Die Erfindung betrifft eine Saug- oder Blaseinrichtung mit einer an eine bewegte,
Perforationen aufweisende Materialfläche, insbesondere an den Mantel einer Saugoder
Blaswalze, angrenzenden Unterdruck- oder Überdruckzone, insbesondere in
einer Maschine zur Herstellung einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen
Faserstoffbahn, wobei die Unterdruck- oder Überdruckzone mit wenigstens einer
Dichtungseinrichtung, die an die bewegte Materialfläche angrenzt, ausgestattet ist,
wobei die Dichtungseinrichtung eine mit der bewegten Fläche zusammenwirkende
erste auflaufseitige und zweite ablaufseitige Dichtleiste aufweist, die jeweils von einer
Halteeinrichtung aufgenommen sind.
Derartige Dichtungseinrichtungen dienen zur seitlichen Abdichtung wenigstens einer
an eine bewegte Fläche angrenzenden Überdruck- oder Unterdruckzone in einer
Papiermaschine mit wenigstens einem der bewegten Fläche gegenüberliegenden
Dichtelement, einem diesem zugeordneten Halteelement und wenigstens einem
Belastungselement, durch das das Dichtelement an die bewegte Fläche anpressbar
ist.
Diese Dichtungseinrichtungen finden in der Praxis sowohl in der Formerpartie als
auch in der Pressenpartie und/oder Trockenpartie einer Papier- oder Kartonmaschine
Verwendung, wobei sie unter anderem in Saugwalzen oder Blaswalzen eingesetzt
werden können. So besitzen Saugwalzen in der Regel feststehende innere
Saugkästen, die Zonen unterschiedlichen Druckniveaus bilden, wobei die Abdichtung
der Druckzonen durch Dichtleisten erfolgt, die sich in der Regel zumindest im
wesentlichen über die gesamte Walzenlänge erstrecken.
Zur Erzielung der gewünschten Dichtwirkung war es bisher allgemein üblich, die
Dichtelemente oder die Dichtleisten solide auszuführen und durch die Druckelemente
an die betreffende bewegte Fläche wie beispielsweise die innere Mantelfläche einer
perforierten Saugwalze anzupressen.
Die ausschließlich drückende Wirkung der Druckelemente führt dazu, dass die
Dichtungselemente nur an die bewegte Fläche angepresst, jedoch nicht von dieser
abgehoben werden können. Ebenso ist es unter der ausschließlichen Verwendung
von Druckelementen nicht möglich, die Dichtelemente in definierten Positionen, z. B.
in definierten Abständen zu einer bewegten Fläche, zu halten. Die tribologischen
Effekte oder die Reibungseffekte zwischen der bewegten Fläche und den
Dichtelementen führen zu einer materiellen Abnutzung, d. h. zu einer geringen
Standzeit der Dichtelemente und/oder der bewegten Materialfläche des
Walzenmantels. Außerdem resultiert aus der Reibung zwischen dem Dichtelement
und der bewegten Fläche auch ein erhöhter Energiebedarf zum Antrieb der bewegten
Fläche.
Aus der DE 295 06 620 U1 ist eine Saugwalze mit einem drehbaren, gelochten
Walzenmantel und mit einem darin angeordneten stationären Saugkasten bekannt.
Die Saugwalze wird in einer Papierherstellungsmaschine eingesetzt, um die
Entwässerung einer noch nassen Papier- oder Kartonbahn zu unterstützen. Bei der
bekannten Saugwalze berührt der Saugkasten die Innenfläche des Walzenmantels
mittels Dichtleisten, die mindestens eine Saugzone begrenzen.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Saug- oder Blaseinrichtung der eingangs
genannten Art so zu verbessern, dass der Abstand zwischen dem Dichtelement und
der bewegten Materialfläche präzis einstellbar und möglichst auch regelbar ist.
Diese Aufgabe wird bei deser Saug- oder Blaseinrichtung dadurch gelöst, dass
mindestens die erste oder die zweite Dichtleiste mit einem Mittel zur Einstellung des
Abstands zwischen der Dichtleiste und der Halteeinrichtung ausgestattet ist, durch
das der Abstand auf einen vorgegebenen Wert einstellbar ist.
Durch die Erfindung wird ein definierter Abstand zwischen der bewegten Fläche und
der Dichtungseinrichtung oder der Dichtleiste bzw. zwischen der Dichtungseinrichtung
oder der Dichtleiste und einer diese aufnehmenden Halteeinrichtung erzeugt. Damit
sind geringere Materialabnutzungen der Dichtungselemente und somit höhere
Standzeiten sowie ein geringerer Energiebedarf möglich.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
Mit Vorteil wird die Dichtleiste so ausgestaltet, dass mindestens eine verstellbare,
elastische oder unelastische Verbindung zwischen der Dichtleiste und der
Halteeinrichtung eingebaut ist. Die Verbindung ist sowohl mit dem Dichtungselement,
d. h. der Dichtleiste, als auch mit der zugehörigen Halteeinrichtung fest oder drehbar
verbunden. Damit wird es möglich, jedes Dichtungselement in einem definierten
Abstand zu einem zugehörigen Halter zu halten.
Ebenso erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Verbindung mechanisch verstellbar
ist. Hierzu eignen sich verschiedene Ausgestaltungen von Getrieben und
Verstelleinrichtungen, beispielsweise ein Zahnrad, das mit einer Zahnstange kämmt.
In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Verbindung
mindestens gegenüber der Dichtleiste oder gegenüber der Halteeinrichtung drehbar
angeordnet ist. Beispielsweise weist die Verbindung mindestens eine Stellschraube
auf, die in einer entsprechenden Gewindebohrung in der Dichtleiste bzw. in der
Halteeinrichtung gehalten ist.
Ebenso erweist es sich als vorteilhaft, die Saug- oder Blaseinrichtung so
auszugestalten, dass die Verbindung mindestens ein Stellglied, mindestens einen
Schlauch und/oder mindestens ein mechanisches Getriebe und/oder Rohre und/oder
Kammern umfasst.
In einer anderen vorteilhaften Ausbildung ist das Getriebe entweder in axialer
Richtung oder quer zur axialen Richtung verstellbar. Alternativ lässt sich gemäß der
Erfindung auch vorsehen, dass das Getriebe in beiden Richtungen verstellbar ist.
Außerdem lässt sich mit Vorteil ein Dehnelement einsetzen, beispielsweise in der
Form eines Bimetallelements. Durch eine - beispielsweise ebenfalls im Innern
integrierte - Heizung wird das Bimetallelement erwärmt. Da eine bestimmte
Ausdehnung des Bimetallstreifens einer bestimmten Temperatur entspricht, lässt sich
durch die Einstellung der Heizleistung eine genaue Temperatur vorgeben und
dadurch die Dichtleiste auf eine gewünschte Position bringen.
Durch alle oben beschriebenen Maßnahmen wird die mechanisch verstellbare
Verbindung bis zu einer definierten Höhe oder Ausdehnung verstellt und bleibt dann
stabil in ihrer Position stehen, insbesondere in Bewegungs- oder Anpressrichtung des
zugehörigen Dichtungselements. Wesentlich ist, dass die Verstellkraft der
mechanischen Verbindung größer als die durch das Vakuum zwischen dem
Dichtungselement und der bewegten Materialfläche bestehende Anziehungskraft ist.
Die stabile Form der verstellbaren Verbindung gewährleistet über lange Zeit einen
konstanten, exakt definierten Abstand bzw. Spalt zwischen Dichtungselementen und
Halteelementen bzw. zwischen Dichtungselementen und einer bewegten Fläche.
Eine andere vorteilhafte Maßnahme besteht darin, dass die Verbindung ein
Arretiermittel umfasst, durch das die Dichtleiste in einer vorgegebenen Position
arretierbar ist. Eine derartige Maßnahme ist zwar durch ein Anschlagelement, das
durch ein Klemmorgan mittels eines Klemmdruckschlauchs gehalten wird, prinzipiell
aus der DE 198 42 837 A1 bekannt; dort wird jedoch kein präzis einstellbares Mittel
zur Einstellung des Abstands zwischen der Dichtleiste und der Halteeinrichtung
offenbart.
Insgesamt besteht der Vorteil der Erfindung darin, dass infolge der verringerten
Reibung die Standzeit der Bauteile einer Saug- oder Blaseinrichtung erhöht wird und
ein verringerter Energiebedarf zum Antrieb der bewegten Fläche, insbesondere des
Walzenmantels, erforderlich ist.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der einzigen Figur in einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Figur zeigt einen schematischen Querschnitt
eines Ausschnitts einer Saugwalze mit einer Dichtleiste oder einem Dichtelement.
Eine Saugwalze 1 (Fig. 1) weist einen mit durchgehenden (hier durch schmale Striche
angedeuteten) Perforationen 2 ausgestatteten, sich drehenden Walzenmantel 3 auf.
(Aus Gründen der Vereinfachung ist dieser hier ohne Krümmung dargestellt. In
Wirklichkeit hat dieser eine gekrümmte Kontur entsprechend dem kreisförmigen
Querschnitt der Walze 1.)
Über den Mantel 3 läuft in Richtung eines Pfeils A eine Papierbahn 4 ab. Innerhalb
des Mantels 3 ist ein stationärer Saugkasten 5 angeordnet, der die Innenfläche des
Walzenmantels 3 mittels einer auflaufseitigen und einer ablaufseitigen Dichtleiste 6
berührt und eine Unterdruckzone einer Saugeinrichtung bildet. Vorliegend ist nur die
ablaufseitige Dichtleiste 6 oder das ablaufseitige Dichtelement dargestellt. Anstelle
eines einzigen Saugkastens 5 kann die Saugeinrichtung auch eine Mehrzahl von
Saugkästen umfassen, die beispielsweise in axialer Richtung neben einander
angeordnet sind. In der vorliegenden Ausgestaltung der Dichtleiste 6 ist diese in
einem Halteelement 7, d. h. einer Halteeinrichtung, in Richtung eines Doppelpfeils B
bewegbar angeordnet.
Zum Anheben und Absenken der Dichtleiste 6 dient ein mechanisches
Verbindungselement 8, das beispielsweise als Gewindestange ausgebildet ist. Die
Gewindestange greift mit ihrem Gewinde in eine Gewindebohrung in der Dichtleiste 6
ein, um die Spaltbreite eines Spalts 10 zwischen der Dichtleiste 6 und der die
Materialfläche bildenden Innenwand des Walzenmantels 3 einzustellen. Dabei kann
die Dichtleiste 6 auch mit einer gewünschten Anpresskraft gegen den Walzenmantel
3 gedrückt werden. Die Gewindestange ist vorzugsweise über eine weitere
Gewindebohrung in dem Halteelement 7 verankert.