DEP0010805MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. November 1953 Bekanntgemiiicht am 18. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Oberriemchen-Durchzugstreckwerk für Spinnmaschinen mit einem Trag-
und Belastungsarm für den vom Oberriemchen umschlungenen Druckwalzenzwilling (Oberriemchenwalze)
sowie für das Oberriemchen-Wendeglied mit im Tragarm untergebrachten senkrecht zur
Streckfeldebene sowohl auf die Riemchenoberwalze als auch auf das Oberriemchen-Wendeglied federnd
wirkenden- (primären) Belastungsmitteln. Die .bekannten-Oberriemchen-Streckwerke
sind nicht hinreichend geeignet, allen Bedingungen Rechnung zu tragen, die beim Verzug durch die Faserart,
Fasermenge und Faserlänge gegeben sind.
Die vorbekanmten Oberriemchen-Streckwerke bedürfen
einer besonders pfleglichen Behandlung, wenn es sich darum handelt, verschiedene Faserarten,
Fasermengen und Faserlängen zu verarbeiten. Für ■ diesen Fall ist es bekannt, das
Wendeorgan für das Oberriemchen und die Oberriemchenwalze im Verhältnis ■ zur Unterwalze einstellbar
' zu machen. Das -feinfühlige Einstellen
vieler Tausende von Spinnstellen ist aber im praktischen Spinnereibetrieb vielfach nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der bekannten Oberriemchen-Streckwerke
zu vermeiden und ein Oberriemchen-Streckwerk zu schaffen, das sich weitgehend selbsttätig
den verschiedenen Gegebenheiten anpaßt.
Die Erfindung besteht darin;, daß das Wendeglied für das Oberriemchen zusätzlich unter dem
Einfluß einer durch ein weiteres federndes Mittel erzeugten (sekundären) Anpreßkraft steht, welche
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in anderer Andrückrichtung wirkt als die durch das federnde (primäre) Belastungsmittel erzeugte
Anpreßkraft. Es wirken also gleichsam zwei Kräfte zusammen, und zwar eine senkrecht zur Streck-
: 5 feldebene wirkende primäre Kraft, die im wesentlichen die Fasermenge beherrscht, und eine zweite
geringere sekundäre Kraft, welche ausgleichend bei dem Durchlauf verschiedener Faserlängen;
wirkt.
ίο Das Anpassen des Streckwerkes an die verschiedenen
Faserarten und -längen erfolgt, wie nachstehend näher dargelegt ist, völlig selbsttätig. Die
eine Anpreßkraft wirkt praktisch senkrecht zur Streckfeldebene, während die andere, kleiner ge-
haltene Anpreßkfaft '■'unter· einem bestimmten
Winkel zur Faserführung verläuft. Die erstgenannte, senkrecht wirkende Kraft berücksichtigt
im wesentlichen die Fasermenge, während die zweite, geringere Kraft ausgleichend bei Durchlauf
verschiedener Faserlänge» wirkt. Insgesamt wirken
nach der Erfindung auf ein einzelnes Oberriemchen drei nachgiebige, verschieden große und verschieden
gerichtete Anpreßkräfte ein, die zusammen den Verzugsvorgang beeinflussen. Dieses erfin-
dungsgemäße neuartige System arbeitet vollautomatisch
insofern, als es geeignet ist, verschiedene Faserarten, verschiedene Fasermengen und verschiedene
Faserlängen unter den für den Spinnprozeß günstigsten Bedingungen zu behandeln, ohne
daß es irgendwelcher manueller Einstellungsarbeiten bedarf.
Das Wendeglied ist in an sich bekannter Weise
als Wendeschiene ausgebildet, die in einer Aussparung ihres im Trag- und Belastungsarm gelagerten
Haltesattels eingreift und darin durch das die sekundäre Anpreßkraft erzeugende federnde Mittel
gehalten wird.
Die Aussparung in dem Haltesattel ist in an sich bekannter Weise trapez- oder polygonartig aus-·
gebildet, während die Halteschiene mit einer abgerundeten Fläche in der Aussparung anliegt.
Es hat sich erfindungsgemäß auch als vorteilhaft erwiesen, daß die Oberteile der Haltesättel in an
sich bekannter Weise zylindermantelfÖTmig aus-
gebildet sind, um die Anpreßfedexn staubdicht aufzunehmen.
In weiterer Ausführung der Erfindung ist es von Vorteil, daß an dien Haltesätteln, zweckmäßig an
den Ummantelungen der Federn, Führungszapfen:
angebracht sind, die in Langlöchern des Gehäuses geführt sind. Für die FührungS'zapfen sind verschiedene
Querschniittsformen denkbar, darunter auch- kantige Zapfen, die unmittelbar mit der
Druckrolle zusammenwiTken.
Schließlich ist für die Erfindung noch' von Bedeutung,
daß die Führung als Zwanglauf führung für eine achsparalliele Lage der Riemchenwalzen
zur Unterwalze ausgebildet ist, während die Führung für den Haltekopf der Wendesdhiene ein seitliches
Spiel aufweist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich a.us der folgendem Beschreibung eines in der Zeichnung
wiedergegebenen Ausführungsbeispietes.
Die Abbildung zeigt ein einzelne» Oberriemchen- ■ ■
aggregat mit ' den dazugehörigen Anpreßeinrichtungen.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel erkennt man bei 1 das als Wendeschiene ausgebildete
WendeoTgan, bei 2 die in senkrechter Richtung zur Streckfeldebene wirksame Belastungsdruckfeder.
Bei 3 ist die zweite auf, das, Wendeorgan einwirkende,
von der ersten Feder2, unabhängige Anlagefeder
zu erblicken. 4 weist auf die Aussparung des Haltesattels 5 hin, der seinerseits unter dem
Einfluß der Belasitungsdruckfeder 2 steht. Mit 6 ist das Riemchen bezeichnet. 7 weist auf die Unterwalze
hin, 8 deutet die veränderliche Klemmstelle — oder Klemmzone — an, aus- der das Faserbündel
austritt. 9 ist die nachgiebige Belastungsdiruckfeder
für den Druckzylinder 10. Die beiden Belastungsdruckfedern 2 und 9 sind mit den dazugehörigen
Drucksätiteln 5 und 11 bzw. den dazugehörigen
'zylindermantelartigen Verlängerungen 12 und 13 in einem gemeinsamen Gehäuse 14 untergebracht.
Die mantelartigen Teile 12 und 13 bilden jeweils eine Einheit mit dem zugehörigen Drucksattel.
15 und 16 sind Führung'sstifte, welche
Drucksättel und Gehäuse verbinden. Der zylindrische Führungszapfen 16 läuft mit Spiel in dem
Langloch 17, während der Viefkantstift 17 zwangläufig
ohnie Spiel in dem Langloch 18 geführt ist.
Dies führt dazu, daß der Drucksattel 11 und die dazugehörige Riemchenwalze 10 stets achsparallel
zu der Unterwalze 7 gehalten sind; außerdem dienen die genannten Stifte 16 und 17 als' Haltemittel
beim Absatteln des Systems. Die Lagerung des Haltesattels1 5 für die Wendeschiene 1, die ja
ein gewisses Spiel aufweist:, führt dazu, daß die Wen'deschiene sich stets achsparallel zu der Unterwalze
7 einstellt. Was die Anpreßkraftverhältnisse anbelangt, so ist die Anpreßkraft der Feder 9 am
größten. Die Anpreßkraft 2 ist geringer, und demgegenüber
ist die Anpreßkraft der Feder 3 ebenfalls geringer. Die Größe dbr Anpreßkräfte ist so
zu wählen,, daß, wie anfangs ausgeführt, die günstigsten Verzugsergebnisse erreicht werden.
Die Wendeschiene 1 ist im Querschnitt, an der Anlagefläche
gewölbt, während die Aussparung im Querschnitt eine Art Trapezform besitzt. Somit ergibt'
sich in jeder Stellung eine klemmfreie Lage- no
rung.
Die mantelförmige Ausgestaltung der in das Gehäuse eingreifenden Halteköpfe hat noch einen besonderen
Vorteil, nämlich den, daß die Anpreßfedern staubdicht untergebracht sind. Es ist dies
für die Konservierung der Federn besonders angebracht (Schutz gegen Korrosion usw.).
Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung ist folgende: Die in Richtung des Pfeils A
einlaufende Faserlunte wird zwischen dem Riemchen 6 und der Unterwalze 7 bei B klemmend
erfaßt und bis zum Klemmpunkt 8 unter nachgiebigem, allmählich abehmendetn Anpreßdruck geführt. Die Abnahme dtes Anpreßdruckes resultiert
daraus, daß durch 9 der größte Anpreßdruck ausgeübt wird, während durch 2 und 3 geringere An-
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preßdrücke vermittelt werden. Die Faserlunte verläßt bei 8' das erfindungsgemäße System und wird
durch das nächstfolgende System in Richtung des Pfeiles C weitergeführt. Während des Durchlaufes
der Faserlunte durch das erfindungsgemäße System zeigt sieh, daß sich ein Verzug bereits1 innerhalb
der Anlagefläche des Riemchen« an der Unterwalze auswirkt, und zwar in der Weise, daß die vom
nächstfolgenden System erfaßten Fasern mit der
ίο dem nächstfolgenden System eigentümlichen
größeren Geschwindigkeit vorwandern, während die von dem nächstfolgenden System noch nicht erfaßten
Fasern praktisch mit der Geschwindigkeit weiterwandern, die der Umfangsgeschwindigkeit
des Unterzylinders' 7 entspricht. Die Folge ist, daß durch diese Faserführung diese Einrichtung eine
besonders hohe Verzugshöhe gestattet, und zwar mit größter Gleichmäßigkeit, bedingt: durch die
Nachgiebigkeit der allmählich abnehmenden Anpreßkräfte. Es ergibt sich daraus, daß sich das erfindungsgemäße
System infolge der Nachgiebigkeit der Anpreßkräfte allen vorkommenden Verhältnissen
automatisch anpaßt. Dies gilt insbesondere für die unterschiedlichen Faserlängen, aber auch
für die Faserart und die Fasermengen.
Claims (7)
- Patentansprüche:i. Oberriemchen - Durchzugstreckwerk für Spinnmaschinen mit einem Trag- und Belastungsarm für den vom Oberriemchen umschlungenen Druckwalzenzwilling (Oberriemchenwalze) sowie für das Oberriemchen-Wendeglied mit im Tragarm untergebrachten senkrecht zur Streckfeldebene sowohl auf die Riemchenoberwalze als auch auf das Oberriemchen1-Wendeglied federnd wirkenden' (primären) Belastungsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß das Wendeglied (1) für das Oberriemchen zusätzlich unter dem Einfluß einer durch ein weiteres federndes Mittel (3) erzeugten (sekundären) Anpreßkraft steht, welche in anderer Andrückrichtung wirkt als die durch das federnde (primäre) Belastungsmittel (2) erzeugte Anpreßkraft.
- 2. Streckwerk nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die sekundäre Anpreßkraft kleiner ist als1 die primäre.
- 3. Streckwerk nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wendeglied (1) in an sich bekannter Weise als Wendeschiene ausgebildet ist, die in eine Aussparung (4) ihres im Trag- und Belastungsarm gelagerten Halte- , satteis (5) eingreift und darin durch das die sekundäre Anpreßkraft erzeugende federnde Mittel (3) gehalten wird.
- 4. Streckwerk nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparung in dem Haltesattel (5) in an sich bekannter Weise trapez- oder polygonartig ausgebildet ist, während die Halteschiene mit einer abgerundeten Fläche in der Aussparung (4) anliegt.
- 5. Streckwerk nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberteile (12, 13) der Haltesättel (5 und 11) in an sich bekannter Weise zylindermantelförtnig ausgebildet sind, um die Anpreßfedern (2 und 9) staubdicht aufzunehmen.
- 6. Streckwerk nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den Haltesätteln (5 und 11), zweckmäßig an, den Ummantelungen (12,und' 13) der Federn (2 und 9), Führungszapfen (15 und 16) angebracht sind, die in Langlöchern (17 und 18) des Gehäuses (14) geführt sind.
- 7. Streckwerk nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (15, 18) als Zwanglauf führung für eine achsparallele Lage der Riemchenwalzen. (10) zur Unterwalze (7) ausgebildet ist, während die Führung (16, 17) für den Haltekopf (12, 15) der Wendeschiene (1) ein seitliches Spiel aufweist.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 540243, 883 107; schweizerische Patentschrift Nr. 283 on;
britische Patentschriften Nr. 306 104, 542 997, 694817.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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