DEM0018442MA - - Google Patents

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DEM0018442MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 4. Mai 1953 Bekanntgemacht am 19. Januar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft eine Druckfärbeapparat zum Färben von Textilgut aller Art, z. B. zum Färben von Garnsträhnen, Kammzug, losen. Textilien, Kreuzspulen usw., der unter Druck arbeitet und in dem eine Überhitzung der Färbeflotte von über ioo°C vorkommt.
Es besteht die Aufgabe, Fehlfärbungen zu vermeiden und deshalb in einem Druckfärbeapparat Druck, Temperatur und Zeit den verschiedenen ίο Gewebearten beliebig anpassen zu können. Während die Einhaltung der Färbezeit leicht möglich ist, kann man die Druckregelung in Verbindung mit der Temperaturregelung bei den bekannten Anlagen nur schwierig durchführen. Im allgemeinen behilft man sich durch die Anordnung eines besonderen Raumes, in dem ein Druckpolster aus Dampf- oder Fremdgas gebildet wird,, das über ein Ventil bei Druckänderungen im Färbebehälter zur Anwendung kommt. Die Anordnung eines besonderen Raumes und die Bildung eines Druckpolsters bedingt aber zumindest zusätzlichen Raum und größere Unkosten. Es ist bereits bekannt, an Druckfärbeanlagen Druckregelventile anzuordnen, die aber in ihrem Aufbau kompliziert und in bezug auf ihre Anspirechgenauigkeit wenig zuverlässig sind, zumal letztere von der Viskosität des Druckmittels und damit von dessen Temperatur abhängt. Je nach der 'eingesetzten Färbeflotte ist somit außer-
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dem eine besondere Einstellung der Druekregelventile erforderlich, auch wenn bei gleichem Druck und der gleichen Temperatur gearbeitet werden soll. Diese Einstellung muß zumeist in mehreren Versuchen ausprobiert werden. Außerdem sind bei bekannten Druckfä'rbeapparaten die Druckregelvorrichtungen regeltechnisch nur in bestimmten Be- ■ reichen stabil. Je nach den Druckverliältnissen kann es vorkommen, daß das Druckregelventil nicht
ίο mehr im stabilen Bereich arbeitet und Reglerschwingungen entstehen, die wegen der damit verbundenen Druckschwankungen in der Druckfarbeapparatus: zu Fehlfärhungen führen''oder auch zu Zerstörungen Veranlassung geben. Außerdem hat man Druckpumpen angewendet, die jedoch das Färbegut leicht zusammendrücken und deshalb zu unregelmäßigen Färbungen Veranlassung geben. Auch ist es bekannt, Druckpumpen in Verbindung mit einem Ausdehnungsgefäß und einem Flüssigkeitsanzeiger vorzuschlagen. In der Praxis haben diese Vorschläge keinen Eingang gefunden.
Die Erfindung betrifft ein Drackfärbeapparat mit Druckregelungsvorrichtung und besteht darin, im Flottenumlauf einen offenen, feststehenden Zylinder mit gewichtsbelastetem Kolben anzuordnen, der Volumänderungen der Flotte in der Druckfärbeapparatur schwimmend mitmacht und· nach seiner Belastung automatisch den Druck in der Druck -
"" färbeapparatur regelt. Bei feststehenden Kolben kann /man auch den offenen Zylinder bewegen und belasten.
Der Druckfärbeapparat nach der Erfindung hat den Vorteil, daß jeder gewünschte Druck unabhängig von der jeweiligen Temperatur im Apparat und der Flotte sowie vor allem unabhängig von deren Viskosität einstellbar ist und während der Färbezeit durch automatische Bewegungen des Kolbens beibehalten wird. Durch die Erfindung wird somit eine ganz wesentliche funktioneile und automa tisch arbeitende Wirkung durch eine einfache und billige Vorrichtung erreicht.
Eiii spezieller Vorschlag der Erfindung geht dahin, in den Flottenumlauf einen Farbstoffzusatzbehälter !einzuschalten, so daß keinerlei tote Leitungsteile im Umlauf entstehen können.
Außerdem ist es zweckmäßig, mit der Druck regelvorrichtung eine weitere Flottenumlaufleitung zu verbinden.
Wie bereits erwähnt wurde, bestehen die Vorteile der Erfindung., darin, daß der Druck unabhängig von der Temperatur und der jeweils verwendeten Flotte beliebig ohne Anwendung einer stetig arbeitenden und das Färbegut drückenden Umwälzpumpe einstellbar ist, die Einstellung keine besonderen Schwierigkeiten macht und eine äußerst präzise Führung des Färbevorganges ermöglicht ist. Außerdem ersetzt die Diruckregelvorrichtung nach der Erfindung die Anordnung eines Sicherheitsventils an Druckfärbeapparaten.
Die Erfindung wird an Hand einer Zeichnung, die nur ein Ausführungsbeispiel darstellt, ausführlicher erläutert; die Zeichnung gibt eine Druckfärbeanlage in sehematischer Darstellung wieder.
Der Behälter 1 mit seinem diehtschließendein Deckel 2 dient zur Aufnahme eines Materialträgers mit dem zu behandelnden Textilgut, hier Kreuzspulen 3. Der Färbebehälter ist mit Rohrleitung 4 an die Umwälzpumpe 5 angeschlossen. Auf dem Deckel befindet sich das Sicherheitsventil 6, das gleichzeitig als Entlüftungsventil dient, mit Überlauf leitung 7, die wahlweise an die Abflußleitung oder an den Vorratsbehälter 9 angeschlossen werden kann. Der Vorrats- und Ansatzbehälter 9 ist mittels Ventil 10 und Leitung 11 an die Rohrleitung 4 angeschlossen. Mit der gleichen Rohrleitung 4 ist auch der feststehende und oben offene Druckzylinder 12 mit beweglichem und belastbarem Kolben 13 und Ventil 14 verbunden. Der seitlich am Druckzylinder 12 befindliche Überlaufkanal 15 dient zum Ableiten der gegebenenfalls beim Aufheizen durch die Ausdehnung der Flotte entstehenden Überschußflottenmenge. Der Druckzylinder 12 mit beweglichem Kolben kann auch so groß ausgeführt werden, daß die Überlaufleitung 15 nicht notwendig ist.
Das Farbstoffzusatzgefäß 16 ist mittels Ventile 17 und 18 an die Rohrleitungen 4 derart angeschlossen, daß. es bei geöffneten Ventilen an der Flottenzirkulation zwangläufig teilnimmt. Hierdurch kann im Gefäß 16 zugesetzte Farbstoff lösung zwangläufig dem Flottenkreislauf des Systems zugeleitet werden. Der Einlaßtrichter 19 in Verbindung mit Ventil 20 sowie Ventil 21 mit Ablaßleitung 22 .dienen zum Entleeren , des Zusatzgefäßes voir dem Beschicken und Füllen mit neuer Fairbstofflösung. Die Rohrleitung 23 mit Ventil 24 -dient dazu, auch die im Druckzylinder 12 befindliche Flotte stetig an der Zirkulation teilnehmen zu lassen. Zum Heizen und Kühlen dient der Wärmeaustauscher 8 oder alternativ ein . Vorwärmer in den, Rohrleitungen.
Der Färbevorgang, geht in folgender, Weise vonstatten: In den Färbebehälter 1 wird der mit dem zu behandelnden Textilgut beschickte Materialträger eingefahren und in der üblichen Weise mittels Festsetzspindel im Aufnahmekonus festgelegt. Der Deckel 2 wird geschlossen; bei geöffnetem Entlüftungsventil 6 wird aus dem Ansatz- und Vorratsbehälter 9 die Fairbfiotte — gegebenenfalls bereits vorgewärmt — durch die Leitung 11 eingelassen. Sobald der Behälter 1 vollkommen gefüllt ist, was sich durch Überlaufen am Rohr 7 zeigt, wird Ventil 6 geschlossen. Vorteilhaft wird während der Füllzeit bereits die Flotte mittels der einfachen Umwälzpumpe 5 umgewälzt, um das Textilgut zu entlüften, oder es wird zu diesem Zweck vor dem Einlassen der Fairbflotte das gesamte System unter Vakuum gesetzt.
Der Druckzylinder 12 wird bei angehobenem Kolben 13 gefüllt, wobei eventuell vorhandene Luft durch den Kanal 15 entweichen kann. Sobald auch hier Flotte überläuft, wird Ventil 10 geschlossen und der Kolben 13 belastet, bis sich dar gewünschte Druck einstellt, der dann auch während des Färbe-Vorganges bestehen bleibt. Die Fairbflotte wird nun mittels indirekter Aufheizung 8 bis zur beabsichtigten Temperatur erwärmt. Die hierbei durch die
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Ausdehnung der Flotte anfallende Flüssigkeit wird durch Steigen des Kolbens im Druckzylinder selbsttätig aufgefangen bzw. kann sie bei Einreichen einer bestimmten Kolbenstellung durch den Überströmkanal ι s entweichen.
Zum Zusetzen von Farbstoffen wird der Zusatzbehälter 16, der bis jetzt über die geöffneten Ventile 17 und 18 an die Rohrleitung 4 angeschlossen war und somit ebenfalls entlüftet wurde, durch Schließen 'dieser Ventile und Öffnen der Ventile 20 und 21 entleert und nach Schließen von Ventil 21 mit der zuzusetzenden FaTbstofflösiung gefüllt, so daß jedes Luftpolster hieraus wieder entfernt ist. Das Ventil 20 wird geschlossen, Ventil 17 und 18 werden geöffnet und die wieder einsetzende Zirkulation' treibt den Farbstoff nach der Ventilöffnung in beliebiger Zeit in den Färbebehälter. Nach Beendigung des Färbeprozesses wird die Flotte — soweit erforderlich — entweder durch Kühlflüssigkeit in der Rohrschlange 8 — wobei die anfallende Wärmemenge gleichzeitig zur Vorwärmung, anderer Substanzen dienen kann — oder durch sonstige geeignete Mittel (Verdampfen bei geöffnetem Entlüftungsventil) abgekühlt, der Doruckkolben entlastet und nach Ablassen der Flotte der Materialträger mit dem gefärbten Textilgut entnommen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    ι. Druckfärbeapparat mit Druekregelungsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß in ■den Flottenumlauf ein feststehender offener Zylinder (12) mit darin beweglichem belasteten Kolben (13) eingeschaltet ist, der Voluimenänderungen der Flotte schwimmend mitmacht und den Druck im Diruckfärbeap parat (1) jeweils nach seiner Belastung regelt.
  2. 2. Druckfärbeapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Flottenumlaiuf ein Farbstoffzusatzbehälter (16) eingeschaltet ist.
  3. 3. Druckfärbeapparat nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Druickregelvorrichtung (12, 13) eine weitere FIottenumlaufleitung (23) verbunden ist.
    Angezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 822 538, 321 608, 188568, 159538, 149269, 72768.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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