DEP0017288DA - Verfahren und Einrichtung zum Naßbehandeln von trägerlosen Fadenwickeln, insbesondere solchen aus Kunstseide. - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Naßbehandeln von trägerlosen Fadenwickeln, insbesondere solchen aus Kunstseide.Info
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Description
Für aus frisch gesponnener Kunstseide entstandene Wickel gibt es, je nach Art des Gewählten Spinnverfahrens, verschiedene Möglichkeiten der Durchführung der Nachbehandlung, worunter vor allem zu verstehen ist: Waschen, Entschwefeln bzw. allgemein Entfernen von vom Spinnvorgang herrührenden Verunreinigungen, Avivieren und Bleichen, worauf erst das Trocknen der Kunstseide erfolgt; vor dem Trocknen können zudem noch Färbe- und Schlichte-Operationen eingeschaltet werden. Für Textilgarne, die nicht aus Kunstseide bestehen, kommen z.B. die Operationen Bleichen, Färben und Schlichten in Betracht. Für die Nachbehandlung trägerloser Wickel aus Kunstseide, wie Spinnkuchen und <Nicht lesbar> wird
in der Industrie wohl am meisten das Berieselungsverfahren angewandt. Grosse Wickelgewichte und feinstfädige Kunstseidearten, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, bedingen jedoch eine sehr lange Behandlungsdauer; auch ist die Handhabung der ihrer Grösse nach entsprechendes Gewicht besitzenden Wickel zwecks Transportes usw. erschwert. Nach einem anderen häufig angewandten Behandlungsverfahren wird die Behandlungsflüssigkeit unter Druck durch die Wickel hindurchgepresst.
Behufs Durchführung dieser letzteren bekannten Verfahren wird der zu behandelnde Wickel dichtend zwischen zwei Platten eingespannt. Da hierbei leicht ein Beschädigen des Wickels in den Einspannzonen (Rändern) eintreten kann und zudem das Eindringen der Behandlungsflüssigkeit in den Einspannzonen des Wickels erschwert ist, blieb die Anwendung dieser Verfahren auf Wickel aus gezwirnten Kunstseidefäden beschränkt: aber selbst solche Wickel müssen hinsichtlich ihrer Struktur möglichst gleichmässig sein, um eine einwandfreie Behandlung zu ermöglichen, d.h. um eine ungleichmässige Wirkung der Flotte und dadurch das Entstehen von Flecken bzw. Nuancenunterschieden im Wickel zu verhindern.
Genannte Nachteile zu beseitigen, ist der Zweck des erfindungsgemässen Verfahrens zum Behandeln vom träger-
losen Wickeln, insbesondere von solchen aus Kunstseide, wozu der Wickel auf einem gelochten, elastischen Mantel einer Haltevorrichtung dem Einfluss der Behandlungsflüssigkeiten ausgesetzt wird, welche durch den Mantel und somit durch den Wickel unter Druck von innen nach aussen hindurchgeführt werden.
Es hat sich gezeigt, dass auf diese Weise ein einwandfreies Nassbehandeln sowohl von Wickeln aus gezwirnten, als auch solchen aus ungezwirnten Kunstseidefäden möglich ist, selbst von grossen trägerlosen Wickeln, wie solche z.B. beim Spinnen unter Zuhilfenahme von sogenannten Schrumpfwalzen anfallen. Ferner kann das Verfahren allgemein für Wickel aus irgendwelchem Textilgarn und unter Verwendung jeder in Betracht kommenden Flüssigkeit benutzt werden.
Zur Durchführung dieses Verfahrens hat sich als besonders geeignet erwiesen eine ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Einrichtung, die einen elastischen, gelochten Mantel besitzt, der stirnseitig durch einwärts gerichtete Flanschen mit einer unteren und einer oberen Haltescheibe verbunden ist, von welchen die obere sich an einem Bolzen befindet, der in eienr zugleich als Zuleitung für die unter Druck stehende Behandlungsflüssigkeit in den Mantel ausgebildeten zentralen Spindel begrenzt achsial verschiebbar geführt ist und einen Deckel trägt, welcher zusammen mit der unteren Haltescheibe zur Begrenzung der achsialen Ausdehnung des über den Mantel gestülpten Fadenwickels dient.
Ein Ausführungsbeispiel einer solchen Einrichtung ist in der Zeichnung veranschaulicht, an Hand welcher das erfindungsgemässe Verfahren beispielsweise näher erklärt wird.
Fig. 1 zeigt die Einrichtung in einem senkrechten Mittelschnitt durch den Mantel,
Fig. 2 ist ein entsprechender Teilschnitt zur Erklärung der Wirkungsweise.
Es bezeichnet 1 den z.B. aus Gummi bestehenden elastischen Mantel, der Löcher 2 besitzt; gezeichnet sind nur die in der Schnittebene liegenden Löcher 2, in Wirklichkeit sind eine grosse Anzahl von gleichmässig über die ganze Mantelfläche verteilt angeordneten engen Löcher 2 vorgesehen. Der Mantel 1, in dessen Ausmassen die inneren Abmessungen des zu behandelnden Wickels A berücksichtigt sind, ist stirnseitig durch einwärts gerichtete Flansche 3 mit einer runden unteren Haltescheibe 4 und einer runden oberen <Nicht lesbar> Haltescheibe 5 fest verbunden, und zwar mittels je eines Hilfsringes 6 und Schrauben 7. Eine zentrale Spindel 8 durchdringt mittels ihres abgesetzten und Gewinde aufweisenden unteren Endteiles 9 die untere Haltescheibe 4, welche an der Spindel 8 mittels einer Mutter 10 befestigt ist. Der Spindelteil 9 geht ferner durch ein Loch hindurch, das im Boden
eines Gefässes 11 vorgesehen ist; eine auf den Spindelteil 9 aufgeschraubte Mutter 18 stellt die Verbindung zwischen Spindel 8 und Gefäss 11 her. Der Spindelteil 9 ist als Rohrstutzen ausgebildet, der im Bereich des Innenraumes des Mantels 1 quer gehende Oeffnungen 13 hat; das unterhalb des Bodens des Gefässes 11 befindliche Ende des Stutzens 9 dient dem Anschluss an eine (nicht gezeichnete) Leitung, die zur Zufuhr der zur Verwendung kommenden Behandlungsflüssigkeit bestimmt ist. In einer oberen Längsbohrung der Haltespindel 8 sitzt ein Bolzen 14 achsial verschiebbar, der einen Querstift 15 aufweist, welcher mit zwei an der Spindel 8 vorgesehenen (einander diametral gegenüberstehenden) achsialen Führungsschlitzen 16 im Eingriff ist. Der Bolzen 14 durchdringt ein Loch in der oberen Haltescheibe 5, auf deren Oberseite der Bolzen 14 mittels eines Bundes 17 aufsitzt. Der Bolzen 14 trägt auf seinem Bund 17 einen Deckel 18, welcher mittels einer Griffmutter 19 festgehalten ist, die auf dem Gewinde des oberen Endteiles des Tragbolzens 14 aufgeschraubt ist; der Deckel 18 besitzt eine zentrale Oeffnung zur Aufnahme des Bolzenteiles 20. Der Deckel 18 ist als Haube ausgebildet, welche etwas über das obere Ende des Mantels 1 greift und in diesem Bereich einen nach auswärts gerichteten Flansch
21 ausweist, der Löcher 22 besitzt, welche dem Durchtritt der Behandlungsflüssigkeit dienen; in ähnlicher Weise und für den gleichen Zweck ist die untere Haltescheibe 4 mit Querlöchern 23 versehen. Anstelle dieser Löcher könnten auch in zweckdienlicher Weise ausgeführte Rillen vorgesehen sein.
Der frisch gesponnene Kunstseidewickel A besitzt Kreuzwicklung und ist, durch ein umgeschlagenes (nicht gezeichnetes) Tuch geschützt, so über den Mantel 1 gestülpt, dass er mit der entsprechenden Stirnseite frei auf der unteren Haltescheibe 4 aufsitzt. Nachdem der zwecks Aufstülpens des Wickels A auf den Mantel 1 vom Tragbolzen 14 weggenommene Deckel 18 wieder am Tragbolzen 14 befestigt worden ist, ist Betriebsbereitschaft hergestellt; zwischen dem inneren Umfang des Wickels A und dem Mantel 2 ist ein gewisser freier Raum vorgesehen. Für das Nassbehandeln des Wickels A lässt man die betreffende Flüssigkeit unter Druck durch den unteren Spindelteil 9 in den vom Mantel 1 und den Haltescheiben 4 und 5 begrenzten Raum einströmen. Durch die aus den Oeffnungen 13 kommende Flüssigkeit wird genannter Raum bzw. der Mantel 1 gefüllt und in der Folge gedehnt. Dabei wird der Mantel 1 in radialer Richtung derart ge-
weitet, dass er sich fest an den Wickel A anlegt bzw. anschmiegt, worauf die Flüssigkeit durch die infolge der Ausdehnung des Mantels 1 aufgeweiteten Löcher 2 desselben aus- und in den Wickel A eintritt. Da die Fadenwindungen des Wickels A praktisch radial nicht nachgeben, wird der Wickel A nur, wie in Fig. 2 durch einen Pfeil angedeutet, in der achsialen Richtung des Mantels 1 ausweichen, wobei der Kreuzungswinkel (Alpha) der Fadenwindungen sich sinngemäss ändert und der Wickel A dementsprechend gelockert und somit für die Flüssigkeit durchlässiger wird; die den Wickel A verlassende Flüssigkeit wird im Gefäss 11 aufgefangen, von wo aus sie, je nach der Behandlungsart des Wickels A, <Nicht lesbar> oder einer Sammelkufe zugeführt wird, um im Kreislauf wieder verwendet zu werden. Durch den Deckel 18 wie die Ausdehnung bzw. das Wachsen des Wickels A in der achsialen Richtung in der gewünschten Höhe begrenzt. In Fig. 1 ist der Deckel 18 in der untersten Lage gezeichnet, in welcher der dem Tragbolzen 14 vorgesehene Querstift 15 am unteren Ende der Führungsschlitze 16 anschlägt; es können mechanische Mittel vorgesehen werden, die ein wahlweises achsiales Einstellen des Deckels 18 am Tragbolzen 14 und somit in seinem achsialen Abstand zur Haltescheibe 4 gestatten.
Das beschriebene Verfahren macht einen stirnseitig
dichtenden Abschluss des Wickels A überflüssig, sodass dessen Ränder nur wenig beansprucht und somit entsprechend geschont werden. Die durch den Wickel A hindurchtretende Menge der Behandlungsflotte ist für einen gegebenen Wickel mit Kreuzwicklung eine Funktion des Druckes, der Anzahl und Grösse (Durchmesser) der Löcher im Mantel 1 sowie der Ausdehnung des Wickels. Sie kann in der Praxis leicht in den Grenzen 1 : 20 variiert werden. Die Behandlungsdauer verkürzt sich mit steigender Menge der in der Zeiteinheit durch den Wickel hindurchgehenden Flotte. Beispielsweise können mineralsäurehaltige Wickel ungezwirnter Kunstseide, welche 60 Std. berieselt werden müssen, bei Behandlung nach dem erfindungsgemässen Verfahren schon in 10 Minuten säurefrei gemacht werden, ohne dass dadurch die Abwindbarkeit des Wickels beeinträchtigt wird.
Bei Beendigung der Behandlung des Wickels A wird der Zufluss der Flüssigkeit unterbrochen, und der Deckel 18 und nachher der Wickel A werden weggenommen.
Die Haltescheiben 4 und 5 bestehen aus korrosionsbeständigem Material.
Selbstverständlich können eine Mehrzahl von im Sinne der Erfindung ausgebildeten Einrichtungen zu einem Aggregat zusammengefasst werden.
Claims (3)
1. Verfahren zum Nassbehandeln von trägerlosen Fadenwickeln, insbesondere solchen aus Kunstseide, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickel (A) auf einem gelochten, elastischen Mantel (1) den Behandlungsflüssigkeiten ausgesetzt wird, die durch den Mantel (1) und somit durch den Wickel (A) unter Druck von innen nach aussen hindurchgeführt werden.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen elastischen gelochten Mantel (1), der stirnseitig<Nicht lesbar> mit einer unteren und einer oberen Haltescheibe (4 bzw. 5) verbunden ist, von welchen die obere (5) sich an einem Bolzen (14) befindet, der in einer zugleich als Zuleitung für die unter Druck stehende Behandlungsflüssigkeit in den Mantel (1) ausgebildeten zentralen Spindel (8) begrenzt achsial verschiebbar geführt ist und einen Deckel (18) trägt, welcher zusammen mit der unteren Haltescheibe (4) zur Begrenzung der achsialen Ausdehung des über den Mantel (1) gestülpten Fadenwickels (A) dient.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (18) am Haltebolzen (14) achsial einstellbar ist.
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