EP4701966A1 - Vorrichtung und verfahren zum verbinden zweier materialstreifen - Google Patents
Vorrichtung und verfahren zum verbinden zweier materialstreifenInfo
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- EP4701966A1 EP4701966A1 EP24722236.7A EP24722236A EP4701966A1 EP 4701966 A1 EP4701966 A1 EP 4701966A1 EP 24722236 A EP24722236 A EP 24722236A EP 4701966 A1 EP4701966 A1 EP 4701966A1
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Abstract
Angegeben wird eine Vorrichtung (10) zum Verbinden zweier Materialstreifen (60), (62), welche eine Fixierfunktionseinheit, eine Schneidefunktionseinheit und eine Klebefunktionseinheit umfasst, wobei zum Verbinden der beiden Materialstreifen (60), (62) diese mittels der Fixierfunktionseinheit fixierbar sind/fixiert werden, mittels der Schneidefunktionseinheit durchtrennbar sind/durchtrennt werden und mittels der Klebefunktionseinheit miteinander verbindbar sind/miteinander verbunden werden und wobei die Besonderheit darin besteht, dass die Fixierfunktionseinheit zumindest drei Klemmfinger (40), (42), (44) umfasst.
Description
Beschreibung
Vorrichtung und Verfahren zum Verbinden zweier Materialstreifen
Die hier vorgestellte Neuerung betrifft das technische Gebiet des Aufbringens (Auflegens, Aufklebens) von Abschnitten eines Materialstreifens (Materialbahn) auf einzelnen Papier- oder Kartonzuschnitten (Zuschnitten) oder einer weiteren Materialbahn, insbesondere Zuschnitten für Verpackungen.
Der Materialstreifen, zum Beispiel Silikonpapier, wird einem jeweiligen Prozess, zum Beispiel einem Produktionsprozess zur Herstellung von Verpackungsmaterial, kontinuierlich zugeführt und dort zu Abschnitten vereinzelt. Der Materialstreifen wird zwecks Zuführung zu dem jeweiligen Prozess zum Beispiel von einer Rolle oder dergleichen abgezogen. Wenn das Material auf der Rolle zu Ende geht, muss zu einer neuen Rolle gewechselt werden. Dabei ist auch eine Verbindung des von der bisher verwendeten Rolle stammenden Materialstreifens mit einem Materialstreifen von der neuen Rolle notwendig. Es ist also eine Verbindung zweier Materialstreifen notwendig und die hier vorgestellte Neuerung betrifft eine Vorrichtung sowie im Weiteren auch ein Verfahren zum Verbinden zweier Materialstreifen in einer solchen Situation.
Vorrichtungen zum Verbinden zweier Materialstreifen sind grundsätzlich an sich bekannt. Die nicht vorveröffentlichte DE 20 2022 104 612.3 beschreibt eine solche Vorrichtung.
Eine Aufgabe der hier vorgestellten Neuerung besteht darin, eine weitere Ausführungsform einer Vorrichtung zum Verbinden zweier Materialstreifen anzugeben, sowie im Weiteren auch darin, ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung, mithin ein Verfahren zum Verbinden zweier Materialstreifen anzugeben.
Diese Aufgabe wird bezüglich der Vorrichtung erfindungsgemäß mittels einer im Folgenden entsprechend der üblichen Fachterminologie als Splicer bezeichneten Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Vorrichtung - der Splicer - ist zum Verbinden zweier Materialstreifen, die zur Unterscheidung im Folgenden als erster, alter oder aktiver Materialstreifen bzw. als zweiter, neuer oder passiver Materialstreifen bezeichnet werden, bestimmt und eingerichtet. Beim Verbinden wird der neue Materialstreifen mit dem alten Materialstreifen verbunden.
Der Splicer umfasst eine ggf. mehrteilige Auflagefläche, über welche der alte Materialstreifen abläuft. Die Auflagefläche umfasst einen Klebebereich (Klebefläche). Im Klebebereich erfolgt das Verbinden der beiden Materialstreifen. Der Splicer umfasst des Weiteren beidseitig des Klebebereichs - nämlich in Ablaufrichtung des alten Materialstreifens beidseitig des Klebebereichs - auf die Auflagefläche oder auf ein Segment einer ggf. mehrteiligen Auflagefläche absenkbare Fixiermittel, insbesondere auf jeweils ein Segment einer ggf. mehrteiligen Auflagefläche absenkbare Fixiermittel.
Als Fixiermittel fungieren insbesondere im Folgenden als Klemm- oder Haltefinger bezeichnete Vorrichtungen. Die Klemm- oder Haltefinger werden entsprechend ihrer Position zur weiteren Unterscheidung als rollenseitiger Klemmfinger, mittlerer Klemmfinger und prozessseitiger Klemmfinger bezeichnet.
Auch eine ggf. mehrteilige Auflagefläche fungiert mit den davon umfassten Segmenten als Auflagefläche und funktional besteht kein Unterschied zwischen einer einstückigen Auflagefläche und einer mehre Segmente umfassenden mehrteiligen Auflagefläche. Darum wird auch im Folgenden oftmals nur von einer Auflagefläche oder der Auflagefläche gesprochen. Eine eventuelle Mehrtei ligkeit der Auflagefläche, also eine in zwei, drei oder mehr Segmente unterteilte Auflagefläche, ist dabei stets mitzulesen, zum Beispiel eine Auflagefläche mit einem Segment mit dem Klebebereich sowie einem oder jeweils einem davon getrennten Segment unterhalb
des rollenseitigen Klemmfingers, des mittleren Klemmfingers und/oder des prozessseitigen Klemmfingers.
Der rollenseitige Klemmfinger befindet sich in Ablaufrichtung der Materialstreifen vor dem Klebebereich oder am Anfang des Klebebereichs. Der Bereich vor dem Klebebereich ist die Rollenseite des Splicers. Der prozessseitige Klemmfinger befindet sich in Ablaufrichtung der Materialstreifen hinter dem Klebebereich oder am Ende des Klebebereichs. Der Bereich hinter dem Klebebereich ist die Prozessseite des Splicers. Der mittlere Klemmfinger befindet sich bevorzugt auf der Rollenseite des Splicers, nämlich in Ablaufrichtung der Materialstreifen hinter dem rollenseitigen Klemmfinger und vor dem Klebebereich oder am Anfang des Klebebereichs.
Beim Betrieb des inaktiven, aber aktivierbaren Splicers läuft der alte Materialstreifen unter den dann angehobenen Klemmfingern ab, nämlich zwischen der Auflagefläche und den Klemmfingern. Solange sich auf einer Rolle oder dergleichen mit dem Material des alten Materialstreifens noch ein ausreichender Vorrat zum weiteren Abzug des alten Materialstreifens für eine Versorgung eines stromabwärts (bezogen auf die Ablaufrichtung des alten Materialstreifens) des Splicers befindlichen Prozesses befindet, wird der Splicer nicht aktiviert, finden also keine automatischen Maßnahmen zum Verbinden eines neuen Materialstreifens mit dem alten Materialstreifen statt, und der alte Materialstreifen läuft durch den Splicer in Richtung auf den jeweiligen Prozess ab.
Der Vorteil des hier vorgeschlagen Splicers besteht darin, dass mit diesem einerseits ein oberer, neuer Materialstreifen mit einem unteren, alten Materialstreifen und andererseits ein unterer, neuer Materialstreifen mit einem oberen, alten Materialstreifen verbindbar ist und beim Betrieb des Splicers verbunden werden kann/ver- bunden wird.
Die Bezeichnungen „oben“ und „unten“ beziehen sich dabei auf eine Lage der Materialstreifen relativ zueinander. Beim Betrieb des Splicers befinden sich - zumindest dann, wenn der jeweils neue Materialstreifen im Splicer eingefädelt ist - der alte und der neue Materialstreifen über der Auflagefläche und selbst in unter-
schiedlichen Ebenen übereinander und erstrecken sich beidseits des Klebebereichs der Auflagefläche, nämlich rollenseitig und prozessseitig. Die Bezeichnungen „oben“ und „unten“ beziehen sich also auf eine jeweilige Lage des Matenalstreifens in einer dieser Ebenen.
Die hier vorgeschlagene Möglichkeit, einen oberen, neuen Materialstreifen mit einem unteren, alten Materialstreifen oder einen unteren neuen Materialstreifen mit einem oberen, alten Materialstreifen verbinden zu können, erlaubt vorteilhaft ein einfaches sukzessives Splicen, ohne dass ein Ort der Rolle, von dem der jeweilige alte Materialstreifen abläuft und bis zum Splicen abgelaufen ist, geändert werden muss. Es entfällt zum Beispiel ein ansonsten erforderliches aufwendiges Drehen oder sonstiges Bewegen der Rollenaufnahmen mit den jeweiligen Rollen (Rollenaufnahmen zur drehbaren Aufnahme jeweils einer Rolle, Rolle mit dem alten Materialstreifen, Rolle mit dem neuen Materialstreifen). Weil die Orte der beiden Rollen im gesamten Prozess unverändert bleiben und vorteilhaft unverändert bleiben können, bleibt auch die Führung des jeweiligen Materialstreifens von den beiden Rollen zum Splicer unverändert.
Dieser Vorteil wird damit erreicht, dass der Splicer drei Klemmfinger (zumindest drei Klemmfinger) umfasst, nämlich den rollenseitigen Klemmfinger, den mittleren Klemmfinger und den prozessseitigen Klemmfinger. Indem sich diese Klemmfinger beidseits des Klebebereichs befinden, sind mittels der Klemmfinger, nämlich mittels jeweils eines Klemmfingers, auf jeder Seite des Klebebereichs beide Materialstreifen oder einer der Materialstreifen fixierbar. Dort wo nur einer der Materialstreifen fixiert ist, lässt sich der jeweils andere Materialstreifen im Zuge des Splicens aus dem Bereich über dem Klebebereich entfernen. Dann kann der neue Materialstreifen mit dem alten Materialstreifen verbunden werden.
Mit anderen Worten ausgedrückt umfasst die hier vorgeschlagene Vorrichtung zum Verbinden eines neuen Materialstreifens mit einem alten Materialstreifen - der Splicer - Fixiermittel zum Fixieren eines alten Materialstreifens sowie eines neuen Materialstreifens sowie eine Auflagefläche mit einem Klebebereich. Als Fixiermittel fungieren insbesondere die bereits erwähnten Klemmfinger. Beim Betrieb des
Splicers befinden sich zum Verbinden der Materialstreifen der alte und der neue Materialstreifen über der Auflagefläche und dem dortigen Klebebereich und selbst in unterschiedlichen Ebenen übereinander (fluchtend übereinander) und erstrecken sich beidseits des Klebebereichs. Eine Art und ein jeweiliger Ort der Fixierung der Materialstreifen hängen von deren Funktion und Lage relativ zum jeweils anderen Materialstreifen ab. Wenn der alte Materialstreifen unter dem neuen Materialstreifen liegt (und entsprechend der neue Materialstreifen über dem alten Materialstreifen liegt), gilt Folgendes: Der alte Materialstreifen ist mittels der Fixiermittel beidseits des Klebebereichs fixierbar und der neue Materialstreifen ist mittels zumindest eines der Fixiermittel zumindest auf der Rollenseite des Klebebereichs fixierbar. Wenn der neue Materialstreifen unter dem alten Materialstreifen liegt (und entsprechend der alte Materialstreifen über dem neuen Materialstreifen liegt), gilt Folgendes: Der neue Materialstreifen ist mittels der Fixiermittel beidseits des Klebebereichs fixierbar und der alte Materialstreifen ist mittels zumindest eines der Fixiermittel zumindest auf einer Prozessseite des Klebebereichs fixierbar. Bezüglich der Fixierbarkeit eines Materialstreifens mit einem jeweiligen Fixiermittel gilt, dass beim Splicen eine solche Fixierung mittels des Fixiermittels erfolgt und der jeweilige Materialstreifen mit dem Fixiermittel fixiert wird.
Bei einem Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung, also einem Verfahren zum Betrieb eines solche Splicers sowie zum Verbinden eines neuen Materialstreifens mit einem alten Materialstreifen, ist vorgesehen, dass die Vorrichtung Fixiermittel zum Fixieren eines alten Materialstreifens sowie eines neuen Materialstreifens und eine Auflagefläche mit einem Klebebereich umfasst, dass sich beim Betrieb der Vorrichtung zum Verbinden der Materialstreifen der alte und der neue Materialstreifen über der Auflagefläche, nämlich über dem Klebebereich, und selbst in unterschiedlichen Ebenen übereinander befinden und sich beidseits des Klebebereichs erstrecken, dass der alte Materialstreifen im Falle einer Lage unter dem neuen Materialstreifen mittels der Fixiermittel beidseits des Klebebereichs fixiert wird und der neue Materialstreifen im Falle einer Lage über dem alten Materialstreifen mittels zumindest eines der Fixiermittel zumindest auf einer Rollenseite des Klebebereichs fixiert wird und dass der neue Materialstreifen im Falle einer Lage unter dem alten Materialstreifen mittels der Fixiermittel beidseits des Klebebereichs
fixiert wird und der alte Materialstreifen im Falle einer Lage über dem neuen Materialstreifen mittels zumindest eines der Fixiermittel zumindest auf einer Prozessseite des Klebebereichs fixiert wird.
Anzumerken ist hier, dass der Splicer drei grundsätzlich voneinander unabhängige Funktionseinheiten umfasst, nämlich Mittel zum Fixieren der Materialstreifen auf der Auflagefläche (Fixiermittel, Fixierfunktionseinheit), sodann Mittel zum Durchtrennen der auf der Auflagefläche fixierten Materialstreifen (Schneidmittel, Schneidefunktionseinheit) und schließlich Mittel zum Aufpressen eines Klebestreifens auf die durchtrennten Materialstreifen (Klebemittel, Klebefunktionseinheit), welche optional auch noch ein seitliches Abschneiden des Klebestreifens bewirken, nämlich ein seitliches Abschneiden entlang der Ränder der Materialstreifen.
Als Fixiermittel fungieren bei der hier vorgeschlagenen Neuerung die Klemmfinger. Die Klemmfinger sowie das oder jedes Mittel zu deren bestimmungsgemäßer Bewegung sind eine Fixierfunktionseinheit. Als Schneidmittel fungieren bei der hier vorgeschlagenen Neuerung ein erster Stempel und eine dortige Klinge. Der erste Stempel und dessen Klinge sowie das oder jedes Mittel zur bestimmungsgemäßen Bewegung des ersten Stempels sind eine Schneidefunktionseinheit. Als Klebemittel fungieren bei der hier vorgeschlagenen Neuerung ein zweiter Stempel bzw. der zweite Stempel und dortige Klingen. Der zweite Stempel oder der zweite Stempel und dessen Klingen sowie das oder jedes Mittel zur bestimmungsgemäßen Bewegung des zweiten Stempels sind eine Klebefunktionseinheit.
Grundsätzlich sind alle diese Funktionseinheiten - Fixierfunktionseinheit, Schneidefunktionseinheit und Klebefunktionseinheit - unabhängig voneinander. D.h. bei einem Splicer kann jede dieser Funktionseinheiten wie hier und im Folgenden beschrieben ausgeführt sein und beim Verbinden zweier Materialstreifen wie hier und im Folgenden beschrieben funktionieren, während eine der anderen Funktionseinheiten oder beide anderen Funktionseinheiten anders als hier und im Folgenden beschrieben ausgeführt sind und entsprechend anders funktionieren.
Die Definition des hier vorgeschlagenen Splicers kann dementsprechend ausgehend von der hier vorgelegten Beschreibung der Neuerung auch auf genau eine der genannten Funktionseinheiten oder zwei der genannten Funktionseinheiten beschränkt werden, ohne den Offenbarungsgehalt der vorgelegten Beschreibung zu verlassen. Im Folgenden ist also stets mitzulesen, dass ein Splicer in erfindungsgemäßer Ausführung notwendig nur genau eine der Funktionseinheiten wie hier und im Folgenden beschrieben umfasst, optional genau zwei der Funktionseinheiten wie hier und im Folgenden beschrieben umfasst und besonders bevorzugt alle drei Funktionseinheiten wie hier und im Folgenden beschrieben umfasst.
Für die weitere Beschreibung gilt zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen, dass Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem Splicer (Vorrichtung) sowie eventueller Ausgestaltungen beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit einem und für ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Splicers und umgekehrt gelten. Dementsprechend kann das Verfahren auch mittels einzelner oder mehrerer Verfahrensmerkmale fortgebildet sein, die sich auf von dem Splicer oder mittels des Splicers ausgeführte oder ausführbare Verfahrensschritte beziehen. Genauso kann der Splicer durch gegenständliche Mittel fortgebildet sein, die zur Ausführung von im Rahmen des Verfahrens vorgesehenen Verfahrensschritten bestimmt und/oder eingerichtet/hergerichtet sind.
Die Besonderheit des hier vorgeschlagenen Splicers sowie des Verfahrens zu dessen Betrieb besteht darin, dass der Splicer drei Klemmfinger (zumindest drei Klemmfinger) umfasst bzw. dass im Rahmen des Verfahrens beim Verbinden zweier Materialstreifen diese zumindest drei Klemmfinger zur Anwendung kommen. Aus der CH 684 701 A5 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum automatischen Verbinden der Enden zweier Materialstreifen bekannt. Die Vorrichtung umfasst beidseits eines Klebebereichs auf eine Auflagefläche absenkbare Gegenhalter, die im Sinne der Terminologie der hier vorgelegten Beschreibung im weitesten Sinne als Klemmfinger aufgefasst werden könnten. Die Vorrichtung umfasst also gewissermaßen zwei Klemmfinger. Die WO 2019/077741 A1 befasst sich mit einer Verarbeitung von Zellstoffbahnen und deren Verbindung miteinander im Rahmen der Verarbeitung. Die dafür vorgesehene Vorrichtung umfasst Fixiermittel („fixing
devices“). Auch wenn diese ggf. im weitesten Sinne als Klemmfinger aufgefasst werden könnten, umfasst die Vorrichtung jedenfalls nur zwei solche Fixiermittel.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgestellten Neuerung sind Gegenstand der Unteransprüche. Dabei verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des jeweils in Bezug genommen unabhängigen Anspruchs entsprechend der Merkmale des jeweiligen Unteranspruchs hin. Sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen. Des Weiteren ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer näheren Konkretisierung eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen, dass eine derartige Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden ist.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des Splicers umfasst dieser im Folgenden mitunter als Absenkmittel bezeichnete Vorrichtungen. Als Absenkmittel fungieren insbesondere ein absenkbarer, rollenseitiger Niederhalter in Ablaufrichtung der Materialstreifen zwischen dem ersten oder rollenseitigen Klemmfinger und dem zweiten oder mittleren Klemmfinger sowie ein absenkbarer, prozessseitiger Niederhalter in Ablaufrichtung der Materialstreifen zwischen dem Klebebereich und dem dritten oder prozessseitigen Klemmfinger. Bevorzugt ist jeder Niederhalter ähnlich wie die Klemmfinger eine fingerartige Vorrichtung und ist parallel zu den Klemmfingern ausgerichtet. Die Absenkmittel/Niederhalter dienen zur Führung jeweils eines Materialstreifens. Mit anderen Worten ausgedrückt umfasst der Splicer Absenkmittel beidseits des Klebebereichs, nämlich zum Absenken eines nicht mittels der Fixiermittel fixierten Abschnitts des alten oder neuen Materialstreifens auf einen mittels der Fixiermittel fixierten Abschnitt des neuen bzw. alten Materialstreifens.
Während ein Klemmfinger ganz auf die Auflagefläche absenkbar ist und beim Betrieb des Splicers auf die Ablagefläche abgesenkt wird, wird ein Niederhalter nicht ganz auf die Auflagefläche abgesenkt oder zumindest nur so auf die Auflagefläche abgesenkt, dass ein zwischen dem Niederhalter und der Auflagefläche befindlicher
Abschnitt eines Materialstreifens noch beweglich ist (noch unter dem Niederhalter herausgezogen werden kann). Das Herabdrücken des jeweiligen Materialstreifens führt dazu, dass der erfasste Abschnitt des Materialstreifens auf dem anderen Materialstreifen aufliegt oder zumindest dicht über dem anderen Materialstreifen verläuft; der erfasste Abschnitt des Materialstreifens wird mittels des Niederhalters geführt. Beim Schneiden der Materialstreifen kommt die Klinge mit einem im Wesentlichen horizontal verlaufenden Materialstreifen in Kontakt, so dass ein sauberer Schnitt an einer definierten Stelle erfolgt.
Bevorzugt ist der rollenseitige Niederhalter dem ersten oder rollenseitigen Klemmfinger und der prozessseitige Niederhalter dem dritten oder prozessseitigen Klemmfinger zugeordnet und zusammen mit dem jeweiligen Klemmfinger absenkbar. Besonders bevorzugt ist jeder Niederhalter mit dem jeweiligen Klemmfinger verbunden, zum Beispiel indem der Niederhalter von einer Basis des jeweiligen Klemmfingers ausgeht. Die Zuordnung des Niederhalters zu jeweils genau einem Klemmfinger schafft eine funktionale Einheit. Im Falle einer Verbindung des Niederhalters mit jeweils genau einem Klemmfinger ergibt sich auch eine konstruktive Einheit.
Bei einem Verfahren zum Betrieb der hier vorgeschlagenen Vorrichtung - Verfahren zum Betrieb des Splicers - wird ein Ausgangszustand hergestellt und davon ausgehend erfolgt das Splicen der beiden Materialstreifen (alter Materialstreifen, neuer Materialstreifen). Beim Ausgangszustand liegt entweder der neue Materialstreifen fluchtend über dem alten Materialstreifen oder der alte Materialstreifen liegt fluchtend über dem neuen Materialstreifen.
Zunächst wird die Situation mit dem unten liegenden alten Materialstreifen (der neue Materialstreifen liegt fluchtend über dem alten Materialstreifen) betrachtet: Der neue Materialstreifen wird oder ist fluchtend mit dem alten Materialstreifen und oberhalb des alten Materialstreifens im Splicer eingefädelt. Der neue Materialstreifen verläuft dabei über den rollenseitigen Klemmfinger, unter dem rollenseitigen Niederhalter, unter dem mittleren Klemmfinger, unter dem prozessseitigen Niederhalter und über dem prozessseitigen Klemmfinger. Der Ablauf des alten Mate-
rialstreifens - unter allen Klemmfingern sowie den Niederhaltern - durch den Splicer und über dessen Auflagefläche wird angehalten. Der mittlere Klemmfinger und der prozessseitige Niederhalter sowie der prozessseitige Klemmfinger werden abgesenkt. Dies bewirkt eine beidseitige Fixierung das alten Materialstreifens mittels des mittleren Klemmfingers sowie des prozessseitigen Klemmfingers, nämlich beidseitig des Klebebereichs, sowie eine einseitige Fixierung des neuen Materialstreifens, nämlich rollenseitig des Klebebereichs. Beide Materialstreifen werden im Bereich des Klebebereichs geschnitten. Von dem nur einseitig fixierten neuen Materialstreifen wird das nicht fixierte Ende aus dem Bereich des Klebebereichs entfernt, nämlich unter dem prozessseitigen Niederhalter herausgezogen. Jetzt wird das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens mit dem prozessseitigen Ende des alten Materialstreifens verbunden. Dazu wird auf die auf Stoß liegenden Enden ein Klebestreifen aufgebracht. Bei erneutem prozessseitigem Zug auf den alten Materialstreifen laufen der alte Materialstreifen und der an dessen Ende angehängte neue Materialstreifen aus dem Splicer aus und der neue Materialstreifen läuft schließlich in den Prozess.
Jetzt wird noch die Situation mit dem unten liegenden neuen Materialstreifen (der alte Materialstreifen liegt fluchtend über dem neuen Materialstreifen) betrachtet: Der neue Materialstreifen wird oder ist fluchtend mit dem alten Materialstreifen und unterhalb des alten Materialstreifens im Splicer eingefädelt, nämlich unter allen Klemmfingern und Niederhaltern. Der alte Materialstreifen verläuft über den rollenseitigen Klemmfinger, unter dem rollenseitigen Niederhalter, unter dem mittleren Klemmfinger, unter dem prozessseitigen Niederhalter und unter dem prozessseitigen Klemmfinger. Der Ablauf des alten Materialstreifens durch den Splicer und über dessen Auflagefläche wird angehalten. Der rollenseitige Klemmfinger, der rollenseitige Niederhalter sowie der prozessseitige Klemmfinger werden abgesenkt. Dies bewirkt eine beidseitige Fixierung des neuen Materialstreifens mittels des rollenseitigen Klemmfingers sowie des prozessseitigen Klemmfingers, nämlich beidseitig des Klebebereichs, sowie eine einseitige Fixierung des alten Materialstreifens mittels des prozessseitigen Klemmfingers, nämlich prozessseitig des Klebebereichs. Beide Materialstreifen werden im Bereich des Klebebereichs geschnitten. Von dem nur einseitig fixierten alten Materialstreifen wird das nicht fixierte
Ende aus dem Bereich des Klebebereichs entfernt, nämlich unter dem rollenseitigen Niederhalter herausgezogen. Jetzt wird das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens mit dem prozessseitigen Ende des alten Materialstreifens verbunden. Dazu wird auf die auf Stoß liegenden Enden ein Klebestreifen aufgebracht. Bei erneutem prozessseitigem Zug auf den alten Materialstreifen laufen der alte Materialstreifen und der an dessen Ende angehängte neue Materialstreifen aus dem Splicer aus und der neue Materialstreifen läuft schließlich in den Prozess.
Das Verfahren zum Betrieb des Splicers ist gekennzeichnet durch die Schritte mit dem Einfädeln oder im Anschluss an das Einfädeln des neuen Materialstreifens über dem alten Materialstreifen bis zum Verbinden der beiden Materialstreifen mittels des Klebestreifens und/oder durch die Schritte mit dem Einfädeln oder im Anschluss an das Einfädeln des neuen Materialstreifens unter dem alten Materialstreifen bis zum Verbinden der beiden Materialstreifen mittels des Klebestreifens.
Ein Aspekt der hier vorgeschlagenen Neuerung ist auch eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung des Splicers und zur Steuerung der von dem Splicer umfassten Antriebe, wobei die Steuerungseinrichtung nach dem Verfahren wie hier und im Folgenden beschrieben arbeitet und dazu Mittel zur Durchführung des Verfahrens umfasst. Die Steuerungseinrichtung fungiert als Mittel zur Ausführung des Verfahrens zum Betrieb des Splicers sowie eventueller Ausführungsformen des Verfahrens.
Das Verfahren zum Betrieb des Splicers sowie eventuelle Ausführungsformen ist bzw. sind zur automatischen Ausführung bevorzugt in Form eines Steuerungsprogramms (Computerprogramm) realisiert. Ein weiterer Aspekt der hier vorgeschlagenen Neuerung ist damit auch ein Computerprogramm mit durch einen Computer, insbesondere eine Steuerungseinrichtung, ausführbaren Programmcodeanweisungen mit einer Implementation des hier vorgeschlagenen Verfahrens und ggf. einzelner Ausgestaltungen sowie ein Speichermedium mit einem derartigen Steuerungsprogramm (Computerprogramm), also ein Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, sowie schließlich auch eine Steuerungseinrichtung, in deren Speicher als Mittel zur Durchführung des Verfahrens und seiner Ausgestaltungen
ein solches Steuerungsprogramm (Computerprogramm) ladbar und mittels der Steuerungseinrichtung ausführbar und zumindest beim Betrieb des Splicers in diesen Speicher geladen ist und beim Betrieb des Splicers mittels der Steuerungseinrichtung ausgeführt wird.
Wenn im Folgenden Verfahrensschritte oder Verfahrensschrittfolgen beschrieben werden („bewegt“, „abgesenkt“, „durchtrennt“, „gepresst“ usw.), bezieht sich dies auf Aktionen, die bei einer automatischen Ausführung des jeweiligen Verfahrensschritts unter Kontrolle oder aufgrund der Funktionalität der Steuerungseinrichtung, insbesondere aufgrund des Steuerungsprogramms oder unter Kontrolle des Steuerungsprogramms, erfolgen. Des Weiteren bedeutet jeder Hinweis auf einen automatischen Vorgang, dass dieser unter Kontrolle oder aufgrund der Funktionalität der Steuerungseinrichtung, insbesondere aufgrund des Steuerungsprogramms oder unter Kontrolle des Steuerungsprogramms, abläuft.
Anstelle eines Steuerungsprogramms mit einzelnen Programmcodeanweisungen kann die Implementierung des hier und im Folgenden beschriebenen Verfahrens auch ganz oder teilweise in Form von Firmware oder Hardware erfolgen. Der Fachperson ist klar, dass anstelle einer Implementation eines Verfahrens in Software stets auch ganz oder teilweise eine Implementation in Firmware oder in Firm- und Software oder in Firm- und Hardware möglich ist. Daher soll für die hier vorgelegte Beschreibung gelten, dass von den Begriffen Steuerungsprogramm und Computerprogramm auch andere Implementationsmöglichkeiten, nämlich insbesondere eine Implementation zumindest teilweise in Firmware und/oder zumindest teilweise in Firm- und Software oder zumindest teilweise in Firm- und Hardware, umfasst sind.
Die mit der Anmeldung eingereichten Ansprüche sind Formulierungsvorschläge ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes. Da speziell die Gegenstände der Unteransprüche im Hinblick auf den Stand der Technik am Prioritätstag eigene und unabhängige Erfindungen bilden können, behalten die Anmelder sich vor, diese oder noch weitere, bisher nur in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarte Merkmalskombinationen zum Gegenstand unabhängiger Ansprüche
oder Teilungserklärungen zu machen. Sie können weiterhin auch selbständige Erfindungen enthalten, die eine von den Gegenständen der vorhergehenden Unteransprüche unabhängige Gestaltung aufweisen.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der hier vorgestellten Neuerung anhand der Zeichnung näher erläutert. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Das Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der vorgestellten Neuerung zu verstehen. Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung auch Abänderungen und Modifikationen möglich, die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen Beschreibungsteil beschriebenen sowie in den Ansprüchen und/oder der Zeichnung enthaltenen Merkmalen und Verfahrensschritten für den Fachmann im Hinblick auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten oder Verfahrensschrittfolgen führen.
Es zeigen
Figur 1 ,
Figur 2,
Figur 3 und
Figur 4 eine Ausführungsform einer zum Verbinden zweier Materialstreifen bestimmten Vorrichtung (Splicer),
Figur 5 und
Figur 6 eine schematisch vereinfachte Darstellung der zu verbindenden Materialstreifen beim Durchtrennen mittels einer Klinge des Splicers (Fig. 5) und mittels eines Klebestreifens verbundene Materialstreifen (Fig. 6), Figur 7a bis
Figur 7h den Vorgang des Splicens bei einem unten liegenden alten Materialstreifen und
Figur 8a bis
Figur 8h den Vorgang des Splicens bei einem oben liegenden alten Materialstreifen,
Figur 9 den Ort zweier Rollenaufnahmen für/mit Rollen für die beim Splicen zu verbindenden Materialstreifen und
Figur 10 ein Struktogramm mit einer schematisch vereinfachten Darstellung der beim Betrieb des Splicers beim Verbinden zweier Materialstreifen ablaufenden Verfahrensschritte.
Die Darstellungen in Figur 1 , Figur 2, Figur 3 und Figur 4 zeigen - schematisch vereinfacht - eine Ausführungsform der hier vorgeschlagenen Vorrichtung 10 in verschiedenen Ansichten, nämlich isometrisch (Figur 1 , Figur 2) sowie in einer ersten Seitenansicht (Figur 3) und einer zweiten Seitenansicht (Figur 4).
Die Vorrichtung 10 wird im Folgenden entsprechend ihrer Funktion als Splicer 10 bezeichnet. Der Begriff „Splicer“ ist in der Fachterminologie üblich. Eine deutsche Entsprechung dieses Begriffs ist zum Beispiel „Klebepresse“.
Der Splicer 10 umfasst diverse bewegliche Komponenten, die im Folgenden zunächst betrachtet werden, bevor sich die Beschreibung weiter unten der Funktion des Splicers 10 zuwendet. Eine Bewegung einer jeden beweglichen Komponente erfolgt mittels jeweils zumindest eines Linearantriebs. Als Linearantrieb kommen insbesondere - aber nicht ausschließlich - Hydraulikzylinder, Pneumatikzylinder, Linearmotoren oder Gewindestangenantriebe (allgemein: Vorschubbaugruppe) in Betracht.
Komponenten des Splicers 10
Der Splicer 10 umfasst zwei Stempel 20, 22, die zur Unterscheidung als erster oder innerer Stempel 20 sowie als zweiter oder äußerer Stempel 22 bezeichnet werden. Die beiden Stempel 20, 22 sind mittels jeweils eines Antriebs 24, 26 (Stempelantrieb 24, 26), insbesondere in Form eines Linearantriebs, absenkbar und anhebbar, also in vertikaler Richtung translatorisch beweglich.
Die Stempelantriebe 24, 26 sind in den Darstellungen schematisch stark vereinfacht nur als quaderförmige Einheiten und mit Blockpfeilen in Bezug auf die möglichen Bewegungsrichtungen gezeigt. Geeignete, als Stempelantriebe 24, 26 in Betracht kommende Antriebe, nämlich Linearantriebe, sind an sich bekannt. Dies gilt auch für alle weiteren, im Folgenden erwähnten Antriebe.
Die Stempel 20, 22 - jeder Stempel 20, 22 einzeln - sind auf eine vom Splicer 10 umfasste oder dem Splicer 10 zugeordnete Auflagefläche 28 absenkbar (können auf die Auflagefläche 28 abgesenkt werden und werden beim Betrieb des Splicers 10 bedarfsweise auf die Auflagefläche 28 abgesenkt) und sind in Gegenrichtung anhebbar (können in Gegenrichtung angehoben werden und werden beim Betrieb des Splicers 10 bedarfsweise angehoben). Das Absenken auf die Auflagefläche 28 erfolgt zum Beispiel mittels eines Vorhubs des jeweiligen Stempelantriebs 24, 26 und das Anheben in Gegenrichtung entsprechend mittels eines Rückhubs des jeweiligen Stempelantriebs 24, 26.
Jeder Stempel 20, 22 bildet zusammen mit dem zu dessen Vertikalbeweglichkeit vorgesehenen Stempelantrieb 24, 26 eine Stempelvorrichtung. Die beiden Stempelvorrichtungen werden - ebenso zur Unterscheidung - als erste oder innere Stempelvorrichtung sowie als zweite oder äußere Stempelvorrichtung bezeichnet.
Die beiden Stempelvorrichtungen sind - einzeln oder gemeinsam - in horizontaler Richtung (und zwar quer zur bisher beschriebenen Bewegungsrichtung der Stempel 20, 22) beweglich. Insoweit wird die Beschreibung auf Basis des gezeigten Ausführungsbeispiels fortgesetzt. Dort sind die beiden Stempelvorrichtungen gemeinsam in horizontaler Richtung beweglich. Dafür umfasst der Splicer 10 eine Führung 30 und einen entlang der Führung 30 beweglichen Träger 32, wobei die beiden Stempelvorrichtungen mit dem Träger 32 verbunden sind, zum Beispiel auf dem Träger 32 montiert sind, und bei einer Horizontalbewegung des Trägers 32 entsprechend selbst in horizontaler Richtung bewegt werden. Als Träger 32 fungiert zum Beispiel eine entlang der Führung 30 bewegliche Platte. Zur Bewegung des Trägers 32 entlang der Führung 30 ist ein Antrieb 34 in Form eines Linearantriebs vorgesehen.
Bei einer - nicht gezeigten - vorteilhaften Ausführungsform umfasst der Antrieb 34 zumindest zwei in axialer Richtung hintereinander angeordnete einzelne Linearantriebe (in axialer Richtung aufeinander folgend angeordnete Linearantriebe). Bevorzugt umfasst ein solcher Antrieb 34 genau zwei Linearantriebe, insbesondere Pneumatikzylinder (oder Hydraulikzylinder), wie dies in der eingangs erwähnten DE 20 2022 104 612.3 beschrieben ist, die insoweit mit ihrem entsprechenden Offenbarungsgehalt in die hier vorgelegte Beschreibung einbezogen sein und mit diesem Hinweis als von der hier vorgelegten Beschreibung umfasst gelten soll. Wie dort erläutert, lassen sich damit durch jeweils maximales Aus- oder Einfahren (Vor- bzw. Rückhub) der Linearantriebe ohne sonstige Positionssensorik zumindest drei definierte Positionen (Horizontalpositionen) gezielt anfahren; drei definierte Positionen bei gleichem Hub der beiden Linearantriebe, vier definierte Positionen bei unterschiedlichem Hub.
Der Splicer 10 umfasst des Weiteren mehrere Klemmfinger 40, 42, 44 und Niederhalter 46, 48, nämlich zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44 oder genau drei Klemmfinger 40, 42, 44 sowie zumindest zwei Niederhalter 46, 48 oder genau zwei Niederhalter 46, 48. Die weitere Beschreibung wird - ohne Verzicht auf eine weitergehende Allgemeingültigkeit - anhand der darstellten Ausführungsform fortgesetzt, also auf Basis eines Splicers mit genau drei Klemmfingern 40, 42, 44 und genau zwei Niederhaltern 46, 48. Mehr als drei Klemmfinger 40, 42, 44 und/oder mehr als zwei Niederhalter 46, 48 sind dabei stets mitzulesen.
Die Klemmfinger 40, 42, 44 und die Niederhalter 46, 48 sind bevorzugt quer oder zumindest im Wesentlichen quer zur Richtung des jeweils ablaufenden Materialstreifens 60 orientiert (zumindest so orientiert, dass sie einen Materialstreifen 60, 62 in seiner gesamten Breite oder zumindest im Wesentlichen in seiner gesamten Breite abdecken können) und dienen unter anderem zur Fixierung des jeweils ablaufenden Materialstreifens 60 während des Splicens. Die Klemmfinger 40, 42, 44 werden als Klemmfinger 40, 42, 44 bezeichnet, weil sie eine langgestreckte (fingerartige) Form aufweisen und über die Auflagefläche 28 und damit über den Bereich ragen - ähnlich wie der Ausleger eines Krans über eine Baustelle -, in wel-
chem die Materialstreifen 60, 62 ablaufen. Auch die Niederhalter 46, 48 weisen eine solche langgestreckte (fingerartige) Form auf. Die Klemmfinger 40, 42, 44 oder zumindest eine Unterseite der Klemmfinger 40, 42, 44 sind bzw. ist parallel zur Oberfläche der Auflagefläche 28.
Die Klemmfinger 40, 42, 44 sind mittels jeweils eines Antriebs 50, 52, 54 (Klemmfingerantrieb 50, 52, 54), insbesondere in Form eines Linearantriebs, auf- und abwärts, also in vertikaler Richtung, translatorisch beweglich. D.h. die Klemmfinger 40, 42, 44 sind auf die Auflagefläche 28 absenkbar (können auf die Auflagefläche 28 abgesenkt werden und werden beim Betrieb des Splicers 10 bedarfsweise auf die Auflagefläche 28 abgesenkt) und sind in Gegenrichtung in eine Position über die Ebene der Auflagefläche 28 anhebbar (können in Gegenrichtung angehoben werden und werden beim Betrieb des Splicers 10 bedarfsweise angehoben). Das Absenken auf die Auflagefläche 28 erfolgt zum Beispiel mittels eines Vorhubs des jeweiligen Klemmfingerantriebs 50, 52, 54 und das Anheben in Gegenrichtung entsprechend mittels eines Rückhubs des jeweiligen Klemmfingerantriebs 50, 52, 54.
Wie eingangs angemerkt, besteht kein funktionaler Unterschied zwischen einer (wie gezeigt) einstückigen Auflagefläche 28 und einer ggf. mehrteiligen Auflagefläche 28, wobei eine mehrteilige Auflagefläche 28 zumindest ein Segment mit einem Klebebereich 68 und ein oder mehrere Segmente zum Absenken jeweils eines Klemmfingers 40, 42, 44 auf die Auflagefläche 28, nämlich auf das oder auf das jeweilige Segment der Auflagefläche 28, umfasst. Ob ein Klemmfinger 40, 42, 44 auf eine einstückige Auflagefläche 28 oder ein Segment einer mehrteiligen Auflagefläche 28 absenkbar ist oder im Rahmen des Verfahrens abgesenkt wird, hat keinen Einfluss auf die Funktion des Splicers 10 und das Verbinden zweier Materialstreifen 60, 62 mittels des Splicers 10. Daher wird im Folgenden - entsprechend dem gezeigten Ausführungsbeispiel sowie im Interesse einer besseren Lesbarkeit der Beschreibung - von einer Auflagefläche 28 oder der Auflagefläche 28 gesprochen. Eine ggf. mehrteilige Auflagefläche 28 ist aber stets mitzulesen.
Die Klemmfinger 40, 42, 44 werden zur Unterscheidung und entsprechend der Darstellung in Figur 4 und der dortigen Abfolge der Klemmfinger 40, 42, 44 als erster oder linker Klemmfinger 40, zweiter oder mittlerer Klemmfinger 42 und dritter oder rechter Klemmfinger 44 bezeichnet.
Die Niederhalter 46, 48 sind ähnlich wie die Klemmfinger eine fingerartige Vorrichtung und sind parallel zu den Klemmfingern 40, 42, 44 ausgerichtet. Die Niederhalter 46, 48 sind jeweils einem Klemmfinger 40, 42, 44 räumlich und funktional zugeordnet. Einer der Niederhalter 46 ist dem ersten/linken Klemmfinger 40 zugeordnet und wird entsprechend als linker Niederhalter 46 bezeichnet. Der andere Niederhalter 48 ist dem dritten/rechten Klemmfinger 44 zugeordnet und wird entsprechend als rechter Niederhalter 48 bezeichnet.
Jeder Niederhalter 46, 48 ist ebenfalls auf die Auflagefläche 28 absenkbar, zum Beispiel zusammen mit oder mittels des jeweiligen Klemmfingers 40, 44, dem dieser zugeordnet ist. Bei der gezeigten Ausführungsform bilden der linke Klemmfinger 40 und der linke Niederhalter 46 sowie der rechte Klemmfinger 44 und der rechte Niederhalter 48 jeweils eine funktionale Einheit. Jeweils ein Klemmfinger 40, 44 und der zugeordnete Niederhalter 46, 48 bilden bei der gezeigten Ausführungsform eine funktionale Einheit, indem der fingerartige Abschnitt des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 und der fingerartige Niederhalter 46, 48 von einer gemeinsamen Basis ausgehen, welche mittels des jeweiligen Klemmfingerantriebs 50, 54 beweglich ist. Ohne eine solche funktionale Einheit ist für jeden Niederhalter 46, 48 ein eigener Antrieb erforderlich und die Bewegung jedes Niederhalters wäre mit der Bewegung des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 zu koordinieren.
Bei der gezeigten Ausführungsform zeichnen sich - in jeweils grundsätzlich optionaler Art und Weise - der linke und der rechte Klemmfinger 40, 44 durch ein im weitesten Sinne dreieckiges Profil und der linke und der rechte Niederhalter durch ein im weitesten Sinne rundes Profil aus. Das dreieckige Profil (oder ein entsprechendes polygonales Profil) weist eine parallel zur Auflagefläche 28 orientierte und als Unterseite des Klemmfingers 40, 44 fungierende Fläche sowie eine schräge Fläche auf, wobei die jeweilige schräge Fläche als in Richtung auf die Auflagefläche
28 weisende schiefe Ebene angesehen werden kann. Bei der gezeigten Ausführungsform bilden der linke Klemmfinger 40 und der linke Niederhalter 46 sowie der rechte Klemmfinger 44 und der rechte Niederhalter 48 jeweils eine funktionale Einheit und der Niederhalter 46, 48 befindet sich jeweils neben der schrägen Fläche des jeweiligen Klemmfingers 40, 44, nämlich der linke Niederhalter 46 rechts (in Richtung auf den rechten Klemmfinger 44) neben der schrägen Fläche des linken Klemmfingers 40 und der rechte Niederhalter 48 links (in Richtung auf den linken Klemmfinger 40) neben der schrägen Fläche des rechten Klemmfingers 44. Die Unterseite jedes Niederhalters 46, 48 - bei einem Niederhalter 46, 48 mit einem runden Profil eine linienförmige Unterseite - fluchtet mit der Unterseite des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 oder fluchtet zumindest im Wesentlichen mit dieser Unterseite, liegt also ggf. in einer Ebene geringfügig über der Ebene der Unterseite des jeweiligen Klemmfingers 40, 44.
Alle Klemmfinger 40, 42, 44 sind einzeln mittels eines jeweiligen Klemmfingerantriebs 50, 52, 54 beweglich. Die Klemmfinger 40, 42, 44 bilden mit ihren Klemmfingerantrieben 50, 52, 54 eine Klemmfingervorrichtung.
Weiter oben ist erläutert worden, dass jeder Stempel 20, 22 in vertikaler Richtung (entlang der z-Achse des in Figur 1 gezeigten Koordinatensystems) beweglich ist, die Stempelvorrichtungen miteinander in horizontaler Richtung (entlang der y-Achse) beweglich sind und die Klemmfinger 40, 42, 44 ebenfalls in vertikaler Richtung beweglich sind. Dazu sei darauf hingewiesen, dass sich diese Richtungen auf die gezeigte Ausführungsform und deren dort gezeigte Orientierung beziehen. Der Splicer 10 muss aber nicht notwendig in der gezeigten Orientierung installiert sein. Der Splicer 10 kann zum Beispiel um die in Figur 1 gezeigte x-Achse gedreht sein. Zum Beispiel um 90° gedreht, so dass die oben als vertikal beschriebene Bewegung der Stempel 20, 22 sowie der Klemmfinger 40, 42, 44 tatsächlich entlang der Horizontalen stattfindet. Dann erfolgt die gemeinsame Bewegung der Stempelvorrichtungen entsprechend in vertikaler Richtung. Diese Relativität der Richtungsangaben - und entsprechender Angaben wie zum Beispiel „unter“, „über“ oder dergleichen - ist stets mitzulesen und entsprechend sind die zum besseren Verständnis des Splicers 10 und dessen Funktion gemäß der gezeigten Ausführungs-
form und deren Orientierung bisher verwendeten und auch im Folgenden verwendeten Richtungsangaben niemals einschränkend auszulegen.
Der Splicevorgang allgemein
Durch den Splicer 10 hindurch läuft zumindest ein Materialstreifen 60. Dieser wird in grundsätzlich an sich bekannter Art und Weise von einer in den Figuren nicht gezeigten Rolle oder dergleichen (Spule, Trommel etc.) - zusammenfassend als Rolle bezeichnet - abgezogen. Der Abzug des Materialstreifens 60 erfolgt aus einem Prozess (nicht gezeigt) stromabwärts des Splicers 10 und in diesen Prozess hinein, zum Beispiel in Richtung auf einen Auflegekopf oder dergleichen zum Auflegen von zum Beispiel Abschnitten des Materialstreifens 60 auf dafür vorgesehene Zuschnitte.
Der Materialstreifen 60 wird im Laufe der Zeit verbraucht und vor Ablauf des Endes des Materialstreifens 60 von dessen Rolle ist eine Verbindung mit einem von einer weiteren, ebenfalls nicht gezeigten Rolle (neue Rolle) ablaufenden neuen Materialstreifen 62 erforderlich. Bei den Materialstreifen 60, 62 handelt es sich zum Beispiel um Silikonpapier.
Das Verbinden zweier Materialstreifen 60, 62 (alter Materialstreifen 60, neuer Materialstreifen 62) wird in der Fachterminologie als Splicen bezeichnet. Die hier vorgeschlagene Vorrichtung 10 - der Splicer 10 - bewirkt im Betrieb eine solche Verbindung und wird entsprechend als Splicer 10 bezeichnet. Das Ergebnis des Verbindens zweier Materialstreifen 60, 62 ist ein durchgehender Materialstreifen 60, 62, welcher zumindest zeitweise beide Materialstreifen 60, 62 umfasst, nämlich einen Abschnitt des alten Materialstreifens 60 und einen daran anschließenden Abschnitt des neuen Materialstreifens 62.
Für die weitere Beschreibung ist eine Richtungsunterscheidung sinnvoll. Solange der Splicer 10 inaktiv ist, also kein Verbinden eines ablaufenden Materialstreifens 60 mit einem neuen Materialstreifen 62 erfolgt, läuft genau ein Materialstreifen 60
durch den Splicer 10. Dieser Materialstreifen 60 wird von seiner Rolle in Richtung auf den jeweiligen Prozess abgezogen. Der Splicer 10 befindet sich zwischen der Rolle und dem Prozess. Für einen neuen Materialstreifen 62 gilt dies entsprechend. Ausgehend vom Splicer 10 in Richtung auf die Rolle sowie ausgehend vom Splicer 10 in Richtung auf den Prozess liegen damit die Bezeichnungen rollenseitig (rollenseitige Richtung 64) und dergleichen bzw. prozessseitig (prozessseitige Richtung 66) und dergleichen nahe. Anstelle von „rollenseitig“ werden im Folgenden mitunter auch Bezeichnungen wie „ankommend“ oder dergleichen verwendet, denn von seiner Rolle kommt der jeweilige Materialstreifen 60, 62 aus der rollenseitigen Richtung 64 beim Splicer 10 an. Ebenso werden anstelle von „prozessseitig“ im Folgenden mitunter auch Bezeichnungen wie „ablaufend“ oder dergleichen verwendet, denn aus dem Splicer 10 läuft der jeweilige Materialstreifen 60, 62 in Richtung auf den Prozess ab (ablaufseitige oder prozessseitige Richtung 66).
Bei einer Betrachtung unter Einbeziehung des Splicevorgangs kommt noch der Ort hinzu, an dem mittels des Splicers 10 eine Verbindung der beiden Materialstreifen 60, 62 erfolgt. Dieser Ort wird als Verbindungsstelle bezeichnet und die Verbindungsstelle liegt in einem Klebebereich 68 der Auflagefläche 28 des Splicers 10. Stromaufwärts der Verbindungsstelle/des Klebebereichs 68 kommt der jeweilige Materialstreifen 60, 62 aus der rollenseitigen Richtung an. Stromabwärts der Verbindungsstelle/des Klebebereichs 68 läuft der jeweilige Materialstreifen 60, 62 in die prozessseitige Richtung ab.
Das Splicen umfasst ein Fixieren der beiden Materialstreifen 60, 62, ein Durchtrennen (Schneiden) beider Materialstreifen 60, 62, ein Auflegen eines Klebestreifens 70, ein Zuschneiden des Klebestreifens 70 und schließlich ein Freigeben der Fixierung der beiden Materialstreifen 60, 62.
Das Fixieren der Materialstreifen 60, 62 erfolgt mittels der Klemmfinger 40, 42, 44, nämlich jeweils mit zumindest zwei der zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44. Das Fixieren wird weiter unten im Detail erläutert. Zum Fixieren wird der Ablauf des bisher zum Prozess hin ablaufenden Materialstreifens 60 angehalten und als Ergebnis des Fixierens sind beide Materialstreifen 60, 62 (alter und neuer Material-
streifen 60, 62) in Längsrichtung fixiert. Die zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44 fungieren mit ihren Antrieben 50, 52, 54 als Fixierfunktionseinheit.
Das Schneiden der Materialstreifen 60, 62, das Auflegen eines Klebestreifens 70 und das Zuschneiden des Klebestreifens 70 erfolgt in der bereits in der DE 20 2022 104 612.3 beschriebenen Art und Weise und mit den dort beschriebenen Mitteln. Die DE 20 2022 104 612.3 wird insoweit bezüglich des Schneidens der Materialstreifen 60, 62, des Auflegens eines Klebestreifens 70 und des Zuschneidens des Klebestreifens 70 mit ihrem entsprechenden, vollständigen Offenbarungsgehalt in die hier vorgelegte Beschreibung einbezogen und soll mit diesem Hinweis als von der hier vorgelegten Beschreibung umfasst gelten. Das Schneiden der Materialstreifen 60, 62, das Auflegen eines Klebestreifens 70 und das Zuschneiden des Klebestreifens 70 wird dennoch nachfolgend noch kurz erläutert:
Nach dem Fixieren der Materialstreifen 60, 62 liegen beide Materialstreifen fluchtend übereinander (mit jeweils parallelen, miteinander fluchtenden Rändern).
Vor dem Verbinden der beiden Materialstreifen 60, 62 muss zumindest am freien Ende des neuen Materialstreifens 62 von diesem ein Stück abgeschnitten werden, so dass sich ein Ende des neuen Materialstreifens 62 direkt im Klebebereich 68 ergibt.
Das Schneiden erfolgt mittels des ersten Stempels 20 des Splicers 10. Dieser wird dazu in eine Position über den Materialstreifen 60, 62 bewegt und dort abgesenkt, nämlich mittels des Antriebs 34 über den Klebebereich 68 positioniert und dort mittels des eigenen Antriebs 24 auf den Klebebereich 68 abgesenkt. Der Klebebereich 68 ist ein Abschnitt der Auflagefläche 28 und bevorzugt befindet sich dort ein elastisch komprimierbares Material, zum Beispiel ein elastisch komprimierbarer Kunststoff.
An seiner Unterseite weist der erste Stempel 20 eine Klinge 72 zum Schneiden der Materialstreifen 60, 62 auf. Der erste Stempel 20 kann insofern auch als Schneidstempel 20 bezeichnet werden. Beim Absenken des ersten Stempels 20 kommt die Klinge 72 nacheinander mit den beiden Materialstreifen 60, 62 in Kontakt, drückt
den oben liegenden Materialstreifen auf den unten liegenden Materialstreifen und drückt beide Materialstreifen 60, 62 auf den Klebebereich 68 und durchtrennt - insbesondere beim weiteren Eindrücken in das dortige elastisch komprimierbare Material - beide Materialstreifen 60, 62. Danach wird der erste Stempel 20 (mittels seines Antriebs 24) wieder in seine Ausgangsposition angehoben. Der erste Stempel 20 fungiert zusammen mit seinem Antrieb 24 als Schneidefunktionseinheit.
Die Fixierung der Materialstreifen 60, 62 und die Trennung der Materialstreifen 60, 62 in der fixierten Position führt dazu, dass die resultierenden Trennstellen Stoß an Stoß liegen. Durch das Schneiden sind für jeden Materialstreifen 60, 62 an der Trennstelle zwei Enden entstanden, nämlich ein rollenseitiges Ende und ein prozessseitiges Ende des ablaufenden Materialstreifens 60 sowie ein rollenseitiges Ende und ein prozessseitiges Ende des neuen Materialstreifens 62. In dieser Position erfolgt nun die Verbindung des prozessseitigen Endes des ablaufenden/alten Materialstreifens 60 mit dem rollenseitigen Ende des neuen Materialstreifens 62. Die resultierende Verbindung der beiden Materialstreifen 60, 62 ist eine Verbindung auf Stoß.
Zum Verbinden der beiden Materialstreifen 60, 62 wird der zweite Stempel 22 in die beim Schneiden zuvor vom ersten Stempel 20 eingenommene Position über den Materialstreifen 60, 62 und über dem Klebebereich 68 bewegt und dort abgesenkt, nämlich mittels des Antriebs 34 über den Klebebereich 68 positioniert und dort mittels des eigenen Antriebs 26 auf den Klebebereich 68 abgesenkt (vorher oder zumindest im Zuge des Absenkens wird ein prozessseitiges Ende des neuen Materialstreifens 62 entfernt). Aufgrund des Absenkens des zweiten Stempels 22 auf den Klebebereich 68 wird ein entlang einer Unterseite des zweiten Stempels 22 geführter Klebestreifen 70 (Klebestreifen 70 oder Abschnitt eines Klebestreifens 70) auf die im Klebebereich 68 befindlichen Enden der Materialstreifen 60, 62 aufgepresst und schließlich beim weiteren Absenken des zweiten Stempels 22 beidseitig der Materialstreifen 60, 62 mittels zweier Klingen 74 am zweiten Stempel 24 zu- und/oder abgeschnitten. Der zweite Stempel 22 fungiert zusammen mit seinem Antrieb 26 als Klebefunktionseinheit.
Der zweite Stempel 22 weist die Klingen 74 mit Abstand voneinander an seiner Unterseite auf. Der Abstand der Klingen 74 entspricht einer Breite der Materialstreifen 60, 62 und vorteilhaft gehen die Klingen 74 von einander gegenüberliegenden Seitenflächen des zweiten Stempels 22 aus, der entsprechend in dieser Orientierung eine Dimension aufweist, die der Breite der Materialstreifen 60, 62 entspricht.
Jetzt sind der alte und der neue Materialstreifen 60, 62 miteinander verbunden, nämlich das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens 62 und das prozessseitige Ende des ablaufenden/alten Materialstreifens 60 sowie mittels des Klebestreifens 70. Des Weiteren ist der die beiden Materialstreifen 60, 62 verbindende Abschnitt des Klebestreifens 70 jeweils seitlich abgeschnitten, so dass die Schnittkanten des Klebestreifens 70 mit den Randlinien der Materialstreifen 60, 62 fluchten oder zumindest im Wesentlichen fluchten.
Nach dem Aufpressen des Klebestreifens 70 und dem Zu- und/oder Abschneiden des Klebestreifens 70 wird der zweite Stempel 22 (mittels seines Antriebs 26) wieder in seine Ausgangsposition angehoben, ggf. wird im Anschluss bereits der zweite Stempel 22 wieder aus dem Bereich über dem Klebebereich 68 wegbewegt und der erste Stempel 20 wieder in die Position über dem Klebebereich 68 bewegt.
Die Darstellungen in Figur 5 und Figur 6 zeigen als Basis für die nachfolgende Beschreibung das Verbinden (Splicen) zweier Materialstreifen 60, 62 in grundsätzlicher und schematisch stark vereinfachter Form. Die Materialstreifen 60, 62 und ein Abschnitt eines zu deren Verbindung vorgesehenen Klebestreifens 70 sind dabei auf bzw. über der Auflagefläche 28 des Splicers 10 sowie quer zur Oberfläche der jeweiligen Streifen 60, 62, 70 gezeigt. Die in Figur 5 gezeigten Verhältnisse entsprechen in etwa dem Verlauf der Materialstreifen 60, 62, wie er auch in den Darstellungen in Figur 1 , Figur 2 und Figur 4 - dort allerdings mit den Einzelheiten des Splicers 10 - gezeigt ist.
In den das Ausführungsbeispiel zeigenden Figuren ist jeweils eine einstückige Auflagefläche 28 gezeigt. Funktional besteht kein Unterschied zwischen einer ein-
stückigen Auflagefläche 28 und einer in zwei, drei oder mehr Segmente unterteilte Auflagefläche 28. Auch eine solche mehrteilige Auflagefläche 28 wirkt als Auflagefläche 28 für die Materialstreifen 60, 62 und fungiert als Ort einer Fixierung eines Materialstreifens 60, 62 mittels eines auf die Auflagefläche 28 (oder einen Abschnitt davon/ein Segment davon) abgesenkten Klemmfingers 40, 42, 44.
Die Darstellung in Figur 5 zeigt die beiden Materialstreifen 60, 62, die ohne Bewegung in Längsrichtung miteinander fluchtend übereinander liegen, so dass sich ein unten liegender Materialstreifen 60 und ein oben liegender Materialstreifen 62 ergeben. Der unten liegende Materialstreifen 60 sei der bisher in Richtung auf den Prozess ablaufende Materialstreifen. Dessen Abzug in den Prozess ist unterbrochen. Der oben liegende Materialstreifen 62 sei der neue Materialstreifen. Beide Materialstreifen 60, 62 werden mittels einer Klinge 72 (Klinge 72 am ersten Stempel 20 des Splicers 10) durchtrennt. Nach dem Durchtrennen liegen die resultierenden Enden (rollenseitiges Ende, prozessseitiges Ende) beider Materialstreifen 60, 62 in jeweils gleicher Ebene auf Stoß.
Nach dem Durchtrennen wird ein Ende eines der beiden Materialstreifen 60, 62 entfernt. Die Darstellung in Figur 6 zeigt die Situation, bei der das prozessseitige Ende des neuen Materialstreifens 62 entfernt wurde. Das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens 62 wird nun mittels eines Klebestreifens 70 (Klebestreifen 70 unter dem zweiten Stempel 22 des Splicers 10) mit dem prozessseitigen Ende des bisher in Richtung auf den Prozess ablaufenden Materialstreifens 60 verbunden. Die Oberfläche dieses Endes des ablaufenden Materialstreifens 60 ist nach dem Entfernen des ablaufseitigen/prozessseitigen Endes des neuen Materialstreifens 62 frei geworden. Jetzt sind das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens 62 und das prozessseitige Ende des bisher in Richtung auf den Prozess ablaufenden Materialstreifens 60 miteinander verbunden. Bei einem erneuten Zug auf den bisher in Richtung auf den Prozess ablaufenden Materialstreifen 60 läuft dessen prozessseitiges Ende aus dem Splicer 10 aus und zieht den Anfang des neuen Materialstreifens 62 nach. Dadurch läuft schließlich auch der neue Materialstreifen 62 in den Prozess.
Zur Unterscheidung der Materialstreifen 60, 62 wird mitunter von einem alten Materialstreifen 60 und einem neuen Materialstreifen 62 gesprochen. Wenn es um die Lage der Materialstreifen 60, 62 beim Verbinden miteinander (beim Splicen) geht, wird mitunter von einem unteren Materialstreifen 60 und einem oberen Materialstreifen 62 gesprochen. Bei den Darstellungen in Figur 5 und Figur 6 und der dort gezeigten Situation ist der untere Materialstreifen 60 der alte Materialstreifen 60, also der aktuell ablaufende Materialstreifen 60, und der obere Materialstreifen 62 ist der neue Materialstreifen 62, also der bisher im jeweiligen Prozess noch nicht verwendete Materialstreifen 62.
Es ist jedoch zu bedenken, dass sich diese Bezeichnung und diese Lage auf die Beschreibung der Situation bei genau einem Splicevorgang beziehen. Nach einem Splicevorgang wird der neue Materialstreifen 62 der aktuell ablaufende Materialstreifen und wenn dieser zu Ende geht und deshalb ein erneutes Splicen erforderlich wird, ist dieser aktuell ablaufende Materialstreifen beim erneuten Splicen der alte Materialstreifen, mit dem ein neuer Materialstreifen verbunden wird usw.
Die Verwendung der Bezugsziffern im Rahmen der hier vorgelegten Beschreibung bezieht sich also auf jeweils genau einen Splicevorgang. Zudem ist der jeweils ablaufende Materialstreifen aus der Sicht des jeweiligen Prozesses ein kontinuierlicher Materialstreifen und bei diesem kann es sich - je nach Zeitpunkt der Betrachtung - um den alten Materialstreifen 60 (vor dem Splicevorgang) oder um den neuen Materialstreifen 62 handeln (nach dem Splicevorgang). Für einen gewissen Zeitabschnitt umfasst der ablaufende Materialstreifen (nach dem Splicevorgang) sogar Material des alten Materialstreifens 60 sowie Material des neuen Materialstreifens 62. Dem wird im Rahmen der hier vorgelegten Beschreibung nach Möglichkeit dadurch Rechnung getragen, dass beide Bezugsziffern (60, 62) verwendet werden, wenn der im jeweiligen Prozess verwendete Materialstreifen 60, 62 bezeichnet wird und es nicht darauf ankommt, ob es sich um den alten oder den neuen Materialstreifen 60, 62 handelt.
Der Splicevorgang mittels des hier vorgestellten Splicers 10
Das Verbinden zweier Materialstreifen 60, 62 ist regelmäßig dann notwendig, wenn in einem Prozess ein kontinuierlicher Materialstreifen 60, 62 erforderlich ist und im Zuge von dessen Verbrauch die Restmenge des aktuell verwendeten Materialstreifens 60 einen Schwellwert unterschreitet, wenn also der aktuell verwendete Materialstreifen 60 zu Ende geht.
Im Folgenden wird ein ablaufender, im Prozess aktuell noch verwendeter Materialstreifen 60 als aktiver Materialstreifen 60 und kurz als aktives Papier 60 bezeichnet. Entsprechend wird ein neuer, aktuell im Prozess noch nicht verwendeter und demnächst mit dem jeweiligen aktiven Papier 60 zu verbindender Materialstreifen 62 als passiver Materialstreifen 62 und kurz als passives Papier 62 bezeichnet. Die Kurzbezeichnung als Papier 60, 62 ist dabei nicht einschränkend auszulegen und die Bezeichnung umfasst alle weiter oben für einen Materialstreifen 60, 62 genannten Materialien, insbesondere Silikonpapier.
Wenn das aktive Papier 60 zu Ende geht, wird das passive Papier 62 gleichsam an das aktive Papier 60 angehängt (Verbindungsvorgang, Splicen) und im Prozess ersetzt schließlich das passive Papier 62 das bisher aktive Papier 60. Das passive Papier 62 wird dann zum aktiven Papier 60 und wenn dieses zu Ende geht, erfolgt ein erneutes Splicen und so weiter. Das Splicen ist also das Verbinden eines aktuell verwendeten Papiers (aktives Papier) 60 mit neuem Papier (passives Papier) 62, welches nach dem Splicen zum aktiven Papier 60 wird und so weiter.
Das Verbinden eines aktiven Papiers 60 mit einem passiven Papier 62 erfolgt - grob gesagt -, indem entweder (Figuren 7a bis 7h) das passive Papier 62 oberhalb des ablaufenden und beim Splicen unten liegenden aktiven Papiers 60 platziert wird, beide Papiere 60, 62 geschnitten werden, so dass alle resultierenden Enden auf Stoß liegen, das prozessseitige Ende des passiven Papiers 62 entfernt wird und die beiden Papiere 60, 62 im Bereich des Anfangs des passiven Papiers 62 - im Bereich des rollenseitigen Endes des passiven Papiers 62 - miteinander verbunden werden, oder aber, indem (Figuren 8a bis 8h) das passive Papier 62 unterhalb des
ablaufenden und beim Splicen oben liegenden aktiven Papiers 60 platziert wird, beide Papiere 60, 62 geschnitten werden, so dass alle resultierenden Enden auf Stoß liegen, das rollenseitige Ende des aktiven Papiers 60 entfernt wird und die beiden Papiere 60, 62 im Bereich des Anfangs des passiven Papiers 62 - im Bereich des rollenseitigen Endes des passiven Papiers 62 - miteinander verbunden werden.
Das Verbinden erfolgt - wie weiter oben bereits beschrieben - mittels eines Klebestreifens 70, welcher quer oder zumindest im Wesentlichen quer zur Ablaufrichtung der beiden Papiere 60, 62 einerseits den Anfang (rollenseitiges Ende) des passiven Papiers 62 und andererseits das Ende (prozessseitiges Ende) des aktiven Papiers 60 überlappt. Aufgrund des Verbindens der beiden Papiere 60, 62 ergibt sich also ein durchgehender Papierstreifen (Materialstreifen) 60, 62, welcher stromabwärts der Verbindungsstelle das (bisher) aktive Papier 60 und stromaufwärts der Verbindungsstelle das (bisher) passive Papier 62 umfasst.
Mittels der hier vorgeschlagenen Vorrichtung 10 - mittels des hier vorgeschlagenen Splicers 10 - wird der Prozess des Splicens automatisiert. Anhand der Darstellungen in den Figuren 7a bis 7h sowie 8a bis 8h werden nun einzelne Schritte beim Splicen mit weiteren Einzelheiten erläutert:
Die Darstellung in Figur 7a zeigt eine als Ausgangszustand bezeichnete Situation. Die Bezeichnung als Ausgangszustand bezieht sich auf die hier vorgelegte Beschreibung. Der Ausgangszustand ergibt sich von Zeit zu Zeit beim Betrieb des Splicers 10 und das Herstellen/Erreichen des Ausgangszustands ist ein erster Schritt beim Betrieb des Splicers 10.
Der Ausgangszustand zeichnet sich dadurch aus, dass das aktive Papier 60 durch den Splicer 10 läuft und das passive Papier 62 im Splicer 10 eingefädelt ist. Alle Klemmfinger 40, 42, 44 sind angehoben. Das aktive Papier läuft über die Auflagefläche 28 und unter den Klemmfingern 40, 42, 44 durch den Splicer 10 und in Richtung auf den jeweiligen Prozess. Das passive Papier 62 ist im Splicer 10 eingefädelt, indem dieses zwischen dem linken Klemmfinger 40 und dem linken Nie-
derhalter 46, unter dem mittleren Klemmfinger 42 sowie zwischen dem rechten Klemmfinger 44 und dem rechten Niederhalter 48 entlang geführt ist. Das passive Papier 62 liegt/verläuft also auf dem linken Klemmfinger 40, unter dem linken Niederhalter 46, unter dem mittleren Klemmfinger 42, unter dem rechten Niederhalter 48 und auf dem rechten Klemmfinger 44. Das passive Papier 62 ist entlang der Niederhalter 46, 48 am linken Klemmfinger 40 sowie am rechten Klemmfinger 44 geführt und befindet sich über dem aktiven Papier 60 und fluchtet zumindest im Bereich der Auflagefläche 28 mit dem aktiven Papier 60. Das passive Papier 62 ist über dem aktiven Papier 60 in Längsrichtung fixiert. Beim Ausgangszustand befinden sich das aktive Papier 60 in einer unteren Ebene und das passive Papier 62 in einer über der unteren Ebene liegenden oberen Ebene; das aktive Papier 60 ist das untere Papier, das passive Papier 62 ist das obere Papier.
Zur Befestigung des Anfangs (freies Ende, prozessseitiges Ende) des eingefädelten passiven Papiers 62 am Splicer 10 ist beispielsweise eine insbesondere federbelastete Abziehvorrichtung 76 vorgesehen und der Anfang des eingefädelten neuen Materialstreifens 62 wird/ist mittels der Abziehvorrichtung 76 am Splicer 10 befestigt (zur Unterscheidung von der Fixierung mittels der Klemmfinger 40, 42, 44 wird diese Fixierung als Befestigung bezeichnet). Eine Abziehvorrichtung 76 zur Befestigung des Anfangs des eingefädelten passiven Papiers 62 ist bereits in der DE 20 2022 104 612.3 beschrieben und diese wird insoweit bezüglich des Befestigen des Anfangs des passiven Papiers 62 und bezüglich des Abziehens des Anfangs des passiven Papiers 62 nach dem Schneiden mit ihrem entsprechenden, vollständigen Offenbarungsgehalt in die hier vorgelegte Beschreibung einbezogen und soll mit diesem Hinweis als von der hier vorgelegten Beschreibung umfasst gelten. Anstelle einer Befestigung mittels einer Abziehvorrichtung 76 oder dergleichen kommt auch eine Befestigung mittels eines auf die Oberfläche des Papiers 62 aufgesetzten und zum Beispiel an einer Oberfläche des Splicers 10 anhaftenden Magneten, eines Schubstangenspanners oder dergleichen in Betracht.
In den weiteren Figuren sind - im Interesse der Übersicht über die jeweiligen Darstellungen - nicht immer alle Bezugsziffern wiederholt. Insoweit wird auf die Darstellung in Figur 7a und die dortigen Bezugsziffern verwiesen.
Die Darstellung in Figur 7b zeigt einen zweiten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Der Abzug des aktiven Papiers 60 hin zum Prozess wird/ist gestoppt. Beide Papiere 60, 62 (aktives Papier 60 und passives Papier 62) werden/sind in Längsrichtung fixiert. Das Fixieren jeweils zumindest eines Papiers 60, 62 erfolgt mittels jeweils zumindest eines Klemmfingers 40, 42, 44 des Splicers 10. Zum Stopp des Abzugs des aktiven Papiers 60 wird zum Beispiel die Rotation von dessen Rolle gestoppt. Optional wird zuvor stromabwärts des Splicers 10 eine bestimmte Menge des aktiven Papiers 60 in einem Pufferspeicher oder dergleichen bevorratet, sodass der jeweilige Prozess auch während des Splicens fortgesetzt werden kann.
Zur erleichterten Bezugnahme auf genau einen Klemmfinger 40, 42, 44 werden der erste/linke Klemmfinger 40 auch als rollenseitiger Klemmfinger 40, der zweite Klemmfinger 42 auch als mittlerer Klemmfinger 42 und der dritte/rechte Klemmfinger 44 auch als prozessseitiger Klemmfinger 44 bezeichnet. Dies gilt entsprechend auch für die Niederhalter 46, 48, so dass der erste/linke Niederhalter 46 auch als rollenseitiger Niederhalter 46 und der zweite/rechte Niederhalter 48 auch als prozessseitiger Niederhalter 48 bezeichnet werden. Die Klemmfinger 40, 42, 44 und die Niederhalter 46, 48 befinden sich entlang der Auflagefläche 28 beidseits des Klebebereichs 68. Der rollenseitige Klemmfinger 40, der rollenseitige Niederhalter 46 und der mittlere Klemmfinger 42 befinden sich in Bezug auf die Ablaufrichtung der Papiere 60, 62 vor (stromaufwärts) dem Klebebereich 68 und der prozessseitige Niederhalter 48 sowie der prozessseitige Klemmfinger 44 befinden sich in Bezug auf dieselbe Ablaufrichtung entsprechend hinter (stromabwärts) dem Klebebereich 68.
Das aktive Papier 60 wird/ist rollenseitig und prozessseitig fixiert (beidseitig fixiert), nämlich rollenseitig mittels des mittleren Klemmfingers 42 und prozessseitig mittels des prozessseitigen Klemmfingers 44. Der mittlere Klemmfinger 42 und der prozessseitige Klemmfinger 44 werden/sind abgesenkt. Das passive Papier 62 wird/ist einseitig fixiert, nämlich rollenseitig mittels des mittleren Klemmfingers 42. Prozessseitig wird/ist das passive Papier 62 mittels des prozessseitigen Niederhalters 48 des prozessseitigen Klemmfingers 44 geführt und auf das aktive Papier 60 ab-
gesenkt. Das Absenken des passiven Papiers 62 mittels des prozessseitigen Niederhalters 48 bewirkt aber keine Fixierung des passiven Papiers 62 in Längsrichtung, sondern gewährleistet nur, dass sich die beiden Papiere 60, 62 unmittelbar übereinander oder aufeinander aufliegend in parallelen oder zumindest im Wesentlichen parallelen Ebenen befinden. Eine Beweglichkeit des passiven Papiers 62 unter dem prozessseitigen Niederhalter 48 in Längsrichtung und relativ zu dem prozessseitigen Niederhalter 48 bleibt auch in der abgesenkten Position des Niederhalters 48 erhalten.
Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass die Unterseite jedes Niederhalters 46, 48 - bei einem Niederhalter 46, 48 mit einem runden Profil eine näherungsweise linienförmige Unterseite, also eine Unterseite mit einer sehr kleinen Auflagefläche - mit der Unterseite des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 fluchtet oder zumindest im Wesentlichen mit dieser Unterseite fluchtet, also die Unterseiten in derselben Ebene liegen bzw. die Unterseite des Niederhalters 46, 48 in einer Ebene geringfügig über der Ebene der Unterseite des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 liegt.
Bei Unterseiten in derselben Ebene ist der Niederhalter 46, 48 zum Beispiel drehbar, so dass aufgrund der Drehbarkeit die Beweglichkeit des mittels des Niederhalters 46, 48 abgesenkten Papiers 60, 62 erhalten bleibt. Bei einer Unterseite des Niederhalters 46, 48 in einer Ebene geringfügig über der Ebene der Unterseite des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 meint „geringfügig“ eine Größenordnung im Bereich der Dicke eines Papiers 60, 62, so dass dann aufgrund dieser unterschiedlichen Ebenen die Beweglichkeit des mittels des Niederhalters 46, 48 abgesenkten Papiers 60, 62 erhalten bleibt.
Im abgesenkten Zustand fixiert der mittlere Klemmfinger 42 das oben liegende passive Papier 62 und das unten liegende aktive Papier 60 auf der Auflagefläche 28. Der mittlere Klemmfinger 42 drückt auf das passive Papier 62 und drückt das passive Papier 62 auf das aktive Papier 60 und beide Papiere 60, 62 auf die Auflagefläche 28. Der prozessseitige Klemmfinger 44 drückt nur das aktive Papier 60 auf die Auflagefläche 28 und das passive Papier 62 wird mittels des Niederhalters 48 am prozessseitigen Klemmfinger 44 auf das aktive Papier 60 abgesenkt und
mittels des Niederhalters 48 geführt. Der rollenseitige Klemmfinger 40 bleibt/ist angehoben.
Die Darstellung in Figur 7c zeigt einen dritten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Hier werden die beiden mittels der genannten Klemmfinger 42, 44 fixierten Papiere 60, 62 geschnitten. Der Vorgang des Schneidens ist weiter oben erläutert worden, so dass darauf hier verwiesen werden kann.
Die Darstellung in Figur 7d zeigt einen vierten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Hier wird nach dem Schneiden der abgeschnittene Anfang des passiven Papiers 62 (prozessseitiges Ende) aus dem Bereich über der Auflagefläche 28 zum Beispiel weggezogen, zum Beispiel als Ergebnis des Schneidens, insbesondere federbelastet weggezogen, oder weggeblasen . Dieses Wegziehen ist möglich, weil das prozessseitige Ende des passiven Papiers 62 nicht mittels des prozessseitigen Klemmfingers 44 fixiert ist, sondern mittels des Niederhalters 48 nur abgesenkt (geführt) war. Zum Wegblasen des Papierendes kommt Blasluft aus zumindest einem Blasluftkanal in Betracht, wobei der zumindest eine Blasluftkanal (nicht gezeigt) zum Beispiel in der schrägen Oberfläche des jeweiligen Klemmfingers 40, 44 endet. Alternativ kommt auch ein sonstiges Oberflächenelement 78 des Splicers 10 als Ort des Endes des zumindest einen Blasluftkanals in Betracht, wenn sich dessen Oberfläche im Papierweg befindet. In den Figuren ist ein solches Oberflächenelement 78 beispielhaft gezeigt.
Die Darstellung in Figur 7e zeigt einen fünften Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Im Bereich der Auflagefläche 28 befinden sich jetzt nach dem Schneiden beider Papiere 60, 62 und dem Wegziehen des abgeschnittenen prozessseitigen Endes des passiven Papiers 62 der Anfang des passiven Papiers 62 (rollenseitiges Ende des passiven Papiers 62) und zwei auf Stoß liegende Enden des aktiven Papiers 60 (rollenseitiges Ende des aktiven Papiers 60 und prozessseitiges Ende des aktiven Papiers 60). Das rollenseitige Ende des passiven Papiers 62 liegt bündig auf dem rollenseitigen Ende des aktiven Papiers 60. Ebenso wie die beiden Enden des aktiven Papiers 60 auf Stoß liegen, liegen auch das rollenseitige Ende des passiven Papiers 62 und das prozessseitige Ende des aktiven Papiers 60 auf Stoß. Diese
beiden Enden sind mittels des mittleren Klemmfingers 42 sowie des prozessseitigen Klemmfingers 44 fixiert und werden in diesem Schritt mittels eines Klebestreifens 70 miteinander verbunden. Das Verbinden der beiden Enden mittels Klebestreifen 70 ist weiter oben bereits beschrieben worden, so dass auch darauf hier verwiesen werden kann.
Die Darstellung in Figur 7f zeigt einen sechsten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Das (bisher) passive Papier 62 ist mittels des Klebestreifens 70 bereits mit dem aktiven Papier 60 verbunden. Der mittlere und der prozessseitige Klemmfinger 42, 44 werden/sind nun wieder angehoben und damit wird/ist die Fixierung der beiden Papiere 60, 62 in Längsrichtung beendet.
Die Darstellung in Figur 7g zeigt einen siebenten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Alle drei Klemmfinger 40, 42, 44 sind angehoben und ein (prozessseitiger) Zug an dem aktiven Papier 60 bewirkt, dass die Klebestelle mit dem Klebestreifen 70 und damit auch der Anfang des bisher passiven Papiers 62 aus dem Klebebereich 68 heraus abgezogen werden. Der Anfang des bisher passiven Papiers 62 läuft damit in Richtung des Prozesses aus dem Splicer 10 aus und das bisher passive Papier 62 gelangt damit in den Prozess und wird schließlich zum aktiven Papier. Das rollenseitige Ende des (bisher) aktiven Papiers 60 liegt frei unter dem ablaufenden (bisher) passiven Papier 62 und wird zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Wechsel der Rolle für das beim Splicen unten liegende Papier weggezogen. In der Darstellung in Figur 7g ist das rollenseitige Ende des bisher aktiven Papiers 60 bereits entfernt.
Die Darstellung in Figur 7h zeigt einen achten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Der Abzug des (bisher) aktiven und in der Darstellung in Figur 7h nicht mehr gezeigten Papiers 60 in den Prozess wird fortgesetzt. Das prozessseitige Ende des aktiven Papiers 60 und das rollenseitige Ende des (bisher) passiven Papiers 62 laufen - in dem mittels des Klebestreifens 70 verbundenen Zustand - aus dem Splicer 10 aus. Das passive Papier 62 gelangt in den Prozess und ersetzt dort das bisher aktive Papier 60. Der Prozess stromabwärts des Splicers 10 wird mit dem (bisher) passiven Papier 62 fortgesetzt. Nur noch das zuvor passive Papier 62 läuft
durch den Splicer 10 und aus dem Splicer 10 in Richtung Prozess ab. Dieses läuft über den rollenseitigen Klemmfinger 40, unter dem rollenseitigen Niederhalter 46 sowie unter dem mittleren Klemmfinger 42, dem prozessseitigen Niederhalter 48 und dem prozessseitigen Klemmfinger 44 entlang. Das zuvor passive Papier 62 ist/wird jetzt das aktive Papier und der Prozess stromabwärts des Splicers 10 wird bis zum nächsten Splicevorgang mit diesem fortgesetzt. Alle drei Klemmfinger 40, 42, 44 sind angehoben.
Die Darstellung in Figur 8a zeigt einen neunten Schritt beim Betrieb des Splicers 10 und die Situation bei der Vorbereitung auf einen erneuten Splicevorgang. Das aktuell aktive Papier 60 läuft weiterhin in Richtung auf den Prozess ab, nämlich unter dem rollenseitigen Niederhalter 46 und unter dem mittleren Klemmfinger 42 sowie unter dem prozessseitigen Niederhalter 48 und unter dem prozessseitigen Klemmfinger 44 entlang. Weil auch dieses in absehbarer Zeit zu Ende geht, ist bereits ein (neues) passives Papier 62 eingefädelt. Das passive Papier 62 befindet sich - anders als beim ersten Schritt - nunmehr unter dem aktiven Papier 60 und dessen Anfang (freies Ende, prozessseitiges Ende) ist zum Beispiel mittels eines auf die Oberfläche des Papiers 60 aufgesetzten und an einer Oberfläche des Splicers 10 anhaftenden Magnets (oder mittels einer der anderen weiter oben erwähnten Befestigungsmöglichkeiten) befestigt, insbesondere am Splicer 10 befestigt. Alle drei Klemmfinger 40, 42, 44 sind/bleiben angehoben.
Die Darstellung in Figur 8b zeigt einen zehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Der Abzug des aktiven Papiers 60 in den Prozess wird/ist angehalten und das unten liegende passive Papier 62 und das oben liegende aktive Papier 60 werden/sind fixiert. Das passive Papier 62 wird/ist rollenseitig und prozessseitig fixiert (beidseitig fixiert), nämlich rollenseitig mittels des rollenseitigen Klemmfingers 40 und prozessseitig mittels des prozessseitigen Klemmfingers 44. Das aktive Papier 60 wird/ist einseitig fixiert, nämlich prozessseitig mittels des prozessseitigen Klemmfingers 44. Rollenseitig wird/ist das aktive Papier 60 mittels des Niederhalters 46 des rollenseitigen Klemmfingers 40 geführt und mittels dieses Niederhalters 46 auf das passive Papier 62 abgesenkt. Auch hier bewirkt das Absenken mittels des Niederhalters 46 keine Fixierung des aktiven Papiers 60 in Längsrichtung, sondern
gewährleistet nur - siehe die Beschreibung weiter oben
dass sich die beiden Papiere 60, 62 unmittelbar übereinander oder aufeinander aufliegend in parallelen oder zumindest im Wesentlichen parallelen Ebenen befinden. Der mittlere Klemmfinger 42 bleibt/ist angehoben. Auch hier gilt bezüglich des Stopps des Abzugs des aktiven Papiers 60 und einer eventuellen Bevorratung von aktivem Papier 60 stromabwärts des Splicers 10 das weiter oben Geschriebene (Fig. 7b) entsprechend.
Die Darstellung in Figur 8c zeigt einen elften Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Die mittels der genannten Klemmfinger 40, 44 fixierten Papiere 60, 62 (aktives Papier 60 oben, passives Papier 62 unten) werden geschnitten. Für das Schneiden der beiden Papiere 60, 62 gilt das zuvor Geschriebene entsprechend.
Die Darstellung in Figur 8d zeigt einen zwölften Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Die Papiere 60, 62 sind geschnitten und die resultierenden Enden liegen unmittelbar nach dem Schnitt wie weiter oben beschrieben auf Stoß. Das rollenseitige Ende des aktiven Papiers 60 wird weggezogen oder weggeblasen wie weiter oben im Zusammenhang mit der Erläuterung der Darstellung in Figur 7d beschrieben, zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Wechsel der Rolle für das beim Splicen oben liegende Papier. Dies ist möglich, weil das rollenseitige Ende des aktiven Papiers 60 nicht fixiert ist, sondern mittels des Niederhalters 46 nur auf das passive Papier 62 abgesenkt war.
Die Darstellung in Figur 8e zeigt einen dreizehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Nach dem Wegziehen des rollenseitigen Endes des aktiven Papiers 60 liegt das rollenseitige Ende des passiven Papiers 62 frei und liegen die prozessseitigen Enden des aktiven und passiven Papiers 60, 62 aufeinander. Das prozessseitige Ende des aktiven Papiers 60 liegt bündig auf dem prozessseitigen Ende des passiven Papiers 62 und das rollenseitige Ende des passiven Papiers 62 sowie das prozessseitige Ende des aktiven Papiers 60 liegen auf Stoß. Nun werden die beiden Enden des passiven Papiers 62 und des aktiven Papiers 60 (rollenseitiges Ende des passiven Papiers 62, prozessseitiges Ende des aktiven Papiers 60) durch Aufbringen eines Klebestreifens 70 miteinander verbunden. Für das Aufbringen des
Klebestreifens gilt das weiter oben Geschriebene entsprechend, so dass darauf hier verwiesen werden kann.
Die Darstellung in Figur 8f zeigt einen vierzehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Die beiden Papiere 60, 62 sind verbunden. Die beiden bisher zu deren Fixierung wirksamen Klemmfinger 40, 44 werden/sind wieder angehoben. Die beiden Papiere 60, 62 sind damit in Längsrichtung wieder frei. Das in diesem Zusammenhang ebenfalls frei gewordene prozessseitige Ende des passiven Papiers 62 wird zum Beispiel federbelastet weggezogen oder wird beim nachfolgenden Abzug der beiden miteinander verbundenen Enden der Papiere 60, 62 in den Prozess hinein aus dem Bereich der Auflagefläche 28 herausbefördert, nämlich gewissermaßen herausgeschoben.
Die Darstellung in Figur 8g zeigt einen fünfzehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Der Abzug des aktiven Papiers 60 in den Prozess wird fortgesetzt. Alle drei Klemmfinger 40, 42, 44 sind angehoben. Das prozessseitige Ende des aktiven Papiers 60 und das rollenseitige Ende des passiven Papiers 62 laufen - in dem mittels des Klebestreifens 70 verbundenen Zustand - aus dem Splicer 10 aus und das passive Papier 62 gelangt in den Prozess und ersetzt dort schließlich das bisher aktive Papier 60. Das prozessseitige Ende des bisher passiven Papiers 62 ist entfernt.
Die Darstellung in Figur 8h zeigt einen sechzehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Nur noch das zuvor passive Papier 62 läuft durch den Splicer 10 und aus dem Splicer 10 in Richtung Prozess ab. Das zuvor passive Papier 62 ist/wird jetzt das aktive Papier. Alle drei Klemmfinger 40, 42, 44 sind angehoben.
Die Darstellung in Figur 8i zeigt einen siebzehnten Schritt beim Betrieb des Splicers 10. Hier ist der weiter oben als Ausgangszustand bezeichnete Zustand wieder erreicht. Der siebzehnte Schritt entspricht also dem ersten Schritt und insoweit kann auf das oben Geschriebene verwiesen werden; die Darstellung in Figur 8i entspricht der Darstellung in Figur 7a.
Beim Betrieb des Splicers 10 werden die als erster bis sechzehnter Schritt bezeichneten Schritte sukzessive wiederholt und es werden jeweils ein aktives Papier 60 und ein passives Papier 62 miteinander verbunden. Die Besonderheit besteht darin, dass das passive Papier 62 zum Teil (Schritte eins bis acht; Fig. 7a bis 7h) oben liegt, nämlich auf dem aktiven Papier 60, und zum Teil (Schritte neun bis sechszehn; Fig. 8a bis 8h) unten liegt, nämlich unter dem aktiven Papier 60. Indem der Splicer 10 diese unterschiedlichen Lagen des jeweils mit dem aktiven Papier 60 zu verbindenden passiven Papiers 62 erlaubt, ist ein kontinuierliches Splicen möglich.
Das Splicen, also das Fixieren der beiden Papiere 60, 62 zum Splicen, das Schneiden der Papiere 60, 62, das Verbinden des rollenseitigen Endes des passiven Papiers 62 mit dem prozessseitigen Ende des aktiven Papiers 60 und schließlich das Freigeben der Fixierung der beiden Papiere 60, 62 erfolgen automatisch bei Betrieb des Splicers 10 und unter Kontrolle eines Steuerungsprogramms 100 des Splicers. Das Steuerungsprogramm 100 ist in an sich bekannter Art und Weise in einen Speicher 110 einer Steuerungseinrichtung 120 des Splicers 10 geladen. Als Steuerungseinrichtung 120 fungiert zum Beispiel eine grundsätzlich an sich bekannte speicherprogrammierbare Steuerung (SPS).
Beim Betrieb des Splicers 10 ist jeweils zumindest unmittelbar vor einem Splice- vorgang das Anbringen einer neuen Rolle mit neuem passivem Papier 62 und das Einfädeln des neuen passiven Papiers 62 im Splicer 10 (Fig. 7a; Fig. 8a) erforderlich. Das Einfädeln erfolgt manuell durch eine Bedienperson. Eingefädeltes passives Papier 62 ist Voraussetzung für das Verbinden des aktiven Papiers 60 mit dem passiven Papier 62. Die jeweilige Rolle (in den Figuren nicht gezeigt) befindet sich stromaufwärts des jeweils gezeigten Verlaufs des jeweiligen Papiers, also im Falle eines gemäß Figur 7a im Splicer 10 eingefädelten passiven Papiers 62 zum Beispiel oberhalb der Ebene der Auflagefläche 28 und im Falle eines gemäß Figur 8a im Splicer 10 eingefädelten passiven Papiers 62 zum Beispiel unterhalb der Ebene der Auflagefläche 28. Der Splicer 10 kann unmittelbar nach dem Ende einer jeweiligen Rolle und deren Entnahme wieder mit einer Rolle mit neuem Papier bestückt
werden, kann also gleichzeitig eine Rolle mit aktivem Papier 60 sowie eine Rolle mit passivem Papier 62 tragen.
Die Darstellung in Figur 9 zeigt (mit Teilen der Darstellung in Figur 7a) schematisch vereinfacht einen Ort zweier Rollenaufnahmen 80, 82, die zur Unterscheidung als erste Rollenaufnahme 80 und zweite Rollenaufnahme 82 bezeichnet werden.
Die Rollenaufnahmen 80, 82 sind beispielhaft und schematisch vereinfacht als Scheiben gezeigt, die im Zentrum einen auf der Ebene der Scheiben senkrecht stehenden Zapfen (Dom) aufweisen. Auf diese Zapfen wird jeweils eine Rolle mit dem im jeweiligen Prozess zu verwendenden Papier aufgesteckt. Wenn das Papier einer der Rollen zur Neige geht, erfolgt das Splicen wie hier beschrieben, also die Verbindung mit dem Papier der jeweils anderen Rolle. Andere Rollenaufnahmen 80, 82 sind durch die beispielhafte Darstellung und die Erwähnung einer Scheibe und eines Zapfens ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
Die Rollen sind in der Darstellung in Figur 9 in Form konzentrischer Kreise gezeigt, die jeweils einzelne Lagen des aufgewickelten Papiers darstellen sollen. In der Praxis ist die Anzahl der Lagen auf einer Rolle regelmäßig deutlich höher als hier in der schematisch vereinfachten Darstellung beispielhaft gezeigt.
Jede Rollenaufnahme 80, 82 ist zur Aufnahme jeweils einer Rolle für ein Papier 60, 62 (einen Materialstreifen 60, 62) vorgesehen. Im Falle der in Figur 9 gezeigten Situation nimmt die erste Rollenaufnahme 80 die Rolle mit dem aktiven Papier 60 auf und die zweite Rollenaufnahme 82 nimmt entsprechend die Rolle mit dem passiven Papier 62 auf.
Wie oben beschrieben wird nach dem Splicen das bisher passive Papier 62 das aktive Papier 60 und die Rolle auf der zweiten Rollenaufnahme 82 ist die Rolle, von der das Papier in den Prozess abläuft. Die Rolle mit dem bisher aktiven Papier kann nach dem Splicen entfernt werden und die erste Rollenaufnahme 80 kann mit einer neuen Rolle bestückt werden. Das Papier dieser neuen Rolle wird als passives Papier 62 im Splicer eingefädelt (Figur 8) und jetzt ist die erste Rollenaufnahme 80
die Rollenaufnahme 80 mit der Rolle des passiven Papiers 62 und die zweite Rollenaufnahme 82 ist die Rollenaufnahme 82 mit der Rolle des aktiven Papiers 60. Auch hier wird nach dem Splicen das bisher passive Papier 62 das aktive Papier 60 und jetzt wird die Rolle auf der ersten Rollenaufnahme 80 die Rolle, von der das Papier in den Prozess abläuft. Die Rolle mit dem bisher aktiven Papier kann nach dem Splicen entfernt werden und nun kann die zweite Rollenaufnahme 82 mit einer neuen Rolle bestückt werden und so weiter.
Der Ort der Rollenaufnahmen 80, 82 und damit auch der Ort der jeweiligen Rollen bleibt bei der hier vorgeschlagenen Ausführungsform des Splicers 10 stets gleich, zumindest ist für das Splicen nach dem hier vorgeschlagenen Ansatz und mittels des hier vorgeschlagenen Splicers 10 keine Änderung des Ortes der Rollenaufnahmen 80, 82 notwendig. Es entfällt damit zum Beispiel ein bisher nach einem Splicen oftmals notwendiges Drehen der Rollenaufnahmen 80, 82 relativ zueinander. Damit bleibt auch die Führung des jeweiligen Papiers 60, 62 von der jeweiligen Rolle (von der jeweiligen Rollenaufnahme 80, 82) zum Splicer 10 unverändert, zumindest ist keine Änderung der Papierführung notwendig.
Mit anderen Worten ist der hier vorgeschlagene Splicer 10 ein Splicer 10 mit während des Splicens und während mehrerer aufeinander folgender Splicevorgänge relativ zueinander unveränderlichen, insbesondere absolut unveränderlichen (ortsfesten) Positionen der jeweiligen Rollenaufnahmen 80, 82. Absolut unveränderliche Positionen der jeweiligen Rollenaufnahmen 80, 82 sind dabei nicht zwingend erforderlich. Als relativ zueinander unveränderliche Positionen der jeweiligen Rollenaufnahmen 80, 82 werden dabei - bei zumindest einer beweglichen Rollenaufnahmeposition - zum Beispiel auch solche Rollenaufnahmepositionen verstanden, bei denen sich (gedachte) Tangenten an den Außenumfang jeweils einer Rolle, die von demselben Punkt auf dem Klebebereich 68 ausgehen, zu keinem Zeitpunkt (während des Splicens und während mehrerer aufeinander folgender Splicevorgänge) schneiden.
Ein Splicer 10 nach dem hier vorgeschlagenen Ansatz ist also bei einer vorteilhaften und bezüglich der Rollenaufnahmen 80, 82 konstruktiv vergleichsweise einfachen
Ausführungsform ein Splicer 10, bei dem ein Ort einer Rollenaufnahme 80, 82 für jeweils eine Rolle mit Material für den alten und den neuen Materialstreifen 60, 62 beim Betrieb des Splicers 10 unverändert bleibt. Allgemein ist ein Splicer 10 nach dem hier vorgeschlagenen Ansatz ein Splicer 10 mit relativ zueinander unveränderlichen Positionen der jeweiligen Rollenaufnahmen 80, 82, insbesondere relativ zueinander unveränderlichen Positionen der jeweiligen Rollenaufnahmen 80, 82, derart, dass sich (gedachte) Tangenten an den Außenumfang jeweils einer Rolle, die von demselben Punkt auf dem Klebebereich 68 ausgehen, zu keinem Zeitpunkt (während des Splicens und während mehrerer aufeinander folgender Splicevor- gänge) schneiden. Letzteres ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich - wie in Figur 9 gezeigt - die Rotationsachsen der Rollen und Rollenaufnahmen 80, 82 beidseits einer durch die Oberfläche der Auflagefläche 28 definierten Ebene befinden.
Steuerungsprogramm 100
Die Darstellung in Figur 10 zeigt in Form eines schematisch vereinfachten Struk- togramms den Ablauf des Splicens mittels der hier vorgeschlagenen Vorrichtung 10. Das Struktogramm ist die vereinfachte Darstellung eines Steuerungsprogramms 100 mit einer Implementation eines Verfahrens zum Betrieb des Splicers 10. Das Struktogramm stellt das Verfahren in Form einer Abfolge einer Mehrzahl von Verfahrensschritten dar. Jeder Verfahrensschritt oder eine systematisch zusammengehörige Gruppe von Verfahrensschritten ist jeweils in Form eines Blocks gezeigt und jeder Block umfasst Programmcodeanweisungen zur Ausführung der weiter oben im Zusammenhang mit der Erläuterung der Darstellungen in den Figuren 7a bis 7h sowie 8a bis 8h/8i beschriebenen Schritte. Im Interesse einfacher Verhältnisse sind in der Darstellung in Figur 10 als Beschriftung der einzelnen Blöcke daher nur die Nummern der genannten Figuren wiederholt. Die Ausführung des Steuerungsprogramms 100 beginnt an der mit Start bezeichneten Stelle und setzt sodann die Herstellung/das Erreichen des weiter oben im Zusammenhang mit der Erläuterung der Darstellung in den Figuren 7a erläuterten Ausgangszustands (aktives Papier 60 unten, passives Papier 62 über aktivem Papier 60 eingefädelt) vo-
raus. Dann werden die Papiere 60, 62 fixiert (Figur 7b), geschnitten (Figur 7c) und so weiter. Nach einem ersten Splicevorgang (Schrittfolge: Figur 7a bis Figur 7h) wird abgewartet, bis neues passives Papier 62 eingefädelt ist, nämlich unter dem aktiven Papier 60 (Figur 8a), dann beginnt die Abfolge des Splicens mit dem Fixieren der Papiere 60, 62 (Figur 8b), dem Schneiden der Papiere 60, 62 (Figur 8c) und so weiter. Nach diesem weiteren Splicevorgang (Schrittfolge: Figur 8a bis Figur 8h) verzweigt das Steuerungsprogramm 100 zu dessen Anfang und es wird abgewartet, bis wieder der als Ausgangszustand bezeichnete Zustand hergestellt ist (Figur 7a). Danach läuft das Steuerungsprogramm 100 erneut mit der beschriebenen Schrittfolge ab.
Das Steuerungsprogramm 100 ist eine Implementation eines Verfahrens zum automatischen Betrieb des Splicers 10 und ist bei dessen Betrieb in einen Speicher 110 einer Steuerungseinrichtung 120 geladen und wird mittels der Steuerungseinrichtung 120 in grundsätzlich an sich bekannter Art und Weise beim automatischen Betrieb des Splicers 10 ausgeführt.
Das Steuerungsprogramm 100 bewirkt durch Ansteuerung (Aktivierung oder Aktivierung zusammen mit einer Richtungsvorgabe) der entsprechenden Antriebe 50, 52, 54, nämlich insbesondere der Antriebe der Klemmfinger 40, 42, 44 das bestimmungsgemäße Fixieren der Papiere 60, 62. Das Steuerungsprogramm 100 bestimmt auch den jeweiligen Zeitpunkt einer jeden solchen Ansteuerung. Im Ergebnis bewirkt das Steuerungsprogramm 100 den automatischen Ablauf des Splicevorgangs mittels des Splicers 10.
Einzelne im Vordergrund stehende Aspekte der hier eingereichten Beschreibung lassen sich damit kurz wie folgt zusammenfassen:
Angegeben wird eine Vorrichtung 10 - Splicer 10 - zum Verbinden eines neuen Materialstreifens 62 mit einem alten Materialstreifen 60. Der Splicer 10 umfasst Fixiermittel/eine Fixierfunktionseinheit, eine Schneidefunktionseinheit und eine Klebefunktionseinheit. Die Besonderheit besteht darin, dass die Fixierfunktionseinheit zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44 umfasst bzw. dass als Fixiermittel
zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44 fungieren. Zum Verbinden der beiden Materialstreifen 60, 62 sind diese mittels der Fixierfunktionseinheit/der Fixiermittel fixierbar und werden mittels der Fixierfunktionseinheit/der Fixiermittel fixiert. Mittels der Schneidefunktionseinheit sind die Materialstreifen 60, 62 durchtrennbar und werden mittels der Schneidefunktionseinheit durchtrennt, also geschnitten. Mittels der Klebefunktionseinheit sind die Materialstreifen 60, 62 miteinander verbindbar und werden mittels der Klebefunktionseinheit mittels eines Klebestreifens 70 miteinander verbunden.
Mit anderen Worten umfasst der hier vorgeschlagene Splicer 10 Mittel zum Fixieren der beiden Materialstreifen 60, 62 auf der Auflagefläche 28 (Fixierfunktionseinheit), Mittel zum Durchtrennen der auf der Auflagefläche 28 fixierten Materialstreifen 60, 62 (Schneidefunktionseinheit), sowie Mittel zum Aufpressen eines Klebestreifens 70 auf die durchtrennten Materialstreifen 60, 62 und optional zum seitlichen Abschneiden des Klebestreifens 70 (Klebefunktionseinheit). Als Mittel zum Fixieren der beiden Materialstreifen 60, 62 auf der Auflagefläche 28 (oder einer Auflagefläche 28/eines Segments einer Auflagefläche 28 oder jeweils einer Auflagefläche 28/jeweils eines Segments einer Auflagefläche 28) und als Fixierfunktionseinheit fungieren bei der beschriebenen Ausführungsform die zumindest drei Klemmfinger 40, 42, 44 beidseitig des Klebebereichs 68, nämlich oder mit anderen Worten zumindest ein Klemmfinger 40 in Ablaufrichtung der Materialstreifen 60, 62 vor dem Klebebereich 68 sowie zumindest ein Klemmfinger 44 in Ablaufrichtung der Materialstreifen 60, 62 hinter dem Klebebereich 68, insbesondere zumindest zwei Klemmfinger 40, 42 (erster Klemmfinger 40, zweiter Klemmfinger 42) vor dem Klebebereich 68 sowie zumindest ein Klemmfinger 44 (dritter Klemmfinger 44) hinter dem Klebebereich 68. Als Mittel zum Durchtrennen der auf der Auflagefläche 28 fixierten Materialstreifen 60, 62 und als Schneidefunktionseinheit fungieren bei der beschriebenen Ausführungsform der erste Stempel 20 und die dortige Klinge 72. Als Mittel zum Aufpressen des Klebestreifens 70 auf die durchtrennten Materialstreifen 60, 62 sowie zum optionalen seitlichen Abschneiden des Klebestreifens 70 und als Klebefunktionseinheit fungieren bei der beschriebenen Ausführungsform der zweite Stempel 22 und die dortigen Klingen 74.
Bezugszeichenliste
10 Vorrichtung, Splicer
12-18 (frei)
20 (erster, innerer) Stempel, Schneidstempel
22 (zweiter, äußerer) Stempel, Klebestempel
24 Antrieb (des Stempels 20)
26 Antrieb (des Stempels 22)
28 Auflagefläche
30 Führung (für Träger 32)
32 Träger (für Stempel 20, 22 und jeweilige Antriebe 24, 26)
34 Antrieb (zum Verschieben des Trägers 32)
36, 38 (frei)
40 Fixiermittel, Klemmfinger, erster Klemmfinger, rollenseitiger Klemmfinger
42 Fixiermittel, Klemmfinger, zweiter Klemmfinger, mittlerer Klemmfinger
44 Fixiermittel, Klemmfinger, dritter Klemmfinger, prozessseitiger Klemmfinger, ablaufseitiger Klemmfinger
46 Niederhalter, rollenseitiger Niederhalter
48 Niederhalter, prozessseitiger Niederhalter
50 Antrieb, Klemmfingerantrieb; Antrieb des rollenseitigen Klemmfingers 40
52 Antrieb, Klemmfingerantrieb; Antrieb des mittleren Klemmfingers 42
54 Antrieb, Klemmfingerantrieb; Antrieb des prozessseitigen Klemmfingers
44
56, 58 (frei)
60 Materialstreifen, Papier, alter Materialstreifen, aktiver Materialstreifen, aktives Papier, unterer Materialstreifen
62 Materialstreifen, Papier, neuer Materialstreifen, passiver Materialstreifen, passives Papier, oberer Materialstreifen
64 rollenseitige Richtung
66 prozessseitige Richtung, ablaufseitige Richtung
68 Klebebereich
70 Klebestreifen
72 Klinge (am ersten Stempel 20)
74 Klinge (am zweiten Stempel 22)
76 Abziehvorrichtung
78 Oberflächenelement (des Splicers) 80 (erste) Rollenaufnahme
82 (zweite) Rollenaufnahme
100 Steuerungsprogramm
110 Speicher
120 Steuerungseinrichtung
Claims
1 . Vorrichtung (10) zum Verbinden eines neuen Materialstreifens (62) mit einem alten Materialstreifen (60), wobei die Vorrichtung (10) eine Auflagefläche (28) umfasst, über welche der alte Materialstreifen (60) abläuft, wobei die Auflagefläche (28) einen Klebebereich (68) umfasst, wobei die Vorrichtung (10) beidseits des Klebebereichs (68) auf die Auflagefläche (28) absenkbare Klemmfinger (40, 42, 44) umfasst, nämlich einen ersten oder rollenseitigen Klemmfinger (40), einen zweiten oder mittleren Klemmfinger (42) und einen dritten oder prozessseitigen Klemmfinger (44).
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 , mit einem absenkbaren, rollenseitigen Niederhalter (46) in Ablaufrichtung der Materialstreifen (60, 62) zwischen dem ersten oder rollenseitigen Klemmfinger (40) und dem zweiten oder mittleren Klemmfinger (42) sowie mit einem absenkbaren, prozessseitigen Niederhalter (48) in Ablaufrichtung der Materialstreifen (60, 62) zwischen dem Klebebereich (68) und dem dritten oder prozessseitigen Klemmfinger (44).
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, wobei der rollenseitige Niederhalter (46) dem ersten oder rollenseitigen Klemmfinger (40) und der prozessseitige Niederhalter (48) dem dritten oder prozessseitigen Klemmfinger (44) zugeordnet ist und zusammen mit dem jeweiligen Klemmfinger (40, 44) absenkbar ist.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, wobei jeder Niederhalter (46, 48) mit dem jeweiligen Klemmfinger (40, 44) verbunden ist.
5. Vorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit Rollenaufnahmen (80, 82) für jeweils eine Rolle mit Material für den alten und den neuen Materialstreifen (60, 62), wobei sich Orte der Rotationsachsen der Rollenaufnahmen (80, 82) während des Betriebs der Vorrichtung (10) beidseits einer durch die Oberfläche der Auflagefläche (28) definierten Ebene befinden.
6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, wobei der Ort der Rollenaufnahmen beim Betrieb der Vorrichtung (10) unverändert bleibt.
7. Vorrichtung (10) zum Verbinden eines neuen Materialstreifens (62) mit einem alten Materialstreifen (60), insbesondere Vorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit Fixiermitteln (40, 42, 44) zum Fixieren eines alten Materialstreifens (60) sowie eines neuen Materialstreifens (62), wobei die Vorrichtung (10) eine Auflagefläche (28) mit einem Klebebereich (68) umfasst, wobei sich beim Betrieb der Vorrichtung (10) zum Verbinden der Materialstreifen (60, 62) der alte und der neue Materialstreifen (60, 62) über der Auflagefläche (28) und selbst in unterschiedlichen Ebenen übereinander befinden und sich beidseits des Klebebereichs (68) erstrecken, wobei der alte Materialstreifen (60) im Falle einer Lage unter dem neuen Materialstreifen (62) mittels der Fixiermittel (40, 42, 44) beidseits des Klebebereichs (68) fixierbar ist und der neue Materialstreifen (62) im Falle einer Lage über dem alten Materialstreifen (60) mittels zumindest eines der Fixiermittel (40, 42, 44) zumindest auf einer Rollenseite des Klebebereichs (68) fixierbar ist und wobei der neue Materialstreifen (62) im Falle einer Lage unter dem alten Materialstreifen (60) mittels der Fixiermittel (40, 42, 44) beidseits des Klebebereichs (68) fixierbar ist und der alte Materialstreifen (60) im Falle einer Lage über dem neuen Materialstreifen (62) mittels zumindest eines der Fixiermittel (40, 42, 44) zumindest auf einer Prozessseite des Klebebereichs (68) fixierbar ist.
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 7, mit Niederhaltern (46, 48) beidseits des Klebebereichs (68) zum Absenken eines nicht mittels der Fixiermittel (40, 42,44) fixierten Abschnitts des alten oder neuen Materialstreifen (60, 62) auf einen mittels der Fixiermittel (40, 42,44) fixierten Abschnitt des neuen bzw. alten Materialstreifens (62, 60).
9. Vorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit geneigten Seitenflächen am rollenseitigen Klemmfinger (40) und am prozessseitigen Klemmfinger (44).
10. Verwendung von zumindest drei Klemmfingern (40, 42, 44) zum Fixieren eines alten Materialstreifens (60) sowie eines neuen Materialstreifens (62) beim Betrieb einer Vorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
11 . Verfahren zum Betreib einer Vorrichtung (10) zum Verbinden eines neuen Materialstreifens (62) mit einem alten Materialstreifen (60), insbesondere zum Betreib einer Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Vorrichtung (10) Fixiermittel (40, 42, 44) zum Fixieren eines alten Materialstreifens (60) sowie eines neuen Materialstreifens (62) und eine Auflagefläche (28) mit einem Klebebereich (68) umfasst, wobei sich beim Betrieb der Vorrichtung (10) zum Verbinden der Materialstreifen (60, 62) der alte und der neue Materialstreifen (60, 62) über der Auflagefläche (28) und selbst in unterschiedlichen Ebenen übereinander befinden und sich beidseits des Klebebereichs (68) erstrecken, wobei der alte Materialstreifen (60) im Falle einer Lage unter dem neuen Materialstreifen (62) mittels der Fixiermittel (40, 42, 44) beidseits des Klebebereichs (68) fixiert wird und der neue Materialstreifen (62) im Falle einer Lage über dem alten Materialstreifen (60) mittels zumindest eines der Fixiermittel (40, 42, 44) zumindest auf einer Rollenseite des Klebebereichs (68) fixiert wird und wobei der neue Materialstreifen (62) im Falle einer Lage unter dem alten Materialstreifen (60) mittels der Fixiermittel (40, 42, 44) beidseits des Klebebereichs (68) fixiert wird und der alte Materialstreifen (60) im Falle einer Lage über dem
neuen Materialstreifen (62) mittels zumindest eines der Fixiermittel (40, 42, 44) zumindest auf einer Prozessseite des Klebebereichs (68) fixiert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11 , wobei die Vorrichtung (10) Niederhalter (46, 48) beidseits des Klebebereichs (68) umfasst und wobei mittels der Niederhalter (46, 48) ein nicht mittels der Fixiermittel (40, 42,44) fixierter Abschnitt des alten oder neuen Materialstreifens (60, 62) auf einen mittels der Fixiermittel (40, 42,44) fixierten Abschnitt des neuen bzw. alten Materialstreifens (62, 60) abgesenkt wird.
13. Verfahren zum Verbinden eines alten Materialstreifens (60) mit einem neuen Materialstreifen (62) mittels einer Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 9, wobei das Verbinden ausgehend von einem Ausgangszustand erfolgt, wobei bei dem Ausgangszustand der neue Materialstreifen (62) fluchtend über dem alten Materialstreifen (60) liegt, wobei dabei der alte Materialstreifen (60) unter allen Klemmfingern (40, 42, 44) und Niederhaltern (46, 48) verläuft und der neue Materialstreifen (62) über den rollenseitigen Klemmfinger (40), unter dem rollenseitigen Niederhalter (46), unter dem mittleren Klemmfinger (42), unter dem prozessseitigen Niederhalter (48) und über dem prozessseitigen Klemmfinger (44) verläuft und, wobei zum Verbinden der Ablauf des alten Materialstreifens (60) angehalten wird, wobei der mittlere Klemmfinger (42) und der prozessseitige Niederhalter (48) sowie der prozessseitige Klemmfinger (44) abgesenkt werden und damit der alte Materialstreifen (60) mittels des mittleren Klemmfingers (42) und des prozessseitigen Klemmfingers (44) beidseitig des Klebebereichs (68) fixiert wird sowie der neue Materialstreifen (62) einseitig, nämlich auf einer Rollenseite des Klebebereichs (68), fixiert wird, wobei beide Materialstreifen (60, 62) im Bereich des Klebebereichs (68) geschnitten werden, wobei von dem nur einseitig fixierten neuen Materialstreifen (62) das nicht
fixierte Ende aus dem Bereich des Klebebereichs (68) entfernt wird, nämlich unter dem prozessseitigen Niederhalter (48) herausgezogen wird, wobei das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens (62) mit dem prozessseitigen Ende des alten Materialstreifens (60) verbunden wird, indem auf die auf Stoß liegenden Enden der beiden Materialstreifen (60, 62) ein Klebestreifen (70) aufgebracht wird.
14. Verfahren zum Verbinden eines alten Materialstreifens (60) mit einem neuen Materialstreifen (62) mittels einer Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 9, wobei das Verbinden ausgehend von einem Ausgangszustand erfolgt, wobei bei dem Ausgangszustand der alte Materialstreifen (60) fluchtend über dem neuen Materialstreifen (62) liegt, wobei dabei der neue Materialstreifen (62) unter allen Klemmfingern (40, 42, 44) und Niederhaltern (46, 48) verläuft und der alte Materialstreifen (60) über den rollenseitigen Klemmfinger (40), unter dem rollenseitigen Niederhalter (46), unter dem mittleren Klemmfinger (42), unter dem prozessseitigen Niederhalter (48) und unter dem prozessseitigen Klemmfinger (44) verläuft und, wobei zum Verbinden der Ablauf des alten Materialstreifens (60) angehalten wird, wobei der rollenseitige Klemmfinger (40), der rollenseitige Niederhalter (46) sowie der prozessseitige Klemmfinger (44) abgesenkt werden und damit der neue Materialstreifen (62) mittels des rollenseitigen Klemmfingers (40) sowie des prozessseitigen Klemmfingers (44) beidseitig des Klebebereichs (68) fixiert wird sowie der alte Materialstreifen (60) mittels des prozessseitigen Klemmfingers (44) einseitig, nämlich auf einer Prozessseite des Klebebereichs (68), fixiert wird, wobei beide Materialstreifen (60, 62) im Bereich des Klebebereichs (68) geschnitten werden, wobei von dem nur einseitig fixierten alten Materialstreifen (60) das nicht fixierte Ende aus dem Bereich des Klebebereichs (68) entfernt wird, nämlich unter dem rollenseitigen Niederhalter (46) herausgezogen wird, wobei das rollenseitige Ende des neuen Materialstreifens (62) mit dem prozessseitigen Ende des alten Materialstreifens (60) verbunden wird, indem auf
die auf Stoß liegenden Enden der beiden Materialstreifen (60, 62) ein Klebestreifen (70) aufgebracht wird.
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