DEP0007452DA - Verfahren zur Herstellung von Mauersteinen aus Ziegel- und Mörtelschutt - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Mauersteinen aus Ziegel- und Mörtelschutt

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DEP0007452DA
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bricks
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Maschinenfabrik Meer AG, M. Gladbach
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Description

Die Trümmer bombenbeschädigter Häuser bestehen zum größten Teil aus gebrochenen Ziegelsteinen und anhaftendem und losem Fugenmörtel. Es wurde gefunden, dass dieser Trümmerschutt nach Zerkleinerung schwache hydraulische Eigenschaften zeigt, wenn die Zerkleinerung bis zu einer Korngrösse unter 3 mm getrieben wird. Wird erfindungsgemäss dieses Ziegel- und Mörtelmehl mit Kalk im Verhältnis 1 : 5 bis 1 : 15 vermengt, im erdfeuchten Zustand unter einem starken Preßdruck von z.B. über 200 kg/cm(exp)2 zu Ziegeln verformt und diese einer Dampfhärtung unterworfen, so entstehen äusserst druckfeste Steine. Die Druckfestigkeiten liegen je nach Führung der Dampfbehandlung über den Werten der normalen Mauerziegel. Die Wärmedämmung ist infolge der Bildung von Kalziumhydrosilicaten günstiger als bei den gewöhnlichen Mauerziegeln, ebenso liegen die spezifischen Gewichte niedriger.
Die Dampfhärtung kann verbessert werden, wenn vor Durchführung der Härtung die im Kessel vorhandene Luft aus diesem entfernt wird, weil dann der Partialdruck der im Kessel noch befindlichen Luftreste so gering ist, dass er den Dampfdruck nicht nennenswert absenkt und somit die Endtemperatur im Kessel praktisch gleich der des zuströmenden Dampfes ist. Die Entfernung der Luft aus dem Kessel kann auf verschiedene Weise erfolgen, z.B. durch Leerpumpen, einfacher aber dadurch, dass man vor Beginn der Härtung eine Zeitlang Dampf durch den Kessel leitet, wobei der größte Teil der Luft vom Dampf mitgerissen wird.
Eine weitere Verbesserung der Dampfhärtung kann dadurch erzielt werden, dass das Härteverfahren in zwei Stufen vorgenommen wird. Dabei wird zunächst das Härtegut mit dem Dampf geringerer Spannung soweit wie möglich aufgeheizt und nur die restliche Aufheizung auf Härtetemperatur sowie die Härtung selbst wird mit hochgespanntem Dampf vorgenommen. Die Ersparnis an Hochdruckdampf bei dem erfindungsgemässen zweistufigen Verfahren ist abhängig vom Druck des zur Verfügung stehenden Vorwärmedampfes und beträgt etwa 40% bei einem Vorwärmedampfdruck von 3 atü und etwa 65% bei einem Vorwärmedampfdruck von atü.
Für die Herstellung des hochgespannten Dampfes stehen verschiedene Wege offen. Man kann beispielsweise diesen Dampf in einer besonderen Kesselanlage erzeugen, wobei eine entsprechende Brennstoffmenge aufgewendet werden muss. Der Hochdruckdampf kann aber auch durch Kompression des niedrig gespannten Dampfes erhalten werden. In diesem Falle ist es besonders wirtschaftlich, wenn der Dampfkompressor nicht durch einen Elektro-Motor angetrieben wird, sondern durch eine Dampfmaschine, die mit dem niedrig gespannten Dampf betrieben wird. Dabei kann die Dampfmaschine mit dem Kompressor zu einem Aggregat vereinigt werden, das auf gemeinsamen Gehäusen die beiden Zylinder trägt.
Ganz besonders günstige Werte für Steinplatten und Dachziegel lassen sich dann erzielen, wenn das Aufbereitungsgemenge aus Ziegel- und Mörtelmehl mit gelöschtem Kalk vor der eigentlichen Pressung - also noch in Pulverform - einer kurzen Dampfbehandlung unterworfen wird. Bei dieser Dampfbehandlung wird die Bildung von Kalziumhydrosilikaten schon eingeleitet. Bei der nachfolgenden Pressung zu Steinen und Platten und durch die Endbehandlung dieser fertigen Produkte mit Dampf entstehen sehr leichte Steine, die trotzdem Druckfestigkeiten zeigen, die über den Werten gewöhnlicher Ziegelsteine liegen.
Die nach solchem Verfahren hergestellten Produkte haben Raumgewichte unter 1 und infolgedessen eine günstige Wärmedämmung. Die Anwendung derartiger Baumaterialien für Wände und Decken ist daher besonders vorteilhaft.
Die Anwendung hohen Pressdrucks führt zu Baustoffen, deren Frostbeständigkeit, Raumgewicht, Wärmedämmung und Druckfestigkeit Werte erreichen, die günstiger liegen als die handelsüblichen Materialien. Die Feinaufbereitung von Trümmerschutt auf eine Korngrösse bis 3 mm macht keine besonderen Schwierigkeiten, da gebrannter Ziegelton und Mörtelschutt wenig Zerkleinerungsarbeit erfordern.
Trümmeraufbereitung und Steinpresserei können so kombiniert werden, dass der Abdampf der energieversorgenden Dampfmaschine für diesen Prozeß verwandt wird.
Die Herstellungskosten lassen sich daher in Grenzen halten, die nicht höher liegen als die Aufwendungen für handelsübliche Baustoffe.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Mauersteinen aus Ziegel- und Mörtelschutt, insbesondere aus dem Schutt bombenbeschädigter Häuser, dadurch gekennzeichnet, dass der Ziegel- und Mörtelschutt auf eine Korngrösse unter 3 mm vermahlen, mit Kalk im Verhältnis 1 : 5 bis 1 : 15 vermengt, die Mischung im erdfeuchten Zustand unter einem hohen Pressdruck von z.B. über 200 kg/cm(exp)2 zu Ziegeln verformt und diese einer Dampfhärtung unterworfen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor Beginn der Härtung die Luft aus dem Härte-Kessel ganz oder zum Teil entfernt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, das Härtegut zunächst mit niedrig gespanntem Dampf, beispielsweise Abdampf, vorgeheizt und anschliessend mit Dampf von der für die Härtung gebräuchlichen Spannung von 8-10 atü auf die Härtetemperatur gebracht und gehärtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der hochgespannte Dampf aus niedrig gespanntem Dampf mittels eines Dampfkompressors erzeugt wird, zu dessen Antrieb eine Dampfmaschine dient, die mit dem niedrig gespanntem Dampf betrieben wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung aus Ziegel- und Mörtelmehl mit Kalk vor dem Verpressen einer Dampfbehandlung unterworfen wird.

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