Beschreibung
Anordnung zur Reduzierung von nichtlinearen Verzerrungen bei einem Verstärkerstufen-Ausgangssignal einer Verstärkerstufe
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Reduzierung von nichtlinearen Verzerrungen bei einem Verstärkerstufen- Ausgangssignal einer Verstärkerstufe .
Zur Kompensation von nichtlinearen Verzerrungen werden Verstärkerstufen nach dem sogenannten „Feed-Forward-Prinzip" ausgebildet. Dabei wird in einem Hauptzweig der Verstärkerstufe ein Verstärkerstufen-Eingangssignal über einen nich - idealen Verstärker geführt, dessen nichtlinear-verzerrtes Ausgangssignal einerseits laufzeitverzögert an einen Addierer und andererseits an einen Nebenzweig geführt wird.
Das Verstärkerstufen-Eingangssignal wird ebenfalls dem Nebenzweig zugeführt, wobei dort aus dem laufzeitverzδgerten Ver- stärkerstufen-Eingangssignal und aus dem nichtlinear- verzerrten Ausgangssignal des Verstärkers ein Fehlersignal gewonnen wird, das zur Verzerrungskompensation an den Addierer geführt wird. Der Addierer bildet aus dem Fehlersignal und aus dem nichtlinear-verzerrten Ausgangssignal des Ver- stärkers das Verstärkerstufen-Ausgangssignal, wobei durch das Fehlersignal die nichtlinearen Verzerrungen des Verstärkers kompensiert werden.
Beim „Feed-Forward-Prinzipw muss innerhalb des Hauptzweigs das nichtlinear-verzerrte Ausgangssignal des Verstärkers entsprechend einer für die Bestimmung des Fehlersignals im Nebenzweig benötigten Gruppenlaufzeit entsprechend verzögert werden. Eine derartige Verzögerung wird im allgemeinen mit
Hilfe einer Verzögerungsleitung mit endlicher elektrischer Güte verwirklicht. Die Verzögerungsleitung weist elektrische Verluste auf, die wiederum den Wirkungsgrad der Verstärkerstufe verschlechtern.
Zur Verringerung der Verluste ist eine entsprechend aufwändige und teure Realisierung der Verzögerungsleitung notwendig, wobei zugleich weitere Dämpfungen durch die Verzögerungsleitung verursacht werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, den Wirkungsgrad einer nach dem „Feed-Forward-Prinzip" ausgebildeten Verstärkerstufe zu verbessern.
Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Verstärkerstufe wird der Herstellungsaufwand deutlich reduziert.
Aufgrund des erfindungsgemäß ausgestalteten Hauptzweigs ist je nach Anwendungsfall die Verstärkerstufe in Mikrostreifen- technik einfach realisierbar, das benötigte Volumen der „Feed-Forward"-Verstärkerstufe wird reduziert.
Der Wirkungsgrad der Verstärkerstufe wird verbessert, da Verluste innerhalb des Hauptzweigs reduziert werden.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert . Dabei zeigt :
FIG 1 ein prinzipielles Schaltbild einer nach dem Feed-
Forward-Prinzip ausgebildeten Verstärkerstufe, gemäß dem Stand der Technik,
FIG 2 vergleichend mit FIG 1 ein prinzipielles Schaltbild ei- ner erfindungsgemäßen Verstärkerstufe,
FIG 3 ein prinzipielles Schaltbild einer weiteren erfindungsgemäßen Verstärkerstufe,
FIG 4 ein Ausführungsbeispiel für eine in der Anordnung gemäß FIG 3 vorgesehene Übertragungseinrichtung, und FIG 5 bis
FIG 7 Übertragungskennlinien des in FIG 4 dargestellten analogen Filters.
FIG 1 zeigt ein prinzipielles Schaltbild einer nach dem Feed- Forward-Prinzip ausgebildeten Verstärkerstufe VSO, gemäß dem Stand der Technik.
An die Verstärkerstufe VSO gelangt ein Verstärkerstufen- Eingangssignal uO, das sowohl an einem Hauptzweig HZ als auch an einem Nebenzweig NZ der Verstärkerstufe VSO als Eingangssignal angeschaltet ist. Durch die Verstärkerstufe VSO wird ein Verstärkerstufen-Ausgangssignal u5 erzeugt, dessen nichtlineare Verzerrungen mit Hilfe eines durch den Nebenzweig NZ gebildeten Fehlersignals fs reduziert werden.
Der Hauptzweig HZ beinhaltet in Serie geschaltet eine erste Übertragungseinrichtung Hl, die eine Dämpfung al und eine Gruppenlaufzeit τl aufweist, einen nichtidealen ersten Verstärker VI mit einer Verstärkung gl, ein Laufzeitglied Tl mit einer Gruppenlaufzeit τ5 und einen ersten Addierer AD1.
Der Nebenzweig NZ beinhaltet eine Serienschaltung aus einem Laufzeitglied T2 mit einer Gruppenlaufzeit τ2 , einen zweiten Addierer AD2 sowie eine dritte Übertragungseinrichtung H3 mit einer Dämpfung a4 und mit einer Gruppenlaufzeit τ .-x. Der dritten Übertragungseinrichtung H3 ist ein zweiter Verstärker V2 mit einer Verstärkung g4 und mit einer Gruppenlaufzeit τ nachgeschaltet . Der Nebenzweig beinhaltet weiterhin in einem Querzweig eine zweite Übertragungseinrichtung H2 , die einerseits am Ausgang des ersten Verstärkers VI im Hauptzweig HZ und andererseits am zweiten Addierer AD2 angeschaltet ist.
Die dritte Übertragungseinrichtung H3 und der zweite Verstärker V2 werden zu einer sogenannten Fehlersignal-Einrichtung NP zusammengefasst, deren Ausgangssignal als Fehlersignal fs an den ersten Addierer AD1 gelangt. Die Fehlersignal-
Einrichtung NP weist somit eine resultierende Gruppenlaufzeit τres auf, die sich aus den Gruppenlaufzeiten der dritten Ü- bertragungseinrichtung H3 und des zweiten Verstärkers V2 zusammensetzt .
Beim Hauptzweig HZ gelangt das Verstärkerstufen-Eingangs- signal uO über die erste Übertragungseinrichtung Hl an den als nichtideal angenommenen ersten Verstärker VI, dessen nichtlinear-verzerrtes Ausgangssignal ul einen Fehleranteil y aufweist. Es gilt somit: ul = al*gl*x+y mit x=u0.
Durch den ersten Verstärker VI verursachte Gruppenlaufzeiten werden durch die Gruppenlaufzeit τl der ersten Übertragungseinrichtung Hl mitberücksichtigt.
Das nichtlinear verzerrte Ausgangssignal ul des ersten Verstärkers VI gelangt einerseits über das Laufzeitglied Tl an den ersten Addierer AD1 und andererseits über die zweite Ü- bertragungseinrichtung H2 negiert an einen zweiten Eingang des zweiten Addierer AD2 , wobei an einem ersten Eingang des zweiten Addierers das durch das Laufzeitglied T2 verzögerte Verstärkerstufen-Eingangssignal uO angeschaltet ist.
Für ein Ausgangssignal u3 des zweiten Addierers AD2 , das als Eingangssignal an die Fehlersignal-Einrichtung NP gelangt, gilt somit: u3 = -a3*y, mit τ2 = τl und mit al*gl=l/a3.
Das Eingangssignal u3 der Fehlersignal-Einrichtung NP gelangt über die dritte Übertragungseinrichtung H3 an den zweiten Verstärker V2 , dessen Ausgangssignal das Fehlersignal fs ist. Dabei gilt: τ5=τ4 und a3*a4*g4 = 1, wodurch fs = y wird.
An einem ersten Eingang des ersten Addierers AD1 ist das nichtlinear-verzerrte Ausgangssignal ul des ersten Verstär- kers VI angeschaltet, an einen zweiten Eingang des ersten Addierers AD1 ist das Fehlersignal fs angeschaltet. Der erste Addierer AD1 bildet daraus die Verstärkerstufen-Ausgangs- spannung u5. Dabei gilt mit den oben genannten Voraussetzungen: u5 = al*gl*x.
Die hier dargestellten Verzweigungen und Addierer werden üblicherweise als Richtkoppler realisiert. Phasendrehungen der Spannungen werden hier im einzelnen nicht betrachtet.
Da der zweite Verstärker V2 lediglich den Fehleranteil Y verstärkt, kann er linear betrieben werden, so dass durch ihn
nur vernachlässigbare nichtlineare Verzerrungen erzeugt werden.
Das Laufzeitglied T2 ist beispielsweise als Verzögerungslei- tung ausgeführt und weist für eine Frequenz f eine Dämpfung A auf, wobei gilt: A = 10dB*log10 (e) 2πfτ5/Q = 27,3dB*fτ5/Q .
Als weitere Ausführungsform des Laufzeitglieds T2 ist ein Filter möglich, das bei gleicher Güte Q ebenfalls die oben genannte Dämpfung A aufweist.
FIG 2 zeigt vergleichend mit FIG 1 ein prinzipielles Schaltbild einer erfindungsgemäßen Verstärkerstufe VS1.
Vergleichend mit FIG 1 wird hier von einem Idealfall ausgegangen, bei dem im Hauptzweig ein Laufzeitglied Tl' mit einer Gruppenlaufzeit x5' derart ausgebildet ist, dass das nichtlinear-verzerrte Ausgangssignal ul des ersten Verstärkers VI im wesentlichen verzögerungsfrei an den ersten Addierer AD1 ge- langt, wobei diese ideale Voraussetzung mit Hilfe der resultierenden Gruppenlaufzeit xres der Fehlersignal-Einrichtung NP entsprechend berücksichtigt werden muss.
Die Fehlersignal-Einrichtung NP beinhaltet hier zwei Serien- Schaltungen SSI und SS2, wobei jede dieser Serienschaltungen eine dritte Übertragungseinrichtung H31 bzw. H32 und der jeweiligen Übertragungseinrichtung nachgeschaltete Verstärker V21 bzw. V22 aufweist.
Bei einer weiteren Ausgestaltungsform ist vorgesehen, mehr als zwei Serienschaltungen parallel zueinander anzuordnen.
Dabei ist es auch möglich, den dritten Übertragungseinrichtungen einen gemeinsamen Verstärker nachzuschalten.
Dabei gilt jedoch stets, dass die resultierende Gruppenlauf- zeit τres der Fehlersignal-Einrichtung NP derart gebildet wird, dass eine zwischen dem ersten Verstärker VI und dem ersten Addierer AD1 auftretende Gruppenlaufzeit t5" entsprechend berücksichtigt wird.
Für den hier beschriebenen Fall „im wesentlichen verzöge- rungsfrei" ist die resultierende Gruppenlaufzeit τres der Fehlersignal-Einrichtung NP im gewünschten Frequenzbereich negativ zu wählen.
Die Fehlersignaleinrichtung NP weist hier ein digitales Fil- ter auf, wobei die beiden Übertragungseinrichtungen H31 bzw. H32 als Koeffizienten 2*a4 und τ4-τ bzw. -a4 und 2τ4-τ aufweisen.
Die Ausgangssignale der beiden Verstärker V21 und V22 werden mit Hilfe eines weiteren Addierers zum Fehlersignal fs addiert, das wieder an den ersten Addierer AD1 gelangt.
Unter der Bedingung a3*a4*g4=l gilt für das Verstärkerstufen- Ausgangssignal u5 : u5 = aigi x + y [l-2exp (-j2πfτ4) + exp (-j2πf2τ4) ]
Durch eine entsprechend geringe Gruppenlaufzeit τ-τ kann die Gruppenlaufzeit τ4 so eingestellt werden, dass ein Produkt f0τ4 ganzzahlig ist, wobei f0 hier eine Mittenfrequenz eines Arbeitsbereichs der Verstärker V21 bzw. V22 ist. Für eine Ablagefrequenz Δf = f-f0 gilt dann:
U5 = axgι x + y [l-2exp(-j2π Δfτ ) + exp(-j2π Δf 2τ4) ]
Mit einer Reihenentwicklung: [l-2exp (-j2πΔfτ4) + exp (- j2πΔf 2τ ) ]
= -(-j2πΔfτ4)2 + 2(-j2πΔfτ4)2 - 1/3 (-j2πΔfτ4) 3 + 4/3 (-j2πΔfτ4) 3
+ ....
= (-j2πΔfτ4)2 + (-j2πΔfτ4)3 + ...
ergibt sich eine Unterdrückung von nichtlinearen Verzerrungen beim Fehleranteil Y für kleine Ablagefrequenzen Δfτ4 << 1 im Ausgangssignal u5 um ca. -20dB*log10 (2πΔfτ4) .
Abweichend vom Idealfall wird in der Realität bei der Ver- stärkerstufe VSl im Hauptzweig HZ zwischen dem Ausgang des
Verstärkers VI und dem Addierer AD1 das Laufzeitglied Tl" mit einer, vergleichend zum Stand der Technik geringeren, Gruppenlaufzeit τ5^ angeordnet sein. Für diesen Fall werden bei den dritten Übertragungseinrichtungen die negativen Gruppen- laufZeiten derart gewählt, dass die resultierende Gruppenlaufzeit τres der Fehlersignal-Einrichtung NP die Gruppenlaufzeit τ5 ''ausgleicht , also τres = τ5'.
FIG 3 zeigt ein prinzipielles Schaltbild einer weiteren er- findungsgemäßen Verstärkerstufe VS2.
Vergleichend mit FIG 2 besteht hier die Fehlersignal- Einrichtung NP nur aus einer Serienschaltung mit einer dritten Übertragungseinrichtung H33 und einem zweiten Verstärker V23.
Die dritte Übertragungseinrichtung H33 wird beispielsweise durch ein passives Filter mit einer negativen Gruppenlaufzeit gebildet. Das Ausgangssignal des zweiten Verstärkers gelangt wiederum als Fehlersignal fs an den ersten Addierer AD1.
Eine Übertragungsfunktionen [1-exp (-j2πfτ4) ] n -1 der Fehlersignal-Einrichtung NP wird für große und ganzzahlige Potenzen „n" in guter Näherung auch mit nur einem Verstärker V23 er- reicht, wobei das vorgeschaltete Filter zumindest für kleine Ablagefrequenzen Δfτ4<<l eine Filterübertragungsfunktion h4(f)= {[1- exp(-j2πΔfτ4) ]n -1} * exp (+j2πfτ) /g4 annähert. Für τ4 > τ ist dies prinzipiell möglich.
Da die als Filter ausgebildete dritte Übertragungseinrichtung H33 nur niedrige Hochfrequenzleistungen überträgt, wird die Einfügedämpfung des Filters vernachlässigt.
FIG 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für die in der Anordnung gemäß FIG 3 vorgesehene dritte Übertragungseinrichtung H33, die als analoges Filter mit negativer Gruppenlaufzeit ausgebildet ist.
Eine Spannungsquelle uE mit einem Widerstand R1=50Ω ist an zwei Bezugspunkten Pll und P12 eines ersten Anschlussports portl angeschlossen. Zwischen den Bezugspunkten Pll und P12 sind ein erster und ein zweiter, parallel zueinander angeordneter Zweig ZI und Z2 angeschaltet, wobei der erste Zweig ZI eine Serienschaltung mit einem Kondensator Cl=6pF, einer In- duktivität Ll=lnH und einem Widerstands R2=1,5Ω aufweist.
Der zweite Zweig Z2 weist eine Serienschaltung mit einem Kon-
densator C2=15pF, einer Induktivität Ll=l,lnH und einen Widerstand R3=1,5Ω auf. Eine AusgangsSpannung kann an einem zweiten Anschlussport port 2 über zwei Bezugspunkte P21 und P22 an einem Widerstand R4=50Ω abgegriffen werden.
FIG 5 bis FIG 7 zeigen Übertragungskennlinien des in FIG 4 dargestellten analogen Filters.
Fig. 5 zeigt eine frequenzabhängige Übertragungskennlinie, bei der auf der x-Achse Frequenzen in GHz und auf der y-Achse Amplitudenwerte in „dB" aufgetragen sind.
Fig. 6 zeigt eine frequenzabhängige Übertragungskennlinie, bei der auf der x-Achse Frequenzen in GHz und auf der y-Achse Phasen in „radian" aufgetragen sind.
Fig. 7 zeigt abschließend eine frequenzabhängige Übertragungskennlinie, bei der auf der x-Achse Frequenzen in GHz und auf der y-Achse Gruppenlaufzeiten in Sekunden aufgetragen sind.