DEP0006894MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 7. Januar 1952 Bekanntgemacht am 3. November 1955
Zum Extrahieren zerkleinerter Pflanzenstoffe, insbesondere von Zuckerrübenschnitzeln, verwendet
man aufrecht stehende Extraktionsgefäße; in Form von sogenannten Diffusionstürmen. Bei einem bekannten
Einsäulendiffusionsturm ist die Welle der das Gut im Turm bewegenden Förderschnecke als
Höhlwelle ausgebildet und in der Welle eine zweite Schnecke angeordnet, der das Gut am oberen Ende
zugeführt wird und die es in den unteren Bereich des Turmes bringt. Dort kommt das Extraktionsgut über eine mit einem Siebboden ausgestattete
Umlenkvorrichtung in den Bereich der äußeren Schnecke, die es im Turm dann von unten nach
oben, der im oberen Turmteil aufgegebenen Extraktionsflüssigkeit entgegen, fördert. Bei diesen bekannten
Einsäulendiffusionstürmen wird die an Zucker angereicherte Extraktionsflüssigkeit am
unteren Turmende abgezogen und der Weiterverarbeitung zugeführt.
Bei Diffusionstürmen zum Extrahieren von Pflanzenstoffen ist es auch bekannt, das zu extrahierende
Gut, beispielsweise Zuckerrübenischnitzel, in den oberen Teil des Turmes einzupumpen. Zu
diesem Zweck werden die zerkleinerten Zuckerrübenschnitzel mit der im Turm gewonnenen
Lösung eingemaischt und dann gepumpt. Die bekannten Einrichtungen dieser Art arbeiten so, daß
der zur Verarbeitung kommende Fertigsaft eine
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Mischung aus Tunnsaft und vor dem Eintritt der
Schnitzel in den Turm auf bekannten Kratzertransporleuren
abgepreßtem Maischsaft darstellt. Die KrIm(IiInJi geht von der Erkenntnis aus, daß
einmal die Menge des zum Eördern der zerkleinerten l'llanzenstofle, insbesondere der Zuckerrüben-Schnitzel,
erforderlichen Transportsaftes wesentlich größer ist als der sogenannte Abzug, d. h., die bei
dei· Diffusion gewonnene Turmtlüssigkeit, und daß
ίο darüberliinaus der Transportsaft in erheblich
höherer Konzentration anfällt als sie die sich aus der I )ilfusionsbeliandlung ergebende Turmflüssigkeil
aufweist. Aus letzterem Cirunde haben l>eide Flüssigkeiten auch erhebliche Unterschiede im
spezifischen Gewicht.
Die KrInHIiIHg besteht nun in dem Vorschlag, die
zum Kinpumpen der zerkleinerten Zuckerrübenschnitzel verwendete Transportllüssigkeit, die der
Tunnllüssigkeit entstammt, ihr gegenüber aber durch das Pumpen von wesentlich höherer Konzentration
ist, am Kiide des Transportweges, d. h. vor Kiiitritl der Zuckerrübenschnitzel in den oberen
Teil des I Hffusionsturmos, in bekannter Weise, d. h. durch einen Saftabscheider mit Kratzertransporteur,
von den Schnitzeln zu trennen, den Anteil davon, der dom normalen Abzug, d. h., der bei der
Diffusion zu gewinnenden angereicherten Lösung entspricht, unmittelbar für die Weiterverarbeitung
zu verwenden und den Rest zusammen mit der aus dom unteren Teil des Turmes abgezogenen Exträktionsllüssigkeit
für das Eiiimaischen der Schnitzel im Hottich 12 und deren Transport durch Pumpen
zu benutzen.
Dieses Arbeitsverfahren 'kann in einfacher Weise unter Verwendung eines Scheidegefäßes durchgeführt
werden. Derartige, auf der Trennung nach dem spezifischen Gewicht beruhende Scheidegefäße
sind bei der Zuckerextraktion an sich bekannt. Im vorliegenden Fall Ικ-steht der Scheider aus einem
Gefäß, das durch eine nicht bis auf seinen Boden reichende Trennwand in zwei Räume unterteilt ist.
Dem einen dieser Räume wird im oberen Teil des Gefäßes der am Ende des Pumpweges angereicherte
und von .den Zuckerrübenschnitzeln getrennte Schwersaft zugeführt, während in den anderen
Raum der leichtere, dem Extraktionsturm unmittelbar entnommene Abzug eingeleitet wird. Dem Gefäß
wird der in größerer Menge anfallende Schwersaft nun erfindungsgemäß nur in dem Umfang entnominell,
in dom auch üblicherweise der Abzug der I )iffusionsllüssigkeit aus dem Turm erfolgt. Der
Rest des schwereren Saftes dient zusammen mit dein I -ficht saft zum Kinmaischen und Pumpfähigliiachen
der Zuckerrübenschnitzel.
In der Zeichnung ist eine zur Durchführung des erfmdungsgemäßen Verfahrens dienende \^orrichliing
schematisch dargestellt.
In dem turmartigen Gefäß 1 ist eine Hohlwelle 2 drehbar und auf ihrem Umfang mit Schneckengiingon
3 ausgestattet. Im Innern der Hohlwelle 2 bewegt sieh die Transportschnecke 4. Das zu
extraliierende Gut tritt über die Schurre 5 in den oberen Teil der I lohhvelle 2 ein und wird dann von
deren Schnecke 4 nach unten gefördert. Dort kommt es in den Bereich einer mit einem Sieb 6 ausgestatteten
Umlenkvorrichtung 7 und der sich auf dem Umfang der Hohlwelle befindlichen Förderschnecke
3. Letztere bewegt die Schnitzel vom unteren Teil des Turmes nach oben hin, wo sie
durch eine Austragschnecke 8 die Einrichtung verlassen. Das Frischwasser tritt durch den Stutzen 9
in den oberen Turmbereich, während der Abzug, d. h. die durch die Diffusion gewonnene angereicherte
Flüssigkeit am unteren Türmende über die Stutzen 10, 11 abgezogen wird.
Der Transport der zerkleinerten Pflanzenstoffc, z. B. der Zuckerrübenschnitzel, geschieht in an sich
bekannter Weise durch Pumpen. Um die Masse pumpfähig zu machen, wird sie eingemaischt. Dazu
dient der Maischbottich 12. Von ihm aus gelangt dann die Schnitzelmaischc zu der Pumpe 13, die
sie über eine nur schematisch angedeutete Leitung 14 in den oberen Turmbereich pumpt. Bevor die
Masse nun über die Schurre 5 in den Turm gebracht wird, wird sie entwässert, was in bekannter
Weise durch Abpressen oder auch durch eine Kratzvorrichtung geschehen kann.
Erfindungsgemäß läuft nun die in dieser Weise von der gepumpten Maische getrennte und hochangereicherte
Transportflüssigkeit über die Leitung 16 einem Scheidegefäß 17 zu. Dieses Gefäß ist
durch eine Trennwand 18, die nicht bis zu dessen Boden reicht, in zwei Räume 19 und 20 geteilt. Die
den schweren Saft fördernde Leitung 16 mündet im oberen Teil des Raumes 19, während der leichtere
Turmsaft, der im gezeichneten Fall dem Bodenstutzen 10 des Diffusionsturmes entnommen ist,
dem Raum 20 über die Leitung 21 zugeführt wird.
Für das Eiiimaischen der zu fördernden Zuckerrübenschnitzel sind nun erheblich größere Flüssigkeitsmengen
nötig als sie bei der eigentlichen Diffusion gewonnen werden können. So fällt von
dem hoch angereicherten Transportsaft eine Menge von mindestens 200%, bezogen auf das geförderte
Gut, an, während an Turmsaft maximal 130%, bezogen auf das Extraktionsgut, gewonnen werden
können. Tn dem Scheidebehälter 17 füllt sich also nicht nur der Raum 19 mit dem schwereren
Transportsaft, sondern es tritt auch solcher Transportsaft in den Raum 20 ein, wobei über ihm
der leichtere Abzugsaft steht. Wird nun, wie das die Erfindung vorschlägt, dem Scheidegefäß 17 als
Nutzsaft lediglich schwerer Saft, und zwar im Umfang des üblichen Abzuges, entnommen, dann
gewinnt man ein wesentlich wertvolleres Erzeugnis, ohne aber den Prozeß sonst und seinen Mechanismus
irgendwie zu beeinflussen. Der Rest des Transportsaftes mischt sich mit dem leichten
Abzugsaft und dient mit ihm zusammen als Umlaufmaischsaft zum Einpumpen der Zuckerrübenschnitzel
in den Turm.
Tm gezeichneten Fall verläßt der schwerere Transportsaft die Scheideeinrichtung 17 über die
Leitung 22. Der Saft dient zunächst zum Vorwärmen des zu extrahierenden Gutes, beispielsweise
in der Schnecke 23, und geht von dort aus alsdann
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mit einer Temperatur von etwa 450 zu der bekannten Scheidebehandlung. Der Vorwärmschnecke
ist eine Brühschnecke 24 nachgeschaltet, die in bekannter Weise mit Dampf, aber auch mit Saft
betrieben werden kann. Am Ende der Brühschnecke läuft über die Leitung 25 der Abzugsaft der Mischtrommel
12 zu. Über den Abzugstutzen 11 und die
Leitung 26, die in die Schurre 5 im oberen Teil des Turmes mündet, kann gegebenenfalls auch noch
Turmsaft im Umlauf gehalten werden.
Claims (4)
1. Verfahren zum Extrahieren von zerkleinerten.
Pflanzenstoffen, vornehmlich von Zuckerrübenschtiitzeln,
in kontinuierlich arbeitenden Diffusionstürmen, denen das zu behandelnde, mit vorher gewonnenem Saft aufgemaischte und
vor dem Eintritt in den Turm vom größten Teil des Saftes wieder getrennte Gut zugepumpt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Transportsaft vor dem Eintrag des Gutes in
den Diffusionsturm von dem Gut getrennt und im Umfang des Frischsaftabzuges zum Vorwärmen
des zu extrahierenden Gutes und danach als Nutzsaft verwendet wird, während der überschießende Teil des Transportsaftes zusammen
mit dem Frischsaft zum Einmaischen weiterer Zuckerrübenschnitzel dient.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der vom zu extrahierenden Gut getrennte und als Nutzsaft abgeführte Transportsaft vor seiner Verarbeitung noch als
Brühsaft Verwendung findet.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 in einem Einsäulendiffusionsturm,
dessen oberem Teil das zu behandelnde Gut zugepumpt und in dem das Gut danach von einer Schnecke in den unteren
Turmteil transportiert wird, von dem aus es sich, dem Frischwasser entgegen, nach oben
bewegt, gekennzeichnet durch eine dem Einlauf
(5) für das zerkleinerte Gut vorgeschaltete Einrichtung (15) zum Trennen des Transportsaftes
von dem zu extrahierenden Gut, einen Scheidebehälter (17), der durch eine nicht bis auf den
Boden reichende Scheidewand (18) in zwei Räume (19, 20) unterteilt ist, von denen der
eine unmittelbar mit dem Transportsaftabzug
(16) und der andere mit dem Frischsaftzulauf (21) in Verbindung steht, eine mit dem Frischsafträum
(20) des Scheidebehälters (17) verbundene Schnitzelmaische (12) sowie eine an
den Schwersaftraum (19) des Scheidebehälters
(17) angeschlossene Nutzsaftentnahme (22), die den Saft zunächst noch in eine Vorwärmschnecke
(23) od. dgl. für das Extraktionsgut leitet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorwärmschnecke (23)
noch eine Brühschnecke (24) nachgeschaltet ist, in der der als Nutzsaft abgeführte Transportsaft
vor dem Abzug als Brühsaft verwendet wird.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 712 019.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 509 578/326 10.55
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