Verfahren zur Herstellung eines Schneidmessers
Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung eines Schneidmessers sowie ein Schneidmesser für eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, beispielsweise Wurst, Schinken, Käse oder dergleichen. Bei der Aufschneidevorrichtung kann es sich insbesondere um einen Hochleistungs-Slicer handeln. Das Schneidmesser kann z.B. ein Kreis- oder Sichelmesser sein.
Zunächst wird ein einstückiger Rohling erzeugt, welcher eine Grundstruktur des Schneidmessers aufweist. Dieser Rohling wird anschließend bearbeitet.
Derartige Herstellungsverfahren sind grundsätzlich bekannt. Die dabei erzeugten Schneidmesser haben jedoch Nachteile in der Handhabung, da sie z.B. ein relativ großes Gewicht aufweisen. Dies kann insbesondere bei einem Messerwechsel nachteilig sein. Auch die Wuchtung muss stets für das gesamte Schneidmesser erfolgen. Die Herstellung von leicht handhabbaren Schneidmessern ist hingegen mit hohen Kosten verbunden, auch weil die geforderten sehr hohen Genauigkeiten nur mit entsprechender Steifigkeit erreichbar sind.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Herstellung leicht handhabbarer Schneidmesser bzw. leicht handhabbare Schneidmesser zu schaffen.
Die Aufgabe wird gelöst durch Verfahren sowie eine Vorrichtung jeweils mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
Erfindungsgemäß erfolgt eine, insbesondere gezielte, Trennung des bearbeiteten Rohlings in zumindest zwei Segmente.
Das Schneidmesser wird somit insbesondere in separat handhabbare Teile geteilt. Nach der Herstellung liegt somit vorzugsweise kein einstückiges Schneidmesser mehr vor.
Ein mehrfach segmentiertes Schneidmesser führt beispielsweise dazu, dass die Handhabung verbessert und erleichtert wird. So muss das Schneidmesser nicht als Ganzes transportiert werden, was beispielsweise bei einem Auswechseln des Schneidmessers vorteilhaft ist. Insbesondere muss nicht das gesamte Gewicht des Schneidmessers auf einmal bewegt werden, da aufgrund der Trennung ein separater Transport und/oder eine separate Justierung in der zugeordneten Aufnahme der Segmente ermöglicht wird.
Durch die Trennung des Rohlings ist es auch möglich, lediglich einzelne Segmen- te zu wechseln. Segmente, welche einen höheren Verschleiß als andere Segmente aufweisen, können z.B. öfters gewechselt werden. Langlebigere Segmente können hingegen länger an der Aufschneidevorrichtung verbleiben.
Insbesondere kann die Wuchtung für die einzelnen Segmente jeweils separat erfolgen. Alternativ ist auch eine gemeinsame Wuchtung der einzelnen Segmente möglich, insbesondere wenn die Paarung der Segmente beibehalten werden soll.
Vorzugsweise kann zumindest ein Segment ein Gegengewicht aufweisen. Aufgrund des reduzierten zu transportierenden Gewichts der einzelnen Segmente
kann das Gegengewicht auch auf dem Segment verbleiben, wenn das Segment ausgewechselt wird.
Bei einstückigen Schneidmessern ist ein Verbleib des Gegengewichts aufgrund des hohen Eigengewichts des Schneidmessers, wenn überhaupt, nur bedingt möglich. So muss zunächst das Gegengewicht entfernt werden, ehe das
Schneidmesser von der Messeraufnahme abgenommen werden kann.
Das Gegengewicht kann insbesondere fest mit dem jeweiligen Segment verbun- den sein. Dies führt z.B. dazu, dass eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen wird, da das Gegengewicht eindeutig einem Segment zugeordnet ist.
Insbesondere kann ein lösbares Gegengewicht vollständig auf einem entsprechenden Segment angeordnet sein oder aber über das Segment hinaus bis in den Bereich eines benachbarten, zugeordneten Segments ragen.
Aufgrund der getrennten Segmente kann das Messer insbesondere auf eine neuartige Art und Weise an einer Messeraufnahme befestigt werden. So ist beispielsweise eine zentrale Klemmung möglich, so dass die Segmente insbesondere von der Seite her eingeschoben oder eingesetzt werden, an der Messeraufnahme fixiert und dann mit einer in axialer Richtung wirkenden Klemmvorrichtung verspannt werden können.
Erfindungsgemäß wird der Rohling bearbeitet, ehe dieser getrennt wird. Dies hat den Vorteil, dass herkömmliche Bearbeitungsvorrichtungen, beispielsweise
Schleifvorrichtungen, verwendet werden können. Während der gesamten Bearbeitung spielt es nämlich keine wesentliche Rolle, dass es sich bei dem Endprodukt um ein segmentiertes Schneidmesser handelt, da die Trennung erst nach der Bearbeitung erfolgt.
Durch die Verwendung herkömmlicher Bearbeitungsvorrichtungen werden somit die Kosten für die Herstellung leicht handhabbarer, insbesondere segmentierter, Schneidmesser reduziert. Dadurch, dass der Rohling als Ganzes bearbeitet wird, sind die getrennten Segmente optimal aufeinander abgestimmt. Der Rohling wird somit insbesondere solange wie möglich einstückig belassen und erst am Ende des Fertigungsprozesses geteilt. Die Trennung kann dabei grundsätzlich in beliebig viele Segmente erfolgen. Insbesondere kann eine Trennung in zwei, drei, vier, fünf oder mehr Segmente erfolgen.
Als Segment kann insbesondere jeder beliebig geformte Teilbereich des bearbei- teten Rohlings angesehen werden, welcher vom restlichen Rohling getrennt ist, wobei sämtliche Segmente gemeinsam das Schneidmesser bilden. Die Segmente eines Schneidmessers können insbesondere dieselbe Form aufweisen.
Weiterbildungen der Erfindung sind auch den abhängigen Ansprüchen, der Be- Schreibung sowie den beigefügten Zeichnungen zu entnehmen.
Gemäß einer Ausführungsform entspricht die Grundstruktur des Schneidmessers einem Sichelmesser mit genau einer Spirale. Die Spirale kann insbesondere auch als Sichel oder Flügel bezeichnet werden.
Es kann somit z.B. ein herkömmliches Sichelmesser mit einer einzigen Spirale in zwei Segmente geteilt werden.
Es ist auch möglich, ein Kreismesser, welches definitionsgemäß keine Spirale aufweist, in mehrere Segmente zu zerteilen. Hierbei können die Segmente vorzugsweise baugleich ausgebildet sein. Bei einem Kreismesser mit zwei Segmenten kann jedes Segment somit beispielsweise halbkreisförmig geformt sein.
In einer alternativen Ausführungsform entspricht die Grundstruktur des Schneidmessers einem Sichelmesser mit zumindest zwei Spiralen. Derartige Messer werden auch als mehrflügelige Messer oder als Mehrspiralmesser bezeichnet. Vorzugsweise können die Segmente baugleich ausgebildet sein. So kann beispielsweise bei einem Messer mit zwei Segmenten jedes der Segmente genau eine Hälfte des Schneidmessers bilden. Das Gewicht wird beim Transport somit insbesondere halbiert, da die Segmente einzeln bewegt werden können. In einer Weiterbildung erfolgt die Trennung derart, dass jedes Segment genau eine Spirale aufweist. Insbesondere entspricht die Anzahl der Segmente der Anzahl der Spiralen.
Weist beispielsweise eine der Spiralen Abnutzungserscheinungen auf, so kann das entsprechende Segment entfernt und beispielsweise nachgeschliffen werden.
Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Erzeugung des Rohlings ein Ausschneiden, ein Ausstanzen, ein Ausfräsen und/oder ein Gussverfahren. Der Rohling wird insbesondere aus einem Materialträger ausgeschnitten. Dies ist bei- spielsweise mittels eines Laser-, Sand- und/oder Wasserstrahls oder mittels eines mechanischen Trennverfahrens möglich. Insbesondere bei der Verwendung eines Lasers können präzise Schnitte durchgeführt werden. Der Verschnitt kann daher insbesondere gering gehalten werden.
Die Ausschneidevorrichtung kann insbesondere computergesteuert über dem Materialträger bewegt werden. Vorzugsweise kann mithilfe einer Steuerung eine gewünschte Messerform ausgeschnitten werden. Die Messerform kann hierbei insbesondere der Form eines Kreis- oder Sichelmessers entsprechen. Die Si- chelmesser können eine oder mehrere Spiralen aufweisen.
Insbesondere kann die Geometrie des künftigen Schneidmessers somit fertiggestellt sein, ehe die Trennung in einzelne Segmente erfolgt. Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Bearbeitung eine Schlüsselung des Schneidmessers, insbesondere zur Erhöhung der Steifigkeit. Hierbei wird das Schneidmesser derart bearbeitet, dass dieses eine im weitesten Sinne schalen- oder schüsseiförmige Form besitzt. Insbesondere auf ihrer während des Schneidbetriebs einem aufzuschneidenden Produkt zugewandten Seite ist der Messerkörper gegenüber der durch die Schneidkante des Messers definierten Schneidebene zurückversetzt. Hierdurch wird erreicht, dass Stauchungen des aufzuschneidenden Produkts weitgehend vermieden werden. Diese einseitige Schalen- oder Schüsselform des Messers beeinflusst also während des Schneidebetriebs das Produkt selbst praktisch nicht. Dem Schneidmesser muss lediglich die gerade abgetrennte Produktscheibe ausweichen, was aufgrund deren leichter Verformbarkeit jedoch unproblematisch ist.
Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Bearbeitung ein Schleifen zumindest einer Schneide des Schneidmessers. Vorzugsweise hat jedes Segment genau eine Schneide, die z.B. entlang der zugeordneten Spirale verläuft.
Vorzugsweise wird somit die gesamte Schneide bzw. alle Schneiden des
Schneidmessers zunächst vollständig geschliffen, ehe eine Trennung in einzelne Segmente erfolgt. Auf diese Weise können auch herkömmliche Schleifvorrichtun- gen verwendet werden, was insbesondere die Herstellungskosten senkt.
Nach einer weiteren Ausführungsform kann die Bearbeitung ein Beschichten, insbesondere ein Lackieren, des Schneidmessers umfassen. Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Bearbeitung ein Einbringen, vorzugsweise ein Bohren, Stanzen oder Lasern, zumindest einer Aussparung, insbesondere zur Befestigung, Zentrierung und/oder Positionierung des Schneidmessers an der Aufschneidevorrichtung oder einer Bearbeitungsvorrichtung, insbesondere einer Schleifvorrichtung.
Insbesondere werden zunächst Aussparungen in das Schneidmesser eingebracht, ehe das Schneidmesser geschliffen wird.
Vorzugsweise sind mehrere Aussparungen vorgesehen. Die Aussparungen kön- nen rund, insbesondere als Loch, ausgebildet sein. Vorzugsweise hat jedes Segment zumindest eine Aussparung. Besonderes bevorzugt sind pro Segment mehrere Aussparungen vorgesehen. Die Aussparungen können auch der Befestigung eines oder mehrerer Gegengewichte dienen. Ferner können die Aussparungen dazu verwendet werden, um an einem Messerschutz, d.h. einer Vorrichtung zum Transport und/oder Lagerung des Schneidmessers, montiert zu werden. Auch können die Aussparungen einer Zentrierung und/oder eindeutigen Positionierung des Schneidmessers dienen. Auf diese Weise kann das Schneidmesser in einer exakten Position, z.B. an einer Aufschneidevorrichtung und/oder einer Bearbeitungsvorrichtung, insbesondere einer Schleifvorrichtung, montiert werden.
Es werden somit insbesondere zunächst sämtliche Befestigungsbohrungen und/oder Zentrierungen eingebracht, ehe das Schneidmesser in Segmente geteilt wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Trennung zumindest einen Trennschnitt, insbesondere mittels eines Laser-, Sand- und/oder Wasserstrahls oder mittels eines mechanischen Trennverfahrens. Es ist auch denkbar, die Trennung beispielsweise durch ein Auseinanderbrechen zu realisieren. Hierbei kann insbesondere eine Sollbruchstelle vorgesehen sein.
Vorzugsweise kann ein bearbeiteter Rohling mittels eines Lasers in Segmente aufgelasert werden. Auf diese Weise wird eine präzise Trennung ermöglicht. In einer Weiterbildung verläuft der Trennschnitt zumindest abschnittsweise entlang einer geraden Linie. Insbesondere kann der Trennschnitt zentral erfolgen, beispielsweise wenn das Schneidmesser in zwei identische Segmente, z.B. mit jeweils einer Spirale, aufgeteilt wird. Vorzugsweise umfasst der Trennschnitt einen geraden Schnitt, da dieser insbesondere einfach zu realisieren ist. Der Trennschnitt kann jedoch grundsätzlich auch Kurven, Winkel oder beliebige andere Linienführungen aufweisen, wobei damit vorzugsweise eine Positionierung bzw. Zuordnung der Segmente sowie ein Massenausgleich sichergestellt werden kann.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform erfolgt die Trennung nach der vollständigen Bearbeitung des Rohlings. Es sind folglich insbesondere sämtliche Bearbeitungsschritte, insbesondere ein Schleifen, abgeschlossen, ehe der Rohling in die einzelnen Segmente getrennt wird. Insbesondere wird somit das Schneidmesser komplett fertiggestellt, ehe es geteilt wird.
Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, dass nach dem Trennschnitt noch einzelne Bearbeitungsschritte durchgeführt werden, beispielsweise eine Bearbeitung einer durch den Trennschnitt entstandenen Kante.
Insbesondere kann das Schneidmesser zunächst gemäß einem herkömmlichen Herstellungsverfahren erzeugt werden. Auch die Bearbeitung kann auf eine herkömmliche Art und Weise erfolgen. Neuartige Bearbeitungsmaschinen sind somit nicht erforderlich. Das Schneidmesser muss am Ende lediglich in Segmente ge- trennt werden.
Auf diese Weise können leicht handhabbare Schneidmesser, welche mehrere Segmente umfassen, auf einfache und kostengünstige Weise hergestellt werden. Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zur Herstellung eines zumindest zwei Segmente umfassenden Schneidmessers für eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, beispielsweise Wurst, Schinken, Käse oder dergleichen. Bei der Aufschneidevorrichtung kann es sich insbesondere um einen Hoch- leistungs-Slicer handeln. Das Schneidmesser kann z.B. ein Kreis- oder Sichel- messer mit einer oder mehreren Spiralen sein.
Erfindungsgemäß werden einzelne Segmente aus einem gemeinsamen Materialträger separat erzeugt, wobei vorzugsweise zumindest ein Segment eine Spirale aufweist.
Bei dem Schneidmesser kann es sich insbesondere um ein mehrflügeliges Messer bzw. Mehrspiralmesser handeln. Vorzugsweise kann jedes Segment genau eine Spirale aufweisen. Es ist jedoch auch möglich, dass das Schneidmesser als Sichelmesser mit nur einer einzigen Spirale ausgebildet ist. In diesem Fall umfasst lediglich ein Segment die Spirale.
Die Segmente werden auf eine, vorzugsweise gemeinsame, Aufspannvorrichtung aufgespannt, wobei die Segmente insbesondere plan zueinander aufgespannt
werden. Die Segmente können auf der Aufspannvorrichtung beispielsweise mittels einer Schraub-, Rast- und/oder Klemmvorrichtung montiert werden. So ist beispielsweise eine mittige Klemmung möglich, bei der die Segmente seitlich geklemmt und an der Aufspannvorrichtung fixiert werden.
Die Aufspannvorrichtung dient zumindest vorwiegend der Halterung der Segmente während der Bearbeitung.
Anschließend werden die Segmente auf der Aufspannvorrichtung bearbeitet. Die Bearbeitung der Segmente kann vorzugsweise gemeinsam, d.h. während die Segmente gemeinsam aufgespannt sind, erfolgen. Insbesondere können die Segmente gleichzeitig bearbeitet, z.B. geschüsselt und/oder geschliffen, werden. Durch diese einheitliche Bearbeitung können die einzelnen Segmente ideal aufeinander abgestimmt werden.
Alternativ ist es jedoch auch möglich, die einzelnen Segmente separat, insbesondere nacheinander oder voneinander beabstandet, zu bearbeiten.
Beim Schleifen herkömmlicher Sichelmesser besteht beispielsweise der Nachteil, dass nicht der gesamte Umfangsbereich geschliffen werden kann. So ist z.B. in der Nähe einer Kante der Spirale, welche nicht als Schneidbereich dient, ein sogenannter Auslaufbereich vorgesehen, welcher von einer Schleifeinrichtung nicht erreicht werden kann. Ein derartiger Auslaufbereich kann bei einer separaten Bearbeitung der Segmente entfallen, da die Segmente unabhängig voneinander geschliffen werden können. Somit sind Schneidbereiche von 360° möglich. Je nach Geometrie der Segmente kann der Schneidbereich auch größer als 360° sein. Insbesondere kann entlang einer bzw. jeder Spirale eine Schneide verlaufen.
Ein unabhängiges Schleifen der einzelnen Segmente hat zudem den Vorteil, dass die einzelnen Segmente mit unterschiedlichen Schneidparametern, insbesondere unterschiedlichen Schneidenwinkeln, geschliffen werden können.
Der Schneidenwinkel ist derjenige Winkel, den eine am radial äußeren Umfang des Schneidmessers befindliche ebene Fläche, die im Folgenden auch als Schneidenfläche bezeichnet wird, und deren radial außen liegendes Ende von der Schneidkante gebildet wird, mit der senkrecht zur Drehachse des Messers verlau- fenden Schneidebene einschließt. Die Größe des Schneidenwinkels, also die Steilheit der Schneidenfläche, bestimmt zum einen die Beeinflussung des aufzuschneidenden Produkts und zum anderen die Art und Weise des Ablegens der jeweils abgetrennten Produktscheibe durch das Schneidmesser. In der Praxis wird die Größe des Schneidenwinkels in Abhängigkeit von den pro- dukt- und anwendungsspezifischen Gegebenheiten gewählt. Ein längs der Schneidkante konstanter Schneidenwinkel stellt dabei stets einen Kompromiss in Bezug auf die jeweils aufzuschneidenden Produkte dar. Ein zu großer Schneidenwinkel, d.h. eine zu steile Schneidenfläche, gilt es möglichst zu vermeiden, da hierdurch ein zu großer Druck auf das Produkt ausgeübt und das Produkt somit nicht mehr akzeptierbaren Stauchungen ausgesetzt werden könnte. Ein kleiner Schneidenwinkel dagegen, d.h. eine relativ flach eingestellte Schneidenfläche, ergibt schonende sanfte Schnitte, die das Produkt nicht unnötig stauchen. Allerdings kann mit einem derart flach eingestellten Schneidmesser nicht das in den meisten Fällen gewünschte Ablageverhalten bezüglich der jeweils abgetrennten Produktscheiben erzielt werden. Mit einem zu flach eingestellten Schneidmesser können die Produktscheiben insbesondere nicht in der eigentlich gewünschten Weise„abgekeilt" werden.
Abhängig vom Bereich, mit dem das Schneidmesser in das Produkt eintritt, kann der Schneidenwinkel eines Segments größer oder kleiner gewählt werden. So kann bei einem Segment, mit welchem das Schneidmesser in das Produkt eintritt, der Schneidenwinkel vorzugsweise kleiner gewählt als im Bereich der vorstehen- den Spirale. Dort kann der Schneidenwinkel insbesondere größer gewählt, um eine bessere Ablage der abgetrennten Produktscheiben zu ermöglichen.
Die einzelnen Segmente können jeweils konstante Schneidenwinkel aufweisen. Alternativ sind auch variable, insbesondere stetig zunehmende oder abnehmende, Schneidenwinkel der einzelnen Segmente möglich.
Falls die einzelnen Segmente separat aus einem gemeinsamen Materialträger erzeugt werden, können die einzelnen Segmente jeweils beliebig auf dem Materialträger orientiert sein. So kann beispielsweise das zur Verfügung stehende Mate- rial optimal ausgenutzt werden. Dies kann insbesondere zu einer Kostenersparnis bei der Herstellung von Schneidmessern mit mehreren Segmenten führen.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Erzeugung der Segmente ein Ausschneiden, insbesondere ein Lasern, ein Ausstanzen und/oder ein Ausfräsen. Auch ein Ausschneiden mittels eines Sand- oder Wasserstrahls ist möglich.
Die einzelnen Segmente können somit insbesondere exakt aus einem Materialträger ausgeschnitten werden. Vorzugsweise kann die Erzeugung der Segmente, insbesondere durch ein Anordnen der Segmente auf dem Materialträger, derart optimiert, dass ein Verschnitt des Materialträgers gering gehalten wird. Dazu kann insbesondere eine Steuerung vorgesehen sein.
Vorzugsweise kann eine, z.B. optische, Erfassungseinrichtung vorgesehen sein, welche die Abmessung des Materialträgers erfasst. Mittels einer Recheneinheit kann anschließend z.B. die Position der einzelnen Segmente berechnet werden, in welcher insgesamt der Verschnitt des Materialträgers am geringsten gehalten wird. Insbesondere anhand der Berechnungen können die Segmente anschließend ausgeschnitten werden.
Der zur Verfügung stehende Materialträger wird somit bestmöglich ausgenutzt. Durch den reduzierten Verschnitt können die Materialkosten erheblich reduziert werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird die Erzeugung derart vorgenommen, dass die Segmente entgegengesetzte Orientierungen auf dem Materialträger aufweisen. Die insbesondere im Wesentlichen D-förmigen Segmente können somit abwechselnd gegeneinander verdreht aus dem Materialträger ausgeschnitten werden. Die einzelnen Segmente können insbesondere derart positioniert werden, dass die Schneidbereiche zumindest teilweise aneinander grenzen. Die insbesondere geraden, nicht zum Schneiden zur Verfügung stehenden Kanten der Segmente können vorzugsweise parallel zueinander orientiert sein. Bei der Her- Stellung der einzelnen Segmente entsteht somit ein vergleichsweise geringer Rest.
Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Bearbeitung eine Schüsselung des Schneidmessers, ein Schleifen zumindest einer Schneide des Schneidmessers und/oder ein Einbringen, vorzugsweise ein Bohren, Stanzen oder Lasern, zumindest einer Aussparung, insbesondere zur Befestigung des Schneidmessers an der Aufschneidevorrichtung. Vorzugsweise können auch mehrere Aussparungen vorgesehen sein. Insbesondere kann jedes Segment zumindest eine Aussparung aufweisen.
Die Aussparungen können insbesondere rund, z.B. als Loch, ausgebildet sein und beispielsweise zur Befestigung des Schneidmessers an einer Messerwelle dienen. Alternativ oder zusätzlich sind Aussparungen zur Befestigung von Gegengewichten und/oder eines Messerschutzes möglich.
Die Schlüsselung und/oder das Schleifen der einzelnen Segmente kann vorzugsweise gleichzeitig und/oder gemeinsam, d.h. während die Segmente gemeinsam aufgespannt sind, erfolgen, um die Segmente insbesondere plan aneinander anzupassen.
Die Bearbeitung kann ferner ein Beschichten, insbesondere ein Lackieren, der Segmente umfassen.
Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zur Herstellung eines zumindest zwei Segmente umfassenden Schneidmessers für eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere einen Hochleistungs-Slicer, wobei die einzelnen Segmente aus unterschiedlichen Materialträgern erzeugt werden. Vorzugsweise weist zumindest ein Segment eine Spirale auf. Die Materialträger sind somit unterschiedlich ausgebildet. Dadurch lassen sich Segmente mit unterschiedlichen Eigenschaften, insbesondere unterschiedlichen Schneideigenschaften, herstellen.
Nach einer Weiterbildung unterscheiden sich die unterschiedlichen Materialträger hinsichtlich des Materials und/oder der Materialstärke voneinander.
Insbesondere können die Segmente aus unterschiedlichen Materialträgern hergestellt werden, welche aus unterschiedlichen Materialzusammensetzungen bestehend. Bei den Materialien kann es sich insbesondere um Metalle, Kunststoffe, Keramiken oder entsprechende Mischungen handeln.
Die unterschiedlichen Materialien ermöglichen somit unterschiedliche Schneidparameter bzw. Verschleißparameter. Die Materialien können insbesondere in Abhängigkeit von der jeweiligen Schneidphase gewählt werden.
Insbesondere können die Segmente aus Materialträgern mit unterschiedlichen Materialstärken hergestellt werden. Die Segmente können vorzugsweise unterschiedlich dick sein. Dadurch kann insbesondere eine Auswuchtung des
Schneidmessers unterstützt werden.
Die Erfindung betrifft zudem ein Schneidmesser für eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere einen Hochleistungs-Slicer, mit zumindest zwei Segmenten, wobei die Segmente hinsichtlich des Materials und/oder der Materialstärke unterschiedlich sind.
Ein segmentiertes Schneidmesser ist leicht handhabbar, da insbesondere die Segmente einzeln transportiert, montiert und/oder demontiert werden können.
Alle hier beschriebenen Ausführungsformen der Vorrichtung sowie alle hier be- schriebenen Ausführungsformen der Verfahren können, soweit sinnvoll, jeweils miteinander kombiniert werden.
Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben. Es zeigen: eine Vorderansicht einer Grundstruktur eines Sichelmessers, eine Vorderansicht einer Grundstruktur eines Kreismessers,
eine Vorderansicht einer ersten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Sichelmessers, eine Vorderansicht einer ersten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Kreismessers, eine Vorderansicht einer zweiten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Sichelmessers, eine Vorderansicht einer dritten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Sichelmessers, eine Vorderansicht einer vierten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Sichelmessers, eine Vorderansicht einer zweiten Ausführungsform eines mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Kreismessers, eine Draufsicht auf über einen ersten Materialträger verteilte Segmente, und
Fig. 10 eine Draufsicht auf über einen zweiten Materialträger verteilte Segmente.
Fig. 1 zeigt einen Rohling 10, welcher eine Grundstruktur 12 aufweist, die einem Sichelmesser mit einer Spirale 14 entspricht.
Der Rohling 10 weist zudem einen Auslauf 16 auf.
Erfindungsgemäß wird der Rohling 10 einstückig erzeugt und beispielsweise aus einem Materialträger herausgelasert.
In Fig. 2 ist ein Rohling 10 dargestellt. Die Grundstruktur 12 des Rohlings 10 ent- spricht hierbei einem Kreismesser.
Auch dieser Rohling 10 kann einstückig aus einem Materialträger erzeugt, beispielsweise gelasert, werden. In Fig. 3 wurde der Rohling 10 gemäß Fig. 1 verschiedenen Bearbeitungsschritten unterzogen. So wurden beispielsweise Aussparungen 1 8 in den Rohling 10 eingebracht.
Die Aussparungen 18 können beispielsweise der Montage und/oder der Zentrie- rung an einer Messeraufnahme dienen. Auch kann an den Aussparungen 18 beispielsweise ein Gegengewicht 20 angebracht werden.
Der Rohling 10 weist zudem eine Schneide 22 auf. Nach der Bearbeitung kann der Rohling 10 in zwei Segmente 24 mit je einer Schneide 22 getrennt werden. Die Trennung erfolgt mittels eines Trennschnitts entlang einer geraden Linie 25.
Alternativ können die Segmente 24 bereits bei der Herstellung getrennt voneinander erzeugt werden.
Zum Schleifen ist hierbei kein Auslauf 16 mehr notwendig. Somit können auch Schneiden 22 erzeugt werden, welche eine größere Umfangslänge aufweisen. Gestrichelt ist in Fig. 1 hierbei ein Schneidbereich von 360° dargestellt. Gepunktet ist ein Schneidbereich von größer als 360° gezeigt.
Die Form der Spirale 14 ist rein beispielhaft dargestellt. Grundsätzlich sind beliebige Formen der Spirale 14 möglich.
Die Schneide 22 des links dargestellten Segments 24 kann hierbei einen anderen, z.B. einen spitzeren Schneidenwinkel aufweisen als die Schneide 22 des rechts dargestellten Segments 24, welches die Spirale 14 umfasst.
Nach dem Schleifen kann das Gegengewicht 20 an einem Segment 24 montiert werden. Das Gegengewicht 20 ragt hierbei in einer beispielhaften Ausführungsva- riante über das Segment 24, an dem es montiert ist.
Fig. 4 entspricht dem Rohling 10 gemäß Fig. 2, welcher nach der Bearbeitung in zwei Segmente 24 geteilt wurde. Die Bearbeitung kann analog zu den im Zusammenhang mit Fig. 3 beschriebenen Verfahren erfolgen.
In Fig. 5 und Fig. 6 sind jeweils Sichelmesser dargestellt, welche zwei Segmente 24 umfassen. Jedes der Segmente 24 weist hierbei eine Spirale 14 auf.
Die Segmente 24 gemäß Fig. 6 werden insbesondere separat hergestellt, da kein Auslauf 16 vorgesehen ist. Ein Schneidbereich von 360° wird durch ein separates Schleifen der Segmente 24 ermöglicht.
In Fig. 7 ist ein Sichelmesser mit drei Segmenten 24 dargestellt. Jedes Segment 24 weist hierbei eine Spirale 14 auf.
In Fig. 8 ist ein Kreismesser mit drei Segmenten 24 dargestellt. Hierbei kann zunächst ein einstückiger Rohling erzeugt und bearbeitet werden. Anschließend kann die Trennung mithilfe von drei Trennschnitten entlang der Linien 25 in drei Segmente 24 erfolgen. Alternativ können die einzelnen Segmente 24 auch separat hergestellt und anschließend bearbeitet werden.
In Fig. 9 ist ein Materialträger 26 dargestellt. D-förmige Segmente 24 können einzeln platzsparend aus dem Materialträger 26 ausgeschnitten werden. Die D- förmigen Segmente 24 sind hierbei entgegengesetzt zueinander orientiert.
Mittels einer nicht dargestellten Erfassungseinrichtung sowie einer Recheneinheit können die optimalen Positionen der Segmente 24 bestimmt werden. Die Segmente 24 können anschließend aus dem Materialträger 26 ausgeschnitten und bearbeitet werden.
In Fig. 10 ist ein weiterer Materialträger 26 dargestellt, aus welchem zwei Segmente 24 geschnitten werden können, wobei der Verschnitt möglichst gering gehalten wird. Durch das erfindungsgemäße Verfahren können somit einfach handhabbare Schneidmesser, welche mehrere Segmente umfassen, auf einfache und kostengünstige Weise hergestellt werden.
Bezuqszeichenliste
Rohling
Grundstruktur
Spirale
Auslauf
Aussparung
Gegengewicht
Schneide
Segment
Linie
Materialträger