TECHNISCHES GEBIET
Bei der Erfindung wird ausgegangen von einer Sicherung nach dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1. Eine solche Sicherung weist zwei voneinander
beabstandete Stromanschlüsse auf sowie ein Aktivteil mit einem schmelzbaren,
stromleitenden Sicherungselement und mit einem Lichtbogenlöschmittel. Das
Sicherungselement ist elektrisch leitend mit den beiden Stromanschlüssen
verbunden und ist auf einem elektrisch isolierenden Substrat angeordnet. Die
freiliegenden Flächen des Sicherungselements sind mit Lichtbogenlöschmittel
bedeckt. Eine derartige Sicherung kann in Nieder-, Mittel- und
Hochspannungsnetzen eingesetzt werden und kann starke Kurzschlussströme als
auch langanandauernde schwache Überströme unterbrechen.
STAND DER TECHNIK
Ein Sicherung der eingangs genannten Art ist beispielsweise in DE 198 24 851 A1
und US 4 638 283 A beschrieben. Bei dieser Sicherung ist ein Sicherungselement
als Drahtstreifen ausgeführt. Der Drahtstreifen ist auf einen axialsymmetrisch
ausgeführten elektrisch isolierenden Tragkörper aufgewickelt. In den Draht sind
gleichmässig voneinander beabstandete Verengungen eingeformt. Die beiden
Enden des Streifens sind jeweils mit einem von zwei Stromanschlüssen der
Sicherung verbunden. Der bewickelte Tragkörper ist in einem mit
Lichtbogenlöschmittel, wie insbesondere Quarzsand, gefüllten Gehäuse
untergebracht. Beim Auftreten eines unzulässigen Stroms wird der Draht an den
Engstellen durch Aufschmelzen oder durch Zünden von Sprengladungen
unterbrochen. Hierbei auftretende Lichtbögen werden durch das Löschmittel
unterdrückt.
Diese Sicherung ist verhältnismässig komplex aufgebaut und lässt sich nur in einer
Vielzahl von Arbeitsschritten herstellen. Daher ist die Sicherung relativ teuer. Bei
Betrieb der Sicherung reduziert der komplexe Aufbau der Sicherung den Fluss der
vom Betriebstrom im Sicherungsdraht erzeugten Wärme nach aussen ganz
wesentlich. Die Betriebstemperatur der Sicherung wird so beträchtlich erhöht.
Daher wird die Schmelztemperatur des Sicherungsdrahtes häufig schon dann
erreicht, wenn der Betriebsstrom noch unterhalb des zulässigen Stromes liegt. Die
bei diesem geringen Strom auftretenden Lichtbögen enthalten nur eine
vergleichsweise geringe Energie, die gegebenenfalls nicht ausreicht, um den
umgebenden Sand aufzuschmelzen und den Strom durch Löschung der Lichtbögen
zu unterbrechen.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe
zugrunde, eine Sicherung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche sich
durch einfachen Aufbau und und durch günstige Auslösecharakteristik auszeichnet.
Bei der erfindungsgemässen Sicherung ist das Aktivteil nach Art eines Sandwich
ausgebildet und weist zwei stabile Formkörper und eine zwischen den Formkörpern
angeordnete vorwiegend plane Zwischenschicht auf. Die Zwischenschicht ist vom
Sicherungselement oder zumindest einem Abschnitt des Sicherungselementes
gebildet, wohingegen ein erster der beiden Formkörper zumindest von einem Teil
des elektrisch isolierenden Substrats und der zweite Formkörper zumindest von
einem Teil des Lichtbogenlöschmittels gebildet ist. Auf Grund dieser Ausbildung
kann das Aktivteil nun direkt mit den Stromanschlüssen versehen werden. Ein
sonst übliches Sicherungsgehäuse kann daher entfallen, da beim Auslösen der
erfindungsgemässen Sicherung durch Lichtbogeneinwirkung entstehendes
Druckgas von den umgebenden stabilen Formkörpern aufgenommen wird.
Die als Sicherungselement wirkenden plane Zwischenschicht ist zwischen stabilen
Formkörpern angeordnet. Daher kann das von mechanischen Tragfunktionen
entbundene Sicherungselemement, ohne auf mechanische Anforderungen
Rücksicht nehmen zu müssen, praktisch beliebig ausgebildet werden. Im
Sicherungselement können so beliebig konfektionierte Strombahnstrukturen
vorgesehen sein, welche der Sicherung besonders günstige Auslöseeigenschaften
geben. Da das Sicherungselement lediglich von stabilen Formkörpern umgeben ist,
kann die im Sicherungselement während des Betriebs der Sicherung anfallende
Wärme direkt vom Aktivteil nach aussen abgegeben werden. Sonst üblicherweise
als Lichtbogenlöschmittel vorgesehener, mässig wärmeleitender Quarzsand und
ein den Wärmeabfluss zusätzlich behinderndes Gehäuse werden bei der
erfindungsgemässen Sicherung nicht mehr benötigt. Durch die gute Wärmeabfuhr
aus dem Aktivteil und durch die einfache und genaue Konfektionierbarkeit des als
Zwischenschicht ausgebildeten Sicherungselementes wird die
Auslösecharakteristik der erfindungsgemässen Sicherung gegenüber einer
Sicherung in herkömmlichen Bauweise ganz wesentlich verbessert.
Soll die erfindungsgemässe Sicherung in Niederspannungsanlagen verwendet
werden, so empfiehlt es sich, die Zwischenschicht als streifenförmigen
Sicherungsdraht mit einer zwischen den beiden Streifenenden eingeformten
Einengung auszubilden.
Zum Schutz einer Mittel- oder Hochspannungsanlage, sollte die Zwischenschicht
zweckmässigerweise modular aufgebaut sein und mindestens zwei gleichartige
Module aufweisen, welche jeweils einen streifenförmig ausgeführten
Sicherungsdraht enthalten mit einer zwischen den beiden Streifenenden
eingeformten Einengung. Durch Reihenschaltung der Module wird die
Haltespannung der Sicherung, durch Parallelschaltung der Module die
Stromtragfähigkeit der erfindungsgemässen Sicherung erhöht. Durch Reihen- und
Parallelschaltung von vier und mehr Modulen werden Haltespannung und
Stromtragfähigkeit der Sicherung zugleich erhöht.
Die Sicherung zeichnet sich durch eine hohe mechanische Festigkeit aus, wenn der
Sicherungsdraht auf eine plane Fläche eines aus Keramik oder Glas ausgeführten
ersten Formkörpers aufgebracht ist. Vorzugsweise enthält die Keramik vorwiegend
Aluminiumoxid, Berylliumoxid oder Aluminiumnitrid und das Glas vorwiegend
Borsilikatglas, da diese Werkstoffe Wärme verhältnismässig gut leiten und so die im
Sicherungsdraht gebildete Wärme nach aussen abführen. Zugleich kann der
Sicherungsdraht besonders einfach auf die plane Fläche aufgebracht werden.
Mit Vorteil wird der Sicherungsdraht durch Aufdrucken einer härtbaren Metallpaste
auf die plane Fläche des ersten Formkörpers und durch Aushärten der
aufgedruckten Metallpaste gebildet. Eine solche Technologie ist für eine
Massenfertigung besonders vorteilhaft und reduziert die Herstellkosten der
Sicherung ganz wesentlich. Zudem ermöglicht diese Technologie die Herstellung
feiner Drahtstrukturen mit exakt definierten Querschnittsverhältnissen an der
Engstelle des Sicherungsdrahtes. Solche Drahtstrukturen sind für eine gute
Auslösecharakteristik der erfindungsgemässen Sicherung wesentlich. Zusätzlich
sollte der durch Aufdrucken und Aushärten der Metallpaste gebildete
Sicherungsdraht bei einer geringfügig unterhalb der Schmelztemperatur des Metalls
liegenden Temperatur wärmebehandelt sein, da dann der Sicherungsdraht eine
hohe Formstabilität und eine sehr konstante elektrische Leitfähigkeit aufweist,
welche Eigenschaften wesentlich zu einer günstigen Auslösecharakteristik
beitragen.
Eine Sicherung mit geringen Abmessungen und mit einem vorteilhaft schnellen
Abfluss von Wärme vom Sicherungselement nach aussen wird erreicht, wenn der
erste Formkörper als Platte ausgebildet ist. Ist der Sicherungsdraht auf die Oberund
auf die Unterseite der Platte aufgebracht, so können die Abmessungen der
Sicherung zusätzlich reduziert werden. Die den Sicherungsdraht tragende Platte ist
dann auf der Ober- und auf der Unterseite mit dem zweiten Formkörper abgedeckt.
Eine besonders kompakte Sicherung wird erreicht, wenn zusätzlich mindestens ein
weiterer den Sicherungsdraht auf einer planen Fläche tragender erster Formkörper
vorgesehen ist, welcher mit seiner planen Fläche auf dem zweiten Formkörper
angeordnet ist. Sind die auf den planen Fläche der beiden ersten Formkörper
angeordneten Sicherungsdrähte zueinander parallel geschaltet, so weist eine
solche Sicherung eine besonders hohe Stromtragfähigkeit auf.
Der zweite Formkörper sollte ein vernetztes Silikonpolymer oder ein Gemisch
vernetzter Silikonpolymere enthält, in welches ein Füllstoff auf der Basis einer
mineralischen Verbindung oder eines Gemisches mehrerer mineralischer
Verbindungen in pulveriger Form eingebettet ist. Die erfindungsgemässe Sicherung
weist dann eine besonders hohe Zuverlässigkeit aus. Dies ist vor allem eine Folge
davon, dass das Material des Lichtbogenlöschmittel gegenüber dem sonst
üblicherweise verwendeten Quarzsand bei relativ tiefen Temperaturen schmilzt und
dann Energie aus den beim Auslösen der erfindungsgemässen Sicherung
gebildeten Schaltlichtbögen absorbiert, wodurch der Lichtbogen rasch und
zuverlässig gelöscht wird.
Für eine ausreichend gute Wirkung der erfindungsgemässen Sicherung sollte der
Anteil des Füllstoffs im Silikonpolymer im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%,
vorzugsweise im Bereich von 40 Gew.-% bis 85 Gew.-%, und insbesondere im
Bereich von 60 Gew.-% bis 80 Gew.-%, berechnet auf das Gesamtgewicht von
Füllstoff und Polymer, liegen, und sollte der Füllstoff eine durchschnittliche
Partikelgrösse im Bereich von 0,5 bis 500 µm, vorzugsweise im Bereich von 10 bis
250 µm aufweisen und speziell im Bereich von 20 bis 150 µm, vorzugsweise im
Bereich von 30 bis 130 µm, oder im Bereich von 0,5 bis 50 µm, vorzugsweise im
Bereich von 0,5 µm bis 10 µm.
Besonders geeignete Füllstoffe sind Metalloxide, vorzugsweise Aluminiumund/oder
Titanoxid, Gläser, Glimmer, Keramik-Partikel, Borsäure, Metallhydroxide,
vorzugsweise Aluminiumhydroxid und/oder Magnesiumhydroxid, und/oder
Hydratwasser enthaltende mineralische Stoffe, vorzugsweise auf der Basis von
Aluminium- und/oder Magnesiumoxid und/oder Magnesiumcarbonat.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vereinfacht
dargestellt, und zwar zeigt:
- Fig.1
- in perspektivischer Darstellung eine Ausführungsform der
erfindungsgemässen Sicherung, bei der ein als Lichtbogenlöschmittel
wirkender Teil eines Formkörpers von der Vorderseite entfernt wurde,
- Fig.2
- eine Explosionsdarstellung der Sicherung nach Figur 1, bei der auch
der von der Vorderseite entfernte Formkörper dargestellt ist,
- Fig.3
- eine Aufsicht auf einen als Platte ausgeführten und ein modular
ausgeführtes Sicherungselement tragenden Formkörper der
Sicherung nach Fig.1,
- Fig.4
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestelltes Moduls des
modular ausgeführten Sicherungselements nach Fig.4, und
- Fig.5
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestelltes Teilmoduls des
Moduls gemäss Fig.4.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
In allen Figuren beziehen sich gleiche Bezugszeichen auf gleichwirkende Teile. Die
in den Figuren dargestellte Sicherung kann mit Nennströmen bis 125 A und
Nennspannungen bis 8,4 kV belastet werden. Wie aus den Figuren 1 und 2
ersichtlich ist, weist sie ein Aktivteil 1 auf sowie zwei mit dem Aktivteil verbundene
Stromanschlüsse 2, 3. Das Aktivteil ist nach Art eines Sandwich ausgebildet und
weist zwei stabile Formkörper 4 und 5 und eine zwischen den beiden Formkörpern
angeordnete und von den beiden Förmkörpern eingeschlossene Zwischenschicht 6
aus elektrisch gut leitendem Material auf. Der Formkörper 4 ist als Keramik- oder
Glasplatte mit guter thermischer Leitfähigkeit, wie vorzugsweise als Keramikplatte
auf der Basis Aluminiumoxid, Berylliumoxid oder Aluminiumnitrid oder als
Glasplatte auf der Basis Borsilikat, ausgeführt und trägt auf der dem Betrachter
zugewandten planen Plattenseite die als Sicherungselement dienende
Zwischenschicht 6. Der Formkörper 5 umschliesst den Formkörper 4 mit der darauf
aufgebrachten Zwischenschicht 6 sowie Teile der Stromanschlüsse 2, 3, welche mit
entgegengesetzt angeordneten Enden der Zwischenschicht elektrisch leitend
verbunden sind. Der Formkörper 5 ist als Gussteil ausgeführt und kann durch
Umgiessen des Formköpers 4 und der Stromanschlüsse 2, 3 oder durch
Zusammenfügen von zwei aus aus Fig. 2 ersichtlichen Teilkörpern 5 gebildet
werden. In jedem Fall enthält der Formkörper 5 in einem auf der Zwischenschicht 6
aufliegendem Abschnitt Lichtbogenlöschmittel.
Die als Sicherungselement dienende Zwischenschicht 6 wird durch Auftragen,
vorzugsweise Drucken, einer elektrisch gutleitenden Metallpaste, etwa auf der
Basis Silber oder Kupfer, auf eine plane Fläche der Keramik- oder Glasplatte 4 und
nachfolgendes Aushärten der aufgetragenen Paste bei Temperaturen zwischen 80
und 180°C, gebildet. Typischerweise weist die Schicht eine Dicke von einigen,
beispielsweise 2, µm auf. Durch Wärmehandlung bei einer geringfügig,
beispielsweise 90 bis knapp 100% unterhalb der Schmelztemperatur des Metalls
liegenden Temperatur wird die Zwischenschicht 6 zur Verbesserung ihrer
Homogenität, mechanischen Festigkeit und Oxidations- und
Korrosionsbeständigkeit nachgehärtet.
Die Struktur der Zwischenschicht 6 ist nachfolgend in den Figuren 3 bis 5
dargestellt. Die Zwischenschicht weist Streifenstruktur auf. Die mit dem
Bezugszeichen 7 gekennzeichneten Streifen stellen Sicherungsdrähte des
Sicherungselementes dar. Die Streifen 7 sind in Form einer Matrix angeordnet und
längs der Zeilen der Matrix ausgerichtet. Die in Spaltenrichtung der Matrix
erstreckten Enden der Streifen 7 sind durch Querstreifen 8 elektrisch leitend
miteinander verbunden. Der der ersten bzw. der letzten Spalte der Matrix
zugeordnete Streifen 8 ist mit dem Stromanschluss 2 bzw. 3 elektrisch leitend
verbunden.
Es wird so ein modularer Aufbau der Zwischenschicht 6 bzw. des
Sicherungselementes erreicht. Jedem Matrixelement ist eines von gleichartig
ausgebildeten Modulen zugeordnet. In Fig.3 ist eines der Module umrandet
dargestellt und mit dem Bezugszeichen 9 gekennzeichnet.
Aus Fig.4 ist ersichtlich, dass das Modul fünf in Zeilenrichtung der Matrix geführte
und Seite an Seite parallel nebeneinander liegende Streifen 7 aufweist. Einander
entsprechende Enden der Streifen 7 sind durch zwei in Spaltenrichtung der Matrix
geführte Streifen 8 miteinande verbunden. Bei einer Dicke der Streifen 7 von ca. 2
bis 3 µm und einer in Spaltenrichtung der Matrix erstreckten Breite der Streifen 7
von ca. 1,5 bis 2 mm kann jeder der Streifen 7 einen Betriebsstrom von ca. 5 A
führen. Durch die Parallelschaltung der Streifen 7 werden Betriebsströme von ca.
25 A erreicht. Durch Parallelschaltung weiterer Streifen 7 kann die
Stromtragfähigkeit erhöht werden. Jeder Streifen 7 stellt somit wieder ein
Untermodul des Moduls 9 dar. Das Modul 9 ist daher ebenfalls modular aufgebaut.
Zugleich ist auch jeder Streifen 7 modular aufgebaut. Wie aus Fig.4 ersichtlich ist,
weist er sechs in Streifenrichtung gleichmässig voneinander beabstandete
Engstellen 10 auf. Jeder eine solche Engstelle 10 umfassende Streifenabschnitt
stellt ebenfalls ein Modul dar. Eines dieser Module ist in Fig.4 umrandet dargestellt
und mit dem Bezugszeichen 11 gekennzeichnet. Eine gleichmässige
Stromverteilung an der Engstelle 10 wird erreicht, wenn die Engstelle 10 gleichweit
von den beiden Seitenrändern des Streifens 7 entfernt angeordnet ist. Die Engstelle
ist dann von zwei spiegelsymmetrisch ausgebildeten Materialausnehmungen
begrenzt. Alternativ kann die Engstelle aber auch an einem der Ränder des
Streifens angeordnet sein. Die Engstelle ist dann lediglich von einer
Materialausnehmung begrenzt, die sich vom anderen Rand bis zur Engstelle
erstreckt. Wie aus Fig.5 ersichtlich ist, ist das Profil der Materialausnehmung im
Bereich der Engstelle kreisförmig gerundet ausgebildet, kann aber auch drei- oder
rechteckig ausgeführt sein. Da die Sicherungsdrähte 7 jeweils in Drucktechnologie
hergestellt sind, können die Querschnitte des Streifens 7 an der Engstelle 10 und
im unverengten Streifenbereich sehr genau eingestellt werden. Es ist so ein sehr
schmaler Temperaturbereich festgesetzt, bei dem der Streifen 7 an der Engstelle
10 aufschmilzt. Da alle Engstellen in diesem schmalen Temperaturbereich
aufschmelzen, wird eine besonders günstige Auslösecharakteristik der Sicherung
erreicht. Üblicherweise verwendete Zusatzmittel zum gleichzeitigen Aufsprengen
aller Engstellen können so im allgemeinen entfallen. Durch die in Fig.4 dargestellte
Reihenschaltung der jeweils eine Engstelle 10 enthaltenden Module 11 wird die
Haltespannung der Sicherung nach dem Ansprechen vervielfacht. Typischerweise
kann an einer aufgeschmolzenen Engstelle 10 eine Spannung von 200 V gehalten
werden.
Der Formkörper 5 enthält ein vernetztes Silikonpolymer oder ein Gemisch
vernetzter Silikonpolymere, in welches ein Füllstoff auf der Basis einer
mineralischen Verbindung oder eines Gemisches mehrerer mineralischer
Verbindungen in pulveriger Form eingebettet ist. Gegenüber dem sonst
üblicherweise in Sicherungen verwendeten Lichtbogenlöschmaterial Sand schmilzt
diese Material bei relativ niedrigen Temperaturen auf und entzieht den Lichtbögen
so sehr rasch Energie, wodurch ein sicheres Auslösen gewährleistet ist. Es
empfiehlt sich, den Formkörper 5 mit einem Primer am Formkörper 4 und an der
Zwischenschicht 6 zu befestigen, da so Oxidations- und Korrosionseinflüsse an der
Zwischenschicht und unerwünschte Spaltbildung weitgehend vermieden werden.
Je nach den Betriebanforderungen können die Module konfektioniert und
zusammengeschaltet werden. Die Sandwichstruktur des Aktivteils 1 kann neben
der beschriebenen Platte 4 und dem auf eine der beiden Plattenseiten als
Zwischenschicht 6 aufgetragenen Sicherungselement und dem umhüllenden
druckfesten elastomeren Formkörper 5 auch zwei auf der Ober- und Unterseite der
Platte angeordnete, zueinander parallel oder - bei zusätzlicher elektrischer Isolation
- gegebenenfalls auch in Reihe geschaltete Zwischenschichten aufweisen. Es
können auch zwei oder mehr jeweils eine oder zwei Zwischenschichten tragende,
übereinander gestapelte Platten vorgesehen sein, welche voneinander durch
Lichtbogenlöschmittel enthaltende Abschnitte oder Teilkörper des zweiten
Formkörpers voneinander beabstandet sind. Bei der Herstellung der Sicherung ist
dabei vor allem zu beachten, dass die freiliegenden Bereiche der
Zwischenschichten jeweils durch Lichtbogenlöschmittel voneinander getrennt sind.
Der Formkörper 4 muss nicht nicht notwendigerweise als Platte ausgebildet und in
den Formkörper 5 eingekapselt sein. Es genügt, wenn lediglich die die
Zwischenschicht 6 tragende plane Seite des Formkörpers 4 mit Material des
Formkörpers 5 bedeckt ist. Die abgewandte andere Seite des Formkörpers 4 kann
offenliegen und muss nicht notwendigerweise eben ausgeführt sein. Sie kann
beispielsweise die Wärmeabfuhr begünstigende Kühlrippen aufweisen.
Entsprechendes gilt auch für den zweiten Formkörper 5, welcher auf der von der
Zwischenschicht abgewandten Seite ebenfalls nicht notwendigerweise plan
ausgeführt sein muss, sondern ebenfalls Kühlrippen oder wie auch die Formkörper
4 eine kriechwegverlängernde Beschirmung aufweisen kann.
Besonders günstig ist es, einen Formkörper 5 aus einem hydrophoben
silikonhaltigen Material zu verwenden, welches wegen seiner wasserabstossenden
Eigenschaften besonders gutes Freiluftverhalten aufweist. Ein derartiges Material
ist in der älteren europäischen Patentanmeldung 00 810 495.2 vom 7. Juni 2000
der gleichen Anmelderin beschrieben.
Bezugszeichenliste
- 1
- Aktivteil
- 2, 3
- Stromanschlüsse
- 4
- Formteil bzw. bzw. Platte bzw. Substrat aus elektrisch isolierendem Material
- 5
- Formteil aus Lichtbogenlöschmittel
- 6
- Zwischenschicht, Sicherungselement
- 7
- Sicherungsdraht, Streifen
- 8
- Streifen
- 9
- Modul
- 10
- Engstelle
- 11
- Modul