Ätzlösung und Verfahren zur Strukturierung eines UBM-
Schichtsystems
Technisches Gebiet
Um eine Schnittstelle eines Halbleiterchips mit der Außenwelt oder anderen externen Strukturen zu ermöglichen, sind spezielle Kontaktflächen (Under Bump Metallization = UBM) erforderlich. Die Erfindung betrifft eine Ätzlösung und ein Verfahren, mit denen ein derartiges UBM- Schichtsystem auf möglichst einfache Weise strukturiert werden kann.
Stand der Technik
Ein UBM-Schichtsystem stellt eine spezielle Folge verschiedener miteinander in Kontakt stehender leitender Schichten dar und soll einen möglichst guten und dauerhaften Kontakt zwischen einem Substrat, zum Beispiel einem Wafer, und einem Kontaktierungsmaterial , zum Beispiel einem Lot, beziehungsweise der damit in Verbindung stehenden externen Struktur, zum Beispiel einem Draht oder einem zweiten Substrat, gewährleisten.
Insbesondere mit Entwicklung der Flip Chip-Technologie gewinnen UBM-Schichtsysteme zunehmend an Bedeutung.
Ein UBM-Schichtsystem soll sowohl einen optimalen elektrischen wie auch mechanischen Kontakt bedingen. Zudem muss der Kontakt bei verschiedenen Anwendungen die Abfuhr von thermischer Energie ermöglichen, ohne seine Eigenschaften signifikant zu ändern. Um diese Bedingungen erfüllen zu können, sollten die in einem UBM-Schichtsystem verwendeten Materialien üblicherweise eine gute Haftung zu der jeweiligen Unterlage, in der Regel Aluminium und/oder Siliziumnitrid und/oder Siliziumoxid einerseits und eine gute Benetzbarkeit in Bezug auf das verwendete Kontaktierungsmaterial, häufig ein zinnhaltiges Lot, andererseits aufweisen. Des Weiteren sollte die gesamte Schichtfolge eine hohe Leitfähigkeit besitzen.
Unter Berücksichtigung dieser Anforderungen hat sich eine Kombination aus Kupfer, Nickelvanadium und Aluminium als besonders geeignet herausgestellt. Dabei stellt die Aluminiumschicht die Verbindung zur in der Regel obersten Metallebene des Wafers, meist ebenfalls Aluminium, her. Die auf dem Aluminium aufgebrachte Nickelvanadiumschicht dient als Diffusionssperre und verhindert, dass aus der darauf angeordneten Kupferschicht sowie dem darüberliegenden Kontaktierungsmaterial Metallatome durch die Aluminiumschicht in das Substrat wandern und dotierte Bereiche kontaminieren beziehungsweise beeinflussen. Die abschließende Kupferschicht gewährleistet einen geringen Kontaktwiderstand und eine gute Verbindung mit dem Kontaktierungsmaterial .
Um diese technologischen Ansprüche an ein strukturiertes UBM-Schichtsystem, bestehend aus einer KupferSchicht, einer Nickelvanadiumschicht und einer Aluminiumschicht, erfüllen zu können, werden die Metallschichten üblicherweise einzeln oder zwei Metallschichten gleichzeitig strukturiert.
Als Standardätzlösung für Kupfer wird im allgemeinen Salpetersäure verwendet. Nach der US 6,130,141 können aber auch Eisenchlorid oder Gemische aus Schwefelsäure und Kaliumchromat beziehungsweise Schwefelsäure und Peroxid für die Kupferätzung eingesetzt werden.
Eine handelsübliche Lösung zum Nickelätzen beinhaltet Thioharnstoff, der als krebserregend gilt und damit ein hohes Gefahrenpotential birgt.
Eine weitere Ätzlösung für Nickelvanadium ist in der
WO 8904883 offenbart. Dabei findet eine hochkonzentrierte Eisen(III) -Chloridlösung Anwendung, die aber nicht reinraumkompatibel und für den Einsatz in der Halbleiterproduktion ungeeignet ist.
Eine weitere Ätzmethode zur Strukturierung einer
Nickelvanadiumschicht ist aus US20030146191 bekannt. Dabei wird die Nickelvanadiumschicht unter Einsatz von Schwefelsäure elektrochemisch geätzt.
Für das Ätzen der Aluminiumschicht wird üblicherweise eine konzentrierte Phosphorsäurelösung benutzt (Kirt R.
Williams, Kishan Gupta, Matthew Wasilik, "Etch Rates for Micromachining Processing - Part II", Journal of
Microelectromechanical Systems, Vol. 12, No. 6, December 2003).
Ein Verfahren, bei dem alle drei Schichten gleichzeitig strukturiert werden, ist in der DE 695 12 991 beschrieben. Die dabei verwendete Ätzlösung besteht aus Phosphorsäure, deionisiertem Wasser, Essigsäure und Wasserstoffperoxid. Diese Lösung hat den Nachteil, dass Wasserstoffperoxid ein stark reaktives Medium ist, das in Bezug auf Lagerung und Transport einen entsprechend hohen Aufwand an Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Zudem zerfällt
Wasserstoffperoxid unter atmosphärischen Bedingungen relativ schnell in Wasser und Wasserstoff, was zu einer Veränderung der Konzentration der Ätzlösung führt. Die dadurch bedingte Änderung der Ätzrate beeinflusst die Qualität des UBM-Schichtsystems und erschwert einen kontrollierten Ätzprozess .
Beschreibung
Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und eine Ätzlösung und ein
Verfahren anzugeben, mit dem sich ein Schichtsystem nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs unter Reinraumbedingungen und unter Berücksichtigung der Prozesse der Halbleitertechnologie in möglichst wenigen Schritten strukturieren lässt und der Prozessschritt des Strukturierens effektiv und kontrollierbar abläuft.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Aufgabe durch eine Ätzlösung gemäß Anspruch 1 gelöst. Anspruch 21 gibt
ein Verfahren zur Strukturierung eines Schichtsystems nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs an.
Die Unteransprüche lehren vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung; die Ansprüche 38 bis 46 geben vorteilhafte Verwendungen an.
Die erfindungsgemäße Ätzlösung ist geeignet zum Ätzen eines Schichtsystems, welches mindestens eine Schicht aus Aluminium, mindestens eine Schicht aus Kupfer und mindestens eine dritte Schicht, ausgewählt aus Nickelvanadium, Nickel und dessen Legierungen, die zwischen der mindestens einen Aluminiumschicht und der mindestens einen Kupferschicht angeordnet ist, aufweist. Die Ätzlösung enthält oder besteht aus Phosphorsäure, Salpetersäure, deionisiertem Wasser und mindestens einem Salz, das Halogenionen insbesondere unter den Bedingungen des erfindungsgemäßen Ätzverfahrens freisetzen kann.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Ätzlösung besteht darin, dass ein Kupfer/Nickelvanadium/Aluminium-Schichtsystem in einem Prozessschritt strukturiert werden kann. Durch die gegenüber 2- und 3-Schrittätzverfahren reduzierte Anzahl an Prozessschritten, wird eine Kontamination des Schichtsystems verringert. Die erfindungsgemäße Ätzlösung hat weiterhin den Vorteil, dass auf mögliche kontaminierende chemische Verbindungen, wie beispielsweise KOH, Natriumverbindungen oder Ammoniumverbindungen, verzichtet werden kann. Die Ätzlösung enthält zudem keine stark reaktiven und krebserregenden Medien, wodurch der Aufwand für erforderliche Sicherheitsmaßnahmen reduziert wird. Vorteilhaft ist des Weiteren der vergleichsweise
geringe Stoffverbrauch, wodurch eine effektivere Nutzung des Ätzprozesses gewährleistet wird. Des Weiteren ist als Vorteil hervorzuheben, dass die Ätzlösung auch nach tagelangem Nichtgebrauch nicht aktiviert werden muss und daher unverzüglich einsatzfähig ist.
Die erfindungsgemäße Ätzlösung enthält als Halogenkomponente ein Halogenionen freisetzendes Salz. In Verbindung mit den in der Ätzlösung enthaltenen Säuren und der aufgelagerten Kupferschicht wird dadurch der Angriff auf die Nickelvanadiumschicht ermöglicht. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Halogenionen freisetzenden Salz um ein Metallsalz, dessen Anionen Halogenionen sind. Besonders bevorzugt sind die Kationen des Metallsalzes aus den im Schichtsystem enthaltenen Metallen ausgewählt. Dadurch kann verhindert werden, dass zusätzliche Metalle, die nicht im Schichtsystem enthalten sind, den Ätzprozess und die Qualität des strukturierten Schichtsystems beeinflussen. Ein besonders geeignetes Metallsalz ist Aluminiumchlorid.
Die Halogenkomponente bzw. das Halogenionen freisetzende Salz sollte bevorzugt die Freisetzung von Halogenionen auch unter sauren Bedingungen mit einem pH-Wert zwischen etwa 0 und etwa 3 gewährleisten, wobei der besonders bevorzugte Bereich zwischen einem pH-Wert von etwa 1 und etwa 2 liegt.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Ätzlösung 30-45 Vol% Phosphorsäure, 5-10 Vol% Salpetersäure, 45-55 Vol% deionisiertes Wasser und mindestens 0,1 mol/1 Halogenkomponente.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Ätzlösung einen komplexbildenden Liganden, der bei einem pH-Wert kleiner gleich 3, besonders bevorzugt auch bei einem pH-Wert von kleiner gleich 1, stabil ist und mit Kupfer-Ionen unter den jeweiligen insbesondere sauren Bedingungen stabile Komplexe bildet. Unter stabilen Komplexen werden erfindungsgemäß Komplexe verstanden, deren Komplexbildungskonstante pK>5 ist. Insbesondere beim Strukturieren eines Schichtsystems, das aus Materialien besteht, die galvanische Elemente bilden, besteht die Gefahr, dass es zur Abscheidung und zum Aufwachsen von Metallionen kommt. Bei gleichzeitiger Strukturierung mehrerer Schichten ist das Risiko besonders hoch. Durch einen geeigneten Komplexbildner lassen sich Abscheidungen von Metallionen, wie zum Beispiel Kupfer-Ionen, reduzieren.
Besonders geeignet sind Liganden, die mindestens 3-zähnig, bevorzugt 6-8-zähnig, sind und Amingruppen und/oder Carbonsäuregruppen enthalten, wobei die Amingruppen bevorzugt tertiäre Amine sind.
Als besonders bevorzugten komplexbildenden Liganden enthält die Ätzlösung EDTA oder einen anderen Liganden, der mit Kupfer Komplexe bildet, deren
Komplexbildungskonstante pK>10, bevorzugt pK>16, ist. EDTA bildet besonders starke Komplexe mit Kupfer- und anderen Metallionen.
In der Lösung wird ein möglichst hoher Anteil an komplexbildenden Liganden angestrebt, wobei kein Ausfällen auftreten sollte. Die maximale Konzentration
komplexbildender Liganden wird daher durch die Löslichkeitsgrenze beschränkt und liegt zum Beispiel bei EDTA unter 3 Vol% an der Gesamtlösung.
Erfindungsgemäß kann die Ätzlösung organische Säuren (wie beispielsweise Phenol, Acetessigester, Essigsäure) vorzugsweise Carbonsäuren, besonders bevorzugt Carbonsäuren mit mindestens zwei Carbonsäuregruppen, enthalten. In einer besonders geeigneten Ausführung weist die Carbonsäure ein oder mehrere Hydroxy-Gruppen auf. Bevorzugt ist mindestens eine Hydroxy-Gruppen vicinal oder geminal zumindest zu einer der Carbonsäuregruppen angeordnet. Überraschenderweise haben diese organischen Säuren den Vorteil, dass sie als Inhibitor zur Verhinderung des Kristallwachstums, insbesondere des AufWachsens von Kupfer-Kristalliten, fungieren.
Besonders geeignete Inhibitoren sind Zitronensäure und Weinsäure. In der Lösung ist eine möglichst hohe Inhibitorenkonzentration gewünscht, wobei ein Ausfällen ebenfalls vermieden werden sollte. Die maximale Konzentration wird durch die Löslichkeitsgrenze beschränkt und liegt beispielsweise bei Zitronensäure unter 5 Vol% an der Gesamtlösung.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Strukturierung eines SchichtSystems, welches mindestens eine Schicht aus Aluminium, mindestens eine Schicht aus Kupfer und mindestens eine dritte Schicht, ausgewählt aus Nickelvanadium, Nickel und dessen Legierungen, die zwischen der mindestens einen Aluminiumschicht und der
mindestens einen Kupferschicht angeordnet ist, weist die folgenden Verfahrensschritte auf:
Bereitstellen eines Substrates, auf dem das Schichtsystem (2,3,1) angeordnet oder aufgebracht ist
• Anordnen oder Herstellen einer Ätzmaske auf der Oberfläche des Schichtsystems, wobei die Ätzmaske zumindest teilweise die mindestens eine Kupferschicht bedeckt • Ätzschritt, bei dem mindestens 2 Schichten des Schichtsystems mit einer Ätzlösung, die Phosphorsäure, Salpetersäure, deionisiertes Wasser und mindestens eine Halogenkomponente- die Halogenionen freisetzen kann- enthält oder aus diesen Komponenten besteht, geätzt werden
Spülschritt, bei dem das geätzte Schichtsystem mit Wasser und/oder einer Base gespült wird Trocknen des geätzten Schichtsystems Entfernen der Ätzmaske.
Das mit dem beanspruchten Verfahren zu strukturierende UBM-Schichtsystem, das auf einem Substrat, zum Beispiel einem Wafer, angeordnet oder aufgebracht ist, weist mindestens eine Schicht aus Nickelvanadium oder Nickel oder dessen Legierungen auf. Bevorzugt wird Nickelvanadium eingesetzt, wobei der Vanadiumanteil beispielsweise etwa 7% beträgt. Durch das Einbringen von Vanadium entsteht aus dem ferromagnetischen Nickel eine diamagnetische Nickelvanadium-Legierung, was inbesondere für den Prozess der Schichtabscheidung mittels Magnetron-Sputtern von
Bedeutung ist. Typischerweise wird eine
Nickelvanadiumschicht mit einer Dicke im nm-Bereich oder im μm-Bereich aufgebracht, wobei eine Mindestdicke durch die gewünschten Eigenschaften, der als Diffusionssperre fungierenden Nickelvanadiumschicht, vorgegeben wird. Die Dicke der Kupferschicht und der Aluminiumschicht liegt üblicherweise ebenfalls im nm-Bereich oder im μm-Bereich. Im Regelfall werden die Schichtdicken so gewählt, dass die mechanischen Spannungen zwischen den Schichten und die Spannungsgradienten in den Schichten möglichst gering sind, um eine Durchbiegung des Wafers oder ein Abplatzen von Schichten zu vermeiden.
Um möglichst optimale Ergebnisse erzielen zu können, muss entsprechend dem Verhältnis der einzelnen Schichtdicken die Zusammensetzung der Ätzlösung und damit die Ätzrate der verschiedenen Materialien angepasst werden.
In einem ersten Verfahrensschritt wird üblicherweise eine Photolackschicht auf die Oberfläche der Kupferschicht aufgebracht, die die nicht zu ätzenden Bereiche abdeckt und vor dem Angriff durch die Ätzlösung schützt. Für eine solche „Ätzmaske" können neben verschiedenen Photolacken auch andere Materialien verwendet werden. Materialien für die Ätzmaske sollten prinzipiell eine gute Haftung zur Kupferschicht aufweisen, um ein Eindringen der Ätzlösung unter die Ätzmaske und ein damit verbundenes Ablösen beziehungsweise starkes Unterätzen der Ätzmaske zu verhindern. Des Weiteren sollte die Ätzmaske beständig gegenüber der Ätzlösung sein, um die bedeckten Bereiche während der gesamten Dauer des Ätzschritts vor dem Angriff
der Ätzlösung zu schützen. Generell sind möglichst geringe Unterätzungen wünschenswert, um eine möglichst große Kontaktfläche und damit eine stabile mechanische Verbindung zu gewährleisten. Zudem können starke Unterätzungen zu einem Angriff der Schicht unterhalb des UBM-Stacks führen, was den elektrischen Widerstand der Kontaktfläche erhöhen und die Stabilität der mechanischen Verbindung des UBM-Stacks zum Substrat verringern würde.
Die unbedeckten Bereiche werden in einem anschließenden Ätzschritt (Ätzprozess) strukturiert, wobei der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens insbesondere darin besteht, dass alle drei Metallschichten (Kupfer, Nickelvanadium, Aluminium) in einem Prozessschritt entfernt werden und die technologischen Anforderungen an das geätzte Schichtsystem erfüllt werden.
Der Ätzprozess erfolgt bevorzugt in einem handelsüblichen Nassätzbecken, wobei bis zu 25 Wafer gleichzeitig geätzt werden können. Bei einer Ergiebigkeit der Ätze von mindestens 15 Wafern pro Liter Ätzlösung lassen sich bei einer Nassätzbeckenfüllung von 20 Litern mehr als 300 Wafer strukturieren. Ermöglicht wird dies durch den verhältnismäßig geringen Stoffverbrauch des Ätzprozesses. Des Weiteren eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren auch für den Einsatz in Sprühätzprozessen.
Eine optimale Kontrolle des Ätzprozesses wird dadurch begünstigt, dass das Schichtsystem mindestens 1 Minute mit der Ätzlösung in Kontakt steht.
Die Ätzraten der einzelnen Metallschichten hängen unter anderem von der Temperatur ab. Der Ätzschritt wird bei Temperaturen zwischen etwa 150C und 8O0C, bevorzugt zwischen etwa 350C und 600C, durchgeführt. Unter diesen Bedingungen wird Kupfer in den von der Ätzmaske bedeckten Bereichen nur geringfügig entfernt, wodurch die Ätzmaske nur wenig unterätzt wird. Die KupferSchicht wird wiederum nur gering durch den Abtrag der Nickelvanadiumschicht unterätzt. Eine Unterätzung der Nickelvanadiumschicht durch den Aluminiumabtrag tritt nicht auf. Selbst bei einer Überschreitung der optimalen Ätzdauer von bis zu 10% wird die Nickelvanadiumschicht durch den Aluminiumabtrag üblicherweise nicht unterätzt. Generell gilt, dass mit zunehmender Temperatur die Ätzrate von Aluminium zunimmt und die Ätzrate von Kupfer geringer wird. Dadurch kommt es zu Variationen in der Stärke der Unterätzungen. Daher ist es erforderlich, dass neben dem Mischungsverhältnis der Ätzlösung auch die Temperatur auf das zu ätzende Schichtsystem abgestimmt werden muss.
Bevorzugt findet die Ätzlösung, die Phosphorsäure,
Salpetersäure, deionisiertes Wasser und mindestens eine Halogenkomponente- die Halogenionen freisetzen kannenthält oder aus diesen Komponenten besteht, Verwendung in der Halbleiterproduktion und/oder bei der Herstellung von Bauelementen, die mittels halbleitertechnologischer
Verfahren gefertigt werden, insbesondere zum Ätzen eines Schichtsystems, welches mindestens eine Schicht aus Aluminium, mindestens eine Schicht aus Kupfer und mindestens eine dritte Schicht, ausgewählt aus Nickelvanadium, Nickel und dessen Legierungen, die
zwischen der mindestens einen Aluminiumschicht und der mindestens einen Kupferschicht angeordnet ist, aufweist und besonders bevorzugt einen UBM-Stack darstellt.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen und eines Ausführungsbeispiels näher erläutert .
Fig. 1 zeigt ein auf einem Substrat (5) zum Beispiel einem Wafer, angeordnetes Schichtsystem (2, 3, 1) bestehend aus einer Aluminiumschicht ( 1 ) , einer Nickelvanadiumschicht (3) und einer KupferSchicht (2) sowie einer Photolackschicht als Ätzmaske ( 4 ) .
Fig. 2 zeigt das fertig strukturierte Schichtsystem (2, 3, 1 ) mit Photolackschicht als Ätzmaske ( 4 ) .
Fig. 3 zeigt das fertig strukturierte Schichtsystem (2, 3, 1) nach Entfernung der Photolackschicht als Ätzmaske (4).
Fig. 3a zeigt die unter der Kupferschicht (2) und der Nickelvanadiumschicht (3) hervorragende Aluminiumschicht (1).
In Fig. 1 ist ein auf einem Substrat (5) angeordnetes unstrukturiertes Schichtsystem (2, 3, 1) , bestehend aus einer etwa 0,5 μm dicken Aluminiumschicht ( 1 ) , einer etwa 0,5 μm dicken Nickelvanadiumschicht (3) und einer etwa 1 μm dicken Kupferschicht (2), dargestellt. Die zwischen dem Substrat (5) und der untersten Schicht des Schichtsystems, der Aluminiumschicht (1), angeordnete
Passivierungsschicht (6) dient der elektrischen Isolation. Auf der Kupferschicht (2) wird als Ätzmaske eine AZ- Photolackschicht (4) aufgebracht und strukturiert, um die
nicht zu ätzenden Bereiche des Schichtsystems (2, 3, 1) vor dem Ätzangriff zu schützen.
Mit einer Ätzlösung aus 37,4 Vol% Phosphorsäure, 7,4 Vol% Salpetersäure, 51,6 Vol% deionisiertem Wasser, 0,36 Vol% Aluminiumchlorid, 0,8 Vol% EDTA und 2,4 Vol% Zitronensäure können gute Resultate erzielt werden. Der Ätzprozess wird bei Temperaturen zwischen 450C und 470C durchgeführt.
Das Ergebnis des Ätzschritts zeigt Fig. 2. Das Schichtsystem (2, 3, 1) wird in dem von der Ätzmaske (4) unbedeckten Bereichen beseitigt und die Ätzmaske (4) wird nur geringfügig unterätzt.
Durch Unterätzung weicht die Kupferschicht (2) um maximal 8μm unter die Ätzmaske (4) zurück. Ein Zurückweichen der Nickelvanadiumschicht (3) gegenüber der Kupferschicht (2) sowie ein Zurückweichen der Aluminiumschicht (1) unter die Nickelvanadiumschicht (3) durch Unterätzung treten üblicherweise nicht auf.
Nachdem das geätzte Schichtsystem (2, 3, 1) etwa 10 min mit Wasser gespült und anschließend etwa 10-12 min in einem in der Halbleiterindustrie üblichen Rinse-Dryer getrocknet wurde, wird die als Ätzmaske fungierende Photolackschicht (4) entfernt (Fig. 3). Bei einer abschließenden Kontrolle wird die Qualität des Ätzprozesses überprüft. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Aluminiumschicht (1) gelegt. Die Aluminiumschicht (1) sollte sichtbar unter der Kupferschicht (2) und der Nickelvanadiumschicht (3) hervorragen, um eine Unterätzung beziehungsweise einen Abtrag der Metallschicht unterhalb des UBM-Stacks (7) auszuschließen.
Bezugszeichenliste
1 Aluminiumschicht
2 Kupferschicht
3 Nickelvanadiumschicht
4 Ätzmaske aus Photolack
5 Substrat
6 Passivierungsschicht
7 Metallschicht unterhalb des UBM-Stacks z.B. Chipmetallisierung