oberflächen folgt das Aufbringen einer Klebstofffolie, wobei diese Klebstofffolie mit einer Perforation versehen wird, bevor sie als Haltestreifen auf die Kunststoffgehäusemasse der Halbleiterbauteilpositionen aufgeklebt wird. Mit Hilfe dieser Perforation der Klebstoff¬ folie kann jedes der Halbleiterbauteile in den Halbleiterbau¬ teilpositionen verbleiben und dennoch gemeinsam mit den ande- ren Halbleiterbauteilen weiter bearbeitet werden. Dazu er¬ folgt das Entfernen des metallischen Trägers unter Beibehal¬ tung der Halbleiterbauteilpositionen auf der Klebstofffolie mittels Nassätzen. Neben dem Nassätzen kann der Träger auch durch Plasmaätzen, das als Trockenätzverfahren bekannt ist, entfernt werden oder auch mittels Laserablation abgenommen werden.
Bei dem Entfernen des Trägers werden nun mindestens die Me- tallkontakte auf der Unterseite der Halbleiterbauteile frei- gelegt. Diese Metallkontakte können über die Verdrahtungs¬ struktur mit den eingebetteten Verbindungselementen mit dem Halbleiterchip elektrisch in Verbindung stehen. Diese Metall¬ kontakte werden nun zu oberflächenmontierbaren Außenkontakt- flachen vorzugsweise mittels Lottechnik verstärkt. Andere Verstärkungsmöglichkeiten bestehen darin, dass die oberflä- chenmontierbaren Außenkontaktflächen mittels galvano-chemi- scher Abscheidung aufgebracht werden oder das Verstärken der
Metallkontakte zu oberflächenmontierbaren Außenkontaktflachen mittels stromloser Abscheidung von Metallen erfolgt.
Zusätzlich zu den Außenkontaktflachen können auf die funkti- onsfähigen Halbleiterbauteile vor einem Abnehmen von der
Klebstofffolie auch Lotkugeln aufgelötet werden. Diese Lotku¬ geln als Außenkontakte haben den Vorteil, dass sie je nach Aufbau und Strukturierung einen begrenzten Ausgleich zwischen thermischen Ausdehnungskoeffizienten und eine begrenzte Dämp- fung von Thermospannung zwischen einem oberflächenmontierba¬ ren Halbleiterbauteil und einer übergeordneten Schaltungspla¬ tine bilden können.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass mit Hilfe des Lasers der gesamte metallische Träger mit mehreren Verbundplatten zu Halbleiterbauteilen strukturiert werden kann. Dazu wird der "Moldcompound" bzw. die gemeinsame Kunststoffgehäusemasse bis auf den metallischen Träger hinunter in entsprechenden Trenn¬ gräben abgetragen, ohne dass der metallische Träger, der eine Kupferlegierung sein kann, beschädigt wird. Ein derartiger sog. "Precut-Laser" kann nach dem Strukturieren mit verrin¬ gerter Leistung die einzelnen Bauteile bereits beschriften. Anschließend ist es möglich, die in den Halbleiterbauteilpo¬ sitionen aufgetrennten, doch noch über den metallischen Trä- ger zusammengehaltenen Halbleiterbauteile in der Galvanik durch Abätzen des Trägers voneinander zu trennen, so dass sie nur noch durch die Klebefolie zusammengehalten werden.
Danach können die Kontaktflächen der einzelnen Halbleiterbau- teile chemisch-metallisch beschichtet werden, um Außenkon- taktflächen für die oberflächenmontierbaren Halbleiterbautei¬ le herzustellen. Die Klebefolie mit den anhaftenden Halblei¬ terbauteilen und ihren Außenkontaktflächen können dann im
Prüffeld die Funktionstüchtigkeitsprüfung der Halbleiterbau¬ teile ermöglichen. Danach werden die funktionstüchtigen Bau¬ teile direkt von der Klebstofffolie in einen entsprechenden Transportgurt übertragen.
Somit hat das erfindungsgemäße Verfahren die folgenden Vor¬ teile.
1. Eliminieren des Trennschleifprozesses;
2. Reduzieren der Sägespurbreite auf ein Minimum; 3. Einsatz von dünneren und dadurch günstigeren Klebefolien als beim Sägetrennprozess;
4. Eine Handhabung von einzelnen Verbundplatten ist nicht notwendig, da die kleinste Einheit beim Vereinzeln, beim Laminieren der Klebstofffolie und bei der Galvanik die Größe des ursprünglichen Trägers ist;
5. Ein gesonderter Reinigungsschritt wie das sog. "Spinc- leaning", wie es nach dem Sägen erforderlich ist, kann entfallen;
6. Ein Durchbiegen von Verbundplatten aufgrund der Kunst- stoffgehäusemasse, dadurch dass als Kunststoffgehäuse¬ masse niederviskose Pressmassen verwendet werden, ist unkritisch bei diesem Verfahren, da direkt nach dem sog. "Molden" oder Spritzgießen ein Entlastungsschritt, der sog. "Precut" durchgeführt werden kann; und 7. Ein Singulieren von nicht rechteckigen Halbleiterbautei¬ len ist möglich.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf einen metal¬ lischen Träger mit 4 aufgebrachten, teilweise in
Bauteilpositionen getrennte Verbundplatten mit ei¬ ner Vielzahl von Halbleiterbauteilpositionen;
Figur 2 zeigt eine vergrößerte schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt B der Figur 1;
Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht des metalli¬ schen Trägers mit aufgebrachten Verbundplatten;
Figur 4 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht eines Ausschnitts A der Figur 3;
Figur 5 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Kleb¬ stofffolie, die auf die Oberseiten der aufgetrenn- ten Verbundplatten aufgebracht ist;
Figur 6 zeigt eine schematische Seitenansicht auf die Ver¬ bundplatten der Klebstofffolie und auf den metalli¬ schen Träger;
Figur 7 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht eines Ausschnitts der Figur 6;
Figur 8 zeigt eine schematische Draufsicht auf die Kleb- stofffolie der Figur 5 und auf die Unterseite der aufgetrennten Verbundplatten;
Figur 9 zeigt eine vergrößerte schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt D der Figur 8;
Figur 10 zeigt eine schematische Seitenansicht der Kleb¬ stofffolie mit aufgetrennten Verbundplatten;
Figur 11 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht eines Ausschnitts der Figur 10.
Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf einen metalli- sehen Träger 4 mit vier aufgebrachten, teilweise in Halblei¬ terbauteilpositionen 7 getrennte Verbundplatten 3 mit einer Vielzahl von Halbleiterbauteilpositionen 7. Der Träger 4 weist an seinen Randseiten 18 und 19, die nicht von Verbund¬ platten 3 bedeckt sind, Perforationen 16 auf, deren Perfora- tionslöcher 17 derart angeordnet sind, dass ein automatischer Transport sowie ein passgenaues Einfügen in entsprechende Haltemechanismen von Fertigungsvorrichtungen möglich ist. Dieser metallische Träger 4 wird auch als Flachleiterrahmen bzw. "Leadframe" aus historischen Gründen bezeichnet, ob- gleich der metallische Träger 4 keine Flachleiter bzw. "Leads" aufweist.
Vielmehr sind auf dem metallischen Träger 4 unter sog. "MoId- kappen" in den Halbleiterbauteilpositionen 7 Komponenten von Halbleiterbauteilen 1 in eine Kunststoffgehäusemasse 8 der Verbundplatten 3 eingebettet. Zu diesen eingebetteten Halb¬ leiterbauteilkomponenten gehören ein Halbleiterchip und Ver¬ bindungselemente von dem Halbleiterchip zu einer Verdrah¬ tungsstruktur und zu Metallkontakten. Die Metallkontakte sind auf den metallischen Träger galvanisch aufgebracht und von der hier gezeigten Draufsicht auf vier dieser Verbundplatten 3 eines metallischen Trägers 4 nicht sichtbar.
Die äußerst rechte Verbundplatte 3 ist in dieser Darstellung bereits durch Einbringen von Trenngräben 11 in Halbleiterbau- teilpositionen 7 aufgeteilt, welche in Zeilen 5 und Spalten 6 angeordnete Halbleiterbauteile 1 aufweisen. Die Trenngräben 11 werden in die Kunststoffgehäusemasse 8 durch Laserablation
eingebracht und teilen die Verbundplatte 3 in einzelne Halb¬ leiterbauteile 1 auf, die jedoch noch auf dem metallischen Träger 4 fixiert sind. Da die Oberseite 10 der Verbundplatten 3 frei zugänglich ist, ist es möglich, vor oder nach dem Ein- bringen der Trenngräben 11 eine Beschriftung auf der Obersei¬ te 13 der Kunststoffgehäusemasse 8 in den Halbleiterbauteil¬ positionen 7 vorzunehmen. Dazu ist in Figur 1 ein Ausschnitt B markiert, der in Figur 2 näher dargestellt wird.
Figur 2 zeigt eine vergrößerte schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt B der Figur 1. In dem Ausschnitt B sind die Trenngräben 11, die eine Halbleiterbauteilposition 7 umgeben, zu sehen, wobei diese Trenngräben 11 durch Laserablation ein¬ gebracht werden und der gleiche Laser jedoch bei geringerer Strahlungsintensität dazu benutzt wird, um die in Figur 2 ge¬ zeigte Bauteilbeschriftung 12 auf die Oberseite 13 der Kunst- stoffgehäusemasse 8 aufzubringen.
Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht des metalli- sehen Trägers 4 mit aufgebrachten Verbundplatten 3. Ferner zeigt Figur 3 einen Ausschnitt A, der in Figur 4 in vergrö¬ ßerter Form dargestellt wird.
Figur 4 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht ei- nes Ausschnitts A der Figur 3. In diesem Ausschnitt A sind drei Halbleiterbauteile 1 in Seitenansicht dargestellt, die durch zwei Trenngräben 11 in der Kunststoffgehäusemasse 8 ge¬ trennt sind. Die Tiefe t der Trenngräben 11 wird durch den metallischen Träger 4 begrenzt, wobei während der Laserabla- tion aufgrund des höheren Reflektionsvermögens des metalli¬ schen Trägers 4, der in dieser Ausführungsform aus einer Kup¬ ferlegierung besteht, der Laserabtrag in den Trenngräben 11 begrenzt wird. Dabei entspricht die Dicke d der Halbleiter-
bauteile 1 der Dicke der auf dem Träger 4 aufgebrachten Ver¬ bundplatten 3.
Auf die Darstellung der Halbleiterkomponenten, wie einer Ver- drahtungsstruktur auf der Unterseite 9 der Verbundplatte 3 sowie eines Halbleiterchips und seiner Verbindungselemente wurde in dieser Darstellung verzichtet, da die Figur 4 ledig¬ lich eine vergrößerte schematische Seitenansicht des in Figur 3 gezeigten Ausschnitts A zeigt. Im Prinzip kann diese Tech- nik des Lasertrennens, dessen Ergebnis in Figur 4 gezeigt wird, und der Laserbeschriftung, dessen Ergebnis in Figur 2 gezeigt wird, für die unterschiedlichsten Verbundplatten 3 eingesetzt werden. Eine Verwölbung der Verbundplatte 3 auf dem metallischen Träger 4 ist bei dieser Technik unproblema- tisch. Die Laserablation kann nämlich in vorteilhafter Weise derartigen Verwölbungen nachgeführt werden. Außerdem können Verspannungen und Verwölbungen, die beim Aufbringen der Kunststoffgehäusemasse 8 auftreten könnten, durch die Trenn¬ gräben 11 in vorteilhafter Weise ausgeglichen werden.
Figur 5 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Kleb¬ stofffolie 14, die auf die Oberseite 13 der Kunststoffgehäu- semasse 8 der aufgetrennten Verbundplatten 3 aufgebracht ist. Sowohl die Verbundplatten 3 als auch der metallische Träger 4 sind mit gestrichelten Linien dargestellt, da sie unterhalb der Zeichenebene und damit unterhalb der Klebstofffolie 14 angeordnet sind. Diese Klebstofffolie 14 dient gleichzeitig als Haltestreifen 15 für die Weiterverarbeitung der aufge¬ trennten Halbleiterbauteile 1, wobei diese mit ihren be- schrifteten Oberseiten 13 an der Klebstofffolie 14 haften.
Die Perforation 16 und die Perforationslöcher 17 werden auf die Haltefolie 15 in Form der Klebstofffolie 14 übertragen,
so dass auf der Klebstofffolie 14 die gleichen Justage- und Ausrichtmöglichkeiten für die aufgetrennten Halbleiterbau¬ teilpositionen 7 bestehen, wie auf dem metallischen Träger 4. Demzufolge können auch mehrere metallische Träger 4 auf einer derartigen Klebstofffolie 14 angeordnet werden. Da die Halb¬ leiterbauteile 1 mit ihren Oberseiten 13 durch die Klebstoff¬ folie 14 in ihren Positionen fixiert sind, kann nun der noch vorhandene Träger 4 entfernt werden.
Figur 6 zeigt eine schematische Seitenansicht auf die Ver¬ bundplatten 3 mit Klebstofffolie 14 und metallischem Träger 4. Ferner zeigt Figur 6 einen Ausschnitt C, der in Figur 7 in vergrößertem Maßstab dargestellt wird.
Figur 7 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht des Ausschnitts C der Figur 6. Der Verbundkörper 3 ist hier in einzelne Halbleiterbauteile 1 bereits durch die Trenngräben 11 getrennt, wobei auf der Oberseite 13 die in Figur 2 ge¬ zeigte Beschriftung der Halbleiterbauteile 1 angeordnet ist und auf der Unterseite 9 der Verbundplatte 3 eine Verdrah¬ tungsstruktur des Halbleiterbauteils 1 angeordnet ist, die durch Abätzen des metallischen Trägers 4 von der Unterseite 9 der Verbundplatte 3 freigelegt werden kann.
Figur 8 zeigt eine schematische Draufsicht auf die Klebstoff¬ folie 14 der Figur 5 und auf die Unterseiten 9 der aufge¬ trennten Verbundplatten 3. Die Halbleiterbauteile 1 sind nach wie vor in Zeilen 5 und Spalten 6 durch die Trenngräben 11 aufgeteilt und liegen nach Entfernen des in Figur 7 gezeigten Trägers 4 völlig frei. Dabei sind auf den Unterseiten 9 der Verbundplatten 3 nun Metallkontakte zugänglich, die in weite¬ ren Schritten mit Außenkontaktflächen 2 bestückt werden kön¬ nen. Dieses Bestücken erfolgt jedoch nicht einzeln, sondern
parallel und gleichzeitig für sämtliche auf der Unterseite 9 zugängliche Metallkontakte. Dazu kann in einem galvanischen Bad oder durch stromlose Abscheidung der Metallkontakt ver¬ stärkt werden, wobei auch Auflötverfahren einsetzbar sind.
Figur 9 zeigt eine vergrößerte schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt D der Figur 8. Auch hier begrenzen die Trenngräben 11 ein Halbleiterbauteil 1, wobei auf der hier sichtbaren Unterseite 9 Außenkontaktflächen 2 unterschiedli- eher Größen angeordnet sind. In der Mitte des Halbleiterbau¬ teils 1 sind auf der Unterseite 9 größere Kontaktflächen an¬ geordnet als an den Rändern des Halbleiterbauteils. Das zeigt, dass auf den größeren Kontaktflächen im Zentrum, die Teil einer Verdrahtungsstruktur sind, Halbleiterchips ange- ordnet sind, während die in den Randbereichen angesiedelten Außenkontaktflächen 2. als Signalanschlüsse oder Stromversor¬ gungsanschlüsse zum Halbleiterchip hin dienen.
Da sämtliche Außenkontaktflächen 2 auf der Unterseite 9 ange- ordnet sind, ist dieses ein Halbleiterbauteil.1, das oberflä- chenmontierbar auf eine übergeordnete Schaltungsplatine ange¬ bracht werden kann, wenn diese übergeordnete Schaltungsplati¬ ne entsprechende Kontaktflächen gleicher Größe und Anordnung aufweist. Andererseits ist es möglich, auf diese Außenkon- taktflächen 2 Außenkontakte in Form von Lotbällen aufzubrin¬ gen und somit ein Halbleiterbauteil 1 zu schaffen, das über Lotkugeln mit übergeordneten Schaltungsplatinen verbindbar ist.
Figur 10 zeigt eine schematische Seitenansicht der Klebstoff¬ folie 14 mit aufgetrennten Verbindungsplatten und einem Aus¬ schnitt E dieser Seitenansicht.
Figur 11 zeigt eine vergrößerte schematische Seitenansicht des Ausschnitts E der Figur 10. Auf der Unterseite 9 des Halbleiterbauteils 1 sind die in Figur 9 gezeigten Außenkon- taktflachen 2 angeordnet. Die Trenngräben 11 reichen bis zu der Kunststofffolie 14, die gleichzeitig eine Haltefolie 15 darstellt. Auf dieser Kunststofffolie 14 können die Außenkon- taktflachen 2, die in Figur 9 gezeigt werden, durch Eintau¬ chen in ein Galvanikbad verstärkt werden. Dabei können sowohl Lotlegierungen als auch andere Edelmetallkontaktlegierungen aufgebracht werden, um einerseits die Metallkontaktflächen der Verdrahtungsstruktur zu verstärken und andererseits diese Metallflächen als Außenkontaktflachen vor Korrosion zu schüt¬ zen.
Da die Außenkontaktflächen nun frei zugänglich sind, kann in dieser Fertigungsphase jedes einzelne Halbleiterbauteil 1 auf seine Funktionsfähigkeit getestet werden, und auch auf der Haltefolie 15 können Halbleiterbauteile, die nicht den Quali¬ tätsanforderungen entsprechen, markiert werden, so dass nur die Halbleiterbauteile 1 von der Klebstofffolie 14 bzw. Hal¬ tefolie 15 abgenommen und in einem Transportgurt verpackt werden, die voll funktionstüchtig sind.