Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft eine Schublade zur Montage in einem Möbel. Die Schublade umfasst einen Boden und seitlich am Boden angeordnete Zargen. Zudem sind seitliche Führungsmittel vorhanden. Mit den Führungsmitteln sind Schubladenführungen verbindbar, welche möbelseitig montierbar sind. Die Schublade ist in Längsrichtung entlang den Schubladenführungen verschieblich.
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Im Weiteren betrifft die Erfindung ein Möbel, insbesondere ein Küchenmöbel, in welchem die besagte Schublade montiert ist.
Hintergrund
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Schubladenauszüge sind bekannt. Insbesondere im Küchenbau werden Schubladen aus Holz gefertigt. Sowohl die Böden, als auch die Frontseiten der Schubladenauszüge werden üblicherweise aus Holz gefertigt. Holz ist ein geeignetes Material, da es stark belastbar ist und die Schubladen mit entsprechend schwerem Inhalt befüllt werden können.
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Andererseits ist die Herstellung von Holzschubladen aufwändig und je nach Bearbeitung sind Holzschubladen nicht besonders hygienisch, weil sich z.B. Speisreste in Ritzen verfangen können.
Darstellung der Erfindung
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine verbesserte Schublade zu schaffen, die einfach und kostengünstig herstellbar ist und durch deren Einsatz Montagezeit gespart werden kann, insbesondere im Küchenbau.
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Diese Aufgabe wird durch eine Schublade gelöst, welche zur Montage in einem Möbel geeignet ist. Die Schublade umfasst
- einen Boden,
- seitlich am Boden angeordnete Zargen, und
- seitliche Führungsmittel, wobei die seitlichen Führungsmittel mit möbelseitig befestigten Schubladenführungen verbindbar sind, so dass die Schublade in Längsrichtung entlang den Schubladenführungen verschieblich ist. D.h. definitionsgemäss erstreckt sich die "Länge" der Schublade in diejenige Richtung, in welche die Schublade ausgezogen werden kann. Im Weiteren wird die Schublade durch ihre "Breite" und ihre "Höhe" definiert.
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Der Boden der Schublade umfasst Hohlräume. Die Hohlräume dienen dazu, dass mit einem möglichst geringen Materialaufwand ein stabiler Boden für die Schublade geschaffen werden kann. Solche Schubladen sind kostengünstig herstellbar.
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Mit Vorteil ist der Boden, insbesondere der vollständige Boden, ein Spritzgussteil oder der Boden, insbesondere der vollständige Boden, ist Bestandteil eines Spritzgussteils. Dadurch lässt sich der Boden effizient herstellen. Dies macht vor allem bei Schubladen für standardisierte Möbel Sinn, wie beispielsweise bei Küchenmöbeln.
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Insbesondere ist der Boden aus Kunststoff, insbesondere ist der Boden ein Kunststoffspritzgrussteil.
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Vorteilhaft erstrecken sich die Hohlräume über die gesamte Breite des Bodens. Dies ist notwendig, damit der Boden möglichst keine oder nur eine geringe Durchbiegung erfährt, wenn die Schublade mit schwerem Inhalt, wie einem Müllbehälter, belastet wird.
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Insbesondere weisen die Hohlräume an ihren Enden Öffnungen auf. Die Öffnungen sind insbesondere an den Rändern des Bodens angeordnet. Mit anderen Worten kann in Breitenrichtung durch die Hohlräume hindurchgeschaut werden.
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Vorteilhaft weist der Boden mindestens drei der Hohlräume auf. Dies führt zu einer verbesserten Stabilität, wenn mehrere Hohlräume von kleineren Dimensionen vorgesehen sind.
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Insbesondere können die Hohlräume länglich ausgestaltet und parallel zueinander angeordnet sein. Die Längsrichtung der Hohlräume erstreckt sich insbesondere in Breitenrichtung des Bodens.
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Vorteilhaft umfasst der Boden zwischen den Hohlräumen unterseitige Vertiefungen. Diese reduzieren den Materialaufwand für die Herstellung des Bodens als Spritzgrussteil. Trotzdem ist ein stabiler Boden herstellbar, welcher gut belastbar ist.
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Insbesondere sind die Vertiefungen durch Rippen in mehrere Abschnitte unterteilt.
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Mit Vorteil umfasst der Boden an seiner Oberseite eine Wellenstruktur und/oder eine Rippenstruktur, wobei die Wellenstruktur und/oder die Rippenstruktur mit dem Boden ein einstückiges Spritzgussteil bildet, insbesondere wobei sich die gewellte Oberfläche und/oder die Rippenstruktur sich zumindest annähernd über die volle Länge und/oder die volle Breite des Bodens erstrecken. Die Wellenstruktur und/oder Rippenstruktur dient dazu, dass auf dem Boden angeordnete Gegenstände, insbesondere Müllbehälter, sich nicht leicht verschieben. Ist die Rippenstruktur Bestandteil des Spritzgussteils des Bodens, braucht keine Anti-Rutschmatte auf dem Boden angeordnet zu werden. Dies erleichtert den Montageprozess der Schublade.
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Insbesondere ist rückseitig am Boden eine Wandung angeordnet, welche in einem Winkel von 90° zum Boden ausgerichtet ist und sich in die Höhe erstreckt. Der Boden und die Wandung sind als einstückiges Spritzgussteil ausgestaltet. Der rückseitige Boden dient dazu, dass auf dem Boden angeordnete Gegenstände nicht nach hinten von der Schublade fallen. Die einstückige Herstellung von Boden und rückseitiger Wandung erlaubt eine einfache und kostengünstige Herstellung der Schublade.
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Mit Vorteil umfasst die Wandung mindestens einen Hohlraum mit mindestens einer unterseitigen Öffnung. Der Hohlraum führt zu einer hohen Stabilität der Wandung bei geringem Materialaufwand.
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Insbesondere weist der Boden eine Breite von mindestens 35 cm, insbesondere mindestens 50 cm, und eine Länge von mindestens 35 cm, insbesondere von mindestens 40 cm, auf. Schubladen solcher Dimensionen sind besonders gut für den Einsatz in Küchen geeignet.
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Die Erfindung betrifft insbesondere auch ein Möbel, insbesondere ein Küchenmöbel, in welchem die beschriebene Schublade montiert ist. Auf der Schublade ist ein Müllbehälter angeordnet.
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Vorteilhaft ist der Müllbehälter mindestens 30 cm, insbesondere mindestens 40 cm, hoch und mindestens 20 cm, insbesondere 30 cm, breit. Insbesondere umfasst das Möbel ein Spülbecken, wobei die Schublade unterhalb des Spülbeckens montiert ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1 eine Schublade und einen auf der Schublade angeordneten Müllbehälter;
- Fig. 2 die Schublade in Explosionsdarstellung;
- Fig. 3 die Schublade in 3D-Ansicht mit schräger Sicht auf die Oberseite;
- Fig. 4 die Schublade in 3D-Ansicht mit schräger Sicht auf die Unterseite;
- Fig. 5a die Schublade mit Sicht von links;
- Fig. 5b die Schublade mit Sicht von oben;
- Fig. 5c die Schublade mit Sicht von rechts;
- Fig. 5d die Schublade mit Sicht von unten.
Weg zur Ausführung der Erfindung
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Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Schublade schräg von oben dargestellt. Die Schublade ist zwischen Seitenwänden eines Möbels angeordnet. Das Möbel kann ein beliebiges Möbel, insbesondere ein beliebiger Schrank oder eine Kommode sein und insbesondere ein zusammensetzbares Systemmöbel. In den Fig. 1 und 2 sind das Möbel und die Seitenwände des Möbels nicht gezeigt, um die Zeichnung zu vereinfachen. Insbesondere handelt es sich um ein Küchenmöbel, zum Beispiel ein Küchenmöbel in welchem ein Müllbehälter mit einer Kehrrichtsackhalterung untergebracht ist. Die Schublade kann im Küchenmöbel beispielsweise unterhalb der Spüle montiert werden.
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Die Schublade 1 umfasst einen Boden 2, zwei seitlich am Boden 2 angeordnete Zargen 3 und seitliche Führungsmittel 4. Die Führungsmittel 4 können mit Schubladenführungen verbunden werden, welche möbelseitig befestigt sind. Mittels den Schubladenführungen kann die Schublade 1 in Längsrichtung verschoben werden. Die Ausziehrichtung definiert die Länge L der Schublade. Die anderen Richtungen sind die Breite B und die Höhe H der Schublade. Der Boden 2 weist eine Länge von 45 cm und eine Breite von 50 cm auf.
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Auf dem Boden 2 der Schubladen ist ein Müllbehälter 5 angeordnet. Der Müllbehälter 5 weist eine Breite von 30 cm und eine Höhe von 50 cm auf.
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An der Frontseite sind links, rechts und auch mittig Montagepunkte 6 angeordnet, an welchen eine Frontplatte zur Abdeckung des Küchenmöbels montiert werden kann. Links und rechts sind die Montagepunkte 6 Bestandteil vertikaler Montagestreben. Rückseitig ist eine Wandung 7 vorhanden, welche in einem Winkel von 90° zum Boden 2 ausgerichtet ist. Am oberen Ende der Wandung 7 sind zwei Bügel 8 vorhanden. Die Wandung 7 und die Bügel 8 verhindern, dass auf dem Boden 2 angeordnete Gegenstände rückseitig von der Schublade 1 fallen. Die Wandung weist eine Höhe von 8.5 cm auf.
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Fig. 3 und 4 zeigen den Boden 2 mit der Wandung 7 in 3D-Ansicht. Fig. 3 zeigt den Boden 2 mit der Wandung 7 in schräger Ansicht auf die Oberseite und Fig. 4 zeigt den Boden 2 mit der Wandung 7 in schräger Ansicht auf die Unterseite. Die Fig. 5a bis 5d zeigen Ansichten von der linken Seite, von oben, von der rechten Seite und von unten.
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Der Boden 2 und die Wandung 7 bilden gemeinsam ein einstückiges Bauteil. Es ist ein Spritzgussteil aus Kunststoff. Sowohl der Boden 2 als auch die Wandung 7 umfassen Hohlräume 10, 11, 12, 13 und 14. Die Hohlräume 10 bis 13 erstrecken sich jeweils über die gesamte Breite B des Bodens 2, sodass an den seitlichen Enden des Bodens 2 Öffnungen sichtbar sind. Die Hohlräume 10 bis 13 sind in Breitenrichtung länglich ausgestaltet und parallel zueinander angeordnet.
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Zwischen den Hohlräumen 10 bis 13 sind an der Unterseite des Bodens 2 Vertiefungen 15 vorhanden. Die Vertiefungen 15 sind mittels Rippen 16 in kleinere Abschnitte unterteilt. Die Vertiefungen 15 sind in den Fig. 4 und 5d sichtbar. Die Hohlräume 10 bis 13 und die dazwischen angeordneten Vertiefungen 15 mit den Rippen 16 bilden einen stabilen Boden 2, der sich auch bei grosser Gewichtsbelastung entlang der Breite B kaum durchbiegt.
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Die Oberseite 21 des Bodens 2 ist als feine Wellenstruktur ausgestaltet. Die Wellenstruktur soll verhindern, dass beim Bewegen der Schublade die auf dem Boden 2 angeordneten Gegenstände verrutschen. Die Wellenstruktur ist in Fig. 5c in vergrösserter Detailansicht dargestellt. Die Wellen erstrecken annähernd entlang der gesamten Breite B.
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Die rückseitige Wandung 7 weist ebenfalls Hohlräume 14 auf. Die Hohlräume 14 sind mittels Rippen 17 in mehrere Abschnitte abgetrennt. Die Hohlräume 14 sind auf die Unterseite offen und deshalb in Fig. 5d gut sichtbar.
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Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt werden kann.