DEP0000212MA - Nähmaschinenschmierung - Google Patents
NähmaschinenschmierungInfo
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Description
Beim Maschinennähen gleitet der Nähfaden bekanntlich über Stichbildewerkzeuge, deren Lagerung oder Gleitflächen geschmiert werden müssen. Dabei kommt es vielfach vor, dass diese Werkzeuge, wie z.B. der Schlingenfänger, wenn zu reichlich geschmiert wird, selbst ölig werden. Damit ist aber der erhebliche Nachteil verbunden, dass der darüber gleitende Nähfaden durch das Oel beschmutzt wird. Auch die Arbeitsstücke, die während des Nähens auf dem Stoffträger aufliegen und auf ihm geschoben werden, sind infolge unzweckmässigen Schmierens durch das aus den Schmierlöchern des Stoffträgers austretende Oel der Beschmutzung ausgesetzt. Dieser Misstand ist insbesondere in der Wäscheindustrie äusserst unerwünscht. Die Näherinnen schmieren daher die Nähmaschinen sehr ungern und das vorschriftsmässige Schmieren kann nur durch besondere Massnahmen und Ueberwachung erzwungen werden, denn wenn zu wenig geschmiert wird, laufen die Maschinen nach kurzer Zeit trocken und erleiden Schaden.
Aber auch noch in anderer Hinsicht sind die bisherigen
Schmiermethoden bei Nähmaschinen sehr nachteilig, nämlich:
Bei Haushalt- und Handwerkernähmaschinen erfolgt die Schmierung der Lager und Gleitflächen bisher in der Regel mit Hilfe von Oelkännchen, durch die das Oel den zu schmierenden Stellen entweder unmittelbar oder über im Maschinengehäuse vorgesehene Schmierlöcher zugeführt wird. Bei den gegenüber den erwähnten Nähmaschinen mit höheren Geschwindigkeiten arbeitenden Industrienähmaschinen ist man, um das umständliche und zeitraubende Schmieren von Hand zu ersparen, vielfach auch schon dazu übergegangen, das Oel den Lagern und bewegten Teilen von einer zentralen Stelle aus zuzuleiten. Zu diesem Zweck wird z.B. das untere Triebwerk durch eine Oelwanne abgeschlossen, in der sich eine von der Nähmaschine angetriebene Oelpumpe befindet, welche über ein Rohrsystem die einzelnen Schmierstellen der Maschine mit Oel versorgt.
Diese beiden Hauptgattungen von Schmierungssystemen, die bei Nähmaschinen bisher Anwendung gefunden haben, nämlich die Schmierung von Hand mit Hilfe des Oelkännchens und die Zentralschmierung, sind zwar im Laufe der Jahre durch eine sehr grosse Anzahl von Vorschlägen hinsichtlich der konstruktiven Ausbildung der einzelnen Schmierstellen und der Oelführung bis zu einer gewissen Vollkommenheit verbessert worden, indem man beispielsweise je nach der Art der einzelnen Schmierstellen in zweckentsprechender Weise Schmiernuten in den Lagerstellen, Oelkissen für treibende Nockenscheiben o.dgl., Hohlräume für Oel in den Lagerbüchsen, leicht zugängliche und ständig mit der Gleitfläche eines Exzenters in Verbindung stehende Oelbehälter im Exzenterring und Oelkanäle als Längs- und Querbohrungen in Wellen o.dgl. anordnete,
diese mit ölaufsaugenden und ölleitenden Dochten oder Fäden ausstattete, ferner Staustufen für das in sie eingetröpfelte oder eingepumpte Oel anordnete sowie die Zentrifugalkraft und den Luftwiderstand bewegter Maschinenteile zum Verteilen bzw. Eindrücken des Oeles in die Schmierstellen benutzte, eine kurzzeitige Schmierwirkung erzwang oder sonstwie für eine Verbesserung der bekannten Schmiersysteme auf mehr oder weniger komplizierte Weise sorgte.
Trotz dieser zahlreichen Verbesserungen arbeiten aber die bisher bei Nähmaschinen bekanntgewordenen Schmierungen nicht befriedigend. Das bei Haushalts- und Handwerker-Nähmaschinen übliche Schmieren von Hand ist nicht nur umständlich und zeitraubend, sondern birgt vor allem die Gefahr in sich, dass vielfach überhaupt nicht geschmiert wird, besonders wenn in einem Haushalt die Nähmaschine nach längerem Stillstand nur kurzzeitig gebracht wird. Die Zentralschmierung dagegen, wie sie bisher bei Industrienähmaschinen verwendet wird, erfordert kostspielige, den Aufbau der Maschine komplizierende Anordnungen.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Ausweg aus den hier aufgezeigten Schwierigkeiten zu finden und löst diese Aufgabe vor allem dadurch, dass die Lager der Nähmaschinen sowie deren sämtliche der Reibung ausgesetzten Teile wie Gelenke, Zugstangen, Kurbeln, Gleitflächen o.dgl. aus ölgetränktem Sintereisen oder Sintermetall (z.B. Bronze) bestehen und somit selbstschmierend sind.
Die Verwendung von selbstschmierenden Sintermetall- bzw. Sintereisenlagern ist zwar auf verschiedenen Gebieten des Maschinenbaues seit längerer Zeit bekannt. Dabei wurde jedoch nur daran gedacht, derartige selbstschmierende Lager in Form von
stationären Wellenlagern und dort anzuwenden, wo sie keiner Beanspruchung auf längere Zeit und/oder bei grösseren Geschwindigkeiten ausgesetzt sind. Obwohl der Gedanke vielleicht nahegelegen hätte, solche Lager da und dort auch einmal bei Nähmaschinen zu versuchen, ist es zur praktischen Anwendung auf diesem Gebiet der Technik nicht gekommen (niemand hatte z.B. daran gedacht, die fadenführenden Teile mit selbstschmierenden Lagern zu versehen), weil die zuständigen Fachingenieure in der Vorstellung befangen waren, dass selbstschmierende Lager aus Sintermetallen bei Nähmaschinen mit den vielen bewegten Teilen und mitunter stark wechselnden und vielseitigen Beanspruchungen auf längere Zeit und bei hohen Geschwindigkeiten verschiedener Lagerstellen den Anforderungen nicht gewachsen sein würden. Vor allem befürchtete man, dass sich bei hochbeanspruchten Lagerstellen das für die Selbstschmierung erforderliche poröse und daher ölspeichernde Gefüge des Sintermaterials so ungünstig auf die Bildung eines Oelfilmes zwischen den Gleitflächen des Lagers auswirken würde, das bei höheren Geschwindigkeiten eine zufriedenstellende Schmierung nicht zu erwarten war. Versuche haben jedoch ergeben, dass sich auch noch bei hohen Geschwindigkeiten ein ausreichender Oelfilm bildet, da mit zunehmender Erwärmung des Lagers das Oel aus dessen porösem Gefüge austritt und sich zwischen den Gleitflächen staut.
Die Verwendung der Sintermetall- bzw. Sintereisenlager bei Nähmaschinen bringt somit nicht nur hinsichtlich der erreichten Schmierung und Verminderung der Reibung einen überraschenden technischen Effekt, sondern auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Nähmaschinen bei der Herstellung sowie im Betrieb einen grossen Fortschritt, weil die zahlreichen Spezialausführungen
von einzelnen Lagern, Anordnung von Nuten, Oelleitungen, Pumpen, Staubecken usw. entfällt, somit die Herstellungskosten gesenkt werden können, und weil schliesslich keine dauernde Wartung mehr erforderlich ist, die, wenn sie bei den bisherigen Maschinen vernachlässigt wird, einen raschen Verschleiss und Störungen an der Maschine zur Folge hat.
Die selbstschmierenden Lager werden in möglichst wenigen einheitlichen Grössen an der Maschine verwendet und in üblicher Weise eingebaut. Fall erforderlich, werden sie noch mit einer Zusatzschmierung von aussen (z.B. durch Oelkissen oder Oelraum) versehen. Die Anordnung von Oelvorratskammern, aus denen das Oel in die porösen Lager aus Sintereisen oder Sintermetall nachsickert, wird vornehmlich für die hauptsächlichsten und weniger zugänglichen Lager in Betracht kommen. Diese Kammern werden zweckmässig mit Kugelverschlüssen versehen, damit kein Oel austreten kann, wenn die Maschine umgelegt wird. Dies ist stets notwendig, wenn man an das untere Triebwerk gelangen will.
Schliesslich ist mit der Verwendung von Lagern aus ölgetränktem Sintereisen oder Sintermetall bei Nähmaschinen der Vorteil verbunden, dass in der Betriebsstellung sowohl als auch in der umgelegten Stellung (bei versenkbaren Maschinen) kein Oel abtropfen kann und demzufolge die seither notwendigen Oelauffangschalen entbehrlich geworden sind.
Claims (3)
1.) Nähmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass alle oder ein wesentlicher Teil ihrer Lager sowie sämtliche oder nahezu sämtliche der Reibung ausgesetzten Teile wie Gelenke, Zugstangen, Kurbeln, Gleitflächen o.dgl. aus Sintereisen oder Sintermetall (z.B. Bronze) bestehen und mit Oel getränkt und somit selbstschmierend ausgebildet sind.
2.) Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lager zusätzlich mit Oelvorratskammern versehen sind, die beim Umlegen der Maschine kein Oel austreten lassen.
3.) Nähmaschine nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oelvorratskammern Kugelverschlüsse aufweisen, durch die hindurch das Oel gegen Federwirkung in an sich bekannter Weise eingefüllt wird.
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