Die vorliegende Erfindung betrifft einen Reflektor für elektromagnetische Wellen
mit speziell geformter Oberfläche. Solche Reflektoren mit geformten Oberflächen
sind bereits aus dem Stand der Technik bekannt.
So beschreibt EP 0 920 076 ein Antennensystem mit einem Reflektor mit geformter
Oberfläche, wobei zwei Strahlbündel, die von getrennten Strahlern ausgehen,
auf zwei unterschiedliche Ausleuchtgebiete fokussiert werden.
In EP 0 915 529 wird die Möglichkeit beschrieben, mit Hilfe eines Reflektors mit
geformter Oberfläche aus mehreren Strahlbündeln mehrerer Strahler, die über ein
geeignetes Verteilnetzwerk zusammengeschaltet werden, ein einziges Strahlbündel
zu formen, das auf ein Ausleuchtgebiet gerichtet wird.
US 4,298,877 beschreibt einen Reflektor mit geformter Oberfläche, der dazu
dient, zwei Strahlbündel auf zwei verschiedene Empfänger (Satelliten) zu fokussieren.
US 5,684,494 schlägt eine Fokussierung getrennter Strahlbündel unterschiedlicher
Polarisation durch eine Reflektoranordnung aus zwei Reflektoren vor, wobei
jeder der Reflektoren als Gitterreflektor ausgebildet ist und nur für eine der Polarisationsrichtungen
wirksam ist.
Die aus dem Stand der Technik bekannten Reflektoren sind nur eingeschränkt für
Anwendungen geeignet, bei denen eine bidirektionale Strahlrichtung mit einer effektiven
Entkopplung für Senderichtung und Empfangsrichtung zu einem gemeinsamen
Ausleuchtgebiet verwirklicht werden soll, insbesondere gekoppelt mit der
Möglichkeit der Verwendung gleicher Frequenzen und/oder gleicher Polarisation
für Senderichtung und Empfangsrichtung. Es bestehen bislang folgende Probleme:
- Bei einem einfachen konstruktiven Aufbau mit einem gemeinsamen Strahler
für Senderichtung und Empfangsrichtung und unter Verwendung eines Reflektors
besteht keine ausreichende Entkopplung zwischen der Senderichtung und
der Empfangsrichtung der elektromagnetischen Strahlung. Diese muß durch
zusätzliche Bausteine wie z.B. Frequenzweichen bei getrennter Sende- und
Empfangsfrequenz, wie es in der Kommunikationstechnik üblich ist, oder Zirkulatoren
bei gleicher Sende- und Empfangsfrequenz, wie in der Radartechnik
üblich, erzeugt werden.
- Soll eine Entkopplung durch getrennte Strahler erreicht werden, so sind aufwendige
Konstruktionen wie mehrere Reflektoren im Falle der US 5,684,494
nötig, die jedoch die verwendbaren Polarisationsrichtungen einschränken, da
unterschiedliche Polarisationsrichtungen für Senderichtung und Empfangsrichtung
gegeben sein müssen. Dies schränkt die durch die Antennenanordnung
übertragbaren Datenmengen deutlich ein.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Möglichkeit bereitzustellen,
die eine entkoppelte, bidirektionale Übertragung elektromagnetischer Wellen bei
maximaler übertragbarer Datenmenge erlaubt.
Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des vorliegenden Anspruchs 1. Anspruch
2 umfaßt ein Verfahren zur Ermittlung der Oberflächenform eines Reflektors.
Erfindungsgemäß weist die Oberfläche des Reflektors eine lokale Formgebung
auf, die derart ausgelegt ist, daß der Reflektor zumindest eine Gruppe räumlich
getrennter Foki aufweist und von dieser Gruppe von Foki ausgehende Strahlbündel
durch den Reflektor auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet gerichtet werden.
Der Reflektor kann aber auch mehrere Gruppen von Foki aufweisen, wobei jeweils
von einer Gruppe von Foki ausgehende Strahlbündel durch den Reflektor
auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet gerichtet werden. Es kann dabei im Ausleuchtgebiet
eine Fokussierung auf einen gemeinsamen Ausleuchtpunkt, z.B. eine
entfernte Empfangsantenne, erfolgen, es können aber auch die Strahlbündel im
Ausleuchtgebiet eine bestimmte, sich deckende Ausdehnung aufweisen, die weitgehend
an die Form des Ausleuchtgebietes, beispielsweise eines Teiles der Erdoberfläche,
angepaßt werden kann. In der umgekehrten Strahlrichtung, d.h. ausgehend
vom Ausleuchtgebiet in Richtung auf die Foki, erfolgt bei dieser ersten
Ausgestaltung eine Fokussierung auf alle Foki, so daß ein Empfänger grundsätzlich
in jedem der Foki angeordnet sein kann. Die Richtwirkung bzw. Fokussierungswirkung
des Reflektors ist hierbei unabhängig von der Frequenz oder der
Polarisation der Strahlbündel.
In einer weiterführenden Ausgestaltung der Erfindung ist eine frequenzselektive
Wirkung des Reflektors vorgesehen, d.h. daß sich eine unterschiedliche räumliche
Position der Foki für unterschiedliche Frequenzen oder Frequenzbänder ergibt
oder sich die räumliche Trennung der Foki bei unterschiedlichen Frequenzen oder
Frequenzbändern verstärkt. Es werden hierbei weiterhin die von einer Gruppe von
Foki ausgehenden Strahlbündel durch den Reflektor auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet
gerichtet, in der umgekehrten Richtung erfolgt jedoch pro Frequenz
oder Frequenzband lediglich eine Fokussierung auf einen der Foki. Ein Empfänger
für eine bestimmte Frequenz oder ein bestimmtes Frequenzband ist daher in
dem entsprechenden Fokus anzuordnen.
In einem Betriebsfall kann der Reflektor dazu verwendet werden, einerseits
Strahlbündel, die von einem Sender in einem Fokus ausgehen, auf das Ausleuchtgebiet
zu richten, andererseits Strahlbündel, die von dem Ausleuchtgebiet
ausgehen, auf einen Empfänger in einem der Foki zu richten. Solche Sender und
Empfänger sollen im weiteren allgemein als Strahler bezeichnet werden. Dabei
sind unterschiedliche Szenarien für die Wirkung der Strahler als Sender und Empfänger
möglich:
a) nicht-frequenzselektive Oberflächenform des Reflektors:
Von jedem Strahler, der in einem der Foki angeordnet ist, ausgehende Strahlbündel
werden durch den Reflektor zum Ausleuchtgebiet hin gerichtet. Entgegengesetzt
gerichtete Strahlbündel werden auf alle Foki fokussiert. Es kann nun der
sendende Strahler auch gleichzeitig als Empfänger wirken. Weitere Strahler in
den anderen Foki sollten dann auf einer anderen Frequenz betrieben werden. Der
Empfang der auf die Foki fokussierten Strahlbündel auch durch andere Strahler
als den eigentlichen Empfänger führt jedoch kaum zu einer Beeinträchtigung dieser
anderen Strahler, da einerseits eine frequenzspezifische Abstimmung der
Strahler erfolgt und andererseits die empfangene Leistung meist weit unter der
Sendeleistung der Strahler liegt.
Ist jedoch neben dem sendenden Strahler ein separater Strahler als Empfänger in
einem anderen Fokus vorgesehen, so erfolgt ebenfalls kaum eine Beeinflussung
des sendenden Strahlers durch das auch in seinen Fokus fokussierten empfangene
Strahlbündel, da wiederum die empfangene Leistung meist weit unter der
Sendeleistung der Strahler liegt.
b) frequenzselektive Oberflächenform des Reflektors:
Eine Anwendung hierfür ist, daß in einem Fokus ein Strahler angeordnet ist, der
lediglich als Sender auf einer bestimmten Frequenz oder in einem bestimmten
Frequenzband wirkt, während ein weiterer Strahler in einem anderen Fokus angeordnet
ist, der lediglich als Empfänger für eine andere Frequenz oder ein anderes
Frequenzband wirkt. Ein empfangenes Strahlbündel wird durch die frequenzselektive
Wirkung des Reflektors dann lediglich auf den Empfänger fokussiert.
Es kann vorgesehen sein, daß die einzelnen elektromagnetischen Strahlbündel
unterschiedliche Polarisation aufweisen. Es kann somit neben der räumlichen
Trennung durch mehrere Foki eine weitere Entkopplung erfolgen. Andererseits
kann aber auch vorgesehen sein, daß die den unterschiedlichen Foki zugeordneten
Strahlbündel identische Polarisationsrichtungen aufweisen. Ein erfindungsgemäßer
Reflektor weist somit den Vorteil auf, daß für eine entkoppelte Übertragung
elektromagnetische Wellen mit beliebiger Polarisationsrichtung lediglich ein einziger
Reflektor benötigt wird. Somit weist die erfindungsgemäße Anordnung eine
größere Einfachheit und Effektivität auf als der Stand der Technik.
Die geformte Oberfläche des Reflektors kann nun derart ausgelegt sein, daß der
Reflektor lediglich zwei Foki besitzt, so daß elektromagnetische Strahlbündel, beispielsweise
Strahlbündel verschiedener Frequenz oder Frequenzbänder, die von
zwei räumlich getrennten Strahlern ausgehen, welche in den Foki angeordnet
sind, auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet gerichtet werden. Die Anpassung der
Reflektorstruktur erfolgt in diesem Fall somit lediglich auf zwei Strahlungsquellen.
Die Oberflächenformung des Reflektors kann jedoch auch so angepaßt werden,
daß der Reflektor mehr als nur zwei Foki aufweist, so daß mehr als nur zwei
Strahler Verwendung finden können, deren Strahlbündel auf entsprechende Ausleuchtgebiete
fokussiert werden. Es können mehrere Gruppen räumlich getrennter
Strahler vorgesehen sein, wobei die Oberflächenformung des Reflektors so ausgelegt
ist, daß die von einer ersten Gruppe räumlich getrennter Strahler ausgehenden
elektromagnetischen Strahlbündel, beispielsweise mit verschiedener Frequenz
oder Frequenzbändern, auf ein erstes gemeinsames Ausleuchtgebiet fokussiert
werden und die von einer zweiten oder ggf. weiteren Gruppe räumlich
getrennter Strahler ausgehenden elektromagnetischen Strahlbündel auf ein zweites
gemeinsames Ausleuchtgebiet fokussiert werden. Jede der einzelnen Gruppen
kann dabei zwei oder mehr Strahler umfassen. Die einzelnen Strahler einer
Gruppe untereinander können beispielsweise jeweils mit unterschiedlicher Frequenz
oder Frequenzbändern betrieben werden, dagegen können die einzelnen
Frequenzen oder Frequenzbänder parallel in allen Gruppen genutzt werden. Es
können natürlich auch innerhalb einer Gruppe gleiche Frequenzen für mehrere
Strahler genutzt werden, wie bereits vorstehend beschrieben.
Insbesondere kann der Reflektor einzelne Oberflächenbereiche aufweisen, die
jeweils für ein Ausleuchtgebiet und gegebenenfalls auch für eine Frequenz oder
ein Frequenzband wirksam sind. Somit muß nicht die gesamte Reflektorfläche so
ausgelegt sein, daß sie als Ganzes die gewünschte Fokussierungswirkung für die
einzelnen Strahlbündel bewirkt. Damit ist auch nicht unbedingt eine komplette
Ausleuchtung des gesamten Reflektors durch die einzelnen Strahlbündel erforderlich.
Die Ausleuchtung kann vielmehr auf die für ein bestimmtes Ausleuchtgebiet
und gegebenenfalls für eine bestimmte Frequenz bzw. ein bestimmtes Frequenzband
wirksamen Oberflächenbereiche beschränkt werden. Dies ermöglicht eine
weitergehende Optimierung der Reflektoroberfläche für die einzelnen Frequenzen
bzw. Ausleuchtgebiete.
Der Reflektor kann weiterhin Oberflächenbereiche aufweisen, die zur Erzielung
einer Isolationswirkung in Gebieten dienen, die den Ausleuchtgebieten benachbart
sind. Solch eine Isolationswirkung dient dazu, die Ausleuchtung weitgehend
auf die einzelnen Ausleuchtgebiete zu reduzieren und in der Nachbarschaft der
Ausleuchtgebiete, insbesondere auch zwischen den Ausleuchtgebieten, evtl. störende
Streuausleuchtungen, z.B. durch Nebenkeulen oder kreuzpolare Anteile der
Strahlbündel, weitgehend zu reduzieren. Auch können dadurch gewisse, den Ausleuchtgebieten
benachbarte Gebiete, in denen eine Ausleuchtung in jedem Fall
vermieden werden soll, ausgeblendet werden. Werden auch für diesen Zweck
separate Bereiche der Reflektoroberfläche vorgesehen, so können auch diese
weitgehend unabhängig von den anderen Oberflächenbereichen des Reflektors
optimiert werden, um die gewünschte Wirkung in möglichst idealer Weise zu erzielen.
Es können zu diesem Zweck aber auch Oberflächenbereiche genutzt werden,
die gleichzeitig für benachbarte Ausleuchtgebiete und gegebenenfalls andere
Frequenzen oder Frequenzbänder wirksam sind.
Die Oberflächenform des Reflektors kann beispielsweise so ausgelegt sein, daß
die Oberfläche des Reflektors eine Ebene oder gekrümmte Fläche bildet, wobei
dieser Fläche eine lokale Feinstruktur aus Erhebungen und Vertiefungen überlagert
ist. Die Reflexionswirkung des Reflektors wird somit einerseits durch die globale
Formgebung der Reflektoroberfläche (eben oder gekrümmt) bestimmt, andererseits
kann die Reflexionswirkung bezüglich der Ausleuchtgebiete oder Isolationsgebiete,
gegebenfalls auch für die einzelnen Frequenzen oder Frequenzbänder,
durch die lokale Formgebung der Reflektoroberfläche angepaßt oder optimiert
werden.
Die lokale Formgebung der Reflektoroberfläche kann, ähnlich einer fraktalen
Struktur, mehrere Stufen von Feinstrukturen unterschiedlicher Größenordnungen
aufweisen. Somit ist der globalen Oberflächenstruktur eine erste lokale Oberflächenstruktur
einer ersten, kleineren Größenordnung überlagert, der wiederum eine
zweite lokale Oberflächenstruktur mit wiederum kleinerer Größenordnung überlagert
ist. Es können noch weitere Stufen von lokalen Strukturen überlagert sein,
jeweils mit kleinerwerdenden Größenordnungen.
Die vorliegende Erfindung ist anwendbar für ein Antennensystem, das einen erfindungsgemäßen
Reflektor mit geformter Oberfläche aufweist. Bei einem solchen
Antennensystem ist zumindest eine Gruppe erster und zweiter Strahler vorgesehen.
Die ersten Strahler einer Gruppe sind dabei räumlich getrennt von den zweiten
Strahlern angeordnet. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll im folgenden
von einem ersten Strahler und einem zweiten Stahler für die erste Gruppe
ausgegangen werden. Der erste und zweite Strahler sind jeweils in einem Fokus
des Reflektors angeordnet, so daß von dem ersten und zweiten Strahler ausgehende
erste und zweite Strahlbündel auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet gerichtet
werden. Der erste Strahler wirkt dabei als Sender, der zweite Strahler als
Empfänger. Man erhält damit ein Antennensystem, das auf einfache Weise eine
entkoppelte, bidirektionale Übertragung von elektromagnetischen Wellen erlaubt.
Für dieses Antennensystems kann vorgesehen werden, daß der erste Strahler für
Strahlbündel mit einer ersten Frequenz oder einem ersten Frequenzband ausgelegt
ist und der zweite Strahler für Strahlbündel mit einer zweiten, von der ersten
Frequenz verschiedenen Frequenz, oder einem zweiten, von dem ersten Frequenzband
verschiedenen Frequenzband dient. Eine Anwendung hierzu ist beispielsweise
die Verwendung eines solchen Antennensystems in der Nachrichtentechnik,
wobei für die Senderichtung eine erste Frequenz oder ein erstes Frequenzband,
für die Empfangsrichtung eine zweite Frequenz oder ein zweites Frequenzband
verwendet wird.
Es kann nun vorgesehen sein, daß jeder der ersten und zweiten Strahler und die
Strukturierung der Oberfläche des Reflektors derart ausgelegt sind, daß jeder der
Strahler das gesamte Ausleuchtgebiet ausleuchtet. Es ist somit eine vereinfachte
Anordnung vorgesehen, die für ein Ausleuchtgebiet lediglich einen Strahler für die
Senderichtung, insbesondere für eine bestimmte Frequenz oder ein bestimmtes
Frequenzband, vorsieht und lediglich einen weiteren Strahler als Empfänger, insbesondere
für eine weitere Frequenz oder ein weiteres Frequenzband. Grundsätzlich
können natürlich auch mehr als zwei Strahler vorgesehen sein, wobei insbesondere
vorgesehen sein kann, daß jeder der Strahler für eine von den anderen
Strahlern verschiedene Frequenz bzw. verschiedenes Frequenzband ausgelegt
ist.
Es können bei dem Antennensystem auch mehrere Gruppen einzelner Strahler
vorgesehen sein. Dabei ist eine erste Gruppe mit ersten und zweiten Strahlern
vorgesehen, deren Strahlbündel auf ein erstes Ausleuchtgebiet gerichtet werden.
Die einzelnen Strahler können wiederum für verschiedener Frequenzen oder Frequenzbänder
ausgelegt sein. Weiterhin ist zumindest eine zweite Gruppe von
Strahlern vorgesehen, deren Strahlbündel auf ein zweites Ausleuchtgebiet gerichtet
werden, das vom ersten Ausleuchtgebiet verschieden ist. Auch die Strahler der
zweiten Gruppe können für verschiedene Frequenzen oder Frequenzbänder ausgelegt
sein, wobei die einzelnen Gruppen dieselben Frequenzen oder Frequenzbänder
nutzen können. Grundsätzlich können auch mehr als nur zwei Gruppen
von Strahlern vorgesehen werden. Es werden dabei die erste und zumindest eine
weitere Gruppe räumlich getrennt voneinander angeordnet. Jede einzelne Gruppe
umfaßt dabei mindestens zwei einzelne Strahler.
Ein Verfahren zur Ermittlung der Oberflächenstruktur eines Reflektors, der zumindest
eine Gruppe räumlich getrennter Foki aufweist, wobei die von einer Gruppe
von Foki ausgehende elektromagnetische Strahlbündel durch den Reflektor auf
ein gemeinsames Ausleuchtgebiet gerichtet werden, wird nachfolgend beschrieben.
Das Verfahren kann beispielsweise in Form einer Simulation mit Hilfe eines
Computerprogramms oder auch durch wiederholte mechanische Verformung eines
Reflektors erfolgen.
Ausgehend von einer globalen Oberflächenstruktur für den Reflektor (beispielsweise
parabolisch gekrümmt) wird für eine vorgegebene Position von mindestens
zwei Strahlern verschiedener Frequenz die Reflexionswirkung des Reflektors bestimmt.
Anschließend wird durch zumindest eine erste lokale Variation der Reflektoroberlfäche
mit einer ersten, noch relativ groben Größerordnung, d.h. durch
Ausbildung von Erhebungen und Vertiefungen auf der globalen Struktur des Reflektors,
die Reflexionswirkung des Reflektors derart abgewandelt, daß für die Position
der einzelnen Strahler eine grobe Richtwirkung deren Strahlbündel auf das
gewünschte Ausleuchtgebiet erfolgt, d.h. es wird in einem ersten, groben Schritt
die Bildung räumlich getrennter Foki am Ort der Strahler angestrebt.
Bevorzugt erfolgt in einem zweiten Schritt zur Optimierung der Reflexionswirkung
eine zweite, feinere lokale Strukturierung der Reflektoroberfläche, nun jedoch mit
geringerer Größendimension, die der ersten lokalen Strukturierung überlagert
wird, d.h. es werden auf den bereits bestehenden, groben Erhebungen und Vertiefungen
feinere Erhebungen und Vertiefungen gebildet. Die Optimierung erfolgt
derart, daß die Richtwirkung der von den Strahlern ausgehenden Strahlbündel auf
das gemeinsame Ausleuchtgebiet verbessert wird, d.h. die Ausbildung räumlich
getrennter Foki am Ort der Strahler optimiert wird.
Diese lokale Strukturierung der Reflektoroberfläche kann bei Bedarf in noch weiteren
Schritten mit jeweils feinerer Größenordnung der Strukturen iterativ fortgesetzt
werden, um ein möglichst gutes Resultat zu erzielen. Man erhält damit eine Art
fraktale Struktur der Reflektoroberfläche mit unterschiedlichen Strukturierungen in
unterschiedlichen Größenordnungen.
Es kann bei den vorgenannten Optimierungsschritten auch die räumliche Position
der Strahler und deren Ausrichtung, also deren Winkel zueinander und zum Reflektor,
variiert werden, wodurch Lage und Größe des vom Strahler ausgeleuchteten
Bereiches des Reflektors variiert werden kann. Dadurch kann sichergestellt
werden, daß in jedem Fall ein globales Optimum für die einzelnen Optimierungsschritte
gefunden wird.
Nachfolgend wird anhand der Fig. 1 bis 5 ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- schematische Darstellung eines Antennensystems mit einem erfindungsgemäßen
Reflektor,
- Fig. 2
- schematische Darstellung der Ausleuchtung eines erfindungsgemäßen
Reflektors durch mehrere Strahler,
- Fig. 3
- schematische Darstellung der Oberfläche eines erfindungsgemäßen
Reflektors,
- Fig. 4
- schematische Darstellung der Ausleucht- und Isolationsgebiete, erzielt
durch ein Antennensystem mit einem erfindungsgemäßen Reflektor.
Fig. 1 zeigt ein Antennensystem mit einem erfindungsgemäßen Reflektor, wie es
in der Nachrichtentechnik Anwendung finden kann und beispielsweise in eine Bodenstation
oder einen Kommunikationssatelliten integriert werden kann. Das Antennensystem
weist dabei einen Reflektor mit geformter Oberfläche 1 auf. Eine
Gruppe 2 von Strahlern 4a, 4b ist so angeordnet, daß sie im Sendefall den Reflektor
1 zumindest teilweise ausleuchtet. Die Strahler 4a, 4b sind dabei für voneinander
verschiedene Frequenzen oder Frequenzbänder ausgelegt. Außerdem sind
die Strahler 4a, 4b räumlich getrennt voneinander angeordnet. Die Strahler 4a, 4b
sind in zwei Foki 10a, 10b des Reflektors 1 angeordnet, so daß von den Strahlern
4a, 4b ausgehende Strahlbündel 5a, 5b, die von der Oberfläche des Reflektors 1
reflektiert werden auf ein gemeinsames Ausleuchtgebiet 3 gerichtet werden. Dieses
Ausleuchtgebiet 3 kann sich beispielsweise bei einer Anwendung des Antennensystems
in einem Kommunikationssatelliten auf der Erdoberfläche befinden.
Es ist jedoch vorgesehen, daß nicht beide Strahler als Sender arbeiten, sondern
es soll nur der Strahler 4a als Sender arbeiten, der Strahler 4b dagegen als Empfänger.
Das zugehörige Strahlbündel 5b läuft in diesem Fall nicht vom Strahler 4b
zum Ausleuchtgebiet 3, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Der Reflektor
1 ist durch entsprechende lokale Formgebung der Oberfläche als frequenzselektiver
Reflektor ausgelegt, so daß vom Ausleuchtgebiet 3 ausgehende Strahlbündel
5b lediglich in denjenigen Fokus 10b fokussiert wird, in dem der Strahler 4b angeordnet
ist.
Fig. 2 verdeutlicht die Ausleuchtung der Oberfläche 9 des Reflektors mit geformter
Oberfläche 1 durch mehrere Strahler. Es sind hierbei zwei Gruppen 2, 20 von
Strahlern vorgesehen, wobei die erste Gruppe 2 aus den Strahlern 4a, 4b besteht,
die in einer ersten Gruppe von Foki 10a, 10b des Reflektors 1 angeordnet ist, die
zweite Gruppe 20 durch die Strahler 40a, 40b gebildet wird, die in einer zweiten
Gruppe 110a, 110b von Foki angeordnet ist. Die erste Gruppe 2 von Strahlern
sendet das Strahlbündel 5a und empfängt das Strahlbündel, 5b, wobei die beiden
Strahlbündel 5a, 5b voneinander verschiedene Frequenzen oder Frequenzbänder
aufweisen. Analog sendet die zweite Gruppe 20 von Strahlern das Strahlbündel
50a und empfängt das Strahlbündel 50b, die wiederum voneinander verschiedene
Frequenzen oder Frequenzbänder aufweisen. Jedoch können Strahlbündel 5a,
5b, 50a, 50b der beiden Gruppen 2, 20 von Strahlern untereinander gleiche Frequenzen
oder Frequenzbänder aufweisen. So kann beispielsweise das Strahlbündel
5a dieselbe Frequenz oder dasselbe Frequenzband aufweisen, wie das
Strahlbündel 50a. Entsprechendes gilt für die beiden Strahlbündel 5b und 50b.
Außerdem können die einzelnen Strahlbündel eine beliebige Polarisation aufweisen.
So können beispielsweise die Stahlbündel 5a, 5b dieselbe Polarisation aufweisen,
ohne daß dies die Funktionsfähigkeit des Systems beeinträchtigen würde.
Die beiden Gruppen von Strahlern 2, 20 sind derart relativ zum Reflektor 1 bzw.
zu dessen Oberfläche 9 angeordnet, daß jeder der Strahler 4a, 4b, 40a, 40b im
Sendefall hauptsächlich einen bestimmten Oberflächenbereich 6a, 6b, 60a, 60b
des Reflektors ausleuchtet. Jeder dieser Oberflächenbereiche 6a, 6b, 60a, 60b ist
somit fast ausschließlich für ein bestimmtes Ausleuchtgebiet 3a, 3b und für eine
bestimmte Frequenz oder ein bestimmtes Frequenzband wirksam. Im Falle der
umgekehrten Strahlrichtung gilt dies entsprechend, da die beiden Strahlrichtungen
in entsprechender Weise durch den Reflektor beeinflußt werden, d.h. es liegt ein
reziprokes Verhalten vor.
Fig. 3 verdeutlicht nochmals die Formgebung der Reflektoroberfläche. Die Reflektoroberfläche
weist dabei eine globale Formgebung auf, im Fall nach Fig. 1 dabei
eine leicht parabolisch gekrümmte Oberfläche. Zusätzlich weist die Reflektoroberfläche
9 eine lokale Formgebung auf, die durch lokale Erhebungen und Vertiefungen
unterschiedlicher Größenordnung gebildet wird. Es sind dabei gröbere Erhebungen
und Vertiefungen mit einer ersten Größenordnung weitere, feinere Erhebungen
und Vertiefungen überlagert, die eine geringere Größenordnung aufweisen.
Diese lokalen Erhebungen und Vertiefungen finden sich insbesondere in den
Strukturbereichen 6a, 6b, 60a, 60b, die für die einzelnen Ausleuchtgebiete 3a, 3b
bzw. die zugehörigen Frequenzen oder Frequenzbänder wirksam sind. Außerdem
ist in Fig. 3 ein zusätzlicher Strukturbereich 7 der Reflektoroberfläche 9 dargestellt,
durch den die Erzeugung eines separaten Isolationsgebietes 8 bewirkt werden
kann. Dieses Isolationsgebiet dient dabei zur Abschattung eines Teiles der
Erdoberfläche 12, wie aus der Fig. 4 deutlich wird. Umgekehrt dienen der Strukturbereich
6a dazu, das Strahlbündel 5a auf das zugehörige Ausleuchtgebiet 3a
zu richten, welches ebenfalls in Fig. 4 dargestellt ist. Der Strukturbereich 6b dient
dazu, das Strahlbündel 5b, das von dem zugehörigen Ausleuchtgebiet 3a ausgeht,
auf den Strahler 4b im Fokus 10 b zu fokussieren. Analog dienen die Strukturbereiche
60a und 60b dazu, die Strahlbündel 50a auf das zweite Ausleuchtgebiet
3b bzw. das Stahlbündel 50b auf den Strahler 60b zu richten.
Eine weitere Isolationswirkung ist nötig, damit die Strahlbündel, die auf die Ausleuchtgebiete
3a und 3b gerichtet werden, praktisch nur das jeweilige Ausleuchtgebiet
ausleuchten und nicht bis in das benachbarte Ausleuchtgebiet reichen, in
welchem sie Störungen verursachen könnten. Diese Isolation kann ebenfalls
durch eine entsprechende Anpassung der Reflektoroberfläche, wie bereits vorstehend
beschrieben, erreicht werden. Wird wie in diesem Beispiel die Ausleuchtung
des Ausleuchtgebietes 3a durch die Reflektorbereiche 6a, 6b erzielt, und besteht
die Gefahr, daß Streustrahlung auch das Ausleuchtgebiet 3b erreicht, so können
z.B. die Reflektorbereiche 60a, 60b zusätzlich zu ihrer oben beschriebenen Wirkung
so angepaßt werden, daß auf den Reflektor 1 auftreffende Streustrahlung
des Strahlbündels 5a, die die Reflektorbereiche 60a, 60b erreicht, durch diese
derart auf das Ausleuchtgebiet 3b gerichtet wird, daß sie mit der Streustrahlung,
die von den Reflektorbereichen 6a, 6b auf das Ausleuchtgebiet 3b fällt, destruktiv
interferiert und so die effektive Streustrahlung im Ausleuchtgebiet 3b praktisch
Null wird. Analoges gilt für die Ausleuchtung des Gebietes 3b und die dadurch
verursachte Streustrahlung im Ausleuchtgebiet 3a.