Beschreibung
RETROGRAD DOTIERTER SUBROLLERTOR UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines aktiven Transistorgebietes in Bipolar-Technologie auf einem Substrat sowie ein aktives Transistorgebiet, welches nach diesem Verfahren hergestellt ist.
Für typische Hochfrequenzanwendungen, wie die drahtlose Kommunikationstechnik, werden integrierte Schaltkreise mit Transistoren mit hoher Grenzfrequenz benötigt. Die Herstellung von integrierten Bipolartransistoren mit hoher Grenzfrequenz von etwa fcut-off = 50 GHz ist technisch aufwendig. In Bipolar- Technik hergestellte integrierte Transistoren besitzen üblicherweise einen vergrabenen Kollektor, welcher mit einer Prozeßfolge hergestellt wird, bei der zunächst ein Dotierstoff mit niedriger Energie in einer Halbleitersubstratoberfläche implantiert wird. Anschließend erfolgt die epitaktische Ab- Scheidung einer monokristallinen Siliziumschicht mit einer bestimmten Dicke, so daß ein vergrabener Dotierungsbereich (burried layer) entsteht. Danach werden weitere Schritte zur Fertigstellung der Transistoren durchgeführt, wie etwa die Aufbringung von weiteren Schichten zur Herstellung eines Ba- sisbereichs und eines Emitterbereichs.
In der DE 196 11 692 AI wird ein entsprechender Prozeß zur Herstellung von Bipolartransistoren in einer CMOS-ko patiblen Silizium Germanium-Technologie beschrieben, wobei die Transi- stören eine Spannungsfestigkeit von etwa VCEo = 4 V aufweisen. Die beschriebenen Transistoren lassen sich für Anwendungen bis einer Frequenz von etwa 25 GHz einsetzen. Die Spannungsfestigkeit der beschriebenen Transistoren und die Schaltgeschwindigkeit wird im wesentlichen durch die Dik- ke der Epitaxieschicht bestimmt, welche bei Transistoren gemäß der DE 196 11 692 AI einen Wert 0,8 um hat. Würde man die Dicke der Epitaxieschicht erhöhen, ließen sich Transistoren
mit erhöhter Spannungsfestigkeit herstellen. Dies ist allerdings nicht praktikabel, da durch eine vergrößerte Dicke der Epitaxieschicht die Grenzfrequenz des Transistors herabgesetzt werden würde.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das vorstehend beschriebene bekannte Herstellungsverfahren in der Weise wei- terzuentwickeln, daß gleichzeitig Transistoren mit hoher Spannungsfestigkeit als auch Transistoren mit gegenüber dem bekannten Verfahren erhöhter Grenzfrequenz herstellen lassen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch das Verfahren gemäß Anspruch 1.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders flexibel, da sich auf dem selben Substrat unterschiedliche Typen von Halbleiterbauelementen parallel herstellen lassen. Der Begriff „unterschiedliche Typen" bedeutet im Sinne der Erfindung, daß Transistoren hergestellt werden können, die entweder in bezug auf die Spannungsfestigkeit oder in bezug auf die Hochfrequenzeigenschaften optimiert sind.
Vorteilhaft ist es zudem, daß der Prozeß mit den erfindungsgemäß zusätzlich benötigten Prozeßschritte nicht unnötig kompliziert wird. Ebenfalls vorteilhaft ist es, daß der Prozeß voll CMOS- kompatibel aber auch BiCMOS-kompatibel ist.
Erfindungsgemäß wird eine ein- oder mehrstufige hochenergetische Implantation, mit der sich in einem Gebiet des Substrats ein retrogrades Dotierprofil in der Epitaxieschicht herstellen läßt, durchgeführt. Die hochenergetische Implantation erfolgt bevorzugt zweistufig. Der Bereich der retrograden Dotierung schließt vorzugsweise unmittelbar an das hochdotierte Gebiet des vergrabenen Dotierungsbereichs an, so daß die Grö- ße des hochdotierten Dotierungsbereichs vergrößert wird. Dies hat zur Folge, daß lokal ein Transistor geschaffen werden kann, der vergleichbar ist mit einem Transistor, der mittels
eines Prozesses hergestellt wird, bei dem die Epitaxieschicht vergleichsweise dünner hergestellt wurde.
Nach der hochenergetischen Implantation wird das Verfahren gemäß der Erfindung in an sich bekannter Weise zur Fertigstellung der gewünschten Transistoren fortgesetzt. Soll im betreffenden Substratgebiet ein npn-Transistor hergestellt werden, so folgen Prozeßschritte zur Herstellung einer Basiszone und einer Emitterzone. Soll dagegen ein pnp-Transistor hergestellt werden, folgen in an sich bekannter Weise abgeänderte Schritte zur Erzeugung eines Komplementärtransistors. Es wird beispielsweise auf die DE 196 11 692 AI verwiesen.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird oberhalb der Epita- xieschicht eine Oxidschicht, beispielsweise eine TEOS-Schicht mit einer Dicke von vorzugsweise weniger als 400 nm, insbesondere mit einer Dicke im Bereich von 20 bis 200 nm, erzeugt. Nach dem Aufbringen der TEOS-Schicht folgt im allgemeinen eine Verdichtung der TEOS-Schicht durch Temperaturbe- handlung. Die Herstellung dieser Schicht erfolgt vorzugsweise vor der hochenergetischen Dotierung. Dies ist vorteilhaft, da die Oxidschicht als Streuoxid bezüglich der implantierten Dotierstoffe wirkt.
In einer Weiterbildung des Verfahrens wird vor der hochenergetischen Dotierung oberhalb der Oxidschicht eine beispielsweise p-dotierte Polysiliziumschicht erzeugt. Darauf folgt ein Ätzschritt zur Erzeugung einer Öffnung in der Polysiliziumschicht oberhalb des aktiven Transistorgebietes. Die Ätzung stoppt auf der unterhalb der Polysiliziumschicht liegenden Oxidschicht. Vorzugsweise wird eine Anordnung zur lateralen Begrenzung der Ausbreitung der implantierten Dotierstoffe erzeugt, beispielsweise eine Fotolackmaske oberhalb der p- Polysiliziumschicht . Die Öffnung der Anordnung zur lateralen Begrenzung wird bevorzugt größer gewählt, als die eingeätzte Öffnung in der p-Polysiliziumschicht.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer auf einem Substrat integrierten Anordnung aus Transistoren einer ersten Art mit hoher Durchbruchspannung und Transistoren einer zweiten Art mit hoher Grenzfrequenz gemäß An- spruch 4.
Gemäß der Erfindung wird im Bereich des Transistors der zweiten Art das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt. Im Gebiet des Transistors der ersten Art wird keine hochenergeti- sehe Implantation zur Vergrößerung des vergrabenen Kollektorbereichs durchgeführt. Auf diese Weise kann während des Prozesses auf dem ganzen Substrat eine vergleichsweise dicke Epitaxieschicht aufgebracht werden, so daß sich eine hohe Spannungsfestigkeit bei den Transistoren der ersten Art er- gibt.
Die Transistorgebiete unterscheiden sich somit im wesentlichen dadurch, daß im Bereich zwischen dem vergrabenen Dotierungsbereich und dem Basisbereich unterschiedliche Dotierprofile, beziehungsweise im Spezialfall beim zweiten Typ ein re- trogrades Dotierprofil und beim ersten Typ kein Dotierprofil, erzeugt werden.
Unter einem Dotierprofil gemäß der Erfindung wird der Verlauf der Dotierungskonzentration in Richtung senkrecht zur Haupto- berfläche des Substrats durch das aktive Gebiet des Transistors verstanden.
Im Substratgebiet des Transistors der ersten Art wird vorzugsweise während der Herstellung der Epitaxieschicht ein ebenes Dotierprofil durch in-situ Dotierung erzeugt. Besonders bevorzugt wird während des Aufwachsens ein Dotierstoff mittels Strahlimplantation erzeugt. Vorzugsweise weist der Transistor der ersten Art im Bereich der Epitaxieschicht ein im wesentlichen „ebenes" Dotierprofil auf, in dem die Konzen- tration des/der Dotierstoffe im wesentlichen konstant und geringer, als die Dotierstoffkonzentration im hochdotierten Gebiet ist.
Durch das Verfahren gemäß der Erfindung läßt sich ein aktives Transistorgebiet gemäß Anspruch 6 herstellen. Die vorliegende Erfindung betrifft daher auch ein aktives Transistorgebiet.'
Die Dicke der Epitaxieschicht beträgt vorzugsweise mindestens 300 nm, insbesondere 500 nm.
Erfindungsgemäß lassen sich Transistorgebiete für pnp- Transistoren und npn-Transistoren herstellen. Wird ein pnp- Transistorgebiet hergestellt, ist es bevorzugt, den Bereich der retrograden Dotierung mit einer n-Dotierung unter Verwendung von beispielsweise Phosphor als Dotierstoff zu versehen. In einem Bereich mit einem Transistorgebiet für einen npn- Transistor wird vorzugsweise der Bereich der retrograden Dotierung p-dotiert.
Vorzugsweise weist der erfindungsgemäß herstellbare Transistor eine Silizium-Germanium Basis auf. Die Herstellung einer solchen Basis kann mittels dem Verfahren des selektiven epitaktischen Wachstums einer Silizium-Germanium Schicht erfolgen.
Erfindungsgemäß lassen sich bezüglich der Hochfrequenz- eigenschaften optimierte Transistoren mit einer Grenzfrequenz fcut-oft im Bereich von 70 bis 100 GHz herstellen. Die Spannungsfestigkeit UCEO des bezüglich der Hochfrequenzeigenschaften optimierten Transistors beträgt bevorzugt mindestens 2 V. Die Spannungsfestigkeit des bezüglich der Durchbruchspannung optimierten Transistors liegt vorzugsweise im Bereich von UCEO = 3 bis 7 V, insbesondere im Bereich von UCEO = 5 bis 6 V.
Ausführungsbeispiele sind in den Figuren 1 bis 4 beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch ein aktives Gebiet eines Transistors in einer Halbleiter-
Struktur, der bezüglich der Hochfrequenzeigenschaften optimiert ist,
Fig. 2 ein schematisches Dotierprofil eines erfindungsgemäßen Transistors mit bezüglich der Hochfrequenzeigenschaften opti- ierten Eigenschaften,
Fig. 3 ein schematisches Dotierprofil eines Transistors mit optimierten Eigenschaften bezüglich der Durchbruchspannung und
Fig. 4 ein Diagramm einer Messung des Verlaufs der Dotie- rungskonzentration an einem Transistors mit bezüglich der Hochfrequenzeigenschaften optimierten Eigenschaften.
In Fig. 1 (npn-Hochfrequenztransistor) ist auf einem p- dotierten Silizium-Substrat 12 mit vergrabenem Dotierungsbe- reich (burried layer) 9 eine Epitaxieschicht 13 aus Silizium der Dicke e = 600 nm erzeugt. Die Epitaxieschicht wird in- situ durch Arsen-Implantation mit einer Dosis von 1 * 1016 cm" 3 dotiert. Oberhalb der Epitaxieschicht wird dann eine Oxidschicht 6 der Dicke 100 nm und im Anschluß daran eine p-Polysilizium-
Schicht 5 aufgebracht. Es folgt die Herstellung einer dar- überliegenden TEOS-Schicht 10 und einer über der TEOS-Schicht angeordneten Nitrid-Schicht 11. Nach Herstellung dieser Schichten wird eine Öffnung im Emitterbereichs 8 des Durch- messers 500 nm durch einen Ätzschritt erzeugt. Die Ätzung stoppt an der Oxidschicht 6. Schließlich wird eine Lackschicht 7 auf die Nitrid-Schicht aufgebracht, deren Öffnung um den Betrag d = 350 nm größer ist, als die Öffnung des Emitterbereichs 8. Darauf folgt die hochenergetische Implantation von Phosphorionen in Richtung der Pfeile 14 zur Erzeugung eines retrograden Dotierungsbereichs 14 in der Epitaxieschicht 13.
Die hochenergetische Ionen-Implantation erfolgt zweistufig. Zunächst wird Phosphor (P+) mit E = 110 keV und einer Dosis von 1,5 * 1012 cm"2 bei T = 0 °C implantiert. Im zweiten Schritt wird Phosphor (P++) mit E = 350 keV und einer Dosis
von 4,05 * 1012 cm"2 bei T = 0 °C implantiert. Die Basis und der Emitter sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden. Der durch die hochenergetische Implantation erzeugte Dotierungsbereich kann auch als „pseudo burried layer" bezeichnet werden.
Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung das Diagramm der Dotierungskonzentration K in in Abhängigkeit von der Tiefe K, wobei K von der Substratoberfläche ausgehend in Richtung des vergrabenen Dotierungsbereichs ansteigt, für ein Transistorgebiet gemäß Fig. 1 (HF-Transistor) . Die Kurve für die Emitterdotierung 1, wobei der Dotierstoff im Beispiel Arsen ist, fällt mit steigender Tiefe steil ab. Kurve 2 stellt den Dotierungsverlauf für die mit Bor dotierte Basis dar. Die Ba- siskurve fällt schwächer ab als die Emitterkurve und endet im oberflächennahen Bereich des Epitaxiegebietes. Das Kollektorprofil 3 beginnt von der Substratoberfläche aus gesehen flach und geht unstetig in einen ansteigenden Verlauf mit abnehmender Steigung über, welcher als retrograder Dotierungsverlauf 3' bezeichnet wird.
In Fig. 3 ist entsprechend Fig. 2 die Dotierungskonzentration für einen hinsichtlich der Durchbruchspannung optimiertes Transistorgebiet schematisch gezeigt (HV-Transistor) . Die Emitterkurve 21, die Basiskurve 22 und die Kurve des vergrabenen Dotierungsbereichs 24 verlaufen wie in Fig. 2 dargestellt. Der Verlauf der Dotierungskonzentration 23 im Kollektor ist allerdings flach, wie es sich bei einer gleichförmigen in-situ Dotierung während der Herstellung der Epitaxie- schicht ergibt. Wie die Kurve für die Dotierungskonzentration 23 zeigt, befindet sich die Dotierungskonzentration im Kollektor auf einem im Vergleich zum HF-Transistor (Kurve 3 in Fig. 2) niedrigerem Niveau.
Eine SIMS-Messung der Dotierungskonzentration K bei einem HF- Transistor gemäß Fig. ist in Fig. 4 dargestellt. Kurve 34 repräsentiert den Konzentrationsverlauf der Dotierstoffe im
vergrabenen Dotierungsbereich. Kurve 33 stellt den Konzentrationsverlauf für die retrograde Dotierung (entsprechend Bezugszeichen 3' in Fig. 2) mit einem Maximum 16 bei etwa der Tiefe T = 400 nm dar. Diese Kurve flacht in Richtung der Substratoberfläche bei T <= 200 nm ab (entsprechend Bezugszeichen 3 in Fig. 2) .