Anlage und Verfahren zum Herstellen einer medizinischen
Verpackung
Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Anlage sowie ein Verfahren zum Herstellen einer medizinischen Verpackung. Weiter betrifft die Erfindung eine damit hergestellte, insbesondere als
Folienbeutel ausgebildete, medizinische Verpackung.
Hintergrund der Erfindung
Medizinische Verpackungen, wie beispielsweise Folienbeutel, müssen mit einer Beschriftung versehen sein, aus der sich zum Beispiel die Inhaltsstoffe ergeben. Dazu sind die Verpackungen im Allgemeinen bedruckt.
Weiterhin sind medizinische Verpackungen auch oft mit einer maschinenlesbaren Information bedruckt, wie beispielsweise einem Barcode, welcher vom Krankenhauspersonal mit einem
Scanner eingelesen werden kann. Über den Barcode können die Inhaltsstoffe der medizinischen Verpackung identifiziert werden .
Aus der Praxis ist es bekannt, maschinenlesbare Informationen auf medizinische Folienbeutel in Form eines Negativdruckbildes aufzubringen (siehe zum Beispiel in der WO 99/49408 Al) . Ein auf einer transparenten Folie weiß gedrucktes Negativdruckbild ist für einen Scanner gut lesbar, da die transparenten
Bereiche nur eine geringe Lichtreflektion haben und so für den Scanner quasi dunkel erscheinen. Für das menschliche Auge sind
allerdings lesbare Informationen in Form eines derartigen Negativdruckbildes nur schwer zu entziffern.
Ein dunkles, insbesondere schwarzes, Druckbild auf einer transparenten Folie ist wiederum nicht hinreichend gut
maschinenlesbar, da dieses keinen hinreichenden Kontrast zu den angrenzenden transparenten Bereichen bildet.
Daher gibt es Ansätze, auf der medizinischen Verpackung zunächst einen weißen Untergrund bereitzustellen, zum Beispiel in Gestalt eines Labels oder einer bedruckten Fläche, und dann auf den weißen Untergrund die schwarze Farbe aufzudrucken.
Die Bedruckung muss jedoch auch wischfest ausgebildet sein und insbesondere geeignet sein, auch einen Autoklavierungsprozess zu überstehen. Dies gilt insbesondere auch für Folienbeutel, die oft in einer aufreißbaren Sekundärverpackung autoklaviert werden, wobei die bedruckte Oberfläche des Folienbeutels mit der Sekundärverpackung in Kontakt stehen und folglich leicht verschmieren kann.
Weiter sind medizinische Verpackungen in der Regel zum einen mit statischen Informationen, wie beispielsweise dem
Produktnamen und/oder den Inhaltsstoffen, bedruckt. Diese festen Informationen ändern sich von Charge zu Charge des Produktes nicht.
Darüber hinaus gibt es auf der medizinischen Verpackung oft auch variable Informationen, wie beispielsweise Chargennummer, Serialisierungsnummer und/oder Verfallsdatum, welche sich von Charge zu Charge oder sogar von Verpackung zu Verpackung ändern können.
Zum Aufbringen derartiger variabler Informationen sind
Offline-Druckverfahren, die mit einem festen Stempel arbeiten,
wenig geeignet, da der Stempel jedes Mal ausgewechselt werden müsste, um das Druckbild zu ändern.
Zum Aufbringen derartiger variabler Informationen sind Online- Druckverfahren mit einem digital gesteuerten Druckkopf
sinnvoll, da so über eine Steuereinrichtung das Druckbild jederzeit geändert werden kann.
So gibt es beispielsweise Thermotransferdrucker, die mittels einer Vielzahl von individuell angesteuerten Heizelementen die Farbe von einem Farbband auf die zu bedruckende Oberfläche übertragen .
Gegenüber mit einem Stempel arbeitenden Offline-Druckverfahren sind Thermotransferdrucker aber recht langsam. Dies ist insbesondere dann nachteilig, wenn große Bereiche der
medizinischen Verpackung bedruckt werden sollen.
Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zum Herstellen einer medizinischen Verpackung sowie ein Verfahren zum Herstellen einer medizinischen Verpackung und eine medizinische Verpackung bereitzustellen, bei welcher bzw. bei welchem sowohl variable Informationen als auch statische Informationen auf effiziente Weise und insbesondere dauerhaft auf die medizinische Verpackung aufgedruckt werden können.
Zusammenfassung der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung wird bereits durch eine Anlage zum Herstellen einer medizinischen Verpackung, durch ein Verfahren zum Herstellen einer medizinischen Verpackung sowie durch eine medizinische Verpackung nach einem der unabhängigen Ansprüche gelöst .
Bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind dem Gegenstand der abhängigen Ansprüche, der Beschreibung sowie den Zeichnungen zu entnehmen.
Die Erfindung betrifft zunächst eine Anlage zum Herstellen einer medizinischen Verpackung, umfassend das Bedrucken einer Folie, aufweisend einen ersten Drucker, welcher einen digital gesteuerten Thermodruckkopf mit einer Vielzahl von
Heizelementen umfasst, der über eine Steuereinrichtung
ansteuerbar ist und mittels dessen ein variables Druckbild auf einer Oberfläche der medizinischen Verpackung erzeugbar ist, und einen nachgeschalteten zweiten Drucker, welcher als
Heißprägedrucker ausgebildet ist, der ein Klischee umfasst, welches ein Druckrelief mit einem flächigen Abschnitt umfasst, wobei der flächige Abschnitt derart dimensioniert und
angeordnet ist, dass er zumindest abschnittsweise mit dem mit dem vom ersten Drucker erzeugten Druckbild überlappt.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass über einen digital gesteuerten Thermodruckkopf auf effiziente Weise insbesondere ein Negativdruckbild auf die Oberfläche einer medizinischen Verpackung, insbesondere auf eine Folie,
aufgebracht werden kann, welches als Schablone für den
nachfolgenden Heißprägedruck dient.
Die Leerstellen in dem Negativdruckbild werden sodann mit der Druckfarbe des nachgeschalteten Heißprägedruckers ausgefüllt. Der flächige Bereich des Heißprägedruckers überlappt dabei mit dem Negativdruckbild derart, dass die nicht mit dem ersten Drucker bedruckten Bereiche, also die Leerstellen, mit
Druckfarbe des zweiten Druckers bedruckt werden. Die
Druckfarbe des Heißprägedruckers haftet nur in den Bereichen, in denen der erste Drucker mit dem digital gesteuerten
Thermodruckkopf kein Druckbild auf der Oberfläche erzeugt hat, insbesondere in den Leerstellen des Negativdruckbildes.
Es ist so möglich, mittels des digital gesteuerten
Thermodruckkopfes ein, vorzugsweise variables, Druckbild auf einen Flächenbereich aufzubringen, welcher nur einen Teil der bedruckten Fläche einnimmt. Andere Informationen, insbesondere statische Informationen, wie zum Beispiel der Produktname etc., können gleichzeitig, insbesondere in einem anderen
Bereich der Oberfläche der medizinischen Verpackung,
aufgebracht werden.
Dieses Druckbild kann beispielsweise invers aufgebrachte maschinenlesbare Informationen enthalten und dadurch ein
Negativdruckbild darstellen. Sodann werden die Leerstellen des Negativdruckbildes des ersten Druckers mit der Druckfarbe des Heißprägedruckers ausgefüllt.
Das Ergebnis ist vorzugsweise ein zweifarbiges, beispielsweise schwarz-weißes, Druckbild, bei welchem die Druckfarben
unmittelbar aneinander angrenzen, ohne zu überlappen und ohne dass Spalten zwischen den einzelnen Farben vorhanden sind.
So ist es auf besonders effiziente Weise möglich, einen Teil der medizinischen Verpackung mit einem, zum Beispiel schwarz weißen, Druckbild zu versehen, welches sowohl maschinenlesbare Informationen als auch vom Benutzer der medizinischen
Verpackung lesbare Informationen umfasst. Insbesondere sind variable Informationen in einem Schwarz-weiß-Druckbild
vorhanden, wobei die variablen Informationen innerhalb des Bereiches angeordnet sind, welche der flächige Abschnitt beim Drucken einnimmt.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist in dem zweiten Drucker der flächige Abschnitt des Druckreliefs derart
dimensioniert und angeordnet, dass er innerhalb des mit dem ersten Drucker erzeugen Druckbildes liegt. Der flächige
Bereich kann insbesondere als Rechteck ausgebildet sein.
Dadurch, dass der flächige Bereich vorzugsweise vollständig innerhalb des Druckbereiches des vom ersten Drucker erzeugten Druckbildes liegt, werden nur die Leerstellen des vom ersten Drucker erzeugten Druckbildes mit der Druckfarbe des zweiten Druckers bedruckt, ohne dass der flächige Bereich über das vom ersten Drucker erzeugte Druckbild hinausragt. Die Druckfarbe vom flächigen Bereich wird also nur innerhalb des Druckbildes des ersten Druckers übertragen.
Der flächige Bereich ist vorzugsweise ein Bereich, bei welchem das Relief, also der herausstehende Bereich des Klischees, die gesamte Fläche einnimmt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Druckrelief des Klischees zumindest einen weiteren Abschnitt, wobei der weitere Abschnitt eine Struktur mit einer statischen Information beinhaltet und derart dimensioniert und angeordnet ist, dass er außerhalb des mit dem ersten Drucker erzeugten Druckbildes liegt.
Es wird mithin, wie vorstehend beschrieben, auf der Verpackung nur ein Teilbereich mit dem Negativdruckbild des ersten
Druckers versehen. Dieses dient vorzugsweise der
Bereitstellung von variablen Informationen. Dagegen kann über das Klischee noch ein weiterer Bereich, insbesondere ein größerer Bereich als der Bereich des ersten Druckbildes bedruckt werden, welcher lediglich statische Informationen enthält .
Der weitere Abschnitt des Druckreliefs kann wenigstens eine Struktur aufweisen, welche ausgewählt ist aus einer Gruppe,
bestehend aus Buchstaben, Ziffern, Symbol, Bild, Strichcode und Data-Matrix-Code .
Die variablen und/oder statischen Informationen können sowohl vom Benutzer visuell lesbare Informationen als auch
maschinenlesbare Informationen umfassen.
Der erste Drucker und der zweite Drucker sind vorzugsweise derart hintereinander angeordnet, dass ein Folienband entlang der Drucker transportiert werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Anlage des Weiteren eine Befüllstation zum Befüllen der medizinischen Verpackung mit einer medizinischen Flüssigkeit sowie eine Einrichtung zum Verschließen der befüllten medizinischen
Verpackung .
Weiter kann die Anlage eine Autoklavierstation umfassen, in welcher die mit der Anlage hergestellten medizinischen
Verpackungen sterilisiert werden.
Die mit der Anlage hegestellte medizinische Verpackung ist insbesondere als ein Folienbeutel ausgebildet, welcher miteinander verschweißte Folien umfasst, die bedruckt sind.
Vorzugsweise wird zunächst die Folie mittels der Anlage bedruckt und im Anschluss zu einem Beutel verschweißt.
Die Anlage kann zum Herstellen einer medizinischen Verpackung aus Kunststoff, insbesondere eines Folienbeutels verwendet werden, insbesondere eine medizinische Verpackung, wie sie nachstehend beschrieben ist.
Des Weiteren betrifft die Erfindung allgemein ein Verfahren zum Herstellen einer medizinischen Verpackung aus Kunststoff,
welches das Bedrucken einer Folie, insbesondere für einen Folienbeutel, umfasst und welches vorzugsweise mit der zuvor beschriebenen Anlage durchgeführt wird.
Im Detail wird die Erfindung beschrieben durch ein Verfahren zum Herstellen einer medizinischen Verpackung wobei zunächst mit einem ersten Drucker im Digitaldruck ein Negativdruckbild auf eine Oberfläche einer Folie, insbesondere der
medizinischen Verpackung, aufgebracht wird, wobei durch
Leerstellen in dem Negativdruckbild zumindest ein Abschnitt eines Druckbilds definiert ist, und
wobei sodann in einem zweiten Drucker ein Klischee mit einem Druckrelief eine Farbfolie zumindest abschnittsweise flächig auf das Negativdruckbild aufdrückt und die Leerstellen des Negativdruckbildes mit einer Druckfarbe der Farbfolie bedruckt werden.
Wie bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anlage erörtert, liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, dass das mit dem ersten Drucker erzeugte Druckbild als Schablone für einen anschließenden Offline-Druck verwendet werden kann, bei welchem ein Druckrelief verwendet wird, welches einen flächigen Abschnitt umfasst und abschnittsweise flächig eine Farbfolie auf das Negativdruckbild aufdrückt, so dass die Leerstellen mit der Druckfarbe der Farbfolie bedruckt,
insbesondere ausgefüllt werden.
Als erster Drucker zum Aufbringen des Negativdruckbildes wird vorzugsweise ein Drucker mit einem digital gesteuerten
Thermodruckkopf mit einer Vielzahl von Heizelementen
verwendet .
Dieser ist vorzugsweise mit einer Steuereinrichtung verbunden, über die das Negativdruckbild, beispielsweise von Charge zu
Charge oder von Druck zu Druck, variabel verändert werden kann .
Der erste Drucker ist vorzugsweise als Thermotransferdrucker ausgebildet .
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann zur Erzeugung des Negativdruckbildes mit dem ersten Drucker eine erste
Druckfarbe auf der Folie, insbesondere der medizinischen
Verpackung, aufgebracht werden. Es kann somit mit dem ersten Drucker eine Druckfarbe in Form eines Negativabbilds des Drucks des zweiten Druckers aufgebracht werden.
Weiter kann gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung der erste Drucker bzw. der Thermodruckkopf auch nur zum bereichsweisen Erwärmen der Oberfläche verwendet werden, um so eine Schablone für das Druckbild des flächigen Abschnitts des zweiten Druckers zu erzeugen. Mittels des ersten Druckers wird ein Druckbild auf der Folie erzeugt, ohne dass eine Druckfarbe aufgebracht wird. Hier kann mit dem ersten Drucker, der den digital gesteuerten Thermodruckkopf umfasst, das Druckbild mit den variablen Informationen erzeugt werden, ohne dass mittels des digital gesteuerten Thermodruckkopfes eine Farbe
aufgebracht wird. Mit dem digital gesteuerten Thermodruckkopf wird also nur ein Negativabbild in Form einer Erwärmung der Oberfläche der medizinischen Verpackung vorgenommen.
Es hat sich herausgestellt, dass bereits über eine Erwärmung der Kunststoffoberfläche, vorzugsweise einer auf Polypropylen basierten Folie, die Oberflächeneigenschaften derart verändert werden können, dass bei dem anschließenden Heißprägedruck die Druckfarbe des Heißprägedrucks in den Bereichen des mit dem Thermodruckkopferzeugten Druckbildes nicht anhaftet.
Der Thermodruckkopf wird so nur zur Erzeugung einer Negativschablone für das anschließende
Heißprägedruckverfahren, bei dem ein Klischee auf die
Oberfläche der Verpackung aufgedrückt wird, verwendet.
Diese Aus führungs form der Erfindung eignet sich insbesondere dann, wenn lediglich ein einfarbiges Druckbild notwendig ist. Auch bei dieser Aus führungs form der Erfindung kann auf sehr effektive Weise ein Bereich der Oberfläche der medizinischen Verpackung mit variablen Informationen versehen werden, der kleiner ist als das Druckbild des Heißprägedrucks .
Für die medizinische Verpackung kann eine aus Polypropylen basierende Folie, insbesondere eine mehrlagige auf
Polypropylen basierende Folie, verwendet werden.
Der Kunststoff der medizinischen Verpackung, insbesondere der Kunststoff der zu bedruckenden Oberfläche der medizinischen Verpackung, umfasst gemäß einer Aus führungs form der Erfindung ein Matrix-Phasen-Polymer-System.
Insbesondere umfasst das Matrix-Polymer des Matrix-Polymer- Systems Propylen. Insbesondere umfasst das Phasen-Polymer des Matrix-Phasen-Polymer-Systems ein Styrol-Ethylen/Butylen- Styrol-Block-Copolymer (SEBS) und gegebenenfalls ein Styrol- Isopren-Styrol-Block-Polymer (SIS) . Vorzugsweise besteht die Matrix aus Polypropylen.
Mit einem derartigen Matrix-Phasen-System lassen sich
reißfeste Folien bereitstellen, welche zugleich gut
verschweißbar sind.
Bei einem Matrix-Phasen-Polymer-System sind zumindest zwei verschiedenen Polymere vorhanden, wobei ein Polymer entmischt,
insbesondere als dispers verteilte erstarrte Tropfen, in der Matrix des anderen Polymers vorhanden ist.
Bei dem Styrol-Ethylen/Butylen-Styrol-Block-Copolymer handelt es sich um ein aus Styrol-, sowie Butylen- und
Ethylenabschnitten zusammengesetztes Blockpolymer, welches einen hydratisierten Butadienabschnitt umfasst, an den sich Styrolgruppen anschließen. Dieses wird insbesondere durch eine Polymerisation eines Styrol- und Butadienmonomers und
anschließende Hydratation des zuvor polymerisierten Styrol- und Butadien-Polymers hergestellt. Das hydratisierte Butadien bildet einen weichen Mittelblock zwischen Styrolblöcken.
Es hat sich herausgestellt, dass insbesondere bei einem
Matrix-Phasen-Polymer-System die Oberfläche durch eine
Hitzebehandlung, insbesondere mit einem Thermotransferdrucker, derart verändert wird, dass bei geeigneter Temperaturführung eines anschließenden Heißprägedrucks die Druckfarbe in den thermisch vorbehandelten Bereichen nicht anhaftet.
In einer Ausführungsform weist die mehrlagige Folie zumindest drei, vorzugsweise genau drei, Lagen auf. Die Lagen sind miteinander stoffschlüssig verbunden. Insbesondere sind die Lagen durch Co-Extrudieren und Zusammenfügen im heißen Zustand miteinander verbunden.
Die mehrlagige Folie umfasst wenigstens eine innere Lage aus einem Matrix-Phasen-Polymer-System, eine mittlere Lage aus einem Matrix-Phasen-Polymer-System und eine äußere Lage aus einem Matrix-Phasen-Polymer-System. Die innere Lage ist mit der medizinischen Flüssigkeit in Kontakt. Die äußere Lage stellt die Oberfläche der als Infusionsbeutel ausgebildeten medizinischen Verpackung und somit den Druckbereich bereit.
Gemäß einer Ausführungsform ist das Matrixpolymer der äußeren Lage ein Polypropylen-Homopolymer. Hierdurch wird eine feste
äußere Schicht des Schichtpaketes erreicht. Insbesondere liegt in der äußeren Lage der Gewichtsanteil des Matrixpolymers in einem Bereich von 75 - 95 Gew.-% und der Gewichtsanteil des Phasenpolymers, vorzugsweise SEBS, in einem Bereich von 5 - 25 Gew .—% .
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Matrixpolymer der mittleren Lage ein PP-Random-Copolymer . Insbesondere liegt in der mittleren Lage der Gewichtsanteil des Matrixpolymers in einem Bereich von 40 - 65 Gew.-% und der Gewichtsanteil des Phasenpolymers, vorzugsweise SEBS und SIS, in einem Bereich von 35 - 60 Gew.-%.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Matrixpolymer der inneren Lage ein PP-Random-Copolymer. Insbesondere liegt in der inneren Lage der Gewichtsanteil des Matrixpolymers in einem Bereich von 70 - 90 Gew.-% und der Gewichtsanteil des Phasenpolymers, vorzugsweise SEBS, in einem Bereich von 10 - 30 Gew.-%.
Die erste Druckfarbe umfasst bei einer Ausführungsform der Erfindung weiße Farbpigmente. Sie wird vorzugsweise von einem Farbband, insbesondere von einem Polyester-Farbband, auf die Verpackung übertragen.
Die erste Druckfarbe umfasst gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ein Polyacrylat und ein Polyolefin.
Derartige, ein Polyacrylat und ein Polyolefin umfassende
Farben werden auch als harzbasierte Farben bezeichnet und ermöglichen im Unterschied zu Farben, die einen hohen
Wachsanteil aufweisen, eine wischfeste Bedruckung, welche auch thermisch beständig ist und insbesondere einem
Autoklavierzyklus widerstehen. Das Autoklavieren findet typischerweise bei einer Temperatur von 121 °C statt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird in dem Negativdruckbild außerhalb der Leerstellen die Oberfläche der medizinischen Verpackung mit dem ersten Drucker auf über 130°C, vorzugsweise über 140°C, und/oder unter 200°C,
vorzugsweise unter 190°C, erwärmt.
Der vorab beschriebene Temperaturbereich eignet sich
insbesondere zum Aufbringen von Acrylat-basierten Farben, welche insbesondere von einer Farbfolie übertragen werden und welche gleichzeitig hinreichend temperaturfest sind, um einem Autoklavierungszyklus zu widerstehen.
Vorzugsweise wird außerhalb des mit dem ersten Drucker
aufgebrachten Negativdruckbildes eine Oberfläche der Folie oder der medizinischen Verpackung mit der Druckfarbe der aufgedrückten Folie mit zumindest einer Information bedruckt.
Außerhalb des Druckbildes des ersten Druckers wird
insbesondere eine statische Information aufgebracht. Diese kann, wie vorstehend beschrieben, sowohl vom Menschen lesbare als auch maschinenlesbare Informationen umfassen.
Die Druckfarbe der aufgedrückten Farbfolie wird insbesondere mittels eines Heißprägedruckverfahrens aufgebracht, wobei vorzugsweise das verwendete Klischee einen flächigen Abschnitt umfasst, der innerhalb des mit dem ersten Drucker
aufgebrachten Negativdruckbildes liegt und der auf die zu bedruckende Oberfläche aufgedrückt wird, wobei das Klischee zumindest einen weiteren Abschnitt umfasst, über den außerhalb des mit dem ersten Drucker aufgebrachten Negativdruckbildes eine, vorzugsweise statische, Information aufgedruckt wird.
Auf diese Weise lässt sich mit dem zweiten Drucker,
insbesondere mit dem Heißprägedrucker, ein großer Bereich
schnell und effizient bedrucken, wohingegen das
Negativdruckbild, welches einen kleineren Bereich als das Klischee einnimmt, dem Aufbringen von variablen Informationen dient .
Vorzugsweise ist der flächige Abschnitt des Klischees kleiner als das Negativdruckbild. So werden randseitige Überlappungen vermieden .
Die mit dem ersten Drucker aufgebrachte variable Information kann insbesondere eine Serialisierungsnummer, eine
Chargennummer und/oder ein Ablaufdatum umfassen.
Mit dem zweiten Drucker kann eine statische Information, wie beispielsweise ein Produktname und/oder eine maschinenlesbare Information, beispielsweise in Form eines Strichcodes und/oder eines Data-Matrix-Codes , aufgebracht werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird durch den zweiten Drucker ein Druck aufgebracht, welcher sowohl
maschinenlesbare Informationen als auch Informationen enthält, in denen Text und/oder Ziffern vorhanden sind.
Die Druckfarbe der aufgedrückten Farbfolie umfasst
vorzugsweise schwarze Schwarzpigmente und ein Harz.
Vorzugsweise wird für die Druckfarbe der aufgedrückten Folie eine polyacrylathaltige Farbe verwendet, welche insbesondere von einem Farbband auf die Oberfläche der Verpackung
übertragen wird.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Druckfarbe der aufgedrückten Farbfolie ein Lackharz. Insbesondere umfasst die Druckfarbe ein Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymer und/oder ein Vinylchlorid-Vinylacetat-Maleinsäure-Terpolymer .
Die genannten Polymere, insbesondere eine Kombination der genannten Polymere, ermöglichen ebenfalls die Bereitstellung einer Lackharz-basierten Farbe, welche sich über ein
Heißprägedruckverfahren aufbringen lässt und welche sowohl eine hohe Wischbeständigkeit als auch eine hohe thermische Beständigkeit aufweist. Weiter haftet die Farbschicht dieser Druckfarbe weder auf der mit dem ersten Drucker übertragenen Farbschicht noch auf dem mit dem ersten Drucker erwärmten Bereich der Oberfläche der medizinischen Verpackung aus
Kunststoff an.
Weiter kann die Druckfarbe der aufgedrückten Farbfolie einen Weichmacher, insbesondere p-Toluolsulfonamid, umfassen.
Die Erfindung betrifft des Weiteren eine medizinische
Verpackung, welche mit vorstehend beschriebenem Verfahren und/oder welche mittels vorstehend beschriebener Anlage hergestellt wird.
Insbesondere umfasst die medizinische Verpackung Merkmale, die im Zusammenhang mit der vorstehend beschriebenen Anlage und/oder dem zuvor beschriebenen Verfahren offenbartsind, soweit sich diese auf die medizinische Verpackung als solche beziehen .
Die medizinische Verpackung ist insbesondere als Folienbeutel ausgebildet, welcher miteinander verschweißte Folien umfasst, die bedruckt sind.
Vorzugsweise wird zunächst die Folie mit der vorstehend beschriebenen Anlage und/oder mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren bedruckt und im Anschluss zu einem Beutel
verschweißt .
Die medizinische Verpackung ist insbesondere aus miteinander verschweißten Folien aufgebaut und besitzt zumindest eine Schweißnaht, vorzugsweise zumindest eine Längs- und zumindest eine Querschweißnaht, an welcher zwei Folien miteinander verschweißt sind. Insbesondere umfasst die medizinische
Verpackung zwei Längs- und zwei Querschweißnähte.
Weiter kann die medizinische Verpackung noch zumindest einen Port zur Entnahme einer medizinischen Flüssigkeit umfassen.
Der Port ist insbesondere mit seinem Unterteil in der
Schweißnaht oder einer der Schweißnähte, insbesondere in einer Querschweißnaht, mit eingeschweißt. Das Unterteil des Ports kann zum Beispiel in der Gestalt eines Schiffchens ausgeführt sein. Der Port kann Bestandteil eines Konnektors sein, in dem insbesondere ein Septum angeordnet ist. An den Konnektor kann zum Beispiel eine Nadel, ein Spike, ein Luer- oder ein Luer- Lock-Konnektor angeschlossen werden.
Weiter kann die medizinische Verpackung noch einen Hänger zum Anbringen an einem Rack oder einem Infusionsständer umfassen. Der Hänger kann insbesondere als Ausnehmung oder Einschnitt in einer dem Port gegenüberliegenden Querschweißnaht ausgebildet sein .
Die erfindungsmäße Verpackung kann mit einer medizinischen Flüssigkeit befüllt sein. Vorzugsweise umfasst die Verpackung ein Fassungsvermögen von 50 bis 1000 ml.
Die medizinische Flüssigkeit ist eine Flüssigkeit, welche für medizinische Zwecke zum Einsatz kommt und vorzugsweise
intravenös verabreicht wird. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist die medizinische Flüssigkeit eine
Infusionslösung. Mögliche Beispiele für derartige
Infusionslösungen umfassen
steriles Wasser;
Salzlösungen, insbesondere Lösungen mit NaCl-, KCl-,
CaCl- und/oder Mg;
Lösungen mit Kohlenhydraten, insbesondere Glukose- Lösungen;
Lösungen, Emulsionen und/oder Suspensionen mit
Nährstoffen für die parenterale Ernährung, insbesondere mit Lipiden, Aminosäuren und/oder Glucose;
Kolloid-Lösungen, insbesondere für die Blutersatztherapie (z.B. Voluven®) ; und/oder
sogenannte vorgemischte Systeme, bei denen der
medizinischen Flüssigkeit bereits ein Wirkstoff zugegeben ist .
Die medizinische Verpackung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass diese zumindest bereichsweise ein Negativdruckbild enthält, durch welches ein Druckbild des zweiten Druckers, also ein Positivbild, definiert ist.
Die Druckfarbe des zweiten Druckers reicht dabei genau bis an die Grenze des Negativdruckbildes, ohne zu überlappen.
Insbesondere reicht die Druckfarbe des zweiten Druckers an die Grenze des Negativdruckbildes heran, ohne dass zwischen dem Negativdruckbild und dem Positivdruckbild ein Spalt bzw. eine Lücke ohne Druckfarbe vorhanden ist.
Im Bereich des Negativdruckbildes ist entweder mittels des ersten Druckers eine Farbe aufgedruckt, die eine Anhaftung der Farbe des zweiten Druckers verhindert. Die Farben grenzen dabei auch bei einer Folie unmittelbar aneinander an, ohne dass sich dabei dazwischen ein Spalt bzw. eine farblose Lücke befindet .
Gemäß einer anderen Ausführungsform ist das an das Positivdruckbild angrenzende Negativdruckbild durch eine thermische Veränderung der Oberfläche gekennzeichnet, durch welche eine Schablone gebildet wird, innerhalb der sich das Positivdruckbild befindet.
Die Erfindung betrifft insbesondere eine medizinische
Verpackung, welche einen ersten Druckbereich mit einem im Thermotransferdrück aufgedruckten Negativdruckbild umfasst, wobei Leerstellen in dem Negativdruckbild, durch die zumindest ein Abschnitt eines Druckbilds definiert ist, mit einer im Heißprägeverfahren aufgebrachten Druckfarbe ausgefüllt sind.
Insbesondere ist das im Thermotransferdrück aufgebrachte
Negativdruckbild durch eine erste Druckfarbe bereitgestellt, wobei die erste Druckfarbe und die im Heißprägedruckverfahren als zweite Druckfarbe aufgebrachte Druckfarbe unmittelbar aneinander angrenzen.
Dabei grenzt die erste Druckfarbe an die zweite Druckfarbe vorzugsweise derart an, ohne dass ein Spalt bzw. eine farblose Lücke und/oder ein Überlapp zwischen der ersten Druckfarbe und der zweiten Druckfarbe vorhanden ist.
Durch die in den Leerstellen des Negativdruckbilds aufgefüllte Druckfarbe wird vorzugsweise eine variable und/oder eine statische Information bereitgestellt.
Die Erfindung ermöglicht insbesondere einen Druckbereich, in welchem statische und variable Informationen in einem
gemeinsamen Druckbereich, in welchem die beiden Druckfarben vorhanden sind, aneinander angrenzen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die
medizinische Verpackung einen zweiten Druckbereich, der mit
der im Heißprägeverfahren aufgebrachten Druckfarbe bedruckt ist, wobei der zweite Druckbereich getrennt von dem ersten Druckbereich auf der Verpackung angeordnet ist und wobei in dem zweiten Druckbereich eine statische Information
aufgebracht ist.
Unter einer getrennten Anordnung des zweiten Druckbereichs wird verstanden, dass sich zwischen dem ersten und dem zweiten Druckbereich ein Bereich befindet, welcher weder mit dem ersten noch mit dem zweiten Drucker bedruckt wurde. Dieser Bereich ist beispielsweise als unbedruckter Bereich der transparenten Folie ausgebildet.
Die Bereitstellung eines derartigen Bereiches, in dem nur eine statische Information vorhanden ist, ermöglicht es, die
Bedruckung auf schnelle und effiziente Weise, beispielsweise mit einem festen Druckrelief, vorzunehmen.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung bildet die erste und/oder die zweite Druckfarbe eine 3 bis 8 gm dicke Schicht.
Vorzugsweise bildet die erste Druckfarbe eine dünnere Schicht als die zweite Druckfarbe, insbesondere eine mindestens 1 gm dünnere Schicht.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die medizinische Verpackung in einer Sekundärverpackung angeordnet.
Insbesondere ist die medizinische Verpackung steril in einer Sekundärverpackung, beispielsweise in einem Aufreißbeutel , angeordnet .
Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist es möglich, die in der Sekundärverpackung angeordnete medizinische
Verpackung zu sterilisieren, insbesondere zu autoklavieren,
ohne dass es zu einer Anhaftung der ersten und/oder zweiten Farbe an der Sekundärverpackung kommt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Der Gegenstand der Erfindung soll im Folgenden bezugnehmend auf die Zeichnungen Fig. 1 bis Fig. 7 näher erläutert werden.
Fig. 1 ist eine schematische Ansicht einer Anlage zum
Herstellen einer medizinischen Verpackung.
Fig. 2 ist eine schematische Darstellung eines Druckverfahrens mittels eines Thermotransferdruckers.
Fig. 3 ist eine schematische Darstellung eines Druckverfahrens mittels eines Heißprägedruckers .
Fig. 4 ist eine Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer medizinischen Verpackung.
Fig. 5 ist eine Ansicht des für die medizinische Verpackung verwendeten Druckreliefs.
Fig. 6a bis Fig. 6c zeigen die Schritte, über die ein Bereich mit einem variablen Druckbild bedruckt wird.
Fig. 7 ist ein Flussdiagramm der Verfahrensschritte gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
Fig. 1 ist eine schematische Ansicht einer Anlage 1 zum
Herstellen einer medizinischen Verpackung 2.
Mit der Anlage 1 wird eine Folie 3, welche von einem Band 4 bereitgestellt wird, mit einem ersten Drucker 10 und einem zweiten Drucker 20 bedruckt.
Der erste Drucker 10 und der zweite Drucker 20 sind
hintereinander angeordnet, so dass die Folie 3 nacheinander entlang der beiden Drucker 10, 20 geführt werden kann.
Der erste Drucker 10 ist als Thermotransferdrucker
ausgebildet. Der Thermotransferdrucker 10 umfasst einen digital steuerbaren Thermodruckkopf 12, welcher von einer Steuereinrichtung 6 angesteuert wird. Der Thermodruckkopf 12 überträgt die Druckfarbe 11b einer Farbfolie 11 auf die Folie 3. Es kann so ein variables Druckbild aufgebracht werden, indem beispielsweise der Thermodruckkopf 12 zeilenweise einen Bereich der Folie 3 bedruckt. Dabei wird ein Negativdruckbild auf die Folie 3 aufgebracht.
Die Farbfolie 11 kann beispielsweise als Band bereitgestellt werden, welches von einer Rolle abgewickelt wird. Die
Druckfarbe 11b der Farbfolie 11 kann hier auch als erste
Druckfarbe 11b bezeichnet werden.
Der zweite Drucker 20 ist als Heißprägedrucker ausgebildet. Er umfasst ein Klischee 22, welches erwärmt und auf die zu bedruckende Oberfläche der Folie 3 aufgedrückt wird. Über das Klischee 22 wird die Druckfarbe 21b einer Farbfolie 21 auf die Folie 3 übertragen. Die Druckfarbe 21b der Farbfolie 21 kann hier auch als zweite Druckfarbe 21b bezeichnet werden.
Das Klischee 22 umfasst ein Druckrelief 24 (siehe Fig. 5) mit einem flächigen Abschnitt 24a, durch welchen Leerstellen 44 des Negativdruckbildes 40 ausgefüllt werden.
Die bedruckte Folie 3 wird sodann einer Station 5 zum
Herstellen einer medizinischen Verpackung 2 mit einer
Befülleinrichtung und einer Verschließeinrichtung zugeführt.
Die Station 5 zum Herstellen einer medizinischen Verpackung 2 in Form eines Folienbeutels 30 umfasst ein Schweißwerkzeug zum Herstellen des Beutels 30, einen Fülleinrichtung zum Befüllen des Beutels und eine Verschließeinrichtung zum Verschließen des befüllten Beutels.
Mögliche weitere Stationen zur Herstellung der medizinischen Verpackung 2 umfassen insbesondere eine Station zum Verpacken in einer Sekundärverpackung und/oder eine Station zur, vorzugsweise thermischen, Sterilisation.
Ergebnis ist eine aus Kunststoff aufgebaute medizinische
Verpackung 2, die in diesem Ausführungsbeispiel als
Folienbeutel 30 ausgebildet ist, der mit einer ersten und einer zweiten Druckfarbe, insbesondere mit einem Schwarz-Weiß- Druck, versehen ist.
Fig. 2 zeigt schematisch den Thermotransferdrucker 10.
Der Thermotransferdrucker 10 umfasst den von der
Steuereinrichtung 6 angesteuerten Thermodruckkopf 12, welcher eine Vielzahl von Heizelementen 13 umfasst, die individuell ansteuerbar sind. Dadurch ist ein Druckbild mit variablen Informationen herstellbar.
Eine Farbfolie 11, insbesondere ausgebildet als Farbband, mit dem Träger 11a sowie der Farbschicht 11b wird relativ zum Thermodruckkopf 12 bewegt und über die einzeln ansteuerbaren Heizelemente bereichsweise erwärmt.
Hierdurch verflüssigt sich die Druckfarbe der Farbschicht 11b und wird als erste Druckfarbe 11b auf die Folie 3 übertragen.
Es kann so digital gesteuert ein Druckbild aufgebracht werden, welches insbesondere Pixel umfasst, die aus der Farbe der Farbschicht 11b gebildet sind.
Fig. 3 ist eine schematische Darstellung des zweiten Druckers 20, welcher als Heißprägedrucker ausgebildet ist.
Der Heißprägedrucker 20 umfasst einen erwärmbaren Träger 23, an welchem ein Klischee 22 angebracht ist, das ein Druckrelief 24 umfasst.
Das Klischee 22 wird auf die Farbfolie 21, welche den Träger 21a und die Farbschicht 21b umfasst, aufgedrückt.
Im Bereich des hervorstehenden Druckreliefs 24 wird die Farbe der Farbschicht 21b erwärmt und unter Druck und Temperatur als zweite Druckfarbe 21b von der Farbfolie 21 auf die Folie 3 übertragen .
Fig. 4 ist eine Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer medizinischen Verpackung 2, welche als Folienbeutel 30
ausgebildet ist.
Die medizinische Verpackung 2 bzw. der Folienbeutel 30 besteht aus miteinander an den Querschweißnähten 32 und den
Längsschweißnähten 31 verschweißten Folien 3.
Weiter umfasst der Folienbeutel 30 Konnektoren 33a, 33b, über die Flüssigkeit entnommen und/oder zugegeben werden kann.
Die Konnektoren 33a, 33b sind bei diesem Ausführungsbeispiel in eine Querschweißnaht 32 eingeschweißt und umfassen eine
Abbrechkappe. Nach Entfernen der Abbrechkappe kann eine
Flüssigkeitsverbindung, beispielsweise durch Einstechen eines Spikes oder einer Nadel, hergestellt werden.
Weiter umfasst der Folienbeutel 30 einen Hänger 34.
Der Folienbeutel 30 ist in dem dargestellten Beispiel in eine Sekundärverpackung 7 eingelegt. Die Sekundärverpackung 7 ist hier als Aufreißbeutel ausgebildet und dient insbesondere als Barriere gegen Sauerstoff.
Bei der Herstellung wird der mit der medizinischen Flüssigkeit befüllte Folienbeutel 30 in der Sekundärverpackung 7
autoklaviert, so dass der Inhalt der Sekundärverpackung 7, insbesondere der gesamte Folienbeutel 30, steril ist.
Der Folienbeutel 30 ist bedruckt.
Das Druckbild umfasst einen Bereich 35 mit variablen
Informationen. Die variablen Informationen können insbesondere eine Serialisierungsnummer, eine Chargennummer und/oder ein Verfallsdatum umfassen.
Weiter umfasst das Druckbild einen Bereich mit einer
statischen Information 36. Der Bereich mit statischen
Informationen 36 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel zum einen ein von Menschen visuell lesbares Druckbild 36a, also beispielsweise eine Beschriftung mit Inhaltsstoffen und/oder dem Produktnamen. Zum anderen umfasst der Bereich eine
maschinenlesbare Information, beispielsweise in Form eines Barcodes 36b. Dieser kann beispielsweise der maschinenlesbaren Information über den Inhalt der medizinischen Verpackung 2 dienen .
Die in Fig. 4 schwarz dargestellten Druckbereiche, sowohl des Druckbilds mit variabler Information 35 als auch des
Druckbereichs mit statischer Information 36, werden, nachdem der Bereich 35 mit variabler Information vorher vom ersten Drucker 10 bedruckt wurde, mit dem zweiten Drucker 20
aufgebracht, wobei das in Fig. 5 dargestellte Klischee 22 verwendet wird. Der erste Drucker 10 druckt die erste
Druckerfarbe 11b auf. Der zweite Drucker 20 druckt die zweite Druckerfarbe 21b auf.
Das Klischee 22 umfasst ein Druckrelief 24, welches den flächigen Abschnitt 24a umfasst, innerhalb dessen die zweite Druckfarbe 21b dem Ausfüllen der Leerstellen 44 des Druckbilds 40 (siehe Fig. 6a-6c) des ersten Druckers 10, welches durch die erste Druckfarbe 11b bereitgestellt wird, dient.
In dem weiteren nicht-flächigen Abschnitt 24b umfasst das Druckrelief 24 von einem Menschen und/oder von einer Maschine lesbare Informationen. In diesem Ausführungsbeispiel umfasst die Information eine Beschriftung und einen Barcode. Über den nicht-flächigen Abschnitt 24b des Druckreliefs 24 werden die in Fig. 4 dargestellte visuell lesbare Information 36a und der Barcode 36b auf die Folie 3 übertragen.
In Fig. 6a bis 6c sind die Schritte bezüglich der Bedruckung des Bereichs 35 mit variabler Information dargestellt.
Zunächst wird, wie in Fig. 6a dargestellt, mittels des ersten Druckers 10, welcher als Thermotransferdrucker ausgebildet ist, ein Druckbild 40 aufgebracht. Das Druckbild 40 ist hier ein Negativdruckbild, das Leerstellen 44 enthält. Die
Leerstellen 44 des Druckbildes 40 stellen die eigentliche Information dar.
Die Leerstellen 44 umfassen in diesem Ausführungsbeispiel einen Barcode 41, einen Data-Matrix-Code 42 sowie eine
Beschriftung 43, welche beispielsweise ein Verfallsdatum und/oder eine Serialisierungsnummer enthält.
Dieses Negativdruckbild wird von der ersten Druckfarbe 11b der Farbfolie 11 des ersten Druckers 10 gebildet. Es handelt sich bei der ersten Druckfarbe 11b insbesondere um eine weiße
Farbe .
Die maschinenlesbaren Informationen, also z.B. der Barcode 41 und/oder der Data-Matrix-Code 42 sind über einen Scanner einlesbar, da die Leerstellen 44 kein bzw. nur wenig Licht reflektieren und für einen Scanner dunkel erscheinen.
Für das menschliche Auge ist die Beschriftung 43 aber nur schlecht lesbar.
Anschließend wird, wie in Fig. 6b dargestellt, die Folie 3 mittels des als Heißprägedruckers ausgebildeten zweiten
Druckers 20 bedruckt. Dabei liegt der flächige Abschnitt 24a des Druckreliefs 24 mit der zweiten Druckfarbe 21b innerhalb des Druckbildes 40 des ersten Druckers 10, der die erste
Druckfarbe 11b übertragen hat.
Die Leerstellen 44 des Druckbildes 40 werden mit der zweiten Druckfarbe 21b ausgefüllt. Wie sodann in Fig. 6c dargestellt ist, enthält das von beiden Druckern 10, 20 erzeugte Druckbild 50 nunmehr das Druckbild 40 und die bedruckten Leerstellen 44, welche mit der zweiten Druckfarbe 21b im Heißprägedruck ausgefüllt sind.
Gleichzeitig wird in einem Schritt ein weiterer Bereich 36 (siehe Fig. 4) mit statischen Informationen bedruckt.
In dem ersten Druckbereich 35, welcher eine Kombination aus Thermotransfer- und Heißprägedruck ist, ist ein Schwarz-Weiß- Druck entstanden, welcher aus einem Negativdruckbild mit weißer Farbe der ersten Druckfarbe 11b besteht, dessen
Leerstellen 44 von der zweiten, schwarzen Druckfarbe 21b aufgefüllt sind.
Der erste Druckbereich 35 ist kleiner als der gesamte Bereich des Druckbereiches des zweiten Druckers 20 ausgebildet und umfasst sowohl variable maschinenlesbare Informationen als auch variable visuell lesbare Informationen. Auch kann der erste Druckbereich 35, insbesondere zusätzlich, statische Informationen beinhalten.
In Fig. 7 sind die Verfahrensschritte gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Zunächst wird ein Negativdruckbild 40, welches zumindest variable Informationen enthält, auf eine Folie 3 mittels eines Thermotransferdruckers 10 aufgedruckt. Das Negativdruckbild 40 wird hier von der ersten Druckerfarbe 11b erzeugt.
Sodann wird ein Klischee 22 mittels eines Heißprägedruckers 20 auf die Folie 3 aufgedrückt. Ein flächiger Abschnitt 24a des Druckreliefs 24 des Klischees 22 überlappt mit dem
Negativdruckbild 40. Die Leerstellen 44 des Negativdruckbildes 40 werden mit der zweiten Druckfarbe 21b des Heißprägedruckers 20 ausgefüllt.
Sodann wird die Folie 3 zu einem Folienbeutel 30 verschweißt, der Folienbeutel 30 befüllt und verschlossen. Vorzugsweise wird der verschlossene Folienbeutel 30 dann zusätzlich mit einer Sekundärverpackung 7 umhüllt und die so hergestellte medizinischen Verpackung 2 abschließend autoklaviert.
Durch die Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen von medizinischen Verpackungen, insbesondere Folienbeuteln bereitgestellt, mit welchem sich auf sehr effektive und akkurate Weise sowohl variable als auch statische
Informationen, insbesondere gleichzeitig, aufbringen lassen.
Bezugs zeichenliste
1 Anlage zum Herstellen einer medizinischen Verpackung
2 medizinische Verpackung
3 Folie
4 Rolle
5 Station zum Herstellen des Beutels nebst
Befüllstation und Station zum Verschließen
6 Steuereinrichtung
7 Sekundärverpackung
10 erster Drucker/Thermotransferdrucker
11 Farbfolie
11a Träger
11b Farbschicht / (erste) Druckfarbe
12 Thermodruckkopf
13 Heizelement
20 zweiter Drucker/Heißprägedrucker
21 Farbfolie
21a Träger
21b Farbschicht/ (zweite) Druckfarbe
22 Klischee
23 Träger
24 Druckrelief
24a flächiger Abschnitt
24b nicht-flächiger Abschnitt
30 Folienbeutel
31 Längsschweißnaht
32 Querschweißnaht
33a Konnektor
33b Konnektor
34 Hänger
35 erster Druckbereich/Bereich mit variablem Druckbild
36 zweiter Druckbereich/Bereich mit statischem Druckbild
36a visuell lesbares Druckbild
36b maschinenlesbare Information/Barcode
40 Negativdruckbild/Druckbild Thermotransferdrucker
41 Barcode
42 Data-Matrix-Code
43 Beschriftung
44 Leerstelle