Die Erfindung betrifft eine Unfallschutzeinrichtung, mit der Personen vor einem
Unfall mit einem Fortbewegungsmittel, insbesondere einer Straßenbahn,
geschützt werden sollen.
Um Verkehrsunfälle zwischen Personen und Fortbewegungsmitteln zu
reduzieren, ist es bekannt, akustische Warnsignale, wie z.B. Hupen oder
Klingeln, oder optische Warnsignale, wie z.B. Aufblenden eines Scheinwerfers, zu
verwenden. Diese Maßnahmen können allerdings nur eingesetzt werden, wenn
der Fahrzeugführer eine mögliche Gefahrensituation erkennt und vorbeugend
handelt. Insbesondere bei verkuppelten Fortbewegungsmitteln, wie z.B.
Straßenbahnwagons, Kraftfahrzeuge mit Anhänger und dgl., ist der
Kupplungsbereich vom Fahrzeugführer schlecht einsehbar, so dass eine
Gefahrensituation, bei der eine Person sich in dem Kupplungsbereich zwischen
zwei verkuppelten Fortbewegungsmitteln befindet, nicht erkannt wird. Bei
miteinander verkuppelten Straßenbahnwagons und mit einem Kraftfahrzeug
gezogenen Karnevalswagen ist es bereits zu tödlichen Unfällen gekommen.
Das Anbringen von Warnschildern hat sich als nicht effektiv erwiesen, da es
immer wieder Personen gibt, die, um einen Weg abzukürzen, sich schnell durch
den Kupplungsbereich zwischen zwei verkuppelten Fortbewegungsmitteln
hindurch bewegen. Dies ist beispielsweise der Fall bei Kraftfahrzeugen mit
Anhänger, die an einer roten Ampel warten oder bei Straßenbahnen, die an einer
Haltestelle anhalten. Insbesondere bei Straßenbahnen, die üblicherweise an
einem erhöhten Absatz halten, bilden der Absatz und die Kupplung der
Straßenbahn eine treppenartige Stufe. Dadurch kann ein Fußgänger sehr einfach
von dem Absatz durch den Kupplungsbereich hindurch herunter springen, indem
er kurz auf die Kupplung tritt. Falls die Straßenbahn genau in diesem Moment
anfährt, können schwere Unfälle entstehen. Beispielsweise sind in Köln zwischen
1998 - 2003 beim Übersteigen der Kupplung vier Unfälle mit einem
Schwerverletzten und drei Toten aufgetreten.
Um die Unfallgefahr zu reduzieren, ist versucht worden, bei Straßenbahnen im
Kupplungsbereich eine einzelne Querstange anzuordnen, die eine Bewegung von
Fußgängern durch den Kupplungsbereich vermeiden soll. Es hat sich allerdings
erwiesen, dass durch diese Maßnahme die Unfälle nicht reduziert wurden.
Stattdessen wurde festgestellt, dass die Querstange Personen veranlasst hat,
eine Fahrt mit der Straßenbahn im Kupplungsbereich zu absolvieren, indem man
sich an der Querstange festhält (sog. "Surfen").
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Unfallschutzeinrichtung zu schaffen, mit der
Unfälle mit verkuppelbaren Fortbewegungsmitteln reduziert werden können,
ohne selbst ein neues Gefahrenpotential zu erzeugen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Unfallschutzeinrichtung
nach Anspruch 1 sowie eine Fortbewegungseinrichtung nach Anspruch 15.
Erfindungsgemäß weist die Unfallschutzeinrichtung eine als optische Barriere
dienende Verblendungseinrichtung auf. Die Verblendungseinrichtung kann mit
Hilfe eines Verbindungsmittels mit einem Fortbewegungsmittel, bei dem es sich
insbesondere um einen Straßenbahnwagon handelt, verbunden werden, so dass
die erfindungsgemäße Unfallschutzeinrichtung im Wesentlichen in einem
Kupplungsbereich verkuppelter Fortbewegungsmittel angeordnet werden kann.
Bei der erfindungsgemäßen Unfallschutzeinrichtung wird ausgenutzt, dass sich
Personen üblicherweise nicht in einen Bereich begeben, den sie nicht einsehen
können. Dadurch, dass mit Hilfe der Verblendungseinrichtung die Sicht auf die
gegenüberliegende Seite zumindest reduziert wird, können Personen nicht
erkennen, ob sich hinter dem Kupplungsbereich Hindernisse oder dgl. befinden.
Es wird ein instinktiver Widerwille erzeugt, sich in das nicht-einsehbare Gebiet zu
bewegen. Durch die Verblendeinrichtung ist erfindungsgemäß vorzugsweise die
Sicht auf die Kupplung selbst verhindert oder zumindest eingeschränkt, so dass
die Kupplung nicht als Trittstufe o.dgl. genutzt werden kann.
Dadurch, dass die erfindungsgemäße Unfallschutzeinrichtung die
Wahrscheinlichkeit, dass Personen sich überhaupt erst in den Kupplungsbereich
begeben, reduziert, wird gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Verkehrsunfällen
verringert. Unfälle mit verkuppelbaren Fortbewegungsmitteln werden also
reduziert.
In bevorzugter Ausführungsform dient die Verblendungseinrichtung nicht nur als
optische Barriere, sondern ist auch als Abdeckung ausgestaltet. Durch die
Abdeckung wird nicht nur die optische, sondern auch die körperliche
Zugänglichkeit in den Kupplungsbereich vermindert, beispielsweise indem ein
physischer Widerstand bereitgestellt war. Das bedeutet, dass insbesondere die
Möglichkeit, in den Kupplungsbereich hineinzutreten, reduziert bzw. sogar
unmöglich gemacht wird. Insbesondere, wenn die Kupplung nicht zu sehen ist,
wird eine Person den Kupplungsbereich nicht durchqueren wollen, da sie nicht
erkennen kann, wo sie in dem Kupplungsbereich ihren Fuß aufsetzen kann, um
ihn zu durchqueren. Die Verblendungseinrichtung ist in diesem Fall
beispielsweise senkrecht zur Fahrtrichtung bogenförmig von einer Seite des
Kupplungsbereichs zur gegenüberliegenden Seite ausgeführt, so dass die
Kupplung zu einem größtmöglichen Teil überdeckt wird. Insbesondere, wenn
mehrere Unfallschutzeinrichtungen in Fahrtrichtung hintereinander ähnlich einem
Zaun angeordnet werden, wird die Zugänglichkeit in den Kupplungsbereich stark
vermindert.
Die Verblendungseinrichtung ist vorzugsweise im Wesentlichen flächig
ausgestaltet. Das bedeutet, dass die Oberfläche der Verblendungseinrichtung im
Verhältnis zum Volumen bzw. zum Gewicht relativ groß ist. Durch die flächige
Ausgestaltung der Verblendungseinrichtung kann ihre Funktion als optische
Barriere und/ oder als Abdeckung bei verhältnismäßig geringem Volumen bzw.
Gewicht verstärkt werden.
Die Verblendungseinrichtung wird insbesondere auf der Seite des
Kupplungsbereichs angeordnet, der von der Straßenmitte weg zeigt, so dass
Fußgänger, die am Straßenrand stehen, von einer Durchquerung des
Kupplungsbereichs abgehalten werden. Es ist allerdings auch möglich, dass eine
Person von der gegenüberliegenden Seite kommend den Kupplungsbereich
durchqueren möchte. Um auch bei diesem Fall die Wahrscheinlichkeit für Unfälle
zu reduzieren, weist die Verblendungseinrichtung in bevorzugter
Ausführungsform mindestens zwei einander gegenüberliegende
Verblendungselemente auf. Die beiden Verblendungselemente sind insbesondere
im Wesentlichen in Verlängerung jeweils einer Seitenwand eines
Fortbewegungsmittels anordnenbar. Durch diese Maßnahme kann die
Möglichkeit, den Kupplungsbereich zu betreten, sowohl für die eine Seite, als
auch für die andere deutlich reduziert werden.
Die Verblendungseinrichtung der Unfallschutzeinrichtung weist vorzugsweise
eine Höhe auf, dass ein Übersteigen und/ oder ein Überspringen erschwert wird
bzw. sogar unmöglich gemacht wird. Je nach dem, in welcher Höhe relativ zu
dem Fortbewegungsmittel die Verblendungseinrichtung befestigt wird, kann die
Unfallschutzeinrichtung überraschend klein ausgestaltet werden. So ist es
beispielsweise möglich, die Verblendungseinrichtung in einer Höhe anzuordnen,
bei der ein Unterklettern der Unfallschutzeinrichtung zwischen
Verblendungseinrichtung und Kupplung gerade eben unterbunden wird. In
diesem Fall weist die Verblendungseinrichtung eine Höhe auf, die ein
Übersteigen bzw. Überspringen gerade verhindert. Insbesondere für diesen Fall
weist die Verblendungseinrichtung eine vertikale Höhe von mindestens 40 cm
auf. Bevorzugt wird eine Höhe von mindestens 60 cm und besonders bevorzugt
von mindestens 100 cm. Durch eine entsprechende Vergrößerung der Höhe der
Unfallschutzeinrichtung kann die Funktion der Verblendungseinrichtung als
optische Barriere bzw. als Abdeckung entsprechend verbessert werden. Ferner
ist es bei einer entsprechenden Höhe der Unfallschutzeinrichtung möglich, ein
Unterklettern der Unfallschutzeinrichtung zu verhindern bzw. sogar ein
Unterklettern der Kupplung zu verhindern.
Vorzugsweise ist die Unfallschutzeinrichtung nicht als ein Karosserieelement
ausgestaltet, dass Kräfte aufnehmen und übertragen muss. Dadurch ist es
möglich, die Verblendungseinrichtung insbesondere in Fahrtrichtung des
Fortbewegungsmittels nachgiebig auszugestalten. Das bedeutet, dass bei einer
Druckkraft auf die Unfallschutzeinrichtung, die im Wesentlichen in Fahrtrichtung
aufgebracht wird, sich die Verblendungseinrichtung zusammendrücken lässt.
Dadurch ist es möglich, die Verblendungseinrichtung der Unfallschutzeinrichtung
so anzuordnen, dass sie in Fahrtrichtung möglichst nahe an die Karosserie des
Fortbewegungsmittels heranreicht. Dadurch wird im Wesentlichen die gesamte
Breite des Kupplungsbereichs von der Unfallschutzeinrichtung abgedeckt.
Durch die Nachgiebigkeit der Verblendungseinrichtung in Fahrtrichtung werden
für den Fall, dass das Fortbewegungsmittel eine Kurve fährt, Beschädigungen
der Unfallschutzeinrichtung bzw. des Fortbewegungsmittels vermieden. Ferner
ist es möglich, die Verblendungseinrichtung in einer Breite auszuführen, dass
auch bei einer Kurvenstellung der verkuppelten Fortbewegungsmittel die
gesamte Breite des Kupplungsbereichs an der Kurvenaußenseite von der
Verblendungseinrichtung überdeckt wird.
Zusätzlich bzw. alternativ ist die Unfallschutzeinrichtung senkrecht zur
Fahrtrichtung des Fortbewegungsmittels nachgiebig. Dadurch wird vermieden,
dass eine Person, die sich an der Unfallschutzeinrichtung festhalten will, einen
stabilen Halt erhält. Sich während der Fahrt des Fortbewegungsmittels an der
Unfallschutzeinrichtung festzuhalten, wird dadurch nahezu verhindert. Die
Nachgiebigkeit der Verblendungseinrichtung kann insbesondere dadurch erreicht
werden, indem die Verblendungseinrichtung zumindest teilweise aus einem
flexiblen Material besteht, das vorzugsweise wetterbeständig ist. Die
Verblendungseinrichtung könnte beispielsweise eine Stoffplane insbesondere aus
Kunststoff aufweisen oder an ihren Seitenkanten bzw. -flächen mit Schaumstoff
oder dgl. gepolstert sein.
Die Verblendungseinrichtung kann insbesondere ein Federelement aufweisen,
dass die Verblendungseinrichtung insbesondere in Fahrtrichtung des
Fortbewegungsmittels auseinander drückt. Durch dieses Federelement ist die
Verblendungseinrichtung in der Lage, bei einer Kurvenfahrt des
Fortbewegungsmittels in Richtung der Fahrtrichtung nachzugeben. Nach
Absolvierung der Kurve durch das Fortbewegungsmittel wird die
Verblendungseinrichtung selbsttätig wieder in die Ausgangslage zurückgedrückt.
Als Federelement eignet sich vorzugsweise eine Blattfeder, die insbesondere im
Wesentlichen in Fahrtrichtung des Fortbewegungsmittels angeordnet ist.
In einer einfachen Ausführung ist die Unfallschutzeinrichtung im
Kupplungsbereich mit dem Fortbewegungsmittel verbunden. Das
Verbindungsmittel ist dabei über eine Flanschverbindung mit Hilfe einer Schelle
oder dgl. mit der Kupplung des Fortbewegungsmittels verbunden. In bevorzugter
Ausführungsform ist das Verbindungsmittel als elastisches Seil ausgestaltet, so
dass die Unfallschutzeinrichtung zwischen zwei Fortbewegungsmitteln
aufgespannt werden kann. Eine Befestigung mit der Kupplung eines der
Fortbewegungsmittel kann dabei entfallen. Die Verblendungseinrichtung hängt
sozusagen im Kupplungsbereich freischwebend in der Luft. Insbesondere, wenn
für die Verblendungseinrichtung auch Federelemente verwendet werden, ist es
möglich, das elastische Seil durchgängig von einem Fortbewegungsmittel zum
anderen auszugestalten. Die Verblendungseinrichtung wird in diesem Fall von
den Seilen nur gehalten und von den Federelementen in Form gehalten.
Das als elastisches Seil oder dgl. ausgestaltete Verbindungsmittel kann sehr
einfach, beispielsweise mit Haken in Öffnungen, die in den
Fortbewegungsmitteln vorgesehen sind, eingehakt werden. Dadurch kann die
Montage der Unfallschutzeinrichtung äußerst einfach erfolgen. Insbesondere,
wenn mit dem elastischen Seil Karabinerhaken oder dgl. verbunden sind, kann
die Unfallschutzeinrichtung schnell und sicher montiert werden, indem die
Karabinerhaken in entsprechende Öffnungen, Ösen, Haken oder dgl.
eingehangen werden. Um einen Diebstahl der Unfallschutzeinrichtung zu
vermeiden, kann der Karabinerhaken oder dgl. so ausgestaltet sein, dass er nur
mit Hilfe eines Werkzeugs, wie beispielsweise ein Schraubendreher oder
Maulschlüssel, geöffnet werden kann. Alternativ kann ein Vorhängeschloss oder
dgl. vorgesehen werden, dass nur mit Hilfe eines Schlüssels zu öffnen ist. Das
Seil ist in bevorzugter Ausführungsform längenverstellbar ausgeführt, so dass
die Länge und damit eine Vorspannung für verschiedenste Geometrien
einstellbar ist.
Insbesondere, wenn das Verbindungsmittel als elastisches Seil ausgestaltet ist,
können bereits vorhandene Straßenbahnwagons besonders einfach und
kostengünstig mit der erfindungsgemäßen Unfallschutzeinrichtung nachgerüstet
werden. Prinzipiell reicht es aus, die Karosserie der Straßenbahnwagons mit
Löchern oder angeschweißten Ösen zu versehen, um die Unfallschutzeinrichtung
montieren zu können.
Die Verblendungseinrichtung kann mit Hilfe von mindestens zwei insbesondere
als Seil ausgestalteten Verbindungsmitteln derart zwischen zwei verkuppelte
Fortbewegungsmittel gespannt werden, dass insbesondere mindestens der halbe
Kupplungsbereich von der Verblendungseinrichtung überspannt wird. Dadurch
wird sichergestellt, dass im ausreichenden Maße die Verblendungseinrichtung
ihre Funktion als optische Barriere bzw. als Abdeckung wahrnehmen kann. Dies
ist insbesondere der Fall, wenn die Verblendungseinrichtung eine
undurchsichtige, d.h. blickdichte, Kunststoffplane aufweist.
In bevorzugter Ausführungsform sind die Verblendungselemente der
Verblendungseinrichtung in Schwerkraftrichtung nach außen geneigt
ausgerichtet. Dadurch wird sichergestellt, dass Regenwasser, Schmutz und dgl.
von der Verblendungseinrichtung ablaufen kann. Der Abstand der vorzugsweise
gegenüberliegend angeordneten Verblendungselemente wird also in
Schwerkraftrichtung größer.
In besonders bevorzugter Ausführungsform sind die zwei Verbindungselemente
über ein Verbindungsstück miteinander verbunden, das insbesondere im
Wesentlichen senkrecht zur Schwerkraftrichtung ausgerichtet ist. Dadurch ist es
möglich, dass die Verblendungselemente und das Verbindungsstück einstückig
ausgestaltet sind, wodurch die Herstellung der Verblendungseinrichtung
vereinfacht werden kann. Die Verbindungselemente und das Verbindungsstück
können im Querschnitt insbesondere Trapezförmig oder U-förmig ausgestaltet
sein.
Die Stabilität der Unfallschutzeinrichtung kann weiter gesteigert werden, indem
die Verblendungseinrichtung an im Wesentlichen senkrecht zur Fahrtrichtung
verlaufenden Kanten der Verblendungseinrichtung Verstärkungselemente
aufweist. Als Verstärkungselemente eignen sich insbesondere Kunststoffleisten,
die gerade und/ oder bogenförmig ausgestaltet sein können. Die
Kunststoffleisten können beispielsweise teleskopartig gegeneinander verschoben
werden, so dass die erfindungsgemäße Unfallschutzeinrichtung sehr klein und
kompakt gelagert bzw. transportiert werden kann. Die Verstärkungselemente
bieten sich insbesondere an, um die Verblendungseinrichtung mit Hilfe des
Verbindungsmittels mit dem Fortbewegungsmittel zu verbinden. Ferner
verhindern die Verstärkungselemente, dass die Verblendungseinrichtung Falten
schlägt oder dgl. Dadurch ist es insbesondere möglich, die
Verblendungseinrichtung mit Warnhinweisen und/ oder Gefahrpiktogrammen zu
versehen. Zusätzlich bzw. alternativ kann die Verblendungseinrichtung mit einer
Werbung versehen werden, so dass es möglich ist, bei der Verwendung der
erfindungsgemäßen Unfallschutzeinrichtung die Anschaffungskosten durch
Werbung zu amortisieren bzw. sogar zu übertreffen.
Die Verblendungseinrichtung weist insbesondere mindestens eine Öffnung auf,
damit Regenwasser und/ oder Wind durchgelassen werden kann. So ist es
beispielsweise möglich, in dem Verbindungsstück eine Öffnung vorzusehen,
damit an einer genau definierten Stelle Regenwasser abgelassen werden kann,
oder den Luftwiderstand der Verblendungselemente bei Seitenwind zu
reduzieren.
Die Erfindung betrifft ferner eine Fortbewegungseinrichtung mit einem ersten
Fortbewegungsmittel, wie beispielsweise einem Straßenbahnwagon, dessen
erste Kupplung sich in einem Kupplungsbereich befindet. In diesem
Kupplungsbereich ist die wie zuvor beschriebene Unfallschutzeinrichtung
angeordnet. Um den Zugang für Unbefugte in den Kupplungsbereich weiter zu
erschweren, kann die Unfallschutzeinrichtung insbesondere ein weiteres
Verblendungselement aufweisen, dass auf der entgegen der Fahrtrichtung
zugewandten Seite angeordnet ist.
Die Fortbewegungseinrichtung weist insbesondere ein zweites
Fortbewegungsmittel auf, dass über eine zweite Kupplung mit der ersten
Kupplung des ersten Fortbewegungsmittels verbunden ist. Die zweite Kupplung
befindet sich dadurch ebenfalls in dem Kupplungsbereich. Die Unfallgefahr, die
von dem zweiten Fortbewegungsmittel ausgeht, bei dem es sich beispielsweise
um einen angekoppelten Straßenbahnwagon handelt, wird durch die
Unfallschutzeinrichtung, die in dem Kupplungsbereich angeordnet ist, deutlich
reduziert.
In der Regel weist das erste Fortbewegungsmittel und/ oder das zweite
Fortbewegungsmittel mindestens ein Fenster auf. In bevorzugter
Ausführungsform reicht die Höhe der Verblendungseinrichtung bis zur
Unterkante des Fensters. Diese Höhe reicht in etwa aus, um ein Übersteigen
oder ein Überspringen der Unfallschutzeinrichtung zu verhindern. Die Unterkante
der Unfallschutzeinrichtung ist insbesondere mindestens 5 cm, vorzugsweise
mindestens 30 cm von einem Bodenniveau aus entfernt angeordnet. Dadurch ist
sichergestellt, dass die Unfallschutzeinrichtung genügend Bodenfreiheit aufweist,
damit sie beim Betrieb der Fortbewegungseinrichtung nicht beschädigt wird.
Gleichzeitig reicht die Unfallschutzeinrichtung weit genug nach unten, dass der
Kupplungsbereich möglichst weit umhüllt wird.
Durch diese Maßnahmen ist es möglich, die Unfallschutzeinrichtung in die
gestalterische Formensprache der Fortbewegungseinrichtung zu integrieren.
Insbesondere, wenn die Oberkante der Unfallschutzeinrichtung mit der
Unterkante der Fenster fluchtet und die Unterkante der Unfallschutzeinrichtung
mit der Wagen-Unterkante fluchtet, wird die Unfallschutzeinrichtung nicht als
Fremdkörper der Fortbewegungseinrichtung empfunden, sondern als
zusätzliches gestalterisches Element, welches das Design der
Fortbewegungseinrichtung nicht beschränkt, sondern unterstreicht. Dieser Effekt
wird insbesondere dadurch verstärkt, indem Form und Farbe der
Verblendungseinrichtung und der Verbindungsmittel auf Form und Farbe der
Fortbewegungseinrichtung abgestimmt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische schematische Ansicht der
Unfallschutzeinrichtung,
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht der Unfallschutzeinrichtung,
- Fig. 3
- eine schematische Draufsicht der Unfallschutzeinrichtung in
Richtung des Pfeils III in Fig. 2,
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Fortbewegungseinrichtung mit der Unfallschutzeinrichtung in einer
ersten alternativen Ausführungsform,
- Fig. 5
- eine schematische teilgeschnittene Seitenansicht der
Fortbewegungseinrichtung mit der Unfallschutzeinrichtung in einer
zweiten alternativen Ausführungsform und
- Fig. 6
- eine schematische Schnittansicht in Richtung der Pfeile VI - VI in
Fig. 5.
Fig. 1 zeigt, dass eine Verblendungseinrichtung 10 der erfindungsgemäßen
Unfallschutzeinrichtung als Abdeckung für zwei Kupplungen 12, 14 in einem
Kupplungsbereich 16 ausgestaltet ist. Die Verblendungseinrichtung 10 besteht
im Wesentlichen aus einer blickdichten Kunststoffplane, die flexibel und somit
nachgiebig ist. Die Verblendungseinrichtung 10 wird insbesondere von vier,
bevorzugt von sechs und besonders bevorzugt von acht Verbindungsmitteln 18
gehalten, die an eingenähten Kunststoffleisten 20 befestigt sind. Die
Kunststoffleisten 20 sind in den Kanten der Verblendungselemente 22 eingenäht,
die jeweils im Wesentlichen senkrecht zur Fahrtrichtung angeordnet sind. Die
beiden Verblendungselemente 22 sind über ein Verbindungsstück 24
insbesondere einstückig miteinander verbunden. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind in den Kanten 26, die senkrecht zur Fahrtrichtung
angeordnet sind, keine Kunststoffleisten 20 eingenäht. Die Oberkanten 28 und
Unterkanten 30 der Verblendungselemente 22 sind ebenfalls nicht mit
Verstärkungselementen 20 versehen, so dass die Verblendungseinrichtung 10 in
Fahrtrichtung nachgiebig ist.
Die Verblendungseinrichtung 10 ist an mehreren Stellen mit Öffnungen 32
versehen, durch die Regenwasser bzw. Wind hindurchgehen kann. Die
Verblendungseinrichtung 10 weist ferner insbesondere auf den
Verblendungselementen 22 einen Warnsignal 34 auf, bei dem es sich aber auch
um eine Werbung handeln könnte.
Die Verblendungseinrichtung 10 mit den Verblendungselementen 22 und dem
Verbindungsstück 24 bildet im Querschnitt im Wesentlichen ein trapezförmiges
Dach, mit dem die Kupplungen 12, 14 abgedeckt werden. Durch die schrägen
Flanken des trapezförmigen Daches, die von den Verblendungselementen 22
eingenommen werden, kann Regenwasser nach außen ablaufen. Durch dieses
Dach werden die Kupplungen 12, 14 vor Verschmutzung durch Regen- und
Spritzwasser geschützt.
Die Verblendungseinrichtung 10 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel nicht
mit den Kupplungen 12, 14 verbunden. Stattdessen wird die
Verblendungseinrichtung 10 von den als elastisches Seil ausgestalteten
Verbindungsmitteln 18 parallel zur Fahrtrichtung aufgespannt. Zu diesem Zweck
können die Verbindungsmittel 18 über Karabinerhaken 36 mit einem
Fortbewegungsmittel 40 verbunden werden.
In Fig. 2 ist zu sehen, dass die Verbindungsmittel 18 mit Öffnungen 42
verbunden sind. Bei den Öffnungen 42 kann es sich um Bohrungen in der
Karosserie der Fortbewegungsmittel 40 handeln oder beispielsweise um
angeschweißte Augen.
Die Fortbewegungsmittel 40 weisen Fenster 44 auf. Damit die
Unfallschutzeinrichtung zum Design der Fortbewegungsmittel 40 passt, ist die
Größe der Verblendungseinrichtung 10 so ausgestaltet, dass die Oberkante 28
der Verblendungseinrichtung 10 mit einer Unterkante 46 der Fenster 44 fluchtet.
Ferner fluchtet die Unterkante 30 der Verblendungseinrichtung 10 mit der
Unterkante 48 des Fortbewegungsmittels 40. Da der Abstand der
Fortbewegungsmittel 40 im Kupplungsbereich 16 nicht konstant ist, sind in
diesem Ausführungsbeispiel die Verblendungselemente 22 der
Verblendungseinrichtung 10 trapezförmig ausgestaltet. Durch die trapezförmige
Ausgestaltung der Verblendungselemente 22 wird im unteren Bereich des
Kupplungsbereichs 16, in dem der Abstand der Fortbewegungsmittel 40 größer
ist als im oberen Bereich des Kupplungsbereichs 16, durch eine möglichst
einfache Formgestaltung ein Großteil des Kupplungsbereichs 16 von der
Verblendungseinrichtung 10 abgedeckt. Die Verblendungseinrichtung 10 kann
aber auch so ausgeformt sein, dass die Kontur der Verblendungselemente 22
und/ oder des Verbindungsstücks 24 möglichst genau mit einer Außenkontur 50
der Fortbewegungsmittel 40 korrespondieren.
Dadurch, dass die Verblendungselemente 22 nur bis zur Unterkante 48 der
Fortbewegungsmittel 40 reichen, wird ein gewisser Abstand bis zu einem
Bodenniveau 52 bewahrt. Durch diese Bodenfreiheit wird sichergestellt, dass die
Unfallschutzeinrichtung nicht beschädigt werden kann, beispielsweise, indem das
Verblendungselement 22 nicht von Rädern 54 der Fortbewegungsmittel 40
eingezogen werden.
Ferner zeigt Fig. 2, wie bei der erfindungsgemäßen Fortbewegungseinrichtung
zwischen zwei Fortbewegungsmitteln 40 die erfindungsgemäße
Unfallschutzeinrichtung in dem Kupplungsbereich 16 angeordnet ist. Durch diese
einfache und kostengünstige Maßnahme kann die Unfallgefahr von
Fortbewegungsmitteln 40, bei denen es sich insbesondere um
Straßenbahnwagons handelt, deutlich reduziert werden.
Fig. 3 zeigt, wie die Verblendungseinrichtung 10 der Kontur 50 der
Fortbewegungsmittel 40 folgt. Der Abstand der Kunststoffleisten 20 und der
Kanten 26 bis zur Kontur 50 ist weitestgehend konstant. Die Unterkanten 30 und
Oberkanten 28 der Verblendungseinrichtung 10 sind nicht verstärkt, so dass sie
in Fahrtrichtung nachgeben können, falls die Kontur 50 der Fortbewegungsmittel
40 auf die Kanten 26 bzw. Kunststoffleisten 20 drückt.
Die Öffnungen 32 in dem Verbindungsstück 24 sind so angeordnet, dass
Regenwasser an den Kupplungen 12, 14 vorbeitropfen kann.
Fig. 4 zeigt eine Fortbewegungseinrichtung mit einer alternativen Ausgestaltung
der Unfallschutzeinrichtung. Das Verbindungsmittel 18 ist in dieser
Ausführungsform nicht als elastisches Seil ausgestaltet, sondern als flanschartige
Schraubenverbindung, mit der ein Mittelsteg 56 mit der Kupplung 14 im
Kupplungsbereich 16 verschraubt wird. Mit dem Mittelsteg 56 sind
Federelemente 58 verbunden, welche die Kunststoffleisten bzw.
Verstärkungselemente 20 nach außen in Richtung der Kontur 50 der
Fortbewegungsmittel 40 drücken. Die Federelemente 58 sind dabei insbesondere
als Blattfeder ausgestaltet. Die Verblendungseinrichtung 10 weist in dieser
Ausführungsform kein Verbindungsstück 24 auf, sondern nur ein einzelnes
Verblendungselement 22. Um das Aussehen der Verblendungseinrichtung 10 zu
verbessern, kann sie ein zweites Verblendungselement 22 aufweisen, mit dem
die Sicht auf den Mittelsteg 56, die Federelemente 58 sowie der
Verstärkungselemente 20 kaschiert werden kann.
Auch in dieser Ausführungsform fluchtet die Oberkante 28 der
Verblendungseinrichtung 10 mit der Unterkante 46 der Fenster 44 der
Fortbewegungsmittel 40. Im Gegensatz zu vorherigen Ausführungsformen ist die
Verblendungseinrichtung kürzer ausgeführt, so dass die Unterkante 30 der
Verblendungseinrichtung 10 nicht mehr mit der Unterkante 48 der
Fortbewegungsmittel 40 fluchtet. Durch diese Maßnahme kann der
Materialbedarf für die Verblendungselemente 22 reduziert werden. Es ist
vorteilhaft, wenn der Abstand der Unterkante 30 bis zum Bodenniveau 52 nicht
so groß wird, dass eine Person zwischen den Kupplungen 12, 14 und der
Unterkante 30 der Verblendungseinrichtung 10 hindurchklettern könnte.
Da diese Ausführungsform der Unfallschutzeinrichtung auch über eine Schelle
mit der Kupplung 14 bzw. 12 verbunden werden kann, kann auf konstruktive
Maßnahmen an den Fortbewegungsmitteln 40, um die Unfallschutzeinrichtung
montieren zu können, sogar ganz verzichtet werden. Ferner kann diese
Ausführungsform der Unfallschutzeinrichtung mit dem Fortbewegungsmittel 40
verbunden werden, ohne dass ein zweites Fortbewegungsmittel 40 mit diesem
verbunden ist.
In einer weiteren Ausführungsform (Fig. 5) ist die Verblendungseinrichtung 10
im Vergleich zu der in Fig. 4 dargestellten Verblendungseinrichtung 10 ohne eine
formschlüssige Verbindung mit einem der Fortbewegungsmittel 40 oder einer
der Kupplungen 12, 14 zwischen den Fortbewegungsmitteln 40 angeordnet. Die
Verbindung der Verblendungseinrichtung 10 mit den Fortbewegungsmitteln 40
erfolgt reibschlüssig, indem die Verblendungseinrichtung 10 mit Hilfe der Feder
58 zwischen den Fortbewegungsmitteln gehalten wird. Die Feder 58 weist eine
Federkraft auf, die stark genug ist, um an den Verbindungsstellen der
Verblendungseinrichtung 10 mit den Fortbewegungsmitteln 40 eine derart große
Reibungskraft bereitzustellen, dass die Gewichtskraft der Unfallschutzeinrichtung
kompensiert wird. Um ein Verkratzen der Fortbewegungsmittel 40 zu vermeiden,
ist eine Polsterung 60 vorgesehen, die beispielsweise aus Schaumstoff besteht.
Die Feder 58 und die Polsterung 60 bilden zusammen das Verbindungsmittel 18,
welches die Verblendungseinrichtung 10 reibschlüssig mit den
Fortbewegungsmitteln 40 verbindet.
Zur besseren Krafteinleitung der Feder 58 in die Polsterung 60 ist vorzugsweise
innerhalb der Polsterung 60 ein Formgebungselement 62 vorgesehen, bei dem
es sich beispielsweise um Kunststoffleisten, Aluminiumprofile oder dgl. handelt.
Das Formgebungselement 62 ist mit der Feder 58 verbunden und insbesondere
vollständig von der Polsterung 60 umgeben.
Die Unfallschutzeinrichtung ist im Querschnitt insbesondere U-förmig (Fig. 6)
ausgestaltet, so dass die Kupplungen 12, 14 auch bei Kurvenfahrt nicht mit der
Verblendungseinrichtung 10 in Kontakt gelangen. Die Verblendungseinrichtung
10 ist also in Bezug zu den Kupplungen 12, 14 schwebend angeordnet. In der U-förmigen
Ausgestaltung der Unfallschutzeinrichtung gehen die
Verblendungselemente 22 und das Verbindungsstück 24 übergangslos in
einander über, so dass Nahtstellen vermieden sind. Vorzugsweise ist ein
Querträgerelement vorgesehen, das die Polsterung 60 bzw. das
Formgebungselement 62 im Bereich der Schenkel des U miteinander verbindet
und ggf. auf einer der Kupplungen 12, 14 aufliegen kann.