Nitrimuig aktivierter Aromaten in Müüroreaktoreiϊ
Die Erfindung betrifft die autokatalytische Nitrierung aktivierter aromatischer oder heteroaromatischer Verbindungen in Mikroreaktoren.
Gewöhnlich werden Nitrieπragen organischer Verbindungen mit Salpetersäure oder Nitriersäure vorgenommen. Als Nitriersäure werden Gemische unbestimmter stochio- metrischer Zusammensetzung aus Salpetersäure und konz. Schwefelsäure, bzw. Derivaten und/oder Salzen davon, bezeichnet. Das Nitriermittel enthält mindestens eine Stickstoff- Verbindung, aus der das elektrophilε Nitryl-Kation (NO2)+ freigesetzt werden kann, das als eigentliches Nitrieragens angesehen wird (vgl. Nitration. Methods and Mechanisms, Reihe: Organic Nitro Chemistry Series, Oiah, G. A., MaJhotra, R., Narang, S. C, Verlag VCH, Wemheim 1989). Nach der Nitrierung muss das verwendete Nitrierungsmittel mehr oder weniger aufwendig recycelt werden. Nitriergernische ohne Anteile von Schwefelsäure bzw. deren Derivate und/oder Salze lassen sich einfacher wieder aufarbeiten als
Nitriersäuren. Aromatische und heteroaromatische Verbindungen können meist leicht nitriert werden und es ist oft schwierig selektiv nur eine Nitrogruppe einzuführen.
Aromatische und heteroaromatische Verbindungen können hinsichtlich ihrer Neigung Nitrierungsreaktionen einzugehen in aktivierte und deaktivierte Verbindungen eingeteilt werden. Carbonyl-, Carboxyl- oder Carboxylestergruppen. wirken deaktivierend, Hydroxy- oder Alkoxygruppen wirken aktivierend auf die Reaktivität.
Deaktivierte aromatische und heteroaromatische Verbindungen sind beispielsweise Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Benzoesäure, Phthalsäuren oder Pyridin (vgl. Olah, G.A. and Moltiέr, Ä., Hydrocarbon Chemistry, Wiley & Sons, 1995, 419-421). Unsubstituierte Verbindungen wie Benzol oder Naphthalin sind relativ reaktionsträge und werden im folgenden ebenfalls als deaktivierte Verbindungen angesehen. Deaktivierte Verbindungen werden vorzugsweise mit Nitriersäure nitriert und reagieren meist gar nicht oder nur sehr langsam und mit schlechten Ausbeuten mit einem Nitrierungsmittel in Abwesenheit von Schwefelsäure bzw. deren Derivaten und/oder Salzen.
Unter aktivierten aromatischen und heteroaromatischen Verbindungen im
erfmdungsgemässen Verfahren werden Wer und im folgenden Verbindungen verstanden, die mindestens eine, an einen aromatischen oder heteroaromatischen Ring gebundene, Hydroxygrappe und/oder Ci„8-Alkoxygruppe enthalten, wie beispielsweise Phenol, .p- und o-Kxesol, Anisol, Salicylsäure, 1- und 2-Naphfhol, Hydrochinor» und 2-, 3- und 4-Hydroxy- pyridin. Aktivierende Substituenten setzen die Aktivierungsenergie für eine elektrophile Reaktion (elektrophiler Angriff) am aromatischen oder heteroaromatischen Ring herab, so dass dieser durch ein Nitrierungsmittel auch in Abwesenheit von Schwefelsäure bzw. Derivaten und/oder Salzen davon nitriert werden kann. Verbindungen mit aktivierenden und deaktivierenden Substituenten, bei denen die aktivierende Eigenschaft überwiegt und welche daher im Batchverfahren eine Autokatalysereaktion eingehen können, werden ebenfalls als aktivierte Verbindungen verstanden. Salicylsäure und ihre Derivate, beziehungsweise Ester und Amide davon sind solche, in der Summe, aktivierten Mischverbindungen.
Nitrierungen von aktivierten aromatischen Verbindungen im Batch- und Semibatch- verfahren sind stark exotherme Reaktionen und neigen zum „Durchgehen", wobei grosse Mengen polymerer und/oder mehrfach nitrierter Nebenprodukte gebildet werden, welche die Produktqualität nachteilig beeinflussen. Dieses „Durchgehen" wird durch das Einsetzen einer autokatalytischen Nitrierung bewirkt und fuhrt gewöhnlich in einen unkontrollier- baren Zustand mit exponentiellem Anstieg der freiwerdenden Reaktionsenthalpie.
Reaktionen in Mikroreaktoren haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und sind Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen. Mittlerweile bieten viele Firmen Mikroreaktoren in zahlreichen Modellen an. Zur Temperierung, beispielsweise zur Kühlung bei exothermen Reaktionen, verfügen einige Mikroreaktoren über Temperier- kanäle im Baukörper des Mϊkroreaktors, die von Temperiermedien durchströmt werden können. Schematische Darstellungen von Mikroreaktoren mit aktiver Temperierung finden sich beispielsweise in Jähnisch K., et al. Angew. Chem. 116, 2004, 410-451. Weil die Mischungs- und Reaktionsmechanismen innerhalb der Mikroreaktionsvolumen bislang nur unvollständig verstanden sind, sind weder die Auswahl des richtigen Mikroreaktors noch die Bestimmung der richtigen Reaktionsparameter trivial.
Die Nitrierung von deaktivierten aromatischen Verbindungen in Mikroreaktoren ist aus
DE-A-19935692 md WO-A-99/22858 bekannt In den bekannten Verfahren werden vorwiegend Toluol oder caxbonylierte Verbindungen nitriert, bei denen eine hohe Aktivienωgsenergie für die Nitrierung überwunden werden πross. Ein Unterbruch der Wärmezufuhr führt schnell zum Erliegen det Reaktion, daher sind diese Reaktionen im Mkroreaktor sehr gut zu beherrschen.
Die in JDE-A-19935692 offenbarte Methode zur Nitrierung von deaktivierten aromatischen Verbindungen lässt sich nicht auf die Nitrierung von aktivierten aromatischen und heteroaromatischen Verbindungen übertragen, da die offenbarten Reaktionen nach einem säure- katalysierten elektrophilen Mechanismus, jedoch nicht autokatalytisch, verlaufen.
In deα Untersuchungen von Antes, J. et al. in Trans IChemE 81, 2003, 760-765 wurde bei der Nitrierung im Mikroreaktor das Auftreten von Konzentrationsunterschieden und Temperaturschwankungen beschrieben. Starke Temperaturschwankungen begünstigen, zusätzlich 2x1 der unerwünschten Nebenproduktbildung während der Reaktion, eine vorzeitige Materialermüdung des Mikroreaktors, Die Gefahr des Bruchs eines Mikro- reaktors verhindert aber den Aufbau von grosseren Reaktoreinheiten, da austretende Nitrierungsmittel ein erhebliches Sicherheitsrisiko mit hohem umweltgefährdendem Potential darstellen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es ein Verfahren bereit zu stellen, bei dem aktivierte aromatische und heteroaromatische Verbindungen, in Mikroreaktoren in einem zuverlässigen und sicheren Betrieb kontinuierlich nitriert werden können und in dem plötzliche Temperatur und Konzentrationsschwankungen möglichst vermieden werden. Weiterhin sollte die Bildung von mehrfach nitrierten Reaktϊonsprodukten. und polymere» Nebenprodukten reduziert werden.
Die Aufgaben werden gemäss Anspruch 1 gelöst.
Beansprucht wird ein Verfahren zur Nitrierung aromatischer oder heteroarorαatischer Verbindungen, worin eine aktivierte aromatische oder heteroaromatische Verbindung und ein Nitrierungsmittel, gegebenenfalls in Gegenwart eines Lösungsmittels, in einem Mikroreaktor intensiv gemischt werden und worin das Mengenverhältnis des Nitrieπmgsmittels
zur aktivierten aromatischen oder heteroaromatischen Verbindung, die Konzentration an Nitrierungsmittel im Reaktionsgemisch und die Temperatur so hoch gewählt werden, dass die Nitrierung in autokatalytischer Weise einsetzt, und worin das Nitrierungsprodukt nach dem Verlassen des Mikroreaktors und gegebenenfalls einer Nachreaktionszeit ausserhalb des Mikroreaktors erhalten wird.
Entgegen der Erfahrung bei Batchprozessen, bei denen das Einsetzen der Autokatalyse bei der Nitrierung von aktivierten aromatischen und heteroaromatischen Verbindungen zu einem unkalkulierbaren Reaktions verlauf fuhrt, konnte überraschend gezeigt werden, dass sich in einem Mikroreaktor unter konstanten Autokatalysebedingungen die gewünschten mononitrierte Verbindungen in guter Ausbeute und Reinheit herstellen lassen. Weiterhin hat sich gezeigt, dass sich diese konstanten Autokatalysebedingungen im Mikroreaktor gut beherrschen lassen.
Im erfinduttgsgernässen Verfahren konnte ein kontinuierlicher Betrieb mit hohem Stoffdurchsatz, einer guten Ausbeute und einer guten Kontrolle der Reaktionsprodukte erreicht werden. Die erhaltenen Reaktionsprodukte weisen deutlich weniger polymere Nebenprodukte und mehrfach nitrierte Verbindungen auf als solche aus vergleichbaren Batch- prozessen.
Die Flussrate der Reaktionspartner, sowie die Menge und Konzentration an Nitrierungsmittel und Ausgangsverbindung muss dabei so eingestellt werden, dass die auto- katalytische Nitrierung beim Kontakt der Reaktionspartner in der Mischzone (am Beginn des Reaktionsvolumens oder in einer speziell gestalteten Mischkammer) einsetzt und während des ganzen Betriebes aufrechterhalten wird. Die kontinuierliche Reaktion unter
Autokatalyse-bedingungen verhindert das Entstehen, so genannter „hot spots" im • Mikroreaktor. Die Grosse des Reaktionsvolumens ist so zu wählen, dass, die Nitrierung während der Reaktionszeit im Mikroreaktor weitgehend abgeschlossen wird. Um die Bildung störender Nebenprodukte zu vermeiden sollte eine batchweise Nachreaktionszeit • ausserhalb des Mikroreaktors so kurz wie möglich gehalten oder vorzugsweise ganz vermieden werden.
Zum Start der autokatalytischen Nitrierung einer aktivierten aromatischen oder hetero-
aromatischen Verbindung im erfmdungsgemässen Verfahren muss bei gegebener Temperatur des Mikroreaktors das Mengenverhältnis des Mtrierungmittel zur aktivierten aromatischen oder heteroaromatiscfaen Verbindung und die Konzentration an Nitrierungs- mittel im Reaktionsgemisch mindestens einen Schwellenwert erreichen, vorzugsweise überschreiten, unterhalb dessen die Autokatalyse im Mikroreaktor zum Erliegen kommt Die gegebene Temperatur des Mikroreaktors ist dabei die Temperatur eines Temperiermediums, welches den Mikroreaktor temperiert.
Mit dem Einsetzen der autokatalytischen Nitrierung ist ein starker Anstieg an firei- werdender Reaktionswärme verbunden. Wenn der Start der Autokatalyse im Mikroreaktor einige Sekunden nach dem Mischen der Reaktionspartner, aber noch innerhalb des Reaktionsvolumens einsetzt, kann ein starker Anstieg des Wärmeflusses beobachtet werden, der sich unter kontinuierliche Autokatalysebedingungen aber auf höherem Niveau - stabilisiert. Dieses Verhalten kann allerdings nur dann beobachtet werden, wenn Stöchio- metrie und Konzentration der Reaktionspartner bei gegebener Temperatur gerade am Schwellenwert liegt. Wenn die Autokatalyse nur lokal durch Konzentrationsänderungen, beispielsweise hervorgerufen durch Mischeffekte und/oder turbulente Strömung unkontrolliert ein- und wieder aussetzt, werden die genannten hot Spots erzeugt, die mit vermehrter Bildung von meist polymeren Nebenprodukten einhergehen. Ausserdem wird der Mikroreaktor dabei starke thermische Spannungen ausgesetzt.
Der Wärmeanstieg kann nicht mehr gemessen werden, wenn im erfindungsgemässen erfahren der Schwellenwert kontinuierlich überschritten ist und die Autokatalyse bereits unmittelbar nach dem Mischen der Reaktionspartner startet und im Mikroreaktor bis zum Äbschluss der Reaktion aufrechterhalten wird. Prinzipiell und einfach kann das Überschreiten des Schwellenwertes natürlich mit einem grossen Überschuss an Nϊtrierungs- ..mittel und/oder hoher Temperatur erreicht werden. Dann wird sicher die Autokatalyse .. . . gestartet und es können sehr einheitliche Produkt erhalten werden. Eine Optimierung des Prozesses hinsichtlich Stöchiometrie und Konzentration der Reaktionspartner und Temperatur ist dann leicht möglich.
Der Schwellenwert muss für jede zu nitrierende Ausgangsverbindung, jeden Reaktortyp sowie bei veränderten süsseren Reaktionsparametern neu bestimmt werden. Er ist unter
anderem abhängig von der Ausgangsverbmdung, demMtrierungsmittel, der Temperatur, der Konzentration und der Menge der Reaktionspartner und daher sehr spezifisch iur einen bestimmten Prozess. Weiterhin kann der Schwellenwert in Anwesenheit mindestens einer C2-5-Carbonsäure oder einem Anhydrid davon erniedrigen werden. In der Nähe des Schwellenwertes können bereits kleine Konzentrationsänderungen innerhalb des
Mikroreaktors, beispielsweise durch Pumpenstösse, einen Wechsel zwischen Einsetzen •und Aussetzen der autokatalytischert Nitrierung hervorrufen.
Die Ermittlung der benötigten Menge Nitrierungsmittel pro Zeit, sowohl hinsichtlich der Stöchiometrie als auch der Konzentration der Reaktionspartner, also der Schwellenwert bei gegebenen Reaktionsbedingungen, kann durch Messung der Wärmetönung des Kühlmediums am Austritt aus dem Mikroreaktor problemlos erfolgen. Beim Einsetzen der Autokatalyse und unter Autokatalysebedingungen kann die Entwicklung von Gasblasen beobachtet werden.
Das erhaltene Reaktionsprodukt kann, gegebenenfalls nach einer Nachreaktionszeit in einem weiteren Nachreaktionsvolumen, aus der Reaktionsmischung isoliert oder direkt weiter umgesetzt werden. Letzteres bietet sich an, wenn die nachfolgenden Reaktionspartner und Lösungsmittel unempfindlich gegen Salpetersäure sind.
Da im erfindungsgemässen Verfahren keine Schwefelsäure, beziehungsweise Derivate und/oder Salze davon, benötigt werden, müssen nach einer Phasentrennung nur Salpetersäure bzw. salpetrige Säure aufgearbeitet werden, wodurch das Verfahren unter kommerziellen und ökologischen Gesichtspunkten besonders einfach und vorteilhaft ist.
Hier und im Folgenden wird unter dem Begriff „Ci-n-Alkyl" eine verzweigte oder unver- . zweigte Alkylgruppe mit 1 bis n Kohlensoffatomen verstanden. Ci-10-Alkyl bedeutet _, beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, ϊsopropyl, Butyl, Isobutyl, sec-Buty\, tert-Bxάyl, Pentyl, 1,4-Dimethyl-pentyl, Hexyϊ, Heptyl, Octyl, Nonanyl oder Decyl.
Hier und im Folgenden wird unter dem Begriff „Ci.„-Alkoxy" eine verzweigte oder unverzweigte Alkoxygruppe mit 1 bis n Kohlensoffatomen verstanden. C^o-Alkoxy bedeutet beispielsweise Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy, Butoxy, Isobutoxy, sec-Butoxy,
tert-Bütoxy, Pentyloxy, Hexyloxy, Heptyloxy, Octyloxy, Nonyloxy oder Decyloxy.
Hier und im Folgenden wird unter dem Begriff „Cs-n-Cycloalkyl" eine mono- oder bicyclische Aikylgruppe mit 3 bis n Kohlensoffatomen verstanden. C3-io-Cycloalkyl bedeutet beispielsweise Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Norbornyl oder Cyclodecyl.
Unter Halogen werden im erfindungsgemässen Verfahren Fluor, Chlor, Brom und Iod verstanden.
Hier und im Folgenden wird unter einer „Cj.s-Carbonsäure" eine Säure verstanden, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Isobuttersäure und Pentansäuren. Es könne sowohl die genannten Säuren, als auch teilweise oder vollständig halogenierte Derivate davon verwendet werden. Die Definition der Anhydride von „C2-5-Carbonsäuren" bezieht entsprechend nicht, teilweise oder vollständig halogenierte Derivate mit ein, wie beispielsweise Essigsäureanhydrid oder Trifiuoressigsäureaαhydrid. Säuren und Anhydride können einzeln oder als Gemische verwendet werden.
Hier und im Folgenden wird unter dem Begriff „Ci^-Alkohol" ein Alkohol verstanden, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Methanol, Ethanol, Propanol oder Isopropylalkohol.
In einer bevorzugten Verfahrensvariante weist die aktivierte aromatische oder hetero- aromatische Verbindung am aromatischen Gerüst mindestens einen Substituenten auf aus der Gruppe bestehend aus Hydroxy und Ci-6-AIkOXy.
In einer besonders bevorzugten Verfahrensvariante ist die aktivierte aromatische oder heteroaromatische Verbindung eine mono- oder bicycϊische Verbindung.
Heteroaromatische Verbindungen im Sinne des erfindungsgemässen Verfahrens enthalten vorzugsweise ein oder zwei Stickstoffatome, wie beispielsweise Hydroxypyridine oder Pyrimidin-4-oL Eine bicyclische Verbindung kann auch teilhydriert sein und/oder weitere
Substituenten tragen. Eine teilhydrierte bicyclische heteroaromatische Verbindungen ist beispielsweise 5-Hydroxy-l,2,3,4-tetrahydroisochinoIin. .
Besonders bevorzugt wird im erfindungsgemässen Verfahren die aktivierte aromatische oder heteroaromatische Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Phenolen, Salicylsäureund deren Derivaten, Ci-e-Alkoxybenzolen, Naphtholen, C1^-AIkOXy- naphthalinen, Hydrochmonen, Hydroxypyridmen und Hydroxypyrimidinen, wobei jede Verbindung der genannten Verbindungsklassen gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Substituenten aus der Gruppe bestehend aus Halogen, Ci4o-Alkyl? C1-Kr Alkoxy und Q-jo-Cycloalkyl tragen kann.
Unter Derivaten der Salicylsäure werden Verbindungen verstanden, die gegebenenfalls an der Carboxylgruppe und/oder der Hydroxygruppe derivatisiert sind oder am Ring weitere Substituenten ausgesucht aus der Gruppe bestehend aus Halogen, Cμio-Alkyl und C Ho-Alkoxy tragen. Mit Ci-io-Alkylgruppen derivatisierte Carboxylgruppen sind die entsprechenden Salicylsäureester, mit Ci-io-Alkoxy derivatisierte Hydroxygruppen sind die entsprechenden Acylsalicylsäuren, wie beispielsweise Acetylsalicylsäure.
In einem besonders bevorzugten Verfahren ist die aktivierte aromatische oder hetero- aromatische Verbindung aus der Gruppe bestehend aus Phenol, p- und σ-Kresol, Anisol, Naphthol, Hydrochinon, 2-, 3- und 4-Hydroxypyridin, Salicylsäure und Acetylsalicylsäure ausgewählt.
Das Nitrierungsmittel für die Nitrierung aktivierter aromatischer und heteroaromatischer Verbindungen umfasst mindestens eine Verbindung aus der Gruppe bestehend aus verdünnter Salpetersäure, rauchender Salpetersäure und Gemische von Salpetersäure mit , C2-5-Carbonsäuren und/oder deren Anhydriden, gegebenenfalls in Gegenwart von. .„. ,■ . ■
Stickstoffdioxid, Distickstoffpentoxid und/oder anderen Stickstoffoxiden.
Stickstoffoxide stehen meist in einem Gleichgewicht verschiedener Formen wie beispielsweise N2O4 ■« y" 2 NO2.
Als verdünnte Salpetersäure im erfindungsgemässen Verfahren wird eine Mischung von
HNO3 mit Wasser verstanden, die zur Nitrierung befähigt ist, beispielsweise 65%-ige Salpetersäure. . . . .
In einer bevorzugten Verfahrensvariante enthält das Nitrierungsmittel 65%-ige Salpetersäure und N2O4.
In einem bevorzugten Verfahren ist die C2-5-Carbonsäure oder das Anhydrid Essigsäure oder Essigsäureanhydrid.
In einer weiteren bevorzugten Verfahrensvariante enthält das Nitrierungsmittel 65%-ige Salpetersäure, Essigsäure und/oder Bssigsäureanhydrid.
In einer bevorzugten Ausfuhrungsform wird das stöchiometrische Verhältnis der des Nitrierungsmittels zur aktivierten aromatischen oder heteroaromatischen Verbindung eingestellt in einem Bereich von 1:1 bis 4:1.
In einer weiteren bevorzugten Ausfuhrungsform wird das Volumenverhältnis des zugefuhrten Nitrierungsmittels zur gegebenenfalls gelösten aktivierten aromatischen oder heteroaromatischen Verbindung auf einen Wert von 1 :5 bis 1 : 1 eingestellt.
Vorteilhaft verfugt der Mikroreaktor über eine effektive Temperierung, da beim Einsetzen der autokatalytischen Reaktion, die Reaktionswärme schnell abgeführt werden muss. Die im erfmdungsgemässen Verfahren verwendeten Mikroreaktoren enthalten mindestens zwei Kanäle zur getrennten Zuleitung der flüssigen Phasen der Ausgangsverbiodung und des Nitrierungsmittels zum Reaktionsvolumen, gegebenenfalls eine dem eigentlichen Reaktionsvolumen vorgelagerte Mischkammer, ein Reaktionsvolumen in dem beide
Phasen intensiv gemischt werden, mindestens einen Kanal zur Ausleitung der Reaktions- mischung.aus dem .Reaktionsvolumen und mindestens einen, Temperierkanal, der .voa-eraer , temperierbaren Flüssigkeit (Temperiermedium) durchströmt werden kann.
Die Möglichkeit zur Temperierung wird im wesentlichen durch die effektive Oberfläche A und den Wärmedurchgangskoeffizient U bestimmt Die effektive Oberfläche A ist definiert durch das theoretische Verhältnis der Kontaktfläche der Temperierkanäle mit dem Reaktionsvolumen des Mikroreaktors, wenn beide direkt aneinandergrenzen würden und
die Wärmeenergie verlustfrei austauschen könnten. Je grösser A ist, desto mehr Wärme kann zwischen dem Reaktionsvolumen und Temperiermedium ausgetauscht werden. Der - WärmedurchgangskoefSzient U gibt den Wärmestrom in Watt an, der durch eine 1 m2 große Fläche bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin zwischen Innen- und Außen- bereich ausgetauscht wird. Je höher U ist, desto mehr Wärmeleistung kann zwischen dem Reaktions volumen und Temperiermedium ausgetauscht werden. Geeignete Mikroreaktoren für das erfindungsgemässe Verfahren sind beispielsweise von den Firmen Corning Inc., N. Y., U.S.A., Ehrfeld Mikrotechnik GmbH, Wendelsheim, Deutschland oder Cellular Process Chemistry Systems GmbH, Mainz, Deutschland erhältlich.
In einer besonders bevorzugten Ausfuhrungsform ist das Verhältnis der effektiven Oberfläche (A) des Mikroreaktors zu dessen Reaktionsvolumen grösser als 1000 m2/m3. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U) des Mikroreaktors ist vorzugsweise grösser als 250 W/m3-K.
In einer bevorzugten Verfahrensvariante ist die effektive Oberfläche A grösser als 2000 ttϊVm3 und der Wärmedurchgangskoeffizient grösser als 500 W/m3-K. Gegenwärtig werden. MikroreaktoreE mit einer effektiven Oberfläche A bis über 10000 mVm3 angeboten. Es kann erwartet werden, dass in Zukunft die Kennzahlen A und U für Mikroreaktoren noch weiter ansteigen.
Die für das erfindungsgemässe Verfahren verwendeten Mikroreaktoren können beispielsweise aus einem Silikatglas, korrosionsbeständigem Edelstahl oder Metalllegierungen oder anderen korrosionsfesten glasartigen, keramischen oder metallischen Verbindungen bestehen. Unter Korrosionsfestigkeit wird insbesondere eine Korrosionsfestigkeit in Gegenwart des Nitrierungsmittels verstanden, gegebenenfalls unter Druck und ,, erhöhter Temperatur.. , , . .. .... , , . ■ . ... ., „ . ,
In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die totale Förderrate aller Reaktionspartner pro Reaktionsvolumen (Reaktionsfluss) 1 bis 100 g/min, besonders bevorzugt 5 bis 50 g/min.
Für die Zufuhr des Nitrieπingsmittels zur gegebenenfalls gelösten aktivierten aromatischen
oder heteroaromatischen Verbindung werden gewöhnlich Pumpen verwendet. Es können beispielsweise Spritzenpumpen mit einem definierten Reservoir, aber auch Schlauch-,. Kreisel-, Zahnrad- oder Drehkolbenpumpen verwendet werden.
In einem bevorzugten Verfahren beträgt die Verweilzeit im Reaktionsvolumen weniger als 30 Sekunden, vorzugsweise 20 Sekunden oder weniger, besonders bevorzugt 10 Sekunden oder weniger.
In einer bevorzugten Ausführung wird die Nitrierung in Abwesenheit eines Lösungsmittels durchgeführt.
Sofern sich die Ausgangsverbmdung bei der Reaktionstemperatur, mit oder ohne Wasserzusatz, durch den Mikroreaktor pumpen lässt, kann auf ein Lösungsmittel verzichtet werden. Als Lösungsmittel können anorganische und organische Lösungsmittel verwendet werden, die nicht mit dem Nitrierungsmittel, der Ausgangsverbindung und/oder dem Reaktionsprodukt reagieren. Besonders geeignet ist Wasser und Cj-3- Alkohole.
Wenn bei weniger stark aktivierten Aromaten, wie beispielsweise Anisol, die Verweilzeit im Mikroreaktor für einen vollständigen Umsatz nicht ausreicht, kann es in der ausgetrageneh Reaktionsmischung zu einer Nachreaktion kommen. Vorzugsweise wird die Nachreaktion nicht in einem Batchvolumen, sondern in einem kontinuierlich betriebenen Nachreaktionsvolumen, das vorzugsweise temperierbar ist, durchgeführt.
Das Nachreaktionsvolumen kann ein beispielsweise ein kommerziell erhältliches, temperiertes Verweilermodul sein, das keine innere Mikrostrukturierung benötigt.
Diese Nachreaktion kann durch Phasentrermung oder Verdünnung, beispielsweise durch Zugabe von Lösungsmittel, wie Wasser oder Ci.3-Alkoholen, unterbunden werden. Eine. . ..,. moderate Nachreaktion hat meist keinen nachteiligen Einfluss auf das Produkteprofil.
Je nach Zusammensetzung und Konzentration der Reaktionspartner muss das Reaktionsgemisch im Reaktionsvolumeri gegebenenfalls auf eine erhöhte Temperatur gebracht werden. Dies kann unter anderem erreicht werden, indem der Strom des Temperiermediums durch die Temperierkanäle des Reaktors sehr hoch ist und indem das Reservoir
des Temperiermediums gross genug gewählt wird. Weitere Faktoren, die den Wärmeaαs- täusch begünstigen sind beispielsweise eine hohe Wärmekapazität des Temperiermediums.
Vorteilhaft wird das Reservoir der Temperierflüssigkeit so gross gegenüber dem Mikroreaktorrolumen gewählt, dass der Mikroreaktor als isotherm betrachtet werden kann. Weiterhin vorteilhaft ist der Fluss der Temperierflüssigkeit (Temperierfhiss) durch den Mikroreaktor wesentlich höher als der Fluss des Reaktionsmediums (Reaktionsfluss). In einem bevorzugten Verfahren wird ein Verhältnis zwischen Reaktionsfluss und Temperierfluss von 1 :5 bis 1 :20 verwendet, vorzugsweise von 1 : 10 bis 1 :20.
Als Temperiermedium wird besonders bevorzugt eine Flüssigkeit mit hoher Wärme- • kapazitä't und hoher Wärmeleitfähigkeit ausgewählt Solche Temperiermedien enthalten vorzugsweise Wasser, Cu- Alkoholen, Glycerin und/oder Silikonöle, sowie Mischungen davon. Unter anderem einen sich kommerziell gängige Temperierflüssigkeiten wie beispielsweise Thermal M® (JULABO Labortechnik GMBH, D-77960 Seelbach),
Süikonöl Renggli M40 (Renggli AG, CH-6343 Rotkreuz, Schweiz) oder Syltherm XLT (DOW Chemical Company, USA).
In einem bevorzugten Verfahren wird der Mikroreaktor von einem Temperiermedium mit einer Temperatur von 0 Ms 80 0C, besonders bevorzugt von 10 bis 600C durchströmt.
Zu Beginn, der Reaktion entspricht die Temperatur im Mikroreaktor der Temperatur des Temperiermediums (Vorlauftemperatur), Die Temperatur im Inneren des Mϊkroreaktors lässt sich nach dem Start der Reaktion nur sehr schwer messen, daher wird als Reaktions- temperatur die Temperatur angesehen, die das Temperiermedium nach Verlassen des
Mikroreaktors (Rücldauftemperatur) annimmt. Die Rücklauftemperatur ist nach dem Start der.Reaktion immer höher als φe.Vorlauftemperatijr, Vorteilhaft für die stabile, Aufrecht- , , erhaltung der autokatalytischen Reaktion ist, dass der Temperaturunterschied zwischen. Vor- und Rücklauftemperatur möglichst gering gehalten wird. Vorzugsweise beträgt der Temperaturunterschied maximal 15 0C, besonders bevorzugt weniger als 100C.
Die Nitrierung von Phenol nach dem erfindungsgemässen Verfahren führt bei Reaktions-
temperatoren im Bereich von 0 bis 80 °C regelmässig zu 65 bis 80% Gesamtausbeute an Mtrophenol. , . . .
Bei der Nitrierung von Phenol im erfindungsgemässen Verfahren kann, abhängig von den Bedingungen, eine gut reproduzierbare para/ortho-Verteilung an Nitrophenol im Bereich von 0,7 bis 1,2 eingestellt werden.
Gegenüber dem Batch- oder Semibatchverfahren weisen die Reaktionsprodukte nach dem erfindungsgemässen Verfahren weniger polymere und weniger mehrfach nitrierte Neben- produkte auf.
Die Erfindung wird durch die folgenden, nicht limitierenden Beispiele illustriert.
Beispiele: Die folgenden Beispiele wurden in Mikroreaktoren durchgeführt, die den erfindungsgemässen Anforderungen entsprechen. Die Zusammensetzungen der Lösungen, sowie die Zuführrateti der Komponenten bzw. der Mischungen in g/min sind für die Beispiele 1 bis 33 aufgeführt. Das Nitrierungsmittel HNO3 und gegebenenfalls weiter Zusätze an Pumpe 1 und das gegebenenfalls gelöste Edukt an Pumpe 2 wurden mit den genannten Zuführraten getrennt über zwei Pumpen zugeführt und im Mikroreaktor gemischt Die Reaktionsdauer ergibt sich aus der Förderrate und der verwendeten Menge. Die jeweilige Reaktionstemperatur ist in den Tabellen 1 bis 4 sind weitere Parameter wie beispielsweise Reaktionstemperatur, Rohausbeute und Produktbildung aufgeführt. In allen Beispielen konnte die Reaktion bis zum Ende durchgeführt und das gewünschte Produkt erhalten werden.
Da in der Literatur keine Versuche zur Nitrierung von aktivierten aromatischen Ver- bindungen offenbart- sind, konnten Vergleichversuche.lediglich im Batchverfahrendurch- . geführt werden. Zusätzliche Angaben zu den einzelnen Vergleichsversuchen, wie beispielsweise verwendete Mengen oder Temperatur, können den Tabellen 2 bis 4 ent- üommen werden.
Die Beispiele V8 bis 28 in Tabelle 3 wurden nur qualitativ ausgewertet.
Beispiele 1 und 2:
Corning Glasmikroreaktor (Corning Inc.)
Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min
Mischling 1: HNO365%-ig (161 g, 1,66 moi) Mischung 2: Phenol (765 g, 3,31 mol), AcOH (199 g), Wasser (2296 g)
Förderrate Phenol: 3,68 bis 3,73 g/min
Förderrate AcOH: 0,96 bis 0,97 g/min
Förderrate Wasser: 12507 bis 13,46 g/min
Förderrate HNO3: 2,61 bis 4,39 g/min
Beispiele 3 bis 8:
Corning Glasmikroreaktor (Corning Inc.)
Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (1000 g, 10,32 mol) Mischung 2: Phenol (900 g, 9,56 mol), Wasser (100 g)
Förderrate Phenol: 2,75 bis 2,77 g/min
Förderrate Wasser: 1,97 bis 1,99 g/min
Förderrate HNO3: 3,10 bis 3,13 g/min
Beispiele 9 bis 11:
Corning Glasmikroreaktor (Coming Inc.)
Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (1000 g, 10,32 mol)
Mischung 2: Phenol (900 g, 9,56 mol), Wasser (100 g) Förderrate Phenol: 2,758 bis 2,760 g/min
Förderrate Wasser: 1,669 bis 2,554 g/min Förderrate HNO3: 2,53 I bis 4,173 g/min .
Beispiel 12: Corning Glasmikroreaktor (Corning Inc.) Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min Mischung 1: HNO3 65%-ig (100 g, 1,032 mol), Wasser (225 g) Mischung 2: Phenol (180 g, 1,91 mol); Wasser (20 g)
Förderrate Phenol: 2,68 g/min Förderrate Wasser; 12,54 g/min Förderrate HNO3: 3,06 g/min
Beispiel 13:
Coming Glasmikroreaktor (Coming Inc.) Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min Mischung 1: HNO3 65%-ig (100 g, 1,032 raol), Wasser (117 g) Mischung 2: Phenol (180 g, 1 ,91 mol), Wasser (20 g) Förderrate Phenol: 2,68 g/min Förderrate Wasser: 7,84 g/min Förderrate HNO3: 3,22 g/min
Beispiel 14 und 15: Metallmikroreaktor Ehrfeld 50 Mikron (Ehrfeld Mikrotechnik GmbH)
Temperierflüssigkeit: Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat, 800 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (1000 g, 10,32 mol)
Mischung 2: Phenol 90% (900 g, 9,56 mol), Wasser (100 g)
Förderrate Phenol: 2,71 g/min Förderrate Wasser: 1 ,98 g/min
Förderrate HNO3: 3,12 g/min
Beispiel 16:
Metallmikroreaktor Ehrfeld 50 Mikron (Ehrfeld Mikrotechnik GmbH) Temperierflüssigkeit: Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat
Mischung 1: HNO3 65%-ig (402 g, 4,15 mol)
Mischung 2: Phenol 90% (199 g, 2,12 mol), Wasser (597 g), AcOH ( 52 g)
Förderrate Phenol: 1,72 g/min
Förderrate AcOH: 0,45 g/min Förderrate Wasser: 6,41 g/min
Förderrate HNO3: 2,31 g/min
Beispiel 17:
Metallmikroreaktor EMeId 50 Mikron {Ehrfeld Mikrotechnik GmbH) Temperierflüssigkeit: Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat, 800 ml/min Mischung 1 : HNO3 65%-ig (75 g, 1,19 mol), Wasser (175 g) Mischung 2: Phenol 90% (45 g, 0,48 mol), Wasser (5 g) Förderrate Phenol: 2,00 g/min Förderrate Wasser: 5,68 g/min Förderrate HNO3 : 2,34 g/min
Beispiel 18:
Metallmikroreaktor Ehrfeld 50 Mikron (Ehrfeld Mikrotechmk GmbH) Temperierflüssigkeit; Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat, 800 ml/min Mischung 1: HNO3 65%-ig (125 g, 1,98 mol), Wasser (125 g) Mischung 2: Phenol 90% (45 g, 0,48 mol), Wasser (5 g) Förderrate Phenol: 2,89 g/min Förderrate Wasser: 3,71 g/min Förderrate HNO3: 3,39 g/min
Beispiel 19: Metallmikroreaktor Ehrfeld 50 Mikron (Ehrfeld Mikrotechnik GmbH)
Temperierflüssigkeit: Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat, 800 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (164 g, 2,60 mol), Wasser (88 g)
Mischung 2: Phenol 90% (45 g, 0,48 mol), Wasser (5 g)
Förderrate Phenol: 3,44 g/min Förderrate Wasser: 2,55 g/min
Förderrate HNO3: 4,03 g/min
Beispiel 20:
Metallmikroreaktor Ehrfeld 50 Mikron (Ehxfeld Mikrotechnik GmbH) Temperierflüssigkeit: Silikonöl Renggli M40 / Huber Thermostat, 800 ml/min Mischung 1: HNO3 65%-ig (61 g, 0,96 mol), Wasser (189 g) Mischung 2: Phenol 90% (45 g, 0,48 mol), Wasser (5 g) Förderrate Phenol: 1,50 g/min
Förderrate Wasser: 6,48 g/min Förderrate HNO3: 2,02 g/min
Beispiel 21: Glasmikroreaktor Corning, (Corning Inc.) Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min Mischung 1: HNO3 65%-ig (1000 g, 10,32 mol) Mischung 2: 1-Naρhthol (100 g, 694 mmol), AcOH (500 g) Förderrate 1-Naphthol: 1,49 g/min Förderrate AcOH: 7,44 g/min Förderrate Wasser: 0,68 g/min Förderrate HNO3: 1,26 g/min
Beispiele 22 bis 24: Glasmikroreaktor Corning, (Coming Inc.)
Temperierftüssigkeit: Wasser, 200 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (1000 g, 10,32 mol)
Mischung 2: jj-Rresol (100 g, 925 mmol), AcOH (500 g)
Förderrate p-Kresol: 1,12 bis 1,13 g/min Förderrate AcOH: 5,62 bis 5,67 g/min
Förderrate Wasser: 0,34 bis 0,70 g/min
Förderrate HNO3: 0,64 bis 1,30 g/min
Beispiele 25 bis 28: Glasmikroreaktor Corning, (Coming Inc.)
Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min , - Mischung UHNO365%-ig (100.0 g, 1.0,32 mol) . „ „ „ . .;„■-.
Mischung 2: Anisol (100 g, 925 mmol), AcOH (500 g)
Förderrate Anisol: 0,56 bis 1,13 g/min Förderrate AcOH: 2,82 bis 5,67 g/min
Förderrate Wasser: 0,36 bis 0,71 g/min
Förderrate HNO3: 0,66 bis 1,31 g/min
Beispiele 29 bis 33:
Glasmikroreaktor Corning, (Corning Inc.)
Temperierflüssigkeit: Wasser, 200 ml/min
Mischung 1: HNO3 65%-ig (800 g, 8,25 mal) Mischung 2: Salicylsäure (79 g, 570 mmol), AcOH (777 g)
Förderrate Salicylsäure: 0,80 bis 0,87 g/min
Förderrate AcOH: 7,88 bis 8,58 g/min
Förderrate Wasser: 0,21 bis 0,43 g/min
Förderrate HNO3: 0,40 bis 0,81 g/min
Vergleichsbeispiel Vl:
Phenol 90%-ig (80 g50,77 mmol), AcOH (20,8 g) und Wasser (250 ml) werden im 1 L
Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 200C gemischt und intensiv geröhrt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (112 ml, 1,53 mol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse. Es entsteht ein nur schwer zu reinigendes Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktionsprodukte. Nach Zugabe von
100 ml CH2Cl2 und Abtrennung der organischen Phase konnten 20,7 % Nitrophenol mit einem para/ortho- Verhältnis von 0,56 erhalten werden.
Vergteichsbeispiele V2 bis V7:
Die Vergleichsbeispiele V2 bis V7 wurden abgesehen von den in der Tabelle 2 angegebenen Mengen und Temperaturen analog zu Vergleichsbeispiel Vl durchgerührt. Wie aus Tabelle ersichtlich ist, konnte bei V3 bis V7 auf die Zugabe von AcOH verzichtet werden. Durch die Bildung von grosse Mengen polymerer Nebenprodukte konnten die Gehalte an Hydrochinon, 2,4-Dinitrophenol und 2,6-Dinitrophenol zum Teil nicht ermittelt werden.
Vergleichsbeispiel V8: . . .
1-Naphthσl (10 g, 69 mmol) und Essigsäure (47,6 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 200C gemischt und intensiv gerührt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (10,2 ml, 139 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse und es entsteht ein kaum trennbares Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktionsprodukte.
Vergleichsbeispieϊ V9: p-Kτesol (10 g, 92 mmol), Essigsäure (28,6 ml) und Wasser (20 ml) werden im 100 m\ Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 20 °C gemischt und intensiv gerührt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (13,5 ml, 185 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse und es entsteht ein kaum trennbares Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktiortsprodukte.
Vergleichsbeispieϊe VlO und VH: ρ-Kresol (10 g, 92 mmol) und Essigsäure (47,6 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 200C gemischt und intensiv gerührt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (6,8 oder 13,5 ml, 93 oder 185 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse und es entsteht ein kaum trennbares Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktionsprodukte.
Vergleichsbeispieϊ V12:
Anisol (10 g, 92 mmol), Essigsäure (28,6 ml) und Wasser (20 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 20 °C gemischt und intensiv gerührt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (13,5 ml, 185 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse und es entsteht ein kaum trennbares Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktionsprodukte.
Vergleϊchsbeispiel V13:
Anisol (10 g, 92 mmol) und Essigsäure (47,6 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel bei 20 0C gemischt und intensiv gerührt Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (13,5 ml, 185 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse und es entsteht ein kaum trennbares Gemisch ein- und mehrfach nitrierter Reaktionsprodukte.
Vergleichsbeispiel V14: Salicylsäure (5,0 g, 36 mmol) und Essigsäure (41,9 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel gemischt und bei 45 0C intensiv gerührt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (7,1 ml} 73 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse. Nach Ende der Reaktion wird die Reaktions-
mischung auf Eiswasser (156 ml) gegossen. Das Rohprodukt wird abfiltriert und mit Wasser gewaschen. Ausbeute: 3,57 g (19,5 mmol, 54,1%) Nitrosalicylsäure, davon 5-Nitrosalicylsäure (2,33 g, 35,3%) und 3-Nitrosalicylsäure (1,24 g, 18,8%).
Vergleichsbeispiel V15:
Salicylsäure (6,8 g, 49 mmol) und Essigsäure (63 ml) werden im 100 ml Dreihalskolben mit Temperiermantel gemischt und bei 75 0C intensiv geröhrt. Innerhalb von 30 min wird Salpetersäure 65%-ig (7,1 ml, 73 mmol) zudosiert. Nach vollständiger Zugabe der Salpetersäure startet die Autokatalyse. Nach Ende der Reaktion wird die Reaktions- mischung auf Eiswasser (348 ml) gegossen. Das Rohprodukt wird abfiltriert und mit Wasser gewaschen. Ausbeute: 4,7 g (26 mmol, 52,6%) Nitrosalicylsäure, davon 5-Nitro- salicylsäure (3,12 g, 34,8%), 3 -Nitrosalicylsäure (1,60 g, 17,8%).
Tabelle 1: Beispiele 1 bis 20
Tabelle 2: Beispiele Vl bis V7
Erklärung der Spalteneinträge; in den Tabellen 1 bis 4:
T = Reaktionstemperatur
Phenol = Gewichtsanteil Phenol
Edαkt — Ausgangsverbindung HNO3/Ed = molares Verhältnis HNO3 zu Edukt
Ausbeute = Rohausbeute p/o-Ratio = Verhältnis von para- zu ortho-Produkt
H-Chinon - Hydrochmon
2,4-DNP = 2,4-Dinitrophenol 2,6-DNP = 2,6-Dim trophenol
P-SP = Polymere Nebenprodukte
SA = Salicylsäure
3-NSA = 3-Nitrosalicylsäure (para)
5-NSA = 5-Nitrosalicylsäure (ortho) Edukt [g] = Menge Edukt in der Reaktionsmischung
Edukt [wt%] = Gewichtsprozent Edukt in der Reaktionsmischung
AcOH — Menge Essigsäure in der Reaktionsmischung
Wasser = Menge Wasser in der Reaktionsmischung rel. Reinheit im NMR = qualitative Beurteilung der Produktreinheit (+ = schlecht, +++ = sehr gut) aufgrund der 1H-NMR Spektren
Bildung von polymeren Nebenprodukten = qualitative Beurteilung von Dünnschicht- chromatogrammen (+ = wenig polyraere Nebenprodukte, +-H- = viel polymere
Nebenprodukte)