-
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein entsprechendes Verfahren zur Absaugung von Aerosolen, wie z.B. Tintennebel.
-
Tintenstrahl-Druckvorrichtungen können zum Bedrucken von Aufzeichnungsträgern, wie z.B. Papier, eingesetzt werden. Dazu werden in einem Druckwerk der Druckvorrichtung ein oder mehrere Düsen verwendet, um Tintentropfen auf den Aufzeichnungsträger zu feuern und so ein gewünschtes Druckbild auf dem Aufzeichnungsträger zu erzeugen. Eine Tintenstrahl-Druckvorrichtung umfasst ferner typischerweise eine Trocknungseinheit, um den Aufzeichnungsträger nach Aufbringen des Druckbildes zu trocknen und um dadurch die aufgebrachte Tinte auf dem Aufzeichnungsträger zu fixieren.
-
Beim Bedrucken des Aufzeichnungsträgers kann in dem Druckwerk ein Aerosol mit Tintenpartikeln entstehen, das von dem Aufzeichnungsträger in die Trocknungseinheit transportiert werden kann und das dort zu Verschmutzungen führen kann. Das Aerosol mit Tintenpartikeln wird in diesem Dokument auch als Tintennebel bezeichnet.
-
Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, durch ein Aerosol bewirkte Verschmutzungen in effizienter und zuverlässiger Weise zu reduzieren oder zu vermeiden. Die Aufgabe wird jeweils durch die Merkmale des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs 1 sowie durch die Merkmale des unabhängigen Verfahrensanspruchs 10 gelöst.
-
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Absaugvorrichtung zur Absaugung von Aerosol, insbesondere Tintennebel, in einer Tintenstrahl-Druckvorrichtung beschrieben, wobei die Druckvorrichtung ein Druckwerk zum Bedrucken einer Vorderseite eines entlang einer Transportrichtung durch das Druckwerk bewegten, insbesondere bandförmigen, Aufzeichnungsträgers aufweist. Die Absaugvorrichtung umfasst, eine mechanische Barriere und eine führende Einheit, insbesondere eine Walze, die ausgebildet sind, zusammen eine Engstelle über der in dem Druckwerk bedruckten Vorderseite des in Transportrichtung an der mechanischen Barriere vorbeigeführten Aufzeichnungsträgers zu bilden, wobei die führende Einheit ausgebildet ist, an der Engstelle auf die Rückseite des Aufzeichnungsträgers einzuwirken. Dabei kann die führende Einheit vorzugsweise über die gesamte Breite des Druckbereichs zylindrisch geformt sein. Des Weiteren umfasst die Absaugvorrichtung ein Gebläse, das ausgebildet ist, in der Engstelle über der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers einen entgegen der Transportrichtung verlaufenden Gasstrom zu bewirken. Die Absaugvorrichtung umfasst ferner eine Absaugeinheit, die eingerichtet ist, in einem Absaugbereich, der in Bezug auf die Transportrichtung vor der Engstelle angeordnet ist, Aerosol, insbesondere Tintennebel, von der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers abzusaugen. Die Absaugvorrichtung kann zu diesem Zweck vor der Engstelle, insbesondere über dem Absaugbereich, angeordnet sein.
-
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Absaugung von Aerosol, insbesondere Tintennebel, in einer Tintenstrahl-Druckvorrichtung beschrieben, wobei die Druckvorrichtung ein Druckwerk zum Bedrucken einer Vorderseite eines entlang einer Transportrichtung durch das Druckwerk bewegten Aufzeichnungsträgers aufweist. Das Verfahren umfasst das Führen des Aufzeichnungsträgers entlang der Transportrichtung durch eine über der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers angeordneten mechanischen Engstelle, wobei die Engstelle durch eine führende Einheit gebildet wird, die an der Engstelle auf die Rückseite des Aufzeichnungsträgers einwirkt. Das Verfahren umfasst ferner das Bewirken eines Gasstroms, der in der Engstelle entgegen der Transportrichtung über der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers verläuft. Außerdem umfasst das Verfahren das Absaugen von Aerosol, insbesondere Tintennebel, von der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers in einem Absaugbereich, der in Bezug auf die Transportrichtung vor der Engstelle angeordnet ist.
-
Im Weiteren werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der schematischen Zeichnung näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1a
- ein Blockdiagramm einer beispielhaften Tintenstrahl-Druckvorrichtung mit einer Trocknungs- bzw. Fixiereinheit;
- Fig. 1b
- ein Blockdiagramm einer beispielhaften Trocknungseinheit für eine Tintenstrahl-Druckvorrichtung;
- Fig. 1c
- eine beispielhafte Tintenstrahl-Druckvorrichtung in einer Seitenansicht;
- Fig. 2a
- eine beispielhafte Absaugvorrichtung für eine Tintenstrahl-Druckvorrichtung;
- Fig. 2b
- eine weitere beispielhafte Absaugvorrichtung für eine Tintenstrahl-Druckvorrichtung;
- Fig. 3a
- eine beispielhafte Absaugvorrichtung mit einer (Umlenk-) Walze an der Engstelle der Absaugvorrichtung;
- Fig. 3b und 3c
- beispielhafte Anordnungen einer Filtereinheit innerhalb des Gehäuses der Absaugvorrichtung; und
- Fig. 4
- ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften Verfahrens zur Absaugung von Aerosol in einer Tintenstrahl-Druckvorrichtung.
-
Die in Fig. 1a dargestellte Druckvorrichtung 100 ist für den Druck auf einen bogen- oder blatt- oder plattenförmigen oder bandförmigen Aufzeichnungsträger 120 ausgelegt. Der Aufzeichnungsträger 120 kann aus Papier, Pappe, Karton, Metall, Kunststoff, Textilien, einer Kombination davon und/oder sonstigen geeigneten und bedruckbaren Materialien hergestellt sein. Der Aufzeichnungsträger 120 wird entlang der Transportrichtung 1, dargestellt durch einen Pfeil, durch das Druckwerk 140 der Druckvorrichtung 100 geführt.
-
Das Druckwerk 140 der Druckvorrichtung 100 umfasst in dem dargestellten Beispiel zwei Druckriegel 102, wobei jeder Druckriegel 102 für das Drucken mit Tinte einer bestimmten Farbe verwendet werden kann, z.B. Schwarz, Cyan, Magenta und/oder Gelb und ggf. MICR-Tinte. Unterschiedliche Druckriegel 102 können für das Drucken mit jeweils unterschiedlichen Tinten verwendet werden. Des Weiteren umfasst die Druckvorrichtung 100 zumindest eine Fixier- bzw. Trocknungseinheit 150, die eingerichtet ist, ein auf den Aufzeichnungsträger 120 gedrucktes Druckbild zu fixieren.
-
Ein Druckriegel 102 kann ein oder mehrere Druckköpfe 103 umfassen, die ggf. in mehreren Reihen nebeneinander angeordnet sind, um die Bildpunkte unterschiedlicher Spalten 31, 32 eines Druckbildes auf den Aufzeichnungsträger 120 zu drucken. In dem in Fig. 1a dargestellten Beispiel umfasst ein Druckriegel 102 fünf Druckköpfe 103, wobei jeder Druckkopf 103 die Bildpunkte einer Gruppe von Spalten 31, 32 eines Druckbildes auf den Aufzeichnungsträger 120 druckt.
-
Jeder Druckkopf 103 des Druckwerks 140 umfasst in der in Fig. 1a abgebildeten Ausführungsform mehrere Düsen 21, 22, wobei jede Düse 21, 22 eingerichtet ist, Tintentropfen auf den Aufzeichnungsträger 120 zu feuern oder zu stoßen. Ein Druckkopf 103 des Druckwerks 140 kann beispielsweise mehrere Tausend effektiv genutzte Düsen 21, 22 umfassen, die entlang mehrerer Reihen quer zur Transportrichtung 1, d.h. entlang der Druckbreite, des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet sind. Mittels der Düsen 21, 22 eines Druckkopfs 103 des Druckwerks 140 können Bildpunkte einer Zeile eines Druckbildes auf den Aufzeichnungsträger 120 quer zur Transportrichtung 1, d.h. entlang der Breite des Aufzeichnungsträgers 120, gedruckt werden.
-
Die Druckvorrichtung 100 umfasst ferner eine Steuereinheit 101, z.B. eine Ansteuer-Hardware und/oder einen Controller, die eingerichtet ist, die Aktuatoren der einzelnen Düsen 21, 22 der einzelnen Druckköpfe 103 des Druckwerks 140 anzusteuern, um in Abhängigkeit von Druckdaten das Druckbild auf den Aufzeichnungsträger 120 aufzubringen. Die Druckdaten können für jede Düse 21, 22, d.h. für jede Spalte 31, 32 des Druckbildes, und für jede Zeile des Druckbildes jeweils anzeigen, ob ein Tintenausstoß erfolgen soll oder nicht, und ggf. welche Tintenmenge ausgestoßen werden soll.
-
Das Druckwerk 140 der Druckvorrichtung 100 umfasst somit zumindest einen Druckriegel 102 mit K Düsen 21, 22, die mit einem bestimmten Zeilentakt angesteuert werden können, um eine Zeile, die quer zu der Transportrichtung 1 des Aufzeichnungsträgers 120 verläuft, mit K Pixeln bzw. K Spalten 31, 32 eines Druckbildes auf den Aufzeichnungsträger 120 zu drucken, z.B. mit K>1000. Die Düsen 21, 22 sind in dem dargestellten Beispiel unbeweglich bzw. fest in der Druckvorrichtung 100 verbaut, und der Aufzeichnungsträger 120 wird mit einer bestimmten Transportgeschwindigkeit an den feststehenden Düsen 21, 22 vorbeigeführt.
-
Wie oben dargelegt, kann die Druckvorrichtung 100 eine Trocknungseinheit 150 umfassen, die eingerichtet ist, den Aufzeichnungsträger 120 nach Aufbringen der Tinte durch die ein oder mehreren Druckriegel 102 zu trocknen und damit das aufgebrachte Druckbild auf dem Aufzeichnungsträger 120 zu fixieren. Die in Fig. 1b dargestellte Trocknungseinheit 150 umfasst mehrere Trocknungsmodule 160, die entlang einer Trocknungsstrecke an beiden Seiten des, typischerweise bahnförmigen, Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet sind, und die jeweils eingerichtet sind, ein gasförmiges Trocknungsmedium, typischerweise erwärmte Luft, auf die Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 zu blasen. Die Trocknungsstrecke mit den Trocknungsmodulen 160 ist dabei in einem Gehäuse 155 der Trocknungseinheit 150 angeordnet. Durch das Anblasen mit einem gasförmigen Trocknungsmedium kann das Druckbild auf einem Aufzeichnungsträger 120 in schonender und zuverlässiger Weise entlang der Trocknungsstrecke der Trocknungseinheit 150 getrocknet werden.
-
Während des Druckbetriebs entsteht in dem Druckwerk 140 typischerweise ein Tintennebel, der Farbpigmente der ein oder mehreren unterschiedlichen Tinten umfasst, mit denen in dem Druckwerk 140 gedruckt wird. Der Tintennebel 170 kann allgemein als Aerosol bezeichnet werden. Der Tintennebel 170 kann, wie beispielhaft in Fig. 1c dargestellt, von dem Aufzeichnungsträger 120 entlang der Transportrichtung 1 mitgerissen werden. Insbesondere kann der Tintennebel 170 von dem Druckwerk 140 in die nachfolgende Trocknungseinheit 150 transportiert werden. Der Tintennebel 170 kann dann zu Verunreinigungen in dem Gehäuse 155, insbesondere an den ein oder mehreren Trocknungsmodulen 160, der Trocknungseinheit 150 führen, wobei durch die Verunreinigungen die Güte der Trocknung des Aufzeichnungsträgers 120 beeinträchtigt werden kann.
-
Fig. 2a zeigt eine beispielhafte Absaugvorrichtung 200, die in Bezug auf die Transportrichtung 1 hinter dem Druckwerk 140 und/oder vor der Trocknungseinheit 150 angeordnet ist. Die Absaugvorrichtung 200 umfasst eine mechanische Barriere 201, die eine mechanische Engstelle 202 bildet, durch die der Aufzeichnungsträger 120 durchgeführt wird. Die Engstelle 202 kann eine Höhe senkrecht zu der Oberfläche, insbesondere senkrecht zu der Vorderseite, des Aufzeichnungsträgers 120 aufweisen, die einerseits möglichst klein ist, um nur einen möglichst kleinen Anteil des mit dem Aufzeichnungsträger 120 mitgerissenen Tintennebels 170 durchzulassen, die aber andererseits ausreichend groß ist, um Kollisionen mit dem Aufzeichnungsträger 120 zu vermeiden. Die Engstelle 202 kann z.B. eine Höhe zwischen 0,1 mm bis 10 mm, insbesondere zwischen 1 - 6 mm, aufweisen.
-
Die Absaugvorrichtung 200 umfasst ferner ein Gebläse 203, das ausgebildet ist, einen Gasstrom 204 an dem Ausgang 206 der Engstelle 202 zu bewirken, der gegenläufig zu der Transportrichtung 1 ist. Der Gasstrom 204 wird in diesem Dokument auch als Blockade-Gasstrom 204 bezeichnet, da der Gasstrom 204 darauf ausgelegt ist, den von dem Aufzeichnungsträger 120 mitgerissenen Tintennebel 170 an der Engstelle 202 zu blockieren. Das Gebläse 203 kann hinter der Engstelle 202, insbesondere hinter dem Ausgang 206 der Engstelle 202, angeordnet sein.
-
Des Weiteren umfasst die Absaugvorrichtung 200 eine Absaugeinheit 205, die eingerichtet ist, den Tintennebel 170 vor der Engstelle 202 abzusaugen. Die Absaugeinheit 205 kann vor der Engstelle 202, insbesondere vor dem Eingang 206 der Engstelle 202, angeordnet sein. Ferner kann die Absaugeinheit 205 separat von der mechanischen Barriere 201 zur Bildung der Engstelle 202 sein. Durch den Blockade-Gasstrom 204 wird bewirkt, dass der Tintennebel 170 am Eingang 206 der Engstelle 202 und/oder vor der Engstelle 202 im Wesentlichen stillsteht oder gegenläufig zur Transportrichtung 1 bewegt wird, so dass der Tintennebel 170 in effizienter Weise durch eine vor der Engstelle 202 angeordnete Absaugeinheit 205 abgesaugt werden kann. Wie in Zusammenhang mit Fig. 2b dargelegt, kann der durch das Gebläse 203 bewirkte Gasstrom 204 zusätzlich durch einen Bypass-Gasstrom224 verstärkt werden, wodurch die Blockadewirkung an der Engstelle 202 und/oder an dem Eingang 206 der Engstelle 202 weiter erhöht wird. Die Ansaugeinheit 205 kann auf eine relativ große Absaugöffnung, ähnlich einer Dunstabzugshaube, einwirken, um den Tintennebel 170 großflächig abzusaugen.
-
Durch die in Fig. 2a dargestellte Absaugvorrichtung 200 kann in zuverlässiger Weise vermieden werden, dass der Tintennebel 170 die nachfolgende Trocknungseinheit 150 verunreinigt.
-
Die Engstelle 202 kann eine Länge entlang der Transportrichtung 1 aufweisen, die, insbesondere deutlich, unter 25 mm ist. Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn die Länge kleiner als 15, noch bevorzugter kleiner als 10 mm, insbesondere kleiner als 5 mm, beträgt. Durch die Bereitstellung einer Engstelle 202, die eine bestimmte Höchstlänge in Transportrichtung 1 aufweist, kann, wie beispielhaft in Fig. 2b dargestellt, eine turbulente Luftverwirbelung und/oder ein laminarer Strömungsabriss 211 von der Grenzluftschicht an der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 erzeugt werden.
-
Bevorzugt erstreckt sich die mechanische Barriere 201 in Transportrichtung 1 von der Engstelle 202 als Rampe mit zunehmendem Abstand. Mit anderen Worten, die mechanische Barriere 201 kann zusammen mit dem Aufzeichnungsträger 120 ausgehend von dem Ausgang 207 der Engstelle 202 einen Trichter bilden, sodass sich der Querschnitt der Engstelle 202 mit zunehmendem Abstand von dem Ausgang 207 der Engstelle 202 verkleinert. Die Engstelle 202 kann an einem Zwischenpunkt 212 zwischen dem Eingang 206 und dem Ausgang 207 der Engstelle 202 einen minimalen Querschnitt aufweisen. Beispielsweise kann die mechanische Barriere 201 eine gekrümmte, z.B. eine kreisförmige oder elliptische, Oberfläche aufweisen, die zu der Engstelle 202 hin gekrümmt ist. So wird der Gasstrom 204 in besonders zuverlässiger Weise von dem Gebläse 203 zur Engstelle 202, insbesondere zu dem Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202, hingeleitet. Ab dem Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202 kann sich der Querschnitt der Engstelle 202 zu dem Eingang 206 der Engstelle 202 hin wieder vergrößern. So kann bewirkt werden, dass der Gasstrom 204 des Gebläses 203 in Bezug auf die Transportrichtung 1 vor dem Eingang 206 der Engstelle 202 turbulente Luftverwirbelungen 211 bewirkt. Auf diese Weise wird Luft aus der Grenzluftschicht senkrecht zu der Transportrichtung 1 mitgerissen, wodurch sich die laminar strömende Grenzluftschicht von dem Aufzeichnungsträger 120 ablöst.
-
In dem in Fig. 2b dargestellten Beispiel wird durch das Gebläse 203 ein Gasstrom 204 bewirkt, der direkt auf die Engstelle 202 einwirkt. Der Gasstrom 204 kann zu diesem Zweck z.B. durch einen Kanal 223 von dem Gebläse 203 zu der Engstelle 202 geleitet werden, wobei der Kanal 223 innerhalb der mechanischen Barriere 201 verläuft, durch den die Engstelle 202 gebildet wird. An der Engstelle 202 kann durch den Coanda-Effekt bewirkt werden, dass der Gasstrom 204 entlang der Oberfläche der mechanischen Barriere 201 zu dem Eingang 206 der Engstelle 202 hin geleitet wird. Ferner kann durch den Gasstrom 204 ein zusätzlicher Bypass-Gasstrom 224 von dem Ausgang 207 der Engstelle 202 zu dem Eingang 206 der Engstelle 202 hin bewirkt werden. Durch den zusätzlichen Bypass-Gasstrom 224 kann eine besonders zuverlässige Blockade von Tintennebel 170 an der Engstelle 202 bewirkt werden.
-
Fig. 2b zeigt ein (trichterförmiges) Gehäuse 213, durch das das Gasgemisch 214, das den Tintennebel 170 und den Blockade-Gasstrom 204 sowie den Bypass Gasstrom 224, umfasst, anhand des von der Absaugeinheit 205 bewirkten Saugluftstroms von dem Eingang 206 der Engstelle 202 wegbefördert werden kann.
-
Es wird somit eine zwischen den ein oder mehreren Druckköpfen 103 und der Fixierung 150 angeordnete Tintennebelabsaugung 200 beschrieben. Die Absaugung 200 umfasst eine mechanische Engstelle 202, die durch eine mechanische Barriere 201 gebildet wird, wobei die mechanische Barriere 201 zumindest einen Teil der mit Tintennebel 170 verschmutzten Luft daran hindert, von dem Aufzeichnungsträger 120 in den Trockner 150 transportiert zu werden. Die Engstelle 202 ist typischerweise umso effektiver, je kleiner der durch die Engstelle 202 gebildete Spalt ist, und/oder umso höher die Transportgeschwindigkeit des Aufzeichnungsträgers 120 ist. Dabei kann der Spalt der Engstelle 202 typischerweise nicht beliebig klein gemacht werden, um Toleranzen, eine bestimmte Welligkeit des Aufzeichnungsträgers 120 und/oder Klebestellen des Aufzeichnungsträgers 120 zu berücksichtigen.
-
Zur weiteren Erhöhung des Wirkungsgrads kann ein gegenläufiger Spül-Luftstrom 204 generiert werden, der gegenläufig zu der Laufrichtung 1 des Aufzeichnungsträgers 120 ist. Der Spül-Luftstrom 204 kann durch ein Gebläse 203, insbesondere durch ein sogenanntes Airknife, erzeugt werden. Es wird dabei, zusammen mit dem Bypass-Strom 224, ein Luftstrom 204, 224 erzeugt, der gegenläufig zu der Transportrichtung 1 in die Engstelle 202 hinein und ggf. durch die Engstelle 202 hindurch strömt. So kann in zuverlässiger Weise bewirkt werden, dass die Grenzluftschicht an dem Aufzeichnungsträger 120, die den Tintennebel 170 aufweist, daran gehindert wird, durch die Engstelle 202 hindurch zu strömen. Durch den Spül-Luftstrom 204 kann somit ein Austreten von Tintennebel 170 am Ausgang der Engstelle 202 vermieden werden. Insbesondere kann durch den Spül-Luftstrom 204 bewirkt werden, dass die Engstelle 202 für die Grenzluftschicht enger erscheint und dadurch ein erhöhter Anteil der Grenzluftschicht an der Engstelle 202 abgestreift bzw. abgesondert wird. Somit kann der effektive Wirkungsgrad der Engstelle 202 erhöht werden.
-
Die Absaugvorrichtung 200 ist somit ausgebildet, eine Engstelle 202 in gegenläufiger Richtung mit Luft oder einem Gas zu durchströmen, um damit "virtuell" den Abstand bzw. die Höhe der Engstelle 202 zu verringern. So kann das Ziel erreicht werden, mit dem Aufzeichnungsträger 120 mitgerissene (Tinten-) Partikel und/oder Aerosole über dem Aufzeichnungsträger 120 abzuspalten und den Weitertransport mit dem Aufzeichnungsträger 120 zu verhindern.
-
Durch die Engstelle 202 und durch die Spülluft 204 kann die Menge an Tintennebel 170 reduziert werden, die in die Trocknungseinheit 150 transportiert wird. Um Verschmutzungen der Druckvorrichtung 100 und/oder der Umgebung der Druckvorrichtung 100 durch Aerosole zu vermeiden, wird der Tintennebel 170 durch eine Absaugeinheit 205, die vor der Engstelle 202 angeordnet ist, abgesaugt. Die Absaugeinheit 205 kann dabei in flexibler Weise in räumlicher Nähe oder auch relativ weit weg von der Engstelle 202 angeordnet sein. Es kann somit eine besonders effiziente und umfassende Absaugung vor der Engstelle 202 ermöglicht werden.
-
Dadurch, dass die Engstelle 202 bevorzugt sehr kurz ausgeführt ist, z.B. mit einer Länge von 0,1 mm bis 10 mm ausgebildet ist, und/oder die mechanische Barriere 201 in Bezug auf die Transportrichtung 1 vor der Engstelle 202, d.h. am Eingang 206 der Engstelle 202, abbricht, werden am Eingang 206 der Engstelle 202 Luftverwirbelungen und/oder Turbulenzen 211 erzeugt, die dazu führen, dass sich die Grenzluftschicht mit dem Aerosol 170 von dem Aufzeichnungsträger 120 ablöst und somit besser von der Absaugeinheit 205 abgesaugt werden kann.
-
Fig. 3a zeigt eine beispielhafte Absaugvorrichtung 200, die an der Engstelle 202 eine Walze 300, insbesondere eine Umlenkwalze, aufweist. Die Walze 300 ist ein Beispiel für eine führende Einheit, insbesondere für eine bahnführende Einheit, die ausgebildet ist, den Aufzeichnungsträger 120 zu führen. Durch die Walze 300 kann die Engstelle 202, insbesondere die geometrischen Eigenschaften der Engstelle 202, in besonders effizienter und präziser Weise definiert werden. Ferner kann durch das Umlenken des Aufzeichnungsträgers 120 in effizienter Weise ein bestimmter Öffnungswinkel 304 des Ausgangs 207 der Engstelle 202 festgelegt werden, um eine trichterförmige Engstelle 202 zu bilden, die sich ausgehend von dem Ausgang 207 der Engstelle 202 zu dem Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202 hin verjüngt, und so zu einer Beschleunigung des Gasstroms 204 innerhalb der Engstelle 202 führt, was vorteilhaft für die Blockade des Tintennebels 170 am Eingang 206 der Engstelle 202 ist.
-
Die Engstelle 202 kann zum Ausgang 207 und zum Eingang 206 der Engstelle 202 hin jeweils trichterförmig ausgebildet sein. Dies kann z.B. dadurch erreicht werden, dass die mechanische Barriere 201 eine, zu dem Aufzeichnungsträger 120 hin, gekrümmte Oberfläche aufweist. Die Oberfläche der mechanischen Barriere 201 kann kreisförmig oder ellipsenförmig sein.
-
Die in Fig. 3a dargestellte Absaugvorrichtung 200 weist ein Gehäuse 310 auf, das eine Absaugkammer 311 umschließt. Das Gehäuse 310 ist zu der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 offen, sodass die Absaugkammer 311 direkt oberhalb der abzusaugenden Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet ist. Die Absaugkammer 311 weist in Bezug auf die Transportrichtung 1 des Aufzeichnungsträgers 120 eine Frontseite 316, an der der Aufzeichnungsträger 120 zu der Absaugkammer 311 hingeführt wird, und eine Rückseite 317, an der der Aufzeichnungsträger 120 von der Absaugkammer 311 weggeführt wird, auf. Die Engstelle 202 mit dem Blockade-Gasstrom 204 ist an der Rückseite 317 der Absaugkammer 311 angeordnet.
-
Die Absaugvorrichtung 200 weist an der Frontseite 316 eine Zuführungs-Tunnel 302 auf, durch den der Aufzeichnungsträger 120 zu der Absaugkammer 311 hingeführt wird. Der Tunnel 302 wird durch eine vordere Wand 301 und durch eine rückwärtige Wand 306 gebildet, die im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Die vordere Wand 301 ist an der Oberseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet, und die rückwärtige Wand 306 ist an der Rückseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet. Der Tunnel 302 kann eine Länge entlang der Transportrichtung 1 von 1cm oder mehr, insbesondere 2cm oder mehr, aufweisen. Der Tunnel 302 ermöglicht es, den an der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 haftenden Tintennebel 170 in zuverlässiger Weise zu der Absaugkammer 311 zu leiten.
-
Die vordere Wand 301 kann eingangsseitig in Bezug auf die Transportrichtung 1 einen Abschnitt 303 aufweisen, in dem die vordere Wand 301 schräg von der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers 120 weg ausgerichtet ist, sodass sich ein Trichter bildet, durch den der mit dem Aufzeichnungsträger 120 mitgeführte Tintennebel 170 in den Tunnel 302 geleitet wird.
-
Das Gasgemisch 214 aus dem Blockade-Gasstrom 214 und dem Tintennebel 170 kann von der Absaugeinheit 205 aus der Absaugkammer 311 gesogen werden. Dabei wird das Gasgemisch 214 bevorzugt über eine Filtereinheit 312 abgesaugt, die ausgebildet ist, Partikel aus dem Gasgemisch 214 herauszufiltern. Die Filtereinheit 312 kann ein oder mehreren Filterschichten aufweisen, z.B. einen Vorfilter (für relative grobe Partikel) und ein oder mehrere Hauptfilter (für relative feine Partikel). Stromabwärts in Bezug auf die Filtereinheit 312 kann eine Luftkammer 313 angeordnet sein, insbesondere zwischen der Filtereinheit 312 und der Absaugeinheit 205.
-
Fig. 3b und 3c zeigen beispielhafte Ausrichtungen der Filtereinheit 312 innerhalb des Gehäuses 310 der Absaugvorrichtung 200. In dem in Fig. 3b dargestellten Beispiel ist die Filtereinheit 312 im Wesentlichen senkrecht zu der Strömungsrichtung des abgesaugten Gasgemisches 214 angeordnet. Dies ermöglicht die Bereitstellung einer relativ großflächigen Filtereinheit 312, was vorteilhaft für die Lebensdauer der Filtereinheit 312 und/oder die Betriebsdauer der Absaugvorrichtung 200 ist. In dem in Fig. 3c dargestellten Beispiel ist die Filtereinheit 312 schräg zu der Strömungsrichtung des abgesaugten Gasgemisches 214 angeordnet, was vorteilhaft für den erforderlichen Bauraum der Absaugvorrichtung 200 sein kann. Ferner kann so ein besonders einfacher Austausch der Filtereinheit 312 ermöglicht werden.
-
Der von der Absaugeinheit 205 bewirkte Saugluftstrom weist bevorzugt einen Volumenstrom auf, der größer als die Summe aus dem Volumenstrom des Blockade-Gasstroms 204 und des Volumenstroms eines Bypass-Luftstroms ist. Der Bypass-Luftstrom kann z.B. durch den Tunnel 302 und/oder an den Querseiten, quer zu der Transportrichtung 1, der Absaugvorrichtung 200 bewirkt werden. Ferner kann ein Bypass-Luftstrom 224 bewirkt werden, der von dem Ausgang 207 durch die Engstelle 202 zu dem Eingang 206 verläuft, wie z.B. in Zusammenhang mit Fig. 2b dargelegt. Durch die Verwendung eines relativ starken Saugluftstroms kann des Gasgemisch 214 in besonders zuverlässiger Weise aus der Absaugkammer 311 gefördert werden.
-
Die Filtereinheit 312 kann als Kartusche ausgebildet sein, die in einfacher Weise ausgetauscht werden kann.
-
Der Luftspalt 202 zur Blockade des Tintennebels 170 kann, wie z.B. in Fig. 3a dargestellt, direkt auf der gegenüberliegenden Seite einer Walze 300, insbesondere einer Transportwalze für den Aufzeichnungsträger 120, angeordnet sein, sodass ein stabiler und definierter Abstand der Engstelle 202 bewirkt wird. Ferner kann die Spaltbreite der Engstelle 202 durch die Verwendung einer Walze 300 in flexibler Weise an unterschiedlich dicke Aufzeichnungsträger 120 angepasst werden.
-
Fig. 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 400 zur Absaugung von Tintennebel 170, allgemein von Aerosol, in einer Tintenstrahl-Druckvorrichtung 100. Die Druckvorrichtung 100 umfasst ein Druckwerk 140 zum Bedrucken der Vorderseite eines entlang einer Transportrichtung 1 durch das Druckwerk 140 bewegten Aufzeichnungsträgers 120.
-
Das Verfahren 400 umfasst das Führen 401 des Aufzeichnungsträgers 120 entlang der Transportrichtung 1 durch eine über der Vorderseite bzw. der Oberseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordneten Engstelle 202. Die Engstelle 202 kann dabei eine Höhe von 2-6mm aufweisen. Die Engstelle 202 kann ausgebildet sein, die mit dem Aufzeichnungsträger 120 an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 mitgeführte Schicht mit Tintennebel 170 durch eine mechanische und/oder bauliche Blockade auf eine bestimmte Schichtdicke zu begrenzen. Dabei kann die Schichtdicke der Höhe der Engstelle 202 entsprechen.
-
An der Engstelle 202 ist bevorzugt eine führende Einheit 300 angeordnet, wobei der Aufzeichnungsträger 120 über die führende Einheit 300 an der Engstelle 202 vorbeigeführt werden kann. Die führende Einheit 300 kann an der Engstelle 202, insbesondere an dem engsten Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202, auf die Rückseite des Aufzeichnungsträgers 120 einwirken. Die führende Einheit 300 ist bevorzugt eine Stange oder eine Walze.
-
Des Weiteren umfasst das Verfahren 400 das Bewirken 402 eines Gasstroms 204, insbesondere eines Luftstromes, der in der Engstelle 202 entgegen der Transportrichtung 1 über der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 verläuft. Der Gasstrom 204 kann in besonders effizienter Weise durch ein in Bezug auf die Transportrichtung 1 hinter der Engstelle 202 angeordnetes Gebläse 203 bewirkt werden. Der Gasstrom 204 kann ausgebildet sein, die effektive Schichtdicke der Schicht mit Tintennebel 170 auf der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 weiter zu reduzieren, insbesondere um 50% oder mehr oder um 80% oder mehr zu reduzieren.
-
Das Verfahren 400 umfasst ferner das Absaugen 403 von Tintennebel 170, allgemein von Aerosol, von der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 in einem Absaugbereich, der in Bezug auf die Transportrichtung 1 vor der Engstelle 202 angeordnet ist. Der Tintennebel 170 kann durch eine Absaugeinheit 205 abgesaugt werden, die vor der Engstelle 202 angeordnet ist. Die kombinierte Verwendung einer mechanischen Engstelle 202 mit einem gegenläufigen Gasstrom 204 innerhalb der Engstelle 202 ermöglicht eine effiziente und umfassende Absaugung des Tintennebel 170 in dem Absaugbereich vor der Engstelle 202.
-
Es wird somit in diesem Dokument eine Absaugvorrichtung 200 zur Absaugung von Aerosol, insbesondere Tintennebel, 170 in einer Tintenstrahl-Druckvorrichtung 100 beschrieben. Die Druckvorrichtung 100 kann, wie z.B. in Zusammenhang mit Fig. 1a beschrieben, ein Druckwerk 140 zum Bedrucken der Vorderseite eines entlang einer Transportrichtung 1 durch das Druckwerk 140 bewegten Aufzeichnungsträgers 120 aufweisen. Das Druckwerk 140 kann ein oder mehrere Druckriegel 102 und/oder Druckköpfe 103 aufweisen, die ausgebildet sind, Tintentropfen auf die Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 aufzubringen.
-
Im Rahmen des Druckprozesses kann in dem Druckwerk 140 Tintennebel 170 erzeugt werden, der von dem sich in Transportrichtung 1 bewegenden Aufzeichnungsträger 120 in einer Tintennebel-Schicht an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 mitgerissen wird.
-
Die Absaugvorrichtung 200 umfasst eine mechanische Barriere 201, die ausgebildet ist, eine bauliche Engstelle 202 über der in dem Druckwerk 140 bedruckten Vorderseite des in Transportrichtung 1 an der mechanischen Barriere 201 vorbeigeführten Aufzeichnungsträgers 120 zu bilden. Die Engstelle 202 kann z.B. durch ein Bauelement, etwa durch ein Blech, gebildet werden, das über der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet ist.
-
Die durch die mechanische Barriere 201 gebildete Engstelle 202 kann eine Länge von weniger als 25 mm, bevorzugt weniger als 10mm, noch bevorzugter weniger als 5 mm, entlang der Transportrichtung 1 aufweisen. So können am Eingang 206 der Engstelle 202 Verwirbelungen 211 erzeugt werden, durch die das Aerosol 170 in vorteilhafter Weise von der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 gelöst werden kann.
-
Die Druckvorrichtung 100 weist typischerweise eine bestimmte Druckbreite quer zu der Transportrichtung 1 auf, über die die Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 in dem Druckwerk 140 bedruckt wird. Die durch die mechanische Barriere 201 gebildete Engstelle 202 erstreckt sich bevorzugt über die gesamte Druckbreite der Druckvorrichtung 100. So kann der in dem Druckwerk 140 erzeugte Tintennebel 170 in besonders umfassender Weise blockiert und abgesaugt werden.
-
Die Engstelle 202 wird bevorzugt durch die mechanische Barriere 201 an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 und durch eine führende Einheit 300, insbesondere eine Transportwalze, gebildet, wobei die führende Einheit 300 ausgebildet ist, an der Engstelle 202, insbesondere an dem (engsten) Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202, auf die Rückseite des Aufzeichnungsträgers 120 einzuwirken. Durch die Verwendung einer führende Einheit 300 kann die Engstelle 202 in besonders präziser, flexibler und zuverlässiger Weise gebildet werden. Dies gilt insbesondere bei Verwendung einer Stange oder einer Walze als führende Einheit 300.
-
Die führende Einheit 300 kann ausgebildet sein, den Aufzeichnungsträger 120 an der Engstelle 202 umzulenken, sodass sich nachfolgend zu der Engstelle 202 der Abstand der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 von der mechanischen Barriere 201, insbesondere fließend und/oder stetig, vergrößert. Alternativ oder ergänzend kann die führende Einheit 300 ausgebildet sein, den Aufzeichnungsträger 120 an der Engstelle 202 umzulenken, sodass die Engstelle 202 zu dem, dem Gebläse 203 der Absaugvorrichtung 200 zugewandten, Ausgang 207 der Engstelle 202 hin einen Öffnungswinkel 304 aufweist, der gleich wie oder größer als ein bestimmter Mindestwinkel ist. Der Mindestöffnungswinkel kann z.B. 20° oder mehr, oder 40° oder mehr, sein.
-
Durch die führende Einheit 300 kann somit in effizienter Weise bewirkt werden, dass die Engstelle 202 zu dem Ausgang 207 der Engstelle 202 hin einen sich öffnenden Trichter bildet, durch den in besonders zuverlässiger Weise der Blockade-Gasstrom 204 zu der Engstelle 202, insbesondere zu dem (engsten) Zwischenpunkt 212 der Engstelle 202, hin gefördert werden kann.
-
Die führende Einheit 300 kann derart verstellbar sein, dass der Abstand zwischen der mechanischen Barriere 201 und der führenden Einheit 300 veränderbar ist, um die Engstelle 202 an unterschiedlich dicke Aufzeichnungsträger 120 anpassen zu können. Zu diesem Zweck kann die Achse der führenden Einheit 300 verstellbar sein, sodass die führende Einheit 300 zu der mechanischen Barriere 201 hin und/oder von der mechanischen Barriere 201 wegbewegt werden kann, und sodass die führende Einheit 300 in unterschiedlichen Abständen von der mechanischen Barriere 201 fixiert werden kann. So kann eine besonders flexible Anpassung der Absaugvorrichtung 200 an unterschiedliche Aufzeichnungsträger 120 bewirkt werden.
-
Die Absaugvorrichtung 200 umfasst ferner ein Gebläse 203, das ausgebildet ist, in der Engstelle 202 über der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 einen entgegen der Transportrichtung 1 verlaufenden Blockade-Gasstrom 204, z.B. Press- oder Druckluft, zu bewirken. Das Gebläse 203, insbesondere das sogenannte Airknife, kann in Bezug auf die Transportrichtung 1 am Ausgang der Engstelle 202 angeordnet sein, und kann ausgebildet sein, einen Gasstrom 204, insbesondere einen Luftstrom, zu bewirken, der von dem Ausgang 207 in Richtung Eingang 206 der Engstelle 202 verläuft. Der von dem Gebläse 203 bewirkte Gasstrom 204 kann dabei ausgebildet sein, Tintennebel 170 (d.h. allgemein Aerosol), der von der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 in Transportrichtung 1 von dem Eingang 206 der Engstelle 202 in Richtung zu dem Ausgang 207 der Engstelle 202 mitgerissen wird, zurück in Richtung zu dem Eingang 206 der Engstelle 202 zu drücken. So kann in zuverlässiger Weise bewirkt werden, dass Tintennebel 170 an der mechanischen Barriere 201 blockiert wird, und somit nicht in eine der Absaugvorrichtung 200 nachgelagerte Komponente 150 der Druckvorrichtung 100 gelangen kann.
-
Der von dem Gebläse 203 bewirkte Gasstrom 204 kann insbesondere derart ausgebildet sein, dass der Tintennebel 170 in dem Absaugbereich vor der Engstelle 202, insbesondere direkt an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120, eine Bewegungsgeschwindigkeit in Transportrichtung 1 aufweist, die kleiner, insbesondere um einen Faktor 2 oder mehr kleiner, als die Transportgeschwindigkeit des Aufzeichnungsträgers 120 ist. Durch den Gasstrom 204 kann somit bewirkt werden, dass die Tintennebel-Schicht an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120, vor dem Eingang der Engstelle 202, abgebremst wird, um in zuverlässiger Weise die Menge an Tintennebel 170 zu reduzieren, die die Engstelle 202 durchläuft.
-
Alternativ oder ergänzend kann der von dem Gebläse 203 bewirkte Gasstrom 204 ausgebildet sein, die effektive Querschnittsfläche der Engstelle 202 senkrecht zu der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120, durch die Tintennebel 170 durch die Engstelle 202 strömen kann, gegenüber der tatsächlichen Querschnittsfläche der Engstelle 202 zu reduzieren, insbesondere um 50% oder mehr oder um 80% oder mehr zu reduzieren. Der Gasstrom 204 ermöglicht es somit, eine relativ hohe Engstelle 202 zu verwenden, um in zuverlässiger Weise eine Kollision zwischen dem Aufzeichnungsträger 120 und der mechanischen Barriere 201 zu vermeiden, und dabei dennoch eine zuverlässige Abscheidung des Tintennebels 170 zu bewirken.
-
Insgesamt kann die Ansaugvorrichtung 200 ausgebildet sein, zu bewirken, dass aus dem Ausgang 207 der Engstelle 202 höchstens 10% des von dem Aufzeichnungsträger 120 an den Eingang 206 der Engstelle 202 geführten Tintennebels 170 austritt. Dies kann in zuverlässiger Weise durch die Kombination aus einer mechanischen und/oder baulichen Engstelle 202 und einem gegenläufigen Gasstrom 204 bewirkt werden, der ggf. zusätzlich durch einen Bypass-Luftstrom 224 verstärkt wird.
-
Die Absaugvorrichtung 200 umfasst ferner eine Absaugeinheit 205, die eingerichtet ist, in dem Absaugbereich, der in Bezug auf die Transportrichtung 1 vor der Engstelle 202 angeordnet ist, Tintennebel 170 (d.h. allgemein Aerosol) von der bedruckten Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 abzusaugen.
-
Die Absaugvorrichtung 200 kann ein Gehäuse 310 umfassen, durch das ein als Absaugkammer 311 ausgebildeter Absaugbereich gebildet wird. Die Absaugkammer 311 kann an der der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 zugewandten Seite offen sein, sodass die Absaugkammer 311 an dieser Seite von dem Aufzeichnungsträger 120 bedeckt wird. Die der der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 zugewandte, offene, Seite kann als Ansaugöffnung betrachtet werden. Die Ansaugöffnung kann sich zu der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 hin aufweiten und/oder kann sich mit zunehmendem Abstand von der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 verjüngen. So kann eine besonders effiziente und umfassende Absaugung des Tintennebels 170 in dem Absaugbereich vor der Engstelle 202 bewirkt werden.
-
Die Absaugkammer 311 kann eine Frontseite 316 aufweisen, an der der Aufzeichnungsträger 120 zu der Absaugkammer 311 hingeführt, insbesondere in die Absaugkammer 311 hineingeführt, wird. Des Weiteren kann die Absaugkammer 311 eine Rückseite 317 aufweisen, an der der Aufzeichnungsträger 120 von der Absaugkammer 311 weggeführt, insbesondere aus der Absaugkammer 311 herausgeführt, wird. Die Engstelle 202 ist bevorzugt an der Rückseite 317 der Absaugkammer 311 angeordnet, sodass zuverlässig bewirkt werden kann, dass der Tintennebel 170 in der Absaugkammer 311 zurückgehalten wird.
-
Die Absaugvorrichtung 200 kann einen Zuführungs-Tunnel 302 aufweisen, der sich ausgehend von der Frontseite 316 der Absaugkammer 311 entgegen der Transportrichtung 1 (von der Absaugkammer 311 weg) erstreckt, sodass der Aufzeichnungsträger 120 durch den Zuführungs-Tunnel 302 zu der Absaugkammer 311, insbesondere in die Absaugkammer 311, geführt wird. Der Zuführungs-Tunnel 302 kann eine vordere Tunnel-Wand 301, die an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet ist, und eine rückwärtige Tunnel-Wand 306, die an der Rückseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet ist, aufweisen. Dabei weist die vordere Tunnel-Wand 301 an dem von der Absaugkammer 311 abgewandten Ende bevorzugt einen schräg von der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 wegverlaufenden Abschnitt 303 (z.B. eine Rampe) auf, durch den ein Trichter zum Einfangen von Aerosol 170 (insbesondere Tintennebel) gebildet wird, das an der Vorderseite des Aufzeichnungsträgers 120 angeordnet ist. Durch die Bereitstellung eines Zuführungs-Tunnels 302 an der Frontseite 316 der Absaugkammer 311 kann in besonders zuverlässiger Weise bewirkt werden, dass der Tintennebel 170 möglichst vollständig in die Absaugkammer 311 geführt wird (und von dort abgesaugt werden kann).
-
Die Absaugeinheit 205, insbesondere das Gebläse der Absaugeinheit 205, kann ausgebildet sein, das in der Absaugkammer 311 angeordnete Gasgemisch 214 (mit Tintennebel 170) aus der Absaugkammer 311 heraus zu fördern, insbesondere abzusaugen. Dabei weist die Absaugvorrichtung 200 bevorzugt eine zwischen der Absaugkammer 311 und der Absaugeinheit 205 angeordnete Filtereinheit 312 auf.
-
Die Filtereinheit 312 kann im Wesentlichen senkrecht zu der Strömungsrichtung des Gasgemisches 214 ausgerichtet sein. Alternativ oder ergänzend kann die Filtereinheit 312 mehrere Filterschichten, insbesondere zumindest eine Grob-Filterschicht und zumindest eine in Strömungsrichtung nachfolgende Fein-Filterschicht, aufweisen. Alternativ oder ergänzend kann die Filtereinheit 312 als austauschbare Kartusche ausgebildet sein. So kann eine besonders zuverlässige und effiziente Filterung des Gasgemisches 214 bewirkt werden.
-
Es wird somit eine Absaugvorrichtung 200 für eine Tintenstrahl-Druckvorrichtung 100 beschrieben, die ausgebildet ist, einen bedruckten Aufzeichnungsträger 120 entlang einer Transportrichtung 1 durch eine mechanische Engstelle 202 mit einem gegenläufigen Gasstrom 204 zu führen, um in effizienter und umfassender Weise Tintennebel 170 in Transportrichtung 1 vor der Engstelle 202 absaugen zu können.
-
Des Weiteren wird in diesem Dokument eine Druckvorrichtung 100 beschrieben, die die in diesem Dokument beschriebene Absaugvorrichtung 200 umfasst.
-
Durch die in diesem Dokument beschriebenen Maßnahmen kann der in einem Druckwerk 140 erzeugte Tintennebel 170 zuverlässig beseitigt werden, insbesondere um eine Verschmutzung von nachgelagerten Komponenten wie einer Trocknungseinheit 150 zu vermeiden.
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Transportrichtung
- 21, 22
- Düse (Druckbild)
- 31, 32
- Spalte (des Druckbildes)
- 100
- Druckvorrichtung
- 101
- Steuereinheit
- 102
- Druckriegel
- 103
- Druckkopf
- 120
- Aufzeichnungsträger
- 140
- Druckwerk
- 150
- Fixier- bzw. Trocknungseinheit
- 155
- Gehäuse (Trocknungseinheit)
- 170
- Aerosol (Tintennebel)
- 200
- Absaugvorrichtung
- 201
- mechanische Barriere
- 202
- Spalt / Engstelle / Blockadestelle
- 203
- Gebläse
- 204
- Gasstrom
- 205
- Ansaugeinheit
- 206
- Eingang der Engstelle
- 207
- Ausgang der Engstelle
- 211
- Verwirbelung
- 212
- Zwischenpunkt der Engstelle
- 213
- Gehäuse
- 214
- abgesaugtes Gasgemisch
- 223
- Kanal (innerhalb der mechanischen Barriere)
- 224
- Bypass-Gasstrom
- 300
- führende Einheit, insbesondere Walze oder Stange, an der Engstelle
- 301
- vordere Tunnel-Wand
- 302
- Zuführungs-Tunnel
- 303
- schräger Abschnitt der vorderen Tunnel-Wand
- 304
- Öffnungswinkel
- 306
- rückwärtige Tunnel-Wand
- 310
- Gehäuse (Absaugvorrichtung)
- 311
- Absaugkammer
- 312
- Filtereinheit
- 313
- Luftkammer
- 316
- Frontseite der Absaugkammer
- 317
- Rückseite der Absaugkammer
- 400
- Verfahren zur Absaugung von Aerosol
- 401-403
- Verfahrensschritte