DEP0003399DA - Wasch- und Reinigungsmittel - Google Patents

Wasch- und Reinigungsmittel

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DEP0003399DA
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English (en)
Inventor
Otto Dr. Düsseldorf Lind
Original Assignee
Henkel & Cie GmbH, Düsseldorf
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Description

In der Wäschereipraxis verwendet man vielfach Waschmittel mit einem Gehalt an sauerstoffabgebenden Stoffen. Diese enthalten gewisse Stabilisatoren, die eine langsame und gleichmässige Sauerstoffabgabe beim Kochen bewirken. Als Stabilisatoren hat man u.a. Wasserglas und fertiggebildete Magnesiumsilikate vorgeschlagen. Obwohl die Magnesiumsilikate eine bessere stabilisierende Wirkung besitzen als das Wasserglas, so hat man sich doch gescheut, jene anzuwenden, da man bei der Verwendung der unlöslichen Magnesiumsilikate eine Erhöhung des Aschegehaltes der Faser befürchtete.
Es gelang nun, in umfangreichen Untersuchungen nachzuweisen, daß der Aschegehalt der gewaschenen Fa- sern bei Verwendung der unlöslichen Magnesiumsilikate als Stabilisator geringer war, als bei der Verwendung des löslichen Wasserglases. Diese völlig unerwartete Beobachtung veranlasse weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet, wobei noch überraschende Ergebnisse gefunden wurden. Es zeigte sich nämlich, daß die in Wasserkolloidal löslichen Magnesiumsilikate die Ablagerung der durch Reaktion von Bestandteilen der Wasch- oder Waschhilfsmittel mit den Härtebildnern des Wassers entstandenen Niederschläge und damit das Ansteigen des Aschegehaltes der Gewebe bei wiederholtem Waschen ganz erheblich vermindern. Eine Erhöhung des Gehaltes an Magnesiumsilikaten innerhalb gewisser Grenzen bewirkt sogar eine Verbesserung der ascheverhütenden Wirkung. Während man bei der Verwendung von Magnesiumsilikaten als Stabilisator für sauerstoffabgebende Verbindungen einen Gehalt von 0,5 bis 1,5% bezogen auf die gesamte Waschmittelkomposition, für ausreichend erachtete, zeigte es sich, daß die beste ascheverhütende Wirkung in der Größenordnung von 2 - 10% liegt. Weiter wurde gefunden, daß das Molverhältnis MgO : SiO(sub)2 von wesentlichem Einfluß auf die ascheverhütende Wirkung der verwandten Magnesiumsilikate ist. Diese ist am größten, bei einem Molverhältnis von 1 : 1, d.h. also beim Magnesiumsilikat. Für die ascheverhütende Wirkung ist es unwesentlich, ob fertiggebildetes Magnesiumsilikat verwendet wird oder ab man dieses erst in der Waschmittelkomposition erzeugt. Wesentlich dagegen ist es, daß das verwandte Magnesiumsilikat die Fähigkeit besitzt, sich in Wasser kolloidal zu lösen. Schließlich wurde noch gefunden, daß man die ascheverhütende Wirkung derartiger Waschmittel noch steigern kann, wenn man ihnen untergeordnete Mengen von Salzen solcher Phosphorsäuren zusetzt, die wasserärmer sind als die Orthophosphorsäure, vorzugsweise in Mengen von 1 - 5% der gesamten Waschmittelkomposition.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf den Zusatz von untergeordneten Mengen von in Wasser kolloidal löslichem Magnesiumsilikat, gegebenenfalls unter gleichzeitigem Zusatz von untergeordneten Mengen von Salzen solcher Phosphorsäuren, die wasserärmer als die Orthophosphorsäure sind, zu derartigen Waschmitteln.
Die ascheverhütende Wirkung der Zusätze nach vorliegender Erfindung ist keineswegs an die Anwesenheit von sauerstoffabgebenden Salzen oder von anderen bestimmten Bestandteilen der Wasch- und Reinigungsmittel gebunden und äußert sich sowohl bei Waschmitteln mit Seifen oder synthetischen Waschrohstoffen als auch bei Waschhilfs- und Reinigungsmitteln ohne Gehalt an schaumbildenden Stoffen. Demnach können die Wasch- und Reinigungsmittel nach vorliegender Erfindung alkalisch reagierende Salze und gegebenenfalls Neutralsalze, Seifen, synthetische Schaummittel und sauerstoffabgebende Verbindungen enthalten. Obwohl die ascheverhütende Wirkung auch bei Gegenwart von Wasserglas vorhanden ist, so empfiehlt es sich doch, dieses nicht zuzusetzen.
Die Herstellung dieser Waschmittel kann nach allen bekannten Verfahren erfolgen, wie z.B. durch Versprühen, nach dem Trennver- fahren usw. Um ein Magnesiummetasilikat mit guten kolloidalen Eigenschaften zu erhalten, stellt man dieses zweckmäßigerweise durch Füllung von Alkalimetasilikat mit Magnesiumsalzen her; man kann auch andere Alkalisilikate, wie z.B. Natriumtrisilikat, verwenden und dieses vor der Reaktion mit den Magnesiumsalzen durch Zusatz der dazu notwendigen Menge von Alkalilauge in Alkalimetasilikat umwandeln. Man kann die Magnesiummetasilikatgele aber auch dadurch erzeugen, daß man feinkörnige Kieselsäure mit Magnesiumchlorid in Gegenwart von alkalisch reagierenden Stoffen kocht. Die übrigen Bestandteile des Wasch- oder Reinigungsmittels können dann in die kolloidale Magnesiummetasilikatsuspension eingearbeitet werden. Das Magnesiummetasilikat kann aber auch in der Waschmittelsuspension selbst hergestellt werden. Dabei ist die Reihenfolge des Zusatzes der Wasch- oder Reinigungsmittelkomponenten beliebig, sofern nicht durch einen bestimmten Stoff die spätere Bildung des Magnesiummetasilikats verhindert wird. Man kann auch das Magnesiummetasilikat für sich erzeugen und der Waschmittelsuspension als kolloidale Suspension oder als trockenes Pulver an einem beliebigen Punkt deren Herstellung zusetzen. Schließlich kann man auch das Magnesiummetasilikatpulver dem trockenen Waschmittel zumischen. Bei der Herstellung des trockenen Pulvers ist darauf zu achten, daß das Trocknen nicht bei zu hohen Temperaturen vorgenommen wird; zweckmäßig arbeitet man bei Temperaturen unterhalb 105°.
Durch das Arbeiten mit Wasch- und Reinigungsmitteln nach vorliegender Erfindung wird verhindert, daß sich auf der Faser größere
Mengen von Aschebestandteilen ablagern bzw. sich solche innerhalb der Faser bilden. Dadurch wird die bei mehrfachen Wäschen in hartem Wasser auftretende Vergrauung und Versprödung verhindert. Der Griff der Wäsche bleibt weich und geschmeidig und ihre Saugfähigkeit wird nicht beeinträchtigt. Als weiterer wesentlicher Vorteil ist zu erwähnen, daß durch die Verminderung von Ascheablagerungen bzw. Inkrustierungen die Lebensdauer der Wäsche ganz erheblich heraufgesetzt wird, wie durch Untersuchungen nachgewiesen werden konnte (vgl. Lind, Erfahrungsaustausch der Seifen-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie, Dezember 1947). Außerdem erhöhen die kolloidalen Eigenschaften des Magnesiummetasilikats die Schmutztragefähigkeit der Flotte. Dieser Vorteil macht sich bei Waschmitteln mit einem Gehalt an synthetischen Schaumstoffen, deren Schmutztragefähigkeit je bekanntlich geringer ist als die der echten Seifen, und bei Reinigungsmitteln, die schaumbildende Stoffe nicht enthalten, besonders angenehm bemerkbar.
Es war zwar bekannt, gelförmige anorganische Stoffe, wie z.B. Magnesiumsilikate, als Reinigungsmittel zu verwenden. Es war auch bekannt, diesen Reinigungsmitteln gewisse Mengen von löslichen anorganischen Salzen oder von Seiten zuzusetzen. Alle diese bekannten Wasch- und Reinigungsmittel enthalten jedoch die Magnesiumsilikate als Hauptbestandteile, während die evtl. möglichen Zusätze an löslichen anorganischen Salzen bzw. Seifen nur in untergeordneten Mengen vorhanden sind. Bei diesen Reinigungsmitteln handelt es sich daher um minderwertige Seifenersatzstoffe. Demgegenüber wird bei der vorliegenden Erfindung durch einen gering bemessenen Zusatz von Magnesiummetasilikat dem Waschmittel eine ascheverhütende Wirkung erteilt. Es war auch bekannt, sauerstoffabgebende Stoffe enthaltenden Waschmitteln fertiggebildete Magnesiumsilikate als Stabilisatoren zuzusetzen. Die ascheverhütende Wirkung der Magnesiumsilikate bei vorliegender Erfindung ist jedoch unabhängig davon, ob das Magnesiummetasilikat fertig zugesetzt oder in der Waschmittelsuspension erzeugt wird. Ebenso war es bekannt, Salze solcher Phosphorsäuren, die wasserärmer als die Orthophosphorsäure sind, als Waschmittel zu verwenden. Bei der vorliegenden Erfindung ist der Gehalt an anhydrischen Phosphaten so niedrig, daß eine Waschwirkung nicht vorhanden ist, dagegen reicht dieser geringe Zusatz in Kombination mit untergeordneten Mengen von Magnesiummetasilikat aus, um die ascheverhütende Wirkung des Magnesiummetasilikates zu erhöhen. Diese technischen Effekte waren aus den bisher bekannten Verwendungsarten von Magnesiumsilikaten und von anhydrischen Phosphaten nicht zu ersehen.
Beispiel 1:
Zur Herstellung eines Einweichmittels gibt man unter dauerndem lebhaften Rühren zu 136 g Wasser langsam 136 g Wasserglas (38° Bé) 106 g 33%-ige Natronlauge und 172 g einer 33%-igen Magnesiumchloridlösung zu und rührt darauf 450 g wasserfreie Soda ein. Die erhaltene Masse wird nach dem Erstarren gemahlen.
Beispiel 2:
Zur Herstellung eines Waschmittels rührt man nacheinander in 357 g Wasser ein: 30 g eines durch Fällung äquimolarer Mengen von Natriummetasilikat und Magnesiumchlorid, Abtrennen und Trocknen des erhaltenen Niederschlages bei 100° hergestellten Magnesiummetasilikates, 400 g wasserfreie Soda, 100 g Steinsalz, 88 g Seife und 25 g Natriumpyrophosphat. Die erhaltene Suspension wird nach dem Erstarren gemahlen.
Beispiel 3:
Zur Herstellung eines Spül-und Bleichmittels mischt man 650 g wasserfreie Soda, 100 g Steinsalz, 100 g Natriummetasilikat und Magnesiumsulfat, Abtrennung und Trocknen des erhaltenen Niederschlages bei 100° hergestellten Magnesiummetasilikates, gibt 90 g Wasser zu und zerkleinert evtl. entstandene Klumpen.
Zum Vergleich der Wirkung von Wasch- bzw. Reinigungsmitteln nach vorliegender Erfindung und solchen ohne Zusatz wurden den Beispielen 1 - 3 entsprechend Wasch- bzw. Reinigungsmittel hergestellt, bei denen der aschevermindernde Zusatz nach vorliegender Erfindung durch Wasserglas (trocken) oder Magnesiumtrisilikat ersetzt war. Dann wurden Garne in 1%-igen aus hartem Wasser hergestellten Lösungen dieser Wasch- bzw. Reinigungsmittel 50 x 15 Minuten lang gekocht, mit hartem Wasser nachgespült und getrocknet. Die mit wasserglashaltigen Lösungen behandelten Garne waren hart und spröde im Griff und hatten den natürlichen Glanz verloren. Die mit Lösungen der nach vorliegender Erfindung hergestellten Wasch- bzw. Reinigungsmittel behandelten Garne waren weich und geschmeidig geblieben, hatten ihren natürlichen Glanz behalten und unterschieden sich äusserlich nicht von den unbehandelten Garnen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aschegehalte der so behandelten
Fasern; die Aschegehalte der unbehandelten Fasern liegen in der Größenordnung von 0,2%.
Das bessere Schmutztragevermögen der magnesiummetasilikathaltigen Einweichmittel zeigt sich, wenn man Leinenstücke 50 x in 1%-igen Lösungen, denen etwa Tusche zugesetzt ist, kocht, mit Wasser spült und trocknet. Nach dieser Behandlung sind die mit wasserglashaltigen Lösungen gereinigten Stücke deutlich grau, während die in magnesiummetasilikathaltigen Lösungen gereinigten rein weiß bleiben.

Claims (5)

1.) Wasch- und Reinigungsmittel, bestehend aus alkalisch reagierenden Salzen und gegebenenfalls Neutralsalzen, sauerstoffabgebenden Verbindungen und natürlichen oder synthetischen Schaummitteln, gekennzeichnet durch einen Gehalt an in Wasser kolloidal löslichem Magnesiummetasilikat in untergeordneten Mengen, vorzugsweise 2-10%.
2.) Wasch- und Reinigungsmittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Salzen solcher Phosphorsäuren, die wasserärmer als die Orthophosphorsäure sind, in untergeordneten Mengen, vorzugsweise 1-5%.
3.) Verfahren zur Herstellung eines Wasch- und Reinigungsmittels nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man nach an sich bekannten Verfahren ein Magnesiummetasilikagel erzeugt, die übrigen Bestandteile der Waschhilfsmittelkomposition zugibt und die Suspension in an sich bekannter Weise in ein trockenes Pulver überführt.
4.) Verfahren zur Herstellung eines Wasch- und Reinigungsmittels nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Magnesiummetasilikat in der Suspension durch Fällung erzeugt und diese in an sich bekannter Weise in ein trockenes Pulver überführt.
5.) Verfahren zur Herstellung eines Wasch- und Reinigungsmittels nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das ferti- ge Magnesiummetasilikat dem Waschmittel während dessen Herstellung oder danach zumischt.

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