Brennkraftmaschine mit innerer Verbrennung
Die Erfindung betrifft eine Brennkraftmaschine mit innerer Verbrennung mit mindestens einem Zylinder, einer Kurbelwelle, auf der ein erstes Antriebsrad vorgesehen ist, mindestens einer Nockenwelle, auf der ein zweites Antriebsrad vorgesehen ist, einem Antriebsglied, das das erste Antriebsrad und das zweite Antriebsrad umschlingt, sowie mit mindestens einer Massenausgleichswelle, die über ein weiteres Antriebsrad mit dem Antriebsglied zwischen der Kurbelwelle und der Nockenwelle in Eingriff steht und auf diese Weise angetrieben ist.
In vielen Anwendungen sind die Baugröße und das Gewicht einer Brennkraftmaschine kritische Größen, die so gering als möglich gehalten werden müssen. Weitere Anforderungen sind in vielen Fällen ein einfacher Aufbau eine kostengünstige Herstellbarkeit. Dies trifft insbesondere auf kleine Brennkraftmaschinen zu, wie sie in Arbeitsgeräten, wie etwa Rasenmähern oder Kettensägen oder Motorrädern eingebaut sind. Da diese kleinen Brennkraftmaschinen in sinnvoller Weise nur als Einzylinder-Brennkraftmaschinen realisierbar sind, ist es vielfach notwendig, ein Massenausgleichswelle vorzusehen, um vor allem die freien Kräfte erster Ordnung zu kompensieren. Eine solche Massenausgleichswelle führt naturgemäß zu einem komplexeren Aufbau und vergrößert Bauvolumen und Gewicht der Brennkraftmaschine.
Eine Aufgabe ist es dabei, eine Lösung zu finden, bei der der zusätzliche Aufwand minimiert wird und sowohl das Bauvolumen als auch das Gewicht in geringen Grenzen gehalten werden können.
Aus der US 4,644,916 A und der US 5,564,380 A sind Brennkraftmaschinen mit einer Massenausgleichswelle bekannt, bei denen die Massenausgleichswelle platzsparend im V-Raum zwischen zwei Zylinderbänken angeordnet ist. Eine solche Lösung ist für großvolumige Brennkraftmaschinen sinnvoll realisierbar, kann jedoch nicht auf kleine Brennkraftmaschinen, insbesondere auf Einzylinder- Brennkraftmaschinen, angewendet werden.
Aus der FR 2 757 239 A ist eine Ausgleichseinrichtung für eine Brennkraftmaschine bekannt, bei der eine Spannwelle für einen Zahnriemen ein Ausgleichsgewicht aufweist. Eine ähnliche Lösung ist in der FR 2 328 842 A beschrieben. Beiden Lösungen ist gemeinsam, dass die Spannung des Antriebsgliedes durch die Kräfte überlagert wird, die den Massenausgleich bewirken. Es wird dadurch auf das Antriebsglied eine zusätzliche periodische Kraft ausgeübt, die zu einer unerwünschten Belastung des Antriebsgliedes und anderer Bauteile der Brennkraft-
maschine führt. Bei weiteren bekannten Lösungen wird das Antriebsglied durch zusätzliche Räder gespannt, die quer zu ihrer Achse verschiebbar gelagert sind. Solche Lösungen sind beispielsweise in der DE 28 29 042 A, der DE 26 49 467 A oder der JP 62-188835 A beschrieben. Bei solchen Lösungen muss der Verstellweg der Spanneinrichtung relativ groß sein, um einerseits den kurzfristigen z.B. thermisch bedingten Längenänderungen des Antriebsgliedes Rechnung tragen zu können und um andererseits die längerfristigen Längenänderungen beispielsweise durch Verschleiß und Dehnung aufnehmen zu können. Dadurch ändert sich im Zuge der Verstellung die Phasenlage der einzelnen Räder relativ stark zueinander, was beispielsweise den Massenausgleich in ungünstiger Weise beeinflusst.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und eine Lösung anzugeben, die sowohl kurzfristige als auch längerfristige Längenänderungen des Antriebsmittels gleichermaßen ohne Nachteile ausgleichen kann.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Antriebsglied als Kette ausgebildet ist und dass die Spannvorrichtung als Spannschiene ausgebildet ist, die an dem der Massenausgleichswelle gegenüberliegenden Abschnitt der Kette vorgesehen ist. Dies ist günstig, da die Kette innerhalb des Kurbelgehäuses umläuft und daher die Massenausgleichswelle sehr knapp am Kurbeltrieb angeordnet werden kann, ohne Wellenabdichtungen vornehmen zu müssen.
Besonders bevorzugt ist es, wenn das weitere Antriebsrad von außen in das Antriebsglied eingreift. Durch diese Maßnahme werden verschiedenen Vorteile erreicht. Zum einen wird dadurch sichergestellt, dass sich die Massenausgleichswelle gegenläufig zur Kurbelwelle dreht. Darüber hinaus wird durch diese Maßnahme der Umschlingungswinkel des Antriebesmittels um das erste und das zweite Antriebsrad erhöht, so dass die Kraftübertragung wesentlich verbessert wird und die Gefahr minimiert wird, dass bei stoßartigen Belastungen ein Überspringen der Kette bzw. des Zahnriemens stattfindet. Besonders bevorzugt ist es in diesem Zusammenhang, wenn das weitere Antriebsrad den einen Abschnitt des Antriebsgliedes so weit nach innen drückt, dass dieser in die Nähe des anderen Abschnittes des Antriebsgliedes kommt. Auf diese Weise können Umschlingungswinkel von 180° und mehr realisiert werden.
In einer besonders begünstigte Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Massenausgleichswelle quer zu ihrer Achse verstellbar gelagert ist. Dabei erfolgt die betriebsmäßige Spannung des Antriebsgliedes durch die Spannschiene, wobei jedoch zusätzlich durch die exzentrische Lagerung der Massenausgleichswelle eine Verstellmöglichkeit gegebenen ist, um längerfristige Längenänderungen des Antriebsgliedes auszugleichen. Auf diese Weise wird erreicht, dass das Antriebsglied durch die Massenausgleichskräfte nicht beeinflusst wird
und dass gleichzeitig durch die Bewegungen der Spannvorrichtung praktisch keine nennenswerte Phasenänderung der sich drehenden Bauteile der Brennkraftmaschine verursacht wird.
Im Hinblick auf die mechanisch Belastungen der Brennkraftmaschine um im Hinblick auf andere bauliche Aspekte hat es sich als besonders günstig herausgestellt, wenn die Massenausgleichswelle näher bei der Kurbelwelle liegt als bei der Nockenwelle.
Im Hinblick auf möglichst kompakte Außenabmessungen hat es sich weiter als besonders begünstigt herausgestellt, wenn die Massenausgleichswelle im Kurbelgehäuse angeordnet ist, wenn die Achse der Massenausgleichswelle durch den vom Pleuel der Brennkraftmaschine überstrichenen Bereichen durchgeht und wenn sie unmittelbar neben dem vom Pleuel überstrichenen Bereich liegt. Durch den Versatz der Massenausgleichswelle in Axialrichtung der Kurbelwelle werden bei dieser Lösung zwar unausgeglichene Momente erster Ordnung hervorgerufen, die jedoch aufgrund des geringen Hebelarmes relativ gering sind. Positiv bei dieser Lösung ist jedoch, dass durch die Massenausgleichswelle praktisch keinerlei bauliche Vergrößerung der Brennkraftmaschine resultiert.
Eine weitere Vereinfachung und Erhöhung der Integrationsdichte kann erreicht werden, wenn die Brennkraftmaschine als Einzylinder-Viertakt-Brennkraftmaschi- ne ausgebildet ist. Dies ist insbesondere auf die Konkurrenzfähigkeit von kleinen Viertakt-Brennkraftmaschinen in Bezug auf Zweitakt-Brennkraftmaschinen von wesentlicher Bedeutung.
Besonders günstig ist es, wenn gemeinsam mit der Massenausgleichswelle eine Führungsschiene gelagert ist. Auf diese Weise kann ein besonders ruhiger Lauf der Kette erzielt werden.
Eine konstruktiv besonders einfache Ausführungsvariante der Erfindung ist gegebenen, wenn die Massenausgleichswelle über ein Exzenter gelagert ist. Auch die Verstellung der Kettenspannung wird auf diese Weise erheblich vereinfacht.
Darüber hinaus es von besonderem Vorteil, wenn die Massenausgleichswelle gemeinsam mit der Führungsschiene über ein Exzenter gelagert ist. Dadurch kann unabhängig von der jeweiligen Verstellposition eine optimale Konfiguration der einzelnen Bauteile zueinander sichergestellt werden.
Weiters betrifft die vorliegende Erfindung eine Kettensäge mit einer Brennkraftmaschine der oben beschriebenen Art.
In der Folge wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine seitliche Ansicht der wesentlichen Teile einer erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine;
Fig. 2 eine Darstellung der Ausführungsvariante von Fig. 1 von der gegenüberliegenden Seite;
Fig. 3 eine weitere Ansicht des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 und 2;
Fig. 4 eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung in einer Darstellung entsprechend der von Fig. 2.
Die Brennkraftmaschine der Fig. 1 bis Fig. 3 besitzt eine Kurbelwelle 1, an der über ein Pleuel 2 ein Kolben 3 angelenkt ist. Die Kurbelwelle 1 ist fest mit einem ersten Antriebsrad 4 verbunden, während die oben liegende Nockenwelle 7 fest mit einem zweiten Antriebsrad 5 verbunden ist. Die beiden Antriebsräder 4, 5 sind durch ein Antriebsglied 6 in Form einer Kette 6 in Wirkverbindung, die diese umschlingt. Ein weiteres Antriebsrad 10 greift außen in das Antriebsglied 6 ein, um so eine Massenausgleichswelle 8 mit einem Ausgleichsgewicht 9 mit Kurbelwellendrehzahl gegenläufig zu dieser anzutreiben. Da das Antriebsglied 6 auf diese Weise nach innen gedrückt wird, wird erreicht, dass der Umschlingungs- winkel α des Antriebsglied 6 um das erste Antriebsrad 4 und der Umschlingungs- winkel ß um das zweite Antriebsrad 5 größer als 180° sind und in dem Bereich von etwa 200° liegen. Auf diese Weise wird eine größere Anzahl von Zähnen an den Antriebsrädern 4 und 5 gleichzeitig in Eingriff gebracht, was die Sicherheit der Übertragung wesentlich verbessert.
Eine Spannschiene 11 greift auf dem dem weiteren Antriebsrad 10 gegenüberliegenden Kettentrum an, und drückt dieses nach außen. Dadurch wird zusätzlich Platz für das weitere Antriebsrad 10 geschaffen, so dass dessen Achse 8a unwesentlich neben einer Ebene liegt, die von der Achse la der Kurbelwelle 1 und der Achse 7a der Nockenwelle 7 aufgespannt ist. Dadurch kann ein optimaler Massenausgleich erreicht werden.
Bei der Ausführungsvariante von Fig. 4 ist die Massenausgleichswelle 8 auf einem Exzenter 18 gelagert und auf diese Weise verstellbar ausgeführt. Gemeinsam mit der Massenausgleichswelle 8 ist eine Führungsschiene 19 über das Exzenter gelagert, so dass sich die Stellung der Führungsschiene 19 jeweils in optimaler Weise an das Antriebsrad 10 der Massenausgleichswelle 8 anpasst, wodurch ein ruhiger Lauf der Kette, die das Antriebsglied 6 bildet, gewährleistet ist.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, eine Brennkraftmaschine, die insbesondere für einen Antrieb einer Kettensäge geeignet ist, mit einem Massenausgleich auszustatten, ohne wesentlichen baulichen Zusatzsaufwand zu verursachen.