Die Erfindung betrifft eine Pendeltür mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1.
In der Praxis werden Antriebe an Pendeltüren herkömmlich so montiert, dass die
Abtriebswelle des Antriebs mit der Drehachse des Türflügels der Pendeltür fluchtet.
Der Antrieb wird im Türsturz oberhalb der Tür angeordnet. Pendeltürantriebe
sind meist elektromechanische Antriebe mit rechts/links drehendem Elektromotor
als Antriebsaggregat zum motorischen Öffnen und Schließen der Tür. Ferner
werden in der Praxis an Pendeltüren häufig hydraulisch gedämpfte Bodentürschließer
oder Rahmentürschließer eingesetzt. Bei den Bodentürschließern wird
das Schließergehäuse im Boden versenkt angeordnet. Bei den Rahmentürschließern
erfolgt die Montage versenkt im oberen Türsturz. In beiden Fällen wird das
Türschließergehäuse jeweils so positioniert, dass die Schließerwelle mit der
Drehachse des Türflügels fluchtend angeordnet ist. Daraus ergibt sich der Nachteil,
dass Pendeltüren nur dann mit Antrieben ausgestattet werden konnten, wenn
die geometrischen Abmessungen und örtlichen Gegebenheiten, insbesondere der
Abstand der Drehachse des Türflügels zum Rahmen den Einbau des Antriebs
zulässt.
Eine Pendeltür mit Antrieb der eingangs genannten Art ist aus DE 43 04 371 A1
bekannt. Das Antriebsgehäuse ist bei dieser Ausführung aufliegend am ortsfesten
Türrahmen in Kopfmontage montiert. Die Schließerwelle ist versetzt zur Drehachse
der Tür angeordnet und mit einem kraftübertragenden Gleitarmgestänge gekoppelt.
Der Gleitarm ist in einer am oberen Rand des Türflügels auf der Frontseite
aufliegend montierten Gleitschiene geführt. Der Gleitarm ist als abgewinkelter
spezieller Arm ausgebildet, um in der Öffnungsstellung die Pendeltür im Bereich
ihrer drehachsennahen Nebenschließkante zu umgreifen. Wenn der Pendeltürflügel
in der entgegengesetzten maximalen Offenstellung steht, steht der abgewinkelte
Abschnitt des Gleitarms vom Türflügel winkelig ab. Mit dem bei jeder Winkelstellung
der Tür jeweils von der einen Frontseite her sichtbaren Gleitarm ergeben
sich wesentliche optische Nachteile.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Pendeltür mit Pendeltürantrieb zu
schaffen, die nicht die genannten Nachteile und auch nicht die Begrenzungen
hinsichtlich der geometrischen Abmessungen der Tür für den Einsatz eines Pendeltürantriebs
aufweist.
Diese Aufgabe löst die Erfindung mit dem Gegenstand des Anspruchs 1.
Dadurch, dass ein horizontaler Spalt zwischen Flügeloberkante und Türsturzunterkante
ausgebildet ist, der eine ungehinderte Bewegung des als Gleitarm ausgebildeten
kraftübertragenden Gestänges sowohl für Drehungen nach links als
auch für Drehungen nach rechts zulässt und der Gleitarm also beim Öffnen und
Schließen sowohl bei Rechtsdrehung als auch bei Linksdrehung die Türflügeloberkante
übergreift und die Türsturzunterkante untergreift, kann der Türflügel
aus der Geschlossenlage der Tür zum Öffnen wahlweise nach links oder rechts
gedreht werden. Die typische Funktion des Pendeltürflügels wird damit gewährleistet.
Dadurch, dass der Antrieb innerhalb der Tür innenliegend montiert wird, vorzugsweise
das Antriebsgehäuse im Pendeltürflügel und die Gleitschiene im oberen
Türsturz, kann die Montageposition gegenüber der Türebene im Türflügel bzw. im
Türsturz symmetrisch ausgebildet sein. Ferner können nicht nur das Antriebsgehäuse
und die Gleitschiene zu ihrer Längsmittelebene jeweils symmetrisch ausgebildet
sein, sondern auch das Gestänge, d.h. der Gleitarm kann als gerader
Hebelarm ausgebildet sein. Vorzugsweise wird die Montageposition so gewählt,
dass die Abtriebswelle des Antriebs und die Drehachse des Türflügels in einer mit
der Türebene fluchtenden oder parallelen vertikalen Ebene angeordnet sind und
die Gleitschiene sich horizontal mit ihrer Führungsbahn und/oder ihrem Führungsschlitz
ebenfalls in dieser vertikalen Ebene erstreckt.
Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, dass der horizontale
Spalt zwischen der Türflügeloberkante und der Türsturzunterkante an mindestens
einer Frontseite, vorzugsweise an beiden Frontseiten der Tür durch eine Abdeckeinrichtung
überlappt wird. Die Abdeckeinrichtung kann flexibel oder gelenkig
ausgebildet sein und an der Flügeloberkante oder der Türsturzunterkante befestigt
sein. Mit dieser Abdeckeinrichtung ergeben sich optische Vorteile in der Geschlossenlage
der Tür, da die Abdeckeinrichtung den Spalt abdeckt und somit der
Gleitarm in der Geschlossenlage nicht sichtbar ist. Ferner kann die
Abdeckeinrichtung auch einen Luftdurchzug durch den Spalt verhindern und als
Dichteinrichtung ausgebildet sein. Vorteilhafterweise ist die Abdeckeinrichtung als
Bürsteneinrichtung ausgebildet, vorzugsweise als eine an der Türflügeloberkante
angebrachte Bürstenleiste. Die Abdeckeinrichtung wird jeweils durch den Gleitarm
zumindest bereichsweise ausgelenkt, wenn der Gleitarm beim Öffnen und Schließen
der Tür die jeweilige Frontseite des Spalts passiert. Die Abdeckeinrichtung
kann alternativ auch als eine von der Winkelstellung der Tür zwangsgesteuerte
bewegliche Einrichtung ausgebildet sein, etwa in Art von beweglichen Dichtleisten.
Die Steuerung kann sicherstellen, dass die Abdeckeinrichtung jeweils nur in
der Schließlage die Frontseite des horizontalen Spalts abdeckt und, sobald der
Pendeltürflügel aus der Offenlage nach links oder nach rechts ausgeschwenkt
wird, die Abdeckeinrichtung über den Steuermechanismus ausgelenkt wird, ohne
dass eine unmittelbare Berührung zwischen dem Gleitarm und der Abdeckeinrichtung
erfolgt.
Als Türantrieb können diverse herkömmliche Antriebe mit Gleitarmgestänge eingesetzt
werden, soweit sie aus der Nullstellung, d.h. aus der Geschlossenstellung
der Tür heraus rechts- und linksdrehend betrieben werden können. Dies ist bei
Türantrieben mit wahlweise rechts- und linksdrehendem Elektromotor erfüllt. Ebenfalls
erfüllt ist diese Voraussetzung bei Türschließern mit Schließfederaggregat,
die zwischen der Schließfeder und der Schließerwelle ein symmetrisches Getriebe
aufweisen, welches sowohl Rechtsdrehung als auch Linksdrehung der
Schließerwelle aus der Null-Lage erlaubt und im Verlauf der Rechts- sowie Linksdrehung
den gleichen Verlauf des Übersetzungsverhältnisses aufweisen. Es handelt
sich hierbei jeweils um Türantriebe, die, wenn sie an Anschlagtüren eingesetzt
werden, sowohl für rechtsdrehende als auch für linksdrehende Anschlagtüren
vorgesehen sind. Der Einsatz solcher rechts-/linksdrehenden Antriebe bzw.
Türschließer an Pendeltüren mit herkömmlichem Gestänge ist bis heute jedoch
nicht bekannt, da die herkömmliche Montage des Antriebsgehäuses und der
Gleitschiene jeweils sowohl bei aufliegender als auch bei innenliegender Montage
nur entweder Rechtsdrehung oder Linksdrehung des Türflügels aus der Geschlossenlage
erlaubt, da jeweils bei Drehung in die andere Richtung aus der Geschlossenlage
der Gleitarm mit dem Türflügel oder dem Türrahmen kollidieren
würde. Die Anwendung eines rechts/links verwendbaren Antriebs mit Gleitarmgestänge
an einer Pendeltür bei in der Pendeltür innenliegender Montage des Antriebs
ist bisher nicht erfolgt, da bei der herkömmlichen innenliegenden Montage
das Gleitschienengestänge nur Linksdrehung oder Rechtsdrehung aus der Geschlossenlage
zulässt. Die Anordnung des Gleitarms in einem horizontalen Spalt
zwischen der Flügeloberkante und der Türsturzunterkante, der so ausgebildet ist,
dass er die Drehung des Gleitarms in beide Richtungen aus der Geschlossenlage
nicht behindert, erlaubt es, den Antrieb mit Gleitarmgestänge als innenliegenden
Antrieb zu montieren.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf
Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Frontansicht einer Pendeltür mit erfindungsgemäßem
Antrieb;
- Figur 2:
- eine schematische Draufsicht auf die Pendeltür in Figur 1, wobei der
Türflügel in verschiedenen Schwenkstellungen dargestellt ist.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Pendeltür 1 mit einem Türschließer
2 ausgestattet. Die Pendeltür 1 weist einen Pendeltürflügel 3 auf, der in
einem ortsfesten Türrahmen 4 in Drehlagern 5o, 5u um eine vertikale Drehachse
6 drehbar gelagert ist. Bei den Drehlagern 5o, 5u handelt es sich um ein oberes
Drehlager 5o, das im oberen horizontalen Holm des Türrahmens 4, d.h. im sogenannten
horizontalen Türsturz 41, abgestützt ist, und um ein unteres Drehlager
5u, das im Boden versenkt angeordnet, also im Boden abgestützt ist.
Der Türschließer 2 umfasst ein Gehäuse 21 mit darin angeordnetem Schließfederaggregat
und eine in dem Antriebsgehäuse 21 drehbar gelagerte Schließerwelle
22. Das Gehäuse 21 ist in dem Pendeltürflügel 3 innenliegend angeordnet,
so dass das Gehäuse 21 im montierten Zustand von außen nicht sichtbar ist.
Die Schließerwelle 22 ist mit einem Gleitarm 23 drehfest gekuppelt, der mittels
eines an dem freien Ende das Gleitarms 23 angeordneten Gleiters 25 in einer
Gleitschiene 24 verschiebbar geführt ist. Die Gleitschiene 24 ist im oberen Türsturz
41 des ortsfesten Türrahmens 4 innenliegend montiert, und zwar so, dass
der Führungsschlitz der Gleitschiene 24 nach unten offen ist. Die Öffnung des
Führungsschlitzes liegt dabei horizontal in der gleichen Höhe wie die horizontale
Unterkante des Türsturzes 41 oder geringfügig oberhalb dazu. In den Führungsschlitz
greift das freie Ende des Gleitarms 23 von unten her ein. Dadurch, dass
die Gleitschiene 24 im ortsfesten Türrahmen 4 verdeckt angeordnet ist, ist sie bei
geschlossener Tür 1 nicht sichtbar.
Die Montageposition des Türschließergehäuses 21 und der Gleitschiene 24 entsprechen
hinsichtlich ihres Abstands von der Drehachse 6 des Türflügels 3 der
Montageposition eines Gleitarmtürschließers an Anschlagtüren. Die Montageposition
des Türschließergehäuses 21 entspricht damit auch der Montageposition bei
einem in einer Anschlagtür innenliegend montierten Gleitarmtürschließer, einem
sogenannten integrierten Türschließer. Geringe Unterschiede in der Montageposition
können sich gegenüber der integrierten Montage an Anschlagstüren allerdings
dadurch ergeben, dass der Pendeltürflügel 3 sowohl links als auch rechts
drehbar ist und in seiner Geschlossenlage in der Regel symmetrisch zur Türebene
in dem ortsfesten Türrahmen 4 anzuordnen ist.
Die Gleitschiene 24 ist bei dem Ausführungsbeispiel daher so angeordnet, dass in
der Geschlossenlage der Tür 1 die Schließerwelle 22 und die Drehachse 6 des
Türflügels 3 in einer vertikalen Ebene liegen, die mit der vertikalen Ebene fluchten,
in der der Führungsschlitz der Gleitschiene 24 horizontal verläuft.
Der Gleitarm 23, der wie bereits oben erwähnt mit seinem einen Ende mit der
Schließerwelle 22 drehfest gekoppelt und mit seinem freien anderen Ende in der
Gleitschiene 24 geführt ist, ist mit seiner Unterkante oberhalb der Oberkante des
Pendeltürflügels 3 und mit seiner Oberkante unterhalb der Unterkante des Türsturzes
41 angeordnet. Er bewegt sich beim Öffnen und Schließen der Tür 1 in
einer horizontalen Ebene. Dabei übergreift er die Oberkante es Türflügels 3 und
untergreift die Unterkante des Türsturzes 41. Zwischen der Oberkante des Türflügels
3 und der Unterkante des Türsturzes 41 ist in der Schließlage der Tür 1 ein
horizontaler Spalt 10 ausgebildet, in dem der Gleitarm 23 eingreifend angeordnet
ist.
Um den horizontalen Spalt 10 optisch abzudecken und eine Dichtung gegen Luftdurchzug
zu bilden, ist an der Oberkante des Pendeltürflügels 3 eine Bürstendichtleiste
11 angeordnet. Die Borsten reichen von der Oberkante des Pendeltürflügels
3 bis zur Unterkante des Türsturzes 41 und überdecken dabei den horizontalen
Spalt 10. Es können zwei parallele Bürstendichtleisten 11 vorgesehen
sein, und zwar eine an der in Figur 1 vorderen frontseitigen Türflügeloberkante
und eine an der hinteren frontseitigen Türflügeloberkante.
Zum Öffnen der Tür wird der Pendeltürflügel 3 manuell in eine Offenlage gedreht.
Dies kann - je nach Begehungsrichtung - als eine Drehung in die eine Richtung
oder als eine Drehung in die andere Richtung erfolgen. Über den Hebelarm 23
wird die Schließerwelle 22 dabei in die entsprechende Richtung mitgedreht und
das Schließfederaggregat gespannt. Der Schließvorgang erfolgt sodann selbsttätig
unter Wirkung des Schließfederaggregats, d.h. angetrieben durch die Entspannung
des Schließfederaggregats.
Der Türschließer 2 ist vorzugsweise als hydraulisch gedämpfter Türschließer 2
ausgebildet. In seinem Gehäuse 21 ist hierfür vorzugsweise eine hydraulische
Kolbenzylindereinrichtung angeordnet, die mit dem Schließfederaggregat zusammenwirkt
und mit der Schließerwelle 22 getriebemäßig gekoppelt ist. Die
Dämpfung erfolgt über die hydraulische Kolbenzylindereinrichtung, indem beim
Schließen und/oder beim Öffnen das Hydraulikmedium über entsprechende Hydraulikventile
gedrosselt zwischen Hydraulikkammern überströmt. Das Getriebe ist
so ausgebildet, dass es bei Linksdrehung und bei Rechtsdrehung der Schließerwelle
in gleicher Weise mit gleichem Verlauf des Übersetzungsverhältnisses wirkt.
Vorzugsweise ist das Getriebe als Kurvenscheibengetriebe ausgebildet, welche
bei Linksdrehung und Rechtsdrehung gleichwirkend ist und abhängig von dem
Drehwinkel der Schließerwelle 22 variierendes Übersetzungsverhältnis aufweist.
Anstelle eines Türschließers 2 mit Schließfederaggregat kann auch ein elektromechanischer
Türantrieb eingesetzt werden, der einen Elektromotor aufweist, um
die Tür motorisch zu öffnen und zu schließen. Die Anordnung und Montage eines
solchen elektromechanischen Türantriebs kann entsprechend dem Ausführungsbeispiel
in den Figuren 1 und 2 erfolgen. Der elektromechanische Motor ist in
dem Gehäuse 21 angeordnet. Die Motorabtriebswelle kann unmittelbar die vertikale
Abtriebswelle 22 bilden oder auch in dem Gehäuse 21 horizontal angeordnet
sein und über ein Umlenkgetriebe mit der vertikalen Abtriebswelle 22 getriebemäßig
verbunden sein.
Liste der Referenzzeichen
- 1
- Pendeltür
- 2
- Türschließer
- 3
- Pendeltürflügel
- 4
- Türrahmen
- 5o
- Drehlager
- 5u
- Drehlager
- 6
- Drehachse
- 10
- Spalt
- 11
- Bürstendichtleiste
- 21
- Gehäuse
- 22
- Schließerwelle
- 23
- Gleitarm
- 24
- Gleitschiene
- 25
- Gleiter
- 41
- Türsturz