DEP0003619DA - Verfahren zur Herstellung von druckfesten Steinen, Platten und sonstigen durch Pressen zu formenden Baustoffteilen aus Braunkohlenaschen aller Art - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von druckfesten Steinen, Platten und sonstigen durch Pressen zu formenden Baustoffteilen aus Braunkohlenaschen aller ArtInfo
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Description
Die Verwertung der bei der Verbrennung von Braunkohlen anfallenden Asche beschäftigt schon seit langem die Baustoffindustrie. Bekannt ist, dass einzelne Braunkohlenaschensorten, die beim Anmachen mit Wasser zementartig erhärten, als Bindemittel oder zur Herstellung von Steinen für den Innenbau verwendet werden, wobei auch schon Zusätze gebraucht worden sind. Der Anfall dieser Art von Braunkohlenaschen ist jedoch verhältnismäßig gering und genügt bei weitem nicht den durch die herrschende Baustoffknappheit bedingten großen Anforderungen an Baumaterial. Da der größte Teil der anfallenden Braunkohlenaschen aber weder hydraulisch noch zementartig abbindet, war deren direkte Verwendung ohne besondere Behandlungsverfahren nicht möglich, deren Anwendung jedoch eine wirtschaftliche Herstellung der Steine erschwerte.
Durch die vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von druckfesten Steinen und Platten sowie sonstigen durch Pressen zu formenden Baustoffteilen aus sämtlichen anfallenden Braunkohlenaschen entwickelt worden, auch solchen, die unter normalen Umständen nicht abbinden.
Der der Erfindung zu Grunde liegende Gedanke besteht
darin, dass mit Wasser angemachte Braunkohlenaschen, insbesondere solche, die ohne Pressung nicht oder nicht genügend abbinden, unter einem Druck von etwa 300 kg/cm(exp)2 und darüber so stark zusammengepresst werden, dass eine hydraulische Erhärtung der gepressten Formlinge eintritt, die durch eine Aktivierung der unter normalen Druck zur hydraulischen Abbindung nicht oder nur ungenügend fähigen Bestandteile der Asche hervorgerufen wird.
Eine Verstärkung der Aktivierung der unter hohen Druck gepressten wasserhaltigen Braunkohlenaschenbestandteile kann dadurch herbeigeführt werden, dass die Asche vorher möglichst weit von ihrer verbrennlichen Substanz befreit wird. Ausserdem kann durch Zerkleinerung des Korns der Asche vor der Naßverpressung unter Druck die Aktivierung der abbindenden Bestandteile noch weiter gesteigert werden.
Bei den vorgenommenen Versuchen hat es sich gezeigt, dass der auf diese Weise bei den hergestellten Bausteinen eingetretene hydraulische Härtungsprozess diesen eine Festigkeit verleiht, die der normalen Klinkerfestigkeit nicht nachsteht.
Beabsichtigt man Steine bezw. Platten herzustellen, die z.B. zum Aufbau von Wänden Verwendung finden sollen, die dem Zweck der Wärmeisolation oder der Schalldichtung dienen, kann der Braunkohlenasche vor dem Pressen bei dem Anrühren mit Wasser ein zweckentsprechender Füllstoff beigemischt werden, z.B. Sägespäne, Torfmull, Ziegelsplitt oder sonstige Produkte der Trümmeraufbereitung.
Die mit Füllstoffen vermischten Braunkohlenaschensteine, die nach dem neuen Verfahren hergestellt worden sind
und wobei ebenfalls Drücke von etwa 300 kg/cm(exp)2 und darüber zur Anwendung gelangen, erhalten durch die dabei eintretende hydraulische Erhärtung eine Festigkeit, die der Klinkerdruckfestigkeit entspricht.
Der Vorteil des neuen Verfahrens ist darin zu erblicken, dass damit ein Weg gefunden worden ist, um auf einfachste und sichere Weise Steine, Platten und sonstige durch Pressen zu formende Baustoffteile herzustellen, die ohne Anwendung besonderer Bindemittel aus dem reichlich anfallenden Abfallprodukt, der Braunkohlenasche, gefertigt werden können, die sonst zum größten Teil nicht ohne weiteres für derartige, eine hohe Festigkeit aufzuweisenden Baustoffteile in Frage kam.
Ausführungsbeispiel:
Eine unter normalen Umständen nicht abbindende Braunkohlenasche wird mit Wasser übersprüht und verrührt. Die üblich anfallende Flugasche besitzt eine ausreichende Kornfeinheit und einen nicht zu hohen Gehalt an verbrennlicher Substanz. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, so daß die Qualität der herzustellenden Steine nicht den zu stellenden hohen Ansprüchen entsprechen würden, dann muss vor dem Anfeuchten eine Mahlung und ein Ausglühen der Asche vorgenommen werden.
Die feuchte Asche wird in Pressformen gefüllt und unter einen solchen Druck gesetzt, der eine bestimmte Qualität und Festigkeit gewährleistet. In der Regel genügt ein Druck von ca. 300 kg/cm(exp)2 und darüber. Die Druckeinwirkung kann bei Erreichen des vorgesehenen Druckes
aussetzen und der Härtungsprozeß verläuft dann auch ohne ständige Druckhaltung und ist nach der einige Tage dauernden Trocknung der Steine beendet. Die dabei festgestellte Festigkeit der Braunkohlenaschensteine bewegt sich in den Grenzen zwischen Mauerstein- und Klinkerdruckfestigkeit.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von druckfesten Steinen, Platten und sonstigen durch Pressen zur formenden Baustoffteilen aus Braunkohlenaschen aller Art, dadurch gekennzeichnet, dass mit Wasser angemachte Braunkohlenaschen, insbesondere solche, die ohne Pressung nicht oder nicht genügend abbinden, unter einem Druck von etwa 300 kg/cm(exp)2 und darüber so stark zusammengepresst werden, dass eine hydraulische Erhärtung der gepressten Formlinge eintritt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Braunkohlenasche vorher möglichst weit von ihrer verbrennlichen Substanz befreit wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Braunkohlenasche vor dem Naßpressen zerkleinert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Braunkohlenasche vor dem Pressen bei dem Anrühren mit Wasser Füllstoffe, wie Sägespäne, Torfmull oder Ziegelsplitt zugemischt werden.
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