DEF0011879MA - - Google Patents

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DEF0011879MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. Mai 1953 Bekanntgemacht am 5. Januar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
In der USA.-Patentschrift 2 469 041 wird, angegeben, daß sich dreibasische Aluminiumsalze von seifenbildenden organischen Sauren mit oder ohne Zusatz von anderen Stoffen zur Hydrophobierung von Textilien oder anderen porösen Werkstoffen in organischen Lösungsmitteln eignen. Jedoch ist, wie festgestellt wurde, die mit diesen beiden Verf ahrenierreich'bare Hydrop'hobierwirkung nur gering, insbesondere ist der Abperleffekt unzureichend.
Es wurde nun gefunden, daß man eine gute Hydrophobierung und einen ausgezeichneten Abperleffekt erzielt, wenn man das Fasergut mit dreibasischen gemischten Aluminiumsalzen von etwa i,S bis 2,8 Mol solcher organischer Säuren, deren Siedepunkt .unter Normaldruck unter etwa 2000 liegt oder welche unterhalb dieser Temperatur sublimieren, und etwa 0,2 bis 1,5 Mol schwer flüchtigen höhermolekularen organischen Stoffen saurer Natur, welche mit Aluminium Salze bilden, und vorteilhaft hydrophoben höhermolekularen organischen Stoffen in organischen Lösungsmitteln gelöst behandelt und anschließend vorteilhaft einer Wärmebehandlung bei An- oder Abwesenheit von Feuchtigkeit unterwirft.
Besonders wertvoll sind die Aluminiumsalze von etwa 2 bis 2,5 Möl niederen .aliphatischen Carbonsäuren, wie Ameisensäure oder Essigsäure, mit etwa 0,5 bis 1 Mol seifenbildenden Fettsäuren, wie Palmitin-, Stearin- oder Ölsäure, für solche Behandlungen.
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An Stelle der genannten fertigen dreibasischen
gemischten Aluminiumsalze kann man auch Mischungen ihrer Ausgangsstoffe, ζ. Β. Mischungen von Aluminiumalkoholat mit den genannten Säuren, verwenden.
Als organische Säuren, deren Siedepunkt bei
Normaldruck unter etwa 200° liegt oder welche
. unterhalb dieser Temperatur sublimieren, kommen
z. B. in Betracht niedere aliphatische Carbonsäuren,
ίο wie Ameisen-, Essig-, Propionsäure, Benzoesäure, Chloressigsäure, Cyclopentancarbonsäure, Thiophen-a-carbonsäure oder ihre Gemische u. dgl.
Die genannten schwer flüchtigen höhermolekularen organischen Stoffe satirer Natur, welche mit AIuminium Salze bilden, sollen bei Normaldruck einen Siedepunkt über etwa 2500 haben bzw. unterhalb dieser Temperatur nicht sublimieren. In Betracht kommen höhermolekulare Carbonsäuren, Sulfinsäuren, Sulfonsäuren, Monoschwefelsäureester, Sulfaminsäuren, Phosphonsäuren, Phosphorestersäuren, Diacylamide mit Carboxyl- und/oder SuIfonylresten, Sulfamide oder ihre Gemische usw. Im allgemeinen werden1 einwertige Säuren verwendet, im Einzelfall können sie jedoch mit zweiwertigen Säuren verschnitten werden, wie z. B. mit Korksäure, o-Phthalsäure u. dgl.
Die genannten Säuren können der aliphatischen, alicyclischen, aromatischen und heterocyclischen Reihe angehören und weiter' indifferente Substituenten von neutraler Art, wie Halogenatome, Atomgruppen, wie die Oxy-, Thio-, Äther-, Thioäther- und Estergruppe, Carbonamid- oder1 Harnstoffgruppen u. dgl. enthalten. Ihre Kohlenstoffkette kann durch Heteroatome, wie Sauerstoff, Stickstoff oder Schwefel, unterbrochen sein.
Als aliphatische Carbonsäuren seien z. B. genannt Caprinsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Behensäure, Montansäure, Oxydationsfettsäuren, Harzsäuren, wie Abietinsäure bzw. Kolophonium. An Stelle reiner Säuren können auch Mischungen der Säuren oder Gemische von Säuren, wie sie aus gegebenenfalls hydrierten Naturprodukten gewonnen werden, verwendet werden, z. B. Spermölfettsäure, Kokosölfett-
.45 säure, Tallölfettsäure, Leinölfettsäure, Sojaölfettsäure, Fischölfettsäure, Baumwollsaatölfettsäure, Tranfettsäuren, Erdnußölfettsäure, Sulfurölfettsäure, Rübölfettsäure, Talgfettsäure, Tierkörperfettsäure, Knochenfettsäure, Schmalzfettsäure, Tungölfettsäure, Dodecylsulfamidoessigsäure und Gemische aliphatischer Alkylsulfamidoessigsäuren.
Als aromatische Carbonsäuren werden genannt
z. B. a- bzw. /J-Naphthoesäure, α-bzw. /?-Naphthoxyessigsäure, Phenylessigsäure, Zimtsäure, Phthalsäuremonoäthylester, Salicylsäure, 2, 3-Oxynaphthoesäüre, 3- bzw. 4-Oxybenzoesäure, Methoxybenzoesäure, Phenoxysessigsäure, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure, Phthalamidsäure, p-Toluolsulfamidoessigsäure u. ä.
/60 Als heterocyclische Carbonsäuren seien z. B. genannt 2-Oxycarbazol-3-carbonsäure, 3-Oxy-diphenylenoxyd-2-carbonsäure, i-Phenyl-pyrazolon-(5)"3"carbonsäure, s-Benzoylbenzoxazolon-^-carbonsäure, 3-Oxy-2-niethyl-chinolin-4-carbonsäure; als Diacylamide von Carbonsäuren werden z. B. genannt Dibenzamid, Phthalimid u. dgl.
Als organische Sulfrn- und Sulfonsäuren werden z. B. genannt Dodecansulfinsäure, Cyclohexansulnnsäure,Benzolsulfinsäure,Dodecansulf onsäure, Cyclohexansulf onsäure, Benzolsulfonsäuren ρ-Toluolsulfonsäure, Naphthalinsulfonsäuren Octylbenzolsulfonsäure, Butylnaphthalinsulfonsäure, Phenolsulfonsäure, Naphtholsulf onsäure, 2-Oxycarbazol-7-sulfonsäure, Thiophen-a-sulfonsäure.
Ferner können auch die Amide und Imide derartiger Sulfonsäuren verwendet werden, wie beispielsweise Dodecansulfamid, p-Toluolsulfamid, Benzoldisulf imid, p-Toluoldisulfimid, Dodecandisulfimid.
Ferner eignen sich z. B. Sulfinsäuren, Sulfonsäuren, Sulfamide und SuIfimide von höheren Kohlenwasserstoffgemischen, wie sie z. B. nach bekannten Verfahren aus den Sulfochloriden von fossilen und synthetischen Dieselölen oder durch Sulfonieren von Erdöldestillaten und Alkylbenzolen gewonnen werden.
Als organische Monoschwefelsäureester kommen z. B. in Frage Dodecylschwefelsäureester, Stearylschwefelsäureester, Benzylschwefelsäureester, Alkylphenolschwefelsäureester. .
Als organische Sulfaminsäuren seien beispielsweise genannt Dodecylsulfaminsäure, Alkylphenylsulfaminsäure.
Ferner seien z. B. saure ringförmige Imide der heterocyclischen Reihe genannt: Alkylbarbitursäuren.·
Als organische Phosphonsäuren kommen z. B. in Betracht Cyclohexanphosphonsäure-mono-dodecylester, Phenyl-phosphonsäüre-monö-octadecyl-ester.
Als einbasische Phosphorsäureester werden z. B. genannt Dialkylphosphorsäureester der Formel PO(OR)2OH, wie Didodecyl- bzw. Dibenzyl- bzw. Dioctadecyl-phosphorsäureester.
Als Aluminiumalkoholate kommen z. B. solche in Frage, die sich von niederen oder mittleren aliphatischen Alkoholen ableiten. Beispielsweise seien genannt Aluminiummethylat, -äthylat, -propylat, -isopropylat, -butylat, -isobutylat, -amylat, -hexyliat, -octylat, -2-äthylbutylat, -2-äthylhexylat u. ä., auch Mischungen von Aluminiumalkoholaten können verwendet werden.
Als Aluminiumalkoholate kommen weiterhin solche in Betracht, die auf 1 Äquivalent Aluminium weniger als 1 Äquivalent von ätherartig über Sauerstoff gebundenen organischen Resten enthalten, beispielsweise solche, deren Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln durch thermische oder hydrolytische Behandlung von normalen Aluminiumalkoholaten unter Abspaltung eines Teiles der Alkoxylgruppen, wahrscheinlich meist unter Verkettung von Aluminiumatomen über Sauerstoffatome, erhöht worden ist. 1
Hierzu gehören z. B. die durch thermische Behandlung hergestellten Aluminiumäthylate der annähernden Bruttoformel Al2 (O C2 H5)4 O und Al4(OC2Hg)6O3 nach Henle (Berichte der deut-
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sehen chemischen Gesellschaft, Bd. 53, S. 720), das durch hydrolytische Behandlung nach den deutschen Patentschriften 277 187 und 277 188 gewonnene Aluminiumäthylat mit etwa zwei Äthoxylresten pro Atom Aluminium, das durch Kochen mit wasserfreiem Alkohol bei Luftzutritt nach Meerwein und Bersin (Annalen der Chemie, Bd. 476, S. 132) gewonnene basische Aluminiumäthylat der Bruttoformel Al(OH) (C2H5O)2, das nach Meerwein und Bersin (1. c.) durch Erhitzen von AIuminium-cyclohexanolat auf 275ö hergestellte AIuminium-dihydroxocyclohexanolat, das nach Bersin (Dissertation Königsberg 1928) durch Kochen mit nicht ganz wasserfreiem Äthanol gewonnene basisehe Aluminiumäthylat mit etwa zwei Äthoxylgruppen pro Atom Aluminium; ferner werden solche Aluminiumalkoholate genannt, die nach dem Verdrängungsverfahren von Tischtschenko (Chemisches Zentralblatt 1900, Bd. I, S. 12) durch Umsetzung mit schwach wasserhaltigen Verdrängungsalkoholen aus Aluminiumalkoholaten herstellbar sind.
Weiterhin kommen auch solche leicht löslichen Aluminiumalkoholate in Frage, wie man sie bei der Umsetzung von metallischem Aluminium und schwach wasserhaltigen Alkoholen, vorteilhaft in Anwesenheit von Aktivierungsmitteln, erhält und die pro Äquivalent Aluminium etwa 0,5 bis 0,8 AIk-.oxy!gruppen« enthalten.
An Stelle der Aluminiumalkoholate kann man auch die Kohlendioxyd- oder Schwefeldioxyd-Additionsprodukte der Aluminiumalkoholate (vgl. Tischtschenko, Chem. Zentralblatt 1900, Bd. I, S. 585) zur Herstellung der Aluminiumalkoholatlösungen verwenden. Die Verwendung der Kohlendioxyd- oder Schwefeldioxyd-Additionsprodukte der Aluminiumalkoholate kann in den Fällen vorteilhaft sein, wo diese Additionsverbindungen lagerbeständiger als die Alkoholate selbst sind.
Beim Auflösen der Additionsverbindungen in inerten Lösungsmitteln, insbesondere in der Wärme, bilden sie Unter Abspaltung von Kohlendioxyd bzw. Schwefeldioxyd die Alkoholate zurück.
Die Aluminiumalkoholate können auch in Form ihrer Alkoxosäuren und/oder in mittels komplexbildenden flüchtigen organischen Stoffen gegen Feuchtigkeit stabilisierter Form verwendet werden.
Als hydrophobe höhermolekulare organische Stoffe kommen u. a. insbesondere Paraffine, aber auch Wachse, höhermolekulare Chlorkohlenwasserstoffe u. dgl. in Betracht.
Als höhermolekulare Paraffinkohlenwasserstoffe eignen sich beispielsweise die verschiedenen festen Paraffinsorten, z. B. die vom Erstarrungspunkt 52 bis 540, ferner höhermolekulare synthetische Paraffinkohlenwasserstoffe im Erstarrungsbereich von etwa 50 bis ioo° oder ihre Gemische, weiterhin Ceresin.
Auch Gemische von festen Paraffinen mit anderen höhermolekularen Paraffinkohlenwasserstoffen, z. B. . halbfester Paraffingatsch, mit Tropfpunkten um etwa 30 bis 40° können verwendet werden.
Als natürliche oder synthetische Wachse seien z. B. genannt Carnauba-Wachs, Cändelilla-Wachs, Ester von Montansäuren mit aliphatischen PoIyalkoholen, Ester aus höheren Fettsäuren und höheren Fettalkoholen. Durch die Verwendung oder Mitverwendung von Wachsen wird im allgemeinen die Reibechtheit der Imprägnierung verbessert und die Anschmutzbarkeit des Fasergewebes beträchtlich herabgesetzt. ·
Als dickölige oder feste höhermolekulare polychlorierte Kohlenwasserstoffe kommen beispielsweise in Betracht die Chlorierungsprodukte von fossilen oder synthetischen aliphatischen Kohlenwasserstoffölen vom Siedebereich von etwa 200 bis 4000, von fossilen oder synthetischen festen Paraffinkohlenwasserstoffen im Erstarrungsbereich von etwa 50 bis ioo°, von fossilen oder synthetischen halbfesten Paraffingatschen, ferner Chlorierungsprodukte von aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Naphthalin. Der Chlorgehalt der Verbindungen kann je nach dem Anwendungszweck innerhalb weiter Grenzen variieren und kann bis zu 80% betragen.
Bei der Verwendung von hochchlorierten Kohlenwasserstoffen bei Abwesenheit wesentlicher Mengen von Paraffinen oder Wachsen, wobei man zur· Imprägnierung vorteilhaft die Aluminiumsalze mit weniger als 0,8 Mol der schwer flüchtigen einbasischen organischen Stoffe saurer Natur, die mit Aluminium Salze bilden, als andere Imprägnierungskomponente verwendet, erhält das imprägnierte Fasergut neben den wasserabweisenden Eigenschaften auch eine bemerkenswerte Flammsicherheit. Die genannten Paraffinkohlenwasserstoffe werden vorteilhaft zusammen mit den genannten Aluminium-Umsetzungsprodukten im Verhältnis ι : ι bis 2 :1 angewandt; aber auch andere Mischungsverhältnisse bis etwa 1 :10 oder 10 :1 geben brauchbare Effekte.
Als organische Lösungsmittel kommen vorteil1 haft niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe oder Chlorkohlenwasserstoffe, wie Benzin, Benzol, Tetrachlorkohlenstoff, Trichloräthylen, Perchloräthylen oder Gemische dieser Stoffe in Betracht, gegebenenfalls verschnitten mit anderen organischen Lösungsmitteln.
Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung kann zur Hydrophobierung von pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Faserstoffen, wie Baumwolle, Leinen, Viskose-Fasergut, Kupferseide, Wolle, Seide, Caseinfasern, Celluloseacetatfasern, Polyamidfasern, Polyacrylnitrilfasern, Polyesterfasern bzw. aus Gemischen dieser Materialien verwendet werden. Das Fasergut kann in verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand vorliegen.
Führt man das Verfahren ohne Zusatz der genannten hydrophoben höhermolekularen organischen Stoffe durch, so erhält man eine leichte Hydrophobierwirkung, die für manche Zwecke, z. B. Verminderung der Saugfähigkeit von Fasergut aus regenerierter Cellulose, verwendbar ist.
Man erhält bereits beim Arbeiten in verdünnten Lösungen sehr gute Effekte. Zweckmäßig verwendet
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man im allgemeinen etwa ι- bis io°/»ige Lösungen; bei Polyamid- oder Polyesterfasergut erreicht man bereits mit etwa o,i°/oigen Lösungen gute Effekte. Man kann die Lösungen so herstellen, daß man die einzelnen Komponenten für sich auflöst und dann mischt. Im Falle des Mischens der Lösungen von Aluminiumalkoholat und den organischen Stoffen saurer Natur, die mit Aluminium Salze bilden, tritt bereits in' der Kälte eine Umsetzung ein, die bei
ίο der üblichen Wärmebehandlung der Fasergebilde dann zu Ende geführt wird. Man kann aber auch die Komponenten gemeinsam in Lösung bringen. Ferner kann man auch durch Mischen oder Zusammenschmelzen der Paraffmkohlenwasserstofre und der genannten dreibasischen gemischten Aluminiumsalze bzw. der Umsetzungsprodukte von Aluminiumalkoholaten mit den genannten organischen Stoffen saurer Natur Präparate herstellen, die für den Gebrauch in organischen Lösungsmitteln aufgelöst werden. Nach dem Behandeln, des Fasergutes bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur mit der Imprägnierungsflüssigkeit wird der Überschuß derselben durch Ablassen, Abquetschen u.a. entfernt und anschließend getrocknet. Bei Kleidungsstücken kann man vorteilhaft in der Weise arbeiten, daß man die Imprägnierung in den für die chemische Reinigung üblichen Maschinen vornimmt und anschließend den Überschuß der Imprägnierungsflotte abläßt. Dann wird das imprägnierte Gut in der Maschine abgeschleudert und der größte Teil des Lösungsmittels bei erhöhter Temperatur abdestilliert.
Die restlichen Anteile des Lösungsmittels werden durch Einblasen, von warmer Luft, die gegebenenfalls noch einen gewissen Feuchtigkeitsgehalt besitzen kann, entfernt. Das trockene Gut kann zur Verbesserung des Hydrophobiereffektes noch einer Wärmebehandlung in Trockenschränken und/oder durch Bügeln bzw. Heißpressen unterzogen werden, , 40 wobei es von Vorteil sein kann, auch diese Wärmebehandlung in Gegenwart von Wasserdampf vorzunehmen.
Die abgelassene bzw. ausgeschleuderte Imprägnierflüssigkeit kann gegebenenfalls nach dem Aufstärken mit dem Hydrophobiermittel erneut verwendet werden. ,
Im allgemeinen wird die Ware zur Imprägnierung lufttrocken eingesetzt. Man kann aber auch den normalen Feuchtigkeitsgehalt des Fasergutes vor der Imprägnierung durch Trocknen herabsetzen.
Man kann das Verfahren auch mit anderen Ausrüstungsverfahren, vorzugsweise solchen, die im organischen Lösungsmittel vorgenommen werden, kombinieren, z. B. mit dem Mottenechtmachen oder mit einer Nachappretur mit in organischen Lösungsmitteln löslichen thermoplastischen Kunststoffen, z. B. Polyvinylacetat oder Polyacrylsäureestefn. .
Außerdem können gegebenenfalls je nach dem Verwendungszweck den Imprägnierbädern noch andere organisch lösliche indifferente dieköHge bis feste höhermolekulare nichthydrophile organische Stoffe in kleineren Mengen zugesetzt werden, z. B. Kautschuk, Hydrochlorkautschuk, synthetischer Kautschuk, natürliche und synthetische Harze, wie Schellack, Phenoplaste, Aminoplaste, Alkydharze, Maleinesterharze, Vinylpolymerisate, wie Polyvinylchlorid u. dgl., Polyäthylene, Polyisobutylene, ferner höhermolekulare natürliche und synthetische Ester von aliphatischen Polyalkohole!! mit höheren Carbonsäuren, höhere Phthalsäureester, Nitrocellulose usw.
Das Verfahren eignet sich besonders für die Hydrophobierung von Oberbekleidung im An-Schluß an die chemische Reinigung.
Beispieli
12 kg Aluminium-monostearat-diacetat, hergestellt als weiches Wachs in bekannter Weise aus Aluminiumäthylat nach Patentschrift 569 946 oder aus Aluminiumchlorid durch Einwirkung von 1 Mol Stearinsäure und 2 Mol Eisessig unter Abspaltung von Äthanol bzw. Chlorwasserstoff, werden mit 20 kg Paraffin (E. P. 54°) in 1000 1 Tetrachlorkohlenstoff oder Testbenzin gelöst.
In diesem Bad wird lufttrockenes Popelinegewebe aus regenerierter Cellulose 5 Minuten im stehenden Bade im Flottenverhältnis 1 :15 bei etwa go 500 imprägniert. Nach der Imprägnierung wird das Gewebe mit einer Wringmaschine abgequetscht, wobei die Gewichtszunahme nach dem Abquetschen 120% des Gewichtes der Ware beträgt. Dann wird die Ware an offener Luft bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet. Man erzielt auf diese Weise eine Verminderung der Saugfähigkeit auf etwa V10 und eine gute wasserabweisende Imprägnierung. Unterwirft man das Gewebe noch einer V2Stündigen Wärmenachbehandlung in einem Wärmeschrank bei etwaa20°, so wird der Abperleffekt verbessert.
Arbeitet man ohne Paraffinzusatz, aber im übrigen in gleicher Weise, so wird die Saugfähigkeit der Ware auf etwa Vs vermindert.
Beispiel 2
Chemisch gereinigte Oberbekleidung aus Baumwoll-Popeline, aus wollenem Gabardine oder aus Polyamid-Fasergut wird 1A Stunde in einer für die chemische Reinigung gebräuchlichen Waschmaschine bei etwa 200 im Flottenverhältnis von etwa ι : 20 mit einer Lösung von Aluminium-acetatstearat, Paraffin und Paraffingatsch in Tetrachlorkohlenstoff oder Testbenzin imprägniert, welche in folgender Weise hergestellt wird: 1 Mol einer Lösung ' von technischem Aluminiumäthylat in Essigester, hergestellt nach Patentschrift 386 688, wird mit 2,3 Mol Eisessig und 0,7 Mol Stearinsäure nach Patentschrift 569 946 zu Aluminium-acetatstearat umgesetzt. Dann wird das Lösungsmittel abdestilliert, der Rückstand mit 1,5 Gewichtsteilen Paraffin und 0,5 Gewichtsteilen Paraffingatsch verschmolzen und die Schmelze mit 3 Gewichtsteilen Perchloräthylen verdünnt. Die Schmelze erstarrt beim Abkühlen zu schmalzartiger Kon-
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sistenz. Zur Bereitung des Imprägnierbades wird ι Gewichtsteil des schmalzartigen Mittels in 20 Gewichtsteilen Tetrachlorkohlenstoff oder Testbenzin gelöst. Nach der Imprägnierung wird die Ware in der gleichen Maschine bis auf eine Gewichtszunahme von etwa 50% abgeschleudert, sodann mit Heißluft von etwa 700 getrocknet und gegebenenfalls gebügelt. Man erzielt durch diese Behandlung vorzügliche wasserabweisende Eigenschaften. Verwendet man an Stelle von Stearinsäure die gleiche Menge Spermölfettsäure oder an Stelle von Eisessig die äquivalente Menge Ameisensäure oder Propionsäure und arbeitet im übrigen in gleicher Weise, so kommt man zu gleichen Ergebnissen.
Beispiel 3
Ein Musseline-Gewebe aus regenerierter Cellulose wird in einem Foulard bei etwa 200 mit einer Lösung von 20 g Aluminium-benzoat-stearat der Formel Al (C7 Hg O2) lt g (C18 H35 O2) lt 5 und von ι ο g Paraffin pro Liter Tetrachlorkohlenstoff imprägniert. Nach der Passage durch das Imprägnierbad wird die Ware abgequetscht auf etwa 8o°/o Gewichtszunahme und schließlich mit Heißluft von etwa 30% relativer Feuchtigkeit bei etwa 1200 getrocknet. Das Musseline-Gewebe hat jetzt vorzügliche wasserabweisende Eigenschaften.
Setzt man dem Imprägnierbad noch 30 g Chlorparaffin (Chlorgehalt = 40 °/o) zu und arbeitet im übrigen in gleicher Weise, so wird das Gewebe außerdem noch schwer brennbar.
Verwendet man an Stelle des Aluminiumbenzoat-stearates die gleiche Menge eines Aluminium-(didodecylphosphat)-acetates der Formel Al (C24 H50 P O4)0> 2 (C H3 C O2)2j8 oder Aluminiummono- phthalimid -diacetat der Formel Al(C8H1 O2N) (C H3 C O2) 2 und arbeitet im übrigen in gleicher Weise, so gelangt man zu gleichen Ergebnissen. ■' :
B e i s ρ i el 4
Ein Musseline-Gewebe aus regenerierter Cellulose wird nach der in Beispiel 3 beschriebenen Arbeitsweise mit einer Lösung von 10 Gewichtsteilen Aluminiumdiacetat-mono-laurat der Formel Al (C2 H3 O2) 2 (C12 H23 O2) 1 und 10 g indonesischem Paraffin (E. P. 57/60°) imprägniert und fertiggestellt. Das Gewebe erhält durch diese Behandlung sehr gute wasserabweisende Eigenschaften.
Zum gleichen Ergebnis kommt man, wenn man an Stelle von Laurinsäure die äquivalente Menge technischer Kokosölfettsäure verwendet. Ferner kann an Stelle des obigen Aluminium-acetat-laurats ein Aluminium-mono-acetat-di-naphthoat der Formel Al (C2H3Oa)1 (C11 H7 O2) 2, hergestellt nach Patentschrift 569 946 aus 1 Mol Aluminium-isopropylat, 2 Mol a-Naphthoesäure und 1 Mol Eisessig, oder ein Aluminium-mono-acetat-di-(i2-oxystearat) der Formel Al(C2H3O2)J1(C
gleichem Erfolg verwendet werden.
18H35°3)2mit

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zum Wasserabstoßendmachen von Fasergut, dadurch gekennzeichnet, daß man das Fasergut mit dreibasischen gemischten Aluminiumsalzen von etwa 1,5 bis 2,8 Mol solcher organischer Säuren, deren Siedepunkt unter Normaldruck unter etwa 2000 liegt oder welche unterhalb dieser Temperatur sublimieren, und etwa 0,2 bis 1,5 Mol schwer flüchtigen höhermolekularen organischen Stoffen saurer Natur, welche mit Aluminium Salze bilden, oder der Mischung der Ausgangsstoffe zur Bildung dieser Salze und vorteilhaft hydrophoben höhermolekularen organischen Stoffen — in organischen Lösungsmitteln gelöst — behandelt und anschließend vorteilhaft einer Wärmebehandlung bei An- oder Abwesenheit von Feuchtigkeit unterwirft.

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