DEV0004500MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 10. April 1952 Bekanntgemacht am 1. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Pressen, Stanzen, Scheren und ähnliche Werkzeugmaschinen stellen auch heute noch für den die Maschine
Bedienenden eine große Gefahr dar, obgleich schon die unterschiedlichsten Sicherungseinrichtungen
konstruiert wurden, um die vielen Hand- und Fingerverletzungen zu vermeiden, die meist infolge von Unachtsamkeit
der Bedienungsperson entstanden sind.
Es ist zwar üblich, eine sogenannte Nachschlagsicherung an den Werkzeugmaschinen obiger Art anzubringen,
die ein Arbeiten nach dem Einhubprinzip mit durchlaufendem Antrieb ermöglicht, es also verhindert,
daß der Stößel der Werkzeugmaschine nach seiner Auslösung mehrmals einen Hub ausführt. Eine
solche Arbeitsweise ist beispielsweise beim Entgraten von Teilen erforderlich. Da aber die genannten Maschinen
auch für andere Arbeiten vorgesehen sind, bei denen der Stößel im Takt nach einmaliger Auslösung
auf und nieder geht, ist diese Nachschlagsicherung einstellbar an der Maschine vorgesehen.
Solche Maschinen haben einen stets umlaufenden Antrieb, zu dem auch das Schwungrad der Maschine
gehört. Als Kupplungsglied hat sich hierbei neben anderen die sogenannte Drehkeilkupplung außerordentlich
bewährt, die bei ihrer Betätigung eine Verbindung zwischen Antrieb und zu bewegendem Teil
bzw. eine normale Kupplung oder Entkupplung dieser
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Teile bewirkt. Ist diese Kupplung aber hergestellt, dann hindert den bewegten Maschinenteil nichts daran,
seinen Weg fortzusetzen, so daß die Bedienungsperson beim Nachgreifen, beispielsweise wenn ein Werkstück
falsch eingelegt wurde, unweigerlich die Finger oder gar die Hand zwischen die Werkzeugteile bringt, so
daß Verletzungen oft erheblicher Art nicht zu vermeiden sind. Obzwar diese Gefahren bekannt sind,
kehren Unfälle dieser Art jedoch immer wieder, weil
ίο diese Handbewegungen meist im Reflex erfolgen.
Um diese Unfälle zu vermeiden, wurden bewegliche oder fest angeordnete Schutzgitter vorgesehen, die
jedoch in diesen Fällen versagten, weil sie infolge ihrer sichthindernden Wirkung vom Bedienungspersonal
außer Betrieb gesetzt oder vom Einstellpersonal wegen Behinderung beim Werkzeugwechsel entfernt wurden.
Außerdem ergab sich nach ihrer Entfernung die Möglichkeit zum rascheren Arbeiten.
Auch die sogenannte Zweihandeinrückung, welche den Bedienenden veranlassen soll, beide Hände an
den ihnen zugeordneten Bedienungshebeln zu lassen, bis der Hubniedergang der Maschine beendet ist,
konnte Unfälle nicht in dem erwartenden Maße vermeiden; denn diese Zweihandeinrückungen hatten bis
jetzt keine sicher funktionierende Sperrvorrichtung, welche bei einem zu frühen Loslassen von einem der
Hebel die sofortige Hubunterbrechung der Maschine in allen Fällen veranlaßte.
Eine diesem Zweck dienende bekanntgewordene Vorrichtung wies einen Zahnkranz auf, in dessen Zähne
ein Daumen einrasten sollte, wenn einer der Bedienungshebel der Zweihandeinrückung zu früh freigegeben
wurde. Diese Vorrichtung hat den- Nachteil, daß der Daumen bei frühzeitiger Freigabe des einen
Hebels infolge der verhältnismäßig großen Umfangsgeschwindigkeit der grob verzahnten Scheibe nicht
gleich und genügend einrasten konnte, so daß der Gefahrenbereich oft schon erreicht war, bevor der
bewegte Maschinenteil gestoppt wurde. Unter Gefahrenbereich ist hierbei der Hubanteil zu verstehen,
bei dem Fingerverletzungen durch Quetschungen erfolgen können, der also eine Werkzeugöffnung übrigläßt,
die kleiner ist als etwa 15 mm. Andererseits aber trägt eine solche Vorrichtung der Tatsache nicht ausreichend
Rechnung, daß — bezogen auf den Hub — sich die Verhältnisse, also auch der Gefahrenbereich,
beim Auswechseln eines Werkzeuges gegen ein anderes stets ändern.
Es ist ferner bekanntgeworden, einen einstellbaren Anschlag an Werkzeugmaschinen vorzusehen, der bei
einem zu frühzeitigen Loslassen der Einrückvorrichtung die Kupplung der Werkzeugmaschine noch außerhalb
des Gefahrenbereiches beläßt. Diese bekannte Anordnung hat jedoch den erheblichen Nachteil, daß
zwei besondere Einrückdaumen benötigt werden, die beide über ein kompliziertes Gestänge miteinander und
. mit einem Handgriff verbunden werden müssen.
Zudem arbeitet auch diese Anordnung nicht sicher, denn wenn die Stellung eines der Einrückdaumen bei
der bekannten Vorrichtung verändert wird, so muß zusätzlich eine Vorrichtung vorhanden sein, die das
Betätigungsgestänge dieses Einrückdaumens seiner neuen Stellung anpaßt. Es genügt also nicht, nur die
Befestigung des Daumens zu verändern, sondern es muß auch das Gestänge bzw. der Seilzug nachgestellt
werden.
Alle diese Nachteile werden durch die Erfindung dadurch vermieden, daß ein zum Drehkeildaumen
relativ einstellbarer Anschlag vorhanden ist. Durch die dadurch gewährleistete Verwendung nur eines
einzigen Einrückdaumens kann dieser unveränderlich am Maschinengestell befestigt und durch ein einfaches
und daher betriebssicheres Gestänge mit dem Kupplungshebel verbunden werden. Eine Veränderung von
Hebelgestänge oder Seilzügen ist nicht erforderlich. Insbesondere ist es auch möglich, bei der erfindungsgemäßen
Ausbildung in einfacher Weise eine Nachschlagsicherung anzubringen.
Eine besonders sicher arbeitende Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß der mit dem Drehkeil
verbundene Daumen einen die Anschläge für die Nachgreifsicherung tragenden Ring durchsetzt und
von diesem in die Entkupplungsstelle gebracht werden kann. Der die Anschläge tragende offene Ring weist
gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung über einen Teil seines Umfanges eine enge Verzahnung auf,
die den einstellbaren Anschlägen als Rast dient. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Nachgreifsicherung
nach der Erfindung baulich mit Teilen der Nachschlagsicherung vereinigt ist. Sie kann vorzugsweise zwisehen
einem Lager der Kurbel- oder Exzenterwelle und dem Schwungrad der Werkzeugmaschine auf der
Welle der Werkzeugmaschine angeordnet sein.
In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt
Fig. ι eine Zweiständerkurbelstanze,
Fig. 2 die Ansicht des Rastenringes mit den einstellbaren Rasten und dem Einrückdaumen,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie IH-III der Fig. 2 und
Fig. 4 die ausgelöste Nachgreifsicherung bei frühzeitigem Loslassen der Zweihandeinrückung.
Die Zweiständerkurbelstanze 1 besitzt die Kurbelwelle
2, an welcher der Bär 3 gelagert ist. Der Teil 4 dient zur Höheneinstellung des Bars. Auch dessen
Hub ist verstellbar ausgebildet, jedoch ist diese Verstellbarkeit in der Zeichnung nicht dargestellt, da sie
mit der Erfindung direkt nichts zu tun hat. Auf der Kurbelwelle 2 ist das Schwungrad 5 angeordnet,
welches mit dem nicht dargestellten Antrieb in Verbindung steht. Die Kurbelwelle 2 ist in den beiden
Lagern 6 gelagert. Zwischen Schwungrad und dem angrenzenden Lager befindet sich der Nocken einer
Nachschlagsicherung und im Falle der Erfindung gleichfalls auch die Nachgreifsicherung 7.
Die Zweihandeinrückung besteht aus den Hebeln 8 und 9, die in an sich bekannter Weise über ein Herz
od. dgl. derart auf das Gestänge 10 einwirken, daß nur bei gleichzeitiger Betätigung beider Hebel 8 und 9 eine
Verschiebung der Stange 10 in Pfeilrichtung erfolgt. Hierbei wird der doppelarmige Hebel 11 um seinen
Lagerpunkt 12 im Uhrzeigersinn verschwenkt, so daß die Stange 13 nach unten verschoben wird. Diese
Stange 13 verschwenkt den oberen doppelarmigen Hebel 14, der ebenfalls auf einem ortsfesten Lager 15
drehbar gelagert ist. Der zweite Arm 16 dieses doppel-
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armigen Schwenkhebels dient als Einrückdaumen und liegt im Bereich des Drehkeildaumens 17, der ein
Teil des Drehkeils 18 ist. Dieser Drehkeil 18 ist in
einer halbkreisförmigen Aussparung der Exzenterwelle gelagert und wird beim Einrücken der Presse in bekannter
Weise in Rasten 26, die in der Nabe des Schwungrades 5 angeordnet sind, hineingedreht. Die
Entkupplung erfolgt dadurch, daß der Drehkeil relativ zur umlaufenden Kurbelwelle. der Presse zurückgedreht
und damit der Eingriff mit dem Schwungrad wieder gelöst wird. Dieser Drehkeil 18 durchsetzt insbesondere
mit seinem Daumen 17 einen Ring 19, an dem das eine Ende der Feder 20 angreift, die mit ihrem
zweiten Ende beispielsweise über dem Nocken 21 der Nachschlagsicherung an der Kurbelwelle befestigt ist.
Ein Teil des Umfanges dieses Ringes 19 ist mit einem Zahnkranz 22 versehen, in den entsprechende Gegenstücke
der Anschläge 23, 23' einrasten. Der Eingriff dieser Rasten mit den Zähnen 22 des Ringes 19 ist mit
Hilfe der Schrauben 24 lösbar, so daß die Anschläge relativ zueinander und relativ zum Drehkeildaumen 17
auf dem Ring 19 verstellt werden können. Die Anschläge 23, 23' besitzen jeweils einen kräftigen
Nocken 25, die im Bereich des Hebelarmes 16 der Zweihandeinrückung liegen.
Wird nun die in der Fig. 1 dargestellte Stanze eingerichtet,
so muß zunächst in an sich bekannter Weise -der entsprechende Hub eingestellt werden. Dann
wird bei weiterhin ausgeschaltetem Antrieb und eingekuppelter Welle diese von Hand so weit gedreht, bis
am Werkzeug der Gefahrenbereich nahezu erreicht ist. Alsdann wird beispielsweise der Anschlag 23 auf dem
Zahnkranz 22 so versetzt, daß dessen Nocken 25 sich im Anschlag mit dem Einrückdaumsn 16 befindet
(Fig. 4). Hierauf kann die Welle in die obere Totpunktlage gebracht werden (s. Fig. 2) und der Antrieb
wieder eingeschaltet werden.
Wird die Presse nun eingerückt, und zwar durch gleichzeitiges und gleichmäßiges Betätigen der beiden
Hebel 8 und 9, so wird das Gestänge 13 nach unten bewegt und der Daumen 16 entgegen dem Uhrzeigersinn
vom Nocken 17 entfernt, so daß der Ring 19 dem Zug der Feder 20 nachgeben kann und der Drehkeil
18 gegenüber der Welle 2 eine Relativdrehung ausführt. Damit rastet der Drehkeil in - eine entsprechende
Ausnehmung 26 des umlaufenden Schwungrades 5 ein, so daß die Welle mitgenommen wird. Läßt
nun die Bedienungsperson einen der Hebel 8 bzw. 9 los, ehe der Bär 3 seine tiefste Stelle erreicht hat, wird
das Gestänge 13 unter Federkraft selbsttätig nach oben befördert, so daß der Daumen 16 in den Weg
des Nockens 25 gelangt. In dem Augenblick, in dem der Nocken 25 gegen den Daumen 16 stößt, wird der
Ring 19 angehalten, über ihm der Drehkeil verdreht und die Kupplung zwischen Welle 2 und Schwungrad 5
gelöst.
Damit bleibt der Bär 3 in einer Stellung abgebremst stehen, in der der Gefahrenbereich noch nicht erreicht
ist.
Im Betrieb ist es also nötig, daß die Bedienungsperson die. Hebel der Zweihandeinrückung so lange
unten hält, bis der Nocken 25 am Einrückdaumen 16 vorbeigegangen ist. Jedoch ist es nicht erforderlich,
die Zweihandeinrückung so lange zu bedienen, bis der Werkzeugstempel seine tiefste Stellung erreicht hat.
Soll ein zweischnittiges Werkzeug benutzt werden, bei dem somit der Gefahrenbereich doppelt vorhanden
ist, so werden, wie dies in den Zeichnungen dargestellt ist, zwei Anschläge 23 und 23' vorgesehen, die dem
jeweiligen Gefahrenbereich entsprechend auf verschiedene Hubhöhe eingestellt werden können und ein
rechtzeitiges Stillsetzen in beiden Stellungen der Presse bzw. der Werkzeugmaschine bei zu frühem Loslassen
der Zweihandeinrückung auf die bereits beschriebene Art und Weise bewirken.
Claims (5)
- 'PATENTANSPRÜCHE:I. Als Hubunterbrechung wirkende N achgreif sicherung bei mit Zweihandeinrückung versehenen und gegebenenfalls eine Nachschlagsicherung aufweisenden Pressen, Stanzen, Scheren od. dgl. insbesondere bei mit Drehkeilkupplungen ausgestatteten Werkzeugmaschinen, wobei die Nachgreifsicherung bei frühzeitigem Loslassen der Zweihandeinrückung, die Entkupplung der Werkzeugmaschine noch außerhalb des Gefahrbereiches veranlaßt, gekennzeichnet durch mindestens einen zum Drehkeildaumen (17) relativ einstellbaren Anschlag (23). .
- 2. Nachgreifsicherung bei Drehkeilkupplungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Drehkeil (18) verbundene Daumen (17) einen die Anschläge (23, 23') für die Nachgreifsicherung tragenden, den Daumen (17) in die Entkupplungsstellung bringenden Ring (19) durchsetzt.
- 3. Nachgreifsicherung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der die einstellbaren Anschläge (23, 23') tragende Ring (19) über einen Teil seines Umfanges eine enge Verzahnung (22) aufweist, die den Anschlägen als Rast dienen.
- 4. Nachgreifsicherung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit der Nachschlagsicherung baulich vereinigt ist.
- 5. Nachgreifsicherung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwischen dem Lager (6) der Welle (2) Und dem Schwungrad (5) der Werkzeugmaschine auf der Welle (1) der Werkzeugmaschine angeordnet ist.Angezogene Druckschriften:
Französische Patentschriften Nr. 919 459, 945 321.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen509 660/47 2. 56
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