Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Es sind Schleifscheiben mit und ohne Nuten bekannt. Es ist
weiterhin bekannt, daß durch bessere Kühlung der Schleifscheibe
sowie des Werkstücks, durch kürzere Kontaktzeiten
des Korns mit der Werkstückoberfläche und natürlich durch
größere Schnittiefen die Zerspanleistung von Schleifscheiben
verbessert werden kann.
Werden hohe Abtragungsraten gefordert, so werden daher
häufig Kammscheiben eingesetzt, die Ringnuten aufweisen.
Mit diesen Scheiben wird teilweise im Einstechverfahren und
teilweise im Seitenschleifverfahren gearbeitet.
Durch die Nuten wird eine bessere Kühlung der Schleifscheibe
bzw. des Werkzeuges durch einen verbesserten
Kühlmittelfluß gewährleistet. Des weiteren wird durch Nuten
die Entfernung von Schleifstaub und abgetragenem Material
des Werkstückes verbessert.
Ringnuten weisen jedoch den Nachteil auf, daß bei zahlreichen
Bearbeitungsaufgaben die Schleifscheiben mehrmals
eingestochen werden müssen und anschließend die Fläche
durch Längsschleifen bearbeitet werden muß.
Aus der DE-OS 27 58 285 ist eine Schleifscheibe bekannt,
bei der sich zwei Nuten in Zick-Zack-Form über den Umfang
erstrecken. Die Nuten sind so angeordnet, daß sie sich über
den gesamten Umfang der Schleifscheibe in etwa in der Mitte
(in Axialrichtung gesehen) der Schleifscheibe kreuzen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Schleifscheibe
zu schaffen, die bei hoher Zerspanleistung und
gutem Schleifergebnis eine hohe Standzeit erreicht.
Die Erfinder haben herausgefunden, daß zwar bei einer
Schleifscheibe gemäß der DE-OS 27 58 285 die hinsichtlich
der Ringnuten geschilderten Probleme nicht auftreten, diese
Schleifscheibe jedoch zumindest nicht immer hohen Ansprüchen
an die Bearbeitungsqualität genügen kann. Dies
wird darauf zurückgeführt, daß die Zerspanleistung über die
Breite der Schleifscheibe schwankt. Sowohl die Kreuzungspunkte
der Nuten als auch die Umkehrpunkte der Nuten liegen
auf einer Umfangslinie, was dazu führt, daß die Zerspanleistung
im Bereich dieser Umfangslinie sich von der
Zerspanleistung eines benachbarten Bereiches unterscheidet
und somit ein ungleichmäßiges Schleifergebnis erhalten
wird. Es muß daher bei zahlreichen Schleifaufgaben dennoch
wie bei einer Schleifscheibe mit Ringnuten längs geschliffen
werden, um ein ausreichendes Schleifergebnis zu
erhalten.
Mittels einer Gestaltung der Schleifscheibe gemäß Patentanspruch
1 wird dies vermieden und die der Erfindung zugrunde
liegende Aufgabe gelöst. Gemäß dieser Gestaltung
weist die Schleifscheibe eine scheibenartige zylindrische
Form auf, deren Umfang mit einem Schleifmittel versehen ist
und zumindest eine Nut aufweist. Diese Nut erstreckt sich
im wesentlichen in Umfangsrichtung, wobei zwischen Nut und
Umfangsrichtung ein Schrägungswinkel von kleiner als 45 °
vorgesehen ist. Das heißt, die Nut erstreckt sich gewissermaßen
schräg über den Umfang der Schleifscheibe. Bei der
Bearbeitung des Werkstückes wird daher der gesamte Bereich
in der Schleifscheibenbreite bearbeitet und anders als bei
Ringnuten ist ein Längsschleifen oder mehrfaches Einstechen
nicht erforderlich.
Bei den meisten Schleifaufgaben hat sich ein Winkel kleiner
als 30° häufig sogar kleiner als 20° bewährt. Bei Schleifaufgaben
an empfindlichen Werkstücken ist ein noch kleinerer
Winkel im Bereich von wenigen Grad bis 15 ° zu
bevorzugen, da bei derart kleinen Winkeln nur vernachlässigbare
Querkräfte von der Schleifscheibe auf das
Werkstück aufgebracht werden.
Vorteilhaft ist der Schrägungswinkel ein spitzer Winkel, so
daß sich bei breiteren Schleifscheiben eine sich spiralförmige
über den Umfang der Schleifscheibe erstreckende Nut
ergibt.
Der Schrägungswinkel und die Breite der Schleifscheibe in
axialer Richtung können so bemessen sein, daß sich die Nut
über zumindest einen vollen Umfang oder mehrfach über den
Umfang der Schleifscheibe erstreckt.
Es können mehrere Nuten vorgesehen sein, die sich parallel
zueinander oder nicht parallel erstrecken können. Eine
parallele Anordnung hat den Vorteil, daß keine Kreuzungspunkte
entstehen, wohingegen eine nicht parallele Anordnung
den Vorteil hat, daß die Nuten so angeordnet werden können,
daß sich die von der Schleifscheibe auf das Werkstück aufgebrachten
Kräfte zumindest teilweise kompensieren. Hierzu
werden die Nuten gegenläufig vorgesehen.
Werden zwei Nuten vorgesehen, die einen gleich großen, aber
unterschiedlich orientierten Schrägungswinkel aufweisen, so
erfolgt eine vollständige Kompensation der entstehenden
Kräfte. Die Schrägungswinkel der Nuten können bei nicht
parallelen Nuten so gewählt sein, daß die sich ergebenden
Kreuzungspunkte der Nuten nicht auf einer Umfangslinie
liegen, sondern seitlich, also in Axialrichtung, versetzt
sind. Dies hat den Vorteil, daß die Zerspanleistung über
die Breite der Schleifscheibe nicht stark schwankt. Die
Schrägungswinkel können auch so gewählt werden, daß die
Kreuzungspunkte in kleinen Abständen über die Breite der
Schleifscheibe wandern, so daß sich eine sehr einheitliche
Zerspanleistung ergibt.
Die Flanken der Schleifscheibe angrenzend zu den Nuten
können einseitig oder beidseitig mit einem Geradschliff
versehen sein. Die Flanken können jedoch auch mit einem
Fasenschliff versehen sein. Es hat sich gezeigt, daß die
scharfen Kanten, die bei einem Geradschliff entstehen, zwar
eine hohe Zerspanleistung ermöglichen, jedoch relativ
schnell verschleißen und die Schleifscheibe dann zwar noch
weiter benutzt werden kann, jedoch nachgestellt werden muß.
Hierdurch wird der Fertigungsprozeß unterbrochen. Desweiteren
neigen scharfe Kanten zu Absplitterungen und durch den
Verschleiß der Kante kann eine Kontur entstehen, die hinsichtlich
der Zerspanleistung und Standzeit nicht optimal
ist.
Zumindest in bestimmten Fällen ist es daher vorteilhaft,
zumindest eine Seite der Flanken mit einer Fase zu
versehen, um auf diese Weise von Anfang an eine genau
definierte Abschrägung der Kante vorzugeben. Die geschilderten
Probleme treten bei einer solchen Abschrägung
nicht auf und die Schleifscheibe kann länger ohne Nachstellung
oder Abrichten betrieben werden, ohne daß sich das
Schleifverhalten wesentlich ändern würde. Je nach Einsatz
der Schleifscheibe kann es vorteilhaft sein, beide Kanten
mit einer solchen Fase zu versehen.
Ähnliche Eigenschaften wie mit einer Fase an den Flanken
wird mit einem Rundschliff mit einem bestimmten Radius an
den Flanken erzielt. Wird ein Radius verwendet, hat dies
den Vorteil, daß ein sanfter Übergang der Flächen der
Flanken erhalten wird, der vollkommen frei von scharfen
Kanten ist. Je nach Einsatz der Schleifscheibe kann es
zweckmäßig sein, nur eine oder beide Seiten der Flanke mit
einem Radius zu versehen.
Die Schleifscheibe kann am Umfang eine bestimmte Kontur
aufweisen, um durch Einstechschleifen am Werkstück eine
entsprechende Gegenkontur zu erzeugen.
Die Nuten können nachträglich in die Schleifscheibe,
beispielsweise mit Hilfe einer Diamantscheibe, eingebracht
werden. Die Schleifscheibe kann aber auch einen mit Nuten
versehenen Grundkörper aufweisen, der mit Schleifmittel wie
Korunde, Karbide, Bornitrit oder Diamant beschichtet ist.
Bei der erfindungsgemäßen Schleifscheibe kann es sich um
eine CBN, keramisch oder Kunstharz gebundene Scheibe
handeln.
Die Erfindung wird folgend anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Schleifscheibe in
einer Ansicht. Figur 2 zeigt eine Einzelheit der Schleifscheibe. Figur 3 zeigt die Einzelheit gemäß Figur 2 in einer
alternativen Gestaltung. Figur 4 zeigt die Einzelheit in einer weiteren alternativen
Gestaltung. Figur 5 zeigt die Einzelheit in einer weiteren alternativen
Gestaltung.
In Figur 1 ist der Umfang der Schleifscheibe 1 zu sehen.
Die Schleifscheibe 1 weist einen Grundkörper 2 auf, der
bereits mit Nuten 4 versehen ist und dessen an die Nuten 4
angrenzende Flanken 3 mit einem Schleifbelag 6 versehen
sind.
Das dargestellte Ausführungsbeispiel verfügt über eine Nut
4, die gegenüber der Vertikalen nur leicht geneigt ist. Der
gegenüber der Vertikalen vorgesehene Schrägungswinkel W ist
im Bereich 5 angezeichnet. Aufgrund des sehr spitzen
Schrägungswinkels W, der lediglich ca. 1,5 ° beträgt,
ergibt sich bei der Breite der dargestellten Schleifscheibe
eine Nut 4, die sich ca. viermal über den Umfang der
Schleifscheibe erstreckt.
Das Kühlmittel sowie der Schleifstaub kann sich über die
durchlaufende Nut 4 gut verteilen und es ist aufgrund des
Schrägungswinkels W sichergestellt, daß jeder Bereich des
Werkstückes auch ohne Versetzen der Schleifscheibe gleichmäßig
bearbeitet wird. Des weiteren wird aufgrund des
spitzen Winkels nur eine geringe Querkraft, also eine Kraft
in Axialrichtung der Schleifscheibe, auf das Werkstück
aufgebracht. Bei Winkeln bis ca. 5° kann die auftretende
Querkraft praktisch vernachlässigt werden.
Figur 2 zeigt die in der Figur 1 mit X bezeichnete
Einzelheit, die die Gestaltung der Kanten der Flanken 3
vergrößert darstellt. Bei dieser Gestaltung sind die
Flanken 3 mit einem Geradschliff versehen, so daß sich
zwischen den Flächen der Flanken 3 scharfe 90° Kanten
ergeben.
Figur 3 zeigt eine alternative Gestaltung, bei der die
Flanken 3 auf einer Seite mit einer Fase 8 versehen sind.
Die geometrischen Abmessungen der Fase 8 werden durch die
Höhe B und die Breite A definiert.
Figur 4 zeigt eine weitere Alternative, bei der anstelle
einer Fase 8 eine Abrundung 9 vorgesehen ist, die einen
Radius R aufweist. Aufgrund dieser Abrundung entstehen beim
Übergang der Flächen der Flanken 3 keinerlei scharfe
Kanten.
Figur 5 zeigt eine alternative Gestaltung, die vorgesehen
wurde, um mittels Einstechschleifen im Werkstück eine
bestimmte Kontur, in diesem Fall eine Nut mit dreieckigem
Querschnitt, zu erzeugen.
Zu den Vorteilen der beschriebenen alternativen Gestaltungsmöglichkeiten
wird auf die Beschreibungseinleitung
verwiesen.
Offenbart wird eine Schleifscheibe mit einer scheibenartigen
zylindrischen Form, deren Umfang mit einem Schleifmittel
versehen ist und zumindest eine Nut aufweist, wobei
sich die Nut im wesentlichen in Umfangsrichtung erstreckt
und zwischen Nut und Umfangsrichtung ein Schrägungswinkel
von kleiner als 45 ° vorgesehen ist. Vorzugsweise ist der
Schrägungswinkel als spitzer Winkel ausgebildet und so
bemessen, daß sich die Nut über zumindest einen vollen
Umfang der Schleifscheibe erstreckt.