Die Erfindung betrifft einen elektromotorischen Antrieb mit integrierter Verriegelung für
einen Flügel von Fenstern oder Türen. Der Antrieb ist geeignet für alle Arten von
Flügeln, wie Kippfenster, Klappfenster, Drehfenster, Schwingfenster oder Wendefenster
und für entsprechende Flügel von Türen ebenso.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Flügel motorisch mit einem großen
Öffnungswinkel entweder zu kippen, zu klappen oder zu drehen. Der Öffnungswinkel
soll dabei mindestens etwa 60° erreichen, da dadurch ein maximaler
Querschnitt (Fläche) der Öffnung zum Lüften erreicht wird. Kleinere Öffnungswinkel
sollen stufenlos angesteuert werden können. Vor jeder Kipp-, Klapp-, Schwenk- oder
Drehbewegung des Flügels soll ein im Flügelfalzraum befindlicher Zentralverschluss
entriegelt bzw. nach dem Schließen des Flügels soll der Zentralverschluss wieder
verriegelt werden.
Alle Funktionen sollen mit nur einem motorischen Antrieb erreicht werden. Der
elektromotorische Antrieb soll dennoch besonders geeignet sein für enge
Platzverhältnisse am Festrahmen, wie sie beispielsweise bei Pfosten-Riegelkonstruktionen
in Fassaden auftreten.
Diese Aufgabe wird mit Anspruch 1 oder Anspruch 2 oder der Lehre nach Anspruch 20
oder nach Anspruch 21 (als Arbeitsverfahren) gelöst.
Den Lösungen liegt das Konzept zu Grunde, den beiden unterschiedlichen Funktionen,
nämlich dem Entriegeln (und/oder Verriegeln) einerseits und dem Öffnen (und/oder
Schließen) des Flügels andererseits, eine jeweils unterschiedliche Hubbewegung
zuzuordnen.
Die beiden Hubbewegungen entsprechen zwei in einem gemeinsamen Gehäuse
bewegbaren Antriebsteilen A,B, die einmal unabhängig voneinander sind und zum
anderen aber auch gemeinsam (gekuppelt) bewegbar sind.
Beide Antriebsteile werden ― wenn sie gekuppelt sind - durch den selben motorischen
Antrieb angetrieben.
Die Bewegung des einen im Gehäuse beweglichen Teils A wird auf einen außerhalb
des Gehäuses verlaufenden Antriebslenker zum Ausschwenken übertragen, der im
montierten Zustand mit seinem anderen Ende an einem Stützelement am Blendrahmen
verschieblich abgestützt ist, welches die Funktion eines Widerlagers hat. Mit ihm wird
die Schwenkbewegung des Flügels erreicht (Anspruch 25).
Der andere bewegliche Teil B im Gehäuse greift mit einem Eingriffselement (Stab,
Platte oder Lasche) durch den Flügelüberschlag in das Innere des Falzraumes. Das
Eingriffsglied steht - im montierten Zustand - im Eingriff mit einem Zentralverschluss
(Verriegelungsgestänge), so dass die Bewegung dieses beweglichen Teils B zum
Entriegeln und Verriegeln des Flügels dient (Anspruch 22, 23).
Es ist möglich, die Motor/Getriebe-Einheit (den "Antrieb") im Gehäuse verschiebbar
oder unverschiebbar anzuordnen, so dass die Hubbewegung von der auf der Spindel
bewegten Spindelmutter abgeleitet wird (allgemein Anspruch 20).
Bei der Lösung nach Anspruch 1 ist die Gewindestange (Spindel) des Antriebs in
Längsrichtung des Gehäuses festgelegt, so dass sich mit der Spindelmutter auf dem
Gewinde der nicht drehenden Stange der Motor als Ganzes in Längsrichtung bewegt.
Der Antriebslenker liegt neben dem und parallel zu einer Mittelebene (Längsebene)
durch das Gehäuse, so dass für das Abstützen des anderen Endes des Lenkers am
Blendrahmen nur ein ganz schmaler Bereich zur Montage benötigt wird.
Die beiden Hübe können von der Schließstellung des Flügels aus gleichzeitig
starten (Anspruch 3), sind aber unterschiedlich lang. Es sind "andere Hübe", hier
teilüberlappend. Es ist aber genauso möglich, den Öffnungshub erst nach Beendigung
des Entriegelungshubes einsetzen zu lassen (Anspruch 4). Auch hier sind es andere
Hübe.
Bei der Lösung nach Anspruch 2 ist die Spindel (Gewindestange) drehbar und der
Motor der Antriebseinheit ist mit dem Gehäuse, insbesondere an dessen einem Ende
unverschieblich verbunden. Ein Abschnitt der gesamten Getriebe-Antriebseinheit bleibt
beweglich und wird als "längsbeweglicher Gleitabschnitt" von der Spindel durch ihre
Drehbewegung in Längsrichtung bewegt. Die Drehbewegung überträgt sich auf eine mit
dem Gleitabschnitt fest gekoppelte Spindelmutter. Durch die Anordnung des Motors der
Antriebseinheit an einem Ende des Gehäuses ist Bewegungsraum geschaffen, der von
dem Hub oder der Bewegung des beweglichen Abschnitts (als Gleitabschnitt)
verwendet werden kann, nachdem er von dem Führungsabschnitt abgekuppelt wurde.
Diese hubwegabhängige Kupplung führt zum Einkuppeln und zum Entkuppeln, welches
Entkuppeln zum Freiwerden des längsbeweglichen Gleitabschnitts gegenüber dem
ruhend verbleibendem Führungselement führt. Es bleibt so lange in dieser Wartelage
am Ende des Entriegelungshubes, auch als seine Endstellung bezeichnet, bis der
bewegliche Abschnitt bei der Schließbewegung zurückkommt und erneut einkuppelt,
um danach gemeinsam einen rückwärts gerichteten ersten Hub zum Verriegeln
auszuführen (Anspruch 9).
Die Federeinrichtung (Anspruch 13) hält die Wartelage des Führungselements, bis ein
erneutes Einkuppeln erfolgte.
Der Arbeits- oder Betätigungslenker (Anspruch 10) kann für die kombinierte Schwenk-Öffnung
und die Längs-Entriegelung eine kombinierte Bewegung ausführen, aus einer
Parallelverschiebung und einer Schwenkung (Anspruch 21). Der Wechsel zwischen den
beiden Bewegungen findet im Wesentlichen zeitgleich mit dem Kuppeln bzw.
Entkuppeln der beiden beweglichen Teile im Gehäuse statt (oben als Teil A und Teil B
bezeichnet), vgl. Anspruch 24.
Die Antriebskraft für die Betätigung bezieht der Arbeitslenker aus der Bewegung eines
der beiden Teile (Anspruch 5).
Die Stellung der Kupplung (Anspruch 6) zwischen den beiden im Gehäuse befindlichen
Teilen A, B ist abhängig von der Längsposition der beiden Kupplungsteile, des einen
starren Kupplungshakens und des anderen elastisch nachgiebigen Rastelements. Die
Position des Lösens dieser Kupplung liegt bei einem Durchbruch einer Steuerplatte des
Gehäuses, welcher Durchbruch eine Schwenkbewegung des unter Vorspannung
stehenden Rastelementes erlaubt.
Für die Lösung, bei der mit einer festen Gewindestange gearbeitet wird (Anspruch 1),
sind Drehbewegung und Längsbewegung der Spindelstange durch ein Sperrstück
verhindert, insbesondere verankert (Anspruch 7). Dieser Festpunkt kann durch einen
Bolzen mit einer Längserstreckung vorgegeben werden, der zusätzlich in ein Langloch
eingreift, um die erste Hubbewegung in ihrer Länge zu begrenzen (Anspruch 7). Am
Ende des begrenzten Hubweges (Anspruch 8), liegt auch die Stelle, an der die
Kupplung freigegeben wird, um die beiden genannten Teile A/B voneinander zu lösen.
Nach dem Abkoppeln bewegt sich das Teil A weiterhin, angetrieben von dem Motor des
Antriebs und überträgt die schwenkende Bewegung auf den äußeren Arbeitslenker.
Dieses erfolgt während des Hubweges H2.
Die entsprechenden Bewegungen sind bei der Rückwärtsbewegung umgekehrt zu
betrachten, Einschwenken statt Ausschwenken, Verriegeln statt Entriegeln und
Einkuppeln statt Entkuppeln. Die Kombination ist vorteilhaft.
Eine Steuerkurve an dem Steuerkurventeil (Anspruch 10, 11 und 14) hat einen geraden
Abschnitt und einen gebogenen Abschnitt, wobei der gerade Abschnitt näher der
Längsführung gelegen ist. Die beiden Abschnitte gehen ineinander über und es greift
ein Steuerzapfen ein, der relativ zu dem am Anschlag befindlichen Gleiter die
Schwenkbewegung des Arbeitsarmes zur Betätigung des Flügels steuert und führt
(Anspruch 25). Ein weiteres Eingriffsstück, in einem größeren Abstand von dem
genannten Zapfen am Arbeitslenker wirkt mit einer Auflaufschräge zusammen, um eine
Andrückkraft (den Voranzug) des Flügels in der Endstellung beim Schließen zu
erreichen (Anspruch 12).
Ein Abstandselement zwischen der Unterseite des Gehäuses und dem Montageort am
Überschlag des Flügels sorgt für einen genügenden Abstand des Führungszapfens des
Arbeitslenkers und der Stützstelle des Lenkers in der Gleitführung (Anspruch 16), auch
in der geschlossenen Stellung des Flügels. Der Raum, der durch das Abstandselement
zur Erreichung eines gewünschten Drehmomentes vorgesehen ist, kann für die
Unterbringung eines Schaltnetzteils, eines Empfängers einer Fernbedienung oder dgl.
ausgenutzt werden.
Nachdem das Steuerkurventeil am Festrahmen angeordnet ist, ist seine schmale
Ausbildung für den benötigten Bauraum von Vorteil. Es hat keine zusätzlichen
motorischen Elemente oder weitere Lenker, lediglich den einen Hauptlenker als Arbeitsoder
Betätigungslenker, welcher die kombinierte Bewegung aus Längsverschiebung
und Drehung ausführt (Anspruch 15, 26 und 27). In einer Bemessungsmaßgabe kann
das Steuerkurventeil eine geringe Breite aufweisen, die schmäler ist, als die
vergleichbare Breite des Gehäuses, in welchem der elektromotorische Antrieb gelegen
ist. Bevorzugt kann das Steuerkurventeil auch wesentlich schmäler ausgebildet werden,
insbesondere schmäler als die Hälfte der Breite des Gehäuses (Anspruch 17).
Die Länge des Eingriffsglieds bemisst sich so, dass der Kupplungszapfen zum
Verriegelungsgestänge erreicht wird (Anspruch 18), wobei der aus dem Gehäuse
herausragende Abschnitt so lang sein wird, dass er durch das Abstandselement
(Anspruch 16), durch den Überschlag des Flügels und ein Stück in den Falzraum
hineingreifen kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen an
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
- Figur 1,
Figur 1a
- zeigen in Seitenansicht und Perspektive einen
elektromechanischen Antrieb mit Steuerkurventeil 7 und
Antriebslenker 10, gemäß einem (ersten) Beispiel der Erfindung
bei bereits geöffnetem Flügel 2, gegenüber einem
Festrahmen 1 (Blendrahmen).
- Figur 2
- verdeutlicht im mittig gelegenen Längsschnitt durch einen
Abschnitt eines Gehäuses 16 Teile des Antriebes, und zwar in
der verriegelten Schließstellung des Flügels 2, noch vor
Beginn der Hübe H1,H2.
- Figur 3
- veranschaulicht in gleicher Darstellung wie Figur 2 den Antrieb
nach dem Entriegeln mit Hub H1 und während der
Ausführung (im Anfangsbereich) der Öffnungsbewegung H2,
übertragen auf einen in den anderen Figuren dargestellten
Flügel 2.
- Figur 4
- ist ein weiteres Ausführungsbeispiel mit stationärem Motor 25.
- Figur 5
- ist ein Ausschnitt eines Antriebs in geschlossener Stellung am
Flügel und Festrahmen montiert.
- Figur 6
- verdeutlicht ein das Eingriffselement 21 in Seitenansicht und
einem Schnitt.
Ein Flügel 2 ist am Fest- oder Blendrahmen 1 mit einem Gelenk 3 schwenkbar
angelenkt. Es kann sich dabei um einen Kipp- oder einen Klappflügel oder auch um ein
Drehfenster (kurz: "Flügel") handeln. Auf der Flügelrahmeninnenseite ist unter
Zwischenschaltung eines Abstandselementes 15 das Gehäuse 16 des Antriebes
montiert, in dem verschiedene Antriebselemente angeordnet sind.
Das Abstandselement 15 ist vorgesehen, um durch die Öffnungs- und
Schließbewegungen des Antriebs entsprechend große Drehmomente zu erhalten.
Der geöffnete Flügel 2 gibt den Blick frei auf einen Zentralverschluss 4 mit einem
Riegelzapfen 5 (oder mehreren), die beim Schließen des Flügels in entsprechende
Schließplatten 5a des Blendrahmens 1 eingreifen.
In Figur 1 ist angedeutet, dass auf der Unterseite des Gehäuses 16 ein durch das
Abstandselement 15 und den Überschlag 2a des Flügels greifendes Eingriffselement 21
vorgesehen ist, das über den Kopplungs- oder Riegelzapfen 6 greift und so eine
antriebsmäßige Verbindung zwischen dem Zentralverschluss 4 und einem im Gehäuse
16 angeordneten Antriebsteil herstellt. Figur 6 veranschaulicht das als Stab oder Platte
ausgebildete Eingriffselement 21, wie es durch den Schlitz 2b im Überschlag 2a des
Flügels 2 greift.
An der Seite des Gehäuses 16 ist ein Längsschlitz 19 vorgesehen, durch den ein
Zapfen 20 greift, an dem das eine Ende des Antriebslenkers 10 angelenkt ist. Das
andere Ende des Lenkers 10 ist an einem Gleitelement 9 angelenkt, das in einer
Führung 8 eines am Blendrahmen 1 befestigten Anlenk- und Steuerkurventeils 7 (als
Stützelement) vorgesehen ist. Die Führung 8 ist zur einen Längsseite offen und hat vor
dem anderen Ende einen Anschlag 49. Das Steuerkurventeil weist an einem
aufragenden Flansch 7a eine Steuerkurve 11 auf, in die ein Zapfen oder eine Rolle 12
des Lenkers 10 eingreift. Ferner ist an dem aufragenden Flansch eine
Voranzugsschräge 13 vorgesehen, mit der bei der Schließbewegung ein weiteres
Eingriffsstück, wie Zapfen oder Rolle 14 des Lenkers 10 zusammenwirkt, um im
Endbereich der Schließbewegung einen mechanischen Druck als Voranzug des Flügels
mit Schließdruckkraft auf den Blendrahmen zu gewährleisten. Bei dem nachfolgenden
Verriegelungsvorgang wird so ein zuverlässiges Eingreifen der Verriegelungszapfen 5
des Zentralverschlusses 4 in die entsprechenden Schließtaschen 5a am Rahmen
erreicht.
Das Gehäuse 16 ist an seinen Enden durch Stirnplatten 17 und 18 verschlossen. In
Figur 1 hat man durch den Schlitz 19 hindurch einen begrenzten Blick auf den im
Gehäuse angeordneten Getriebe/Antrieb 25.
Mit H1 ist der zur Verriegelung und Entriegelung verwendete Hub des
Zentralverschlusses 4 bezeichnet. Die Schwenkung des Flügels gegenüber dem
Blendrahmen beim Öffnen und Schließen gibt α an. H2 ist der Weg zum Öffnen und
Schließen mit dem Winkel α. Öffnen/Schließen bezieht sich dabei auch auf die
Betätigung des Antriebs selbst.
Die Figuren 2 und 3 zeigen - bezogen auf Figur 1 - den jeweils oberen Abschnitt des
Gehäuses 16, wie an der Stirnplatte 17 und dem Zapfen 20 als Referenz zu erkennen
ist.
Die mit 25a, 25b und 25c bezeichneten Teile gehören zu dem Getriebe/Antrieb 25. Das
sind vor allem der Elektromotor 25a, das zwischengeschaltete Getriebe 25b und die
Spindelmutter 25c, die auf der Spindel 27 angeordnet ist. Im dargestellten Beispiel ist
die Spindel 27 bei 28 mit einem Sperrstück in dem Gehäuse 16 gegen Dreh- und
Längsbewegungen gesichert und verankert. Dies bedeutet, dass zusammen mit der
Spindelmutter sich das gesamte Getriebe/Antrieb 25 zusammen mit einem
Gleitelement 26 als Einheit im Gehäuse längsbewegen kann.
Zur Getriebe/Antriebseinheit 25,26 gehört ein im Gehäuse geführtes Gleitelement 26,
das fest zugeordnet ist. Dieses Gleitelement weist den Verbindungszapfen 20 auf, der
durch den Gehäuseschlitz 19 nach außen greift und mit dem der Lenker 10 schwenkbar
gekoppelt ist.
In dem Gehäuse ist ein Führungselement 29 längsbewegbar angeordnet. Die
Längsbewegung des Führungselementes 29 ist begrenzt, beispielsweise durch einen
Längsschlitz 31, der von dem den Festpunkt der Spindel bildenden Bolzen 28
durchgriffen wird.
In Figur 2 ist die Lage des Führungselementes 29 gezeigt, in der der Flügel sich in der
Schließstellung befindet und durch den Zentralverschluss 4 verriegelt ist. Das
Sperrstück 28 befindet sich an dem einen Ende des Führungsschlitzes 31, während es
sich in Figur 3 am entgegengesetzten Ende dieses Schlitzes befindet. Die Stellung des
Führungselementes 29 nach Figur 3 ist die Stellung, in der der Zentralverschluss den
Flügel freigegeben hat, d.h. der Zentralverschluss entriegelt ist, veranlasst durch den
Eingriffsteil 21. Der Eingriffsteil 21, der mit dem Zapfen 6 des Zentralverschlusses 4
zusammenwirkt, ist an dem Führungselement 29 vorgesehen.
Das Führungselement 29 steht unter der Vorspannung einer Feder 30, die sich an der
Stirnplatte 17 des Gehäuses 16 abstützt. In der Stellung nach Figur 2 ist die Feder
gespannt, in der Stellung nach Figur 3 ist sie zum Teil entspannt. Der Führungsteil 29
kann also, wie in Figur 3 eingezeichnet ist, den nach Figur 1 notwendigen ersten Hub
H1 (als Wegstrecke) ausführen, der zum Entriegeln (beim Öffnen) und Verriegeln (beim
Schließen) vorgesehen ist. Nach dem Entriegeln, in Position +H1, hält die Feder 30 das
Element 29 in Position, beispielsweise am rechten Ende des Längsschlitzes 31.
Das Gleitelement 26, das fest mit dem Getriebe/Antrieb 25 verbunden ist, weist ein
starres Kupplungsglied 35 auf, das in Längsrichtung des Gehäuses auf den
Führungsteil 29 hin ausgerichtet ist. Das starre Kupplungsglied weist zu beiden
Längsrichtungen Auflaufschrägen 36a, 36b auf und bildet den einen Teil einer in
Abhängigkeit vom Hubweg selbsttätig gesteuerten Kupplung 34. Der andere Teil dieser
Kupplung sitzt als Rastelement 37 an dem Führungselement 29 und ist schwenkbar
gelagert 38 und steht unter der Vorspannung einer Feder 40.
Die hubweg-abhängige Steuerung der Kupplung 34 verwendet ein in das Gehäuse
eingelegtes Flachstück 32 als Steuerhilfe, das an einer bestimmten Stelle des
Hubweges eine Öffnung 33 aufweist, in welche ein Kopfstück 39 bei Erreichen eines
bestimmten Hubweges eingreifen kann. Das Kopfstück 39 ist mit dem Rastelement 37
fest verbunden und ebenso schwenkbar um das Lager 38.
Aus Figur 2 ist ersichtlich, dass während des ersten Hubweges H1 das Kopfstück 39 an
der Innenfläche des Steuerbleches 32 anliegt und damit sperrend verhindert, dass das
schwenkbare Rastelement 37 außer Eingriff mit dem starren Kupplungsglied 35 des
Gleitelements 26 gelangt. Das bedeutet, dass das Führungselement 29 und das
Gleitelement 26 zu einer Bewegungseinheit gekoppelt sind, so lange, bis der erste
Hubweg H1 zurückgelegt und der Flügel dann über den Zentralverschluss 4 entriegelt
ist. Zu dieser Einheit gehört auch der Antrieb 25 mit Getriebe und Spindelmutter 25c.
Nachdem der Bolzen 28 am Ende des Schlitzes 31 angeschlagen hat (Figur 3), kann
das Kopfstück 39 in die Öffnung 33 gleiten, wodurch das Rastelement 37 entriegelt
(freigegeben) ist und auf der Schräge 36a des starren Kupplungsglieds 35 aufgleitet,
um den Getriebe-/Antrieb 25 mit Gleitelement 26 freizugeben, die ihre Bewegung allein
fortsetzen.
Bei der Schließbewegung des Flügels gelangt die Stirnseite 25d der Einheit 25/26 in
Anlage an die Stirnfläche 29a des Führungselementes 29, so dass letzteres von dem
Getriebe/Antrieb in Richtung -z nach rechts in Figur 3 schiebend mitgenommen wird.
Das Rastelement 37 gleitet vor der Berührung der Flächen 29a/25d auf der Schräge
36b hinauf und gelangt in Riegeleingriff mit dem starren Kupplungsglied 35, wobei das
Kopfstück 39 von der Ausnehmung 33 zurückkehrt und während des Hubes -H1 (H1 in
-z-Richtung) an der Innenseite des Steuerbleches 32 anliegt und damit die Kupplung
gegen Öffnen sperrt.
Die Verriegelung des Flügels erfolgt somit durch den elektromechanischen Antrieb des
Getriebe/Antriebs 25, der zugleich die Feder 30 spannt, bis der Ausgangszustand
gemäß Figur 2 wieder erreicht ist. Derselbe Motor 25a öffnet und schließt den Flügel bei
entriegeltem Gleitelement 26.
In Figur 2 sind die beiden Hübe H1 für das Entriegeln und Verriegeln und H2 für das
Öffnen und Schließen des Flügels angedeutet. Diese beiden getrennten Hübe H1, H2,
also Beginn des Hubes H2 beim Ende des Hubes H1 sind eine Betrachtungsweise.
Eine zweite Betrachtungsweise ist so, dass der Hub H2 gemeinsam mit dem Hub H1 an
der mit einem Kreis gekennzeichneten Stelle der Figur 2 beginnt, dann der Hub H1
endet und der Hub H2 sich fortsetzt. Der für die Schwenkbewegung verantwortliche
Hub ist dann H2-H1, während der für die Entriegelung und für die Verriegelung
verantwortliche Hub H1 ist (der Länge nach gemessen in Längsrichtung des
Gehäuses 16).
Die unterschiedlichen Hübe spiegeln sich auch an dem Kurvenstück 7 wieder. Während
des Hubes H1 wird das am Blendrahmen liegende Ende des Lenkers 10 parallel
verschoben, indem der Gleiter 9 in der Führung 8 und der Zapfen 12 in dem geraden
Abschnitt 11 a der Steuerkurve 11 gleitet. Durch den Lenker 10 wird somit noch keine
schwenkende Öffnungsbewegung auf den Flügel übertragen. Erst wenn der Zapfen 12
den gekrümmten Abschnitt 11 b der Steuerkurve 11 erreicht, also nach dem Freigeben
der Riegel (Entriegelung des Flügels) und dem Anschlagen des Gleiters 9 an dem
Anschlag 49 vor dem Ende der Führung 8, erfolgt die schwenkende
Öffnungsbewegung α.
Beim Schließen gelangt der zweite Zapfen 14 am Antriebslenker 10 auf die Schräge 13,
so dass der Flügel dadurch nochmals zusätzlich an den Blendrahmen angezogen wird,
bevor Zapfen, wie Riegelzapfen 5, des Zentralverschlusses 4 in die Riegelabschnitte
der Schließplatte im Falzraum zum Blendrahmen eindringen.
Die Länge des Hubes H2 ist so bemessen, dass der gewünschte maximale
Öffnungswinkel, z.B. von αmax = 60°, erreicht ist, wie dies Figur 1 zeigt.
Die zuvor anhand der Figuren 2 und 3 beschriebene Betriebsweise für den Hub H1, den
Hub H2 und das Kuppeln und Entkuppeln über die dort dargestellte Kupplung 34 gilt
sinngemäß auch für die Figur 4. Der Unterschied bei Figur 4 ist zunächst die
Anbringung des Antriebs 25, dessen Motor 25a und dessen Getriebe 25b im Gehäuse
16 festgelegt sind. Sie sind an der in der Figur 4 linken Seite des Gehäuses angeordnet
und bieten einen Bewegungsraum zwischen dem Ende des Getriebes 25b und dem
(dort linken) Ende des Führungselementes 29. In diesem Raum kann sich - gesteuert
von der Drehbewegung der Spindelstange 27 - das Führungsteil 26 als
längsbeweglicher Gleitabschnitt bewegen. Es ist mit einer Spindelmutter 25c fest
verbunden und trägt den Zapfen 20, der aus dem Gehäuse 16 durch den
Längsschlitz 19 führt, zur schwenkbaren Lagerung des Arbeitslenkers 10.
Im vorhergehenden Beispiel war der Motor als Motor-Getriebeeinheit 25,26 mit dem
längsbeweglichen Gleitabschnitt 26 gemeinsam zu einer Bewegungseinheit
zusammengefasst. Ein Abschnitt dieser Bewegungseinheit ist in Figur 4 sinngemäß
eigenständig, aber weiterhin über die Spindelstange 27 ein funktioneller Bestandteil der
"Antriebseinheit", die hier aus einem längs-beweglichen Abschnitt und einem in
Längsrichtung festgelegten Abschnitt besteht.
Figur 6 veranschaulicht den Durchgriff des Eingreifarms 21 mit seiner Aufnahme 21a
für den Zapfen 6 des Verriegelungsgestänges 4. Der dargestellt Bauraum der Höhe ER
unterhalb des Gehäuses wird von dem Eingriffsarm 21 durchgriffen, wofür ein Spalt 15b
vorgesehen ist. Der übrige Bereich dieses (hohlen) Zwischenteils 15 kann zur
Aufnahme von elektronischen und elektrischen Komponenten, wie Schaltnetzteil oder
Lastabschaltung oder/und Empfänger einer Fernbedienung oder eine Lastabschaltung
für den Motor verwendet sein.
Im Anschluss an das Durchgreifen des Abstandselementes 15 greift der Arm 21 auch
durch einen Spalt 2b des Überschlages 2a des Flügels 2, wie es in Figur 1 in der
Seitenansicht gezeigt war. In der Stirnansicht der rechten Teilfigur von Figur 6 ist die
Mittelebene 100 ersichtlich, parallel zu der seitlich verlagert das Herausragen des
Eingriffsarms 21 erfolgt. Er ist nicht mittig im Gehäuse 16 angeordnet, sondern zur
einen Flachseite verschoben.