DEC0010346MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 1. Dezember 1954 Bekanntgemacht am 30. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Kohle als Werkstoff für Stromabnehmer elektrischer Triebfahrzeuge zu verwenden, ist seit langem
bekannt. In diesem Zusammenhang ist auch eine große Anzahl von Ausführungsformen bekanntgeworden,
um die Biegefestigkeit der Kohle zu erhöhen, so z. B. durch Umgießen mit Metall,
durch Auflöten oder Verschrauben von metallischen Fassungen u.a.m. Alle diese Ausführungsformen haben aber den Nachteil, daß sie zu schwer
ίο sind, was bei den hohen Bahngeschwindigkeiten
unerwünscht ist. Man hat deshalb in neuerer Zeit den Gedanken aufgegriffen, Kohleschleifstücken
nach Art des Spannbetons dadurch eine höhere Biegefestigkeit zu geben, daß in der Zugzöne des
Biegequerschnittes festhaftend ein Drahtbündel mit oder ohne Vorspannung so eingebracht wird, daß
diese Spanndrähte an beiden Enden des Kohle- : schleifstückes in irgendeiner Weise in metallischen
Endstücken verankert und unter Umständen mit dem Kohleschleifstück durch eine erhärtende Vergußmasse
kraftschlüssig verbunden sind. Es hat sich gezeigt, daß dieser Gedanke große Erfolge
bringt, daß aber die Schwierigkeiten in der technischen Durchführung wegen der auftretenden
hohen Kräfte und wegen des verhältnismäßig nur geringen zur Verfügung stehenden Raumes sehr
groß sind.
Die Erfindung betrifft mit Spanndrähten versehene, sonst aber armaturlose Kohleschleifstücke,
die eine sehr hohe Biegefestigkeit bei einer wirt-
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C 10346 VIIIb/'201
schaftlich durchführbaren Art und in technisch einwandfreier Form aufweisen.
Die Befestigung und Verspannung der Drähte,
die in bekannter Weise in einige auf der Unterseite
oder auf den Außenseiten des Kohleschleifstückes liegende Rillen lose oder verkittet eingelegt
sind, erfolgt nach der Erfindung nun so, daß entweder die Spanndrähte jeweils auf einer Seite
des Kohleschleifstückes in einem metallischen Nippel schleifenförmig eingezogen sind, während das
andere Spanndrahtende in einem Gewindenippel durch Verlöten, Verkeilen, Verzahnen oder Kerben
befestigt ist, der,nach entsprechender Vorspannung durch eine Gewindemutter verankert und mit diets
ser Mutter durch Verlöten, Verschweißen, Kerben od. dgl. unlösbar verbunden ist, oder daß ein oder
mehrere Spanndrähte U-förmig über geschlitzte Metallendstücke gebogen, nach entsprechender Vorspannung
durch gerillte Metallbacken am anderen
so Ende des Kohleschleif Stückes verankert und die
Spanndrahtschleifen gleich- oder entgegengerichtet angeordnet sind, oder daß die Spanndrahtanordnung
U-förmig, die Verankerung jedoch durch Gewindenippel bewerkstelligt ist.
Die Spanndrähte sind hierbei bei allen drei Ausführungsbeispielen zweckmäßigerweise auf ihrer
Oberfläche durch mechanische, elektrolytische oder chemische Einwirkungen aufgerauht, sei es also
durch. Anbringung von, Querrillen oder durch Auftragung einer rauhen Metallschicht oder aber durch
Ausätzen oder auf irgendeine andere Weise. Wenn die Spanndrähte nach erfolgtem Einbau und nach
entsprechender Vorspannung in den Rillen des Kohleschleifstückes durch eine erhärtende Vergußmasse
befestigt werden, so ist durch diese Aufrauhung die kraftschlüssige Verbindung zwischen
dem Spanndraht und dem Kohleschleiistück einr
wandfrei gesichert. Versuche haben ergeben, daß selbst nach Entfernung der metallischen Nippel auf
beiden Seiten des Kohleschleifstückes dessen Vorspannung erhalten blieb. Die Vergußmasse kann
sowohl elektrisch leitend als auch nichtleitend sein und würde im ersteren Fall gestatten, daß die
Spanndrähte an der Stromführung beteiligt sind.
Es hat sich aber gezeigt, daß es zur Erhöhung der Stromleitfähigkeit zweckmäßig ist, den Fuß des
Kohleschleif Stückes mit einer dünnen Metallschicht, die entweder aufgespritzt oder noch besser galvanisch
aufgebracht ist, zu überziehen. Die Drücke an den metallischen Zwischenbeilagen an den
Enden des Kohleschleifstückes sind so hoch, daß hier ein einwandfreier Stromübergang möglich ist.
Es können jedoch auch der Fuß des Kohleschleifstückes und die metallischen Verankerungen der
Spanndrähte an, beiden, Schleifstückenden mit einer
gemeinsamen Metallschicht überzogen werden, wenn sehr hohe Ströme einen noch geringeren
Übergangswiderstand verlangen.
, Die Zeichnung zeigt drei Ausführungsbeispiele für Kohleschleifstücke nach der Erfindung an
Hand einiger Schnittbilder und Seitenansichten.
Abb. ι zeigt ein in der Ebene längs durchschnittenes
Kohleschleifstück 1, das hier als flach liegendes Rechteck dargestellt ist. Das Kohleschleifstück
ι weist auf seiner Unterseite zwei Rillen 2 auf, in die je ein Spanndraht 3 eingelegt ist. Die
Spanndrähte! 3 sind hierbei auf-einer Seite schleifenförmig
in metallische Nippel 4 eingezogen. Zwischen dem Nippel 4 und dem Kohleschleifstück 1
ist eine Metallplatte 5 angeordnet, die die hohen Kräfte auf das Kohleschleifstück 1 gleichmäßig
überträgt. Am anderen Ende der Spanndrähtei 3 ist an- jedem Spanndraht ein Gewindenippel 6 durch
Verlöten, Verzahnen oder Kerben befestigt. An dem Gewindenippel 6 ist je eine Metallmutter 7
angebracht, wobei zwischen Metallmutter 7 und dem Kohleschleifstück 1 wiederum eine Metallplatte
5 angeordnet ist. Nach entsprechender Vorspannung, die jeweils in Richtung der eingezeichneten
Pfeile ζ erfolgt, werden die Metallmuttern 7 bis zum Anschlag an die Metallplatte 5 angezogen
und die Gewindenippel 6 mit den Metallmuttern 7 durch Verlöten, Verschweißen, Kerben od. dgl. unlösbar
verbunden.
Abb. 2 zeigt das Kohleschleifstück nach Abb. 1 von links.
Abb. 3 stellt einen waagerechten Längsschnitt durch ein Kohleschleifstück 1 dar. Der Spanndraht
3 ist hier U-förmig über ein geschlitztes Metallendstück 8 gebogen. Die Enden des Spanndrahtes
3 werden nach entsprechender Vorspannung durch gerillte oder gezahnte Metallbacken 9
fest verankert.
Abb. 4 zeigt eine Ansicht des Kohleschleifstückes von der Stirnseite A der Abb. 3. Mit 1 ist
wieder das Kohleschleifstück, mit 2 die Rille, mit 3 der Spanndraht und mit 8 das geschlitzte Metallendstück
bezeichnet.
Abb. 5 zeigt einen Schnitt nach der Linie C-D in Abb. 3.
Abb. 6 zeigt einen waagerechten Längsschnitt durch ein Kohleschleifstück 1. Def Spanndraht 3
ist hier gleichfalls U-förmig über ein geschlitztes Metallendstück 8 gebogen, jedoch sind die Enden
des Spanndrahtes 3 in Gewindenippeln 6 verankert. Mit 7 ist wiederum die auf dem Gewindenippel
6 befestigte Metallmutter bezeichnet.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Kohleschleifstück erhöhter Biegefestigkeit für Stromabnehmer elektrischer Triebfahrzeuge mit lose oder verkittet eingelegten Spanndrähten mit oder ohne Vorspannung, dadurch gekennzeichnet, daß entweder die Spanndrähte jeweils auf einer Seite in einem metallischen Nippel schleifenförmig eingezogen sind, während das andere Spanndrahtende in . einem Gewindenippel durch Verlöten, Verkeilen, Verzahnen oder Kerben befestigt ist, der nach entsprechender Vorspannung durch einei Gewindiemutter verankert und mit dieser Mutter durch Verlöten, Verschweißen, Kerben od. dgl. unlösbar verbunden ist, oder daß ein oder mehrere Spanndrähte U-förmig über geschlitzte Metallendstücke gebogen, nach entsprechender Vor-528/139C 10346 VIIIb/201spannung durch gerillte Metallbacken am anderen Ende, des Kohleschleif Stückes verankert und die Spanndrahtschleifen gleich- oder entgegengerichtet angeordnet sind, oder daß die Spanndrahtanordnung U-förmig, die Verankerung jedoch durch Gewindenippel bewerkstelligt ist.
- 2. Kohleschleif stück nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Spanndrähte auf ihrer Oberfläche durch mechanische, elektrolytische oder chemische Einwirkungen aufgerauht sind.
- 3. Kohleschleif stück nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Stromleitfähigkeit dbr FuB dies Kohleschledfstückes mit einer dünnen Metallschicht, die beispielsweise aufgespritzt oder galvanisch aufgebracht ist, überzogen ist.
- 4. Kohleschleifstück nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß des Kohleschleifstückes und die metallischen Verankerungen der Spanndrähte an beiden Schleifstückenden mit einer gemeinsamen Metallschicht überzogen sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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