DEP0041142DA - Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Massen aus Acetylcellulose - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Massen aus Acetylcellulose

Info

Publication number
DEP0041142DA
DEP0041142DA DEP0041142DA DE P0041142D A DEP0041142D A DE P0041142DA DE P0041142D A DEP0041142D A DE P0041142DA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acetyl cellulose
powder
production
thermoplastic compositions
plasticizer
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Hedi Dr. Busch
Walter Dr. Lampert
Georg Dr. Schmidt
Original Assignee
H. Rost & Co., Hamburg
Publication date

Links

Description

Obwohl es bei einer Reihe von thermoplastischen Kunststoffmassen bekannt ist, diese im Walzen-, Kalander-, Press- oder Spritzverfahren zu Halbfertig- oder Fertigfabrikaten zu verarbeiten, ist man bei Acetylcellulosemassen praktisch nicht davon abgegangen, diese in Block-, Platten-, Film- oder anderer Form im Giessverfahren herzustellen, wofür das Vorhandensein flüchtiger Lösungsmittel notwendig ist, die das Verfahren selbst bei Anwendung von Rückgewinnungsanlagen für die Lösungsmittel verteuern.
Dies hat seinen Grund u.a. darin, dass die beispielsweise bei der Herstellung von Polyvinylchlorid, Polystyrol und anderen Kunststoffmassen allgemein angewandten Arbeitsverfahren bei der Verwendung von handelsüblicher Acetylcellulose Temperaturen von solcher Höhe erforderlich machen, dass das Material sich zu zersetzen beginnt und einwandfreie Erzeugnisse auf dem üblichen Arbeitswege nicht erhaltbar sind. Zwar hat man bereits vorgeschlagen, die Acetylcellulose in Wasser einzuweichen, wodurch geringere Mengen an Plastifizierungsmitteln als üblich notwendig werden, und danach die Masse einem mechanischen Arbeits-, beispielsweise Knetprozess zu unterwerfen, um danach eine hartgummiähnliche plastische Masse zu erhalten.
Von diesem bekannten Verfahren unterscheidet sich die Erfindung im wesentlichen dadurch, dass die Acetylcellulose durch geeignete Weichmacher im Beisein von Acetylcellulose nicht lösenden Flüssigkeiten bei Temperaturen zum Durchquellen gebracht wird, bei denen das Pulver in seiner Form erhalten bleibt. Dadurch gelingt es, auch ohne mechanische Bearbeitung zu einem unmittelbar verwendbaren Presspulver zu gelangen.
Die Verteilung des Weichmachers in Cellulosepulver kann dadurch begünstigt werden, dass der Weichmacher als wässrige Emulsion oder als Lösung in Acetylcellulose nicht lösender organischer Flüssigkeiten zur Anwendung gelangt. Dadurch wird eine besonders gleichmässige Benetzung der Oberfläche des Pulvers und zugleich eine günstigere Durchdringung und Durchquellung der Substanz erreicht. Die Anwendung der Weichmacher in dieser Form ist besonders dann empfehlenswert, wenn das Acetylcellulosepulver zur Erzielung hoher physikalischer Werte mit nur geringen Weichmachermengen verschnitten wird. Als günstig haben sich von den nicht wässrigen Substanzen Alkohole erwiesen. Wichtig ist, dass bei dem Gelierungs- bzw. Vorreifeprozess das Verdünnungsmittel zumindest teilweise im Pulver verbleibt.
Es liegt im Bereich der Erfindung, die nach dem beschriebenen Verfahren erreichte Reifezeit dadurch abzukürzen, dass das gequollene Pulver anschliessend bei entsprechenden Temperaturen, bei denen das Material plastisch fliesst, einem mechanischen Misch-, Knet- oder einem anderen Prozess unterworfen wird. Das kann z.B. auf in der Kunststoff-Industrie üblichen beheizten Walzenstühlen, Knetern oder anderen Innenmischern geschehen.
Beispiel 1: 50 kg Acetylcellulosepulver werden mit einer Emulsion von 22 kg Dimethylphthalat und 20 kg Wasser gleichmässig durchgemischt. Das resultierende feuchte Pulver wird bei einer Temperatur getrocknet, bei der noch kein Verschweissen der Einzelpartikel des Pulvers eintritt, z.B. bei 70° während 8 Stunden in 1 cm hoher Schicht, um dann in einer Stempelform bei 150° und 15 kg/cm(exp)2 spez. Druck verformt und nach anschliessender Kühlung unter Druck der Form entnommen zu werden.
Beispiel II: 50 kg Acetylcellulosepulver werden mit einer Emulsion von 15 kg Glycerintriacetat mit 15 kg Wasser gleichmässig und gründlich benetzt. Das resultierende feuchte Pulver wird während 48 Stunden einer Temperatur von 75° ausgesetzt. Es resultiert ein gequollenes Acetylcellulosepulver, das nach erfolgter Trocknung verpresst oder auf einer Mischwalze bei 145° erweicht werden kann. Die heisse Masse kann in diesem Zustande auf beliebige Art, z.B. zu Filmen, Platten, Press- oder Spritzgussartikeln verformt werden. Man kann die Masse auch nach dem Erkalten durch erneutes Erwärmen entsprechend anderen Thermoplasten auf die gleiche Art verformen.

Claims (4)

1. Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Massen aus Acetylcellulose unter Zusatz von Acetylcellulose nichtlösenden Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, dass die Acetylcellulose durch geeignete Weichmacher im Beisein von Acetylcellulose nichtlösenden Flüssigkeiten, vorzugsweise Wasser, bei Temperaturen zum Durchquellen gebracht wird, bei denen das Pulver in seiner Form erhalten bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Weichmacher in Emulsionsform angewendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Weichmacher in gelöster Form zur Anwendung gelangt, wobei als Lösungsmittel ein Acetylcellulose nichtlösendes Mittel verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgereifte Masse durch Walzen, Kneten oder dergleichen bei Temperaturen mechanisch nachbehandelt wird, die eine plastische Verformung der Masse gewährleisten.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE742329C (de) Verfahren zur Herstellung plastischer Massen aus Polyvinylverbindungen
DE2511313C3 (de) Verfahren zur Herstellung von porösem Plattenmaterial aus thermoplastischen Polymerisaten
DE1117866B (de) Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern
US2044585A (en) Preparation of molded articles
DEP0041142DA (de) Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Massen aus Acetylcellulose
DE605107C (de) Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern
DE1011395B (de) Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem Kunstleder
DE929391C (de) Verfahren zur Herstellung textilaehnlicher Materialien aus organischen hochpolymerenSubstanzen
DE818572C (de) Verfahren zur Behandlung von Latex mit waesserigen Wasserstoffsuperoxydloesungen
DE737946C (de) Verfahren zur Herstellung von Mischungen und Presspulvern aus Thioplasten
AT262091B (de) Verfahren zur Herstellung von Dichtungseinlagen aus Kunststoff in Verschlußkapseln
DE934724C (de) Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern, Flaechengebilden, Folien oder Schlaeuchen aus Nitrocellulose
DE416216C (de) Aufnahmetraeger fuer Sprechmaschinen o. dgl.
DE922441C (de) Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern
DE591045C (de) Verfahren zur Herstellung von haertbaren, verpressbaren Stoffen aus Kondensations-produkten von Formaldehyd oder formaldehydabspaltenden Koerpern und Harnstoffen oder Harnstoffderivaten und quellbaren Traegerstoffen
DE975898C (de) Verfahren zur Herstellung von mikroporoesen Separatoren fuer elektrische Sammler
DE3127667C2 (de)
DE395083C (de) Verfahren zur Herstellung von Formstuecken aus Azetylzellulose
DE470579C (de) Verfahren zur Herstellung von hartgummiaehnlichen Massen aus Acetylcellulose
AT232741B (de) Verfahren zur Herstellung eines dichten und steifen Zellkörpermaterials
DE1571232C (de) Verfahren zum Herstellen von feinfase riger bis mehlartiger Nitrocellulose mit hohem Schuttgewicht
DE974121C (de) Selektiv durchlaessige Filme, die kationenaustauschende Harze enthalten
AT140584B (de) Isolierstoffe.
DE833706C (de) Verfahren zur Herstellung eines Bindemittels fuer linoleumartige Belagstoffe
DE343183C (de) Verfahren zur Herstellung von waermebestaendigen Formstuecken aus Zelluloseaethern