Verfahren zur Herstellung des pentanären Verbindungshalbleiters CZTSSe, sowie Dünnschichtsolarzelle
Beschreibung
Die Erfindung liegt auf dem technischen Gebiet der Herstellung von Dünnschichtsolarzellen und betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbindungshalbleiters aus pentanärem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn (S, Se) 4, sowie eine Dünnschichtsolarzelle mit einem Absorber aus pentanärem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 mit einem definierten Schwefel-Tiefenprofil.
In jüngerer Zeit werden zunehmend Solarzellen zur pho- tovoltaischen Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie eingesetzt. Hinsichtlich des Wirkungsgrads ha¬ ben sich Dünnschichtsolarzellen auf Basis polykristal- liner Chalkopyrit-Halbleiter der Gruppe
Cu (In, Ga) (S,Se)2 als vorteilhaft erwiesen, wobei sich insbesondere Kupfer-Indium-Diselenid (CuInSe2) aufgrund seines an das Spektrum des Sonnenlichts angepassten Bandabstands durch einen besonders hohen Absorptionsko- effizienten auszeichnet.
Aufgrund hoher Materialkosten von Indium und Gallium und im Hinblick auf eine langfristige Materialverfügbarkeit wird in jüngster Zeit verstärkt nach Alternativen zu den auf Cu (In, Ga) (S,Se)2 basierenden Verbindungshalbleitern gesucht. Ein viel versprechender Ansatz sind Halbleiterschichten vom Kesterit-/Stannit-Typ, bestehend aus pentanärem Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 (allgemein abgekürzt als "CZTSSe")/ aus quaternärem Cu2ZnSnSe4 (allgemein abgekürzt als "CZTSe") oder aus quaternärem Cu2ZnSnS4 (allgemein abgekürzt als
"CZTS") . Diese Halbleiterschichten verfügen bei sichtbarem Licht über einen hohen Absorptionskoeffizienten in der Grö-
ßenordnung von 104 cm 1 und eine direkte Bandlücke in der Größenordnung von 1.5 eV.
In der Literatur sind verschiedene Verfahren zu deren Her- Stellung beschrieben, wobei insbesondere die Ko-Verdampfung der Halbleiterkomponenten auf ein Substrat eingesetzt wird (siehe IBM, K. Wang et al . , APL 97, 143508 (2010) ; HZB, B. A. Schubert et al . , Progr. In Photov. : Res. and Appl .
(2010) 10.10002 / p. 976; ZSW 1997, Friedelmeier et al . Conf . Proc. EUPVSEC 14th (1997) 1242-1245) .
In Volobujeva et al . : "SEM analysis and selenization of Cu- Zn-Sn sequential films produced by evaporation of metals", Optoelectronic and Microelectronic Materials and Devices 2008, Commad 2008, Conference on, IEEE, Piscataway, NJ, USA, 28. Juli 2008, Seiten 257-260, XP031437704 ist ein Verfahren zur Herstellung des quaternären CZTSe-Ver- bindungshalbleiters beschrieben. In dem dort gezeigten Verfahren wird zunächst ein Schichtenstapel aus den Elementen Cu, Zn und Sn durch Vakuumverdampfen auf ein Molybdän- Substrat abgeschieden. Anschließend wird der Schichtensta¬ pel durch Wärmebehandlung in einer Atmosphäre mit elementarem Se zum Verbindungshalbleiter umgesetzt. In Katagiri et al . : "Development of CZTS-based thin film solar cells", Thin Solid Films, Elsevier-Sequoia S.A.
Lausanne, CH, Bd. 517, Nr. 7, 2. Februar 2009, Seiten 2455- 2460, XP025928657 ist ein Verfahren zur Herstellung des quaternären CZTS-Verbindungshalbleiters beschrieben. In dem dort gezeigten Verfahren werden die Elemente Cu, Zn und Sn durch Co-Sputtern abgeschieden und anschließend durch Wärmebehandlung in einer S-haltigen Atmosphäre zum Verbindungshalbleiter umgesetzt. Demgegenüber besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, im Stand der Technik bekannte Verfahren zur Herstellung eines Verbindungshalbleiters aus pentanärem Keste- rit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 bzw. CZTSSe und ent-
sprechende Verbindungshalbleiter in vorteilhafter Weise weiterzubilden. Diese und weitere Aufgaben werden nach dem Vorschlag der Erfindung durch ein Verfahren zur Herstellung eines Verbindungshalbleiters, sowie eine Dünnschichtsolar- zelle mit den Merkmalen der nebengeordneten Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche angegeben.
Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zur Herstellung eines Verbindungshalbleiters aus pentanärem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 gezeigt, welches vorzugsweise Teil eines Verfahrens zur Herstellung einer Dünnschichtsolarzel¬ le bzw. eines Dünnschichtsolarmoduls ist. Der Verbindungs¬ halbleiter enthält die Metalle Kupfer (Cu) , Zink (Zn) und Zinn (Sn) sowie die Chalcogene Schwefel (S) und Selen (Se) . Mit dem Begriff "Dünnschichtsolarzelle" werden hier und im Weiteren photovoltaische Schichtsysteme mit Dicken von nur wenigen Mikrometern bezeichnet. Solche Schichtsysteme benö¬ tigen Trägersubstrate zur Bereitstellung einer ausreichen- den mechanischen Festigkeit. Bekannte Trägersubstrate für Dünnschichtsolarzellen enthalten anorganisches Glas, Polymere oder Metalllegierungen und können in Abhängigkeit von der Schichtdicke und Materialeigenschaften als starre Plat¬ ten oder biegsame Folien ausgestaltet sein.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die folgenden
Schritte :
Einen Schritt zum Erzeugen zumindest eines Precursor- Schichtstapels, bestehend aus einer ersten Precursor-
Schicht und einer zweiten Precursor-Schicht , in zwei Stu¬ fen, wobei in einer ersten Stufe die erste Precursor- Schicht hergestellt wird durch Abscheiden der Metalle Kup¬ fer (Cu) , Zink (Zn) und Zinn (Sn) auf einen Körper und in einer zweiten Stufe die zweite Precursor-Schicht herge¬ stellt wird durch Abscheiden zumindest eines Chalcogens, gewählt aus Schwefel (S) und Selen (Se) , auf der ersten Precursor-Schicht. Somit wird in der zweiten Stufe die
zweite Precursor-Schicht hergestellt durch Abscheiden von Schwefel oder alternativ durch Abscheiden von Selen oder alternativ durch Abscheiden von Schwefel und Selen in Kombination .
Einen weiteren Schritt zum Wärmebehandeln des zumindest einen Precursor-Schichtstapels in einem Prozessraum während eines ersten Zeitintervalls derart, dass die Metalle der ersten Precursor-Schicht und das zumindest eine Chalcogen der zweiten Precursor-Schicht zum pentanären Verbindungs¬ halbleiter Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 reaktiv umgesetzt werden. Die Schreibweise "Cu2ZnSn (S, Se) 4" bedeutet, dass die Chalcogene Schwefel (S) und Selen (Se) in Kombination im Verbindungs¬ halbleiter enthalten sind.
Die Wärmebehandlung des zumindest einen Precursor- Schichtstapels erfolgt in einer Prozessgasatmosphäre, die zumindest zeitweilig zumindest ein Chalcogen, nämlich
Schwefel (S) und/oder Selen (Se) , und/oder zumindest eine chalcogenhaltige Verbindung, in denen Schwefel und/oder
Selen in gebundener Form enthalten ist, enthält. Zu diesem Zweck werden ein oder mehrere Prozessgase, enthaltend min¬ destens ein elementares Chalcogen, gewählt aus Schwefel und Selen, und/oder zumindest eine chalcogenhaltige Verbindung, in denen Schwefel und/oder Selen in gebundener Form enthalten ist, beispielsweise Schwefelswasserstoff (H2S) oder Se¬ lenwasserstoff (H2Se) oder andere schwefel- bzw. selenhal- tige Gase, zumindest zeitweilig während der Wärmebehandlung des zumindest einen Precursor-Schichtstapels dem Prozess- räum zugeführt.
Wesentlich hierbei ist, dass für den Fall, dass in der zweiten Precursor-Schicht ein Chalcogen, gewählt aus Schwe¬ fel und Selen, enthalten ist (d.h. Schwefel oder alternativ Selen), in Prozessgas das jeweils andere Chalcogen und/oder eine das jeweils andere Chalcogen enthaltende Verbindung enthalten ist, oder alternativ, falls in der zweiten Precursor-Schicht die beiden Chalcogene Schwefel und Selen im
Kombination enthalten sind, im Prozessgas Schwefel und/oder Selen und/oder eine Schwefel enthaltende Verbindung
und/oder eine Selen enthaltende Verbindung enthalten ist. Die Erfindung zeigt ein neuartiges Verfahren zur Herstel¬ lung des pentanären Verbindungshalbleiters Cu2ZnSn (S, Se) 4, wobei in einem (zweistufigen) ersten Schritt die Metalle Kupfer, Zink und Zinn und anschließend die Chalcogene
Schwefel und/oder Selen abgeschieden werden. Nach der Ab- Scheidung der Precursorelemente erfolgt in einem zweiten Schritt die thermische Prozessierung in chalcogenhaltiger Umgebung zur Umwandlung der Precursorschichten in den pentanären Verbindungshalbleiter. In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann erstmals durch das Chalcogen im Prozessgas in vorbestimmbarer Weise ein definierbares bzw. definiertes Schwefel-Tiefenprofil (bezogen auf den summarischen Gehalt an Selen und Schwefel) im pentanären Verbindungshalbleiter Cu2ZnSn (Se, S) 4 ausgebildet werden. Beispielsweise wird durch Schwefel im Prozessgas in der zweiten Precursor-Schicht enthaltenes Selen verdrängt, so dass der Schwefelgehalt mit zunehmender Tiefe abnimmt und in komplementärer Weise der Selengehalt zunimmt. Glei¬ chermaßen kann durch Selen im Prozessgas im Verbindungs- halbleiter in der zweiten Precursor-Schicht enthaltener Schwefel verdrängt werden, so dass der Schwefelgehalt mit zunehmender Tiefe zunimmt und in komplementärer Weise der Selengehalt abnimmt. Es wird also nicht durch das Chalcogen (Schwefel oder Selen) im Prozessgas in den umgesetzten Ver- bindungshalbleiter eingebracht, also die Zusammensetzung des Verbindungshalbleiters beeinflusst, sondern zudem kann durch die Verdrängung des jeweils anderen Chalcogens (Selen oder Schwefel), das in der zweiten Precursor-Schicht ent¬ halten ist, das Schwefel-Tiefenprofil, bezogen auf den Ge- samtgehalt an Schwefel und Selen, gezielt eingestellt wer¬ den. Durch das Chalcogen im Prozessgas kann somit der
Schwefelgehalt (bezogen auf den summarischen Gehalt an Se¬ len und Schwefel im Verbindungsgehalt (S/Se+S)) eingestellt
werden. Auf diese Weise kann ein Verbindungshalbleiter mit einem definierten Bandlückenprofil hergestellt werden.
Ohne an eine besondere Theorie gebunden zu sein, wird hier- durch eine Steigerung des Wirkungsgrads einer Dünnschicht¬ solarzelle erwartet. Beispielsweise kann ein Schwefel- Tiefenprofil mit einem maximalen Wert des Verhältnisses S/(Se+S) an der Absorberoberfläche und abnehmendem Wert des Verhältnisses S/(Se+S) ins Absorberinnere eingestellt wer- den. Die dadurch erhöhte Bandlücke an der Absorberoberflä¬ che führt in der Dünnschichtsolarzelle zu einer Erhöhung der LeerlaufSpannung . Andererseits wird die Höhe des Kurz¬ schlussstroms bestimmt durch das Minimum der Bandlücke im Absorberinneren. In Kombination führt das eingestellte Schwefel-Tiefenprofil zu einer Erhöhung des Wirkungsgrads der Dünnschichtsolarzelle.
Neben der Einstellung eines Bandlücken-Tiefenprofils be¬ steht die Möglichkeit zur Erhöhung des Wirkungsgrads der Dünnschichtsolarzelle durch eine Verbesserung der Kristall¬ qualität der Halbleiterschicht. Beispielsweise ist aus Un¬ tersuchungen am Materialsystem Cu-In-Ga-Se-S bekannt, dass die verschiedenen Metalle eine unterschiedliche Reaktions¬ kinetik mit verschiedenen Chalkogenen aufweisen. Dies führt zu deutlichen Unterschieden in der Bildungstemperatur der verschiedenen Metall-Chalkogenidphasen und kann damit die Kristallqualität des Cu(In,Ga) (S,Se)2 Halbleiters negativ beeinflussen. Ohne an eine Theorie gebunden zu sein, sind ähnliche Zusammenhänge auch für das Materialsystem Cu-Zn-Sn denkbar. Insbesondere kann angenommen werden, dass durch eine geänderte Chalkogengasatmosphäre (Se/S Zusammenset¬ zung) im Heizprozess Einfluss auf die Chalkogenisierung des Cu-Zn-Sn Precursors genommen werden kann. Somit können Unterschiede in der Chalkogenisierungskinetik durch eine zeitlich veränderte Prozessgasatmosphäre (Se/S Zusammenset¬ zung) ausgeglichen werden. Es wird erwartet, dass dadurch die Kristallqualität und der Wirkungsgrad positiv beein- flusst werden können.
Dies ermöglicht die Herstellung von Verbindungshalbleitern mit hoher Kristallqualität bzw. Dünnschichtsolarzellen mit gutem Wirkungsgrad.
Lediglich ergänzend sei darauf hingewiesen, dass es insbe¬ sondere auch möglich ist, Verbindungshalbleiter mit einer homogenen Zusammensetzung bezüglich des Schwefelgehalts herzustellen, in denen der Schwefelgehalt über die Schicht- dicke unverändert ist.
Wie bereits erwähnt, kann das Schwefel-Tiefenprofil im pen- tanären Verbindungshalbleiter im Hinblick auf die Bandlücke und die Kristallqualität gezielt eingestellt werden. Insbe- sondere kann das Schwefel-Tiefenprofil von einer Oberfläche des Verbindungshalbleiters hin zu einer Grenzfläche zum Körper so ausgebildet werden, dass
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen Maximalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin abnimmt und an der Körpergrenzfläche einen Minimalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen Minimalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin zunimmt und an der Körpergrenzfläche einen Maximalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen ersten Maximalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin bis zu einem Minimalwert abnimmt und anschließend wieder zunimmt, und an der Körpergrenzfläche einen zweiten Maximalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen ersten Minimalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin bis zu einem Maximalwert zunimmt und anschließend wieder abnimmt, und an der Körpergrenzfläche einen zweiten Minimalwert hat.
Vorzugsweise wird das Schwefel-Tiefenprofil dabei so ausge- bildet, dass eine relative Änderung des Schwefelgehalts zumindest über einen Teilbereich des Tiefenprofils, d.h. über zumindest einen Teilbereich der Schichtdicke des Verbindungshalbleiters, insbesondere von der Halbleiterober-
fläche bis zur Körpergrenzfläche, wenigstens 10%, wenigs¬ tens 20%, wenigstens 30%, wenigstens 40%, wenigstens 50%, wenigstens 60%, wenigstens 70% oder wenigstens 80% beträgt. Besonders bevorzugt beträgt die relative Änderung des
Schwefelgehalts wenigstens 20%.
In erfindungsgemäßen Verfahren kann das zumindest eine Prozessgas ununterbrochen während eines ersten Zeitintervalls der Wärmebehandlung oder aber nur während eines oder mehre- rer zweiter Zeitintervalle, welche jeweils kürzer als das erste Zeitintervall sind, dem Prozessraum zugeführt werden. Beispielsweise kann das zumindest eine Prozessgas in einer früheren und/oder einer späteren Phase der Wärmebehandlung in den Prozessraum eingespeist werden. Insbesondere ist es im erfindungsgemäßen Verfahren möglich, dass das zumindest eine Prozessgas so zugeführt wird, dass sich die Zusammen¬ setzung der chalcogenhaltigen Atmosphäre im Prozessraum während der Wärmebehandlung ändert, um auf diese Weise ge¬ zielt Einfluss auf die Zusammensetzung des erzeugten Ver- bindungshalbleiters zu nehmen.
Vorteilhaft hat der Körper beim Abscheiden der zweiten Precursor-Schicht eine Temperatur von weniger als 150°C, stär¬ ker bevorzugt weniger als 100°C, wodurch eine unbeabsich- tigte ( Teil- ) Reaktion schon beim Abscheiden der Precursor- Materialien zuverlässig verhindert werden kann. Sowohl beim Abscheiden der Metalle Kupfer, Zink und Zinn als auch beim Abscheiden des zumindest einen Chalcogens können ein oder mehrere Dotierstoffe (z.B. Natrium) abgeschieden werden.
Um auf die Kristallqualität des erzeugten Verbindungshalb¬ leiters und insbesondere den Wirkungsgrad der Dünnschicht¬ solarzelle Einfluss zu nehmen, kann es von Vorteil sein, wenn zum Abscheiden der ersten Precursor-Schicht ein Lagen- stapel aus Einzellagen der Metalle Kupfer, Zink und Zinn (wobei jede Einzellage aus einem einzigen Metall besteht) mehrmals nacheinander abgeschieden wird. Zu diesem Zweck kann es weiterhin von Vorteil sein, wenn zum Abscheiden der
zweiten Precursor-Schicht ein Lagenstapel aus Einzellagen der Chalcogene Schwefel und Selen (wobei jede Einzellage aus einem einzigen Chalcogen besteht) mehrmals nacheinander abgeschieden wird. Gleichermaßen kann es im Hinblick auf die Kristallqualität von Vorteil sein, wenn der Precursor- Schichtstapel mehrmals nacheinander abgeschieden wird.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die erste Precursor-Schicht grundsätzlich so ausgebildet werden, dass - der Kupfergehalt kleiner ist als der summarische Ge¬ halt an Zink und Zinn, oder
der Kupfergehalt zum summarischen Gehalt an Zink und Zinn gleich ist, oder
der Kupfergehalt größer ist als der summarische Gehalt an Zink und Zinn.
Andererseits kann die erste Precursor-Schicht grundsätzlich so ausgebildet werden, dass
der Zinkgehalt kleiner ist als der Zinngehalt, oder - der Zinkgehalt zum Zinngehalt gleich ist, oder
der Zinkgehalt größer ist als der Zinngehalt.
Besonders vorteilhaft wird die erste Precursor-Schicht so ausgebildet, dass der Kupfergehalt kleiner ist als der sum- marische Gehalt an Zink und Zinn und zugleich der Zinkge¬ halt größer ist als der Zinngehalt, wobei angenommen wird, dass durch diese Maßnahme ein günstiger Einfluss auf die Kristallqualität und den Wirkungsgrad der Dünnschichtsolar¬ zelle erreicht werden kann.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zur Herstellung des pentan- ären Verbindungshalbleiters CZTSSe die beiden Precursor- Schichten so ausgebildet, dass das Verhältnis des Gesamtge- halts an Chalcogenen zum Gesamtgehalt an Metallen größer oder gleich 1 ist. Auch durch diese Maßnahme kann ein günstiger Einfluss auf die Kristallqualität und den Wirkungs¬ grad der Dünnschichtsolarzelle erreicht werden.
Die Erfindung erstreckt sich weiterhin auf eine Dünnschichtsolarzelle mit einem als Verbindungshalbleiter aus¬ gebildeten Absorber aus pentanärem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 auf einem Körper, wobei der Absorber von einer Halbleiteroberfläche zu einer Körpergrenzfläche hin ein definierbares bzw. definiertes Schwefel-Tiefenprofil (bezogen auf einen summarischen Gehalt an Selen und Schwefel) aufweist. Hierbei ist das Schwefel-Tiefenprofil so ausgebildet, dass
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen Maximalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin abnimmt und an der Körpergrenzfläche einen Minimalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen Minimalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin zunimmt und an der Körpergrenzfläche einen Maximalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen ersten Maximalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin bis zu einem Minimalwert abnimmt und anschließend wieder zunimmt, und an der Körpergrenzfläche einen zweiten Maximalwert hat; oder
der Schwefelgehalt an der Halbleiteroberfläche einen ersten Minimalwert hat, zur Körpergrenzfläche hin bis zu einem Maximalwert zunimmt und anschließend wieder abnimmt, und an der Körpergrenzfläche einen zweiten Minimalwert hat.
Vorzugsweise ist das Schwefel-Tiefenprofil so ausgebildet, dass eine relative Änderung des Schwefelgehalts zumindest über einen Teilbereich des Tiefenprofils, d.h. über zumin- dest einen Teilbereich der Schichtdicke des Verbindungs¬ halbleiters, insbesondere von der Halbleiteroberfläche bis zur Körpergrenzfläche, wenigstens 10%, wenigstens 20%, we¬ nigstens 30%, wenigstens 40%, wenigstens 50%, wenigstens 60%, wenigstens 70% oder wenigstens 80% beträgt. Besonders bevorzugt beträgt die relative Änderung des Schwefelgehalts wenigstens 20%.
Ferner erstreckt sich die Erfindung auf die Verwendung des oben beschriebenen Verfahrens zum Herstellen eines Verbindungshalbleiters aus pentanärem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 zur Herstellung der Halbleiterschicht (Absor- ber) einer Dünnschichtsolarzelle bzw. eines Dünnschichtso¬ larmoduls .
Es versteht sich, dass die verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung einzeln oder in beliebigen Kombinationen rea- lisiert sein können. Insbesondere sind die vorstehend ge¬ nannten und nachstehend zu erläuternden Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Figuren genommen wird. Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstäblicher Darstellung:
Fig. 1 Schnittansichten zur Veranschaulichung des allgemeinen Verfahrens zur Herstellung eines aus dem Verbindungshalbleiter CZTSSe bestehenden Absorbers einer Dünnschichtsolarzelle;
Fig. 2-4 Schnittansichten zur Veranschaulichung spezifischer Vorgehensweisen zur Herstellung des pentanären Verbindungshalbleiters
CZTSSe.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
Sei zunächst Fig. 1 betrachtet, worin anhand schematischer Schnittansichten ein allgemeines Verfahren zur Herstellung einer lichtabsorbierenden Verbindungshalbleiterschicht bzw
Absorber 2 in einer insgesamt mit der Bezugszahl 1 bezeichneten Schichtstruktur einer Dünnschichtsolarzelle bzw.
Dünnschichtsolarmoduls veranschaulicht ist. Es versteht sich, dass die Schichtstruktur 1 zur Herstellung einer Vielzahl Dünnschichtsolarzellen dienen kann, welche in großflächiger Anordnung in monolithisch integrierter Weise seriell miteinander verschaltet sind.
Die Schichtstruktur 1 weist hier eine Substratkonfiguration auf, bei der auf einem ( Träger- ) Substrat 3 ein aus einer Mehrzahl dünner Schichten bestehender Schichtaufbau 7 aufgebracht ist. Das Substrat 3 besteht hier beispielsweise aus anorganischem Glas, wobei gleichermaßen andere isolie¬ rende Materialien mit genügender Festigkeit, sowie inertem Verhalten gegenüber den bei der Herstellung der Dünnschichtsolarzelle durchgeführten Prozessschritten eingesetzt werden können, beispielsweise Kunststoffe, insbeson¬ dere Polymere oder Metalle, insbesondere Metall-Legierun¬ gen. In Abhängigkeit der Schichtdicke und den spezifischen Materialeigenschaften kann das Substrat 3 als starre Platte oder biegsame Folie ausgestaltet sein. Im vorliegenden Aus¬ führungsbeispiel beträgt die Schichtdicke des Substrats beispielsweise 1 bis 5 mm. Der auf dem Substrat 3 aufgebrachte Schichtaufbau 7 umfasst eine Rückelektrodenschicht 4, die auf einer lichteintritt- seitigen Oberfläche des Substrats 3 angeordnet ist und bei¬ spielsweise aus einem lichtundurchlässigen Metall besteht. Sie kann beispielsweise durch Aufdampfen oder magnet feldun- terstützte Kathodenzerstäubung auf dem Substrat 3 abge¬ schieden werden. Die Rückelektrodenschicht 4 besteht bei¬ spielsweise aus Molybdän (Mo), Aluminium (AI), Kupfer (Cu) , Titan (Ti) oder aus einem Mehrschichtsystem mit einem solchen Metall, beispielsweise Molybdän (Mo) . Die Schichtdicke der Rückelektrodenschicht 4 ist hier geringer als 1 μπι, liegt vorzugsweise im Bereich von 300 nm bis 600 nm und beträgt beispielsweise ca. 500 nm. Die Rückelektroden¬ schicht 4 dient als Rückseitenkontakt bzw. Rückelektrode
der Dünnschichtsolarzelle. Zwischen dem Substrat 3 und der Rückelektrodenschicht 4 kann eine Alkali-Barriere angeord¬ net sein, welche beispielsweise aus Si3N4, SiON oder SICN besteht. Dies ist in Fig. 1 nicht näher dargestellt.
Auf der Rückelektrodenschicht 4 sind nacheinander eine ers¬ te Vorläufer- bzw. Precursor-Schicht 5 und eine zweite Vor¬ läufer- bzw. Precursor-Schicht 6 angeordnet. Die beiden Precursor-Schichten 5, 6 können durch eine mittels Pfeil 8 angedeutete Wärmebehandlung in den photovoltaisch aktiven Absorber 2 reaktiv umgesetzt werden. Die Schichtdicke des Absorbers 2 liegt beispielsweise im Bereich von 1-5 μπι und beträgt insbesondere ca. 2 μπι. Die in Fig. 1 gezeigte Schichtstruktur 1 stellt ein Zwischenprodukt bei der Herstellung der Dünnschichtsolarzelle dar. Die weitere Prozessierung der Schichtstruktur 1 ist für das Verständnis der Erfindung nicht erforderlich, so dass nicht näher darauf eingegangen werden muss. Lediglich ergänzend sei angegeben, dass oberhalb des Absorbers 2 eine Frontelektrodenschicht ausgebildet wird, die als Vordersei¬ tenkontakt bzw. Frontelektrode dient und für Strahlung im sichtbaren Spektralbereich transparent ist ("Fensterschicht") . In der Regel wird für die Frontelektrodenschicht ein dotiertes Metalloxid (TCO = Transparent Conductive Oxi¬ de) eingesetzt, beispielsweise n-leitendes, Aluminium (Al)- dotiertes Zinkoxid (ZnO), Bor (B) -dotiertes Zinkoxid (ZnO), oder Gallium (Ga) -dotiertes Zinkoxid (ZnO) . Zwischen dem Absorber 2 und der Frontelektrodenschicht wird in der Regel eine dünne Pufferschicht angeordnet, welche beispielsweise aus CdS, InxSy, ( In, Ga, AI ) x ( S , Se ) y, ZnS, Zn(0,S), Zn(Mg,0), gegebenenfalls in Kombination mit intrinsischem i-ZnO, be¬ steht. Durch die Pufferschicht kann eine verbesserte Anpas¬ sung der Frontelektrodenschicht an den Absorber 2 hinsicht- lieh Gitterkonstante und Bandverlauf erreicht werden.
Frontelektroden-, Puffer-, Absorber- und Rückelektrodenschicht formen gemeinsam einen HeteroÜbergang, d.h. eine
Abfolge von Schichten entgegen gesetzten Leitungstyps. Die Schichtdicke der Frontelektrodenschicht beträgt beispiels¬ weise ca. 300 bis 1500 nm, die der Pufferschicht beispiels¬ weise ca. 50 nm.
Zum Schutz vor Umwelteinflüssen kann auf der Frontelektrodenschicht eine beispielsweise aus Polyvinylbutyral (PVB) , Ethylenvinylacetat (EVA) oder DNP bestehende Kunststoff¬ schicht (Verkapselungsfolie) aufgebracht sein. Zudem kann eine für Sonnenlicht transparente Deckplatte, die bei¬ spielsweise aus extraweißem Glas (Frontglas) mit geringem Eisengehalt besteht und eine Dicke von beispielsweise 1 bis 4 mm aufweisen kann, vorgesehen sein. Der beschriebene Aufbau einer Dünnschichtsolarzelle bzw. eines Dünnschichtsolarmoduls ist dem Fachmann beispielswei¬ se aus im Handel verfügbaren Dünnschichtsolarzellen bzw. Dünnschichtsolarmodulen wohlbekannt und wurde zudem bereits in zahlreichen Druckschriften der Patentliteratur eingehend beschrieben (z.B. DE 19956735 B4) .
In der in Fig. 1 gezeigten Substratkonfiguration grenzt die Rückelektrodenschicht 4 an das Substrat 3 an. Es versteht sich, dass die Schichtstruktur 1 gleichermaßen über eine Superstratkonfiguration verfügen kann, bei welcher das Substrat 3 transparent und die Frontelektrodenschicht auf ei¬ ner der Lichteintrittsseite abgewanden Oberfläche des Sub¬ strats 3 angeordnet ist. Wie bereits erwähnt, kann die Schichtstruktur 1 zur Herstellung integriert serienverschalteter Dünnschichtsolarzellen dienen, wobei die Schichtstruktur 1 in an sich bekannter Weise durch verschiedene Strukturierungslinien ("PI" für Rückelektrode, "P2" für Kontakt Frontelektro- de/Rückelektrode und "P3" für Trennung der Frontelektrode) strukturiert wird. Alternativ kann ein Aufbau der Dünnschichtsolarzellen mit Frontelektrode und Grid vorgesehen sein .
Das in Fig. 1 veranschaulichte Verfahren dient zur Herstel¬ lung einer lichtabsorbierenden Dünnschichthalbleiterschicht bzw. Absorber 2 vom Kesterit- oder Stannit-Typ, wobei der Absorber 2 aus CZTSSe besteht.
Die erste Precursor-Schicht 5 besteht aus den Metallen Cu, Zn und Sn und wird aus rein metallischen Quellen auf die Rückelektrodenschicht 4 bzw. einen (Mehrschicht- ) Körper 12, bestehend aus Substrat 3 und Rückelektrodenschicht 4 (sowie gegebenenfalls weiteren Schichten), abgeschieden. Eine Ab- scheidung der Metalle Cu, Zn, Sn auf den Körper 12 kann insbesondere durch die im Folgenden genannten Verfahren realisiert werden, wobei optional ein oder mehrere Dotier- stoffe (z.B. Na) zugeführt werden können. Hierbei handelt es sich typischer Weise um Vakuumbeschichtungsverfahren, in denen ein festes oder flüssiges Material durch Energieeintrag in die Gasphase überführt und auf dem Körper 12 kon¬ densiert wird (PVD = Physical Vapor Deposition) :
Sputtern der Elemente Cu, Zn, Sn aus Targets, in denen diese Metalle elementar enthalten sind (Elementtargets) . Vorzugsweise weisen die Elementtargets jeweils eine Rein¬ heit von >4N, stärker bevorzugt >5N, auf.
Sputtern der Elemente Cu, Zn, Sn aus Targets, in denen binäre und/oder ternäre Legierungen dieser Metalle enthal¬ ten sind (Legierungstargets), beispielsweise Cu-Sn, Cu-Zn, Zn-Sn oder Cu-Zn-Sn und/oder Kombinationen hiervon. Vor- zugsweise weisen die Legierungstargets jeweils eine Rein¬ heit von >4N, stärker bevorzugt >5N, auf. Optional kann zusätzlich aus Elementtargets der Elemente Cu, Zn, Sn gesputtert werden, um die Zusammensetzung ( Stöchiometrie ) der ersten Precursor-Schicht 5 in gewünschter Weise einzu- stellen.
Thermische Verdampfung, Elektronenstrahlverdampfung oder Laser-Materialablation der Elemente Cu, Zn, Sn aus
Quellen, in denen diese Metalle elementar enthalten sind (Elementquellen) . Vorzugsweise weisen die Elementquellen jeweils eine Reinheit von >4N, stärker bevorzugt >5N, auf. - Thermische Verdampfung, Elektronenstrahlverdampfung oder Laser-Materialablation der Elemente Cu, Zn, Sn aus Quellen, in denen binäre und/oder ternäre Legierungen dieser Metalle enthalten sind (Legierungsquellen) , beispielsweise Cu-Sn, Cu-Zn, Zn-Sn oder Cu-Zn-Sn und/oder Kombinati- onen hiervon. Vorzugsweise weisen die Legierungsquellen jeweils eine Reinheit von >4N, stärker bevorzugt >5N, auf. Optional kann zusätzlich aus Elementquellen der Elemente Cu, Zn, Sn abgeschieden werden, um die Zusammensetzung ( Stöchiometrie ) der ersten Precursor-Schicht 5 in gewünsch- ter Weise einzustellen.
Beim Abscheiden der Metalle Cu, Zn, Sn mittels Elementtargets bzw. Elementquellen umfasst die erste Precursor- Schicht 5 mehrere metallische Einzellagen, wobei jede Ein- zellage aus Cu, Zn oder Sn besteht. Beispielsweise können die Einzellagen in der Lagenfolge Cu/Zn/Sn abgeschieden werden, wobei aber auch andere Lagenfolgen möglich sind. In einer bevorzugten Ausgestaltung wird eine Lagenfolge, bestehend aus Einzellagen der Metalle Cu, Zn, Sn, beispiels- weise Cu/Zn/Sn, mehrmals nacheinander abgeschieden, so dass die erste Precursor-Schicht 5 aus einem Stapel aus n glei¬ chen oder verschiedenen Lagenfolgen (z.B. n x Cu/Zn/Sn) besteht. Vorzugsweise werden 2 bis 20 Lagenfolgen nacheinander abgeschieden (n = 2 bis 20) .
Beim Abscheiden der Metalle Cu, Zn, Sn mittels Legie¬ rungstargets bzw. Legierungsquellen umfasst die erste Pre¬ cursor-Schicht 5 eine oder mehrere metallische Einzellagen, welche aus einer binären oder ternären Legierung der Ele- mente Cu, Zn und/oder Sn besteht. Falls zusätzlich aus Ele¬ menttargets bzw. Elementquellen abgeschieden wird, können die Einzellagen auch elementares Cu, Zn und/oder Sn enthalten. Die metallischen Einzellagen können in einer definier-
ten Lagenfolge abgeschieden werden. In einer bevorzugten Ausgestaltung wird eine Lagenfolge, bestehend aus Einzella¬ gen aus binären oder ternären Legierungen der Metalle Cu, Zn und/oder Sn (sowie gegebenenfalls elementarem Cu, Zn und/oder Sn) mehrmals nacheinander abgeschieden, so dass die erste Precursor-Schicht 5 aus einem Stapel aus n glei¬ chen oder verschiedenen Lagenfolgen besteht. Vorzugsweise werden 2 bis 20 Lagenfolgen nacheinander abgeschieden (n = 2 bis 20) .
In der Schichtstruktur 1 kann die erste Precursor-Schicht 5 so ausgebildet werden, dass deren Zusammensetzung
kupferarm ist, was bedeutet, dass der Kupfergehalt kleiner ist als der summarische Gehalt an Zn und Sn
(Cu/(Zn+Sn) < 1), oder alternativ
stöchiometrisch ist, was bedeutet, dass der Kupferge¬ halt zum summarischen Gehalt an Zn und Sn gleich ist
(Cu/(Zn+Sn) = 1), oder alternativ
kupferreich ist, was bedeutet, dass der Kupfergehalt größer ist als der summarische Gehalt an Zn und Sn
(Cu/ (Zn+Sn) > 1) .
Alle drei Varianten bezüglich des Kupfergehalts können in dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein.
Des Weiteren kann in der Schichtstruktur 1 die erste Precursor-Schicht 5 so ausgebildet sein, dass deren Zusammen¬ setzung
zinkarm ist, was bedeutet, dass der Zinkgehalt kleiner ist als der Zinngehalt (Zn/Sn < 1), oder alternativ
stöchiometrisch ist, was bedeutet, dass der Zinkgehalt zum Zinngehalt gleich ist (Zn/Sn = 1), oder alternativ
zinkreich ist, was bedeutet, dass Zinkgehalt größer ist als der Zinngehalt (Zn/Sn > 1) .
Alle drei Varianten bezüglich des Zinkgehalts können in dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen sein. Jede Variante bezüglich des Kupfergehalts kann mit jeder Variante bezüg-
lieh des Zinkgehalts kombiniert werden. Hinsichtlich eines besonders guten Wirkungsgrads der Dünnschichtsolarzelle ist es erfindungsgemäß bevorzugt, wenn die erste Precursor- Schicht 5 so ausgebildet ist, dass deren Zusammensetzung kupferarm (Cu/(Zn+Sn) < 1) und zugleich zinkreich (Zn/Sn > 1) ist. Beispielsweise kann der Absorber 2 zu diesem Zweck einen auf die summarischen Gehalte an Zink und Zinn bezogenen Kupfergehalt von 0,8 (Cu/(Zn+Sn) = 0,8) und einen auf Zinn bezogenen Zinkgehalt von 1,22 (Zn/Sn = 1,22) aufwei- sen.
Anschließend wird die zweite Precursor-Schicht 6 auf die erste Precursor-Schicht 5 abgeschieden. Die zweite Precur¬ sor-Schicht 6 besteht aus zumindest einem Chalcogen, näm- lieh S und/oder Se. Das zumindest eine Chalcogen wird ohne metallische Komponenten oder binäre Metall-Chalcogenver- bindungen abgeschieden. Vorzugsweise ist die Temperatur des Substrats 3 beim Abscheiden des zumindest einen Chalcogens niedriger als 150°C, besonders bevorzugt niedriger als 100°C, wodurch in vorteilhafter Weise ein bereits einsetzende Teilreaktion der Metalle der ersten Precursor-Schicht 5 mit dem zumindest einen Chalcogen der zweiten Precursor- Schicht 6 verhindert werden kann. Die Abscheidung von S und/oder Se kann beispielsweise durch die im Folgenden genannten Verfahren realisiert werden, wobei bei allen Verfahren ein oder mehrere Dotierstoffe (z.B. Na) optional zuführt werden können: - Thermische Verdampfung (PVD) von S und/oder Se (sequentiell oder simultan) aus ein oder zwei Verdampfungs¬ quellen, optional mit Dotierstoffzugäbe (z.B. Na) durch Verdampfung des Dotierstoffes oder einer dotierstoffhalti- gen Verbindung.
Sputtern aus Targets, in denen das jeweilige Chalcogen (S oder Se) elementar enthalten ist (Elementtargets) .
Die beiden Precursor-Schichten 5, 6 bilden gemeinsam einen Precursor-Schichtstapel 11. Erfindungsgemäß kann es von Vorteil sein, wenn der Precursor-Schichtstapel 11 mehrmals nacheinander abgeschieden wird (Mehrfach-Sequenz ) . Diese Maßnahme kann insbesondere für die Kristallbildung und/oder Einstellung eines gewünschten Tiefenprofils von Schwefel (bezogen auf die Gesamtchalcogenmenge ) des pentanären Ver¬ bindungshalbleiters CZTSSe vorteilhaft sein. Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es bei dem pentanären Absorber 2 bevorzugt sein, wenn die beiden Precursor-Schichten 5, 6 eine solche Zusammensetzung haben, dass das Verhältnis Chalcogene/Metalle größer oder gleich 1 ist . Wie in Fig. 1 durch den Pfeil 8 schematisch angedeutet, werden die beiden Precursor-Schichten 5, 6 einer Wärmebehandlung in Form einer schnellen thermischen Prozessierung (allgemein bekannt als "Rapid Thermal Processing" (RTP) ) unterzogen, wodurch eine reaktive Umwandlung der Metalle Cu, Zn, Sn und S und/oder Se zum pentanären Verbindungshalbleiter CZTSSe bewirkt wird. Die Wärmebehandlung der beiden Precursor-Schichten 5, 6 wird zumindest zeitweilig in einer chalkogenhaltigen Atmosphäre innerhalb eines die Schichtstruktur 1 enthaltenden Prozessraums 13 durchge- führt, wobei abhängig von dem zu erzeugenden Verbindungshalbleiter ein oder mehrere Prozessgase (Schwefel und/oder Selen und/oder Schwefelwasserstoff (H2S) und/oder Selenwas¬ serstoff (H2Se) bzw. Kombinationen hiervon) in kontrollierter Weise dem Prozessraum 13 zugeführt werden. Jedes Pro- zessgas wird während zumindest eines (vorbestimmten) Zeit¬ intervalls bei der Wärmebehandlung zugeführt, wobei das Zeitintervall kürzer als der Zeitraum der gesamten Wärmebehandlung ist oder dem Zeitraum der gesamten Wärmebehandlung entspricht. Die pro Zeiteinheit zugeführte Menge jedes Pro- zessgases kann während der Zugabe unverändert sein oder variieren. Insbesondere kann die Zusammensetzung der chal- cogenhaltigen Atmosphäre bei der Wärmebehandlung unverändert sein oder variieren.
Die Wärmebehandlung erfordert:
schnelle Aufheizraten im Bereich einiger K/sec,
Maximaltemperaturen oberhalb 400°C, bevorzugt oberhalb 500°C,
hohe Temperaturhomogenität über die Substrat fläche (lateral) und deren Schichtdicke,
Sicherstellung eines ausreichend hohen, kontrollier- und reproduzierbaren Partialdrucks des zumindest einen Chalcogens (Se und/oder S) während der thermischen Prozes¬ sierung (Vermeidung von Se- und/oder S-Verlusten) ,
kontrollierte Prozessgaszufuhr, z.B. H2, N2, Ar, S- Gas, Se-Gas, H2S, H2Se und Kombinationen hiervon, mit ge¬ eigneten Gas-Temperatur- Zeitprofilen .
Die Wärmebehandlung der beiden Precursor-Schichten 5, 6 kann z.B. unter Einsatz einer die Schichtstruktur 1 aufnehmenden Prozessbox in einem Tunnel oder innerhalb einer die Schichtstruktur 1 umgebenden Prozesshaube erfolgen. Zum Durchführen der Wärmebehandlung können ein oder mehrere
Schichtstrukturen 1 mit parallelen Substraten 3 neben- oder übereinander angeordnet werden (Dual-Subtrate bzw. Multile- vel-Prozess ) . Für eine Herstellung des pentanären Verbindungshalbleiters CZTSSe wird die Wärmebehandlung der beiden Precursor- Schichten 5, 6 vorzugsweise unter Anwendung eines kontrollierten Temperatur-Prozessgas-Profils durchgeführt, so dass das Verhältnis S/(Se+S), d.h. der auf die summarischen Ge- halte von S und Se bezogene Schwefelgehalt, im Absorber 2 ein definiertes Tiefenprofil aufweist.
Als "( Schwefel- ) Tiefenprofil " wird der Schwefelgehalt bzw. Verlauf des Werts des Quotienten S/(Se+S) im Absorber 2 entlang einer Linearabmessung des Absorbers 2, ausgehend von einer vom Substrat 3 abgewandten (Absorber- ) Oberfläche 9 hin zu einer dem Substrat 3 zugewandten Grenzfläche 10 in
einer Richtung senkrecht zur Stapelfolge des Schichtaufbaus 7 bzw. in Richtung der Schichtdicke bezeichnet.
Gemäß einer ersten Variante wird die Wärmebehandlung (RTP- Prozessierung) so durchgeführt, dass das Tiefenprofil über die Schichtdicke hinweg einen abnehmenden Verlauf hat, d.h. der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) ist an der Oberfläche 9 maximal und nimmt von der Oberfläche 9 hin zur Grenzfläche 10 ab, so dass der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) an der Grenzfläche 10 minimal ist.
Gemäß einer zweiten Variante wird die Wärmebehandlung (RTP- Prozessierung) so durchgeführt, dass das Tiefenprofil über die Schichtdicke hinweg einen zunehmenden Verlauf hat, d.h. der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) ist an der Oberfläche 9 minimal und nimmt von der Oberfläche 9 hin zur Grenzfläche 10 zu, so dass der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) an der Grenzfläche 10 maximal ist. Gemäß einer dritten Variante wird die Wärmebehandlung (RTP- Prozessierung) so durchgeführt, dass das Tiefenprofil über die Schichtdicke hinweg zunächst einen abnehmenden Verlauf und anschließend einen zunehmenden Verlauf hat, d.h. der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) hat an der Oberfläche 9 einen ersten Maximalwert, nimmt von der Oberfläche 9 hin zur Grenzfläche 10 zunächst ab und nimmt zwischen Ober- und Grenzfläche 9, 10 einen (einzigen) Minimalwert an, und nimmt anschließend wieder zu, so dass der Wert des Verhält¬ nisses S/(Se+S) an der Grenzefläche 10 einen zweiten Maxi- malwert annimmt, wobei der zweite Maximalwert zum ersten
Maximalwert gleich sein kann, in der Regel aber verschieden ist .
Gemäß einer vierten Variante wird die Wärmebehandlung (RTP- Prozessierung) so durchgeführt, dass das Tiefenprofil über die Schichtdicke hinweg zunächst einen zunehmenden Verlauf und anschließend einen abnehmenden Verlauf hat, d.h. der Wert des Verhältnisses S/(Se+S) hat an der Oberfläche 9
einen ersten Minimalwert, nimmt von der Oberfläche 9 hin zur Grenzfläche 10 zunächst zu und nimmt zwischen Ober- und Grenzfläche 9, 10 einen (einzigen) Maximalwert an, und nimmt anschließend wieder ab, so dass der Wert des Verhält- nisses S/(Se+S) an der Grenzfläche 10 einen zweiten Mini¬ malwert annimmt, wobei der zweite Minimalwert zum ersten Minimalwert gleich sein kann, in der Regel aber verschieden ist . In dem erfindungsgemäßen Verfahren ist optional eine Ätzung beispielsweise mit KCN vorgesehen, um insbesondere bei kup¬ ferreicher Prozessierung (Cu/(Zn+Sn) > 1) Kupferselenide und/oder Kupfersulfide zu entfernen. Im Folgenden werden unter Bezugnahme auf Fig. 2 bis Fig. 4 verschiedene Vorgehensweisen zur Herstellung eines aus dem pentanären Verbindungshalbleiter CZTSSe bzw. aus pentanä- rem Kesterit/Stannit vom Typ Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 bestehenden Absorbers 2 in der Schichtstruktur 1 von Fig. 1 angegeben.
Ausführungsbeispiel 1
In Fig. 2 ist eine erste Vorgehensweise zur Herstellung des aus dem pentanären Verbindungshalbleiter CZTSSe bestehenden Absorbers 2 veranschaulicht.
Zunächst wird die erste Precursor-Schicht 5 auf der Rück¬ elektrodenschicht 4 abgeschieden, beispielsweise durch Sputtern der Elemente Cu, Zn, Sn von drei Elementtargets bestehend aus Cu, Zn und Sn, wobei gegebenenfalls eine zu¬ sätzliche Dotierstoffabscheidung erfolgt. Die Einzellagen der Metalle Cu, Zn, Sn werden beispielsweise in der Lagenfolge Cu/Zn/Sn abgeschieden, wobei aber auch andere Lagenfolgen möglich sind. Vorzugsweise wird eine bestimmte Lage- folge, beispielsweise Cu/Zn/Sn, mehrfach (vorzugsweise 2-20 Mal) nacheinander abgeschieden, wobei die Lagenfolgen zueinander gleich oder voneinander verschieden sein können. Anschließend wird die aus dem Chalcogen Selen bestehende
zweite Precursor-Schicht 6 auf der ersten Precursor-Schicht 5 abgeschieden, was beispielsweise durch thermische Ver¬ dampfung (PVD) erfolgen kann. Der Schichtenaufbau 7 umfasst demnach die Precursor-Elemente bzw. Precursor-Phasen Cu-Zn- Sn/Se, im Weiteren als "Cu-Zn-Sn/Se Precursor" bezeichnet.
Anschließend wird der Cu-Zn-Sn/Se Precursor einer schnellen thermischen Prozessierung (RTP-Prozessierung) in einer schwefelhaltigen Atmosphäre unterzogen. Zu diesem Zweck wird S-Gas und/oder H2S-Gas dem die Schichtstruktur 1 enthaltenden Prozessraum 13 zugeführt. Die Temperatur bei der Wärmebehandlung ist vorzugsweise höher als 400°C, insbesondere bevorzugt höher als 500°C. Durch die Wärmebehandlung wird eine reaktive Umwandlung des Cu-Zn-Sn/Se Precursors zum pentanären Verbindungshalbleiter Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 bewirkt, welcher den Absorber 2 ausbildet.
Die Prozessierung des selenhaltigen Cu-Zn-Sn/Se Precursors in schwefelhaltiger Atmosphäre ermöglicht einen Austausch- prozess von Selen und Schwefel zwischen der zweiten Precursor-Schicht 6 und der Prozessatmosphäre. Dadurch kann der Schwefelgehalt und somit die Bandlücke des gebildeten
Cu2ZnSn ( S , Se ) 4-Verbindungshalbleiters während des Schicht¬ bildungsprozesses gezielt beeinflusst werden. Insofern kann durch eine zeit- und/oder konzentrationsabhängige Variation des Schwefelgehalts in der Reaktionsgasatmosphäre beim thermischen Prozessieren in gewünschter Weise ein definiertes Konzentrationsprofil (Tiefenprofil) entlang der
Schichtdicke des gebildeten Cu2ZnSn ( S , Se ) 4-Verbindungs- halbleiters erzeugt werden. Durch das erzeugte Bandlücken¬ profil des Absorbers 4 kann eine Verbesserung des Wirkungs¬ grads der Dünnschichtsolarzelle erreicht werden.
Beispielsweise kann in einer speziellen Ausgestaltung des Verfahrens in einer ersten (früheren) Phase ein inertes Prozessgas (z.B. Stickstoff (N2) oder Argon (Ar) ) und in einer zweiten (späteren) Prozessphase als Prozessgas S-Gas und/oder H2S-Gas (oder ein anderes S-haltiges Gas) zuge-
führt werden. Beispielsweise, jedoch nicht zwingend, könnte S-Gas und/oder H2S-Gas nur in einer zweiten Hälfte des Zeitintervalls der Wärmebehandlung zugeführt werden, wobei das Zeitintervall der Zuleitung bis zum Ende der Wärmebe- handlung dauern oder schon früher enden kann. Durch Zuführung von H2S-Gas und/oder S-Gas wird durch Einbau von S und darauf folgende Diffusionsprozesse ein Schwefelprofil so erzeugt, dass das Verhältnis S/(Se+S) an der Oberfläche 9 maximal ist und zur Grenzfläche 10 hin abnimmt. Die dadurch erhöhte Bandlücke an der Oberfläche 9 (maximales Verhältnis S/(Se+S) ) führt in der Dünnschichtsolarzelle zu einer Erhö¬ hung der LeerlaufSpannung . Andererseits wird die Höhe des Kurzschlussstroms bestimmt durch das Minimum der Bandlücke im Innern des Absorbers 2. In Kombination führt das einge- stellte Schwefelprofil in vorteilhafter Weise zu einer Er¬ höhung des Wirkungsgrades der Dünnschichtsolarzelle bzw. Dünnschichtsolarmoduls .
Alternativ oder zusätzlich wäre es möglich, dass S-Gas und/oder H2S-Gas während einer (früheren) ersten Phase,
(beispielsweise, jedoch nicht zwingend, während der ersten Hälfte des Zeitintervalls) der Wärmebehandlung und gegebe¬ nenfalls in einer zweiten (späteren) Prozessphase ein
Inertgas zugeführt wird, um das Schwefel-Tiefenprofil in gezielter Weise zu beeinflussen. Beispielsweise könnten zwei Zeitintervalle in denen S-Gas und/oder H2S-Gas zuge¬ führt wird durch ein Zeitintervall in dem nur Inertgas zu¬ geführt wird, unterbrochen sein. Denkbar wäre aber auch, dass S-Gas und/oder H2S-Gas während der kompletten Wärmebe- handlung zugeführt wird.
Ausführungsbeispiel 2
In Fig. 3 ist eine weitere Methode zur Herstellung des aus dem pentanären Verbindungshalbleiter CZTSSe bestehenden
Absorbers 2 veranschaulicht. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, werden lediglich die Unterschiede zu Ausfüh-
rungsbeispiel 1 erläutert und ansonsten wird auf die dort gemachten Ausführungen Bezug genommen.
Demnach ist anstatt einer Abscheidung von Se zur Herstel- lung der zweiten Precursor-Schicht 6 eine Abscheidung des Chalcogens S vorgesehen, so dass der Schichtenaufbau 7 die Precursor-Elemente Cu-Zn-Sn/S (Cu-Zn-Sn/S Precursor) um- fasst. Der Cu-Zn-Sn/S Precursor wird einer schnellen thermischen Prozessierung in einer Se-haltigen Atmosphäre un- terzogen. Zu diesem Zweck wird Se-Gas und/oder H2Se-Gas dem die Schichtstruktur 1 enthaltenden Prozessraum 13 zugeführt. Durch die Wärmebehandlung wird eine reaktive Umwand¬ lung des Cu-Zn-Sn/S Precursors zum pentanären Verbindungs¬ halbleiter Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 bewirkt, welcher den Absorber 2 ausbildet.
Die Prozessierung des S-haltigen Cu-Zn-Sn/S Precursors in Se-haltiger Atmosphäre ermöglicht einen Austauschprozess von S und Se zwischen der zweiten Precursor-Schicht 6 und der Gasphase. Dadurch kann der Schwefelgehalt des gebilde¬ ten Cu2ZnSn ( S , Se ) 4-Verbindungshalbleiters während des
Schichtbildungsprozesses gezielt beeinflusst werden.
Beispielsweise kann in einer speziellen Ausgestaltung des Verfahrens in einer (späteren) zweiten Phase als Prozessgas Se-Gas und/oder H2Se-Gas (oder ein anderes Se-haltiges Gas) und in einer (früheren) ersten Prozessphase ein Inertgas (z.B. Stickstoff (N2) oder Argon (Ar) ) zugeführt werden. Beispielsweise, jedoch nicht zwingend, könnte Se-Gas und/oder H2Se-Gas nur in einer zweiten Hälfte des Zeitintervalls der Wärmebehandlung zugeführt werden. Durch Zuführung von H2Se-Gas und/oder Se-Gas wird durch Einbau von Se und darauf folgende Diffusionsprozesse ein Schwefelprofil so erzeugt, dass das Verhältnis S/(Se+S) an der Oberfläche 9 minimal ist und zur Grenzfläche 10 hin zunimmt.
Alternativ oder zusätzlich wäre es möglich, dass Se-Gas und/oder H2Se-Gas während einer (früheren) ersten Phase
(beispielsweise, jedoch nicht zwingend, während der ersten Hälfte des Zeitintervalls) der Wärmebehandlung und gegebe¬ nenfalls in einer zweiten Prozessphase ein Inertgas zuge¬ führt wird, um das Schwefel-Tiefenprofil in gezielter Weise zu beeinflussen. Beispielsweise könnten zwei Zeitintervalle in denen Se-Gas und/oder H2Se-Gas zugeführt wird durch ein Zeitintervall in dem nur Inertgas zugeführt wird, unterbro¬ chen sein. Denkbar wäre aber, auch dass Se-Gas und/oder H2Se-Gas während der kompletten Wärmebehandlung zugeführt wird.
Ausführungsbeispiel 3
In Fig. 4 ist eine weitere Methode zur Herstellung des aus dem pentanären Verbindungshalbleiter CZTSSe bestehenden
Absorbers 2 veranschaulicht. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, werden lediglich die Unterschiede zu Ausführungsbeispiel 1 erläutert und ansonsten wird auf die dort gemachten Ausführungen Bezug genommen.
Demnach ist anstatt einer Abscheidung von Se zur Herstellung der zweiten Precursor-Schicht 6 eine Abscheidung der beiden Chalcogene S und Se vorgesehen, so dass der Schichtenaufbau 7 die Precursor-Elemente Cu-Zn-Sn/S-Se (Cu-Zn- Sn/S-Se Precursor) umfasst. Die zweite Precursor-Schicht 6 kann zumindest zwei Einzellagen aus S und Se bzw. Se und S enthalten. Zudem kann es von Vorteil sein, wenn die zweite Precursor-Schicht 6 eine Mehrzahl n (n>2) von Lagenfolgen, jeweils bestehend aus zwei Einzellagen S und Se bzw. Se und S, umfasst (n x S/Se bzw. n x Se/S) .
Der Cu-Zn-Sn/S-Se Precursor wird einer schnellen thermischen Prozessierung in einer S- und/oder Se-haltigen Atmosphäre unterzogen. Zu diesem Zweck wird Se-Gas und/oder H2Se-Gas (oder ein anderes selenhaltiges Gas) und/oder S- Gas und/oder H2S-Gas (oder ein anderes schwefelhaltiges Gas) dem die Schichtstruktur 1 enthaltenden Prozessraum 13 zugeführt. Durch die Wärmebehandlung wird eine reaktive
Umwandlung des Cu-Zn-Sn/S-Se Precursors zum pentanären Ver¬ bindungshalbleiter Cu2ZnSn ( S , Se ) 4 bewirkt, welcher den Absorber 2 ausbildet. Die Prozessierung des schwefel- und selenhaltigen Cu-Zn- Sn/S-Se Precursors in S- und/oder Se-haltiger Atmosphäre ermöglicht einen Austauschprozess von S und Se zwischen der zweiten Precursor-Schicht 6 und der Gasphase. Dadurch kann der Schwefelgehalt des gebildeten Cu2ZnSn ( S , Se ) 4-Verbin- dungshalbleiters während des Schichtbildungsprozesses ge¬ zielt beeinflusst werden. Zudem kann durch das Vorsehen von Se und S in der zweiten Precursor-Schicht 6 Einfluss auf die Reaktionskinetik im RTP-Prozess genommen werden, wobei insbesondere positive Auswirkungen hinsichtlich einer Pro- zesszeitminimierung wahrscheinlich sind (z.B. aufgrund einer bevorzugten Reaktion von Cu mit S) .
Beispielsweise kann in einer speziellen Ausgestaltung des Verfahrens in einer (früheren) ersten Phase als Prozessgas Se-Gas und/oder H2Se-Gas (oder ein anderes selenhaltiges Gas) und/oder S-Gas und/oder H2S-Gas (oder ein anderes schwefelhaltiges Gas) und in einer (späteren) zweiten Pro¬ zessphase ein Inertgas dem die Schichtstruktur 1 enthaltenden Prozessraum 13 zugeführt werden. Alternativ oder zu- sätzlich wäre es möglich, dass Se-Gas und/oder H2Se-Gas und/oder S-Gas und/oder H2S-Gas in einer (späteren) zweiten Phase und gegebenenfalls in einer früheren ersten Phase ein Inertgas dem Prozessraum 13 zugeführt werden. Beispielswei¬ se könnten zwei Zeitintervalle in denen Se-Gas und/oder H2Se-Gas und/oder S-Gas und/oder H2S-Gas zugeführt wird durch ein Zeitintervall in dem nur ein Inertgas zugeführt wird, unterbrochen sein. Denkbar wäre aber, auch dass Se- Gas und/oder H2Se-Gas und/oder S-Gas und/oder H2S-Gas während der kompletten Wärmebehandlung zugeführt wird.
Bezugs zeichenliste
1 Schichtstruktur
2 Absorber
3 Substrat
4 Rückelektrodenschicht
5 erste Precursor-Schicht
6 zweite Precursor-Schicht
7 Schichtaufbau
8 Pfeil
9 Oberfläche
10 Grenzfläche
11 Precursor-Schichtstapel
12 Körper
13 Prozessraum