DEP0000048MA - Sitzmöbel, insbesondere Stühle, Sessel u. dgl. - Google Patents
Sitzmöbel, insbesondere Stühle, Sessel u. dgl.Info
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Description
Bei der Herstellung von Sitzmöbeln aus festen Stoffen, insbesondere aus Holz, werden in der Regel der eigentliche Sitz und die Rückenlehne getrennt hergestellt und beide Teile alsdann mechanisch miteinander verbunden. Es wird dabei vielfach so vorgegangen, daß man die Sitze zur Erhöhung der Bequemlichkeit und Verminderung des Kräfteverbrauchs während des Sitzens mit einer Vertiefung versieht, deren Ausmaß jedoch sowohl bei den ausgefrästen Holzsitzen (Sattelsitzen) als auch bei den heute allgemein üblichen Sperrholzsitzen verhältnismässig gering ist. Ein bequemes Sitzen ist jedoch, wie die Erfahrung gezeigt hat, bei einer solchen Ausgestaltung des Sitzmöbels nicht gewährleistet, insbesondere, wenn das Sitzen, wie es z.B. bei Eisenbahnfahrten, Vorträgen, Film- und Theatervorführungen, Unterrichtserteilungen häufig der Fall ist, sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Der Sitzende wird unruhig, hat das Bestreben aufzustehen oder eine andere Lage auf dem Sitz einzunehmen, was auf einen übermässigen Kräfteverbrauch während des Sitzens zurückzuführen ist.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen übermässigen Kräfteverbrauch und die damit verbundene Unbequemlichkeit während des Sitzens zu beseitigen. Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, daß Sitz und Rückenlehne des Sitzmöbels in einem Stück aus Preß- oder Formstoff in einer dem sitzenden menschlichen Körper anatomisch angepassten Form gepresst bzw. geformt werden. Der Preß- bzw. Formstoff kann z.B. aus mit Harz getränkten Holzfurnieren bestehen. Diese Bauweise ergibt einen Grad an Bequemlichkeit und an Ausruhen, wie ihn sonst nur das Sitz-Lehnbett und das geheftete Daunenpolster ergeben, in das man durch das Gewicht des Körpers sein Sitzbett eindrückt. Nur unter Verwendung von Preßstoff ist es möglich, eine solche Sitzgelegenheit zu schaffen, die zugleich das Aussehen und die Eigenschaften von Holz hat. Der Preßstoff ist in hohem Ausmaß verformbar; die Sitzflächen können ohne irgendwelche Schwierigkeiten mit Vertiefungen
von etwa 5 cm und darüber versehen werden, wie sie für eine anatomische Anpassung an den menschlichen Körperbau erforderlich sind. Die aus Preßstoff hergestellten Sitzmöbel sind kratzfest, gegen Wärme, Kälte und Feuchtigkeit unempfindlich und, weil sie ausserdem weder durch Holzwürmer noch durch Thermiten zerstört werden können, auch für den Gebrauch in tropischen Ländern besonders geeignet. Sie haben eine unbegrenzte Lebensdauer und geringes Gewicht, verziehen sich nicht und bedürfen, wenn sie aus der Presse kommen, keinerlei Nachbearbeitung durch Schleifen oder dergl. Ebensowenig ist ein Anstrich erforderlich, da sie den gewünschten Hochglanz bereits durch das Preßverfahren erhalten. Die Verwendung von Metall als Baustoff für Sitzmöbel scheidet aus, da die Wärmeleitfähigkeit von Metallen zu gross ist.
Die Ränder des Sitzes und der Rückenlehne können erforderlichenfalls wulstartig verformt werden, wenn man die Preßformen entsprechend ausgestaltet.
Auch zur Herstellung der Untergestelle kann Preß- oder Formstoff verwendet werden, der in an sich bekannter Weise zu den hierzu erforderlichen Profilleisten gepresst wird. Diese können so profiliert werden, dass sie in sich federn und die Wirkung haben, dass der beim Sichhineinfallenlassen in das Sitzmöbel entstehende Stoß federnd aufgefangen wird, eine Wirkung, wie sie vom Polstermöbel her bekannt ist. Ferner können zwischen Sitz und Untergestell federnde Zwischenglieder, z.B. Blatt- oder Spiralfedern angebracht werden, wodurch nicht nur ein Auffangen etwaiger Stöße auch bei Verwendung von in sich nicht federnden Gestellen aus Bugholz, Aluminium-Profilen, Stahlrohr u.dgl. gewährleistet ist, sonder auch erreicht wird, dass Sitz und Rückenlehne Körperbewegungen etwas nachgeben.
Ausserdem ist es möglich, in die Sitze und Rückenlehne oberflächlich gefärbte oder ungefärbte Stoff- oder Papiermuster o.dgl. einzupressen, die dem Sitzmöbel das von den stoffbespannten Sesseln und Stühlen her bekannte Aussehen verleihen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht eines die Merkmale der Erfindung aufweisenden Stuhls,
Fig. 2 eine Seitenansicht dieses Stuhls,
Fig. 3 eine Rückenansicht dieses Stuhls,
Fig. 4 eine Draufsicht auf diesen Stuhl,
Fig. 5 einen Schnitt durch Sitz und Rückenlehne nach der Linie V-V der Fig. 1.
Sitz 1 und Rückenlehne 2 des Stuhls bestehen aus einem Stück, und zwar aus einem mit einer Harzlösung getränkten Buchenfurnier, dem durch Pressen in geeigneten Preßformen eine dem sitzenden menschlichen Körper anatomisch angepasste Form gegeben worden ist. Das Untergestell des Stuhls besteht aus U-förmigen Profilleisten 3, die ebenfalls aus Preßstoff bestehen. Die in der Rückenlehne 2 angebrachte Öffnung 4 dient zur Erleichterung des Transports des Stuhls. An der tiefsten Stelle des Sitzes 1 befindet sich eine Öffnung 5, durch die Flüssigkeiten, die sich auf dem Sitz 1 ansammeln, abfliessen können. Dieses Merkmal ist beispielsweise von Wichtigkeit, wenn es sich um Stühle handelt, die im Freien Verwendung finden und dem Regen ausgesetzt sind.
Claims (7)
1. Sitzmöbel, insbesondere Stühle, Sessel und dergl., dadurch gekennzeichnet, dass der Sitz (1) und die Rückenlehne (2) aus einem Stück, und zwar einem z.B. aus harzgetränkten Holzfurnier bestehenden Preß- oder Formstoffstück bestehen, das eine dem sitzenden menschlichen Körper anatomisch angepasste Form aufweist.
2. Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ränder des Sitzes und der Rückenlehne wulstartig verformt sind.
3. Sitzmöbel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Untergestell aus Preß- oder Formstoffprofilleisten (3) besteht.
4. Sitzmöbel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Preß- oder Formstoffprofilleisten (3) so profiliert sind, dass sie in sich federn können.
5. Sitzmöbel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Sitz und Untergestell federnde Zwischenglieder, z.B. Blatt- oder Spiralfedern, angebracht sind.
6. Sitzmöbel nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Sitzes und der Rückenlehne aus einer eingepressten gemusterten und/oder gefärbten Schicht, z.B. einem Stoff- oder Papiermuster besteht.
7. Sitzmöbel nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitz (1) an seiner tiefsten Stelle mit einer Öffnung (5) versehen ist.
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