DEST006118MA - - Google Patents

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DEST006118MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. März 1953 Bekanntgemacht am 1. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektronischen Sender und Empfänger für Telegrafie-Zeichen nach dem Start-Stop-Alphabet, welche als Bestandteile bistabile Kippschaltungen, einen Generator und eine Start-Stop-Schaltung enthalten. Die Steuerung dieser Kipp- und Start-Stop-Schaltungen erfolgt mittels Relaiszellen.
Unter einer Relaiszelle sind mehrere von einem gemeinschaftlichen Anschlußpunkt abzweigende Gleichrichtzellen mit gleicher Durchlaßrichtung zu verstehen.
Im Empfänger dient ein Teil der bistabilen Kippschaltungen als Speicher; eine Abtastvorrichtung steuert jeden Speicher über einen Leiter, der mit den Ausgängen zweier Relaiszellen entgegengesetzter Polarität verbunden ist. Die Relaiszellen werden einerseits über ein und denselben Leiter von einer zu übernehmenden Polarität und andererseits zur Inbetriebnahme der Abtastvorrichtung über einzelne Leiter von Stromstößen einer der betreffenden Relaiszelle entsprechenden Polarität, die mit der theoretischen Dauer eines Zeichenschritts in gleichen Zeiträumen auftreten, gesteuert.
Die Polarität einer Relaiszelle wird positiv bzw. negativ genannt, wenn die Gleichrichtzellen ihre Durchlaßrichtung vom gemeinschaftlichen Anschluß-
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punkt ab bzw. nach dem gemeinschaftlichen Anschlußpunkt zu gerichtet haben und der gemeinschaftliche Anschlußpunkt durch einen Widerstand mit einem positiven bzw. negativen Pol einer Batterie verbunden ist.
Ein solcher Sender bzw. Empfänger ist bereits vorgeschlagen. Der vorgeschlagene Sender bzw. Empfänger besitzt neben den obenerwähnten Bestandteilen noch einen elektronischen Verteiler, der wenigstens so
ίο viel Röhren besitzt, wie Zeichenschritte vorhanden sind. Für einen Sender bzw. Empfänger für TeIegrafier-Zeichen im Fünfsehritt-Start-Stop-Alphabet ist dort die Zahl der Bestandteile wie folgt: sieben bistabile Kippschaltungen, ein Generator und eine Start-Stop-Schaltung und ein Verteiler für die sieben Schritte eines Telegrafier-Zeichens.
Beim Sender bzw. Empfänger nach der Erfindung ist die Zahl der verschiedenartigen Bestandteile auf drei reduziert worden, und zwar enthalten sie bei Verwendung von Zeichen im Fünfschritt-Start-Stop-Alphabet folgende Schaltungen: zehn bzw. neun bistabile Kippschaltungen, einen Generator und eine Start-Stop-Schaltung. Der Verteiler für die sieben Zeichenschritte entfällt also. Der einfachere Aufbau ist ein Vorteil bei der Herstellung.
Nach der Erfindung ist dieser einfache Aufbau dadurch erzielt worden, daß im Sender bzw. im Empfänger die Polarität eines Ausgangs jeder vorhergehenden Kippschaltung im gleichen Augenblick mittels der obenerwähnten Abtastvorrichtung den Eingang der ihr folgenden Kippschaltung steuert (sogenanntes Schiebeverfahren). Die erforderlichen Stromstöße werden von einer der bistabilen Kippschaltungen geliefert, wobei diese selbst von positiven Stromstößen aus dem Generator gesteuert wird, und zwar von dem zweiten und folgenden, weil der erste positive Stromstoß aus dem Generator mittels Relaiszellen so geleitet wird, daß die Kippschaltungen des Speichers alle einen bestimmten Zustand annehmen, nämlich im Sender entsprechend den Polaritäten des zu entsendenden Zeichens und im Empfänger entsprechend der positiven Polarität, ausgenommen, daß die erste Schaltung, GSVII, nach der negativen Polarität eingestellt wird, wonach beim zweiten Stromstoß des Generators der obenerwähnte Abtast- und Schiebevorgang beginnt, wobei im Sender die erste Kippschaltung der Reihe, SSVII, stets von der negativen Polarität gesteuert wird und die letzte Kippschaltung der Reihe, SSI, zum Entsenden der Schritte verwendet wird und wobei im Empfänger die erste Kippschaltung der Reihe, GSVII, von den Polaritäten der nacheinander eingehenden Schritte des Zeichens gesteuert wird und das Kriterium zum Beenden des Abtast- und Schiebevorganges in der Einstellung von einer Empfängerkippschaltung oder mehreren Senderkippschaltungen besteht.
Es wird bemerkt, daß der Gedanke, bei einer Reihe von Schaltungen mit zwei möglichen Zuständen in bestimmten Augenblicken jede Schaltung mittels Stromstößen den Zustand der ihr vorhergehenden Schaltung übernehmen zu lassen, an sich bekannt ist. Im Schieberegister von Rechenmaschinen findet dieser Gedanke Anwendung. Es wird hierbei aber entweder ein Hilfsregister verwendet, so daß eine doppelte Reihe von Schaltungen und entsprechende Stromstöße in verschiedenen Augenblicken notwendig sind, oder eine Verzögerungsschaltung, wobei die Übernahme mittels einer zweiseitigen Zufuhr von Stromstößen erfolgt.
Sender und Empfänger nach der Erfindung sowie diejenigen nach dem älteren Vorschlag können in Selbstanschlußfernschreibnetzen verwendet werden. Der Anrufer soll hierbei imstande sein, durch Entsenden einer Nummer die Verbindung mit dem gewünschten Teilnehmer herzustellen, während das Amt darauf selbsttätig Zeichen zur Identifizierung zurücksenden können soll.
Sender und Empfänger nach der Erfindung ebenso wie diejenigen nach dem älteren Vorschlag können weiter in TOR-Anlagen (Teleprinting Over Radiocircuits) als sogenannte Extensors verwendet werden. In solch einer TOR-Anlage werden die nacheinander über eine Leitung ankommenden Telegrafierschritte je Zeichen z. B. von fünf Schritten gleichzeitig von solch einem Extensor für eine Alphabetumsetzung fixiert und nach dieser Umsetzung z. B. in Siebenschrittzeichen in dieser Form nacheinander über einen zweiten Extensor wieder entsendet.
Die Erfindung wird nunmehr an Hand der Zeichnungen näher beschrieben. go
Fig. ι zeigt ein Telegrafier-Zeichen im erweiterten Fünfschritt-Start-Stop-Alphabet;
Fig. 2 -zeigt die sogenannte N.ormalschaltung (besondere Kippschaltung), welche für die Bestandteile IS, IV, VS, GSI bis GSVII und SSI bis SSVII verwendet wird;
Fig. 3 stellt Gitterstrom und Spannungen an verschiedenen Punkten der Normalschaltung als Funktion der Eingangsspannung dar;
Fig. 4 zeigt die Start-Stop-Schaltung; Fig. 5 zeigt die Generatorschaltung;
Fig. 6 stellt Spannungen an verschiedenen Punkten der Generatorschaltung als Funktion der Zeit dar;
Fig. 7 zeigt, wie die Schritte eines empfangenen Zeichens durch die Kippschaltungen GSI bis GSVII des Empfängers wandern;
Fig. 8 und 8' geben das Schaltbild des Empfängers, in welchem1 die bereits einzeln gezeigten Schaltungen als kleine Rechtecke dargestellt sind;
Fig. 9 zeigt, wie die Schritte eines zu entsendenden Zeichens durch die Schiebeschaltungen SSI bis SSVII des Senders wandern,;
Fig. 10 und 10' geben das Schaltbild des Senders, in welchem die bereits einzeln gezeigten Schaltungen als kleine Rechtecke dargestellt sind.
Die Figuren sind für den Fall der Verwendung von Telegrafier-Zeichen des erweiterten Fünfschritt-Start-Stop-Alphabets gezeichnet. Von der gegebenen Beschreibung können aber leicht Schaltungen für Zeichen in einem Start-Stop-Alphabet mit einer andern Anzahl von Gruppenschritten abgeleitet werden.
Die Zeichen, welche im Verkehr zwischen Springschreibern verwendet werden, bestehen je aus sieben Schritten, wenn der Start- und der Stopschritt mitgezählt werden, wobei jeder Schritt eine Zeitdauer von 20 ms hat (Fig. 1).
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Der erste Schritt des Telegrafier-Zeichens, der sogenannte Anlaufschritt, ist immer ein negativer Zeichenschritt; diesem Anlauf schritt folgen die Alphabetschritte, welche aus fünf Zeichenschritten bestehen. Jeder Zeichenschritt kann einen positiven oder einen negativen Charakter haben. Dann folgt der Sperrschritt, der immer positiv ist.
Es wird nun zuerst der Empfänger betrachtet. Der Empfänger wird durch den Anlaufschritt des eingehen-
jo den Zeichens angelassen. Mit Rücksicht auf Störungen in der Leitung muß der Anlauf schritt langer als io ms sein, um den Empfänger anlaufen zu lassen. Wenn der Empfänger einen falschen Anlaufschritt (kürzer als io ms) empfangen hat, soll er gleich darauf imstande sein, einen neuen falschen Anlaufschritt zu vernachlässigen oder auf einen richtigen Anlaufschritt in richtiger Weise anzusprechen.
Der Empfänger ist aus den folgenden Bestandteilen zusammengesetzt:
ao i. einer Eingangsschaltung /S, welche dazu dient, das empfangene Zeichen mit rechtwinkligen Flanken zu versehen und der Amplitude einen bestimmten Wert zu geben;
2. einer Start-Stop-Schaltung SSS zum Anlassen ',5 und Stillsetzen des Generators;
3. einer Generatorschaltung G für 50 Hz, welche bei jedem Empfängerzyklus zuerst dem Speicher GSI einen Stromstoß und dem Impulsverstärker IV die folgenden Stromstöße zuführt;
4. einem Impulsverstärker IV, der in den richtigen Augenblicken die Polaritäten der aufeinanderfolgenden Schritte des Zeichens zum Bestimmen des Zustandes einer Kippschaltung GSVII und zugleich jede von den in Reihe geschalteten Kippschaltungen GSI bis GSVII zum Übernehmen des Zustandes der ihr vorhergehenden Schaltung veranlaßt;
5. sieben Kippschaltungen GSI bis GSVII, deren Zustände nach Empfang des Zeichens die Polaritäten der Schritte des empfangenen Zeichens angeben, und zwar gibt GSI den Anlauf schritt, GSII bis GSVI die Gruppenschritte und GSVII den Sperrschritt. GSI dient weiter noch als Hilfsschaltung beim Anlassen und Stillsetzen, setzt die Kippschaltungen GSII bis GSVII beim Anlassen in die erforderlichen Anfangszustände und steuert durch ihren Zustand die Stromstöße des Generators G.
Der Sender enthält die beim Empfänger unter 2. und 3. erwähnten Bestandteile in dem Sinne, daß die Generatorschaltung G bei jedem Sendezyklus zuerst der Schiebeschaltung SSVII einen Stromstoß und dem Impulsverstärker IV die folgenden Stromstöße zuführt, und weiterhin
6. eine Eingangsschaltung /S, welche als Hilfsschaltung beim Anlassen dient;
7. eine Verstärkerschaltung VS, welche als Hilfsschaltung beim Anlassen und Stillsetzen dient und durch ihren Zustand die Stromstöße des Generators G steuert; 8, einen Impulsverstärker IV, welcher die Schiebeschaltung SSVII in den negativen Zustand setzt und
■60 in den richtigen Augenblicken jede Schiebeschaltung in der Reihe SSI bis SSVI zum Übernehmen des Zustandes der ihr vorhergehenden Schaltung veranlaßt ;
9. sieben Schiebeschaltungen (Kippschaltungen)· SSI bis SSVII, deren Zustände beim Anfang einen Zyklus vom zu entsendenden Zeichen bestimmt werden; SSI entsendet die Zeichen.
Im Empfänger erfolgt 30 ms nach Anfang eines richtigen Anlaufschrittes die Mittenabtastung des ersten Zeichenschrittes des Zeichens. Danach wird alle 20 ms ein folgender Zeichenschritt abgetastet. Das Ergebnis der Abtastungen wird in fünf Kippschaltungen gespeichert.
Die Zeitdauer des Empfangszyklus muß kürzer als 140 ms sein, damit beim Empfang von nacheinander von einem zu schnell laufenden Sender entsendeten Zeichen der Empfänger mit diesem Sender gleichen Schritt halten kann. Die Größe der Empfangszyklusverkürzung ist durch die auszugleichende Geschwindigkeitsabweichung bedingt. Eine größere Verkürzung, als aus diesem Grund nötwendig ist, hat den Nachteil, daß das Entzerrungsvermögen des Empfängers abnimmt.
Beim elektronischen Empfänger kann die Dauer des Empfangszyklus auf. ein Minimum von 130 ms eingestellt werden.
Eine Beschreibung der in Fig. 8 und 8' als Rechtecke dargestellten Bestandteile geht nunmehr der Beschreibung des eigentlichen Aufbaus vorher.
Für die Bestandteile /S, IV und GSI bis GSVII wird eine Kippschaltung verwendet. Diese Kippschaltung (Fig. 2) besteht aus einer Doppeltriode Bi11, Bi6, einer Anzahl Widerstände und zwei Glimmlampen L1, L2. Die Röhren Βτα und Si6 haben einen gemeinsamen Kathodenwiderstand Rlb, welcher mit dem negativen Pol der Batterie V verbunden ist. Als Anodenwiderstände sind die parallel geschalteten Widerstände R1 und R2 bzw. i?4 und R6 vorgesehen, die mit dem positiven Pol der Batterie V verbunden sind. Mit jeder Anode ist ein Spannungsteiler RJR11 bzw. R9JR19 verbunden, dessen anderes Ende mit dem negativen Pol der Batterie V verbunden ist. Die Anzapfungen 9 und 4 sind die Ausgangsklemmen. Die Widerstände R12 und A18 sind in Reihe zwischen den Ausgangsklemmen geschaltet; der Verbindungspunkt zwischen diesen Widerständen ist Punkt 6. Des weiteren sind noch zwei hochohmige Spannungsteiler RJR16 und RJR11 angebracht, welche mit den Spannungsteilern RJR11 und R9JR19 parallel geschaltet sind. Die Anzapfung des Spannungsteilers RJR16 ist mit dem Steuergitter der Röhre -Bi6 und zugleich über Widerstand R17 mit Punkt 6 verbunden.
Die Anzapfung 5 des Spannungsteilers RJRU ist über Widerstand R13 mit Punkt 6 verbunden. Das Steuergitter der Röhre Βτα ist mit Punkt 8 und über Widerstand R10 mit Punkt 7 verbunden. Die Anode der Röhre Bia ist mit Punkt 10 und die Anode der Röhre Bi6 mit Punkt 3 verbunden. Mit diesen Punkten sind auch die Glimmlampen L1 und L2 verbunden; sie werden über Widerstand R3 vom positiven Pol der Batterie V her gespeist.
Ist das Steuergitter der Röhre Bi0 stark negativ in Hinsicht auf die Kathode, so führt diese Röhre keinen Strom; über den Spannungsteiler RJRle wird eine positive Spannung an das Steuergitter der Röhre .Bi6 gelegt. Die Röhre Bi6 ist dann leitend; die Anoden-
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spannung dieser Röhre ist niedriger als die der Röhre Bi0; die Glimmlampe L2 leuchtet, L1 nicht. Die Ausgangsklemme 9 hat eine höhere Spannung als die Ausgangsklemme 4. Die Ausgangsklemme 6 hat eine Spannung, die mitten zwischen den Spannungen der Ausgangsklemmen 9 und 4 liegt (negativer Zustand). Steigt nun' das Potential des Steuergitters der Röhre Bia, so wird bei einem bestimmten Wert dieses Potentials diese Röhre leitend, wodurch die Röhre BI6 nichtleitend wird. Die Glimmlampe L1 zündet, L2 erlischt. Die Ausgangsklemmen 9 und 4 wechseln die Spannung (positiver Zustand). Die Schaltung ist so bemessen, daß der Übergang von der einen Lage in die andere bei einer kleinen Änderung des Eingangspotentials an Punkt 7 sprungweise erfolgt. In den beiden Lagen der Schaltung hat Punkt 6 stets dieselbe Spannung, weil die Widerstände R12 und i?18 gleich sind. Wenn die Eingangsklemme.7 eine Spannung hat, welche nahezu der Spannung des Punktes 6 gleich ist, wechselt die Schaltung die Lage.
Wenn der Wert der Widerstände R1, R2, Rit A5, R6, R9, R11, R12, Rls und R19 = 39 und der von R7, Rs, R13, -R14 und R16 = ι ΜΩ, von R3 = 820 LQ, von R10 = 470 kü, von R15 = 15 und von R17 = 270 ist und eine Batterie V mit einer Spannung von 220 Volt und geerdetem negativem Pol verwendet wird, so haben die Ausgangsklemmen 9 und 4 bei einer Eingangsspannung, welche niedriger als 70 Volt ist, eine Spannung von 80 und 60 Volt. Klemme 6 hat eine Spannung von 70 Volt. Erhöht man die Eingangsspannung, so wechseln bei einer Eingangsspannung von etwa 70,5 Volt die Ausgangsspannungen und nehmen Werte von 60 bzw. 80 Volt an. Die Ausgangsklemmen behalten bei einer weiteren Erhöhung der Eingangsspannung nahezu dieselben Ausgangsspannungen. Macht man die Eingangsspannung niedriger, so kommt bei etwa 69,5 Volt die Schaltung in die ursprüngliche Lage zurück.
In Fig. 3 sind der Gitterstrom von Röhre Bia und Spannungen an verschiedenen Punkten der Schaltung als Funktion der Eingangsspannung dargestellt. Werden die Ausgangsklemmen 9 und 4 belastet, so werden sich die Spannungen an diesen Klemmen ändern, zugleich ändert sich die Spannung an Punkt 6.
Infolge der Kopplung des Steuergitters der Röhre Bib über Widerstand R17 mit Punkt 6 tritt in diesem Fall auch eine Änderung der Eingangsspannung auf, wobei die Schaltung die Lage wechselt, und zwar derart, daß die Eingangsspannung stets mitten zwischen den Spannungen der Ausgangsklemmen 9 und 4 liegt.
Sollen mehrere Schaltungen zusammenarbeiten, so werden die Punkte 6 miteinander verbunden, wodurch die Spannungspegel soweit als möglich gleich werden.
Die Ausgangsklemme 5, welche hochohmig ist, kann mit der Eingangsklemme 7 verbunden werden, wodurch die Lage der Schaltung aufrechterhalten wird, nachdem die steuernde Eingangsspannung weggenommen ist. Die Normalschaltung ist nun eine sogenannte Speicherschaltung geworden.
Der Generator und die Start-Stop-Schaltung
Die Generatorschaltung ist eine normale Multivibratorschaltung mit einer Frequenz von 50 Hz. Die Start-Stop-Schaltung wird verwendet, um den Generator beim Anfang eines Zeichens anzulassen und beim Ende eines Zeichens stillzusetzen.
In Fig. 4 und 5 sind die Start-Stop-Schaltung und die Generatörschaltung dargestellt.
In jeder Schaltung befindet sich eine Doppeltriode.
Die Werte der Widerstände sind in Fig. 4: R20 = R23 =1,2 ΜΩ; R21 = 820 kü; R22 = 27 kß; und in Fig. 5: #24 = ^26 = R30 = R31 = 10 kß; R26 = 680 kÜ; = RM = i ΜΩ; R2B = R37 = 56 kÜ;
= R3
= 270 ; R33 = R3i = 39 ; R36 = R39 = 560 und A38 = 47 kü.
Die Kondensatoren C1 und C2 (Fig. 5) haben etwa 20 000 pF. Die Spannung an der Kathode der Doppeltriode in der Start-Stop-Schaltung ist ungefähr 70 Volt. Hat das Steuergitter der Röhre B2a eine Spannung, welche niedriger als 70 Volt ist, so führt diese Röhre 8a keinen Strom; demzufolge führt die Röhre Bzb Strom. In der Anodenleitung dieser letzten Röhre ist der Widerstand i?27 der Generatorschaltung aufgenommen.
Hierdurch hat nun das Steuergitter der Röhre B^a des Generators dasselbe negative Potential in Hinsicht auf die Kathode, das es auch hat, wenn die Röhre B^a während der Wirkung des Multivibrators nichtleitend ist. Das Steuergitter der Röhre B^b des Generators liegt über die Widerstände A34 und R29 an einer positiven Spannung. Diese Röhre ist leitend; die Glimmlampe L1 ist gezündet. Die Kondensatoren C1 und C2 sind auf gleiche Spannungen geladen.
Erhöht man nun die Spannung am Steuergitter der Röhre B2a der Start-Stop-Schaltung, so wird bei ungefähr 70 Volt Gitterspannung diese Röhre leitend und die Röhre B2b nichtleitend. Der Kondensator C1 entlädt sich nun über Widerstand A27; die Steuergitterspannung der Röhre B3α steigt. Nach 10 ms wird diese Röhre leitend; der Spannungsabfall in der 100. Anodenleitung wird über Kondensator C2 nach dem Steuergitter der. Röhre B$b übertragen, wodurch diese Röhre gesperrt wird. Der Kondensator C1 wird nun. über die Anodenwiderstände R26 und Rn schnell auf den ursprünglichen hohen Wert aufgeladen. Das Steuergitter der Röhre i?36 erreicht durch die Entladung des Kondensators C2 über Widerstand R29 nach 10 ms wieder das Potential der Kathode, wodurch diese Röhre wieder leitend wird und die Röhre B^a nichtleitend usw. , 110.
Zum Stillsetzen des Generators muß die Röhre B2a der Start-Stop-Schaltung wieder in die nichtleitende Lage gebracht werden, und zwar dadurch, daß die Steuergitterspannung unter 70 Volt gebracht wird. Wenn die Röhre B2a der Start-Stop-Schaltung wäh- 115. rend einer kürzeren Zeit als 10 ms leitend wird, wechseln die Röhren des Generators den Zustand nicht. ,Diese Zeitdauer kann aber erforderlichenfalls noch in zweierlei Weisen verkürzt oder verlängert werden, nämlich erstens, indem man die verschiedenen Schalt- 12a elemente so wählt, daß bei stromführender Röhre B2b das Steuergitter der Röhre B^a ein höheres oder ein niedrigeres Potential erhält, als dieses Gitter während der Wirkung des Multivibrators in der geschlossenen Lage der Röhre B^a hat, oder zweitens, indem man 12s die Werte der Kondensatoren C1 und C2. nicht gleich
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nimmt, jedoch so, daß der Multivibrator trotzdem mit einer Frequenz von 50 Hz arbeitet.
In Fig. 6 sind in der oberen Hälfte die Potentiale d.er Punkte 3 und 8 der Schaltung nach Fjg, 5, in der unteren Hälfte die Potentiale der Punkte 10 und 5 dieser Schaltung angegeben, alle vier als Funktion der Zeit, und zwar für die Dauer eines ganzen Zeichens. Die Differenz zwischen den Potentialen der Punkte 3 und 8 stellt die Spannung am Kondensator C1, die Differenz zwischen den Potentialen der Punkte 10 und 5 die Spannung am Kondensator C2 dar. Das Potential der Kathode des Generators ist mit einer Strich-Punkt-Linie angegeben. Auch ist in Fig. 6 mit gestrichelten Linien angegeben, was bei einem falschen Anlaufschritt stattfindet,
Die Frequenz des Generators kann mittels Widerstand Ri0 eingestellt werden. Die Glimmlampen L3 und L1 geben an, welche Röhre leitend ist.
An Hand von Fig. 8 und 8' wird nun der Empfänger
ao beschrieben. Dabei sind die im vorhergehenden beschriebenen Bestandteile einfachheitshalber als kleine Rechtecke dargestellt; die Ziffern in diesen Rechtecken entsprechen den Ziffern in den vorhergehenden Figuren, Es ist in erster Linie zu bemerken, daß die Punkte 6 der Schaltung geerdet sind. Hierdurch ist der Eingangspegel, wobei jede Kippschaltung die Lage wechselt, auf Erdpotential gebracht; die Ausgangsspannungen haben. Werte von -j-10 Volt und —10 Volt gegen Erde. Die +-Klemmen haben eine
Spannung von +150 Volt und die Klemmen eine
Spannung von —70 Volt gegen Erde.
Die Schaltungen /S, IV, GSl bis GSVII sind Normalschaltungen nach Fig. 2. Die Schaltung SSS ist nach Fig. 4 und die SchaltungGnach Fig. 5 ausgebildet.
Das eingehende Zeichen kcirrnt über die Eingangsklerr.me I an das Sieuergitter (Punkt 7) der Eingangsschaltung IS an. Die Eingangsklemme hat in der Ruhelage eine positive Spannung gegen Erde.
In Fig. 7 geben die Zeichen in der ersten Spalte (links der Linie P-Q) für die Ruhelage die Zustände der daneben bezeichneten Kippschaltungen an; der Zustand von GSI entspricht nämlich der Polarität des Anlaufschrittes (—), die Zustände von GSII bis GSVI entsprechen den Polaritäten der Zeichenschritte (+ oder —, angegeben in kleinen Kreisen) des zuletzt empfangenen Zeichens. Der Zustand von GSVII entspricht der Polarität des Sperrschrittes (+).
Geht nun ein Zeichen ein, so geht folgendes vor (s. Fig. 7): Wenn die Anlauf ρ olarität 10 ms lang an der Eingangsklemme liegt, kommen die Schaltungen GSI bis GSVI in den positiven Zustand und GSVII in den negativen Zustand. 20 ms später wird der erste Gruppenschritt des Zeichens abgetastet und von GSVII übernommen. Ini gleichen Augenblick übernimmt GSVI den vorigen Zustand von GSVII; in gleicher Weise übernimmt GSY den vorigen Zustand von GSVI usw. Das Resultat ist, daß die Kippschaltungen GSI bis GSY in der positiven Lage bleiben, GSVI die negative Lage annimmt und GSVII die Polarität des ersten Gruppenschrittes des ankommenden Zeichens angibt.
Dieser Abtast- und Schiebevorgang wiederholt sich in Abständen von 20 ms; damit wird das Zeichen in die sieben Kippschaltungen gespeichert. 130 ms nach Anfang des Anlaufschrittes können die Polaritäten der fünf Alphabetschritte gleichzeitig den Kippschaltungen GSII bis GSVI entnommen werden. Ih der Vorrichtung nach dem älteren Vorschlag sorgte der siebenfache Verteiler dafür, daß der Empfänger stets einen Zyklus entsprechend dem Empfang eines einzigen Zeichens machte. In der Vorrichtung nach der Erfindung besteht das Kriterium für einen Zyklus darin, daß 10 ms nach Anfang des Anlaufschrittes GSI in die positive Lage kommt und 120 ms in dieser Lage bleibt, wonach der Anlauf schritt des Zeichens von GSVII bis zu GSI weitergeschoben ist und der Empfänger zum Stillstand kommt.
Jetzt wird die Wirkung des Empfängers an Hand von Fig. 8 im einzelnen betrachtet: Punkt a, der über Gleichrichter G1 und G3 mit den Ausgangsklemmen 9 und IS bzw. GSI verbunden ist, nimmt die negativere der Spannungen dieser beiden Punkte an und ist also in der Ruhelage negativ. Punkt b, der über Gleichrichter G4 und G5 mit Punkt α bzw. Klemme 4 von GSI verbunden ist, nimmt die positivere der Spannungen dieser beiden Punkte an, ist also ebenfalls negativ. Die Röhre Σ>2α der Start-Stop-Schaltung SSS ist also nichtleitend, und der Generator G steht still; die Kippschaltungen bleiben in demselben Zustand. Das Steuergitter, Punkt 7 des Impulsverstärkers IV, welches über Gleichrichter G6 und G7 mit Punkt k bzw. der Ausgangsklemme 4 von GSI verbunden ist, nimmt die negativere der Spannungen dieser beiden Punkte an und ist also negativ.
Kommt nun ein Zeichen an, so wild die Eingangsklemme I negativ infolge des Anlaufschrittes; Punkt a wird positiv und hierdurch auch Punkt b. Nach 10 ms wechselt der Zustand der Generatorröhren; der Generator führt über Kondensator C3 dem Eingang von GSI einen positiven Stromstoß zu. Hierdurch kommt GSI in die +-Lage und führt übe: C6 dem Verbindungspunktzwischen Widerständen.^ und i?45 einen positiven und über C4 dem Verbindungspunkt zwischen Widerständen i?42 und i?43 einen negativen Stromstoß zu. Der positive Stromstoß wird über Gleichrichtzellen G19, G27, G35, G43 und G61 den Punkten 7 der Kippschaltungen GSII bis GSVI weitergegeben. Diese kommen also in' den positiven Zustand. Der negative Stromstoß wird über die Gleichrichtzelle G60 dem Funkt 7 der Kippschaltung GSVII weitergegeben. ι10 Diese nimmt die negative Lage an.. Der Übergang von GSI in die positive Lage hat weiter zur Folge, daß Klemme 4 nun positiv ist, daß also Punkt b auch positiv ist, unabhängig von der Spannung an Punkt a, also unabhängig von der Polarität der Eingangsklemme I. Der Generator arbeitet also weiter, solange sich GSI in der positiven Lage befindet. Dadurch, daß sich GSI in der positiven Lage befindet, können die folgenden positiven Stromstöße des Generators G Punkt 7 der Schaltung GSI nicht mehr beeinflussen, da über G9 und RM eine negative Ausgangsklemme erreicht wird, wohl aber Punkt 7 des Impulsverstärkers IV, da über G7 und A47 eine positive Ausgangsklemme erreicht wird.
30 ms, nachdem die Eingangsklemme negativ geworden ist, gibt der Generator den zweiten positiven
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Stromstoß ab; die negativen Stromstöße zwischen zwei positiven haben keine Wirkung.
Der zweite positive Stromstoß wird dem Impulsverstärker weitergegeben, welcher einen Augenblick den Zustand wechselt und dadurch über die Ausgangsklemme 4 einen positiven und über die Ausgangsklemme 9 einen negativen Stromstoß abgibt, welche . nach sieben Abtastvorrichtungen geführt werden, die je aus sechs Gleichrichtern bestehen, wie z. B. die bei
ίο GSII aus G20 bis G2B.,.
Die Wirkung dieser Abtastvorrichtungen kann z. B, für GSII wie folgt erläutert werden: GSII wie GSI und GSIII bis GSVII sind durch Anbringen der Verbindung zwischen Punkten 5 und y eine bistabile Kippschaltung geworden. Die Ausgangsklemmen 9 und 4 des Impulsverstärkers IV haben in der negativen
., Lage dieser Vorrichtung eine Spannung von +10 Volt bzw. —10 Volt gegen Erde. Die Spannung von Punkte ist der negativeren der Spannungen von Ausgangsklemme 4 (von IV) und Punkt «gleich. Unabhängig von der Spannung an Ausgangsklemme 4 von GSIII hat Punkt c also eine negative Spannung, solange Ausgangsklemme 4 (von IV) negativ bleibt. Punkt d hat eine Spannung, welche.der positiveren der Spannungen der Punkte 9 (von IV) und β gleich ist, und da 9 (von IV) positiv ist, hat Punkt d eine positive Spannung gegen Erde. Auch diese Spannung ist von der Spannung der Ausgangsklemme von GSIII unabhängig, solange Klemme 9 (von IV) positiv bleibt. Die Gleichricht-
zellen G20 und G21 sind nichtleitend; der Verbindungspunkt f kann jedes Potential zwischen +10 Volt und —10 Volt annehmen. Die Kippschaltung GSII kann sich also, was dies anbelangt, in jedem der beiden Zustände befinden.
Gibt nun der Impulsverstärker IV über die Ausgangsklemme 4 einen positiven und über die Ausgangsklemme 9 einen negativen Stromstoß, so wird, wenn die Ausgangsklemme 4 von GSIII und also Punkt e positiv ist, Punkt c positiv; Punkt d bleibt positiv.
Da sich GSII in der positiven Lage befindet, bleibt sie in dieser Lage. Wenn sie sich aber in der negativen Lage befindet, so wird sie über die Gleichrichtzelle G20 in die positive Lage gebracht.
Wenn aber die Ausgangsklemme 4 von GSIII negativ ist, so bleibt' Punkt c negativ, und d wird negativ. GSII wird dann über Gleichrichtzelle G21 von der positiven in die negative Lage gebracht. 30 ms, nachdem die Eingangsklemme negativ geworden ist, übernimmt die Kippschaltung GSVl also infolge der Stromstöße des Impulsverstärkers IV die Polarität von GSVII, GSY die von GSVI usw., während GSVII die Polarität der Ausgangsklemme 4 der Eingangsschaltung IS, d. h. die Polarität des ersten Gruppenschrittes, übernimmt. Der mit dem Ausgang einer Kippschaltung verbundene Verzögerungsstromkreis, z. B. Ri9jCc, bei GS III sorgt dafür, daß die alte Ausgangspolarität der Kippschaltung noch einen Augenblick· aufrechterhalten bleibt, nachdem die Kippschaltung selbst den neuen Zustand angenommen
hat; dies ermöglicht das Übernehmen der vorigen Polarität.
Es erfolgt nunmehr alle 20 ms eine Verschiebung, wie in Fig. 7 angegeben. 120 ms, nachdem GSI in die positive Lage gekommen ist, übernimmt diese ' Schaltung die negative Polarität des Anlauf Schrittes. Punkt b wird, nun negativ, unabhängig von der Polarität der Eingangsklemme I. Klemme 4 von GSI wird ja augenblicklich negativ. Punkt g war negativ und bleibt durch den Verzögerungsstromkreis noch einige Zeit negativ. Hierdurch bleibt auch Punkt α negativ. Der Generator kommt augenblicklich zum Stillstand und nimmt die Ruhelage wieder ein. Nach einem Zeitraum, einstellbar durch die Größe von Kondensator C6 und Widerstand Rle, kommt Punkt α wieder unter die Steuerung der Eingangsklemme I. Wird dieser Klemme eine negative Spannung zugeführt, so läuft der Generator wieder an; er bleibt aber, solange die Eingangsklemme positiv ist, in der Ruhelage. Indem man die Verzögerung z. B. auf 5 ms einstellt, ist es 135 ms nach dem Anfang des Anlauf- Schritts wieder möglich, ein folgendes Zeichen zu empfangen. Wenn durch Verzerrung des Zeichens vor dem Ende dieses Zeitraums die Eingangsklemme negativ wird, wartet der Empfänger, bis diese 135 ms beendet sind und beginnt erst dann einen neuen Zyklus.
Beim Stillsetzen werden die sieben Kippschaltungen entsprechend den Polaritäten der Schritte des empfangenen Zeichens eingestellt. Den Ausgängen II bis VI können dann die Polaritäten der Gruppenschritte entnommen werden. Zu diesem Zweck werden diese Ausgänge noch mittels einer gleichen Anzahl Relaiszellen positiver Polarität gesteuert. Von diesen Relaiszellen ist stets eine Gleichrichtzelle mit der Ausgangsklemme 4 der betreffenden Kippschaltung und die andere mit der Ausgangsklemme 9 von GSI.verbunden. Für GSII z. B. sind dies G88 und G87. Es ist klar, daß die Übernahme der Polarität der Ausgangsklemme 4 durch den Ausgang erfolgt, sobald G87 mit einer positiven Polarität versehen wird, d. h. sobald GSI in die negative Lage kommt.
Dies ist gerade der richtige Augenblick; die Ausgangsklemmen 4 haben dann ja die Polaritäten der Gruppenschritte des empfangenen Zeichens. Während der übrigen Zeit liegt negative Polarität an den Ausgängen.
Die weitere Bearbeitung des Zeichens gehört nicht zu der Erfindung. Beim Empfang eines folgenden Zeichens wird das vorige Zeichen gelöscht und durch das neue ersetzt.
Ausgang VII nimmt mit Zwischenräumen von 20 ms nacheinander die Polaritäten aller Schritte des empfangenen Zeichens an und kann, wo erwünscht, dazu verwendet werden, dieses Zeichen ^entzerrt weiterzusenden, wodurch der Empfänger zugleich zur entzerrenden Übertragung dienen kann. • Um unter allen Umständen eine gute Wirkung des Empfängers zu sichern, können noch zwei sogenannte Verriegelungen vorgesehen werden. Die erste für GSVII vorgesehene Verriegelung soll verhindern, daß diese Schaltung eine negative Lage annimmt, wenn die Eingangsklemme positiv ist und sich der Empfänger in Ruhe befindet. Bei gleichzeitiger Verwendung als entzerrende Übertragung würde dann ja über Aus- , gang VII eine negative statt einer positiven Polarität an die abgehende Leitung gelegt werden. Dieser Fall würde eintreten können, wenn die Eingangsklemme
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140 ms lang negativ ist, ζ. Β. durch ununterbrochenen Empfang von Zeichenschritten wie etwa bei der Schlußzeichengabe. Die letzte Abtastung ist dann negativ, und der Empfänger macht keinen neuen Zyklus mehr. Die Gleichrichtzellen G69, G65, G68 und G69 sind nun aber da. In der Ruhelage sind G65, G69 und G68 alle mit einer positiven Polarität versehen. Selbst wenn die letzte Abtastung negativ war, wird ja nach einem einstellbaren Zeitraum, z. B. 10 ms entsprechend der Größe von C14 und i?56; Punkt i doch auch positiv, wodurch auch Punkt h positiv werden muß und GSVII über G59 in die positive Lage kommen muß. Beim Anlaufen und während des weiteren Zyklus gilt nicht mehr, daß G65, G69 und G68 alle mit einer positiven Polarität versehen sind, so daß die Verriegelung aufgehoben ist. . .
Die zweite bei GSI vorgesehene Verriegelung soll verhindern, daß alle Kippschaltungen, also einschließlich GSI, z. B. beim Inbetriebsetzen des Empfängers durch zufällige Umstände die positive Lage annehmen. Hierdurch würde der Generator anlaufen, und bei einer positiven Eingangsspannung würde das Ergebnis der Abtastung durch GSVII stets positiv sein, wodurch der Empfänger nicht mehr zum Stillstand kommen würde. Nun sind aber die Gleichrichter G11, G2, G18, G26, G34, G42, G50 und G58 vorgesehen, wodurch, wenn die Eingangsklemme I positiv ist und sich die Kippschaltungen GSII bis GSVII in der positiven Lage befinden, Punkt ./ negativ wird und also GSI über G11 eine negative Eingangsspannung zugeführt bekommen muß. Beim Anlaufen und während des weiteren Zyklus gilt nicht langer, daß G2, G18, G2,-,, G34, G.,2, G5J, und G58 alle mit einer negativen Polarität versehen sind, so daß die Verriegelung aufgehoben ist.
Fig. .10 und 10' zeigt das Schaltbild des Senders. Die bereits beschriebenen Bestandteile sind darin als kleine Rechtecke dargestellt. Die Punkte 6 der Schaltungen sind wieder geerdet. Die Schaltungen /S, FS, IV und SSI bis SSVII sind Schaltungen nach Fig. 2. Die Schaltung SSS ist nach Fig. 4 und die Schaltung G nach Fig. 5 ausgebildet.
Der Sender läuft an, indem ein negativer Stromstoß von wenigstens 10 ms an die Anlaßklemme S gelegt wird. In Fig. 9 geben die Zeichen der ersten Spalte die Zustände der daneben bezeichneten Schiebeschaltungen in der Ruhelage an. Wenn Klemme S 10 ms positiv ist, geht folgendes vor (s. Fig. 9): SSI kommt in die negative Lage, SSVII in die positive. Lage, und SSII bis SSVI werden entsprechend den Polaritäten der Gruppenschritte 1 bis 5 des zu entsendenden Zeichens eingestellt. 20 ms später kommt SSVII in die negative Lage, und im selben Augenblick übernimmt SSVI die vorige Lage von SSVII, SSY die von SSVI usw. Der Sender arbeitet also nach demselben Abtast- und Schiebeverfahren wie der Empfänger, und zwar in dem Sinne, daß beim Sender SSVII stets in der negativen Lage gehalten wird. 130 ms, nachdem S negativ geworden ist, befindet sich der Sender wieder in der Ruhelage; Während dieses Zeitraums konnte das ganze Zeichen der Ausgangsklemme Z von SSI entnommen werden. Das Kriterium für einen Zyklus besteht darin, daß 130 ms, nachdem S negativ geworden ist, sich die Schiebeschaltungen SSII bis SSVII in der negativen Lage befinden.
Die Wirkung des Senders wird nun an Hand von Fig. 10 im einzelnen beschrieben: Nach einem negativen Stromstoß von wenigstens 10 ms an Anlaßklemme S wechseln die Röhren des Generators G in der schon beim Empfänger beschriebenen Weise den Zustand. Es geht dann ein positiver Stromstoß über C3 an die Eingangsklemme von SS VII. Diese Klemme, die erst negativ war, wird nun positiv. Punkt k wird nämlich positiv, weil die beiden Gleichrichtzellen G71 und G72 mit einer positiven Polarität versehen sind. In der Ruhelage befand sich VS nämlich in der negativen Lage, wie man noch sehen wird, und dank des Verzögerungsstromkreises C17, A57 bleibt G72 noch einen Augenblick mit positiver Polarität versehen. SSVII kommt also in die positive Lage. Ebenso, wie es im Empfänger bei GSI der Fall ist, gibt beim Sender SSVII nun über C15 und C16 einen negativen bzw. einen positiven Stromstoß ab. Der negative Stromstoß setzt SSI in die negative Lage. Der positive Stromstoß veranlaßt die Eingangsklemmen von SSII bis SSVI, die Polaritäten der Eingangsklemmen II bis VI, welche auch· die Polaritäten der Gruppenschritte des zu entsendenden Zeichens sind, zu übernehmen. .
Wie diese Eingangsklemmen diese Polaritäten bekommen, gehört nicht zu der Erfindung. Betrachtet man noch einmal insbesondere z. B. den Zustand an Eingangsklemme II, so findet man, daß der positive Stromstoß, der bei G78 ankommt, es möglich macht, daß die Eingangsklemme 7 von SSII auch positiv wird, wenn Eingangsklemme II positiv ist. Wenn Eingangsklemme II aber negativ ist, bleibt Eingangsklemme 7 von SSII negativ. Die Verstärkerschaltung FS, welche sich in der Ruhelage im negativen Zustand befindet, weil die Gleichrichtzellen G87 bis G92 an der nicht mit Eingangsklemme 7 verbundenen Seite alle mit einer negativen Polarität versehen sind, kommt nun in die positive Lage. G92 erhielt durch den Zustandswechsel von SSVII eine positive Polarität. Der Zustandswechsel yon VS verursacht einerseits, daß die Eingangsklemme 7 der Start-Stop-Schaltung durch die Verbindung mit Ausgangsklemme 4 von VS nunmehr positiv ist, auch wenn der Anlauf Stromstoß aufgehört hat. Andererseits verursacht er,. daß die folgenden positiven Stromstöße des Generators G die Eingangsklemme von SSVII nicht mehr beeinflussen können. Punkt k ist während des weiteren Zyklus stets negativ, da an den Gleichrichter G72 die negative Polarität der Ausgangsklemme 9 von VS nach einer der Größe von Kondensator C17 und Widerstand A57 entsprechenden einstellbaren Verzögerung liegt. Ebenso nach einer einstellbaren Verzögerung, bestimmt durch Größe von Kondensator C18 und Widerstand i?58, können diese Stromstöße nun die Eingangsklemme 7 des Impulsverstärkers IV erreichen. Da' sich VS in der Ruhelage im negativen Zustand befand, befand sich auch IV in diesem Zustand, da G70 und G74 mit einer negativen Polarität versehen waren; Punkt 1 war also negativ. Bei jedem positiven Stromstoß des Generators kommt nunmehr IV- einen Augenblick in
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die positive Lage; G74 hat nun dauernd eine positive Polarität, G70 während des Stromstoßes.
In diesem Augenblick führt IV der Ausgangsklemme 9 einen negativen und der Ausgangsklemme 4 einen positiven Stromstoß zu. In gleicher Weise, wie beim Empfänger besprochen wurde, verursacht dies, daß jedesmal nach einem Zeitraum von 20 ms Schiebeschaltung SSVI den Zustand von SSVII übernimmt, SSV denjenigen von SSVI usw. Bei Schiebeschaltung SSVII ist die Lage nun aber derart, daß Punkt k dauernd negativ ist, während Ausgangsklemme 9 von IV für negative Stromstöße sorgt. Der erste negative Stromstoß von IV setzt also SSVII in de"n negativen Zustand, der während der weiteren Dauer des Zyklus aufrechterhalten wird.
Das Zeichen schiebt also durch den Sender von
rechts nach links, worauf Zustände folgen. Wenn
die Weiterschiebung so weit fortgeschritten ist, daß SSII bis SSVII die negative Lage angenommen haben, wird Eingangsklemme 7 von VS wieder negativ. - VS kommt also in die negative Lage. Der Sperrschritt des gesandten Zeichens ist nun auch gerade an die Ausgangsklemme Z von SSI angelangt. Da nun VS in die negative Lage gekommen ist, kommt der Generator sofort zum Stillstand, was wieder in gleicher Weise wie beim Empfänger erzielt wird. Von den an Eingangsklemme 7 von SSS vorgesehenen Gleichrichtzellen ist eine an der anderen Seite sofort mit einer negativen Polarität versehen; die andere bleibt noch einen Augenblick mit einem Punkt mit negativer Polarität verbunden. Nach einem einstellbaren Zeit-1 raum, bestimmt durch die Größe von Kondensator C17 und Widerstand R57, kann auch hier der Generator wieder anlaufen. Wenn der Sender für sich arbeitet und also S fortwährend negativ gehalten wird, wird die Dauer des Senderzyklus auf 140 ms eingestellt. Werden wieder Zeichen entsendet, so kann dieser Zeitraum durch Änderung der Größe von C17 und R57, wo erwünscht, bis auf 135 ms reduziert werden.
Um unter allen Umständen eine gute Wirkung des Senders zu gewährleisten, ist auch hier wie beim Empfänger eine Verriegelung angebracht. Diese soll verhindern, daß Schiebeschaltung SSI in der Ruhelage in die negative Lage kommt. Es würde dann eine negative statt einer positiven Polarität an die abgehende Leitung gelegt werden. Nun sind aber die Gleichrichtzellen G73 und-G93 vorgesehen, die in der Ruhelage beide mit Klemmen einer positiven Polarität, versehen sind, und zwar Klemme 9 von VS und Klemme 4 von IS, so daß Punkt m positiv ist und SSI über G94 in die positive Lage kommen muß.
Beim Anlaufen und während des weiteren Zyklus gilt nicht mehr, daß G73 und G93 mit einer positiven Polarität versehen sind, so daß die Verriegelung aufgehoben ist.
Welche Ausführungsform der Erfindungsgedanke auch annehmen mag, wesentlich ist stets, daß im Sender und Empfänger die Polarität eines Ausgangs jeder vorhergehenden Kippschaltung im gleichen Augenblick mittels einer obenerwähnten Abtastvorrichtung den Eingang der ihr folgenden Kippschaltung steuert. Dieses Schiebeverfahren wird auf Zeit angefangen und beendet, nämlich angefangen 30 ms nach dem Beginn der Anlegung einer negativen Spannung an die Anlaßklemme S bzw. die Eingangsklemme I, und beendet, wenn das Schiebeverfahren sechsmal stattgefunden hat.

Claims (2)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Elektronischer Sender und Empfänger für Telegrafie-Zeichen nach dem Start-Stop-Alphabet, welche als Bestandteile bistabile Kippschaltungen, einen Generator und eine Start-Stop-Schaltung enthalten, wobei die Steuerung dieser Kipp- und Start-Stop-Schaltungen mittels Relaiszellen erfolgt und wobei insbesondere im Empfänger ein Teil der bistabilen Kippschaltungen als Speicher ausgebildet ist, und eine Abtastvorrichtung verwendet wird, die eine solche Speicherschaltung über einen Leiter steuert, mit dem die Ausgänge von zwei Relaiszellen entgegengesetzter Durchlaßrichtung verbunden sind, die einerseits über ein und denselben Leiter von einer zu übernehmenden Polarität und andererseits zum Anlassen der Vorrichtung über einzelne Leiter von Stromstößen einer der betreifenden Relaiszelle entsprechenden Polarität, die mit der theoretischen Dauer eines Zeichenschrittes in gleichen Zeiträumen auftreten, gesteuert werden, dadurch gekennzeichnet, daß im Sender und Empfänger die. Polarität eines Ausgangs jeder vorhergehenden Kippschaltung im gleichen Augenblick mittels einer obenerwähnten Abtastvorrichtung den Eingang der ihr folgenden Kippschaltung steuert (sogenanntes Schiebeverfahren), wobei die erforderlichen Stromstöße von einer der bistabilen Kippschaltungen geliefert werden und diese Schaltung selbst von positiven Stromstößen aus dem Generator gesteuert wird, und zwar von dem zweiten und folgenden, weil der erste positive Stromstoß aus dem Generator mittels Relaiszellen so geleitet wird; daß die Kippschaltungen alle einen bestimmten Zustand annehmen, nämlich im Sender entsprechend den ' Polaritäten des zu entsendenden Zeichens und im Empfänger entsprechend der positiven Polarität, ausgenommen, daß die erste Schaltung (GSVII) nach der negativen Polarität eingestellt wird, wonach beim zweiten Stromstoß des Generators der obenerwähnte Abtast- und Schiebevorgang beginnt, wobei im Sender die erste Kippschaltung der Reihe (SSVII) stets von der negativen Polarität gesteuert wird und die letzte Kippschaltung der Reihe (SSI) zum. Entsenden der Schritte verwendet wird, und wobei im Empfänger die erste Kippschaltung der Reihe (GSVII) von den Polaritäten der nacheinander eingehenden Schritte des Zeichens gesteuert wird und das Kriterium zum Beenden des Abtast- und Schiebevorganges in der Einstellung von einer Kippschaltung im Empfänger oder mehreren Kippschaltungen im Sender besteht.
2. Elektronischer Sender und Empfänger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Verriegelungsvorrichtungen vorgesehen sind, um zu verhindern, daß gewisse bistabile Kippschaltungen
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eine falsche Lage in bezug auf die Polarität annehmen, wobei solch eine Verriegelungsvorrichtung aus einer Relaiszelle mit einer dem richtigen Ruhezustand der zu verriegelnden Kippschaltung entsprechenden Polarität besteht, während weiter ein Gleichrichter dieser Relaiszelle die Kippschaltung steuert und alle anderen Gleichrichter dieser Relaiszelle im Ruhezustand des Senders und des Empfängers, aber nur in diesem, mit derselben erwünschten Polarität versehen sind.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen

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